celso hat geschrieben:Übrigens: Bestes Wetter bei Olympia!
Ja , ja, ja!!!
Wir kommen!!!
Mit freundlichen n,
Ottomar
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Hallo,
Stefan hat ja meine Rätselfrage richtig beantwortet. Für Nicht-Fussballfans will ich noch erklären, was das Besondere ist. Bei Olympia starten im Fussball 2 gesamtbritische Mannschaften. Das ist bei allen anderen Turnieren anders. Wales, Schottland, Nord-Irland und England haben eigene Mannschaften. Insbesondere die Waliser und die Schotten haben kaum Sympathien für englische Teams. Ganz im Gegenteil! Ich komme später im Reisebericht noch darauf zu sprechen. Schotten, Waliser und Nord-Iren befürchten, dass sie evt. nicht mehr als eigenständige Teams an WM oder Europameisterschaft teilnehmen können. 5 ältere walisische Profis beteiligen sich an der britischen Olympiamannschaft. Der bekannteste ist Kapitän Ryan Giggs von Manchester United. Grund für die Spieler ist wohl, dass sie so mal ein grosses Turnier spielen können. Die walisische Nationalmannschaft ist einfach zu schwach, um sich für eine Europa- oder Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Würde mich echt mal interessieren, ob die waliser Fans jetzt die britische Mannschaft unterstützen. Wieso keine walisische Frau im britischen Team spielt weiss ich nicht. Frauenfussball ist in GB insgesamt nicht sonderlich populär. Celso Hallo Celso,
da sieht man einmal, welch wunderliche Blüten es auf "unseren" Inseln treibt. Beim Rugby ist es noch etwas verrückter. Bei der WM, übrigens ist das die drittgrößte Sportveranstaltung der Welt, treten England, Schottland, Wales und Irland mit eigenen Mannschaften an, wobei die irische eine gesamtirische (!) ist. Dann gibt es aber noch die sog. "British and Irish Lions", eine Tourmannschaft, die alle vier Jahre aus den besten Spielern aller Landesteile und der Republik Irland zusammengestellt wird. Die "Lions" machen dann jeweils eine Tour auf die südliche Halbkugel, um sich dort abwechselnd mit Südafrika, Neuseeland oder Südafrika auseinanderzusetzen. Ab 2016 wird Rugby endlich wieder olympisch - allerdings nur in der 7er-Variante. Was das ist, bei Interesse ein anderes Mal. Leider hat es bis London nicht geklappt; wäre schön gewesen, immerhin ist England die Wiege des Rugby. Mit freundlichen n, Ottomar Unsere Reise - Teil 1a
Wer nach Wales will, muss durch England fahren. Nachdem noch 14 Tage vor unserer Reise Bilder von Überschwemmungen und Wohnmobilen unter Wasser in Mid-Wales durch die Nachrichten gingen, hatten wir die Hoffnung, dass das Wetter besser würde. Kann ja nicht ewig so bleiben! Die Hoffnungen wurden nur teilweise erfüllt. Reichlich müde erreichten wir am 16. Juni unseren ersten Stop: Oldbury Hill bei Sevenoaks in Kent. Ein Campingplatz, der zum "Camping and Caravaning Club" gehört. Es war wunderbares Wetter, hatte wohl aber am Morgen noch geregnet. Der Rasen war seifig und wir hatten echte Probleme auf die Auffahrkeile zu fahren. Mit der Hilfe von 3 englischen Campern, klappte es dann. Nach dem Aussteigen merkte ich dann, dass wir den heiligen englischen Rasen etwas ramponiert hatten.
"Warden" des Campingplatzes ist eine Frau mit Feldwebel-Qualitäten. Sie war "not amused". Ich musste ordentlich Schönwetter machen, um sie zu beruhigen und beschloss, ihr, die ein oder andere Marotte zu verzeihen. Marotte 1 war, dass sie um 22.00 Uhr das (bezahlte) WLAN abschaltete. Nachtruhe auch für das Internet. Marotte 2 war die Schliessung des gesamten Sanitärtraktes (einschliesslich "Chemical Waste Point") für geschlagene 2 Stunden am Vormittag. Wahrscheinlich und jetzt komme ich zu dem Foto, was ich schon gepostet habe, um den Titel "Loo of the Year" zu verteidigen. Ich wusste gar nicht, dass es das Wort Klo ("Loo") im Englischen gibt, hat man mir doch im Englischunterricht immer eingebläut, nie nach Toiletten zu fragen, weil es völlig unschicklich und peinlich ist, sondern höchstens nach "Restrooms". So finde ich das Plakat und die Goldene Klobrille als Pokal sehr bemerkenswert, wobei ich mich frage, mit welchen Mitteln das Preiträgerpaar diesen Preis erarbeitet hat, wo doch die Klobürsten völlig ungebraucht aussehen. Jedenfalls müssen die Interessen der Campinggäste dem möglichen Gewinn des Preises untergeordnet werden, was folgendes Foto aus der Herrentoilette zeigt:
Ansonsten war Frau "Warden" völlig hilfsbereit und freundlich und wir würden auch jederzeit wieder auf diesen Platz fahren. Schluss für heute Fortsetzung folgt Celso Hallo celso,
die "Restrooms" existieren nach meinen Erfahrungen nur in Nordamerika. Dort fährt man wirklich gut mit der Frage nach selbigen. Auf "unseren" Inseln - wie Ottomar so schön zu sagen pflegt - löst die Frage nach den Restrooms eher Stirnrunzeln und fragende Blicke aus. Toilets funktioniert hingegen ganz wunderbar. Vielleicht haben Stefan oder Stu da mehr muttersprachliche Hintergrundinformationen... Stefan zumindest hatte hier, sofern ich mich recht erinnere, schon mal einen Link zum LotY Award eingestellt - ich finde den nur nicht mehr. Auch andere schmücken sich ganz selbstverständlich damit, sofern sie mal zu den Gewinnern zählten, z.B. Supermarktklos. Viele aus Berlin. Guten Morgen liebe Englandreisende,
hier der link zum loo of the year: --> Link Die Engländer lieben Wettbewerbe und Auszeichnungen jedweder Art, es gibt (fast) nichts, wofür es nicht eine competition gibt. Genauso liebt man auch Titel, kaum jemand der nicht Manager oder zumindest Assistant Manager, wovon bzw. wofür auch immer, ist. Nach restroom fragt man in der Tat eher in Nordamerika, gebräuchlicher Begriff in England ist lavatory oder toilet - loo ist schon sehr salopp, wird aber umgangssprachlich durchaus gerne verwendet; für die Frage nach dem Örtchen sollte man aber eher die beiden ersten Begriffe verwenden. Wo wir schon bei der Umgangssprache sind, das "kleine" Geschäft heisst hier "wee", das "große" "poo" - das nur als kleiner Exkurs. In "feinem" Hause wird auch der Begriff bathroom für die Frage nach der Toilette verwendet. Einen guten Start in die Woche wünscht euch Stefan @ottomar: Gute Reise und viel schönes Wetter auf der Insel, bei euch geht es ja jetzt bald los. edit: natürlich auch allen anderen Urlaubern gute Reise und perfektes Wetter Stefan,
vielen Dank für die Wünsche. Zum Glück trägt der Bär noch ein "h" am Ende seines Namens. Ganz grauenhaft und nur für extrem starke Nerven: --> Link Celso, wann geht es weiter? Mit freundlichen n in die Runde, Ottomar Hallo,
Danke für die Erklärungen zu loo, wee und poo. In der Schule lernt man halt manchmal am Leben vorbei. Vielleicht ist der "Loo Of The Year" Award ja der Grund für den meist auffällig guten Zustand öffentlicher Toiletten auf der Insel und damit sehr sinnig. Großartig finde ich, dass es in diesem Jahr zusätzlich noch einen "Home Throne Award" gibt. Ich werde den gesamten Wettbewerb-Loo und Home Throne- aufmerksam verfolgen und die Sieger soweit möglich bei der Planung der nächsten Reise berücksichtigen. Celso Unsere Reise - Teil 1b
Wer nach Wales will, muss durch England fahren. Von Oldbury Hill machtne wir eine schöne Wanderung nach Ightham Mote. Ein alter Landsitz mit Wassergraben ums Haus.
