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Abgesoffen...


gary32 am 10 Sep 2010 09:37:28

Hallo,

Viele User hier kennen die Insel Noirmoutier mit der Brücken Zufahrt..
Man kann aber auch bei Ebbe den sogenannten " Passage du Gois " benutzen, zum abkürzen.

Ein Wohnmobilfahrer wurde von der steigenden Flut überrascht und konnte noch rechtzeitig von der Feuerwehr befreit werden.
Das Wohnmobil wurde vorerst an einem der Rettungsmasten festgebunden

--> Link

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gary32

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Veloman am 10 Sep 2010 10:04:52

Salut,

in der von Gary verlinkten "Ouest France" liest man nebendran, dass ebenfalls gestern in der Nähe von Morlaix drei Frauen ertrunken sind, die bei der 'pêche à pied' [das ist das Einsammeln von Meeresgetier zu Fuß] von der steigenden Flut überrascht wurden - so wie der Wohnmobilfahrer.

Zur Zeit ist eine Phase der so genannten 'grandes marées', in der die Gezeitenunterschiede besonders heftig sind. Gestern war mit 115 der bislang höchste Koeffizient dieses Jahres. Diese Phase dauert noch bis zum 13. September. Da ist äußerste Vorsicht angezeigt.

A+

901red am 10 Sep 2010 10:45:39

und wir haben uns, als wir vor wenigen monaten ebenfalls darüber gefahren sind, gefragt, ob sich jeder bewusst ist, welches risiko er damit eigentlich eingeht.

grüße
o.

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MobilIveco am 10 Sep 2010 11:58:01

Das ist ja ein tolles Ding, ich bin zwar vor vielen Jahren mal in der Bretagne in Urlaub gewesen, aber dort sind wir nicht hin gefahren.

Es geht doch wohl um die Passage über die D948 die, wenn ich das auf Google Maps richtg sehe, bei Flut einfach durch's Wasser verläuft.

Mal eine dumme Frage, ist das denn in keiner Weise geregelt? Keine Hinweisschilder, Schranken o.ä.

Ich bin ja auch der Meinung, daß man dem Bürger ruhig ein bischen Eigenverantwortung und Vernunft abverlangen darf, aber das ist doch eine heikle Angelegenheit.

gary32 am 10 Sep 2010 12:16:47

Hallo,

da stehen schon Warn-Schilder, hier näheres über diese Passage:

--> Link

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gary32

mcdudel am 10 Sep 2010 12:42:28

Hier die Warnschilder

harryhawai am 10 Sep 2010 13:08:55

Hallo liebe WOMO Freunde,was mich mal Interessieren würde.Wie schnell ist die Flut denn da.Wie schnell steigt das Wasser.Ich habe bis dato so etwas noch nicht erlebt. Harry

Aretousa am 10 Sep 2010 14:21:56

Auf den abgebildeten Schildern steht , dass man die Passage eineinhalb Stunden vor und nach dem jeweilien Niedrigwassser befahren kann. Tatsächlich ist bei normalem Wasseraufkommen die Durchfahrt mehr als 4 Stunden lang, trockenen Fußes möglich. Allerdings sollte man sich bei Voll- und Neumond in Acht nehmen da es da zu erheblich heftiger und schneller herannahender Flut kommt. An diesen Tagen ist z.B. auch der als Stellplatz zugelassenene Parkplatz am Mont Saint Michel nicht benutzbar.
An der Passage du Gois machen sich immer wieder Autofahrer einen Spaß daraus, in allerletzter Minute rüber zu frahen, das kann dann bei der unberechenbaren Flut zum Verhängnis werden.

Veloman am 10 Sep 2010 15:59:18

Salut,
harryhawai hat geschrieben:Wie schnell ist die Flut denn da.Wie schnell steigt das Wasser.Ich habe bis dato so etwas noch nicht erlebt.

