abyss am 28 Mai 2010 20:13:15 Hallo Forum,
heute wende ich mich ratsuchend an Euch.
Mein Dethleffs auf Ducato, Bj. 98 – hat nach Regenfahrten immer mal wieder eine feuchte Stelle in der vorderen Ecke des Stauraums. Genauer, rechts unten, hinter der Stauraumtür.
Bild 1
Um die Eintrittsstelle zu lokalisieren, habe ich heute die Radikalkur mit Wasserschlauch angewandt. Also zuerst mal im rechten Winkel auf den Türspalt gehalten - Trocken!
Danach mit dem Schlauch schräg von vorne draufgehalten – leicht feucht!
Nun wollte ich es genau wissen und habe die Ecke von unten mit dem Wasserstrahl bearbeitet – NASS!
Also Werkzeug ausgepackt und zuerst den breiten Metallwinkel innen, an genau der Stelle abgeschraubt. Darunter sieht es so aus:
Bild 2
Erstes "herumstochern" mit einem Spachtel ergab das hier:
Bild 3
"Gar nicht gut" denke ich mir und baue die Tür aus und die untere Plastikverkleidung ab. Das Ergebnis sieht so aus:
Bild 4
Hier im Detail:
Bild 5
Und das ganze von unten:
Bild 6
Offensichtlich ist das Problem nicht neu, denn in die Ecke war von innen schon mal ein riesiger Klumpen Sikaflex (oder eine ähnliche feste schwarze Masse) reingeschmiert. Vermutlich hat einer der Vorbesitzer versucht, die Sache damit in den Griff zu bekommen, was natürlich nur in einem Fehlschlag enden konnte. Zumal dieser Klumpen einfach auf den alten Dreck draufgeschmiert war.
Das Holz fühlt sich bisher noch nicht weich an, was möglicherweise daran liegt, dass es immer wieder Zeit zum austrocknen bekam.
Meine Frage bezieht sich nun darauf, wie ich das ganze wieder dicht bekomme. Genügt es, folgendermaßen vorzugehen:?
- Das Holz erst mal völlig trocknen lassen und alles richtig sauber machen.
- Das längs laufende Metallprofil von unten demontieren (sofern es sich denn sauber demontieren lässt)
- Den Spalt zwischen Bodenplatte und senkrechter Platte mit einem Schraubenzieher etwas dehnen (sofern möglich) und den Zwischenraum mit Dekalin füllen.
- Die gesamte Fuge von außen mit Dekalin abdichten
- Das Metallprofil mit Dekalin wieder ansetzen und festschrauben.
- Die untere Kunststoffverkleidung wieder ansetzen und die Stösse und vor allem die offene Stelle in der Ecke ebenfalls mit Dekalin abdichten.
- Tür wieder einbauen (ebenfalls mit Dekalin)
Wird diese Vorgehensweise – sauberes und gewissenhaftes Arbeiten voruasgesetzt - den gewünschten Erfolg bringen oder plane ich die Sache vielleicht völlig falsch? Sollte an bestimmten Stellen vielleicht besser Sikaflex eingesetzt werden? Oder gar etwas völlig anderes?
Ach ja, die vielen umfangreichen Beiträge über Wasserschäden kenne ich natürlich, aber diese Sache hier unterscheidet sich doch ein wenig vom bisher beschriebenen. Vielleicht hat Turbokurtla auch hierfür ein Patentrezept...
Ich bin auf Eure Vorschläge und Meinungen sehr gespannt und bedanke mich schon mal im Voraus für viele Anregungen.
Beste
Oliver
Beduin am 29 Mai 2010 08:40:19 Hallo Oliver
das sieht ja erst mal unschön aus ;(
Deine Arbeitsschritte im einzelnen lesen sich mir mich als Laien! schon mal ganz gut und ich denke! auch, das Dekalin das mittel der Wahl ist
Aber hast recht, so verbreitet ist das problem nicht, denke das deshalb noch nichts gekommen ist und wenn ich mich recht erinnere ist Kurt im Urlaub.
abyss am 29 Mai 2010 11:08:50 Hallo Ina,
mit dem Begriff "unschön" hast Du eine treffende Beschreibung gefunden. Allerdings könnte es durchaus schlimmer sein, wenn das Holz bspw. großflächig verfault wäre.
Wenn Kurt in Urlaub ist, gönnen wir ihm das natürlich von Herzen! Mit Säubern und warten bis alles trocken ist, gehen ja auch noch ein paar Tage ins Land. Vielleicht fällt dem ein oder anderen Leser hier noch etwas dazu ein.
