Fortsetzung von Teil 1
Freitag 26.08.2005
Nach einer ruhigen Nacht auf dem Parkplatz schnüren wir am frühen Morgen unsere Wanderschuhe. Heute soll es hinauf zur Plätzwiese sowie auf den Strudelkopf gehen. Wir lassen den Bus wieder davon fahren und wandern auf guten Wegen mehrmals die Straße querend hinauf zum Parkplatz Plätzwiese. Bald erreichen wir auch den Berggasthof Plätzwiese, der schon auf 1991 m liegt. Hier machen wir eine kurze Rast und trinken etwas aus unseren Wasserflaschen, bevor wir auf den Wanderweg Richtung Dürrensteinhütte umschwenken.
Der Weg führt kräftig bergan und bald schwenkt er ab und führt als Art Höhenweg unterhalb des Kamms Richtung Dürrensteinhütte. Das Wetter wird jedoch zunehmend schlechter und es wird kühl, so das wir unsere wärmeren Sachen noch unterziehen. Bald erreichen wir die alte Kriegsstraße aus dem 1 Weltkrieg, welche hinauf zum Strudelkopf führt. Der liegt jedoch total im Nebel und wir steigen nicht auf. Statt dessen gehen wir die letzten hundert Meter zur Dürrensteinhütte und machen eine längere Pause.
Wir essen unsere Brotzeit, zusätzlich gibt es noch Kaffee und Strudel aus dem Hüttenlokal. Nach der Pause schlendern wir zurück in Richtung Berggasthof Plätzwiese, diesmal gehen wir über die Versorgungstrasse. Als wir am Hotel „ Hohe Gaisl“ angekommen sind klart das Wetter vollends auf.
Kurzentschlossen ändern wir unseren Rückweg und wir wollen über einige Wiesen hinunter zur Stolla Alm und von dort zurück zum Parkplatz, wo das Womo steht.
Unterwegs machen wir dann eine längere Pause und genießen die Sonne sowie die Ruhe in den Bergen. Der Weg vorbei an der Stolla Alm ist an einigen Stellen recht holperig, aber er lässt sich gut gehen
Am späten Nachmittag erreichen wir dann wieder das Womo Hier duschen wir dann erstmal und machen uns noch was zum Essen. Nach dem Abwasch fahren wir dann wieder Richtung Tal, wir wollen noch zum Pragser Wildsee.
Im nächsten Ort biegen wir dann ab und fahren wieder bergauf zum See.
Dort gibt es mehrere Parkplätze auf denen das Übernachten geduldet wird. Es gibt sogar einen Parkplatz mit Entsorgungsstation. Dieser ist allerdings kostenpflichtig.
Wir zahlen die Gebühr in Höhe von 8, -€ entsorgen und fahren dann auf den Platz. Am späten Abend fängt es an zu regnen.
Samstag 27.08.2005
Der Regen hat in der Nacht nachgelassen und es ist bedeckt aber trocken. Wir wollen unsere Tour rund um den Seekofel trotzdem laufen und wandern los. Vorbei am Pragser Wildsee gehen wir am linken Ufer bis zur Weggabelung, die hoch hinauf zum Seekofel führt. Es ist ein schmaler Weg, der sich unerbittlich nach oben schraubt. Gelegentlich kann man auf den See herunterblicken. Gut das es relativ kühl ist, ich schwitze auch schon so genug. Den Weg sind wir bereits einmal gegangen und wir wollen erst Pause machen, wenn wir die heikelste Stelle, mit Ketten und Haken an der Felswand, überwunden haben.
Aber auch das schaffen wir und wir gönnen uns eine kleine Pause und verzehren unseren Proviant. Aber da Wetter meint es nicht gut mit uns, es fängt leicht an zu regnen und die Bergspitze des Seekofel ist vom Nebel eingehüllt. Wir steigen aber weiter auf bis zur Ofenscharte auf 2388 m. Hier beginnt der Aufstieg zum Seekofel und der Abstieg zur Seekofelhütte. Wir steigen ab zur Seekofelhütte und machen nochmals Rast und ziehen unsere Regenjacken aus, denn es ist wieder trocken.