Manchmal schneller als man denkt.
Man kann sich das auch ausrechnen, wenn man weiß, wie hoch der Tidenhub (also der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser) in dem jeweiligen Gebiet ist. In der Bretagne ist er in Europa mit ca. 12 m am höchsten.
Da die Gezeiten, wie Aretousa schon geschrieben hat, von den Mondphasen abhängen, beträgt der Zeitabstand zwischen zwei Niedrigwassern 12 h 15 min. Grob gesagt gibt es dort also zwei Meter Wasserstandsänderung pro Stunde.
Das gilt aber nur für die 'normalen' Tiden. Bei den 'grandes marées' (bei Voll- bzw. Neumond und vor allem bei den Äquinoktien, denen wir uns gerade nähern), muss man da noch einen satten Risikozuschlag einkalkulieren.
Auf dem verlinkten Hinweisschild der Passage du Gois gibt es übrigens zwei digitale Zeitangaben: oben die aktuelle Uhrzeit, unten die des nächsten Niedrigwassers ('marée basse'). Das müsste zur Orientierung eigentlich ausreichen.
A+

Maggie am 10 Sep 2010 16:34:11

:eek:
Auf der Seite von Gary's 2. Link steht:

Es gibt zwar eine Anzeigetafel für Gezeiten, auf der aber oft falsche oder keine Daten stehen. Dadurch und durch den Leichtsinn von Spaziergängern kommt es jedes Jahr zu Zwischenfällen, die aber meist glimpflich ausgehen.


Das steht auf Wikipedia und nicht auf irgendeiner Homepage.

Da regelt die EU die Krümmung der Gurken und dann ist man in der Grande Nation nicht in der Lage, lebensrettende Angaben exakt aufzuführen? Das kann/mag ich mir eigentlich gar nicht vorstellen. :eek:

Maggie

Aretousa am 10 Sep 2010 16:44:04

Wikipedia ist aber auch nur so gut wie der Mensch der die Seite bearbeitet hat.
Wir haben die passage schon sehr oft von beiden Seiten her überquert und nie einen Zweifel an der auf der Seite von Beauvoir installierten Zeitangebabe gehabt. Sind aber auch immer dann gefahren wenn das Wasser gerade wegging. Aber auch bei hohem Tidenhub schafft man, wenn man sich an die Zeiten hält, die Strecke, wenn man will, auch mit dem Fahrrad bequem. Es ist ganz nützlich die Austernbauern mit ihren Traktoren zu beobachten.

Veloman am 10 Sep 2010 17:19:42

Salut,
zimtzicke hat geschrieben::Das steht auf Wikipedia und nicht auf irgendeiner Homepage.

In der französischen Wikipedia steht: "À partir de 1830, les marées sont affichées près du passage." [Seit 1830 werden die Gezeiten an der Passage angeschlagen.]
Wem soll man da glauben? Hat der Autor des deutschen Textes eine Langzeituntersuchung gemacht, die eine solch globale Aussage ("oft falsche oder keine Daten") rechtfertigt? Wäre ich ein Wikipedia-Kontrolleur, würde ich einen Beleg einfordern oder diese (Text-) Passage streichen.

zimtzicke hat geschrieben::Da regelt die EU die Krümmung der Gurken und dann ist man in der Grande Nation nicht in der Lage, lebensrettende Angaben exakt aufzuführen?

Ich sehe nicht recht, was die frühere Marktordnung für Gurken und zahlreiche andere landw. Produkte (die wegen der günstigeren Verpackung auf Druck des Handels eingeführt wurde und die es seit 2009 nicht mehr gibt) mit der Veröffentlichung von Gezeitendaten zu tun hat.
Bei meinen (etwa 20) Aufenthalten am Atlantik hatte ich oft den Eindruck darüber sehr ausführlich informiert zu werden. Aber örtlich mag es da Defizite geben. Die "Grande Nation" muss man dafür nicht gleich verantwortlich machen.

Kleine kulturhistorische Abschweifung:
"Grande Nation" sagt und schreibt man in Deutschland gern, wenn man Frankreich / die Franzosen negativ darstellen will, und man stellt sich dabei vor, sie würden sich selbst großsprecherisch so bezeichnen. Das ist aber nicht so. Franzosen ist dieser Ausdruck völlig unbekannt - es sei denn, sie läsen deutsche Presse - und benutzen tun sie ihn schon gar nicht.
A+

gary32 am 10 Sep 2010 18:25:40

Hallo,

hier noch einige Bilder zur " Passage " :

--> Link

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gary32

Chris_62 am 10 Sep 2010 18:57:42

Wir sind letztes Jahr im Juli hin und zurück über die Brücke gefahren , aber nur weil wir noch ewig hätten warten müssen :wink:

Frank wollte ja eigentlich unbedingt die alte Strasse fahren 8)

Danke für den Hinweis , werde ich dran denken , wenn wir da mal wieder hinkommen :dankeschoen: .

