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Der Transistor - Grundfunktion als Schalter ( rdt )


Gast am 24 Jan 2012 21:38:56

Der Transistor - Grundfunktion

Der Transistor ist das wichtigste Bauteil der Elektronik. Ihn zu erklären ist eigentlich sehr kompliziert und die meisten von euch würden bald aufgeben. Ich will aber unbedingt, dass ALLE mitmachen und habe mir einen sehr, sehr einfachen Weg der Erklärung überlegt. So lustig es klingen wird, so gut lässt er sich doch auf diese Weise erklären. Ihr dürft jetzt gerne über mich herziehen.

Der Transistor - erklärt an einer Toilettenspülung



Sicherlich kennt jeder von euch die sogenannten Druckspüler bei Toiletten noch. Sie kommen zwar langsam außer Mode, aber es gibt sie noch. Das sind die Spüler, bei denen man LEICHT auf einen Hebel drückt und es kommt VIEL Wasser mit hohem DRUCK unten raus.

Ich wiederhole diesen Satz:
Man drückt LEICHT (wenig Spannung, wenig Strom) auf den Hebel (B) und es kommt viel Wasser (Strom) mit hohem Druck (Spannung) unten raus.

Mit einem kleinen Steuerstrom auf den Hebel (B), erreicht man einen hohen Laststrom auf der Strecke (C->E).

Natürlich kann man auch nur leicht draufdrücken, dann kommt weniger Wasser raus. Oder ganz durchdrücken, dann kommt das Maximum an Wasser raus.
Ich wiederhole diesen Satz:
Durch Veränderung des Steuerstromes auf B verändert sich der Laststrom, der durch C->E fließt.

Das Wasser hat einen riesigen Druck. Hast du schon mal versucht, den Wasserstrahl von Hand aufzuhalten? Trotzdem brauchst du nur leicht auf den Spülhebel drücken. Der Spülhebel hat also sowas wie einen Verstärkungsfaktor. Obwohl du nur mit 100 Gramm drückst, kommt der Wasserdruck z.Bsp. mit 5bar (5000Gramm/cm²) raus. Das entspricht einer Verstärkung deiner Handkraft um Faktor 50.

Ich wiederhole schon wieder:
Mit einem kleinen Steuerstrom auf B erreicht man einen hohen Laststrom auf C->E. Das Verhältnis Laststrom/Steuerstrom nennt man Verstärkungsfaktor. Dafür hat man ein Symbol ausgesucht, das Beta β In unserem Fall hat die Wasserspülung β=50.

Wenn du das noch nicht verstanden hast (würde mich wundern), dann lese es IN RUHE nochmals von vorne durch und mache dann erst weiter!

Was haben wir bis jetzt gelernt:
1) Der Transistor ist ein Schalter oder Verstärker, der mit sehr kleinen Steuerströmen hohe Lastströme(Lampen, Verdampfer, Motoren..) steuern kann.
2) Der Verstärkungsfaktor wird in β angegeben (aus Faulheit nehme ich auch das ß).
3) Man kann den Transistor benutzen um stufenlos zu steuern (Steuerstrom von 0-voll), oder um nur Ein- Auszuschalten (Steuerstrom entweder 0 oder voll)

Dann schauen wir uns jetzt mal das zweite Bild an:



Hier sehen wir endlich den Transistor im direkten Vergleich zu dem Druckspüler. So ein Transistor hat 3 Beine. Die heißen (C)ollector, (B)asis und (E)mmiter. In diesem Bild seht ihr einen sogenannten NPN-Transistor. Und nur den behandeln wir heute.
Bei einem NPN-Transistor muss immer:
C gegen Plus gerichtet sein.
E immer Richtung Minus des Akkus gehen.
B mit (abgebremsten) Plus angesteuert werden.

Und jetzt vergessen wir mal die Klospülung und werden rein elektrisch.
Schauen wir mal dieses Schaltbild an (nicht erschrecken)



Zuerst mal: Was sehen wir da.
den Akku mit 12V,
eine Lampe mit 3 Ohm (~4A)
einen Taster
einen Vorwiderstand beim Taster
einem NPN-Transistor mit einem Verstärkungsfaktor von 300

Und jetzt erkläre ich euch, wie das funktioniert. Es ist einfacher, als ihr denkt.
Wenn der Taster offen ist, kommt keine Spannung beim Transistor an der (B)asis an. Somit lässt der auch keinen Strom von C nach E durch (Klospüler zu)
Wenn wir den Taster drücken, kommt Spannung an der Basis an. Viel Strom wird nicht fließen, da der Widerstand den Stromfluß stark abbremst. Aber: Es fließt etwas Strom durch die BASIS zum EMITTER nach Minus. Der Transistor lässt jetzt plötzlich sehr viel mehr Strom (I-Basis * ß) von C nach E durch und die Lampe brennt.