Spiegelungen waren zu viktorianischen Zeiten modern.
Am nächsten Tag reisten wir weiter und verbrachten den halben Tag im Wisley Garden, kein klassischer englischer Garten, sondern eine Gartenanlage der Royal Horticultural Society. Der Park ist riesig und deckt alles ab, was man sich unter Garten vorstellen kann. Dazu gibt es noch ein neues Tropenhaus. Ein kleines Stück vom Rosengarten.
Bonsai
Möglichkeiten der Gestaltung kleiner Gärten (Diese Variante gefiel mir besonders.)
Das Glashaus
Insgesamt ein Muss für Gartenfans und plant mindestens einen halben Tag ein. Spontan entschlossen wir uns für einen Abstecher nach Oxford. Wales war zu weit weg, um noch am Nachmittag bis dahin zu fahren. Überrascht waren wir dann, wie touristisch Oxford ist. Der Stadtcampingplatz des Camping and Caravaning Clubs war voll belegt. Wir mussten auf einen Campingplatz in der Nähe von Woodstock ausweichen. Das Buch "Der letzte Bus nach Woodstock" von Colin Dexter spielt nicht in dem Ort des berühmten Festivals, sondern ist ein Oxford-Krimi mit Inspector Morse. Fairfield Farm am Ortsrand von Bletchingdon gefiel uns gut. Wir standen auf Wiese neben einem nagelneuen Sanitärgebäude mit tollen Duschen. Wir nahmen dann den ersten Bus nach Oxford und mussten nicht mit dem Auto reinfahren. Oxford ist klasse. Es gibt Stadtführungen zu Fuss, bei den offiziellen kann man dann auch einen Blick in die berühmten Colleges der Universität werfen. "Lewis" ist die Fortsetzung von Inspektor Morse und läuft ab und zu im ZDF. Leider haben wir Inspector Lewis und den tollen DS James Hathaway nicht gesehen, obwohl wir doch vor der großen Bibliothek standen, wo die beiden sich meistens treffen.
Oxford ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Damit war unser England Progamm beendet. Jetzt war unser nächstes Ziel Wales. Fortsetzung folgt Celso Hallo celso,
die Erfahrung, dass der C&CC in Oxford ausgebucht ist, haben wir auch schon machen müssen (allerdings in der Zwischensaison). Allen Interessierten kann daher nur geraten werden, vorher zu reservieren, wenn denn eine Übernachtung geplant ist. Vom CP aus ist die Innenstadt fußläufig zu erreichen. Und natürlich ist Oxford immer einen Besuch wert. Oder die P&R-Variante wählen, wie bei Judith zu lesen ist. Und wenn Ihr schon in Woodstock gewesen seid, habt Ihr doch hoffentlich Blenheim Palace besichtigt? Viele aus Berlin. Hallo ihr England, Wales und Schottlandfreunde,
wir sind nun seit 7 Wochen unterwegs von Dover rauf bis fast zur nördlichsten Ecke Schottlands und zurück. Weil mein Mann auf freien Plätzen einfach nicht schlafen kann, waren wir jede Nacht auf einem Campingplatz, sehr oft auf denen vom C+CC. erst gegen Ende haben wir festgestellt, dass es sehr einfach ist den nächsten Platz vom Club zu buchen. man bittet einfach um eine Anfrage beim Wunschplatz, ob frei ist und lässt dann buchen. Man bekommt den Preis genannt und zahlt 25 Pound voraus. Das angenehme bei diesen Plätzen ist auch: alles ist sehr ähnlich und der Service ist in der Regel gleich. Mit einem Verzeichnis (bekommt man in jedem Platz umsonst) kann man gut seine Reise planen. Auch die Preise sind klar angegeben. Wir, als 60+ Leute, waren in der Vorsaison prima dran. aus Salisbury Liesje Unsere Reise Teil 2
Wir sind in Wales Blenheim Palace, den Geburtsort von Winston Churchill, haben wir nicht besichtigt. Es gibt noch eine Menge zu entdecken. Wir wollten nämlich jetzt endlich nach Wales. Recht schnell geht es dann. Gegen Mittag fahren wir bei gutem Wetter über die Second Severn Crossing Brücke und sind in Wales. Alle Schilder sind jetzt zweisprachig. Anfangs muss man immer zweimal hinschauen, um den Sinn des Schildes zu erkennen. Schon vor Newport verlassen wir die Autobahn Richtung Norden. Etwas gespannt waren wir, was für Strassen uns in Wales erwarten. Am Ende der Reise waren wir der Meinung, dass Wales einfacher zu befahren ist, als viele Ecken in Südengland. Längst nicht so viele untermauerte Hecken, die sich nach innen wölben und den Linkslenker zur Strassenmitte drücken. Für Menschen, die wie wir nicht so viel Routine im Fahren großer Autos haben, ist es empfehlenswert, sich nicht nur auf das Navi zu verlassen, sondern sich die Strecken auch auf der Karte anzusehen und mal mit den britischen Camping-Nachbarn zu sprechen, die kennen oft die besten Routen, gerade wenn sie mit Gespann unterwegs sind. Unser Ziel ist Brecon, Hauptort des Brecon-Beacon Nationalparks. Wir folgen einem Tipp von Gabriele (Gabriele55) und steuern den Campingplatz Pencelli Castle an. Wirklich ein toller Platz! Sehr gepflegt, kostenloses W-Lan, die Besitzer haben Wanderrouten ausgearbeitet und leihen die Unterlagen samt Wanderkarten aus, obwohl sie die auch zum Kauf anbieten. Waren wir bei gutem Wetter angekommen, fing es dann an, immer stärker zu regnen. Den ganzen Abend, die ganze Nacht, am nächsten Vormittag. Den „Angriff“ auf die Berge des Nationalparks müssen wir verschieben. Es macht keinen Sinn durch Regenwolken zu laufen. Wir trotzen dem Regen, fahren mit dem Bus nach Brecon und wandern entlang dem Monmouthshire and Brecon Canal zurück nach Pencelli Castle. Der Kanal verläuft parallel zum wilden Fluss Usk und überquert diesen auch als Brücke.
