Auf der Homepage der Münchner Polizei findet man heute folgende Veröffentlichung:
17-jähriger Schüler demoliert Wohnmobil – Besitzer verletzt ihn mit Messer
Am Dienstag, 02.08.2005, gegen 02.30 Uhr, wurden Polizei und Notarzt zu einer Wohnung in der Permanederstraße in München-Am Hart gerufen. Dort wartete ein 17-jähriger Gymnasiast und sein 18-jähriger Freund.
Der 17-jährige Schüler hatte eine Stichwunde in der Brust. Bevor er durch den Notarzt in eine Klinik gebracht wurde, berichtete er, auf der Straße von zwei Ausländern überfallen und niedergestochen worden zu sein.
Im Krankenhaus wurde eine ca. 4 - 5 cm tiefe Stichwunde, wie von einem Messer, diagnostiziert, wobei die Klinge am Brustbein abgeprallt war. Nur deshalb blieben Herz und Lunge unverletzt, so dass keine Lebensgefahr bestand.
Im Rahmen der Fahndung stießen Beamte der Polizeiinspektion 14 (Milbertshofen) auf ein Wohnmobil, welches ordnungsgemäß im Bereich der Kleingartenanlage Nord-Ost in der Rothpletzstraße in München-Am Hart geparkt war. Dabei stellten sie fest, dass mehrere Scheiben eingeschlagen waren. Auf Klopfen öffnete ihnen ein aus Niederbayern stammender 50-jähriger Lagerarbeiter, der während der Woche in dem Wohnmobil schläft. Auf Befragen machte der Mann widersprüchliche Angaben, weshalb die Beamten einen Zusammenhang mit der „Messerstecherei" vermuteten und den Kriminaldauerdienst informierten. Diesem gegenüber räumte der 50-Jährige schließlich ein, einen Jugendlichen mit dem Messer gestochen zu haben, weil dieser ihm die Scheiben seines Wohnmobiles mit Steinen eingeworfen hatte. Er wurde um 04.15 Uhr festgenommen. Das vermutliche Tatmesser, ein Küchenmesser mit 10 cm langer Klinge, wurde im Wohnmobil sichergestellt.
Bei seiner Vernehmung durch die Münchner Mordkommission gab der Beschuldige an, im Laufe der Nacht seien wiederholt Scheiben an seinem Wohnmobil eingeworfen worden. Schließlich habe er sich auf die Lauer gelegt und an der Einmündung zur Permanederstraße einen Burschen zu fassen bekommen. Als dieser sich losreißen wollte, habe er mit einem Messer zugestochen, weil er „stocknarrisch" gewesen sei. Nachdem der junge Mann gemerkt hatte, dass er gestochen wurde, habe er ihm angeboten, die Sache ohne Polizei zu regeln. Dafür würde er wegen des Messerstiches „eine Geschichte erfinden". So habe man sich darauf geeinigt, die Sache auf sich beruhen zu lassen.
Bei einer ersten Befragung gab der 17-Jährige an, seine Eltern befänden sich im Urlaub. Dies hätten sein Freund und er ausgenutzt und in der Wohnung ein 5-Liter-Faß Bier konsumiert. Irgendwann nach Mitternacht habe er alleine einen in der Nähe wohnenden Freund aufsuchen wollen. Dabei sei er zufällig an dem Wohnmobil vorbeigekommen, habe geglaubt, es sei wegen des verwahrlosten Zustandes leerstehend und habe dann im Rausch mit Steinen die Scheiben eingeworfen. Plötzlich sei ein Mann da gewesen und habe zugestochen. Mehr wisse er nicht mehr.
Der Sachverhalt bedarf noch der eingehenden Abklärung. Die Ermittlungen dauern an.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft München I erging gegen den 50-jährigen Lagerarbeiter Haftbefehl wegen eines versuchten Mordes.
Merke: Pflegen wir unsere Womos immer gut, damit sie keinen "verwahrlosten" Eindruck machen!