Was lernen wir daraus:
1) Obwohl nur sehr wenig Strom () in die BASIS fließt, kann der Transistor locker die 1,3A zwischen C und E fließen lassen, da er ja um Faktor 300 verstärkt.
2) Die Lampe braucht 4A. Der Verstärkungsfaktor ist 300. somit muss der Steuerstrom durch die Basis nur 4A/300= 0,013A = 13mA sein. Da reicht selbst der kleinste Schalter.

Wie berechne ich den richtigen Vorwiderstand?

Wir wissen, dass die Lampe 4A braucht. Wir wissen, dass der Transistor ein ß=300 hat. Somit können wir rechnen:
Strom-Basis= Strom-Last / Verstärkungsfaktor
Ib=4A / 300 = 0,013A = 13mA


Akkuspannung 12V, Strom durch Widerstand 13mA

R=U/I
R=12V / 0,013A = 930 Ohm.

Sicherheitshalber lässt man aber etwas mehr Strom durch die Basis laufen. Ich hab mich für ~1/3 Zugabe entschieden und einen 600 Ohm Widerstand gewählt.
Warum:
1) wegen der Serienstreuung von Transistoren (ß=250-350)
2) Weil ich euch noch verschwiegen habe, das die Strecke B->C 0,7Volt klaut (ist nämlich eine Diode, diese Strecke ).
3) Damit er Transistor auch garantiert voll durchschaltet und nicht nur 1A durchlässt und die Lampe wirklich voll aufleuchtet.

So das sollte mal fürs erste reichen. Nehmt euch Zeit und lest das in aller Ruhe mehrfach durch, bis es Klick gemacht hat.

Ich hoffe, ich konnte euch eine etwas komplexe Materie trotzdem verständlich vermitteln. Es gibt sehr viele Arten von Transistoren. Wir kommen nochmals zum Thema Transistor.

Na, schockiert oder was gelernt? :?

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klausevert am 24 Jan 2012 22:00:56

Auch wenn ich die Funktionsweise dieses Transistors schon kannte - deine Erklärung mit dem Wasserspüler ist einfach klasse.

Freue mich schon auf Weiteres

Idurz am 24 Jan 2012 22:28:56

Hallo raidy,
deine Berichte lese ich gern, auch wenn sie (elektrisch) für mich keine neuen Erkenntnisse bringen (vor 30 Jahren staatl. gepr. Elektrotechn. gemacht, vorher Industriemeister Elektrotechnik).
Ich hätte mir (in den 70'igern) nur so einen Berufschullehrer gewünscht! Dann hätte sich so einiges für mich schneller erschlossen, wie es sich jetzt auf verblüffende Art und Weise beim lesen deiner Artikel tut...
Super Erklärung und tolle Beiträge!

Sowas sollte man auf einer prominenten Plattform publizieren. Vorschlag: TELEGE (Technik-Leicht-Gemacht)... Die (DE-) Domain wäre noch frei!

und weiter so!
Rudolf

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Gast am 24 Jan 2012 22:32:37

Hallo raidy,
na das läuft doch runter wie Öl :D

ich gönne es dir, steckt ja auch Arbeit dahinter!

rolfblock am 24 Jan 2012 22:40:45

Klasse Raidy,
ich hätte noch ne Ergänzung. Der Hebel wird mit Wasserkraft bedient, und das Wasser dazu fließt auch noch in den Emitter.
Dazu müsstest du den Hebel umdrehen, Öffnung nach oben.
Oben kommt in den Hebel Wasser rein, der macht dadurch auf.
Viel Wasser, was in der Basis zum Emitter fließt, lässt viel mehr Wasser vom Kollektor nachfließen.
Das Verhältnis Kollektorwasserfluss zu Basiswasserfluss nennt man dann Stromverstärkung.

Gast am 24 Jan 2012 22:46:39

rolfblock hat geschrieben:Klasse Raidy,
ich hätte noch ne Ergänzung. Der Hebel wird mit Wasserkraft bedient, und das Wasser dazu fließt auch noch in den Emitter.
Dazu müsstest du den Hebel umdrehen, Öffnung nach oben.
Oben kommt in den Hebel Wasser rein, der macht dadurch auf.
Viel Wasser, was in der Basis zum Emitter fließt, lässt viel mehr Wasser vom Kollektor nachfließen.
Das Verhältnis Kollektorwasserfluss zu Basiswasserfluss nennt man dann Stromverstärkung.

Stimmt, aber es wäre schon ein kleines Stück komplizierter zum Verstehen.
aber du hast recht. Es müsste eine kleine Menge Wasser in den Drücker laufen.