Als der Regen nachlässt wird es richtig romantisch.
Man kann lange, schmale Boote, die innen mit Küche, Schlafzimmer,Wohnzimmer und Bad ausgerüstet sind, mieten und ca. 37 Meilen tagelang hin und her schippern.
Die Wetteraussichten für die nächsten Tage sind nicht besser. Die Berge müssen warten. Wir beschliessen Richtung Küste zu fahren. Fortsetzung folgt. Celso Wenn ihr Richtung St. Davids kommt - ich mein, das war die Gegend, wo wir nen Strand mit Wasserfall (toll als Dusche) hatten. Ich drück schon mal die Daumen für gutes Wetter :) Leider geht es nicht so schnell weiter mit dem Reisebericht. Hier war viel los: Straßenfest, Hausfest, Geburtstage, kaum ein ruhiger Abend. Also: Sorry, aber der Reisebericht wird auf jeden Fall vervollständigt. Versprochen ist versprochen!
Unsere Reise Teil 3 Zur Küste Am nächsten Morgen brechen wir auf. Au f dem Weg nach St.Davids (ohne Apostroph im Übrigen) fahren wir die A40. Die Strassenbezeichnung ist mir aus der Heimat bestens bekannt. Gefühlt habe ich einen ganzen Teil meines Lebens auf der Hauptschlagader des Ruhrgebiets zugebracht. Die A40 hier in Wales ist wesentlich ruhiger und kein Stau nervt. Wir machen einen Zwischenstopp und besuchen Aberglasney House and Gardens zwischen Llandovery und Carmarthen. Besonderheit ist das Ninfarium. Nach dem Vorbild von Ninfa in Italien hat man einen Teil des Haupthauses, der nur noch aus Ruinen bestand, mit Glasdächern verschlossen und ein Tropenhaus daraus gemacht.
Am Nachmittag sehen wir das Meer. Die Sonne strahlt vom Himmel. Wieder folgen wir Euren Tipps und fahren zum Caerfai Bay Caravan and Tent Park nur ca. 1km von St.Davids entfernt. Wunderbar! Es ist der letzte von mehreren Campingplätzen direkt am Meer. Wir genießen den Ausblick.
So schön liegt Caerfai Bay! Abends ist Fussball: Deutschland - Griechenland. Wir wissen schon, wo wir hin wollen. Das Farmers Arms ist eine Empfehlung von Gabriele. Vorher bestaunen wir noch die riesige Kathedrale und die Ruinen des Bischofspalastes der 1800 Einwohner Stadt. Das Foto des Brautkusses ist wohl einzigartig, weil das Brautpaar sich erstmal küsste, als es aus der Kirche kam, der Hochzeitsfotograf aber noch gar nicht da war. So haben nur wir diesen Schnappschuss.
Im Farmers Arms (auch ohne Apostroph) gibt es bestes Pubfood. Lecker und reichlich! Nur der Toffeepudding stand leider nicht mehr auf der Speisekarte. Die Waliser sind auf Seiten der Griechen, aber an diesem Abend ist die deutsche Mannschaft zu stark und EM-Titelträume wachsen. Die Abneigung gegenüber den Deutschen ist nicht so stark, es ist mehr eine Mischung aus David gegen Goliath, Frau Merkel und Euro-Krise. Als am nächsten Tag Italien England aus dem Turnier schmeisst, ist die Freude grösser. Trotz der Anwesenheit von vielen englischen Touristen, werden Schnäpse in italienischen Landesfarben getrunken. Der walisische Metzger merkt noch an, dass die runden Bälle nicht so das Ding der Waliser wären, mehr die eiförmigen und so sieht man in ganz Wales selten einen Fussballplatz. Die hohen Torstangen für ein Rugby Spiel sind allerdings allgegenwärtig. Irgendwann rufe ich dann noch Stu an. Ja, den Stu hier aus dem Forum. Wir verabreden uns für den nächsten Abend. Ich hatte Ihn schon vor der Reise per KN gefragt, ob wir uns auf ein Pint treffen sollen, weil er ja in der Nähe von St.Davids wohnt. Er hatte uns seine Telefonnummer geschickt und Übernachtung auf seinem Stück Land angeboten (wir hatten uns aber für den Campingplatz entschieden). Ich glaube, ein wenig überrascht, dass wir uns tatsächlich melden, war er aber schon. Das Wetter hält. Endlich können wir das tun, was wir am liebsten machen, wandern auf dem Coast Path. Hier ist es der Pembrokeshire Coast Path. Der Pembrokeshire Coast Path verläuft von Amroth im Süden entlang der Küste bis St.Dogmaels im Norden über knapp 300 km. Wir erwandern davon natürlich nur wenige km, aber es ist herrlich entspannend am Meer entlang zu wandern und spektakuläre Ausblicke zu genießen.
Zwei Abende treffen wir uns mit Stu, reden über Gott und die Welt und trinken ein paar Pint. Spannend, jemanden aus der virtuellen Welt (Forum) in echt kennenzulernen. Dann kippt das Wetter wieder. Das Meer verschwindet hinter Fog and Mist.
Wir nutzen einen Tag, um die Kathedrale von St.Davids zu besichtigen.
Fortsetzung folgt Celso Unsere Reise Teil 4
Richtung Norden Es ist der 27.Juni. Wir fahren Richtung Norden an der Küste entlang. Unser nächstes Ziel ist die alte Universitätsstadt Aberystwyth.
Das alte Universitätsgebäude direkt am Meer Wir suchen einen strategisch gut gelegenen Campingplatz. Heute und morgen sind die beiden Halbfinale der Fussball EM. Wir wollen sie in einem Pub gucken und der soll möglichst nahe am Campingplatz sein. Wir entscheiden uns für den Midfield Camping und Caravan Park. Das Einzige, was dieser Platz bietet, ist ein super Blick über die Stadt bis zum Meer, über den Rest schweigen wir besser.
Versuch einer Langzeitbelichtung.Blick vom Campingplatz über die Stadt(Roman und andere Fotogötter bitte wegschauen). Der Pub ist ein alter, müffelnder Vorstadtpub mit ein paar halbwegs fussballinteressierten Menschen, aber einer schönen Grossleinwand. Nachdem die Spanier nach hartem Kampf die Portugiesen besiegen, enden am nächsten Abend die EM-Träume der deutschen Mannschaft im Spiel gegen Italien. Wir werden bedauert, der ein oder andere Waliser trauert mit uns, weil er ein paar Pfund auf Deutschland gewettet hatte. Nach 2 Abenden kennt man sich schon und verabschiedet sich freundlichst. Ich verkünde laut in die Runde meine feste Überzeugung, dass die Spanier Europameister werden. Ich habe auch gerne mal Recht! Was mensch unbedingt tun sollte, wenn er in Wales ist, ist Eisenbahn fahren. Liebevoll hergerichtete Schmalspur-Dampflokomotiven ziehen die Besucher schnaufend und dampfend von der Küste ins höherliegende Hinterland. Beim Zwischenstopp, um Wasser nachzufüllen, läuft der Maschinist mit dem Ölkännchen um die Lok , damit ja nichts quietscht.
