Gerd-R am 30 Jun 2010 06:40:12 Hallo,
seit vergangenem Freitag sind wir wieder im Lande. Unsere Polen-Baltikum-Reise von mehr als 6 Wochen liegt nun leider hinter uns. Obwohl das Wetter oft nicht mitgespielt hat, war es war eine sehr schöne Fahrt und wir haben sehr viel gesehen.
Nun gibt es von Polen und vom Baltikum schon einige sehr gute Reiseberichte. Dennoch möchte ich hier im Forum von dieser Reise berichten. Vielleicht ist ja das eine oder andere Interessante dabei.
Den gesamten Bericht auf einem Mal zu verfassen, übersteigt meine zeitlichen Möglichkeiten. Daher werde ich diesen Thread nach und nach ergänzen.
Dienstag 11.05.2010 - 1. Tag von Hamburg nach Letschin/Oder
Gegen 11.00 Uhr starten wir (meine Frau, Dackel Max und ich) in Hamburg. Über die A 24 fahren wir Richtung Berlin. So gegen 15.30 Uhr erreichen wir den Berliner Autobahnring A10. Bis zur Anschlussstelle Berlin-Hellersdorf bleiben wir auf der A10. Dort wechseln wir auf die B 1 und weiter geht es bis Seelow. Von dort ist es nicht mehr weit bis Letschin, wo sich ein Wohnmobil-Stellplatz befindet. Dieser ist unser heutiges Tagesziel. Wir kommen etwa um 17.30 Uhr an.
Der Stellplatz hat ausschließlich Grasplätze. Ob wir dort wohl bei Regenwetter wieder herunterkommen? Immerhin ist es trocken und Alternativen gibt es in dieser Gegend nicht. So fahren wir, wenn auch „mit gemischten Gefühlen" auf den Platz. Es ist bedeckt und so machen wir es uns im Wohnmobil gemütlich.
Gefahren: 360 km
Mittwoch 12.05.2010 - 2. Tag von Letschin/Oder nach Posen
In der Nacht setzen prompt lang anhaltende kräftige Regenfälle ein. Erst in den Morgenstunden halten sie auf. Der Grasboden, auf dem wir mit unserem Wohnmobil stehen, weicht richtig auf. Gegen 9.30 Uhr wollen wir los. Aber es kommt, wie es kommen mußte: Die Vorderreifen unseres Wohnmobils drehen durch. Das Wohnmobil (Frontantrieb mit Tandemachse hinten - siehe Profil) steckt fest. Immerhin ist der Stellplatzbesitzer behilflich und zieht uns mit seinem Trecker heraus. Erst um 10.30 Uhr können wir abfahren.
Bei bedecktem Himmel geht es über Seelow zur polnischen Grenze. Wir fahren bei Küstrin-Kietz über die Oder und sind in Polen. Wir fahren zunächst auf der B 22 bzw. B 24 durch endlos erscheinende Waldgebiete Es ist wenig Verkehr und wir passieren kaum eine Ortschaft. Erst hinter dem Städtchen Skwierzyna nimmt der Verkehr immer mehr zu. Auf einem Tank- und Rastplatz tanken wir und machen eine kleine Pause. Auch Dackel Max er hat eine verletzte Kralle und muß ein paar Tage kurz treten, kann sich auf der weitläufigen Wiese etwas bewegen. Das Wetter hat sich aufgeklart, sogar die Sonne kommt zaghaft durch und wir glauben voreilig an einen Wetterwechsel.
Es ist schon etwa 15.30 Uhr als wir Posen (Poznan) erreichen. Das Wetter hat sich nicht gehalten. Kurz vor unserem Eintreffen muss ein heftiger Regen über Posen heruntergegangen sein. Dies müssen wir aus einigen Fahrbahnüberschwemmungen und großen Pfützen schließen. Es regnet immer noch ein wenig. Wir müssen noch etwas einkaufen und suchen nach einem Supermarkt. Schließlich erreichen wir das Einkaufszentrum „Poznan Plaza", in dem sich der „Piotr i Pawek Supermarket" befindet.
Nach unserem Einkauf, der Regen hat wieder zugenommen, geht es direkt zu unserem heutigen Tagesziel, dem Campingplatz Malta in Posen, von dem wir uns morgen die Stadt ansehen wollen. Nach unserer Ankunft gehe ich nur kurz mit Dackel Max, dessen Lust auf einen Spaziergang, da es regnet, sich in engen Grenzen hält. Um etwa 18.00 Uhr der regnerische Höhepunkt: ein Gewitter mit wieder heftigem Regen. Der Tag ist gelaufen, wir bleiben gemütlich im Wohnmobil.
Gefahren: 190 km
Donnerstag 13.05.2010 - 3. Tag in Posen
Immerhin regnet es nicht - da kann man schon zufrieden sein. Nach dem Frühstück soll erst einmal Dackel Max zu seinem Recht kommen. Wir gehen an den Malta-See, der nicht weit von dem Campingplatz liegt. Der Malta-See dient wohl hauptsächlich als Regattastrecke.
Wir folgen dann dem recht schönen, an dem See entlang führenden Fuß- bzw. Radfahrweg. Dackel Max fühlt sich sichtbar wohl und wäre sicherlich auch im See schwimmen gegangen, wenn wir ihn nicht wegen seiner verletzten Kralle immer wieder zurück gepfiffen hätten. Schließlich treten wir den Rückweg an und sind nach einer guten Stunde - gegen 11.30 Uhr - wieder am Wohnmobil.
Wir setzen Dackel Max nur schnell ins Wohnmobil und brechen sofort in Richtung Straßenbahnhaltestelle auf. Diese befindet sich 300 bis 400 Meter vom Campingplatz entfernt. Nach ein paar Minuten kommt auch schon die Linie 8, die uns in kurzer Fahrt in die Nähe der Altstadt bringt.
Nur ein paar Schritte gehen wir und schon stehen vor dem Rathaus auf dem Altem Markt in Posen. Unser Rundgang durch die gut restaurierten bzw. authentisch wiederaufgebauten historischen Häuserzeilen lohnt wirklich. Auch die Pfarrkirche, die sich in der Altstadt befindet, sehen wir uns von innen an. Alles wirkt sehr prunkvoll.
Nach dem Mittagessen, in einem der vielen Restaurants am Markt, gehen wir zu Fuß zur Dominsel auf der die prächtige Kathedrale (Backsteinbau) von Posen steht. Selbstverständlich sehen wir uns auch diese Kathedrale einschl. Krypta an. Die Kathedrale von Posen ist immerhin die Wiege des polnischen Christentums.
Nun geht es mit der Straßenbahn wieder zurück. Auch die 400 Meter zu Fuß bis zum Campingplatz Malta bringen wir noch hinter uns. Wir erreichen unser Wohnmobil 16.00 Uhr und sind froh nun nicht mehr laufen zu müssen. Nur ich muss mich sofort noch einmal aufraffen, Dackel Max muss noch Gassi gehen. Aber dann ist ausruhen angesagt.
Gefahren: 0 Kilometer
Freitag 14.05.2010 - 4. Tag von Posen nach Thorn
Für unsere Verhältnisse zeitig, etwa 9.30 Uhr, verlassen wir nach vorheriger Ver- und Entsorgung den Campingplatz Malta und die Stadt Posen. Das Wetter ist zwar nicht sonnig, wir haben aber den Eindruck, dass die Wolkendecke nicht ganz so dick ist. Wir fahren zunächst auf der B 11 etwa 23 km in südliche Richtung bis zu dem kleinen Ort Kornik und von dort auf der B 431 noch rund 10 km weiter nach Rogalin. In dem Ort Rogalin sehen wir uns das gut erhaltene und schön anzusehende Schloss nebst dem Schlosspark mit dichtem Eichenbestand an. Hinsichtlich der Parkanlage fühlen wir uns nach England zurückversetzt. Den Spaziergang durch den Park mit den schon voll ergrünten Eichen ist der Abstecher allemal wert.
Zurück geht es nach Kornik. Auch hier befindet sich ein Palais sowie ein im Stil eines englischen Gartens angelegter Park. Wir möchten uns auch dieses gern ansehen, können aber weder Park noch Schloss finden. Wir sehen nicht ein Hinweisschild - merkwürdig ! Vielleicht müssen wir den Ort durchfahren. Dies ist aber aufgrund einer Baustelle nicht möglich. Wie auch immer, wir finden Schloss und Park einfach nicht. Schade !
So fahren wir notgedrungen auf der B 434 weiter in Richtung Gnesen. In Gnesen geht es auf die B 15 weiter in Richtung Thorn. Die Bewölkung hat leider wieder zugenommen. Auch die Landschaft finden wir langweilig. Vielleicht kommt es von der fehlenden Sonne ? Jedenfalls ist zu mindestens meine Stimmung nicht so gut. So fahren wir die Kilometer ab und sind schließlich gegen 15.30 Uhr auf dem Campingplatz „Camping Tramp" in Thorn. Ein Campingplatz mit Grasboden.
Wir haben eingecheckt und unser Wohnmobil hingestellt. Nun sofort ein Spaziergang mit Dackel Max. Danach ist sogar noch Zeit für einen Bummel durch die Altstadt von Thorn. Es ist zwar sehr trübe, aber noch trocken und so machen wir uns auf den Weg.
Wir überqueren auf dem Fußweg der großen Straßenbrücke die Weichsel und sind nach 15 Minuten Weg in der Altstadt. Wir sehen das Rathaus, die schönen Bürgerhäuser, das Denkmal von Nikolaus Kopernikus sowie dessen Geburtshaus.
Es ist auch noch viel Betrieb in der Stadt. Ich habe aber den Eindruck, dass irgendwie immer dunkler wird. Als wir den Rückweg antreten, fallen die ersten Regentropfen. Geschützt durch unsere Anoraks kommen wir aber noch trocken wieder zum Wohnmobil. Danach entwickelt sich ein massiver Landregen, der jetzt nach 3 Stunden noch immer anhält. Hoffentlich gibt es morgen früh keine Probleme mit dem nassen Grasboden.
Gefahren: 200 Kilometer
Samstag 15.05.2010 - 5. Tag von Thorn über Allenstein bis kurz vor Sensburg
Es hat weiter länger als 3 Stunden geregnet. Fast die halbe Nacht prasselte der Regen kräftig auf unser Wohnmobildach. Aber es gab am Morgen glücklicherweise keine Traktionsprobleme bei der Abfahrt. Gegen 10 Uhr ging es bei bedecktem, aber trockenem Himmel von Thorn auf der B 15 in Richtung Allenstein. Die Landschaft ist sehr viel abwechslungsreicher und sehr viel schöner als der gestrige Streckenabschnitt. Es ist hügelig, es geht durch Wälder und dann wieder an Feldern vorbei. Unser erster Haltepunkt ist Osterode. Allerdings gehen wir nur kurz mit Dackel Max Gassi und kaufen etwas Lebensmittel bei Kaufland ein. Als Tagesziel haben wir nämlich Allenstein ausgesucht. Hier wollen wir die Altstadt ansehen. Also weiter nach Allenstein.
Gegen 14.00 Uhr erreichen wir Allenstein. Wir suchen einen bewachten Parkplatz und fahren eine ganze Zeit kreuz und quer um die Altstadt herum haben aber kein Erfolg. Auf den Parkplätzen, die wir sehen passen aber nur PKW, aber keine 8-Meter-Wohnmobile rauf. Aber dann haben wir doch einen geeigneten bewachten Parkplatz entdeckt. Nur der Parkplatzwächter will uns nicht parken lassen - warum verstehen wir mangels polnischer Sprachkenntnisse nicht. Einen weiteren geeigneten Parkplatz finden wir nicht (gibt es bestimmt - aber wo ?). Unbewacht wollen wir dank schlechter Erfahrungen (nicht in Polen !!) in einer Großstadt grundsätzlich nicht stehen. Die Konsequenz: die Altstadt von Allenstein entfällt.
Wir fahren auf der B16 nun bei weiter trockenem Wetter in Richtung Sensburg. Einige Kilometer hinter Barczewo werden wir durch eine Reklametafel auf einen Campingplatz aufmerksam, der 1500 Meter abseits der Strasse in dem kleinen Ort Tumiany liegt. Der Platz liegt sehr schön direkt an einem See, besteht aber leider nur aus unbefestigter Wiese. Auf diese zu fahren riskieren wir - ein Festfahren wäre garantiert - besser nicht. Irgendwie ist wohl heute nicht unser Tag.
Kurz vor Mragowo (Sensburg) finden wir dann doch noch einen Campingplatz für eine Nacht. Er liegt zwar nicht ganz so schön, wie der vorherige, ist aber dennoch nicht schlecht.
Gefahren: etwa 230 Kilometer
Sonntag 16.05.2010 - 6. Tag über Sensburg nach Nikolaiken
Es fängt wieder gut an. Das Wohnmobil will nicht vom Platz. Die Vorderräder rutschen auf der Wiese wieder einmal durch. Der Platzbetreiber ist aber schnell mit einem Geländewagen zur Stelle und zieht uns ein paar Meter auf festen Grund.
Dann fahren wir bei nur leicht bedecktem Himmel durch die wunderschöne masurische Landschaft. Aber für heute haben wir nur eine kurze Strecke zu fahren - etwa 35 Kilometer, und zwar auf der B 16 über Sensburg nach Nikolaiken. Hier befindet eine offizieller Wohnmobil-Stellplatz mit ordentlicher Ver- und Entsorgung inmitten des Touristenortes.
Sehr schön angelegt dieser Stellplatz. Stellplätze mit Kies. Toll - keine schmutzigen Schuhe bei Regen und keine Sorgen in bezüglich Festfahren wegen durchrutschender Reifen auf nasser Wiese ! So sieht es jedenfalls auf dem ersten Blick aus. Unter der kleinen Kieselsteinschicht liegt eine Folie, die schon teilweise zwischen den Kieselsteinen hervorlugt. Unter der Folie einfach nur Sand. Das ein solcher Untergrund nicht unproblematisch ist, zeigt sich schon kurz nach unserer Ankunft: Ein Nachbar-Wohnmobil hat sich schon bei nur kurzem Vorfahren zum Erreichen einer besseren Position für die Sat-Schüssel total in Kies, Sand und Folie festgefahren.
