Wir sind letzte Woche nach 6 Wochen Womourlaub in Schottland zurückgekommen, Fazit : Da fahren wir nochmal hin !
Obwohl es zeitweise richtig anstrengend war. Wir mit unseren Töchtern (19/21), Womobetten zum Umbauen - wir haben den Wagen mit Alkoven eigentlich nur für uns zwei gekauft - 9 Tage noch Besuch einer Freundin der beiden, die wir in Edinburgh aufsammelten. Zeltaufbau war immer nötig, mit 5 Personen im Womo schlafen, untragbar. Die letzten 2 Wochen war unser Sohn (25) noch mit von der Partei, auch in Edinburgh aufgelesen, da war der andere Besuch schon weg. Es war eigentlich alles gut durchgeplant, fahren dahin, wo schönes Wetter ist, aber leider gab es das die ersten 14 Tage kaum. Hin und wieder mal einen halben Tag Sonne, sonst Regen, Regen, Regen. Das drückte schon die Stimmung. Und dieses Durcheinander im Womo, nasse Leute, nasse Klamotten, nasse Schuhe, nasse Handtücher.
Wir fuhren mit der Fähre Amsterdam-Newcastle, die Hinfähre war schon sehr zweckmäßig, kaum Stühle an Bord, sowas sind wir von Skandinavienfähren nicht gewöhnt. Rückfahrt mit einem anderen Schiff, das war ok. Nach Besuch des wunderschönen Lakedistrikts in England nahmen wir Kurs auf Edinburgh zum Flughafen, dann Richtung Westen zu den inneren Hebriden. Erst Loch Lomond (kein Kayakfahren möglich wegen Sauwetter), Kintyre, runter zum vielbesungenen Mull of Kintyre. Wetter dort wenigstens trocken. Überfahrt zur Hebrideninsel Arran, ein Supertag verbracht in den Gezeitentümpeln mit anschließendem Sonnenbrand. Der nächste wieder gemischt, von Oban rüber nach Mull, wir wollten die Vogelinselfahrt nach Staffa machen wegen der Papageientaucher und freuten uns irrsinnig, zuerst noch Besuch auf Iona, Bombenwetter, Badewetter. Dann: Sauwetter, Tour fiel aus, sch... Zurück nach Oban, Trossachs, Edinburgh, Flughafen.
Anschließend zu viert in die Highlands, John o'Groats. Sch... Wetter, Midges (diese kleinen gräßlichen Mücken) ohne Ende, überall, durch alle Ritzen kommend. Tagesfahrt zu den Orkneyinseln, ganz nett, leider sind wir sehr verwöhnt durch unsere langjährigen Fahrten durch Skandinavien etc. Die Nordküste Richtung Westen, über Durness und seinen fantastischen Strand am Golfplatz und den beeindruckenden Dünen (1/2 Tag Sonne) nach Ullapool, Fährhafen zu den äußeren Hebriden. Auf Lewis und Harris tolle Strände, Steinsetzungen, Landschaften. Unser Highlight wat North Uist, ein Strand ein paar Kilometer nach der Fähre, Ankunft ein wie gehabt Sauwetter, die Mädels gingen trotzdem baden, beäugt von Kegekrobben, nachts ein Sturm ohnegleichen, ich dachte schon, das Womo kippt um mit dem Schwerpunkt so hoch ober im Alkoven, morgens Bombenwetter. Wir blieben gleich noch eine Nacht. Ein Traum, lange Wanderungen, zwar kalt, aber klasse. Unsere Älteste, die alle möglichen Knochen sammelt, freute sich über einen Puffinkopf mit Schnabel, den sie im Sand gefunden hatte. Abreise bei Sonnenschein, nachmittags Ankunft am nächsten Stellplatz kurz vor der Fähre nach Barra Sauwetter. Barra mit der Ringstraße ist schön, schöner ist Vatersoy, zu erreichen über eine Brücke bei Castlebay. Leider ging die Fähre nach Oban, unser Sohn nahte in Edinburgh. Über Loch Lomond -Superwetter, das Kayak wurde aktiviert- zum Flughafen. Unser Sohn als Fußballfan und Groundhopper wollte sich ein Match angucken, also Stadion suchen. Keine Ahnung warum, unser Tomtom, das sowieso schon Schwierigkeiten hatte (unzulängliche Software), schickte uns quer durch Edinburgh am Castle vorbei auf Bussen und Taxis vorbehaltenen Straßen, alles für uns eigentlich gesperrt, aber wenn man einmal drin ist, kommt man auch nicht mehr so schnell raus. Sommerwetter, toller Tag. Unvergleichliches Flair der Stadt. Weiterfahrt über die Highlands, Loch Lomond zum Kayakfahren zur Isle of Skye, Midges ohne Ende, unser Sohn im Zelt hatte Hunderte von Stichen. Auf Skye Wanderungen im Laufschritt u.a. zum Old Man of Storr, Stehenbleiben unmöglich, da man gefressen wurde bzw. die Viecher eingeatmet hat. 1-2 schöne Tage, Sauwetter wechselten sich ab. Wanderungen zum Ben Lomond und Ben Nevis fielen aus, Sauwetter. Nochmal Fußballgucken in Dundee, 2 Tage Edinburgh. Superwetter. Abreise.