Ein wunderschönes Exemplar (Ich meine nicht den Mann im Vordergrund. Das bin nämlich Ich.)
der Maschinist Von Aberystwyth fahren wir mit der Vale of Rheidol Railway bis Devil´s Bridge. Nach etwa einstündiger Fahrt immer auf halber Höhe und mit wunderschönen Ausblicken über den Fluss Rheidol kommen wir dort an. Dort findet ein Motorrad Oldtimer-Treffen statt. Wir kommen uns um 50 bis 100 Jahre in die Vergangenheit versetzt vor.
Devil´s Bridge sind drei, zu unterschiedlichen Zeiten übereinander gebaute Brücken, die über tosendes und gurgelndes Wasser führen, das durch Felsspalten stürzt.
Zum Abschluss unseres Ausflugs bewundern wir mal wieder kreatives Gardening.
Ausserdem geben wir den Vorsatz auf, walisische Ortsnamen richtig auszusprechen.
Das Wetter bleibt beständig unbeständig. Morgen fahren wir weiter. Fortsetzung folgt. Celso
Hihi. Als ich das erste Mal nen Fuß nach Wales setzte, hab ich in ner Tourist Office gefragt, wie man denn diese walisischen Ortsnamen aussprechen sollte. Antwort wie aus der Pistole geschossen: "Wie man's schreibt!" Erst aufgrund meines (vermutlich) seeeehr konsternierten Gesichtsausdrucks kam dann noch: "Naja, bis auf..... w=u; dd=f; ll=kehliges ch..." ff weiß ich nimmer... Unsere Reise Teil 5
Porthmadog und Umgebung ..Heute ist der 29.Juni 2012. Wir fahren gen Norden. Wir haben uns entschlossen, unser Basislager in Porthmadog einzurichten. Von dort können wir die Berge Snowdonias beobachten und den richtigen Zeitpunkt für den Gipfelsturm finden.... Ein bißchen wie in einschlägigen Bergsteiger- oder Polarexpeditionsberichten kamen wir uns vor. Nur nicht so alternativlos. In der Umgebung von Porthmadog gibt es jede Menge zu sehen und erleben. Der Campingplatz Tyddyn Llwyn liegt nur ca. 1km vom Ortskern Porthmadogs entfernt, aber sehr schön hinter einem Hügel in einer Senke und wird begrenzt von einem kleinen Berg.
Die Sonne versinkt hinter dem Hügel. Der angeschlossene Pub verfügte über eine Grossleinwand für das noch anstehende EM-Finale und servierte sehr leckeres Essen. Meinen Favoriten Steak´n Ale Pie habe ich schon mehrmals nach diesem Rezept nachgekocht: --> Link In Porthmadog wurde die Pie zwar in einer Form aus Yorkshire-Pudding serviert, aber die Blätterteigvariante ist auch toll. Wichtig ist, da muss ein ordentliches Döschen Ale hinein. In meinem Fall ist es dann meistens Old Speckled Hen. Um nicht ganz dumm zu sterben: Tyddyn Llwwyn spricht sich in etwa Tithin Chlu uin. Problem ist nur das kehlige ch vor dem l. 30.Juni 2012 Wolken über den Bergen
01.Juli Wolken über den Bergen
Eigentlich ganz brauchbares Wetter an der Küste für eine Wanderung auf die LLyn Peninsula. Ein weiter Strand erwartet uns. Am Nachmittag wird es schöner. Wir essen Eis auf einer Bank vor Criccieth Castle.
Am Abend steigt das EM-Finale. Wir sitzen im Pub, essen lecker und freuen uns über die blitzsaubere Leistung der Spanier. 02. Juli 2012 Wolken über den Bergen Wir fahren Zug. Diesmal mit der Blaenau Ffestiniog Railway in den gleichnamigen Ort. Hier ist alles grau.
Meinem Neffen schrieb ich von da(ich gebe zu, leicht übertrieben): „Der Ort ist so schrecklich, dass es verboten ist, dort zu fotografieren. Daher oben im Bild nur ein Eindruck von der grauenhaften Umgebung. Die einzige Verbindung zur Aussenwelt besteht in einer sogenannten Museumsbahn. Einheimische erzählten uns flüsternd, Stephen King sei nach einem Besuch in Blaenau Ffestiniog nachts schweissgebadet und von Albträumen geplagt aufgewacht und hätte ein Gelübde abgelegt, nie mehr Horrorgeschichten zu schreiben, sondern stattdessen jedem dahergelaufenen Schreiberling auf dem Rückdeckel seines Buches zu bestätigen, er hätte das tollste Buch aller Zeiten geschrieben.“ Um keine Gerüchte aufkommen zu lassen: Es ist weder verboten in Blaenau Ffestiniog zu fotgrafieren, wir hatten nur schlicht kein Foto gemacht, noch weiss ich, ob Stephen King jemals in Blaenau Ffestiniog war. Wer allerdings Lust auf einen Tag mit Urlaubsblues hat, ein Regentag dort eignet sich wunderbar. Grau ist alles, weil hier Schiefer abgebaut wurde. Häuser,Berge, Wolken- alles fügte sich grau in grau. Wir wollten unbedingt noch in die Schiefermine, hatten aber den Shuttle-Bus verpasst. Es zeigte sich wieder einmal die große Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Waliser. Eine Frau, die wir fragten, meinte, sie müsse sowieso noch auf ihren Mann warten und fuhr uns zum 3 km entfernten Llechwedd Slate Caverns- Museum. Die Kassiererin des Museums kümmerte sich darum, dass der Shuttle Bus uns pünktlich zur Abfahrt des Zuges zurückbrachte und so konnten wir noch in die Schiefermine einfahren und sie besichtigen.
3.Juli 2012 Wolken über den Bergen Wir fahren nach Harlech. Eine der großen Königsburgen steht hier. Es ist ein steiler Aufstieg von der Ebene hinauf zur Burg und dem Ort.
Nach der Besichtigung gehen wir in den Ort. Wir kommen an eine kleine Kreuzung. Irgendwie kenne ich diese Kreuzung. Als ich das Schild sehe, weiss ich woher.