Es ist gegen 12.00 Uhr und wir brechen zu einem Spaziergang mit Dackel Max auf. Es geht durch Nikolaiken, vorbei am Yachthafen, vorbei an den vielen Restaurants und Geschäften und weiter auf dem Fußweg am See entlang. Am Wohnmobil zurück nutzen wir das relativ gute Wetter (ein wenig Sonne) und sitzen wirklich einmal draußen vor dem Wohnmobil.
Nach einem nochmaligem Spaziergang zum Yachthafen beschließen wir den Tag im Wohnmobil und lesen.
Gefahren: etwa 35 Kilometer
Montag 17.05.2010 - 7. Tag von Nikolaiken nach Wigry (bei Suwalki)
In der Nacht hat es wieder einmal geregnet und früh am Morgen ist es sehr trübe. Immerhin kommen wir ohne Zwischenfall von dem Kies- und Folienstellplatz runter. Auch heute bleiben wir auf der B16 zunächst in Richtung Augustow. Es geht weiter durch schöne Landschaften und je weiter wir uns Augustow nähern, desto besser wird das Wetter. In Augustow scheint dann wirklich die Sonne. Weiter geht es durch die kleine Stadt Suwalki in den Wigierski National Park.
Inmitten hübscher Natur finden wir am frühen Nachmittag dort den sehr schön gelegenen Campingplatz „ U-Haliny" in Wigry am Wigry-See. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich ein ehemaliges Kamadulenserkloster. Die Freude an der hübschen Natur wird aber bald getrübt. Es zieht eine dunkle Wolkenwand auf und bald geht ein Gewitter mit heftigem lang anhaltendem Regen los. Erst um etwa 19.00 Uhr hört der Regen auf. Mal sehen, was sich morgen tut.
Gefahren: etwa 160 Kilometer
Dienstag 18.05.2010 - 8. Tag in Wigry
Wie immer gehe ich nach dem Aufstehen zuerst einmal mit Dackel Max eine kleine Runde. Endlich scheint einmal die Sonne - wenn auch noch ein paar Wolken am Himmel sind. Ich trete also mit Max an der Leine aus dem Wohnmobil und dabei sehe ich, dass der hintere Reifen der Tandemachse einen Platten hat. Das ist wirklich eine tolle Überraschung ! Von wegen Natur genießen - jetzt müssen wir uns um den Reifen kümmern. Ich mache zwar jederzeit einen Reifenwechsel am PKW, aber an das Wohnmobil traue ich mich nicht ran. Ich weiß gar nicht wo der Wagenheber angesetzt werden soll. Die Bedienungsanleitung gibt diesbezüglich nicht viel her.
Also noch vor dem Frühstück den ADAC angerufen. Von dort wird Hilfe innerhalb der nächsten Stunde zugesagt. Nach 1 ½ Stunden kommt der Monteur und tauscht den platten Reifen gegen den Reservereifen aus. Die ADAC-Hilfe kostet zwar nicht, aber ich gebe dem Monteur ein für die 1/2-stündige Arbeit ein angemessenes Trinkgeld.
Da ich aber mit dem Reserverad nicht weite Strecken fahren möchte, geht es anschließend mit dem Wohnmobil zu einem Reifenhändler in Suwalki. Dort wird der Reifen untersucht. Der Monteur zieht einen etwa 7 cm langen Nagel aus dem Reifen, versichert mir, dass der Reifen repariert werden kann. Das geschieht dann auch und das Reserverad wird wieder gegen das „richtige" Rad ausgetauscht. Anschließend geht es - mit Umweg über Geldautomat und Supermarkt - sofort wieder zum Campingplatz. Bis dahin war das Wetter eigentlich gut.
Schon als wir aus Suwalki wieder hinausfahren fängt es an zu regnen. Gegen 14.30 Uhr sind wir wieder auf dem Campingplatz in Wigry und es ist wieder Gewitter mit kräftigen Regen. Also Pustekuchen mit Natur genießen. Es ist 16.00 Uhr und es regnet immer noch. Wird wohl nichts mehr.
Gefahren: etwa 18 Kilometer
Mittwoch 19.05.2010 - 9. Tag von Wigry (bei Suwalki) nach Trakai
Als wir uns aus den Betten erheben und die Rollos des Wohnmobils öffnen, sehen wir tatsächlich neben Wolken auch ein wenig Sonne. Das läßt hoffen. Jedenfalls ist es trocken und einigermaßen warm. Gleich nach dem Frühstück machen wir den obligatorischen Spaziergang mit Dackel Max.
Aber danach zieht es uns zu dem ehemaligen Kamadulenserkloster, das in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem Campingplatz in Wigry liegt. Zwei Tage haben wir auch die hohen Türme geblickt und nun wollen wir es einmal besichtigen. Es ist durchaus sehenswert. So eine Klosteranlage vermutet man überhaupt nicht in dieser abgeschiedenen Lage in einem Nationalpark.
Gegen 10.00 Uhr verlassen wir den kleinen Ort Wigry. Wir fahren auf der B 653 nach Sejny und dann weiter auf der B 16 zur Grenze nach Litauen. Von dort fahren wir auf der 134 nach Lazdijai und weiter nach Merkine. Von Merkine aus fahren wir eine kleine Nebenstrecke durch den Dzukijos Nationalpark bis zu dem kleinen Ort Marcinkonys. Hier steht eine alte sehenswerte Holzkirche, die wir uns von außen ansehen können.
Dann fahren wir über Varena nach Trakai, einem kleinem Städtchen in der Nähe von Vilnius.
In Trakai befindet sich auf einer Halbinsel des Galves Sees ein berühmtes, malerisch gelegenes und unbedingt sehenswertes Wasserschloss. Dieses Wasserschloss wollen wir uns nicht nur von weitem betrachten und so investieren wir ein kleines Eintrittsgeld und sehen uns die Schlossanlage genauer an. Was sich, wie wir sehen, auch lohnt. In den Gebäude befindet sich auch in kleines Museum, in dem das Inventar (wertvolle Möbel, prunkvolle Schlafzimmer, Bilder) des früheren Schlosses und vieles andere ausgestellt wird.
Es ist schon 18.00 Uhr, als wir Trakai in Richtung Campingplatz „Kempingas Slenyje" verlassen. Dieser Campingplatz liegt auch am Galves See und hält für uns, gegen einen Gebühr von satten 71,00 Litas (das sind immerhin rund 20 Euro) nur einen sehr kleinen und sehr matschigen Stellplatz mit herumsurrenden Stechmücken bereit. Leider ist es schon spät und wir haben keine andere Wahl.
Gefahren: etwa 202 Kilometer
So, das ist es erst einmal für heute. Ich mache so schnell wie möglich weiter.
Gerd
alusha am 30 Jun 2010 07:11:25 Hallo Gerd.
der Bericht ist toll geschrieben - Klasse- . Könntest Du uns als Leser evt. noch eine kleine Routenzeichnung liefern -evt. für diejenigen, die die Route auch mal nachfahren wollen.
Danke
Hilmi
901red am 30 Jun 2010 07:58:51 weiter, weiter, weiter... :D
beste grüße aus riga
o.
eva b. am 30 Jun 2010 09:19:03 Schön, es geht los! Wie von dir gewohnt wieder tolle Fotos. Ich warte mit Spannung auf den Folgebericht :)
Weniger schön war ja wirklich das Wetter - gleich zu Reisebeginn 2x festgefahren spricht schon für sich. Hoffentlich ist es dann doch noch besser geworden.
Gogolo am 30 Jun 2010 09:52:42 Wunderschön geschriebener Reisebericht - aber warum sehe ich keine Fotos???
Habe die Ehre
Gogolo
puget am 30 Jun 2010 10:06:10 Gogolo hat geschrieben:Wunderschön geschriebener Reisebericht - aber warum sehe ich keine Fotos???
Habe die Ehre
Gogolo
Hallo Gogolo,
das sollte an deinem momentan genutzten Rechner liegen.
Gerd-R am 02 Jul 2010 07:06:38 Hallo,
jetzt kann es weitergehen mit meinem Reisebericht. Obwohl ich heute über die Reiseabschnitte in Litauen, Lettland und Estland schreibe, setze ich diesen zu „Polen" gehörenden Thread fort, weil ich den Bericht über unsere Reise nicht trennen möchte. Es folgen später aber auch noch einige Reiseabschnitte in Polen.
Donnerstag 20.05.2010 - 10. Tag von Trakai nach Vilnius
Heute haben wir verschlafen, aber das darf im Urlaub ja einmal vorkommen. Es ist schon nach 9.00 Uhr. Trotzdem, das gemütliche Frühstück ist unabdingbar. Danach noch ein Klönsnack mit einem anderen Wohnmobil-Ehepaar. Es ist schon fast 11.00 Uhr, als wir den Campingplatz verlassen. Das Wetter ist warm und sonnig, es verspricht einen schönen Tag.
Zunächst geht es noch einmal nach Trakai. Mit Dackel Max geht es eine Runde am Galves See entlang. Dann nehmen wir Kurs auf Vilnius. An der Arsenalo Gatve, dort wo die Vilnia in die Neris mündet, befindet sich ein bewachter Parkplatz, auf dem wir so gegen 13.00 Uhr unser Wohnmobil abstellen.
Von hier aus starten wir dann sofort unseren Stadtrundgang. Zuerst kommen wir an der große Kathedrale St. Stanislaus und dem separat stehenden, aber dazu gehörigen Glockenturm vorbei. Die Kathedrale ist beeindruckend, sieht aber eigentlich nicht so recht nach einer Kirche aus.
Dann verirren wir uns ein wenig, weil wir nur den kleinen Plan in der ADAC-Reisekarte zur Verfügung haben. Schließlich finden wir aber doch zum Rathausplatz. Nun ist es an der Zeit für eine Stärkung. Wir gönnen uns ein Essen im Restaurant. Gegrillten Lachs für meine Frau, Spareribbs für mich. Beides sehr lecker.
Dann geht unser Rundgang weiter: wir sehen das Rathaus, drei bis vier weitere Kirchen und das Ausros Vartai, das einzige Stadtor, welches noch erhalten ist.
Dann geht es zurück zum Wohnmobil, denn es ist schon 16.20 Uhr und Dackel Max braucht einen Spaziergang und muß sein gewohntes Essen haben. Aber auch uns reicht es erst einmal. Da es in Vilnius und Umgebung keinen Campingplatz mehr gibt (ausgenommen in Trakai, aber den wollen wir nicht mehr) erscheint es uns für eine Weiterfahrt etwas zu spät. Wir beschließen daher, auf dem Parkplatz zu übernachten. Er ist zwar nicht sehr romantisch, aber es ist ruhig und sicher.
Gegen Abend, es ist aber noch sehr hell, machen wir noch einen Spaziergang zu dem Gotischen Ensemble, bestehend aus der spätgotischen St. Annenkirche und der Bernhadinerkirche. Da wir Dackel Max dabei haben, gehen wir aber nicht hinein. Wir haben aber auch schon viele Kirchen von innen gesehen. An der Vilnia entlang geht es zurück zum Parkplatz, zu unserem Wohnmobil.
Gefahren: etwa 33 Kilometer
Freitag 21.05.2010 - 11. Tag von Vilnius nach Paluse
Auf unserem gestrigen Rundgang durch Vilnius haben wir die „Besteigung" des Burgberges und die Besichtigung des darauf befindlichen Gediminas Turm nicht mehr geschafft. Das holen wir nach dem heutigen Frühstück sofort nach. Dackel Max darf mitkommen und hat so gleich seinen morgendlichen Spaziergang. Der Turm selbst hat noch nicht geöffnet. Von dem Burgberg haben wir aber bereits eine tolle Aussicht auf die Altstadt von Vilnius. So können wir es verschmerzen nicht auf dem Turm gewesen zu sein.
Nach Rückkehr vom Burgberg verlassen wir mit unserem Wohnmobil den gastlichen Parkplatz und fahren auf der A14 nordwärts. Das erste Zwischenziel ist schnell erreicht: Europas geographisches Zentrum. Ein denkwürdiger Ort ! Von der Bedeutung her vielleicht mit dem Polarkreis in Skandinavien vergleichbar. Man sieht ein Denkmal und die Flaggenmasten aller europäischer Staaten. Merkwürdig, dass der Mittelpunkt soweit im Nordosten liegt, aber französische Geographen haben es genau gemessen und ausgerechnet - es wir ganz sicher so sein.
Weiter geht es auf der A14, dann nach vielen Kilometern erreichen wir die 114 und schlagen uns auf dieser ostwärts in den Aukstaitijos Nationalpark, ein unendlich scheinendes Waldgebiet mit vielen einsamen Seen. In dem Ort Paluse am Lusiai See finden wir so gegen 14.30 Uhr einen recht gut angelegten Campingplatz, auf dem einchecken. Den Preis für 2 Personen und ein Wohnmobil von 65,00 Litas empfinden wir aber - gemessen an dem übrigen Preisniveau Litauens und gemessen an der uns zur Verfügung stehenden Fläche - etwas zu hoch. Nach einem Spaziergang mit Max ein Stück entlang dem Lusiai See und dann vorbei an der schmucken Holzkirche, nehmen wir die Campingmöbel aus der Garage unseres Wohnmobils und geniessen bis in dem Abend hinein das schöne warme Sonnenwetter vor dem Wohnmobil.
Gefahren: etwa 115 Kilometer
Samstag 22.05.2010 - 12. Tag von Paluse über Madona nach Raiskuma (bei Cesis)
Heute wollen wir wieder einmal ein wenig vorankommen. Unser Tagesziel ist ein Campingplatz eines Ferienzentrums in der Nähe der kleinen Stadt Madona im Herzen von Lettland (50 Kilometer nördlich von Jekabpils). Also los gehts. gegen 10.15 Uhr verlassen wir den Campingplatz in Paluse bei herrlichem Sonnenschein. Die Fahrt geht durch Wälder, an Seen und saftigen Wiesen vorbei, durch wirlich „heile Welt Landschaften" , die sehr schön anzusehen sind. Wir fahren ein weiteres Stück durch den Aukstaitijos Nationalpark, dann auf der A14 in Richtung zur Grenze nach Lettland.