Beste
Oliver
ahd250 am 29 Mai 2010 19:43:38 Hallo Oliver,
für den Spalt zwischen Boden und Wand würde ich lieber Sikaflex nehmen. Leisten und Tür dann mit Dekalin. Kommst Du von aussen an den Spalt ran? Dann wäre es vielleicht ganz gut eine Winkelleiste (z.B. Alu) von aussen mit Dekalin davorzuschrauben. Dann kannst Du Dir evtl. sogar das vorherige Abdichten mt Sika sparen, oder zur Sicherheit beides machen.
abyss am 29 Mai 2010 21:39:54 Hallo Olaf,
Vielen Dank für den interessanten Ansatz! Sika, um den Spalt zu verkleben klingt jetzt auch für mich logisch. Auch die Idee mit dem Aluwinkel könnte sich als Geheimtipp entpuppen. Wahrscheinlich ist mir da aber das U-Profil (siehe letztes Bild) im Weg. Möglicherweise in zwei Teilen...
Wenn ich in den nächsten Tagen Zeit habe um weiterzumachen, werde ich die Idee auf jedenfall prüfen.
Beste
Oliver
abyss am 30 Mai 2010 16:19:13 Hallo zusammen,
heute hatte ich die Zeit um die Demontage abzuschließen und konnte die Ursache lokalisieren. Da der Beitrag doch einige Aufrufe hat, möchte ich Euch ein kleines Update liefern.
In diesem Fall beginnt das Problem schon beim Aufbauhersteller, der Fa. Dethleffs. Der Monteur, der die Heckpartie meines Babys zusammengeschraubt hat, hatte offenbar an besagtem Tag seinen Blindenhund nicht dabei! Man muss kein gelernter Schreiner sein, um die Spaltmaße besser hinzubekommen. Zur Verdeutlichung Bild 7, aufgenommen von unten, senkrecht nach oben.
Damit aber nicht genug, denn nachdem diese Stelle wohl vor Jahren schon einmal feucht war, hat ein "Spezialist der besonderen Art" versucht, das ganze durch zuschmieren mit Sika von Aussen dicht zu bekommen. Nachdem ich den ganzen Mist jetzt runtergekratzt habe, musste ich feststellen, dass der mit dem roten Kreis markierte Spalt keinerlei Dichtmasse aufweist. Genau das ist die Stelle des Wassereintritts. Bild 8 zeigt das ganze wenn man davorsteht.
Auf der anderen Fahrzeugseite sind keinerlei Spuren von außen aufgetragener Dichtmasse zu sehen – und dort ist alles dicht. Meine Planänderung sieht nun vor, die Stöße aufzuzwängen und die Zwischenräume mit Sikaflex zu füllen.Ein paar zusätzliche Schrauben sollten dem ganzen den nötigen Halt verleihen. Anschließend werde ich wohl die Schnittkanten vom Holz mit einer Dose schwarzer Sprühfarbe behandeln und sonst von außen nichts weiter auftragen. Denn wie sich gezeigt hat, ist die Feuchtigkeit unter dem alten Sika (das draufgeschmierte) weiter gekrochen und ich kann mir nicht vorstellen, dass das auf Dauer gut für das Holz ist.
Was meinen die Experten hier? Guter Plan – oder schlechter Plan?
Beste
Oliver
turbokurtla am 30 Mai 2010 17:10:25 Tag
Leider nur "Arbeitsurlaub" und immer nur Tage weg.
Patentlösung hab ich aus der Ferne leider auch nicht.
Aber Du liegst schon richtig mit Deinen Gedankengängen.
Austrocknen und wo nötig das Holz erneuern und verstärken.
Kleben würde ich zwar mit Caravankleber, Sika tuts aber auch. Und von außen nur Dekalin nehmen.
Kurt
abyss am 30 Mai 2010 18:07:03 Hi Kurt,
wenn ich Deiner Meinung nach "nicht sooo falsch" liege, dann ist das doch schon mal eine enorme moralische Unterstützung.
Ich werde mal schauen ob ich's hinbekomme und vom Fortschritt berichten. Wenn's schief läuft, dann schreie ich hier wieder um Hilfe... :)
Beste
Oliver
Beduin am 30 Mai 2010 18:41:52 Das klappt schon :)
abyss am 10 Jun 2010 18:59:38 Hallo zusammen,
es ist vollbracht! Die gestrigen Wolkenbrüche und den heutigen finalen Wasserstrahltest hat mein Kleiner mit Bravour gemeistert - Alles ist dicht! :tanz:
Aber:
Es war nicht ganz so einfach wie ich es mir vorgestellt hatte. Wie aus den Bildern oben zu entnehmen ist, wurde das Holz in den Ecken einfach herausgeschnitten. Der Grund dafür liegt in der Form der Schürze die seitlich montiert ist. Die Form des Kunststoffteils ist eigentlich ein Viertelkreis. Da das mit Holz (so gut wie) nicht zu bewerkstelligen ist, hat der Hersteller einfach die Ecken herausgeschnitten und offensichtlich auf ein Wunder gehofft... Außerdem ist das Vorderteil der Schürze nur mit Klettband befestigt.
Zur Verdeutlichung habe ich noch mal Bild 9 angefügt.
