Im Juli – genau zur heißen Zeit dieses Jahres, nicht nur der WM im fernen Südafrika wegen – finde ich ein paar Tage Zeit für meinen beliebten Bergsport. Und mein WoMo. Doch wohin?
Ostalpen beschließe ich. Mache Freitag den 2.07.2010 und die Woche drauf frei. Nach der Arbeit heim – WoMo ist stets gepackt – Kiste Licher voll. Also bewege ich meinereinen an dem Abend des Donnerstag (1.07.2010) Richtung Regensburg. Von Offenbach die A3 lang. In einem Kaff vor Regensburg holt mich die Müdigkeit und Dunkelheit ein. Ich nächtige in einem kleinen Gewerbegebiet. Ruhig – bis so um 8.oo Uhr. Da wird der Freitag betriebsam.
Freitag (2.07) geht’s weiter – kurze Rast in Passau. Der Vormittag wird langsam richtig warm. Mit dem Radl drehe ich eine Runde durch die DreiFlüsseStadt – auch am SP von Passau vorbei. An der Bahn. Sehr verkehrsgünstig…
Nachmittag bei langsam richtig großer Hitze weiter nach Felix Austria. Per Autobahn und Pickerl geht’s bis an den Eingang des Sölktales. Da oben will ich wo die nächsten 1-2 Nächte verbringen. Kurvig schraube ich mich die Passstraße hoch. Ganz oben - so 7e ist es mittlerweile – rangiere ich mich neben der kleinen Kapelle auf den Parkplatz. Hier werde ich alsbald ganz alleine die Nacht verbringen. Ö3 meldet von Sieg der Deutschen gegen Argentinien. Brasilien hat sich gegen die Orangenen verabschiedet. Tja.
Der Samstag (3.07) beginnt angenehm frisch. Schön nach der Schwülen Hitze die Tage vorher. So kurz nach 7 Uhr Morgens erreicht ein erstes Wanderpärchen die Passhöhe und schiebt sich den Weg gegenüber der Passstraße den Hang hinauf. Auch deren Ziel ist die Hochfeldspitze. Nach den letzten Bissen meines Frühstückes folge ich ihnen.
Schon während des Aufstieges gibt es schöne Ausblicke:
Ganz oben wird es noch schöner:
Doch der Gipfel soll nicht der einzige sein an diesem schönen Tag. Immer dem Grat lang:
Gegen früheren Nachmittag erreiche ich wieder mein WoMo. Nun stehe ich nicht mehr alleine – der Platz ist voll und verziehe mich nach dem Duschen nebst Decke auf eine ruhige Wiese. Lese mein Buch. Döse. Gegen Abend gesellt sich ein zweites WoMo aus der Schweiz zu mir. Die Nacht ist genau so ruhig wie die erste.
Der Sonntag (4.07) beginnt noch schön – der Wetter hat aber eine Störung für so gegen Mittag angesagt. Auch wird von Unwettern in Oberösterreich berichtet. Tatsächlich von Norden her wird es grauer. Also auf geht es – ich fliehe Richtung Kärnten via Turracher Höhe. Unterwegs an einem kleinen Angelweiher noch ein Frühstück. Das Leben ist schön. Und heiß wird es hier auch wieder.
Auf der Turracher Höhe ist ordentlich was los. Ich stelle mich ein klein wenig abseits und suche mir eine kleine Nachmittagstour. Eigentlich wollte ich ja auch den zweiten Tag vom Sölk aus touren aber nun muss es von hier aus gehen. Das Angebot führt mich auf den Schoberriegel. Ist zwar nur ein großer Grasbuckel (Nockberge halt) aber schön ists trotzdem:
Am Abstieg wird es windig – die schlechte Front holt auch diese Gegend ein. Also esse ich unten am Auto noch kurz was und mache mich so gegen 17.oo Uhr weiter auf nach Feldkirch. Von hier aus kann man je nach weiterer Wetterentwicklung noch weiter nach Osten. Oder nach Westen oder wie auch immer. In FK möchte und werde ich also die Nacht verbringen. Und als ich auf einem Parkplatz nahe dem Ortskern einen schönen Platz finde fängt es auch gleich richtig zu schütten an. Gewitter. Ein Teil des Platzes verwandelt sich in einen See. Egal. Ich schaue einen Tatort und alsbald geht es in die Federn.
Der Montag (5.07) beginnt grau und mit leichtem Nieselregen. Ergo fange ich halt ruhig an. In einem Kaffeehaus am Markt gibt es unter einer Markise ein Frühstück. Mit meiner Süddeutschen. Lese ich nur im Urlaub, das aber dann sehr gerne.
Gegen Nachmittag und einem Kurzbesuch in Klagenfurt – Verkehrschaos – führt mich mein Weg zum in dieser Gegend weit sichtbaren Dobratsch. Die Villacher Alpenstraße. Eine Mautstraße die sich lohnt. Eine Aussicht ohne Gleichen. Nur ein Dickschiff hat sich in einen Winkel des obersten Parkplatzes verkrochen. Wir stören uns nicht und nach einem Sundowner-Bierchen gehe ich zu Bette.
Dienstag (6.07). Wetter wolkig – der Gipfel des Dobratsch mit Kirche und Kapelle dafür sehr nahe. Also hoch dorthin!
Die Tour hat sich auch gelohnt. Trotz ihrer Kürze. Und wegen ihrer Kürze bin ich auch am frühen Nachmittag wieder beim Wagen. Kurz Restauration, Nasspflege und wieder runter. Zum Nassfeld will ich noch. Weit ist es nicht und nach einem Einkauf in Hermagor (lecker Beuscherl in der Dose und im Angebot) erreiche ich so um 19.oo die Passhöhe. Auf der gerade italienisch gewordenen Seite quartiere ich mich direkt am See ein. Lese in der Sonne sitzend. Und erlebe wieder eine vollkommen ruhige Nacht.