Dann geht es in Lettland an Daugavpils vorbei, auf der A6 nach Jekabpils von dort sind es nur noch 50 Kilometer zu unserem Tagesziel. Etwa um 14.30 Uhr sind wir Madona, können aber den Campingplatz nicht finden. Die Zufahrtsangaben in unseren Unterlagen, sind zwar spärlich, aber wir haben mit Hinweisschildern gerechnet. Viel Zeit opfern wir für die Suche nach dem Campingplatz allerdings nicht. Gern hätten wir für heute schon Schluß gemacht und das gute Wetter mit Spazierengehen und mit etwas Ausspannen vor unserem Wohnmobil genutzt, aber schließlich nehmen wir notgedrungen Kurs auf den weitere 86 Kilometer entfernten Cesis. Die Fahrt geht über die P30, einer Landstrasse in miserablen Zustand. In Cesis angekommen, ist es schwierig den richtigen Weg zu dem Campingplatz zu finden, der weitere 8 Kilometer von Ort entfernt liegt. Es ist schon fast Abend wir endlich den hübsch am See gelegenen Campingplatz „Apalkalns Kempings" in Raiskuma (in der Nähe von Cesis) erreichen. Siehe --> Link
Dieser Platz ist übriges modern eingerichtet, hat Strom und eine Ver- und Entsorgungseinrichtung, von dem sicher mancher Platz in Deutschland eine dicke Scheibe von abschneiden sollte.
Um den Tag vor dem Wohnmobil gemütlich ausklingen zu lassen, ist es allerdings schon etwas zu spät. Es wird gegen 18.00 - 19.00 Uhr schon recht kühl und die Mücken haben eine unbedingte Vorherrschaft. Sogar Dackel Max flüchtet unters Wohnmobil.
Gefahrene Kilometer: etwa 317 Kilometer
Sonntag 23.05.2010 - 13. Tag von Raiskuma (bei Cesis) nach Pühajärv (bei Otepää)
Unser heutiges Tagesziel ist eines der beiden Campingplätze, die es nach nach unseren Unterlagen in der Nähe von Otopää geben soll. Wir fahren über Cesis, Valmiera nach Valka und dort über die Grenze nach Estland. Dort erreichen wir bald den Ort Valga und nur wenige Kilometer danach die Abzweigung in Richtung Otopää. Die durchfahrene Landschaft ähnelt der vom Vortage, was allerdings keineswegs negativ gemeint ist. Die Landschaft ist - wie gestern - sehr hübsch anzusehen.
Nachdem wir in Otopää zu der Landeswährung, der Estnischen Krone gekommen sind, können wir auch den Campingplatz ansteuern. Wir landen auf dem Campingplatz in Pühajärv (nahe des Sees), der sehr gemütlich ist. Wir können nun den ganzen Nachmittag zum Spazierengehen und Ausspannen nutzen, Natürlich geniessen wir auch bis in dem Abend hinein das warme Sonnenwetter vor dem Wohnmobil.
Gefahrene Kilometer: etwa 130 Kilometer
Montag 24.05.2010 - 14. Tag von Pühajärv (bei Otepää) zum Peipus-See
In der Nacht hat es kräftig geregnet. Jetzt hat der Regen zwar aufgehört, es ist aber doch stark bewölkt und recht kalt. Während wir gestern am Nachmittag noch 24 Grad hatten, liegt die Frühtemperatur heute bei 9 Grad.
So gegen 9.45 Uhr verlassen wir den kleinen Campingplatz in Pühajärv und fahren über Otepää und Tartu in Richtung Peipus See. In dem kleinen Ort Alatskivi soll sich ein kleines Schloss mit Schlosspark befinden. Schloss und Park sehen wir uns an und verbinden dieses gleich mit einem Spaziergang mit Dackel Max. Allerdings war das Schloss eingerüstet und ein schönes Foto konnten wir davon leider nicht machen.
Dann geht weiter und nach nur einer kurzer Fahrt sehen wir den Peipus See. Wir fahren sehr langsam auf der Uferstraße (einer Nebenstrecke) durch einige am See liegenden Dörfer. Weil kaum Straßenverkehr herrscht, behindern wir niemanden und können so die an der Straße stehenden Holzhäuser betrachten.
Dann führt uns der Weg wieder auf die A3, der wir einige Kilometer folgen, um dann bei dem Ort Kauksi in einen Waldweg einzubiegen der bis zu einem Parkplatz direkt am Strand des Peipus-Sees führt. Der Peipus See hat wegen des starken Windes eine ziemlich starke Dünung. Die Wellen bilden weiße Schaumkronen. Es ist dabei ziemlich kalt und stark bewölkt, das Außen-Thermometer des Wohnmobils zeigt nur 12 Grad an. Deshalb verzehren wir unseren Mittags-Imbiss auch lieber im Wohnmobil.
Wir fahren auf der A 3 nur noch drei oder vier Kilometer in Richtung Jöhvi. Dann sehen wir unverhofft ein Schild, welches auf einen für Wohnwagen geeigneten Campingplatz verweist. Weil wir heute ohnehin eigentlich nicht mehr weiter wollten, ergreifen wir die Gelegenheit und biegen dem Schild folgend von der A 3 ab, fahren weiter 4,5 Kilometer und finden einen kleinen und recht guten Campingplatz. Er hat sogar Stromanschlüsse. Hier bleiben wir für die Nacht.
Gefahrene Kilometer: etwa 145 Kilometer
Dienstag 25.05.2010 - 15. Tag vom Peipus-See nach Narva und zurück nach Toila (bei Jöhvi)
Als wir am Morgen die Rollos im Wohnmobil öffnen strahlt uns zu unserer Überraschung die herrliche Sonne entgegen und die Außentemperatur ist auch wieder warm. Gleich nach dem Frühstück gehts wieder los. Zunächst geht es auf der A3 nach Jöhvi. Die 45 Kilometer sind schnell bewältigt. Hier entschließen wir uns spontan doch die weitere 48 Kilometer entfernte Stadt Narva über die A1 anzusteuern. Narva liegt direkt an der russischen Grenze und die einzige Sehenswürdigkeit ist die dortige Festung. Diese wollen wir uns ansehen.
Unseren Entschluß einen Abstecher nach Narva zu unternehmen haben wir nicht bereut. Die Festung war entgegen unserer Erwartung doch recht mächtig. Wir besuchen auch das Museum, welches sich im Inneren der Festung befindet. Bei Bezahlung des Eintrittsgeld erhalten wir zwei besondere Münzen, die wir im Festungshof einlösen können. Wir erstehen mit diesen Münzen in der alten „Apotheke" der Festung ein Päckchen Kümmel und eine Flasche Wacholder-Bier (wie das wohl schmecken wird ?). Natürlich nehmen wir auch Andenken mit. In der alten „Holzschnitzerei" kaufen wir einen schicken Armreif aus Holz und eine hölzernes Gewürzbord.
Der Festung liegt direkt an der Grenze zu Russland. Direkt gegenüber - nur getrennt durch den Fluß Narva - liegt eine andere Festung. Diese liegt aber auf russischen Boden, sie gehört zur russischen Stadt Iwangorod. Wir waren zwar nicht in Russland, haben aber so Russland wenigstens sehr gut sehen können.
Nach ausgiebiger Besichtigung der Festungsanlage sind wir dann zurück in Richtung Jöhvi gefahren. Etwa 6 Kilometer vor diesem Ort sind wir aber von der A1 abgebogen und haben auf dem kleinen Campingplatz in dem Dörfchen Toila so gegen 15.00 Uhr einen schönen Platz gefunden. Auch Dackel Max sollte von dem Tag noch etwas haben. Zwar ist er in Narva schon ein Stückchen Gassi gewesen, aber jetzt soll es für ihn richtig los gehen. Unterhalb des Campingplatz befindet sich die Ostsee und weil Max gern badet und schwimmt gehen wir ein schönes Stück den steinigen Strand entlang und Dackel Max geht seiner Passion nach.
Gefahrene Kilometer: etwa 145 Kilometer
Mittwoch 26.05.2010 - 16. Tag von Toila (bei Jöhvi) nach Käsmu
Mit dem Wetter geht es wirklich auf und ab. Gestern noch sonnig und warm - heute bedeckt und recht kühl. Eigentlich wollten wir auf dem Campingplatz in Toila bleiben bei schönem Wetter der Küste entlang wandern und anschießend vor dem Wohnmobil ausspannen und die Sonne genießen. Aber bei diesem Himmel und bei den Temperaturen läßt sich dieses Vorhaben nicht umsetzen. So entschießen wir uns dazu, doch weiterzufahren. Da es nicht regnet, steuern wir aber Sehenswürdigkeiten an, die wir uns ohnehin den nächsten Tag ansehen wollten.
Als erstes fahren wir zu dem südlich von Jöhvi gelegenen russisch-orthodoxe Kloster Pühtitsa. Es ist schön anzusehen und das Innere ist sehr prunkvoll. Leider darf man nicht fotografieren. So machen wir nur Bilder, die das Kloster aus angemessener Entfernung zeigen.
Das zweite Ziel ist die etwa 100 Kilometer östlich vor Tallinn gelegene Stadt Rakvere. Hier interessiert uns die Festung Westenberg, die oberhalb der Stadt auf einem Hügel liegt. Wir sehen uns die Festung allerdings nur von außen an. Wir verbinden dieses mit einem Spaziergang mit Dackel Max und umrunden die Festung auf einem bequemen 1/2-stündigen Rundweg.
Dann geht die Fahrt noch weiter in Richtung Tallinn auf der A1. In dem Ort Viitna biegen wir in Richtung Küste ab, fahren durch einen endlos erscheinenden Wald, an dem Gutshof Palmse vorbei (den wir uns morgen ansehen wollen) und sind schließlich in Käsmu, wo wir einen ruhig im Wald gelegenen Campingplatz vorfinden.
Kurz nach dem wir unser Wohnmobil aufgestellt haben, setzt Regen ein, der leider immer intensiver wird. So ist auch Dackel Max nicht mehr an einem längeren Spaziergang interessiert (er geht lediglich außerhalb des Campingplatz etwas Gassi). Warten wir mal ab, wie das Wetter morgen ist.
Gefahrene Kilometer: etwa 177 Kilometer
Donnerstag 27.05.2010 - 17. Tag von Käsmu nach Tallinn
Die Nacht hat es weitergeregnet und der Tag beginnt mit Nieselregen und es ist sehr trübe. Gegen 9.30 Uhr verlassen wir den Campingplatz in Käsmu.
Zunächst fahren wir ein paar Kilometer zum Gutshof Palmse. Dieser, er gehörte bis 1923 einem deutschen Gutsherrn, ist trotz der vielen Jahrzehnte der Sowjetzeit sehr gut erhalten und schön anzusehen. Auch die Gartenanlagen sind sehr gepflegt. Auch der Rundgang durch das Gutsgebäude lohnt sich. Darin sind Wohnzimmer, Jägerzimmer, Schlafzimmer usw. fast vollständig mit wertvollen Möbeln, Bildern, Geschirr und Bestecke ausgestattet anzusehen. Auch die Ausstattung von Küche und Weinkeller wirkt authentisch.
Dann geht es weiter zum Jägala Juga, der höchste Wasserfall Estlands. Ein Vergleich mit den Wasserfällen in den Alpen hält der Jägala Juga nicht aus. Der Fluß Jägala fällt nur etwa 10 Meter in die Tiefe. Immerhin hat der Regen aufgehört und wir gehen hier ein wenig mit Dackel Max spazieren.
Unser Tagesziel ist aber für heute Tallinn. Wir nehmen Kurs auf den Campingplatz am Yachthafen im Stadtteil Pirita. Nein, es ist nicht wirklich ein Campingplatz, sondern nach deutschen Maßstäben ein Stellplatz. Tatsächlich sind noch einige Plätze frei und wir nehmen einen davon. Die Gebühr ist relativ günstig. Immerhin stehen wir in der Hauptstadt Estlands. Mit umgerechnet 13 Euro incl. Strom sind wir dabei. Auf dem City-Campingplatz in Tallinn beträgt die Gebühr umgerechnet 26 Euro.
Für eine vollständige Stadtbesichtigung ist es bereits zu spät. Die Stadtbesichtigung kommt morgen dran. Aber wir fahren, nachdem wir eine knappe Stunde mit Dackel Max gelaufen sind, mit dem Stadtbus (für Leute über 65 Jahre ist er kostenfrei) doch noch in die Innenstadt Tallinns und machen einen kurzen Bummel durch die Altstadt.
Der Regen hatte zwischenzeitlich aufgehört. Es war aber weiterhin bedeckt und ungemein kühl (nur 9 Grad um 17.00 Uhr).
Gefahrene Kilometer: etwa 93 Kilometer
Freitag 28.05.2010 - 18. Tag in Tallinn
Heute steht die Besichtigung von Tallinn auf dem Programm. Zuerst aber gehen wir mit Dackel Max eine Stunde der Hafenpromenade entlang spazieren. Er kann sogar frei laufen und sich ein wenig austoben, denn es ist ausreichend freies Gelände weit genug vom Straßenverkehr vorhanden.
Gegen 11.00 Uhr lassen wir Dackel Max dann allein im Wohnmobil zurück (er kennt das, es macht ihm nicht allzuviel aus). Es geht per Stadtbus in das Stadtzentrum. Das Wetter ist trocken und die Sonne macht zaghafte Versuche sich durchzusetzen, was ihr im Verlaufe des Tages auch mehr und mehr gelingt. Kalt ist es aber trotzdem. Nur ganze 10 Grad am Mittag, und das Ende Mai.