Vor 2 Jahren suchte ich nach unserer damaligen Reise Videos über die Fahrt von Porlock nach Lynmouth (Exmoor) und stiess dann auch auf dieses kleine Video über die angeblich steilste Strasse in GB. --> Link Wir überlegten, ob wir die Strasse zu Fuss hinuntergehen sollten, waren uns aber nicht sicher, ob wir an der richtigen Stelle herauskommen würden. Also fragten wir einen älteren Mann, der sich sogleich als Oxford-studierter Germanist entpuppte und uns dann einfach einen „Lift“ anbot. Er nahm uns in seinen Auto mit und wir fuhren das 40% Gefälle hinunter. 4. Juli 2012 Wolken über den Bergen Wir lassen es ruhig angehen. 5.Juli 2012 Wolken über den Bergen Unser Ziel ist Portmeirion. Wir machens zu Fuss. Erst über den Cob. Das ist der Damm, der das Marschgebiet südlich von Porthmadog durchtrennt und über den eine Straße und die Schienen der Blaenau Ffestiniog Railway führen. Dann müssen wir noch über einen Hügel. Nach einigen Regenfällen der vergangenen Tage kommen wir ordentlich „vermatscht“ in Portmeirion an. Ein italienisches Dorf in Wales. Sir Bertram Clough Williams-Ellis errichtete hier eine Hotelanlage und liess ansonsten seiner Fantasie freien Lauf.
Im Laufe des Tages wird es schöner und wir haben einten tollen Blick über die riesige Sandfläche vor Portmeirion bis zum Meer.
In Portmeirion ist die britische Kultserie „Number 6“ mit Patrick MacGoohan(besser bekannt aus der Serie "John Drake-Im Geheimauftrag Ihrer Majestät“) gedreht worden. Bei Arte ist sie 2010 nochmal gezeigt worden und hier im Vorspann wird Nummer 6 in Portmeirion wach: --> Link Auf dem Rückweg sehen wir die Berge ohne Wolken, aber für morgen ist bereits wieder Regen angekündigt.
Wir entscheiden uns. Die Berge müssen warten. Wir kommen im nächsten Jahr nochmal hier vorbei. Dann wird bei bestem Wetter und Aussicht der Snowdon bestiegen! Fortsetzung folgt! Unsere Reise Teil 6
Nach Hause 6. Juli 2012 Durch endlosen Regen fahren wir eine wunderschöne, einsame Strecke. Von Dolgellau über Bala bis nach Llangollen und Wrexham. Wir verlassen Wales. Der einzige Teil Großbritanniens, wo es heute nicht regnet, ist unser Ziel. Südlich von London bis nach Dover. 7.Juli 2012 Bei gutem Wetter machen wir ein Küstenpfadwanderung von Folkestone nach Dover.
Wir wollten schon lange einmal auf den weissen Klippen wandern, die uns immer begrüssen, wenn wir die britische Insel erreichen und die uns als letztes Bild bei der Abreise verabschieden.. Morgen geht´s nach Hause. Das war´s. Ich hoffe, Ihr fandet meinen Bericht nicht allzu langweilig. Celso Celso, toller Bericht und wunderschöne Bilder...Danke..das macht Lust auf das Land Bei dem tollen Bericht koennte ich direkt mal darueber nachdenken Schottland gegen Wales fuer den naechsten GB Urlaub zu tauschen - TOLL! Ganz toller Bericht .. über eine Gegend, die auch noch bei uns auf dem Zettel steht ... :)
:daumen2: Danke für den tollen Bericht und die Fotos.
Wir waren ja dieses Jahr im April in der gleichen Gegend unterwegs, leider bei seeehr unattraktivem Wetter (im Gegensatz zum Traumwetter genau ein Jahr zuvor) und dementsprechend geringer Fotoausbeute. Der Snowdon muss nun auch auf uns bis nächstes Jahr warten - aber wir kommen immer gerne wieder.... Vielen Dank für den wunderbaren Bericht und die aussagekräftigen Fotos.
So trifft man Entscheidungen für andere! Wir wollten eigentlich nächstes Jahr im Sommer in den Norden... Mit freundlichen n und nochmals Diolch yn fawr iawn Ottomar
Darüber kann man tatsächlich ersthaft nachdenken. Wales ist, nachdem ich inzwischen viele Ecken von GB kenne, sowas wie Großbritannien im Kleinen. Im Süden findet sich vieles von Cornwall/Devon wieder, ohne dass die Ecke so überlaufen ist wie der äußerste Südwesten. Im Norden gleicht Wales an vielen Stellen den schottischen Highlands (Snowdon). Dazu kommen die schon wieder fast lieblichen Landschaften im Inland, die wiederum an Kent, Dorset oder Devon erinnern. @Celso: Toller Bericht, der für mich viele "Déja Vu´s" enthält :wink: Roman Wales ist schön - siehe dieser Thread.
Bevor jetzt aber alles nur noch Wales überrennt - insgesamt ist GB einfach sehr abwechslungsreich. Selbst die Fens im Osten haben ihr eigenes, interessantes Gepräge. Und im Peak district trifft man immer noch fast nur Engländer, weil es außerhalb der Insel kaum einer kennt. Grundsätzlich gilt auch hier, was ich auch schon in anderen Ländern festgestellt hab - je bekannter die Gegend, desto weniger mag ich sie. Ok, ein bissel hart ausgedrückt, aber die Tendenz stimmt. Die Gegenden, die keiner oder kaum einer kennt, wo der Tourismus (noch) nicht groß ist, da find ich die schönsten Landschaften, die nettesten Leute und die interessantesten Kulturgüter. Empfehlung: Einfach mal das Unbekannte entdecken, hat sich bisher eigentlich immer gelohnt.