Auf einer Straße geht es nun ein Stück weiter hier im Hochtal, bis der nächste Weg wieder abzweigt, auf dem wir wieder Richtung Pragser Wildsee laufen. Der Weg führt über eine Ebene, mit vielen Wiesen und einigen Felsblöcken. Es sind eine Menge Murmeltiere zu hören und plötzlich springt direkt vor uns eines dieser Nagetiere heraus und „wandelt“ zum nächsten Loch. Schnell die Kamera aus dem Rucksack hervorgekramt und hoffnungsvolles Warten. Nach ca. 15 Minuten und einigen prüfenden Blicken kommt das Murmeltier hervor und läuft in aller Ruhe über die Wiese. Ein paar schöne Fotos konnte ich machen.
Danach geht es weiter auf dem Weg, der schon bald recht steil ins Tal zurück führt. Es geht recht langsam voran, denn es ist eine Art Schuttweg, der recht rutschig ist. Unten angekommen wundert man sich das man dort runterkonnte, eine Art Weg ist nicht recht zu erkennen.
Kurz, bevor wir an der Grünwaldalm vorbeikommen, fängt es an zu donnern und ein Riesengewitter beginnt. Also, Jacken wieder an und weiter zurück im Regen. Wir kommen ganz gut voran und bald lässt auch der Regen nach. Wir erreichen das Womo und die abendliche Prozedur mit duschen und essen sowie Schlummertrunk und „Nachbesprechung“ beginnt.
Sonntag 28.08.2005
Nach dem Frühstück wollen wir wieder weiter, das Wetter wird wieder besser und wir fahren talwärts in Richtung Bruneck. Wir wollen nach St.Vigil /Enneberg, die Strecke sollte über Bruneck führen. Doch mein „Bio-Navi“ hatte auch die Karte studiert und meinte eine Fahrt über den Furkelpaß wäre kürzer. Einwände vom Fahrer wurden nicht zugelassen. Ok, also wieder in die Berge, diesmal mit Auto.
Kurz gesagt, es waren einige enge Stellen, an der am Samstag glücklicherweise wenig größerer Verkehr unterwegs war. Auch die Bergabfahrt war mit einigen engen Kurven und genervten Moppedfahrern zu schaffen. Die Beifahrerin war ganz ruhig und hielt sich beim rangieren an einigen engeren Stellen ohne Leitplanke auch schön an ihrem Platz fest.
Wir erreichten schon bald den Stellplatz der oberhalb von St Vigil liegt und einen schönen Blick über den Ort bietet.
Nachdem alles aus- und eingerichtet war, sind wir in den Ort geschlendert und haben dort erstmal im Kaffeehaus ein Käffchen und Kuchen genossen. Anschließend haben wir noch eine kleine Ortsbesichtigung gemacht und danach am Womo entspannt.
Montag 29.08.2005
Heute ist Ruhetag, wir wollen nur in den Ort zum Einkauf und ein wenig die kleinen Läden anschauen. Der Tag wird nur mit faulenzen und lesen verbracht. Die Sonne scheint richtig warm und man sucht schon etwas Schatten. Alles in allem wunderbar.
Der Platz selber ist großzügig angelegt und war nur mäßig besucht. Am Platz selber ist noch ein Restaurant, welches wir aber nicht besucht haben.
Dienstag 30.08.2005
Heute wollen wir eine kleine Rundwanderung machen. Vom Stellplatz 1206 m wollen wir hinauf zum Piz da Peres in 2200 m. Über eine Straße und dann über Waldweg und Saumpfade erreichen wir nach 2,5 Stunden das erste Plateau. Hier genießen wir die Aussicht machen eine längere Pause und studieren die Wanderkarte. Wir wollen über den Furkelpaß hinauf zum Kronplatz und von dort die Aussicht bewundern.
Wir gehen also auf schmalen Wegen in Richtung Furkelpaß, die Wege sind ausgetreten und ziemlich rutschig.
Kurz darauf passiert es, trotz aller Umsicht und mit Stöcken, rutsche ich weg und falle auf beide Knie. Nach kurzer Besinnung wieder aufgerappelt und Schadensaufnahme. Linkes Knie schmerzt nur, rechtes blutet leicht. Ansonsten lehmbeschmiert und schmuddelig. Aber hier am Hang kann man nicht bleiben, also weiter. Wir laufen immer weiter Richtung Furkelpaß, den wir auch bald erreichen. Hier säubere ich mich erstmal notdürftig und so gut es eben geht.