Wie auch immer: im Stadtzentrum angekommen, geht es zu Fuß in die Altstadt zum Rathausplatz (Raekoja plats). Das sehenswerte alte Rathaus fällt sofort ins Auge. Auf dem Platz selbst ist viel los. Nicht nur wir, sondern auch unendlich viele weitere Touristen und Reisegruppen wollen sich die Altstadt ansehen. Die alten Gebäude, Kirchen und kleinen Gassen der Altstadt, die immerhin ein Unesco-Weltkulturerbe ist, sind wirklich sehr sehr schön anzusehen. Vom Rathausplatz laufen wir dann zur mächtig großen Nikolaikirche, dann zur Aleksander-Newski-Kathedrale. Diese russisch-orthoxe Kirche ist wieder sehr prunkvoll ausgestattet. Weiter geht es zur Domkirche, die zu den ältesten Kirchen Estlands zählt. Sie ist ebenfalls sehr groß ist, aber im Inneren eigentlich sehr schlicht. Ein paar Schritte sind es zum Domberg. Von hier aus haben wir eine herrliche Aussicht über Altstadt und Hafen. Langsam schlendern wir zum Rathausplatz zurück.
Mittlerweile bekommen wir Hunger. Für heute hatten wir uns einen ohnehin vorgenommen, die Wohnmobilküche kalt zu lassen und in einem Restaurant Essen zu gehen. So kehren wir in das Restaurant „Olde Hanse" ein. Die Ausstattung und das Ambiente des Restaurants entspricht der Hansezeit und wir fühlen wir uns wirklich ins Mittelalter zurückversetzt. Die Bedienungen tragen Kleider aus dieser Zeit. Auch die Speisen und Getränke wurden wohl so zur Hansezeit angeboten. Alles wirkt sehr autentisch. Wir bestellen uns beide „Wildschweinbraten nach Art des Kaufmanns von Üxküll" (mit Dinckel und Sauerkraut), dazu für meine Frau mit Kümmel gewürzten Rotwein und für mich Zimt-Bier. Es hat alles sehr sehr lecker geschmeckt, nur das Zimt-Bier war nicht so mein Fall. Zum Nachtisch gab „starken Kaffee" bzw. Rosenpudding. Der „starke Kaffee" hat eine dekorative Sahnehaube und enthält wohl offenbar in erster Linie Alkohol (Rum ??). Dazu gibt es einen kleinen Kloß (wie eine kleine Rumkugel).
Nach dieser ausgiebigen Mittagspause gings weiter durch die Gassen der Altstadt: zur Heiligengeistkirche, zum Schwarzhäupterhaus, zur Olaikirche, zur „Dicken Margarete" (eines der Tore in der Stadtmauer) und zuletzt zum Estonia-Denkmal. Hier wird den Toten der Schiffskatastrophe gedacht, die sich 1994 ereignete und etwa 900 Opfer forderte.
Insgesamt war es ein schöner Stadtrundgang, zu dem nicht nur die besuchten Sehenswürdigkeiten, sondern vor allem auch das malerische Stadtbild insgesamt beigetragen hat. Vom Viru-Einkaufzentrum fahren wir gegen 16.30 Uhr mit dem Stadtbus zurück zum Yachthafen Pirita zurück, wo sich für mich ein Spaziergang mit Dackel Max anschließt, der uns schon sehnlichst erwartet hat.
Gefahren: 0 Kilometer
Meinen Bericht setze ich so schnell wie möglich fort.
Gerd
eva b. am 02 Jul 2010 07:37:27 Na wenigstens gab es doch noch ein paar schöne Sonnentage.
Mal etwas OT: Ist der Max eigentlich wieder ganz gesundet? Der hatte doch vor einiger Zeit starke Probleme mit dem Rücken, wenn ich mich recht erinnere.
Maxima am 02 Jul 2010 22:20:24 Hi Gerd,
was für ein unterhaltsamer und informativer Reisebericht, ich bin sehr gespannt wie es weiter geht.
Weniger schön natürlich zweimal festgefahren und dann auch noch einen Platten. Da regt sich in mir die Frage, ob man einem reparierten Reifen wirklich trauen kann?
Ich war noch nie in Polen, für mich ist das eine ganz fremde Welt, opulente Prachtbauten und stimmungsvolle Landschaften machen neugierig.
Hattet Ihr denn nie Bedenken, dass das Wohnmobil aufgebrochen werden und Max verschwunden sein könnte?
Freue mich auf die Fortsetzung und hoffe doch auch mal auf ein Bild von Dackel Max. :D
Gerd-R am 03 Jul 2010 06:27:06 @alle: Vielen Dank für die bisherigen positiven und anerkennenden Reaktionen auf meinen Bericht.
@alusha: Damit es deutlich wird, welche Route wir gefahren sind, müsste ich die Route auf einer fertigen Karte einzeichnen, was auch eigentlich technisch kein Problem wäre. Das Problem ist aber, das auch Landkarten, egal ob von mir gescannt oder aus dem Internet heruntergeladen, dem Urheberrecht unterliegen. Gegen das Urheberrecht möchte ich aber nicht verstoßen. Wenn du die Route verfolgen möchtest, gebe die von mir genannten Orte bei Google-Maps ein. Das ist die einfachste Lösung.
@Gogolo: Ich fürchte, dass das Problem der fehlenden Bilder an deinem PC liegt, denn ich bin mir sicher, dass ich die Bilder richtig verlinkt habe.
@Eva.b: Max hatte während unserer Tour nach Süd-England/Wales im Juni 2007 Dackellähme. Er konnte damals seine Hinterbeine nicht mehr bewegen und nur noch hinterherziehen. Das war damals ein ziemlicher Schock für uns. Inzwischen ist er dank zweier kleinerer Operationen und anschließender monatelanger Behandlung bei einer Physiotherapeutin 100%ig wieder hergestellt. Er läuft und rennt heute wieder völlig normal.
@Maxima: Zu den bisherigen Pannen kam später - vermutlich durch Vibrationen auf den häufig schlechten Straßen - noch ein gerissener Wasserschlauch mit Kühlwasserverlust (aber ohne weitere Folgen). Mit dem platten Reifen bin ich keinen Meter gefahren. Er ist daher nicht verwalkt worden und der Stahlgürtel kann also nicht gelitten haben. Aus diesem Grunde ist der Reifen auch jetzt noch sicher. Ich bin diesbezüglich auch eher ein vorsichtiger Mensch.
Dackel Max verschwunden - eine absolute Horrorvorstellung ! Max ist für Stadtbesichtigungen u.ä. nicht geeignet und wir möchten ihm dieses auch nicht zumuten. Also muss er im WoMo bleiben, welches wir in Städten immer auf Campingplätzen oder bewachten Parkplätzen stehen hatten.
Zwei Bilder von Max füge ich dieser Antwort bei. Können durch draufklicken vergrößert werden.
Gerd
fuzzy am 03 Jul 2010 07:54:16 Hallo Gerd,
:respekt: bin schwer beeindruckt, Klasse Bericht, tolle Bilder,
einfach super :daumen2:
901red am 03 Jul 2010 08:25:04 klasse bericht! ein paar eurer ziele haben wir auch schon "hinter uns".
und weitere werden hinzukommen.
grüße aus, immer noch, riga
o.
Maxima am 03 Jul 2010 14:00:14 Hi Gerd,
was für ein kühner Schwimmer, Max ist ja eine richtige Wasserratte! Sam geht leider nur soweit er stehen kann ins Wasser, schwimmen mag er überhaupt nicht.
Wie schön, dass Max von seiner Dackellähme wieder vollkommen geheilt ist.
Danke für die Maxbilder. :)
Gerd-R am 06 Jul 2010 06:50:07 Hallo,
hier nun der nächste Abschnitt meines Reiseberichts:
Samstag 29.05.2010 - 19. Tag von Tallinn nach Haapsalu
Um etwa 10.00 Uhr sind wir wieder auf Achse. Als wir abfahren regnet es mal wieder in Strömen. Es geht quer durch Tallinn auf die A8. Kurz hinter dem kleinen Ort Keila, hier machen wir einen kurzen Einkaufsstopp, zweigen wir auf die 17 ab und fahren direkt nach Haapsalu.
Zwischenzeitlich hat sich das Wetter etwas gebessert und wir beschließen in Haapsalu auf dem Campingplatz „Pikseke" zu bleiben. Dann haben wir den Nachmittag zur Verfügung und können mit Dackel Max ordentlich laufen und anschließen die Altstadt und verfallene Bischofsburg besuchen. Soweit die Planung.
Mit der beabsichtigten kleinen Wanderung mit Max wird es nicht so recht was. Ein Weg, der so aussieht, als ginge er in die freie Natur, erweist sich als Flopp. Wir landen auf einem Feld, der Weg geht einfach nicht weiter. Also zurück. Wir versuchen noch zwei andere, die aber ebenso im Nirwana enden. Also wieder zurück. Es ist wohl keine Wandergegend. Schon nach einer knappen Stunde sind wir wieder zurück. Immerhin konnte Max seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen: Baden und Planschen in einem Bach. Ein wenig war es denn doch etwas für ihn.
Um 16.02 Uhr fährt der Stadtbus von der Haltestelle vor dem Campingplatz in die 3 Kilometer entfernte Altstadt. Wir sind pünktlich und der Bus auch. Also los gehts. Der Bus fährt nicht nachvollziehbar kreuz und quer durch Haapsalu. Wir können nicht recht erkennen, wo der günstigste Ausstiegspunkt für die Altstadt ist und vom Fahrer kommt keinerlei Hinweis. Schließlich steigen wir aus und sind einigermaßen richtig. Nur ein paar Schritte und wir sind an der Bischofsburg. Diese Burg ist zwar verfallen, aber dennoch recht stattlich. In der Burg findet gerade ein Trachtenfest statt. Insofern gibt es einiges zu sehen, zu fotografieren und zu filmen.
Zwischenzeitlich ging dann leider ein ziemlich kräftiger Regenschauer auf den Ort los. Von der Bischofsburg laufen wir in das Ortszentrum, dann noch einmal in die kleine Altstadt, in der einige nette Holzhäuser stehen. Wo mag eigentlich der Markplatz sein ? Laut Anschlag auf dem Campingplatz fahren von dort aus die Busse der Linie 3 um 17.48 Uhr bzw. 18.48 Uhr wieder zum Campingplatz zurück. Im Ort ist kein Stadtplan und das freundliche junge Paar, welches Englisch kann, kennt sich in Haapsalu auch nicht so recht aus. Es ist wirklich ein Mist !! Dann sehen wir einen Wegweiser „Bus-Station". Notgedrungen folgen wir diesem, müssen ein ordentliches Stück laufen und landen schließlich vor dem Bahnhofsgebäude. Hier fährt die Buslinie 3 um 17.48 und 18.47. Leider ist es mittlerweile 18.00 Uhr und so müssen wir etwa eine 3/4-Stunde warten. Also ein zwar nicht völlig, aber etwas misslungener Ortsbummel.
Resümee: So richtig toll war der Tag leider nicht. Dazu wenig Sonne, viele Wolken, Regenschauer und stattliche 13 Grad (über Null natürlich).
Gefahren: etwa 110 Kilometer
Sonntag 30.05.2010 - 20. Tag von Haapsalu nach Kuressaare (auf Insel Saaremaa)
Endlich scheint einmal wieder die Sonne. Gegen 10.30 Uhr starten wir in Richtung Virtsu. Von dort geht die Fähre auf die kleine Insel Muhu. Wir kommen auf der 31 und dann auch auf der A10 sehr zügig voran. Es ist kaum Verkehr. Schon gegen 11.20 Uhr erreichen wir den kleinen Fährhafen von Virtsu. Die Überfahrt samt Wohnmobil kostet nur 220 EEK. Pünktlich um 12.00 Uhr legt die Fähre ab und schon eine halbe Stunde später sind wir auf Muhu.
Unser erstes Ziel ist das Museumsdorf Koguva. Hier stehen eine Vielzahl von alten zum Teil reetgedeckten Bauernhäusern, die teilweise sogar noch bewohnt sind. Das ganze Dorf ist sehr malerisch und schön in die Natur eingebettet. In dem Freilichtmuseum selbst kann man auch die Ausstattung dieser Häuser, wie sie früher einmal war, betrachten. Der Besuch hat sich gelohnt.
Von Muhu fahren wir über einen Damm auf die sehr viel größere Nachbarinsel Saaremaa und dort direkt nach Kuressaare. In der Nähe des Jachthafens finden wir einen von einem Hotel betriebenen Wohnmobil-Stellplatz. In unmittelbare Nachbarschaft befindet sich die Bischofsburg Arensburg. Mit Dackel Max machen wir dann noch einen ausgiebigen Spaziergang, der uns an die See und rund um die Burganlage führt.
Gefahren: etwa 169 Kilometer
Montag 31.05.2010 - 21. Tag in Kuressaare und Ausflug auf die Halbinsel Sörve
Die Sonne hat leider wieder nur ein kurzes Gastspiel gegeben. Heute ist es wieder bewölkt. Immerhin ist es aber trocken und so kann man etwas unternehmen. Nach dem Frühstück und einem Spaziergang mit Dackel Max machen wir uns auf den Weg in das Zentrum von Kuressaare. Wir erwarten eine schöne Altstadt und sind schon ein wenig enttäuscht. Einmal von einzelnen sehr schönen alten Gebäuden abgesehen, sehen wir nicht so recht etwas.
Dann geht es zur Bischofsburg Arensburg, die wir gestern schon hinreichend von außen gesehen haben. Aber wir wollen uns die Burg gern auch von innen betrachten. Innen befindet sich ein Museum, welches aber nicht die Geschichte der Burg, sondern eine Vielzahl anderer Themen zum Gegenstand hat. So wird einiges aus der Geschichte der Insel Saaremaa, vom 2. Weltkrieg und der Unterdrückung Estlands, aber auch von Flora und Fauna der Insel gezeigt. Es ist alles sehr interessant, vieles können wir aber nicht verstehen, weil die Beschreibungen meist nur in estnisch zu lesen sind. Wir bedauern den Museumsbesuch aber dennoch nicht.
