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Reisebericht Saale-Unstrut-Gebiet Ostern 2013


herrjeh99 am 18 Apr 2013 14:13:37

Viel schöner mit vielen Bildern und Links in meinem Blog:
--> Link

Kurzlink Teil I: --> Link
Kurzlink Teil II: --> Link


Unsere erste Wohnmobilreise (28.03. - 08.04.2013)

"Die Saale-Unstrut-Region ist eine Region in Mitteldeutschland, die sich entlang der gleichnamigen Flüsse erstreckt und in der sich das nördlichste Qualitätsweinanbaugebiet befindet. Landschaften mit Weinbergen, Steilterrassen, jahrhundertealten Trockenmauern, Weinbergshäuschen und Flusstälern prägen das rund 760 Hektar große Weinbaugebiet Saale-Unstrut, in dem seit über 1000 Jahren Weinbau betrieben wird." sagt Wiki. Und dort wollten wir hin!

Donnerstag - Samstag: Dresden, Jena, Erfurt

Zuerst ging es am Gründonnerstag nach Altlockwitz (Dresden). Nach einem fröhlichen Spielabend bei Anna und der ersten Nacht im Wohnmobil begann der Freitag und damit das Osterfest mit 20 cm Neuschnee. Mit geändertem Plan ging es also über die (schneefreie) Autobahn zunächst nach Thüringen. In Jena steuern wir direkt den Zeltplatz am Jenzig an. Dieser liegt, wie rechts auf dem Bild zu sehen, direkt unterhalb des Berges "Jenzig", um den sich eine Gesellschaft gleichen Namens kümmert und der zu den "Sieben Wundern von Jena" zählt. Mit einer kleinen Abendrunde über den Berg beenden wir den Tag. Jena ist mit seinen Bergen auf jeden Fall eine Reise zum Wandern wert, zu mehr läßt sich der Erfurter als Autor nicht hinreißen ;-). Auch der Zeltplatz kann als Empfehlung gelten, wenn man für ein paar Tage Stadtnähe und Natur verbinden will.

Samstagmorgen geht es nach Berlstedt zum "Hunde-TÜV". Anschließend versuchen wir, zum Ostersonnabend eine geöffnete Werkstatt für Womos zu finden, ergebnislos. Nicht mal ATU in Erfurt kann (oder will?) helfen. Zum Schluss finden wir selber die einfachste Lösung - die Wasserpumpe war durch eine durchgebrannte Sicherung außer Betrieb. Nun kaufen wir noch im TOOM die wahrscheinlich teuerst-mögliche Gasflaschenfüllung (26,99 Euro), bunkern Lebensmittel und dann geht es los in Richtung Unstrut.

Memleben und das Hermannseck

Unsere Tour, die nun endlich wirklich Urlaub ist, führt über kleine Straßen zunächst nach Memleben. Genauer zu "Kloster und Kaiserpfalz Memleben". Ein Heinrich und ein Otto starben hier im 10. Jahrhundert, und so sind die "alten Steine" letztlich so bedeutend, dass es 6 Euronen Eintritt pro Person kosten soll, sie auch von innen zu betrachten. Das gefällt uns nicht und so erkunden wir das Gelände mit dem Hund von außen - und erhaschen ausreichend Blicke auch auf alte Steine von innen. Als Erfurter und Arnstädterin und auch als Italienreisender ist man irgendwie nicht wirklich gewillt, für Kirchen und ähnliche Bauten solche Eintrittspreise zu löhnen.

Die Burg Wendelstein verpassen wir, weil wir Memleben in die "falsche Richtung" verlasen und so fahren wir am eigenwilligen Bau der "Arche Nebra" in Wangen vorbei in Richtung Hermannseck. In diesem Waldgebiet liegt der eigentliche Fundort der Himmelsscheibe und außerdem ein Zeltplatz, unser heutiges Ziel. Selbiger ist bei unserer Ankunft am Nachmittag offensichtlich unbesetzt und außerdem größtenteils noch tief verschneit, so dass wir den recht großen Parkplatz an der Straße nutzen. Nach einer kleinen Wandertour durch das (etwas langweilige) Waldgebiet beschließen wir, die Nacht auf dem Parkplatz zu verbringen. Guter Entschluss, absolute Ruhe trotz der Straße!