Kann ich teilweise nachvollziehen. Mir geht es heute ähnlich mit der Toscana. Als ich dort mit 18 zum ersten mal war, fragte mich fast jeder, "wie bitte, wo fährts Du hin, wo ist denn das..." Und heute ?..... Aber das Gesagte kann man m.E. (noch) nicht auf Wales übertragen. Auch wenn jetzt hier gefühlt viel Werbung gemacht wird, muss man schon realisieren, dass ca. 2,5 % der deutschen Urlauber überhaupt nach GB fahren. Das finde ich noch sehr übersichtlich...:D Und davon dann ein Bruchteil nach Wales. Die meisten treibt es ja wohl in den Südwesten oder nach Schottland. Und hier in dem kleine Kreis des Womoforums, wir sind ja quasi unter uns, :D kann man schon etwas Werbung für diesen schönen Landstrich machen, finde ich zumindest. :wink: Roman
Aprospos BFR: Sie ist die älteste unabhängige, noch in Service stehende Eisenbahngesellschaft der Welt, gegründet 1832. Sie wurde natürlich geplant und gebaut für den Schiefertransport aus Blaenau Ffestiniog zum nächstgelegenen Strand, wo dann ein Hafen nahe Portmadog gebaggert wurde. Die Mine war im übrigend die größte der Welt. Nur ein paar Dutzend Meilen nördlich ist die Penrhyn Mine, damals die größte Tagebau-Schiefermine der Welt. Von dort wurde ebenfalls eine Schmalspurbahn zur See gebaut, zur anderen Seite der Menai Strait nach Bangor (Port Penrhyn); erst mit Pferdekraft und ab 1843 mit Dampf betrieben. Celso hat naürlich recht: alles grau hier. Es wirkt, also sei man auf dem Mond gelandet, wenn man von Betwys über den Pass kommend ins Tal rollt. Ich bin immer an die Kiruna-Mine im Miniatur-Wunderland in der Speicherstadt erinnert, wenn ich das sehe - genauso unwirk- wie -wirtlich. Toller, stimmungsvoller Bericht. Danke Celso Auf der Suche gefunden .... Werde mich dran machen, den Bericht noch zu lesen. beim Überfliegen hab ich aber gemerkt, dass Ihr was verpasst habt: den Bahnhof von (phon.:) Glennwilliwilligogogoch ..... so wir der Ort von den Einheimischen kurzerhand abgekürzt .... Nee, aber mal was anderes: Sollten wir auf unserer Tour spät abends mit den Zug rüberfahren, müssen wir ja irgendwo übernachten. Hat schon jemand auf dem Parkplatz vom Holiday Inn Maidstone - Sevenoaks (an der M 26) gestanden? Kann / darf man da stehen oder störts jemanden? Würde mal überprüft/weggejagt werden? Ist sicherlich kein offizieller Stell- oder Campingplatz, aber genügend Platz wäre da. Haben da mit dem Auto schon ein paar mal gestanden - aber übernachtet im Holiday Inn .... und ne Futterbude gibts da ja auch. Wär schön, wenns ginge .... vor allem auch das englische Früchstück am nächsten Morgen ... meine Güte, wie liebe ich englisches / britisches Futter .... beans on red souce, eggs sunny side up, baked ham, baked tomatoes, baked mushrooms, und diese geilen (Fett-) Würstchen ...... Jedesmal eine Geschmack?plosion ...!!!! Wenn ich darf ... möchte ich mal einen Reisebericht aus dem Jahre 2000 bereitstellen. Damals war ich mit meiner Noch-Nicht-Ehefrau nach und in Wales unterwegs. Allerdings mit dem Motorrad, nicht mit WoMo oder so. Da in diesem Bericht Bilder integriert sind, versuch ich den Bericht als Datei einzufügen. Wenns so nicht klappen sollte, geht halt nur das geschriebene Wort .... Habs grad probiert ---- geht wie erwartet nicht (dann wäre der gesamte Bericht als 'Bild' dargestellt) !!!!! Dann also nur der Text - ohne Bilder (die hatte ich seinterzeit noch eingescannt, finde aber leider die 'Originale' nicht mehr ... leider .. iss ja auch schon ne Weiler her ... zu D-Marks-Zeiten ..... UND IMMER WENN DER VOGEL RIEF ODER... EINE REISE IN EIN LAND DER SCHEINBAR SINNLOS ANEINANDER GEREIHTEN BUCHSTABEN UND DER SCHIER UNAUSSPRECHBAREN WÖRTER Sagen wir mal, es hatte alles im Jahre anno 1991 angefangen. Bei einer durch die IPA Steyr veranstalteten internationalen Motorradsternfahrt zum Friedens-denkmal in oberösterreichische Steyr lernte ich Colin kennen, einen Englischen Sergeant der Metropolitan Police London. Seither sind wir Freunde, schreiben uns regelmäßig und treffen uns bei allen möglichen Gelegenheiten, um zusammen zu touren. Zwischenzeitlich zählt Colin schon fast 64 Lenze und ist schon seit 5 Jahren pensioniert. So kam es also wieder dazu...ich schrieb Colin, daß ich dieses Jahr, Ende August, auf seine Insel ‘rüberkommen wollte. Ganz verstohlen fragte er mich, ob er mich denn begleiten dürfte. Welch eine Frage, ohne Colin wäre das alles doch nur halb so interessant...und außer-dem...was sollte die Frage, antwortete ich ihm. Dann war es so weit. Wir, Ingrid, meine Liebste und ganz und gar unproblematische Sozia und ich packten die Sachen zusammen und stopften die Innentaschen in die Seitenkoffer meiner GoldWing. In den Top Case kamen dann die Schuhe, unsere 25 Kultur- und Schminkbeutel und natürlich durfte auch der Fön nicht fehlen. Der Fön, zu dem ich selbstverständlich einen Adapter für England bereithielt. Auf den Gepäckträger kam dann noch alles an Regenklamotten und Ganzkörperkondomen, weil es in England doch immer so viel regnen soll. Und dann ging es los, am Sonntagmorgen, dem 22. August, morgens um halb acht. Nach Calais, auf die HoverSpeed (1 Motorrad, 2 Personen = 461.-DM, allerdings zur teuersten Zeit) und nach 35 Minuten waren wir schon auf der Insel. Zwei dicke gelbe Pfeile zeigten uns, daß wir ab jetzt links zu fahren hatten, und schon kamen die ersten drei Kreisverkehre (roundabouts). Huch, wir staunten nicht schlecht, man muß höllisch aufpassen, weil man beim Hineinfahren automatisch immer in die falsche Richtung schaut. Also sagte ich meiner Sozia, sie solle mich bei jedem Kreisverkehr in die Seite hauen, damit ich auch ja nach rechts in den Kreisel gucke (noch heute habe ich an der rechten Hüfte jede Menge blaue Flecken). Dann die Suche nach Unterkunft...wir hatten ja außer der Fähre nichts vorgebucht. Ich hatte von einem englischen Kollegen bereits einige Adressen erhalten. An der ersten war aber nie-mand zu Hause, also was tun. Ich war so dreist und habe einfach beim Nachbarn von gegen-über geklingelt und gefragt. Hier habe ist das erste mal diese Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Engländer erfahren, die uns von jetzt an durch die gesamte 13tägige Tour begleiten sollte. Als wenn es das Selbst-verständlichste auf der Welt wäre nahm er sein Telefon und telefonierte so lange herum, bis wir eine Bleibe hatten. Wenn auch für teure 25 £ Bed&Breakfast pro Kopf dachte ich, aber es war ein gutes Haus. Daß sich diese Preise aber so