Gegen 13.00 Uhr starten wir dann zu einem Ausflug auf die Halbinsel Sörve. Die Fahrt geht durch eine reizvolle Waldlandschaft in südwestliche Richtung auf eben diese Halbinsel. Kurz vor dem Leuchtturm Sääre halten wir vor einer mit Wacholderbüschen bewachsenen Gedenkstätte aus dem 2. Weltkrieg. Hier steht ein Stein für die gefallenen deutschen Soldaten und ein weiterer Stein für die gefallenen sowjetischen Soldaten. Im September 1944 wurde an dieser Stelle hart gekämpft.
Dann geht es noch ein kurzes Stück weiter bis zum Leuchtturm Sääre. Auf dem Parkplatz halten wir und gehen bis zur Landspitze zu Fuß weiter. Es ist kühl und windig. So haben wir keine Lust uns hier länger aufzuhalten.
Im Wohnmobil machen wir eine kurze Pause und essen eine Kleinigkeit: Brötchen mit leckerem Aufschnitt. Wir fahren auf einer kleinen - landschaftlich sehr schönen - Nebenstrecke der Küste entlang. Schaut man nicht zur Küste, sieht es dank der Wacholderbüsche teilweise aus wie in der Lüneburger Heide. Dabei bleibt uns auch eine staubige Schotterstrecke leider nicht erspart. Als wir bei Läätsa die gut ausgebaute Straße nach Kuressaare wieder erreichen, sind wir froh. Noch 22 Kilometer und wir sind wieder in Kuressaare, wo wir wieder den Stellplatz des Hotels für eine weitere Nacht ansteuern.
Gefahren: etwa 100 Kilometer
Dienstag 01.06.2010 - 22. Tag von Kuressaare nach Pärnu
Anfangs ist es noch trocken, es scheint sogar etwas die Sonne. Nach dem obligaten Spaziergang mit Dackel Max steuern wir in Kuressaare erst einmal eine Werkstatt an, denn unser Wohnmobil hat massiv Kühlwasser verloren. Irgendwo muss ein Leck sein. Die Werkstatt wird fündig: ein kleiner Schlauch ist eingerissen. Die Reparatur dauert eine Viertelstunde und kostet 178,00 Kronen (etwa 11,50 Euro). Das ist zu verschmerzen. Dann geht die Fahrt nach Kaali. Hier blicken wir auf einen Meteoriten-Krater, den wir umrunden. So hat Max sogar auch noch einmal einen kleinen Spaziergang.
Von Kaali geht es ein paar Kilometer weiter nach Angli. Hier stehen drei inseltypische alte Windmühlen, die immer noch funktionieren.
Unser Ziel für heute ist die kleine Stadt Pärnu. Wir fahren also zur Fähre nach Kiuvasti. Noch einmal geht es durch die schöne Landschaft der Insel Saaremaa, die wir dann verlassen. Schon weit vor Kiuvasti beginnt ein richtiger Landregen. Gegen 13.30 Uhr erreichen wir den Fährhafen. Um 14.00 Uhr geht die Fähre in See und schon etwa um 14.30 Uhr erreichen wir Virtsu, den Fährhafen auf dem Festland.
Weiter gehts Richtung Pärnu, es regnet unentwegt. Um 16.15 Uhr erreichen wir Pärnu und fahren auf den Campingplatz Konse. Auch dieser Platz gleicht einem Wohnmobil-Stellplatz und ist ziemlich voll. Eine so große Ansammlung von - meist deutschen - Wohnmobilen haben wir auf unser bisherigen Reise noch nicht erlebt. Aber wie bekommen noch einen akzeptablen Platz mit Strom und können ver- und entsorgen. Während wir dieses tun und auch während wir anschließend unseren Stellplatz einnehmen, Strom anschließen und die Heckstützen herunterkurbeln regnet es unentwegt. Jetzt ist es 19.00 Uhr und es regnet noch unvermindert. Es hat nicht einmal aufgehört. Ein richtiges Sch..........wetter. Hoffentlich wird es bald besser. Verdient hätten wir es.
Gefahren: etwa 165 Kilometer
Mittwoch 02.06.2010 - 23. Tag von Pärnu nach Riga
Nachdem es gestern fast den ganzen Tag bis in den Abend hinein geregnet hat und dazu noch kühle Temperaturen herrschten, waren wir doch sehr überrascht, das heute früh die blanke Sonne vom Himmel strahlte und es zu dem so angenehm warm war, wie man es sich für Anfang Juni gehört.
Unseren Tag beginnen wir mit einem kleinen Rundgang durch die Altstadt von Pärnu. Wir gehen durch die Haupteinkaufsstraße Rüütli, eine ansprechende Fußgängerzone mit einigen hübschen Gebäuden. Sehenswert ist auch die Kirche St. Elisabeth (evangelisch) und die noch viel mehr die Kirche St. Katherina (orthodox).
Dann geht es in südliche Richtung, wir überschreiten die Grenze und verlassen Estland. Nun sind wir wieder in Lettland. Der von uns ausgesuchte Campingplatz Kapteinu osta in Salacgrivas gefällt uns nicht (dort wird heftig gebuddelt und gebaut) und so beschließen wir bis Riga weiterzufahren. Dort fahren wir auf den Campingplatz „Kipsalas Kempings", der wieder einem deutschen Stellplatz entspricht, aber auch Ver- und Entsorgung bietet. Von dort machen wir noch einen kurzen Streifzug durch die Altstadt und essen - so gegen 16.30 Uhr - in einem Restaurant etwas zu Mittag bzw. Abend.
Am Wohnmobil zurück, erlaubt das Wetter uns das erste Mal nach vielen Tagen draußen zu sitzen. Das nutzen wir bis in den Abend hinein auch aus. Übrigens waren wir für eine Stunde der Meinung auf dem City-Camping in Riga zu stehen. Dann haben wir aber gemerkt, daß dieses nicht der Fall ist. Aber das ist überhaupt nicht tragisch. Wir fühlen uns hier durchaus wohl. Der City-Camping liegt in der selben Straße, nur 300 Meter weiter und soll sogar noch etwas teuerer sein.
Gefahren: etwa 180 Kilometer
Donnerstag 03.06.2010 - 24. Tag in Riga
Bevor wir unseren Rundgang durch die Altstadt beginnen, ist erst einmal wieder unser Hund an der Reihe. Es ist gegen 10.00 Uhr und wir machen mit ihm einen ausgiebigen Rundgang und kommen dabei auch an das Ufer der Daugava, einem breitem Fluß, der bei Riga in die Ostsee mündet. Dackel Max nutzt die Gunst der Stunde und geht mit großer Begeisterung ins Wasser und schwimmt. Wir lassen ihm seinen Spaß, denn auch heute ist es sonnig und warm.
Nach etwa einer Stunde bringen wir Dackel Max wieder ins Wohnmobil und machen uns sofort auf den Weg in die Altstadt. Wir gehen über die imposante Hängebrücke Vansu tilts, die schon allein sehenswert ist. Kommen am Schloss vorbei und laufen fast automatisch zum Domplatz. Hier steht der Dom von Riga, die größte Kirche des Baltikums. Tatsächlich haben wir Schwierigkeiten, den Dom in voller Größe zu fotografieren. Immerhin gelingt es. Aber mit unserer Videokamera kann man es ganz und gar vergessen (kein Weitwinkel !!).
Dann gehen wir weiter durch die Altstadt und landen auf dem Livenplatz. Hier stehen einige sehr schöne Gebäude. Die Runde geht weiter zum Rathaus von Riga und dem gegenüberliegenden Schwarzhäupterhaus. Letzteres besichtigen wir auch von innen, und sehen schöne, sehr prunkvolle Säle und Räume. Im Keller ist zu dem ein kleines Museum. Dort sieht man einiges zur Geschichte des Schwarzhäupterhauses. Nach einem kleinen Mittags-Imbiss (jeder einen Hotdog) geht es weiter durch die Altstadt. Hier erstehen wir noch eine Spieluhr, in Form einer miniaturisierten russisch-ortodoxen Kirche. Dann wenden wir uns noch einmal dem mächtigen Dom zu. Auch dieser ist zu besichtigen, was wir auch gerne tun.
Nun ist es schon 14.30 Uhr und wir sind nun schon etwa 4 ½ Stunden unentwegt auf den Beinen. Für heute sind wir eigentlich genug herumgelaufen. Also zurück zum Wohnmobil. Hier lassen wir kaltes Wasser in unsere kleine Mini-Badewanne (haben wir immer dabei !!) laufen und kühlen unsere strapazierten Füße darin - eine wirkliche Wohltat ! Den Rest des Tages verbringen wir, von Einkaufen gehen und Gassi-gehen mit Max abgesehen, am Wohnmobil.
Gefahren: exakt 0 Kilometer
Freitag 04.06.2010 - 25. Tag in Riga
Heute früh strahlte die Sonne von einem wolkenlos blauen Himmel. Allerdings wehte ein recht frischer Wind, so dass es nicht ganz so warm wie gestern ist. Zuerst wieder der obligate Spaziergang mit Dackel Max: Es geht dieses Mal zielgerichtet an die Daugava, was ganz im Sinne von Max war, der sich sofort in die Fluten stürzt. Er hat so schon einmal seinen Spaß.
Dann geht es wieder in die Altstadt. Dieses mal sehen wir die „Drei Brüder", das sind drei nebeneinanderstehende historische und wirklich sehenswerte Gebäude. Wir gehen auf den Livenplatz (Livu laukums) und sehen von dort die Große und die Kleine Gilde. Weiter laufen wir zu dem Freiheitsdenkmal von Lettland, welches von zwei Wachsoldaten bewacht wird. Wir gehen durch eine Parkanlage in Richtung Central Station (so etwas wie ein Hauptbahnhof) und finden nicht weit davon entfernt den großen Marktplatz von Riga, den wir durchstreifen. Hier ist wirklich etwas los. Man kann an einer nicht zu übersehenden Anzahl von Marktständen wohl alles kaufen: Blumen, Schuhe, Lederhandtaschen, Klamotten fast jeder Art, Obst und Gemüse und vieles mehr. Gekauft haben wir allerdings nichts.
Wir haben nun eigentlich alles gesehen, was wir uns ansehen wollten. Zu Fuß durch die Altstadt und zurück über die imposante Hängebrücke Vansu tilts, auf der heute ein kräftiger kühler Wind bläßt, kommen wir wieder zum Wohnmobil zurück. Den Rest des Nachmittages bleiben wir am Wohnmobil und genießen die Sonne. Gegen abend wird der Wind so heftig und kühl, dass wir uns trotz Sonne nach drinnen verziehen.
Gefahren: exakt 0 Kilometer.
Samstag 05.06.2010 - 26. Tag von Riga nach Kap Kolka
Heute verlassen wir „Kipsalas Kempings" in Riga. Es ist wieder „Postkarten-Wetter". Es ist wirklich wolkenlos blauer Himmel. Die Fahrt geht zunächst in Richtung Jurmala. Von dort aber ohne Halt weiter auf der P 128 in Richtung Kap Kolka. Es geht immer der Küste entlang, die aber meistens durch endlose Küstenwälder verdeckt ist. Zwischendurch halten wir auf einem Parkplatz, gehen ein kurzes Stück durch den Kiefernwald und stehen auf einem sagenhaften Sandstrand, der sich kilometerweit erstreckt und von einem ebenso kilometerweiten Kiefernwald gesäumt wird. Eine sehr schöne Landschaft !
Schließlich sind wir so gegen 14.00 Uhr am Kap Kolka (Kolkas rags). Wir halten auf dem dortigen Picknick-Parkplatz, der sich auch für eine Übernachtung im Wohnmobil eignet. Und wir entschließen uns, eine Nacht hier stehen zu bleiben. Natürlich machen wir einen ausgedehnten Spaziergang mit Dackel Max an den Strand und durch den Wald. Auch hier sehen wir einen „endlosen" Sandstrand und ebensolchen Kiefernwald. Nach Rückkehr vom Spaziergang ist es aber trotz der Sonne zu kühl um im Freien zu sitzen. Der Wind ist es, der die Temperatur bestimmt. Es sind aber vor allem auch die vielen hartnäckigen Mücken, die alles dransetzen, dass wir im Wohnmobil bleiben.
Gefahren: etwa 154 Kilometer
Sonntag 06.06.2010 - 27. Tag von Kap Kolka nach Ventspils
Schon früh gegen 9.30 Uhr verlassen wir Kap Kolka und sind ersteinmal froh den Mücken entgangen zu sein. Wir fahren auf der P 124 in Richtung Ventspils. Die Strasse ist eine fürchterliche Schotterpiste. Damit es für das Wohnmobil nicht zu schlimm wird, fahren wir nicht mehr als 20 - 25 km/h im 2. Gang, Es geht wohl 10 bis 12 Kilometer so. Wir sind froh, als die P 124 endlich wieder eine Asphaltdecke hat.
Bei Mazirbe zweigen für ein kurzes Stück von der P 124 ab und fahren zu einem Wander-Parkplatz von dem aus ein Rundwanderweg zum Petersmoor abgeht. Obwohl die Sonne scheint und es keineswegs kühl ist, ziehen wir der massiven Mückenplage wegen unsere Anoraks an und setzen auch Mützen auf. Obwohl es uns auf der 3,9 Kilometer langen Wanderung dadurch recht warm wird, sind wir froh uns so ausgestattet zu haben. Die Mücken sind überall. Die Wanderung selbst ist sehr schön. Es geht durch einen romantischen und hügeligen Wald, bevor wir dann auf Holzbohlenwege durch das Petersmoor gehen und auch an dem Moorsee vorbeikommen (in den Dackel Max auch prompt reinspringt). Eine wirklich hübsche Landschaft.