Die Unstrut von Reinsdorf bis zum Großjenaer Blütengrund

Sonntagmorgen beginnt die Reise entlag der Unstrut und der Weinberge. Bei Reinsdorf erreichen wir den Fluß, und linker Hand sind die ersten Anbauflächen für Wein erkennbar. Immerhin sind die Hänge hier 200 m hoch, oberhalb liegt Steigra, aber dort finden wir uns in tiefster Winterlandschaft wieder. Nach einer kleinen Rutschpartie 800px-Unstruttalbrücke-Aug2012auf Sommerreifen durch den Ort schauen wir kurz die Weinberge hinab und fahren wieder ins Tal zurück. Als erstes fällt dort die Brücke für die neue Eisenbahnlinie Erfurt - Halls/Leipzig auf.

Der Kanuverleih Nebra in Karsdorf bietet uns einen schönen Platz zur Mittagspause, auf der Unstrut sehen wir bei knapp über Null Grad die ersten Wasserwanderer, Übernachten ist hier aber im Wohnmobil wahrscheinlich auch bei schönerem Wetter kaum möglich.

Unser nächstes Ziel ist Burgscheidungen mit seinem Schloss direkt über der Unstrut. Die Besichtigung ist bei uns ein klein wenig von schlechter Laune getrübt, fällt sie doch in die Wartezeit auf den ADAC. Beim Parken im Ort ließ der rechte Vorderreifen Luft, später stellt der Gelbe Engel fest, dass ein Knochensplitter den Reifen zerstört hat! Im Nachbarort Kirchscheidungen gibt es wieder ein Kanu-Camp (Outtour), aber auch hier ist noch Winterruhe.

Kanu-Camp an der alten ZuckerfabrikIn Laucha an der Unstrut sehen wir am Ortseingang mal wieder ein Schild zu einem Kanucamp, ohne viel Hoffnung biegen wir ab. Der Besitzer ist da und sehr nett und so bekommen wir diesen wunderschönen Stellplatz "An der alten Zuckerfabrik" mit WC-Enstorgungsmöglichkeit für ein kleines Trinkgeld. (Hinweis: Freundlich fragen, wenn Platz ist geht da sicher meistens etwas. Aber kein Frischwasser, kein Strom, Entsorgung nur eingeschränkt.)

Wir beschließen den Tag mit einer kleinen Wanderung durch den Ort Laucha und auf der anderen Seite des Flusses und verbringen eine absolut ruhige Nacht.

Der nächste Morgen (Ostermontag) ist wieder mal ein "Wintermorgen", aber einer mit Sonne!
Wir starten in Richtung Freyburg, zunächst auf Nebenstraßen entlang der Unstrut. In Zscheiplitz fahren wir zum Weingut Bernard Pawis. Leider ist, der Witterung oder dem Osterfeiertag geschuldet, alles noch geschlossen. Dennoch schauen wir uns um, das Gut liegt im ehemaligen Kloster Zscheiplitz. Viele der Gebäude sind bereits sehr schön saniert, auch die Klosterkirche. Auch ohne Wein allemal eine Besichtigung und einen Besuch wert.
Vom Weingut aus wandern wir in Richtung Freyburg bis an den Fuß der Schweigenberge und dann an der Unstrut entlang wieder zurück. Einen Teil des Weges folgen wir dem ausgeschildertem Geopfad. Hier eine erste Zwischenbemerkung zum Tourismus allgemein im Saale-Unstrut-Gebiet: Schon im Vorfeld bekamen wir auf Anfrage ausgiebiges Infomaterial zugesandt. Auch vor Ort wird extrem viel für den Urlauber getan, alles ist bestens ausgeschildert und vieles hoch interessant. Hier können sich viele Tourismusregionen eine dicke Scheibe abschneiden!

Den Nachmittag verbringen wir in Freyburg, es ist ein wenig kühl und da die Stadt selber nicht soo viel bietet (das Schloss haben wir morgen im Programm) fahren wir weiter in Richtung Naumburg auf den Campingplatz "Blütengrund", mitten in der Weinfreunden bekannten Großlage "Goßjenaer Blüteengrund". Hier finden wir ein sehr ruhiges und schönes Plätzchen, der Hund eine Wiese zum Freilaufen und andere Hunde zum Spielen. Am nächsten Morgen drehen wir mit Dylan noch eine Runde auf dem platzeigenen Hundegelände mit viel Spaß vor allem für Dylan!
Nachdem wir hier nun die erste Nacht schon an der Saale verbracht haben geht es nun noch einmal zurück nach Freyburg und damit an die Unstrut.