fortsetzen sollten, wußten wir da noch nicht. So kamen wir die erste Nacht in Wargrave bei Reading, westlich von London, unter. Und, was war mit dem Fön, natürlich passte der Adapter nicht mehr, schon über Jahre veraltert. Also am nächsten Tag einen passenden Adapter gesucht. Gabs natürlich nicht. So kaufte ich in einem kleinen Elektrogeschäft einen hundsgewöhnlichen englischen Stecker, schnitt unseren deutschen Stecker vom Fön ab und schloß den neuen Stecker ans Kabel an. Die zweite Nacht, nach dem Besuch von Stonehenge, verbrachten wir gar nicht weit entfernt in Chippenham, für 40 £ das Zimmer. Am nächsten Tag ging es dann zu Colin, nach Haverfordwest, West Wales. Im Regen. Hier ging es schon langsam los, Ortsnamen wie Porthyrhyd, Llandisilio usw. Doch es sollte uns noch viel schlimmer treffen. Die Begrüßung mit Colin und seiner Frau Beryl war gigantisch. Sich nach mehr als einem Jahr in den Arm nehmen, sich drücken, Tränen vor Freude flossen. Es ist einfach nicht zu beschrei-ben. Am Abend dann der Besuch bei seiner Tochter Jacky und Schwiegersohn Roger auf einem kleinen Landgut zwischen winzigen Orten unfern von , an deren Namen ich mich aber wegen der Schreibweise und der Aussprache absolut nicht mehr erinnern kann. Ich hatte ja eigentlich gedacht, ich könnte ein wenig Englisch sprechen und verstehen. Fehlan-zeige, hier wurden mir wiedermal ganz schnell meine Grenzen gezeigt. Der nächste Tag war total verregnet, aber darauf hatten wir uns ja wohlweislich eingestellt. Deswegen setzte uns Colin in sein Auto und gingen auf eine kleine Sightseeing-Tour in der Umgebung (Atlantic, Camarthen Bay). Nachmittags hörte es dann auf zu regnen, allerdings war die Luft derart feucht, daß trotzdem alles naß wurde. ‘ Mist ‘ nennt man das in England, misty weather (ahhh, Mist-Wetter) . Da kann es nicht mehr regnen, man ist schon in der Wolke. Am nächsten Morgen dann der erste gemeinsame Tag unserer Motorrad-Tour. Kein Regen mehr. Über St. David’s Head, Fishguard, Aberystwyth, Machynlleth ging es dann in den Snowdonia-Nationalpark. Untergekommen sind wir dann in einem kleinen Ort namens Trawsfynydd (ausgesprochen: Troosfinnith - dd am Schluß ist gleich dem engl. Tie Eitsch-). An einem kleinen Pub inmitten dieses Ortes hielten wir an, weil es dort auch Bed & Breakfast gab. Der Laden war geschlossen, die Klingel kaputt, also klopften wir. Erst nach dem eine Nachbarin dorthin angerufen hatte, daß Kundschaft vor der Türe stand, wurde uns von Cathrine, genannt Rinie, mit verschlafenen Augen geöffnet. Selbstverständlich bekamen wir Unterkunft (für 12, 5 £ pro Nase). Doch Rinie mußte erste einmal die Zimmer aufräumen, die Betten beziehen und einkaufen gehen, damit wir auch ein Abendessen bekommen konnten. Und jetzt gings los, das war eine komplett andere Sprache in Nord Wales, die sogar Colin nicht konnte, weder sprechen noch verstehen. Und nicht nur das...mit unseren zwei Motorrädern schienen wir Außerirdische zu sein, die sich in dieses Nest verlaufen hatten. An den Fenstern bewegten sich die manchmal vorhandenen Vorhänge, Köpfe ragten heraus, wir wurden auf der Straße bestaunt und ab und zu sogar auch angesprochen. Und abends war dann das Pub zu klein. Das halbe Dorf kam, um uns zu bestaunen, denn in Windeseile hatte es sich herumge-sprochen, daß irgendwelche Fremdlinge mit seltsamen Geräten da seien. Man kam, um einen zu trinken, und auch diesen Fremdlingen einen auszugeben. Und plötzlich hörten wir das erste mal diesen Vogel rufen : GROUSE, und das immer dreimal hintereinander. Grouse, was ist das für ein Vogel? Das ist ein fasanenähnlicher dummer Meckervogel, der auf einer Flasche schottischem Whisky abgebildet war. Und nachdem dieser blöde Vogel 8-9 mal gerufen hatte, hatten wir auch eine neue Sprache kriiert: whiskysch . Ging ganz einfach. So wurden dann auch mit den Einheimischen Trinksprüche ausgetauscht: uns wurde SCHLOONGSCHE (so ausgesprochen) gelehrt, und wir brachten denen unseren Spruch bei: Hau wech die Scheiii-seee. Wir haben uns kaputtgelacht über deren Versuche, dies auszusprechen, das war halt die Revanche. Zwei Tage blieben wir dort...und der zweite abend lief genauso ab...und immer wieder rief der Vogel...und immer wieder waren wir zur Stelle. Au Backe. Die Motorradtouren durch den Snowdonia-Nationalpark waren aber nicht weniger eindrucksvoll und betörend. Eine Landschaft, für die es sich alleine schon lohnt, 1000 Kilometer zu fahren. Man kann sie nicht beschreiben, man muß sie erlebt haben!!!!! Straßen und Sträßchen durch eine der herrlichsten Gegenden, die ich bis jetzt gesehen habe, einwandfreie Straßenzustände überall (auch die kleinsten Sträßchen), Kurven und Kürvchen, Strecken durch Baumtunnels und Hochlandschaften, vorbei an Hügel, Seen, Weiden, Schafe, als wäre man in einem Traum. Orte wie Penrhyndeudraeth, Porthmadog, Porth Meirion, Beddgelert, Llanberis, Llanrug, Capel Curig, Celuloid,...nur um einige zu nennen. Nicht zu vergessen aber der auf der Insel Angel-sey gelegene Ort LLANFAIRPWLLGWYNGYLLGOGERYCHWYRNDROBWLLLLANTYSILIOGOGOGOCH Teil 2 folgt .... Teil 2 - UND IMMER WENN DER VOGEL RIEF .... (wer es schafft, diesen Ortsnamen korrekt und fehlerfrei auszusprechen, bekommt von mir eine Kiste Bier, versprochen) . Und...... wir hatten k e i n e n Regen ! Doch es sollte ja auch noch weitergehen. Über Druid und Mold verließen wir wieder Nord Wales und fuhren, mit einer Übernachtung bei Preston (hier wohnte unser blöde Vogel aller-dings nicht, also ließen wir die Glocke läuten...? = Bell’s Whisky), in den Lake Distrikt ein. Aber jetzt regnete es, und wir hatten einen großen Fehler gemacht. Just am Folgetag war Bank Holiday, ein hoher nationaler Feiertag, an dem fast alle Engländer in den Lake Distict zu fahren schienen. So suchten wir über 3 Stunden im Regen nach Unter-kunft. Von Widermere über Ambleside und Keswik bis hin zu Cockermouth konnten wir nur lesen sorry, no vacancy . Bis wir doch unterkamen in einem kleinen ***Hotel, für 42 £ pro Nase, allerdings Halbpension. Dafür schürte man aber extra für uns die Heizung, damit unsere Klamotten trocknen konnten. Und natürlich...dieser blöde Vogel rief wieder... Am nächsten Morgen dann raus aus dem teuren Laden. Wir wollten eigentlich drei Tage im Lake District bleiben, aber nachdem die Wetterkarte für Nord-West-England nur Regen pro-phezeite, es jedoch in Ostengland schön sonnig und warm werden sollte, änderten wir kurzer-hand unseren Plan. Wir fuhren von