Zurück geht es auf die meist schnurgerade P 124. Die Asphaltdecke ist leider wieder zu Ende. Und weitere 15 bis 20 Kilometer schlimmer staubiger Schotterpiste liegen vor uns. Wieder fahren wir nicht mehr als 20 - 25 km/h im 2. Gang und es dauert so eine ganze Zeit bis wir diese Strecke hinter uns haben. Dreimal werden wir überholt. Das sich von hinten ein anderes Fahrzeug nähert, erkennen wir daran, dass sich von hinten eine Staubwolke auftut, die immer näher kommt. Dann ist das andere Fahrzeug herangekommen und wir werden überholt und in einer dichten Staubwolke eingehüllt. Es dauert eine ganze Zeit bis wir wieder eine klare Sicht haben und sehen können, wie sich eine Staubwolke immer weiter entfernt. Jedenfalls bringt uns diese Strecke überhaupt keinen Spaß und wir sind heilfroh, als wir wieder eine Asphaltdecke unter den Reifen haben, die uns dann bis Ventspils erhalten bleibt.
Gegen 14.30 sind wir endlich in Ventspils und fahren dort auf den Campingplatz „Piejuras kempings". Die Stellflächen und die Sanitäranlagen sind wirklich sehr gepflegt und der für Lettland hohe Preis ist daher gerechtfertigt. Zu Fuß können wir den Ostseestrand erreichen. Die davor liegenden Dünen und auch der breite Strand erinnern uns ein wenig an Dänemarks Nordseeküste (nur die Dünung ist natürlich nicht ganz so hoch).
Gefahren: etwa 90 Kilometer.
Montag 07.06.2010 - 28. Tag in Ventspils
Der Campingplatz ist zwar etwas teuerer, aber sehr gepflegt und ruhig. Die Ostsee ist zu Fuß zu erreichen und durch die Dünen und Waldlandschaft ist es landschaftlich auch ganz schön. Vor allem aber: Es ist schönes Wetter und wir können draußen sitzen, ohne von Mücken gepiesackt zu werden. So ist schon gestern die Entscheidung gefallen, dass wir noch einen weiteren Tag bleiben und einen Ruhetag einlegen.
Auch heute ist das Wetter noch gut. Es ist zwar nicht mehr so sonnig, aber insgesamt ist es heiteres Wetter und recht warm. Wir lassen uns Zeit und frühstücken gemütlich. Gegen 10 Uhr gehts zunächst mit Dackel Max eine Runde durch den Wald. Anschließend machen wir es uns vor dem Wohnmobil bequem und lesen ein wenig.
Gegen Mittag machen wir uns auf den Weg in das Zentrum von Ventspils. Zum Glück fährt eine Buslinie dorthin, denn das Zentrum ist etwa 3 Kilometer entfernt. Wir bummeln durch Ventspils, sehen den Hafen, die frühere Ordensburg und die Häuser des Zentrums. Wir sind allerdings von allem ziemlich enttäuscht und finden, dass wir uns den Ausflug ins Zentrum hätten sparen können.
Mit Dackel Max machen wir am späten Nachmittag noch einen sehr ausgiebigen Spaziergang an den Strand, durch die Dünen und zurück durch den Wald. Max nimmt wieder die Gelegenheit wahr zu Baden, und zwar ausgiebig. Diese Wanderung durch die schöne Landschaft, insbesondere der breite und endlose Strand entschädigt etwas für den Ausflug in das reizlose Ventspils.
Wir sind kaum wieder am Wohnmobil als es tatsächlich anfängt zu regnen. Insgesamt war es aber ein recht schöner Ruhetag.
Gefahren: exakt 0 Kilometer
Die Fortsetzung kommt so schnell wie möglich.
Gerd
Gerd-R am 11 Jul 2010 06:13:03 Hallo,
weiter geht es mit dem Reisebericht:
Dienstag 08.06.2010 - 29. Tag von Ventspils nach Karkle (zwischen Palanga und Klaipeda)
Es hat zwar spät abends zu regnen aufgehört, aber heute früh war es trotzdem noch bedeckt. So war es dann auch den ganzen Tag. Das drückt denn doch die Stimmung. Nach Ver- und Entsorgung auf dem Campingplatz und einem Restgeld-Einkauf bei Rimi in Ventspils (wir wollten unsere restlichen Lats loswerden) geht es dann „auf Strecke".
Wir fahren zunächst über die P 108/ P 111 nach Liepaja. Die Fahrt führt wieder durch viel Wald, aber auch an Wiesen vorbei. Auch die Ostsee ist hin und wieder zu sehen. Landschaftlich ist es also ganz hübsch, obwohl sie bei Sonne sicher sehr viel schöner aussehen würde. Diese Straße ist zwar durchgehend asphaltiert, aber trotzdem vielfach „unter aller Kanone". Wir wollen uns in Liepaja nichts ansehen und fahren sofort weiter in Richtung Palanga. Obwohl wir jetzt auf der A11 fahen, lässt die Qualität der Straßendecke weiter zu wünschen übrig. So sind wir froh, dass wir die Grenze zu Litauen erreicht haben. In Litauen sind die Straßen deutlich besser, als in Lettland.
An der Grenze werden wir auf dieser Reise das erste Mal kontrolliert. Mit unseren beiden Personalausweisen und der Zulassung unseres Wohnmobils sind die litauischen Grenzbeamten etwa gefühlte 5 Minuten beschäftigt. Dann erhalten wir Sie ohne Kommentar zurück.
Weiter geht es nach Palanga, wo wir das Wohnmobil auf einem bewachten Parkplatz abstellen. In Palanga führt uns der Weg in eine „Vergnügungsmeile", die rechts und links von Restaurants, Lokale, Karussells, Autoskooter, Imbissstände, Andenkenshops und vieles mehr gesäumt wird. Angekommen am Strand führt diese Meile weiter auf eine große und weit in die Ostsee hinausgehende Seebrücke. Ein richtiges Ortszentrum, welches sich anzusehen lohnt, finden wir allerdings nicht.
Einen kleinen Campingplatz finden wir in dem kleinen Ort Karkle - nicht weit von Palanga entfernt.
Gefahren: etwa 208 Kilometer
Mittwoch 09.06.2010 - 30. Tag Ausflug auf die Kurische Nehrung
Die Sonne scheint wieder und früh am Morgen starten wir zu unserem Ausflug auf die Kurische Nehrung. Zunächst geht es nach Klaipeda. Von dort geht eine Fähre, die uns in wenigen Minuten auf die Kurische Nehrung übersetzt. Dafür müssen wir allerdings stattliche 112,90 Litas (etwa 32 Euro) berappen. Wir finden das teuer. Dann geht es weiter in Richtung Nida. Nach ein paar Kilometer stoppen wir an der Mautstation des Nationalparks. Die Maut beträgt 70 Litas (etwa 20 Euro) auch das ist nicht wenig. Also der Besuch der Kurischen Nehrung hat durchaus seinen Preis.
Wir halten auf den ersten Parkplatz an, steigen auf eine hohe Düne und blicken auf der Ostseeseite auf einen fast bis zum Horizont gehenden Sandstrand. Also die Landschaft ist schon toll. Wir halten auch in dem Órt Juodkrante, einem alten Fischerdorf. Dieser liegt auf der Haffseite. Wir gehen ein Stück auf der Promenade entlang und freuen uns an den ursprünglich gebliebenen Holzhäusern.
Dann geht es weiter nach Nida. Zwischendurch halten wir noch einmal auf der Ostseeseite an und haben nocheinmal einen Ausblick auf den schier unendlichen Strand, der insgesamt 50 Kilometer lang sein soll.
In Nida finden wir eine Parkplatz, der nicht weit von der Parnidzoi Düne entfernt ist, die für uns die Hauptattraktion der Kurischen Nehrung ist. Die Parnidzoi Düne, die wir nach etwa 20 Minuten Weg erreichen, ist ernorm hoch und lang. Ein vergleichbare Düne haben wir bisher noch nicht gesehen. Schon allein dieser Düne wegen hat sich der Ausflug gelohnt.
Anschließend sehen wir uns noch ein wenig in Nida um, auch hier sind in sehenwerte alte Häuser zu sehen. Zum Abschluß gönnen wir uns in einem Restaurant noch ein sehr leckeres Fischessen.
Dann geht es zurück über Klaipeda wieder zu dem kleinen Campingplatz in Karkle, auf dem wir uns vergangene Nacht wohlgefühlt haben.
Gefahren: etwa 110 Kilometer
Donnerstag 10.06.2010 - 31. Tag von Karkle nach Slenis (bei Jurbarkas)
Auch heute scheint die Sonne und es verspricht ein schöner warmer Tag zu werden. Dass wir es vorgestern in Palanga versäumt haben, den Botanischen Garten und das Schloss anzusehen, wurmt uns allerdings. So entschließen wir uns die 15 Kilometer zurückzufahren und Palanga noch einmal anzusteuern.
Wir spazieren durch den Botanischen Garten, der zwar sicherlich sehenswert ist, in dem wir aber weniger Bäume und mehr Blumen erwartet hätten. Inmitten des Botanischen Gartens liegt das schön anzusehende Schloss, in dem sich heute ein Bernsteinmuseum befindet. Da wir Dackel Max an der Leine dabei haben, sehen wir uns das Schloss nur von außen an. Dies genügt uns auch.
Dann nehmen wir Kurs auf Klaipeda. Hier interessiert uns nur die Altstadt und vor allem der Ännchen von Tharau gewidmete Brunnen vor dem Theater. Mehr wollen wir uns nicht zumuten, denn es ist fast mittag und die Temperatur beträgt gute 30 Grad im Schatten. Meistens müssen wir aber in der Sonne gehen und so sind wir froh, dass wir nach einer guten Stunde wieder beim Wohnmobil sind (in dem es auch nicht unbedingt kühl ist).
Von Klaipeda nehmen wir nun Kurs auf Polen. Natürlich schaffen wir die Strecke dorthin nicht mehr heute, aber es geht auf der 141 in die Richtung. Über Silute und Vilkiskai geht es nach Jurbarka. Während der Fahrt ist es unangenehm heiß und schwül. Vor Jurbarkas tut sich dann eine sehr dunkle Gewitterwand auf. Es hagelt sogar noch, zum Glück aber nur einzelne Hagelkörner, doch immerhin im Tennisballformat. Von zwei oder drei solcher Hagelkörner wird unser Wohnmobil getroffen. Eine kleine Delle finde ich später auf der Motorhaube.
Nicht weit hinter Jurbarka in den kleinen Dörfchen Slenis finden wir einen sehr schön angelegten Campingplatz, und zwar den „Medaus Slenis". Dieser Platz ist für alle, die aus der Gegend um Klaipeda nach Polen auf eine Nebenstrecke (also nicht über Kaunas) fahren wollen, als eine unbedingte Empfehlung.
Siehe --> Link
Unser Wunsch nach der Fahrt noch etwas im Freien entspannen zu können, erfüllt sich leider nicht, denn das Gewitter geht den ganzen Abend.
Gefahren: etwa 204 Kilometer
Freitag 11.06.2010 - 32. Tag von Slenis nach Wegorzewo (Angerburg)
Nach dem gestrigen Abend-Gewitter erscheint der Himmel aufgeräumt und präsentiert sich in postkartenblau. Auch die Wärme ist geblieben. Wir können Fotos machen.
Bevor wir richtig starten geht es ein kurzes Stück mit Dackel Max spazieren und zwar zu dem Fluß Nemunas, wo Max schon einmal seiner Leidenschaft, ausgiebig baden und schwimmen, nachgeht. Dann fahren wir ein paar Kilometer dem Fluß entlang. In dem Ort Raudone steht ein kleines sehenswertes Schloss in einem Schlosspark.
Dann geht es wieder „auf Strecke". Von Jurbarka geht es über Salkai, Pilviskiai zur Grenze nach Polen und von dort weiter nach Goldap, welches wir uns als Tagesziel vorgenommen haben. Bei strahlender Sonne und zunehmender Hitze geht es durch landschaftlich reizvolle Gegenden. Anfangs durch weite Landschaften mit meist Wiesen und Feldern. Dann durch eine zu Masuren gehörende Hügellandschaft mit vielen Wäldern und auch Wiesen. Auf der heutigen Fahrt haben wir sehr viele Störche gesehen.
In Goldap angekommen, fahren wir die Stelle an, an dem sich der Campingplatz befinden sollte. Vor Ort war es aber nicht so offensichtlich wo der Platz genau ist. Schließlich fanden wir ihn: Einige leerstehende Ferienbungalows, eine leere Wiese und eine verwaiste und abgeschlossene Rezeption. Von dem Besitzer keine Spur und auch kein Hinweis.
Also zähneknirschend und unfreiwillig dann doch weiter. Der nächste Platz ist in Wegorzewo. Und dort stehen wir nun. Der Platz direkt an einem See ist jedoch recht schön gelegen. Nach der ganzen Fahrerei durch die Hitze wollen wir nun etwas im Freien ausspannen. Es kommt aber wieder eine dicke Gewitterwolke auf. Immerhin können wir etwa ein bis zwei Stunden draußen sitzen, bevor der Gewittersturm mit Starkregen losbricht.
Gefahren: etwa 246 Kilometer
Samstag 12.06.2010 - 33. Tag Ausflug nach Rastenburg und zur Wolfsschanze
Dem Gewitter am gestrigen Abend zum Trotz haben wir sonniges Wetter. Wir haben uns für heute vorgenommen den Ort Gizycko (Lötzen), die Wolfsschanze und in dem Ort Steinort die ehemalige Residenz der Grafen von Lehndorff im Zuge einer Rundfahrt zu besuchen.
Wir fahren also zunächst nach Gizycko (Lötzen). In erster Linie sind wir daran interessiert eine Bootstour zur Komoran-Insel zu unternehmen. Leider kam es aber anders. Geschlagene 3/4-Stunde kurven wir kreuz und quer durch Gizycko, finden aber für unser Wohnmobil keinen Parkplatz. Die zum See führenden Straßen, durfte man nur mit Fahrzeugen bis 2,5 t befahren. Schließlich haben wir es aufgegeben und sind weitergefahren. Sicher gibt es in Gizycko einen geeigneten Parkplatz - aber wo ??