Schloss Neuenburg bei Freyburg und eine Nacht beim Winzer

Nachdem der Hund am Morgen seinen Spaß hatte stand heute die Neuenburg bei Freyburg als erstes auf dem Plan. In weitem Bogen umfährt man Freyburg und kann dann bis kurz vor die Burg fahren, der Parkplatz am Hotel "Edelacker" bietet ausreichend Platz. Da wir erneut einen grauen Wintertag erwischen und uns immerhin auf einer Höhenlage von über 200 m (!) befinden haben wir keine große Lust auf Fotos, alles grau (Himmel) und weiß (Schnee!). (Bilder aus schönen Jahreszeiten hier.)
Wir "wandern" um Burg und Bergfried, steigen auf der Suche nach dem Herzöglichen Weinberg fast bis Freyburg hinunter und wieder hinauf und sind dann sehr froh über ein geheiztes Wohnmobil, in dem wir vorm Nobelhotel auf dem Parkplatz zu Mittag speisen, allerdings vom eigenen Herd ;-).

In Frankreich gibt es "France Passion", das ist ein Reiseführer für Wohnmobil-Fahrer, der bei über 1.700 Winzern, Bauern und anderen Gastgebern das kostenfreie Übernachten für eine Nacht ermöglicht. Etwas ähnliches gibt es mit dem Winzeratlas nun auch in Deutschland, wenn auch deutlich weniger umfangreich. Einer der Winzer ist Raik Moh in Zeuchfeld. Diesen steuern wir an und finden einen ruhigen, wenn auch unspektakulären Standort auf dem Grundstück der Familie - ein freundlicher Schwatz mit drei Generationen inbegriffen. Nach einer großen Runde um das Dorf bei unangenehm kaltem Wetter ziehen wir uns beizeiten ins mobile Heim zurück und verbringen eine angenehme ruhige Nacht.

Die Saale von Goseck bis zur Landesgrenze Thüringen

Am Morgen verlassen wir die freundlichen Winzer in Richtung Goseck zum Sonnenobservatorium. Ein schöner Ort, der auf eine Zeit vor ca. 7.000 Jahren hindeutet. Auch heute ist das Wetter zu schlecht für Fotos, dafür haben wir das Observatorium auch ganz für uns. So stört es keine Touristen, Sonnenanbeter und andere Besucher, die den Ort sicher "mythischer" empfinden als wir, dass wir die kreisrunde eingezäunte Fläche nutzen, um Dylan mal kräftig toben und rennen zu lassen ... .

Am Nachmittag fahren wir nach Naumburg, schlendern durch den Ort und empfinden hier am Naumburger Dom das Eintrittsgeld zum zweiten mal auf dieser Reise für eine Kirche als unangemessen. Sind Kirchen nicht immer auch "offene Häuser"? Wie regelt man das eigentlich bei Gottesdiensten mit dem Eintritt? Oder gibts Glaubensausübung gratis, aber durch dieHintertür?

Auf jeden Fall ist Naumburg bei Sonnenschein sicher ein nettes Örtchen, bei grauem Winterwetter ruft uns beizeiten unser Womo zurück und wir fahren zum nächsten im Winzeratlas aufgeführten Stellplatz.

Unser Weg führt uns, vorbei an Schulpforta, nach Bad Kösen. Hier geht es an der Saale entlang direkt in die Saalberge, Heimat der Weine vom Landesweingut Klosterpforta. In den "Sallhäusern" befindet sich heute (wieder) das Weingut selber und das Gutsrestaurant. Auf dem Parkplatz direkt an der Saale können wir eine Nacht kostenfrei stehen - einer der schönsten Stellplätze, die wir in dieser Woche angefahren haben.