Und stimmt auch:
Am Emitter laufen 2 Ströme
Ib= der Strom der durch Basis zum - läuft und
Ice= der Strom der von Collektor zum - läuft.

Eigentlich schreibt man in Deutschland Kollektor mit K. Ich schreibe ihn aber lieber mit C, damit man sich das C angewöhnt denn so steht es in den Datenblättern.

So und jetzt schaut euch mal ein Datenblatt an: --> Link

Na, Strom-Verstärkungsfaktor, maximale Spannung und maximalen Strom schon selbst gefunden?
Tipp: Strom-Verstärkungsfaktor ß wird auch Hfe genannt!

a.miertsch am 25 Jan 2012 10:53:00

@ Raidy,
großartige Erklärung, Respekt!!
Aber korrigiere bitte deine Gleichung : Ib=4A / 300 = 0,043A = 13mA
Unsichere Leser könnten das evtl. nicht verstehen.
PS Darf man deine Schaltbilder eigentlich kopieren?
Finde es ist eine prima Sammlung, die da hoffentlich zusammenkommt.
Albert

Gast am 25 Jan 2012 11:38:07

a.miertsch hat geschrieben:@ Raidy,
großartige Erklärung, Respekt!!
Aber korrigiere bitte deine Gleichung : Ib=4A / 300 = 0,043A = 13mA
Unsichere Leser könnten das evtl. nicht verstehen.
PS Darf man deine Schaltbilder eigentlich kopieren?
Finde es ist eine prima Sammlung, die da hoffentlich zusammenkommt.
Albert

Lieber Albert,
dem aufmerksamen Leser ein Danke! Du hast einen Tippfehler erkannt, den ich trotz mehrfachen Durchlesen übersehen habe. Natürlich dürft ihr die Schaltbilder und Texte für nicht kommerziellen Einsatz kopieren und verwenden.
Bei Verwendung im Unterricht oder zur Aus- und Weiterbildung bitte einfach ein Quelle:raidy unten dran hängen.

Nasenbär am 25 Jan 2012 11:57:55

Schau bitte noch mal nach, ob jetzt alles ok ist.

Ich hatte das korrigiert: Ib=4A / 300 = 0,013A = 13mA

Gast am 25 Jan 2012 12:23:31

Nasenbär hat geschrieben:Schau bitte noch mal nach, ob jetzt alles ok ist.
Ich hatte das korrigiert: Ib=4A / 300 = 0,013A = 13mA


Korrektur perfekt, Danke

Gast am 25 Jan 2012 14:47:21

Darf mich dann als E-Laie outen und ich habe es trotzdem (prinzipiell :wink: ) verstanden.
Dafür erst mal ein dickes Lob :!:

Wenn das alle Lehrer/Ausbilder/Dozenten in Deutschland könnten, was Du hier zeigst, hätten wir keine desintersierten unmotivierten Schüler und keinen Fachkräftemangel!

Nur jemand der einem Laien sein Wissen so wie Du nahbringen kann , (das heißt sich auf dessen Niveau begeben kann), hat dieses Wissen verstanden und nicht auswendig gelernt. :)

Danke
Jörg

Gizmo am 25 Jan 2012 17:13:10

Hallo raidy,

auch ich bin der Meinung: Sehr gut erklärt !!! - Danke für die Mühe !!!

Nur eine Kleinigkeit habe ich nicht verstanden; woher kommen die 1,3A in obigem Satz:
"1) Obwohl nur sehr wenig Strom () in die BASIS fließt, kann der Transistor locker die 1,3A zwischen C und E fließen lassen, da er ja um Faktor 300 verstärkt."

, Gizmo

Gast am 25 Jan 2012 21:59:47

Gizmo hat geschrieben:Hallo raidy,

auch ich bin der Meinung: Sehr gut erklärt !!! - Danke für die Mühe !!!

Nur eine Kleinigkeit habe ich nicht verstanden; woher kommen die 1,3A in obigem Satz:
"1) Obwohl nur sehr wenig Strom () in die BASIS fließt, kann der Transistor locker die 1,3A zwischen C und E fließen lassen, da er ja um Faktor 300 verstärkt."

, Gizmo

Man ich werde zum Hirsch! Die 4A der Lampe natürlich!
Aber ich möchte den Mod nicht schon wieder nerven und lass den Fehler jetzt mal stehen. **schäm**
Woher die Fehler kommen?
Alle meine Beiträge sind eigentlich für 4,2V Li-Ionen Akkus gemacht. Und ich wollte sie auf 12V umschreiben. Aber offensichtlich habe ich doch mal wieder was übersehen.

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