Gast am 10 Sep 2010 20:39:40

Moin moin,

ich fahre die Strecke immer wieder gerne, jedes Jahr :D

al am 13 Sep 2010 12:58:19

letztes jahr habe ich mir die "strasse" angesehen. alle nahmen die brücke, wir auch. nur ein brite wollte rüber....

und 2011 geht eine etappe der tour de france darüber.

Aretousa am 13 Sep 2010 14:12:47

Meine erste Etappe der Tour de France habe ich dort im Jahr 1999 erlebt, leider mit sehr vielen Stürzen, da heftige Regenschauer runterkamen und das Pflaster dadurch sehr rutschig wurde. Nächstes Jahr wird die Tour ohne Prolog von der Île de Noirmoutier aus über die passage starten, ich nehme mal an, dass wir evtl. dabei sein werden.

gary32 am 09 Okt 2010 17:19:33

Hallo,

es gibt noch eine Stelle ähnlich wie der " Passage du Gois " und zwar die Île Madame in der Charente Maritime wo die Zufahrt über eine Passage besteht.
Auf dieser kleinen Insel gibt es ein CP.:

--> Link ( mit Meeresrauschen...)

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gary 32

Michael43 am 10 Okt 2010 13:07:27

Hallo !
Wir sind schon drei mal diese "Tour" gefahren. Nie irgend welche Probleme dabei gehabt. Aber immer ein mulmiges Gefühl. Was ist wenn wir eine Panne hätten ? Meiner etwas vorsichtigeren Frau reicht es jetzt und meint ich hätte genug Nervenkitzel gehabt und ab sofort wird die Brücke genommen.
Michael

Gast am 10 Okt 2010 17:01:49

gary32 hat geschrieben:Hallo,

es gibt noch eine Stelle ähnlich wie der " Passage du Gois " und zwar die Île Madame in der Charente Maritime wo die Zufahrt über eine Passage besteht.
Auf dieser kleinen Insel gibt es ein CP.:

--> Link ( mit Meeresrauschen...)

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gary 32


Hallo Gary,

wieder einmal herzlichen Dank für Deine tollen Tips!

lg
peter

gary32 am 11 Okt 2010 12:31:43

Hallo,

abgesoffen sind auch diese Wohnmobile und zwar 2008 als die Rhône in Tournon den Abstellplatz von Chausson/ Challenger überschwemmte



gary32

hapo am 11 Okt 2010 13:00:14

Hallo zusammen,

im Text der deutschen Wikipedia zum Thema Hinweistafel (... falsche oder keine Zeitangabe) habe ich einen Hinweis auf fehlende Quellenangabe eingefügt.


hapo

Veloman am 11 Okt 2010 20:43:00

Tja, deine Änderung wurde leider gestrichen.
Ich habe jetzt selbst mal einen Versuch der Neuformulierung gemacht. Mal schauen, ob der mehr Gnade findet.
A+

Goldkind am 12 Okt 2010 16:44:56

Wir sind auch dieses Jahr im September über die Passage de Gois gefahren und ich kann mir gar nicht recht vorstellen, wie man sich so dusselig anstellen kann, dort abzusaufen. MIt uns waren dort hunderte Menschen und Autos. Das waren zu mind. 90% Franzosen und die machten mir den EIndruck als wären sie nicht zum ersten mal da. Da muss man doch merken, wenn die ganzen alten Hasen so langsam die Flucht ergreifen. Man steht doch nicht plötzlich allein auf weiter Flur!

Ich habe mir nur gedacht, was passiert, wenn hier das Womo mal nicht mehr will. Zumal uns wenige Tage später das WOmo tatsächlich stehen geblieben ist in diesem Urlaub! Das wäre natürlich übel!

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