Weiter ging es dann Richtung Ketrzyn (Rastenburg). Ketrzyn hatten wir eigentlich erst für den morgigen Tag vorgesehen. Aber da wir nun schon einmal waren, haben wir uns eben heute die Deutschordensburg sowie die Johanniskirche in Ketrzyn angesehen.
Unser nächstes Ziel war die Wolfsschanze (das ehemalige Hauptquartier Hitlers). Wir können allerdings an Hand unserer Karte nicht ausmachen, wie dieses Ziel erreichen können. Wir suchen wohl eine ganze Zeit. Und sind nahe dran aufzugeben, da finden wir den Weg dann doch noch. Die Gebäude und Bunker der Wolfsschanze wurden im Januar 1945 von deutschen Pionieren gesprengt. Zu sehen gab es daher zwar nur gesprengte Bunker, aber man bekam einen beklemmenden Eindruck von der ganzen Anlage. Eine kleine Gedenkstätte für Graf von Stauffenberg, der am 20.Juli 1944 das leider gescheiterte Attentat auf Hitler durchgeführt hat, wurde auf dem Gelände immerhin auch angelegt.
Als nächstes ist jetzt die Residenz des Grafen von Lehndorff an der Reihe. Aber durch die ganze Sucherei ist es jetzt schon so spät, das wir den Besuch auf morgen verschieben.
Gegen 18.00 Uhr sind wir schließlich wieder auf dem Campingplatz in Wegorzewo. Der Himmel hat sich zwischenzeitlich zugezogen und der Regen läßt nicht lange auf sich warten.
Gefahren: an die 100 Kilometer
Sonntag 13.06.2010 - 34. Tag von Wegorzewo (Angerburg) nach Frombork (Frauenburg)
Es ist leider kühl und bedeckt. Kein Wetter um im Freien zu sitzen und auszuspannen. So entschließen wir uns heute doch weiterzufahren.
Gestern war es schon zu spät, aber heute nehmen wir uns ausreichend Zeit für einen Abstecher nach Sztynort Duzy (Steinort). Dort befindet sich neben einem großen Segelrevier (mit sehr viel Trubel) auch die frühere Residenz der Grafen von Lehndorff. Bis 1945 wird diese Residenz sicher ein prachtvolles Bauwerk und der der dazugehörige Park sicher auch sehr gepflegt gewesen sein. Aber heute: das Gebäude ist schon sehr verfallen und wenn man es noch retten möchte, wird es höchste Zeit, dass man darangeht. Der ehemalige Park ist als solcher nicht mehr zu erkennen. Es ist schon traurig anzusehen.
Weiter geht die Fahrt zu einem weiteren Schloss. In dem Dorf Drogosze (Dönhoffstädt) befindet sich der größte Palastbau Ostpreussens. Mehr als 300 Jahre war hier der Stammsitz der Familie von Dönhoff. Auch dieser Palastbau ist in keinem guten Zustand, aber immerhin bei weitem noch nicht so verfallen wie die Residenz in Sztynort Duzy (Steinort). Immerhin werden wir von einer Anwohnerin des Nebenhauses durch einige Räume herumgeführt, in denen man die frühere Pracht noch sehen bzw. nachvollziehen kann. Auch der Park ist noch in einem einigermaßen Zustand. Für ihre Freundlichkeit uns herumzuführen, geben wir der Frau ein kleines Entgelt.
Den dritten Zwischenstopp legen wir in Lidzbark Warminski (Heilsberg) ein. Wir sind jetzt bereits im Ermland. Hier steht eine quadratisch angelegte Deutschordensburg. Diese Festung wirkt durch seinen mächtigen Bergfried außerordentlich groß und trutzig.
Dann geht es weiter über Braniewo (Braunburg) nach Frombork (Frauenburg) unserem heutigen Tagesziel. Hier fahren wir auf den örtlichen Campingplatz, der sich unmittelbar am Ortseingang befindet.
Gefahren: etwa 210 Kilometer
Montag 14.06.2010 - 35. Tag in Frombork (Frauenburg)
Heute wollen wir einen „Ruhetag" einlegen. Als einziger Programmpunke stehen die Besichtigung des Radziejowski-Turms und der von Wehrmauern umgebene Kathedrale an.
Die kleine Stadt Frombork steht sehr in dem Zeichen von Nicolaus Kopernikus. So schwingt in dem Radziejowski-Turm ein Foucaultsches Pendel, mit dem die Drehung der Erde nachgewiesen wird. Steigt man in dem Turm weiter die Treppen hoch, gelangt auf eine Plattform von der man eine tolle Aussicht auf die Landschaft, auf das Frische Haff und sogar auf die Frische Nehrung hat.
Wir haben im Laufe unserer Reisen schon sehr viele sehenswerte Kirchen und Kathedralen angesehen. Wir sind immer wieder fasziniert von deren Schönheit und von den Kunstwerken, die sich darin befinden. Das trifft auch auf die Kathedrale von Frombork zu, in denen sich auch die letzte Ruhestätte von Nicolaus Kopernikus befindet.
Gegen 15.00 Uhr waren wir dann wieder am Wohnmobil. Das tagsüber weiterhin kühle Wetter mit bedecktem Himmel, keine Sonne ließ es leider nicht zu, längere Zeit vor dem Wohnmobil zu sitzen, so das wir uns bald ins Innere des Wohnmobils verzogen haben.
Gefahren exakt 0 Kilometer
Dienstag 15.06.2010 - 36. Tag von Frombork (Frauenburg) nach Malbork (Marienburg)
Die Sonne scheint endlich wieder. Jedenfalls am Vormittag noch.
Sehr zeitig machen wir uns von Frombork auf den Weg zu unserem ersten Tagesziel, dem Oberländer Kanal. Zunächst fahren wir in die Nähe des kleinen Dorfes Buczyniec. Kurz vor dem Erreichen der Ortschaft sehen wir ein Schild, welches auf einen Rastplatz verweist. Dort biegen wir eigentlich nur deshalb ein, um noch einmal in die Karte zu sehen und um mit Dackel Max Gassi zu gehen. Auf diese Weise stoßen wir aber nicht nur auf einen Rastplatz, sondern auch auf einen ganz neu angelegten Campingplatz, der zu dem auch noch direkt am Kanal liegt. Wir haben Glück, als wir am Kanal stehen, werden tatsächlich zwei Schiffe auf die schiefe Ebene heraufgefahen und ein anderes heruntergefahren.
Dann fahren wir zu dem Ort Nowe Kusy. Auch in der Nähe dieses Dorfes verläuft der Kanal. Eine ganze Weile tut sich hier überhaupt nichts. Und dann aber, als wir gerade wieder zum Wohnmobil zurückgehen wollen, kommt doch noch ein Ausflugsschiff und wir können beobachten, wie dieses die dortige schiefe Ebene heraufgefahren wird.
Längst hat sich der Himmel wieder bedeckt und es fängt sogar etwas an zu regnen. Unser nächstes Ziel ist der Campingplatz in Malbork (Marienburg). Die Zufahrt dorthin ist in dem Buch „Mit dem Wohnmobil nach Polen" genau beschrieben. Was sich im Buch so einfach liest, ist vor Ort häufig sehr schwierig. Insbesondere dann, wenn verschiedene Straßen gesperrt sind. Auch in der Straße, die uns zum Campingplatz bringen soll wird gebuddelt. Wir fahren einige Zeit durch die Altstadt von Malbork und bleiben schließlich ratlos stehen und fragen Anwohner. Dabei haben wir Glück. Man überläßt uns die Fotokopie eines Stadtplans und zeichnet für uns die sogar „Umleitungsroute" ein. Dank dieser Unterstützung finden wir den Campingplatz dann doch noch.
Für eine Besichtigung der Burg ist es heute zu spät. Wir machen erst noch einen Spaziergang mit Dackel Max (er badet dabei in der Nogat) und gehen anschließend noch ein wenig in die Altstadt von Malbork (Marienburg).
Gefahren: etwa 140 Kilometer
Mittwoch 16.06.2010 - 37. Tag in Malbork (Marienburg)
Die Sonne scheint auch heute. Diesesmal hält das gute Wetter aber ganztägig durch. Es ist aber nicht allzu warm.
Heute wollen wir die Marienburg ansehen. Die Burganlage dieser Ordensburg ist außerordentlich ausgedehnt und imposant. Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine größere Burganlage gesehen zu haben. So brauchen wir über 5 Stunden um alles anzusehen. Aber es lohnt sich wirklich.
Den Rest des Tages verbringen wir vor unserem Wohnmobil in der Sonne. Natürlich bekommt Dackel Max zwischendurch auch noch einmal seinen Ausgang.
Gefahren: exakt 0 Kilometer
Donnerstag 17.06.2010 - 38. Tag von Malbork (Marienburg) nach Gdansk (Danzig)
Richtig schönes Wetter heute. Die Sonne lacht vom wolkenlosen Himmel und es ist richtig warm.
Wir verlassen die Stadt Marienburg auf der B55 und fahren in nördliche Richtung. In dem Ort Nw. Dwor Gdansk kaufen wir bei Tesco ein und entdecken bei dieser Gelegenheit eine Selbstbedienungs-Waschanlage in deren Boxen auch unser Wohnmobil hineinpasst. Da unserem Wohnmobil der Staub unser bisherigen Reise anhaftet und es wirklich verdient hat, einmal gewaschen zu werden steuern wir die Waschanlage an und machen uns mit Hochdruckreiniger, Insektenreiniger und eigener Waschbürste über unser Wohnmobil her. Natürlich wollen wir mit dem Waschen keine Stunden verbringen (die gründliche Wäsche machen wir zu Hause), aber das „Gröbste" soll schon runter. Als wir nach einer halben Stunde die Waschanlage verlassen, sind wir doch eiin wenig überrascht, wie schick unser Wohnmobil wieder aussieht.
Dann geht die Fahrt weiter über Stegna auf die Frische Nehrung. Wir fahren nur durch Wald, haben aber in Ermangelung von für unser Wohnmobil geeigneter Parkplätzen, keine Gelegenheit einmal zu anzuhalten. Schließlich kommen wir nach Krynica Morska, einem Badeort in dem wohl viel Trubel ist. Wir fahren auf einen bewachten Parkplatz und zahlen für 2 Stunden parken eine Parkgebühr von 20 Sloty. Dieses bereuen wir sehr schnell. Zu Fuß machen wir uns mit Dackel Max, der gleichzeitig seinen Ausgang haben soll, auf den Weg zur Ostseeseite. Es geht 500 bis 700 Meter einer Hauptstraße entlang, dann noch ein wenig durch Kiefernwald und schon sehen wir die Ostsee. Was wir auch sehen, ist ein belebter Badestrand. Das hätten wir uns allerdings auch denken können. Mit Dackel Max dabei, können wir nicht an den Strand. Natürlich ist das vollkommen einzusehen. Also machen wir uns auf den Weg zurück und versuchen auf der Seite des Frischen Haffs einen kleinen Spazierweg zu finden - leider Fehlanzeige. Na gut, schreiben wir die Parkgebühr eben ab und fahren auf dem Frischen Haff noch ein Stück weiter. Wieder geht die Fahrt weiter durch den Wald. Es kommen sogar ein oder zwei Parkplätze, die sind aber entweder für das Wohnmobil zu eng oder total versandet. Da wir keine Lust haben, uns mit dem Wohnmobil womöglich festzufahren, wenden wir in dem Ort Piaski enttäuscht und etwas frustiert und fahren zurück nach Stegna. Natürlich hätte es in Piaski Campingplätze gegeben, aber wir wollten dort nicht übernachten, sondern nur die Landschaft und Küste ansehen.
Von Stegna fahren wir dann direkt nach Danzig und quartieren uns auf dem Campingplatz Stogi ein, auf dem wir den Rest des Nachmittages und des Abends die Sonne genießen.
Gefahren etwa 142 Kilometer
Fortsetzung folgt - so schnell wie es geht.
Gerd
Anne42 am 11 Jul 2010 08:34:18 hallo Gerd, danke für diesen schönen und interessanten Reisebericht.
Gerd-R am 13 Jul 2010 06:28:11 Hallo,
heute nun der letzte Teil des Reiseberichts:
Freitag 18.06.2010 - 39. Tag in Gdansk (Danzig)
Auch heute ist es wieder sonnig und warm.
Nach einem Spaziergang mit Dackel Max durch den Wald, der direkt am Campingplatz beginnt, machen wir uns auf den Weg zur Straßenbahn. Die Linie 8 bringt uns innerhalb von 20 Minuten in das Stadtzentrum, dort wo die Altstadt beginnt. Das heißt, sie soll es tun. Klappt aber nicht. Aufgrund irgendeines Defektes, werden plötzlich alle Fahrgäste gebetet, die Straßenbahn zu verlassen. Weitere Hinweise bekommen wir nicht. Da stehen wir nun und wissen nicht genau wo wir sind. Immerhin sehen wir die Kirchtürme, die wohl zur Altstadt gehören. Also zu Fuß weiter. Wir haben aber Glück, es ist nicht weit in die Altstadt und wir gehen dorthin nur einen kurzen Weg.
Die Altstadt von Danzig ist sehr, sehr schön. Fast alle Gebäude sind in einem guten Zustand. Es gibt wirklich sehr viel zu sehen.
Am späten Nachmittag geht es zurück. Die Linie 8 rumpelt mit uns zurück nach Stoga, wo der Campingplatz nicht weit ist, und Dackel Max sehnlichst auf uns wartet. Ich mache dann auch gleich einen Spaziergang. Wohin ? - Natürlich an den Strand, an den Hunde mitdürfen. Dackel Max frönt seiner Leidenschaft, wirft sich den Wellen trotz kräftiger Dünung entgegen und holt Stöckchen aus dem Wasser. Es hat ein kühler Wind eingesetzt und es ziehen auch kräftige Wolken auf. Keine guten Vorzeichen für morgen.
Gefahren: exakt 0 Kilometer
Samstag 19.06.2010 - 40. Tag von Gdansk (Danzig) nach Chalupy (Halbinsel Hela)
Es ist wieder einmal abgekühlt. Etwas Sonne und Bewölkung lösen sich ab. Immerhin ist es trocken.