Meine Lösung sah nun so aus, dass ich (zusätzlich zu den oben beschriebenen Maßnahmen) ein Formteil aus Blech angefertigt habe, dass die Form der Kante annimmt und gleichzeitig passend in den Falz der Schürze greift. Mit Dekalin eingedichtet und angeschraubt ersetzt dieses nun die fehlende Ecke aus Holz.
Wenn Kurt das hier liest, wird er mich wahrscheinlich in der Luft zerreissen und für bekoppt erklären :D, aber immerhin bin ich mit dem erzielten Ergebnis zufrieden.
Was mich nun brennend interessiert ist, ob noch weitere Besitzer eines Dethleffs A5812 Comfort (die Glattblechausführung mit großem Staufach) hier vertreten sind und das gleiche Problem mit der beschriebenen Stelle haben. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Aufbau an dieser Ecke dicht sein kann - zumindest nicht nach mehr als zehn Jahren.
Beste
Oliver
ahd250 am 10 Jun 2010 19:12:54 abyss hat geschrieben:Wenn Kurt das hier liest, wird er mich wahrscheinlich in der Luft zerreissen und für bekoppt erklären :D, aber immerhin bin ich mit dem erzielten Ergebnis zufrieden.
Warum sollte er das tun :?: Entscheident ist doch das Ergebnis :!: Und wenn Du ein besseres Gefühl dabei hast isses doch gut, schließlich soll das gute Stück ja noch einpaar Jahre halten (und dicht bleiben).
Glückwunsch zur erfolgreichen Reparatur.
turbokurtla am 11 Jun 2010 11:33:01 abyss hat geschrieben:Wenn Kurt das hier liest, wird er mich wahrscheinlich in der Luft zerreissen und für bekoppt erklären :D,
Nee, warum denn auch.
Ich weiß doch auch um diese abenteuerlichen Konstruktionen mancher Hersteller. Da kann man nur gegenhalten.
Letztendlich ist es doch egal was Du gebaut hast, wichtig ist nur, dass kein Wasser mehr ans Holz kommt.
Neugierig bin ich aber schon, deshalb will ich es wissen.
Also bitteschön Bilder reinsetzen.
Kurt
abyss am 11 Jun 2010 18:07:07 Hallo zusammen,
@ Olaf:
Dankeschön für die Glückwünsche – Ein wenig stolz bin ich schon :)
Und selbstverständlich soll mein Baby noch viele Jahre halten. Schließlich habe ich noch einige Touren mit ihm vor.
@ Kurt:
Mit den Bildern ist das so eine Sache – in meinem Reparaturwahn habe ich an die Kamera nicht mehr gedacht :( Ein paar habe ich aber noch, vielleicht kann man das wesentliche daraus entnehmen:
Bild 10
Aufnahme von unten. Die Spalte sind aufgezwängt und bereit, das Sika aufzunehmen
Bild 11
Die Fugen sind verschlossen und wieder verschraubt. Das U-Profil ist ebenfalls wieder montiert
Bild 12
Eines der angefertigten Eckbleche. Noch nicht fertig verschliffen und ungrundiert
Bild 13
Beide Bleche. Ebenfalls noch nicht fertig geschliffen. Die Rundung, die in die Kunststoffschürze greift, ist aber schon zu erkennen. Bei der Endmontage wurde diese Stelle satt mit Dekalin gedichtet. Das Wasser dürfte somit keine Chance zum Eindringen mehr haben.
Bild 14
So sieht es nach der Endmontage von unten aus. Erkennbar ist das Dekalin mit dem die Bleche satt an allen Auflageflächen versehen sind.
Bild 15
Und das ist das Endergebnis von innen. In der Ecke kann man noch das Dekalin erkennen, mit dem ich den Spalt zwischen äüßerem und innerem Blech verschlossen habe. Weshalb man bei Dethleffs dieses schwarze Blech ursprünglich mit Dekalin AUF DEN TEPPICH geklebt hat, wird mir wahrscheinlich für immer unverständlich bleiben.
Leider habe ich keine Bilder von der eigentlichen Montage gemacht :auge:
Die Formulierung "abenteuerliche Konstruktion des Herstellers" trifft meiner Meinung nach sehr genau. Ich habe keine Ahnung, wie viele Fahrzeuge dieses Typs gebaut wurden. Die Mehrkosten für zwei passgenaue Eckteile (meinetwegen aus Kunststoff) dürften jedoch damals nicht derart ins Gewicht gefallen sein.
Aber sei's drum – ich hoffe, dass ich jetzt mit dieser Ecke Ruhe habe und Ihr drückt mir sicherlich alle die Daumen, dass im Laufe der nächsten Jahre nicht noch weitere Stellen auftreten...
Beste
Oliver
turbokurtla am 11 Jun 2010 18:21:54 :daumen2:
ahd250 am 11 Jun 2010 21:44:18 :daumen2:
abyss am 12 Jun 2010 01:09:51 Mit diesen beiden Daumen kann ja nun nichts mehr schief gehen... :dankeschoen:
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