Mittwoch (7.07). Gartnerkofel. Der ist heute mein Programm. Nicht zu übersehen und markant sich präsentierend auf der österreichischen Seite von dem dortigen Parkplätzen aus. Der Massenstrom wählt eine Erleichterung per Sessellift. Ich kurve von meinem Parkplatz, den ich wieder nach Austria verlegt habe, den Hang hinauf.
Schöne Aussichten in das Gailtal:
Und auf den Rosskofel – dort war ich im Oktober des Vorjahres:
Der Gartnerkofel zeigt sich reich an Publikum. Daher wähle ich eine etwas abseitige Route für den Abstieg. Sind zwar zwei Stunden länger aber auch ruhiger. Und nach der Dusche im Auto geht es auch gleich weiter. Wohin? Nun – beim Abstieg habe ich aus mehreren Möglichkeiten für die Glocknerstraße entschieden. Also hin – Heiligenblut – und einchecken. Dass ich da nächtigen will interessiert die Mauttante im Häuschen nicht. Na denn.
Ich erlebe einen Sonnenuntergang in knapp 2.500m. Großes Kino. Bierchen dazu. Radio verkündet: Deutschland hat sich gegen Spanien für das Spiel um den Dritten entschieden. Also nochn Bierchen. Das hier oben entschädigt für alles!!!
Der Donnerstag (8.07) beginnt mit Kaiserwetter:
Trotz ordentlicher Morgenfrische frühstücke ich im Freien. Kein Wunder – bei der Aussicht. Und ich lasse mir Zeit. Die Bierchen vom Vortag erweisen sich als nachtragend.
Danach geht es zum Parkplatz unterhalb der Edelweisspitze. Mit dem WoMo will ich dort nicht drauf. Ferner ist die von dort oben erreichbare, ca. 3 km weite Baumgartlspitze ohne gröher Höhendifferenz – sieht man vom auf und ab mal ab – zu erwandern.
In knapp ner halben Stunde bin ich oben auf der Edelweisspitze. Es beginnt sich zu füllen. Gute Entscheidung den Wagen unten zu lassen. Quer über den Gipfelparkplatz – übers Geländer – 100 Meter runter und nach einer kurzen Weile bin ich auf einem einsamen Weg. Nichts mehr zu hören von der touristischen Betriebsamkeit, von Autos und Motorrädern und sich gegenseitig vor der großen Kulisse fotografierenden Menschen.
Einsamkeit:
Und die große Kulisse habe ich ganz für mich alleine - rechts im Halbgrund die Edelweisspitze.:
Wieder am Parkplatz tauche ich in den Trubel des Nachmittags ein. Essen. Und hinab nach Norden. Irgendwo ins Inntal. Da will ich vor meiner endgültigen Abreise noch hin. Und tatsächlich – in einem Wohngebiet von Telfs – den Ort selbst vergisst man wohl besser – finde ich ein ruhiges Plätzchen.
Am Freitag (9.07) fahre ich über den Fernpass – früh und noch vor dem Massenstrom – nach Biberwier. Parkplatz dierekt an der Sesselbahn. Dahinter kommt ein Campingplatz und der Stellplatz. Auf dem Parkplatz des Sesselliftes warnt ein Schild, dass hier nur tagsüber parkiert werden darf. Aber ich will ja nur tagsüber.
Es ist nach Neune und schon recht warm. Also nutze ich die zwei Liftstationen um mir den Aufstieg zu verkürzen. Vom Ende der Bergstation – auch hier in 1600m ist es schon ordentlich mollig – geht es auf einen Sattel und von da weiter auf die Handschuhspitze. Boah – selbst hier auf 2.4tausend ist man im hitzefreien Bereich! Aber was ne Aussicht:
im linken Teil – mit dem bisserl Schnee im Gipfelbereich – die Zugspitze. Da oben ist heute bestimmt der Teufel los. Hier bin ich ganz alleine.
Blick Richtung Nassereith:
Und weils so schon ist – nomma Zugspitze mit Lermoos darunter:
Ein den Flughafen Innsbruck ansteuernder Flieger - wohl ein kleiner Airbus oder so was – dreht über meinem Gipfelglück und schwenkt im Sinkflug gen Inntal. Die linke Tragfläche in meine Richtung weisend kann ich sogar den Piloten erahnen. Er winkt mir zu. Ein unvergesslicher Moment…
Der Abstieg verläuft unspektakulär. Und unten am Wagen hat es nun deutlich über 30 Grad. Heftig! Also Körperpflege (per Solardusche und sauheißem Wasser) und los. Die Klima schafft angenehme Kühle und die Fahrt an Füssen vorbei zur A7 lässt sich so gut ertragen. Von hier aus wäre ich in ein paar Stunden daheim aber in Illertissen beschließe ich doch noch Station zu machen. An meinem schon öfter genutzten ‚Privat’-SP bei der Feuerwehr. Unter Platanen sitzend genieße ich die nachlassende Schwüle und meine Pizza von der nahen Pizzeria. Lecker! Ich bin überglücklich und nach einer ruhigen aber doch recht mollig-warmen Nacht beende ich meine kurze Reise am Samstag in Bad Offenbach am großen Fluss. Und meine Pläne für den nächsten Trip reifen während der Kilometer auf A7 und A3.
See wars!

