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Aber jetzt... Hintere Sächsische Schweiz
Das lange Wochenende über Himmelfahrt begann wieder mit einem netten Abend bei Anna in Altlockwitz. Mit Grillen und Siedler-von-Catan-Spielen verbrachten wir Nachmittag und Abend. Am Donnerstagmorgen nach dem Frühstück mit Anna und Zoe ging es schnurstracks in Richtung D??ín, um wieder einmal die Biervorräte aufzufüllen und lecker zu Mittag zu Essen. Im "FJ1" war es extrem lecker - diesmal gab es marinierten Lachs und gebratenes Hühnchen als Vorspeise, beides extravagant gut. Zur Hauptspeise kamen wir auch diesmal nicht um den Lendenbraten mit Sahne und Preiselbeeren herum, vor allem auch wegen der dazu gereichten echten böhmischen Knödel.
Die Fahrt zurück nach Deutschland führte uns nach Bad Schandau. Oberhalb vom Ort gibt es auf der Straße nach Sebnitz einen (eigentlich) für Busse ausgeschilderten Platz. Hier "parkten" schon einige Wohnmobile, wir stellen uns zunächst einfach dazu. Von dort aus führte uns eine kleine Wanderung durchs "Goldgründel" in Richtung Altendorf. Entlang des in den 90er Jahren angelegten Panoramaweges (ausnahmsweise einmal eine sinnige Aktion von ABM-Kräften!) liefen wir nach Altendorf und weiter in Richtung Mittelndorf. Wunderschöne Aussichten auf Lilienstein, Königstein und auch auf die Steine bei Gohrisch, später auch auf die Schrammsteine von der elbabgewandten Seite begleiteten uns - allerdings auch immer dicker werdende Regenwolken. So kehrten wir ein Stück hinter Altendorf um und verbrachten die nächsten dann doch verregneten Stunden im Wohnmobil.
Gegen Abend klarte es auf - Zeit für einen kleinen Abendspaziergang nach Kohlmühle. Ein zwiespältiger Ort im Sebnitztal - eine alte Papierfabrik mit einigen Wohnhäusern für Angestellte... Sicher zu DDR-Zeiten eine Dreckschleuder, gut versteckt in einem einsamen Tal. Aber auch eine wunderschöne Landschaft, in der es sicher lohnt, den einen oder anderen Kilometer zu laufen. (Tag gesamt 10 km, 200 Höhenmeter, 2:00 Stunden).
Nachdem wir in Gesellschaft einiger Wohnmobile die Nacht auf dem Parkplatz verbrachten ging es am nächsten Morgen weiter, zunächst nach Mittelndorf. Trotz Dauerregen liefen wir los und "besichtigten" zunächst die Berg-Oase, ein landschaftlich traumhaft gelegener Campingplatz mit nur ganz wenigen Stellplätzen. Über dieses Himmelfahrt-Wochenende komplett ausgebucht, aber hier wollen wir definitiv auch einmal ein Wochenende stehen. Daran vorbei führte uns der Weg zum Beuthenfall hinunter ins Kirnitzschtal. Dort ein paar Meter entlang an den Schienen der gleichnamigen (Straßen)Bahn gelangten wir zum Lichtenhainer Wasserfall. Hier führte uns der Weg wieder aus dem Tal hinauf zunächst in den Ort Lichtenhain. Bei immer stärker werdendem Regen ging es dann wieder auf dem Panoramaweg zurück nach Mittelndorf. Nach 10,5 Kilometern (mit 250 Höhenmetern in 2:15 Stunden) erreichten wir ziemlich durchnäßt wieder unsere mobile Heimat. Trocknen und Mittagessen, dann war es Zeit, den Zeltplatz in Hinterhermsdorf anzusteuern. (Bilder gibt es von diesem Tag auf Grund des Wetters keine :-(.)
Über Sebnitz erreichten wir den "Thorwaldblick", einen kleinen Zeltplatz, auf dem wir für zwei Nächte reserviert hatten. Nach fast zwei Tagen Dauerregen war die Wiese unseres Stellplatzes völlig durchweicht, nur mit ein wenig Split unter den Vorderrädern kamen wir auf unseren Platz. Den Tagesabschluss bildete eine kleine Runde durch das durchaus sehenswerte Hinterhermsdorf in Richtung der "Waldhusche", einem Außengelände des Nationalparks, mindestens genauso sehenswert wie der Nationalpark selber.
Der Samstag begann mit besserem Wetter, und so nahmen wir eine der schönsten Touren in der hinteren Sächsischen Schweiz in Angriff. Zunächst durchquerten wir wieder die Waldhusche, um auf angenehmen Wegen zum Kirnitzschtal abzusteigen. Kein Abstieg ohne Aufstieg, gleich im Anschluss ging es erst langsam und dann steil bergauf - die Thorwalder Wände wollten überquert werden.