Wir standen immer frei, wunderschöne Plätze, bis auf die Midges
Fazit für uns :
Wenn Schottland, nur noch im Mai/Juni, eben wegen der Midges; Nordostecke auslassen; Highlandgames anschauen, die geben schon was her, zum Schmunzeln ;
Und : Wir sind angenehm überrascht von den "Inselaffen", alles sauber und ordentlich, keine Dreckecken wie bei uns und Müll überall. In 6 Wochen Urlaub haben wir nur 2x Hundehaufen gesehen, es heißt "Bag it and bin it " , und alle machen es. Bei uns tänzelt man über die Bürgersteige....
Das Lebensmittelangebot in den Läden hat uns überrascht, zuerst hatte wir Probleme mit dem Kalorieninput, weil es so leckere und auch günstige Angebote gab, aber nach 3 Wochen hat sich das geregelt. Das Fleisch schmeckt uns um Längen besser als bei uns, die Rindviecher stecken draußen auf der Weide mitsamt ihren Kälbchen, und das merkt man an der Qualität des Fleisches. Salat geschnitten in allen Variationen und Sortierungen zu günstigen Preisen, natürlich auch Sandwiches und Fertiggerichte, die wir aber nicht gekauft haben. Meine Töchter haben wir aus den in jeder größeren Ortschaft ansässigen Secondhandläden kaum rausgekriegt, die kauften vor allem Bücher und DVDs. Auch neue Bücher sind preiswert, Klassiker und Neuerscheinungen gibt es für umgerechnet 6 € pro 3 Bücher. Das war was für Leseratten wie unsere. DVDs gucken die grundsätzlich auf englisch, für uns doofe Eltern wenn vorhanden mit englischen Untertiteln.
Und dann die Freundlichkeit der Leute, immer ein Lächeln, kein Gedrängel, trotz Linksfahren (einen Außenspiegel hat unser Sohn mit seinem Affenzahn abgefahren, mein Mann eine Begrenzungsleuchte am Baum, unsere Jüngste eine Schramme an einem Felsmäuerchen und hinten ist die Stoßstange der Breite nach angerissen wegen wiederholten Aufsetzens des Wagens beim Verlassen der Fähren) keine Schwierigkeiten. Zuvorkommende entgegenkommende Autofahrer, die uns angeblinkten, um uns Vorfahrt in den engen SingleTrackRoads zu geben. Blinken oder Hupen, wenn wir sie an Passingplaces vorbeiließen.
Doof war, dass meine teure Spiegelreflexkamera auf den Hebriden den Geist aufgegeben hat von jetzt auf gleich, und ich hatte mich immer gewundert, warum bei Ebay regelmäßig kaputte Bodies angeboten werden.
Also sind viele schöne Bilder nur in unseren Köpfen, auch die Kompaktkamera unseres Sohnes hatte ständig Anlaufschwierigkeiten, was wir auf die ständige Feuchtigkeit im Wagen, Zelt und in der Luft zurückführten. Als er den Apparat nachts zwischen frische Handtücher im warmen Schrank über der Heizung lagerte, war es ok.
Auch frisches Wasser zu bekommen war kein Problem, am Schluss in Dundee haben wir uns aus Unwissenheit wohl Screenwater für die Windschutzscheibe in den Tank geladen, wir mussten alles ablassen und ordentlich spülen, um den Detergenziengestank wieder raus zu kriegen. Gottseidank lagern wir unser Trinkwasser in 5l-Kanistern.
Wegen des fehlenden Erholungswerts dieses Urlaubs aufgrund des wetterabhängigen Gedränges und Aufeinanderhockens werden wir ZU ZWEIT nächste Woche Richtung Frankreich fahren, eigentlich haben wir ein Skandinaviendefizit, aber wir können jetzt keine Kälte und keinen Regen mehr vertragen. Bis Mitte Oktober haben wir Zeit, da ist es im Süden noch schön, außerdem müssen wir unsere Sprachkenntnisse auffrischen.
Was geht es Womobesitzern doch gut !