Am Nachmittag laufen wir vom Weingut ausweiter an der Saale entlang in Richtung Naumburg. Direkt nach dem Weingut gibt es am Weg Tafeln mit allen Rebsorten, die hier im Gebiet angebaut werden, ausführlicher Beschriebung und direkt dazu jeweils einige Rebstöcke als Beispiel. In anderen Vegetationsperioden sicher noch interessanter als jetzt. Am Weg reihen sich schicke, teuere Weinbergshäuser und kleinere, teilweise verfallene. Allerdings wird fast überall gewerkelt. Der Wein hält bei diesem Wetter einfach noch Winterschlaf, fast in Naumburg kehren wir um und haben so am Abend noch fast 12 km Wanderstrecke hinter uns.

Am nächsten Vormittag lassen wir das Auto noch stehen und laufen die Saale entlang, diesmal in die andere Richtung. Durch ganz Bad Kösen hindurch wechseln wir dort die Saaleseite und schauen uns den Campingplatz an der Rudelsburg an. Sehr schöner und ruhiger Platz, den wir eventuell für eine Nacht ins Auge fassen, da wir ver- und entsorgen müssen. Nach der Rückkehr zum Wohnmobil und einer Mittagspause verlassen wir nur ungern den schönen Stelplatz am Landesweingut. Ziel ist Stendorf ein paar Kilometer südlich von Bad Kösen, direkt unterhalb der "Burg Saaleck". Der Wohnmobilstellplatz erweist P1080660sich als geöffnet und vor allem sehr preiswert (10 Euro inkl. Strom und V+E), so dass wir bleiben und nicht auf dem Campingplatz zurückfahren. Natürlich "ersteigen" wir noch die Burg und da das Ganze nach 20 Minuten erledigt ist im Anschluss auch gleich noch die Rudelsburg. Bei nach wie vor schlechtem Wetter gibt es nur ein "Beweisfoto" mit dem Wohnmobil und der Burg Saaleck im Hintergrund.

Nach einer ebenfalls wieder total ruhigen Nacht erreichen wir am Vormittag in Großheringen Thüringen. Weiter gehts nach Auerstedt, dort grüßt an jeder Ecke Napoleon, wir aber wollen uns den größten lebenden Weidenrutenpalast ansehen. Am Ortsausgang etwas unscheinbar gelegen finden wir ihn, im Moment völlig ungrün und ein wenig "durchschtig" hat er im Sommer bestimmt eine fazinierende Wirkung. Nun verlassen wir noch einmal kurz Thüringen, um die Eckartsburg zu besuchen. In Eckertsberga in Sachsen -Anhalt noch einmal eine beeindruckende Anlage und ein Beispile, wie Tourismus funktionieren kann. Hier wurde im direkten Umfeld der Burg viel investiert, somit ist die gesamte Anlage sicher gut von Touristen frequentiert.

Ein Wochenende in Thüringen zum Abschluß

Auf direktem Weg geht es in die "alte Heimat" an den Singer Berg. Nach einem neten Abend bei Evy und Dieter stehen wir auf dem Wanderparkplatz in Dörnfeld unterhalb des Singer Berges völlig allein und ruhig. Am Samstafmorgen umrunden wir den Singer Berg, besuchen meinen ersten Hund Morrison an seinem dritten Todestag und verbringen dann den Rest des Wochenende in Erfurt, unter anderem auch auf dem Bauwagenplatz beim meinem Sohn Johannes, bevor es Sonntag wieder nach Sachsen, Dresden, Radebeul und damit nach Hause geht.

Gesamt gefahren: 853 km
Gesant gewandert: 64 km mit 955 Höhenmetern in 13:10 h (=4,88 km/h)
Fazit

Wunderschöne Tour, viel Sehenswertes, gute Campingplätze, sehr schöne Stellplätze. Das Saale-Unstrut-Weingebiet ist für eine Woche ein lohneswertes Ziel mit dem Wohnmobil. Wenig Kilometer im gebiet und viel gut funktionierender Tourismus.

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Gast am 18 Apr 2013 15:14:35

herrjeh99 hat geschrieben: Und dort Jena ist mit seinen Bergen auf jeden Fall eine Reise zum Wandern wert, zu mehr läßt sich der Erfurter als Autor nicht hinreißen ;-).


Dann solltest Du dieses Buch NICHT lesen :D !

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Trotzdem Danke für den schön geschriebenen, informativen Bericht.

Viele

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