Cockermouth aus zunächst südlich in eine ‘grüne Straße’ ein und folgten dieser bis Keswik. Was uns hier erwartete, konnte keiner wissen. Zwar noch kein Regen, aber ‘Mist’, das war uns aber angesichts dieser Landschaft dort völlig egal. Die Landschaft dort wechselte im Minutentakt von engsten, in Steinwällen eingefaßte Sträßchen über großzügige Valleys mit flachländisch kanadischem Touch bis hin zur Hochlandschaft in scheinbar 2500 Meter Höhe. Dabei überquerten wir aber einen Pass von nur 350 Meter Höhe. Der Traum der Träume, die Tränen waren tatsächlich nahe. Nicht zu beschreiben, hätte uns die Sonne begleitet. Wehmütig in Keswik angekommen verließen wir West England in östliche Richtung über Penrith nach Yorkshire. Dabei befuhren wir die A 66, passierten ‘The Roof Of England’ (hier wehte uns ein kräftiger Wind fast von der Straße), kamen an Scotch Corner vorbei und erhielten dann, mitten auf freier Strecke zwischen Pickering und Whitby, Bed & Breakfast - Unterkunft im Saltersgate Inn...natürlich o h n e Regen. In diesem Pub zahlten wir 45 £ für 2 Nasen pro Nacht, man spricht sogar Deutsch, und, wie sollte es anders sein: immer wieder rief dieser blöde Vogel... Zwei Nächte blieben wir dort und hörten uns diesen Ruf an. Übrigens: dort in ein paar Kilometer Entfernung steht eine der größten Radar-Überwachungs- und Satellitenanlage Europas. Diese Anlage strahlte derartig starke Signale aus, daß die funk-gesteuerte Alarmanlage meiner GoldWing außer Gefecht gesetzt wurde. Die Landschaft war hier ganz anders: hügelig, fast kahl, aber übersät mit Erika-Weiden, in denen es sich tausende Schafe schmecken ließen. Trotzdem war es eine sehr warme Land-schaft. Wir machten dort einen Ausflug nach Redcar bei Middlesbrough (dort wohnt Colin’s Bruder, sie hatten sich seit Jahren nicht mehr gesehen), an die Nordsee und befuhren auch Straßen mit 25 % Steigung, Eine Ortsstraße in Whitby mit 30 % war außer für Anwohner für Pkw und Motorräder gesperrt. War auch ziemlich steil, und wahnsinnig eng (max. 3 Meter), wir sind aber runter- und wieder raufgelaufen. Da merkt man sofort jedes Kilo Übergewicht. Tags darauf ging es südwärts, wir übernachteten in Hogthorpe, in der Nähe von Skagness. Wir trauten uns erst gar nicht richtig in das Pub, einige wenige Meter von unserem neuen Heim. Das Gemäuer sah doch schon etwas vernachlässigt und ‘runtergekommen aus, aber kräftiger Hunger und selbstverständlich Durst trieben uns dann doch dazu, die Köpfe einmal ‘reinzuste-cken. Und wir blieben; daß es drinnen so schön und sauber war, hätten wir uns im Leben nicht gedacht. Doch wo blieb der Ruf des Vogels? Heute gabs kein Vogel, statt dessen läuteten wieder die Glocken...Richtig gut sattgegessen begaben wir uns dann zur Nachtruhe, um am nächsten Morgen wieder weiter südlich zu fahren. Zunächst noch einmal an die Küste nach Cromer, dann ins Landesinnere in Richtung Cambridge. In diesem Teil des Landes begegnet man ausschließlich flachen, ländlichen Gegenden, Landwirtschaft bestimmt hier das Leben. Der Boden ist gut, und allerlei Boden-früchte gedeihen hier aufs Beste. Man riecht die Kohlfelder, die Chips (Pommes frites), bevor sie in der Friteuse landen, uns selbst die Abgase der Traktoren und Schlepper werden durch den kernigen Duft der frisch geernteten und transportierten Zwiebeln überdeckt. Wir mußten doch schon etwas länger suchen, bis wir in der City of Ely (das Städtchen hat eine Kathedrale) B&B-Unterkunft bekamen. Zwar wurden uns sofort zwei Garagen zum Unterstellen unserer Motorräder angeboten, wir mußten aber doch schon ein ganzes Stück zu Fuß laufen, um ein für uns geeignetes Restaurant zu finden. Man hatte uns gewarnt, im Minster-Pub zu speisen, dafür könnten wir auch mit einem Taxi in die nächste Stadt fahren. In der Stadtmitte fanden wir dann ein chinesisches Restaurant, und für 10 £ pro hungrigem Mund bekamen wir ein tolles 3-Gänge-Menü. Die Stimmung wurde langsam aber sicher gedrückter, denn wir wußten, das war die vorletzte Übernachtung auf der Insel. Doch der letzte Tag sollte es noch einmal in sich haben: Colin versprach uns durch die City of London zu lotsen. Die Wettervorhersage kündigte 29 Grad an, und die reichten bestimmt nicht mehr aus, als wir den Verkehr in der Innenstadt erlebten. Traffic-Jam nennen die Londoner das, was wir als Verkehrsinfarkt bezeichnen. Jam, wie Marmelade, wie Matsch. Uns solchen Matsch erlebten wir in London. Stehender Verkehr, alle 5 Minuten 2 Meter weiter, dann wieder warten. Und überall diese übergroßen und bedrohlich wirkenden roten Busse, Taxis, und die allerkleinsten Lücken ausnutzenden Roller und Kleinkrafträder der Motorradkuriere. Nur mit diesen Mini-Mopeds kann man solch einen Verkehr einigermaßen meistern...die wissen schon was sie tun. Die GoldWing war hier total fehl am Platz, viel zu breit, viel zu schwer und zu unhandlich. Und doch, man glaubt es kaum, kein hektisches Drängeln, kein verzweifeltes und ungeduldiges Hupen, als wäre dieser Verkehr das Alltäglichste von der Welt. Ein paar Stationen, Finanz-Zentrum, Trafagar Square, Buckingham Palace, Houses of Parliament mit Big Ben, White Hall mit Downing Street, entlang am Ufer der Themse, Tower und Tower Brigde und dann schnell wieder raus. Immerhin benötigten wir hierfür schon gut drei Stunden. Piccardilly Circus hätten wir gerne noch gesehen, das wollten wir uns dann aber doch nicht mehr antun. Über die Dartford-Brigde verließen wir dann London und wurden in Allington, einem Stadtteil von Maidstone, fündig...die letzte Übernachtung. Der nächste Morgen...ich hasse diese Situationen...Abschied nehmen. Abschied nehmen von unserem guten Freund Colin, der ja auch noch 500km bis nach Hause hatte, Abschied nehmen von der Insel, die wir richtig lieb gewonnen hatten, und von den überall so netten Leuten, Abschied nehmen von dem so gefürchteten Linksverkehr, der sich als gar nicht so schwierig darstellte, Abschied nehmen von 2 Wochen der schönsten Erlebnisse...... .....nicht jedoch von diesem blöden Vogel !!! Auf der HoverSpeed besorgten wir uns noch eine Flasche Vogel, eehhm.. Grouse, und die haben wir auf der Bar zuu Hause abgestellt, ab und zu den Ruf dieses blöden Vogels um die Nase wehen lassend... DeeDee Zitat: (wer es schafft, diesen Ortsnamen korrekt und fehlerfrei auszusprechen, bekommt von mir eine Kiste Bier, versprochen) Kein Problem, schick mir doch mal per KN Deine Telefonnummer. G.H. |
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