Sonst nur im PKW, bietet sich ein Wohnmobil gerade zu als rollender Shack an.
Im Laufe der Jahre haben sich einige Mobilantenne angesammelt, wie zum Beispiel das Mobilantennen-Set Yaesu-RSL (80-10m),
Monobandantennen von ProAm (40m&80m), ein Outback-Nachbau (80m bis 70cm) oder eine auf 20m verlängerte DV27S.
Vorwort
Als ich diesen Monat über die UKW-Tagung in Bensheim schlenderte und gerade gehen wollte, fiel mir am Stand von Difona die HF-P1 auf.
Es ist der Nachfolger der MP-1, deren Achillesferse Impedanzprobleme auf 40m sind.
Eigentlich habe ich schon lange keine neue Mobilantenne ausprobiert, und so nahm ich mir die Antenne mit und war schon etwas verwundert,
als ich einen nur 37cm kurzen Karton überreicht bekam, in dem eine Breitband-Antenne von 3,5 bis 440Mhz Platz haben sollte.
Theorie
Die HF-P1 wird aus mehreren Teilen zusammengeschraubt und hat eine Arbeitslänge von maximal 2,4m.
Kernstück ist eine Spule mit einer Schiebehülse, womit sich die Antenne schon mal von 6-30Mhz abstimmen läßt.
Für 80m gibt es eine zusätzliche Spule (rot), die die Antenne in Verbindung mit der Schiebehülse von 3-4Mhz tauglich macht.
Läßt man beide Spulen weg, bekommt an mit dem oberen Teleskopstück 11 und 6m abgedeckt. Wenn man unbedingt will,
kann man die beiden unteren Stäbe weglassen und das Teleskopstück alleine zusammenschieben auf eine Länge von 50cm (2m) oder 16cm (70cm).
Die Antenne kann mit der mitgelieferten Schraubzwinge z.B. an einen Campingtisch geschraubt werden.
Als Radiale diesen vier 3m lange Radiale aus Klingeldraht.
erster Praxistest
Da ich keine Telegrafie betreibe, interessieren mich zunächst die Phonie-Klassiker 10/15/20/40. Auf 80m traue ich dem kurzen Ding
nicht allzu viel zu, aber man kanns ja ma probieren.
Auf einem nahegelegenen großen Parkplatz wird die Antenne in zwei Minuten zusammengeschraubt und findet ihren Platz auf einem
ausgedienten Fotostativ.
Die vier Radiale lege ich kreuzförmig aus. Über 8m Aircell-5 ist die Antenne mit einem Kenwood TS-50 oder IC-706
verbunden, jeweils mit 100W. Als Stehwellenmessgerät dient die Kreuzzeiger-Anzeige im manuelle Tuner MFJ-941.
Nachdem ich längere Zeit die Mechanik und die Stehwelle zu einzelnen Bändern studiert habe, gehts ans erste QSOs.
Auf 20m höre ich einen deutsches QSO mit einem SV0, der mich nach kurzem Rufen auch gleich rein läßt.
Es handelt sich um OM Gerd DL6NBA, der sich über die Sommermonate auf der Insel Skiathos an der griechischen Ostküste aufhält und jeden
Mittag auf 14,328Mhz QRV ist. Ich erhalte 5/9, die Antenne scheint zu funktionieren.
Auf 40m gibts heute viele Franzosen und Italiener. Ich hätte gerne selbst mal gerufen, aber es war auf dem überfüllten lauten Band keine freie
QRG zu finden.
Bei einem früheren Test vor ein paar Tagen kam ich auf 40m mit einem OM aus Rostock ins Gespräch, der mit nur 15W sehr gut zu hören war.
Ein zweiter OM aus Siegen bestätigte mir auch 5/9plus.
Unglaublich, das 3m kurze Klingeldraht-Radiale auf 40m eine positive Wirkung zeigen.
Obwohl es früher Nachmittag ist, stimme ich die Antenne mal auf 80m ab und höre auf 3630khz zwei OMs schwätzen.
Am Bodensee werd ich nicht allzu stark gehört.
Da die Antenne und die Radiale auf 80m sehr stark verkürzt ist, kommt es zu enormen Mantelwellen auf der Stromleitung, was sich durch lautes
Klappern der Relais in der Bord-Elektronik bemerkbar macht.
Abhilfe schaffte ein EMC-Filter in der Stromversorgung, der beim IC-706 mitgeliefert wurde.
Irgendwann mal habe ich das klobige Ding steckbar gemacht und bin jetzt froh, das ich ihn wahlweise auch vor den Kenwood hängen kann.
Fazit
Mit gefällt sie Antenne.
Die ersten Tests sind vielversprechend, das Transportmaß ist mit 37cm fast Handtaschen-, aber auf alle Fälle Fluggepäck-Tauglich.
Für den Womo-Stauraum sowieso.
Im Internet gibts bereits einige Erfahrungsberichte über diese Antenne, die ähnlich positiv ausfallen.
Ende Oktober ist ein längerer Auslands-Urlaub geplant, das Zielgebiet liegt noch nicht 100% fest, aber ich werde Gelegenheit haben,
die Antenne ausgiebig zu testen.
Ob einem die 109€ für diese Breitbandantenne wert ist, muß wie immer jeder für sich selbst entscheiden.
Achim DJ3UE