Mit viel Konzentration paßte sich Dylan unserem Rhythmus an, der sicher für ihn recht eigenwillig ist. An der Hickelhöhle verpassten wir einen Abzweig, so ging es recht flach im "Großen Zschand" entlang bis zum Zeughaus, dem einzigen Rasthaus auf der Tour. Bis hierher begegneten wir kaum Menschen, dafür bewegten wir uns durch wundervolle Natur, am Rande oder in der Kernzone des Nationalparks. Gleich nach dem Zeughaus folgte der heftigste Aufstieg dieser Tour, deshalb machten wir hier keine Rast. Steil bergauf ging es bis zum Großen Teichstein, hier hatte Dylan auf dem langgestreckten Bergrücken echte Bewährungsproben, wir liefen teilweise steile Stufen mit Steighilfen und Wege, auf denen man sich besser an der angebrachten Kette festhält. Belohnt wurde Dylan mit einer Pause mit vielen Leckerchen und wir mit traumhaften Ausblicken.
Nun ging es erneut hinab ins Tal der Kirnitzsch, aber auch nur, um sofort auf der entgegengesetzen Seite wieder "hinauf zu kriechen". Auch hier gab es auf dem "Großen Pohlstein" noch einmal wunderschöne Ausblicke und eine kleine Pause. Aufziehende Regenwolken zwangen uns, schnell den Heimweg anzutreten. Das Womo erreichten wir dann nach 4:00 Stunden (wie immer laut Garmin reine Laufzeit) und hatten auf 17 Kilomtern 550 Höhenmeter zurückgelegt. Der Rest des Tages war ausgefüllt mit "Beine hoch", erholen und Bierbestände aus Tschechien reduzieren.
Fazit am Samstagabend: Netter kleiner Zeltplatz mit super Sanitäreinrichtungen. An langen Wochenenden aber gesteckt voll - ohne Voranmeldung sollte man nicht herkommen. Hinterhermsdorf selber ist ein sehr schöner und besuchswerter Ort in grandioser Landschaft. Weit weg von jeglicher Art von Massentourismus!
Der Sonntagmorgen begrüßt uns mit Sonnenschein, also verließen wir den Platz, parkten in der Ortsmitte (auf extra großen Stellplätzen für Wohnmobile separat vom normalen Parkplatz!) und starteten mit etwas schweren Beinen vom Vortag zu einer weiteren Wanderung. Die heutige Tour stammte wie auch die vom Samstag von einer Website, die ich hier sehr gern erwähne bzw. verlinke. Wandern-saechsische-schweiz.de ist die Adresse. Wanderungen in der gesamten Schweiz werden hier vorgestellt, ausführlich beschrieben, mit vielen Details versehen.Dazu eine genaue Karte, Anreiseinfos, Höhenprofil, Hinweise auf Kinder- und/oder Hundegeeignet und vieles mehr.
Die Tagestour nennt sich "Weißbachtal". Wir starteten, mit einigen Blicken zurück zum Ort, in Richtung Norden auf den Weifberg und seinen Aussichtsturm zu. Kurz vor diesem bogen wir ab in Richtung Grenze zu Tschechien. Bergab ging es zum Weißbach. Hier läuft man eine ganze Weile durch wunderschöne Landschaft, immer entlang des Flüsschens und der Grenze. Nach einer Weile wird das Tal breiter, der Weißbach mündet in die Kirnitzsch. Nachdem man zwei einsame Häuser passiert hat, kommt man zur ehemaligen Niedermühle, die offensichtlich saniert wird. Will man in Deutschland bleiben, muss man kurz einen kleinen Pfad am Hang nutzen, der "richtige" Weg führt über zwei Brücken kurzzeitig ins Nachbarland Tschechien und zurück ;-).
Es folgte der einzig ernsthafte Aufstieg der Wanderung, weg von der Kirnitzsch hinauf zum Taubenstein. Hier genießt man noch einmal einen schönen Ausblick aufs Tal, bevor es zurück in den Ort geht. 12 km in 2:25 Stunden Laufzeit bei 300 Höhenmetern hatten wir damit hinter uns gebracht. Damit waren wir in den 4 Tagen knapp 50 km in Summe (das ergibt bei einer reinen Laufzeit von 10:40 Stunden ca. 4,7 km pro Stunde) unterwegs und überwanden rund 1.300 Höhenmeter.
Interessant für Wohnmobilfahrer: An der Buchenparkhalle gibt es einen Parkplatz, auf dem man trotz des üblichen "Nur PKW"-Schildes parken kann, auch über Nacht. Der Ticketverkäufer des Zusatzparkplatzes erwähnte im Gespräch, dass das von Seiten der Gemeinde zwar nicht offiziell erlaubt ist, aber toleriert wird. Ebenfalls darf man auf dem Parkplatz im Ort stehen, auch hier über Nacht. Für diesen Platz bekamen wir sogar noch den Hinweis, dass in der angrenzenden Sporthalle das WC genutzt werden dürfen und es dort "auch warmes Wasser" gibt. Wir werden das sicher demnächst nutzen, denn die oben genannte Website bietet noch viele interessante Wanderungen im Gebiet - und das wirklich weitab von jeder Art von größeren Menschenansammlungen.
Der Heimweg über Hohnstein nach Dresden und dann nach Radebeul war leider verregnet. Dennoch ein anstrengendes und sehr schönes Himmelfahrtswochenende! Gefahren sind wir insgesamt 204 km.