Bevor wir Danzig verlassen, fahren wir noch zur Westerplatte. Hier sind am 1. September 1939 um 4.49 Uhr die ersten Schüsse des 2. Weltkrieges abgefeuert worden. Von dem Panzerkreuzer Schleswig-Holstein wurde die Westerplatte von schweren Geschützen beschossen.
Nachdem wir die Gedenkstätte besichtigt haben, fahren wir auf der B6 in nach Reda. Auf den Besuch von Zopot. Nach einem vielbesuchten Badeort steht uns nicht der Sinn. In Reda zweigen wir auf die B216 ab und fahren über Puck und Wladyslawowo auf die Halbinsel Hela. Nach einem Spaziergang mit Dackel Max zum kilometerlangen, feinsandigen und menschenleeren Strand der Ostsee, wollen wir einem Campingplatz ansteuern. Es gibt hier einige. Wir finden den Campingplatz Albatros in der Nähe von Chalupy ganz schön und checken dort für eine Nacht ein.
Gefahren: etwa 80 Kilometer
Sonntag 20.06.2010 - 41. Tag von Chalupy (Halbinsel Hela) nach Leba
Die Sonne scheint wieder, aber es sind doch einige Wolken am Himmel. All zu warm war es aber auch nicht.
Unser heutiges Ziel ist der Ort Leba. Gegen 9.30 Uhr verlassen wir den Campingplatz Albatros und fahren über Wladyslawowo, Zarnowiec, und Wicko Non-Stop nach Leba. Schon gegen mittag sind wir auf dem Campingplatz „Camping 21 Morski". Der Campingplatz ist sehr gepflegt, gut ausgestattet und daran gemessen nicht teuer. Wir zahlen für 1 Wohnmobil, 2 Personen, Hund und Strom 58 Sloty (etwa 14 Euro).
Als erstes machen wir eine ausgiebige Wanderung mit Dackel Max durch den Kiefernwald und zu dem Strand an dem Hunde erlaubt sind. Den Rest des Tages faulenzen wir vor unserem Wohnmobil.
Gefahren: etwa 80 Kilometer
Montag 21.06.2010 - 42. Tag in Leba
Als wir die Rollos unseres Wohnmobils öffnen, ist der Himmel leicht bedeckt. Sieht man nach Westen, so zieht blauer Himmel heran. Das gibt uns Hoffnung.
Nach einer Spazier-Runde von knapp einer Stunde mit Dackel Max, machen wir uns auf den Weg zur großen Wanderdüne im Slowinski Nationalpark, die 8,5 Kilometer von Leba entfernt ist. Wir schonen aber unsere Füße und fahren mit dem Elektrobähnchen zur Düne. Dann gehen wir doch noch zu Fuß. Es geht bergauf die Düne hoch, was doch etwas anstrengt, weil man nach jedem Schritt immer wieder etwas abrutscht. Oben angekommen sieht man eine Dünenlandschaft, die wirklich überwältigend ist. Eine ganze Zeit bleiben wir auf der Düne, gehen dann in Richtung Strand. Erst als wir uns uns die Düne immer wieder angesehen haben, machen wir uns auf den Rückweg per Elektrobähnchen. Es war wirklich ein lohnenswerter Ausflug. Sehr hübsch ist auch die Landschaft um den Leba-See, der gleichfalls zu dem Slowinski-Nationalpark gehört.
Der Himmel ist jetzt total wolkenlos und die Sonne strahlt. So kann man den Nachmittag gut wieder mit Faulenzen, Spazierengehen mit Max und einem Bummel in das Zentrum von Leba gut nutzen.
Gefahren: exakt 0 Kilometer.
Dienstag 22.06.2010 - 43. Tag von Leba nach Kolobrzeg (Kolberg)
Das schöne Wetter mit Sonne und blauem Himmel geht auch heute weiter-
Trotz des schönen Wetters müssen wir an unsere Heimfahrt denken. Wir können also nicht in Leba bleiben und uns in die Sonne setzen, vielmehr müssen wir uns auf den Weg machen. Zunächst geht es auf von Leba aus auf der B213, einer unangenehm zu fahrenden engen Landstraße nach Slupsk (Stolp) und dann weiter nach Darlowo (Rügenwalde). In Darlowo sehen wir uns ein wenig um. Die Einkaufsstrasse und der Marktplatz sind recht ansprechend. Auch das Schloss der Herzöge von Pommern ist es wert angesehen zu werden. Nach dem Bummel durch Darlowo geht es dann weiter.
Wir fahren über Koszalin (Köslin) nach Kolbrzeg (Kolberg) und steuern dort den Campingplatz Baltic an. Es ist schon etwa 17.00 Uhr als wir unseren Platz haben und zu irgendwelchen Unternehmungen (Strandspaziergang oder Altstadtbummel) haben wir keine Lust. So bleibt ein Spaziergang mit Dackel Max. Anschließend machen wir es uns im Wohnmobil gemütlich.
Gefahren: etwa 190 Kilometer
Mittwoch 23.06.2010 - 44. Tag von Kolobrzeg (Kolberg) nach Altwarp
Auch dieser Tag steht im Zeichen der Rückreise. Wir fahren von Kolberg nach Treptow. Dort kaufen wir bei Intermarche für den Betrag der restlichen Sloty für zu Hause ein. Wir vermeiden so Gebühren für den Umtausch in Euro. Außerdem sind die Lebensmittelpreise in Polen auch deutlich günstiger als in Deutschland.
Anschließend geht es über Szczechin (Stettin), Lubieszyn, Löcknitz, Eggesin und Ückermünde nach Altwarp. Hier gibt es am kleinen Hafen einen sehr schönen Stellplatz. Wir haben dort sogar noch Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang mit Dackel Max in die landschaftlich schöne Umgebung von Altwarp.
Das Wetter ist hervorragend - so hätten wir es uns in diesem Urlaub häufiger gewünscht.
Gefahren: etwa 220 Kilometer
Donnerstag 24.06.2010 - 45. Tag von Altwarp nach Parchim
Wir wären gern noch einen Tag länger in Altwarp geblieben, aber unser nähert sich nun endgültig seinem Ende, denn eigentlich wollten wir schon am 22. wieder zurück sein.
Über Ückermünde, Neubrandenburg und Waren geht es nach Parchim. Die Stellplätze für Wohnmobile sind am Rande des Parkplatzes P1. Tagsüber fahren doch einige PKW am Wohnmobil vorbei auf das benachbarte Kleingartengelände. Es ist daher etwas unruhig. Wir haben uns aber so hingestellt, dass wir bei dem herrlichen Wetter trotzdem gemütlich draußen sitzen können. Nach einem kurzen Bummel durch die Altstadt von Parchim tun wir dies auch. Nachts ist es ruhig und wir können gut schlafen.
Gefahren: etwa 200 Kilometer
Freitag 24.06.2010 - 46. Tag von Parchim nach Hamburg
Heute geht es wieder nach Haus. Obwohl die Strecke nicht sehr weit ist, stehen wir etwas früher auf. Wir wollen zeitig los, damit wir noch Vormittags ankommen und wir problemlos unser Gepäck usw. ausladen können (in unserer kleinen Straße finden wir mit unserem Wohnmobil nur einen Parkplatz, wenn die Nachbarschaft mit ihren Autos zur Arbeit gefahren sind). Gegen 11.00 Uhr kommen wir an.
Nach dem Ausladen fahren wir unser Wohnmobil auf unseren 5 Kilometer entfernten Abstellplatz.
Gefahren: etwa 125 Kilometer.
Jetzt ist die Reise zu Ende. Wenn ich zurückblicke, war es - obwohl das Wetter ein wenig hätte besser sein können - wieder eine sehr schöne Reise. Wir haben sehr hübsche Städte und Landschaften gesehen. Polen und das Baltikum sind unbedingt eine Reise wert.
Gerd
alzu am 13 Jul 2010 06:57:22 Hallo Gerd,
Danke für diesen ausführlichen und interessanten Reisebericht. Trotz des durchzogenen Wetters sind Dir erstaunlich gute Fotos gelungen. Macht echt Lust, einmal diese Gegend zu "erforschen".
aus Oberösterreich
Alfred
goofy2009 am 13 Jul 2010 12:14:20 Hallo Gerd,.
gratuliere , Dein Bericht ist sehr unterhaltsam. Wir fahren am 21.08.10 los, und haben fast die gleiche Strecke geplant. Natürlich nur 3 Wochen und nur in Polen. Durch Deine Wegbeschreibung und tollen Fotos ist meine Planung sehr viel einfacher geworden. DANKE DAFÜR.
Gibtt es noch etwas Besonderes zu beachten? Wir sind das erste Mal in Polen MFG Karin :respekt:
Gerd-R am 15 Jul 2010 22:38:49 goofy2009 hat geschrieben:Gibtt es noch etwas Besonderes zu beachten? Wir sind das erste Mal in Polen MFG Karin
Hallo Karin,
einmal davon abgesehen, dass die Campingplatz-Dichte nicht so wie in Deutschland ist, geht es in Polen auch nicht anders zu, als in jedem anderen
westeuropäischen Land auch. Insofern sind aus meiner Sicht "polenspezifische" Vorbereitungen nicht erforderlich.
Gerd
hast29 am 29 Jul 2010 18:35:33 Hallo Gerd,
vielen Dank für deinen schönen Bericht.
Besonders Polen fand ich sehr interessant. Für das restliche Baltikum werden wir wohl noch etwas länger brauchen....
Wo geht die nächste Tour hin?
Gerd-R am 30 Jul 2010 07:39:57 hast29 hat geschrieben:Hallo Gerd,
vielen Dank für deinen schönen Bericht.
Besonders Polen fand ich sehr interessant. Für das restliche Baltikum werden wir wohl noch etwas länger brauchen....
Wo geht die nächste Tour hin?
Hallo Sabine,
es freut mich, dass Dir der Bericht gefallen hat. Nicht nur Polen, auch Litauen, Lettland und Estland sind eine Reise wert. Aber um alles auf einmal zur bereisen, braucht man doch schon einige Wochen. Wir hatten 6 1/2 Wochen.
Unsere nächste Tour soll uns durch das Elsass, durch Burgund in den Süden Frankreichs führen.
Gerd
hast29 am 30 Jul 2010 09:55:45 Hallo Gerd,
dann viel Spaß und ich freu mich auf euren Bericht.
Seit diesem Sommer sind wir ohne Kids unterwegs. Da sind diese Ziele wunderbar...wandern, Städte anschauen....
Wir suchen schon neue Ziele für 2011....
WoRo1 am 30 Jul 2010 21:23:13 Hallo Gerd,
ganz herzlichen Dank für diesen informativen Bericht und die vielen tollen Fotos.
womokiter am 30 Jul 2010 22:05:29 Hallo Gerd
Wir sind zu Zeit in Ventspils und haben vorher Deinen Bericht mit Intresse gelesen.
reimopilot am 30 Jul 2010 22:12:04 Lieber Gerd,
vielen Dank für diesen sehr interessanten Bericht und die Superbilder!
Bitte berichte auch aus Frankreich.
Eine gute Zeit, viele
Peter
erdi am 05 Aug 2010 12:02:54 Hallo Gerd,
ganz herzlichen Dank für diesen informativen und tollen Bericht und die vielen tollen Fotos.
Eine Teilstrecke Deiner Tour haben wir auch bereits bewältigt im Sommer 2008: HH-Polen-bis zur Rus. Grenze entlang -Litauen- Masuren-HH.
Nun haben wir den Rest des Baltikums vor. Lettland-Estland und zurück.
Unser Plan ist es mit der Fähre Travemünde-Ventspils zu fahren, denn wir haben leider nur 3 Wochen Zeit. Hast Du ev. noch ein paar persönliche Tipps für uns , da wir auch mit Hund fahren?! Wie sind dort die Gesetze z.B. mit dem Freilauf? Lohnt es sich die Fahrräder mit zu nehmen? Das würde uns sehr interessieren.
Lieb Petra, Joachim und Pedro
Gerd-R am 06 Aug 2010 06:38:57 erdi hat geschrieben:Hast Du ev. noch ein paar persönliche Tipps für uns , da wir auch mit Hund fahren?! Wie sind dort die Gesetze z.B. mit dem Freilauf? Lohnt es sich die Fahrräder mit zu nehmen? Das würde uns sehr interessieren.
Hallo,
auf unserer Reise gab es mit unserem Hund keine Probleme. Wir haben ihn so gehalten, wie in Deutschland auch. Auf Campingplätzen oder Stellplätzen an der Leine, ebenso in Naturschutzgebieten. Besondere Vorschriften bezüglich Anleinpflicht sind uns nicht bekannt. Es gibt sehr viele Strände (teilweise kilometerlang), an denen, wenn überhaupt, nur wenige Menschen zu sehen waren. Hier sind wir gewandert und haben wir unseren Hund von der Leine gelassen und niemand hat sich gestört gefühlt. An Stränden, an denen Badebetrieb herrscht haben wir den Hund nicht mitgeführt.
Bezüglich der Einreise des Hundes gelten die üblichen EU-Vorschriften: Blauer EU-Heimtierausweis, Chip, Tollwutimpfung. Näheres steht in der Broschüre "Einreisebestimmungen für Hunde und Katzen" --> Link
Auf den Seiten 13 und 14 sind die EU-Vorschriften nachzulesen, die so auch für Estland und Lettland gelten (siehe Seite 16 bzw. 18 )
Die Mitnahme von Fahrrädern lohnt sich. Ansonsten kann ich nur den Tipp geben, ein gutes Mückenschutzmittel mitzunehmen. Wir hatten im Mai/Juni mehr als reichlich Mücken.
Ich wünsche Euch eine gute Reise, einen schönen Urlaub und gute Erholung in Lettland und Estland.
Gerd
erdi am 08 Aug 2010 10:14:48 Vielen dank für Deine Info. Wir werden mal berichten , wenn wir wieder Daheim sind. :wink:
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