Dann marschieren wir wieder bergauf zum Kronplatz auf 2273 m Höhe. Der Aufstieg in der Sonne ist nicht angenehm und man kommt gewaltig ins Schwitzen. Zudem überquert einen im Minutentakt eine Gondel bergauf und bergab, das fördert das Wandern ungemein.
Aber wir erreichen bald die Spitze und die Aussicht ist wirklich toll. Es gibt eine Plattform und ein Relief erklärt einem im 360 Grad Panorama, die umliegenden Gipfel. Außerdem hängt oben auf dem Gipfel die größte Glocke im Alpenraum.
Wir genießen die Aussicht und nach einiger Zeit fahren wir mit Rücksicht auf meine Knie mit der Gondel für 5 € zu Tal. Dann gehen wir auf der Straße in Richtung Womostellplatz. Das letzte Stück ist dann lang, bietet aber interessante Einblicke in das Leben der Bergbauern und ihre schwere Arbeit trotz aller Technik.
Am Platz angekommen wird erstmal das Knie gekühlt und stillgehalten. Das vermeintlich unverletzte Knie schmerzt jetzt enorm. Aber es war trotz allem ein schöner Tag.
Mittwoch 31.08.2005
Heute ist wieder Ruhetag und mein Knie soll geschont werden. Es ist leicht angeschwollen und es wird dauernd gekühlt. Wir laufen allerdings doch noch mal in den Ort und kaufen ein paar frische Lebensmittel ein. Ansonsten genießen wir die Sonne und lesen in unseren mitgenommenen Bücher.
Donnerstag 01.09.2005
Da ich bemerkt habe, das mein Knie mehr schmerzt, wenn es ruhig gehalten wird als, wenn es in Bewegung ist, wollen wir eine ruhige Wanderung in der Ebene machen.
Wir wollen von St.Vigil bis zur Pederuehütte am Talschluß. Der Weg führt vorbei an kleinen Bächen durch Wald und Wiesen leicht bergauf.
Wir genießen die Ruhe und die Aussicht auf die umliegenden Berge, die das Tal umschließen. Unterwegs machen wir eine Pause an einem Rastplatz und machen mal wieder Brotzeit. Besteht immer aus zwei Brötchen, kräftigem Tiroler Schinken und Bergkäse, genau das was Wanderer so brauchen.
Dann geht es weiter und bald erreichen wir die Hütte. Hier genießen wir die Sonnenstrahlen trinken einen Kaffee und essen ein Stück Kuchen.
Dann fahren wir einem Linienbus wieder zurück nach St. Vigil und genießen die letzten Sonnenstrahlen am Wohnmobil.
Freitag 02.09.2005
Heute ist Rückreisetag, wir entsorgen und verlassen St. Vigil und fahren über Bruneck, Toblach nach Österreich. Hier über Lienz, den Felberntauerntunnel nach Mittersil und dann über den Gerlos-Paß nach Mayerhofen. Hier treffen wir meine Schwiegereltern, die wir wieder mit nach Hause nehmen wollen. Wir verabreden uns für den nächsten Morgen und suchen dann einen ruhigen Platz zum Übernachten im Ort. Das geht relativ gut und wir stehen auf einem ruhigen Parkplatz und werden nicht gestört.
Samstag 03.09.2005
Wir haben meine Schwiegereltern an Bord und fahren vorbei am Achensee in Richtung Deutschland. Schnell noch mal vollgetankt und dann vorbei am Tegernsee auf die BAB in Richtung München. Wir kommen gut durch München und fahren dann weiter in Richtung Nürnberg. Die Fahrt verläuft ruhig und wir wollen noch mal einen Fahrerwechsel machen. Ich rolle auf den Parkplatz, als es plötzlich ein merkwürdiges Geräusch gibt. Was war das ????
Nach dem Anhalten bemerke ich dann beim Rundgang ums Fahrzeug, vorne verliert einer der Reifen Luft. Na prima.
Ich gehe zur nächsten Notrufsäule und bitte um Hilfe. Der Mann sagt uns Hilfe zu, Wartezeit ca. 6o Minuten. Heute war wohl „Tag der offenen Motorhaube“ . Wir haben uns dann ein Essen im Womo zubereitet und draußen am Rastplatz an festen Tischen verspeist. Dann kam auch der ACE und innerhalb weniger Minuten wurde mit bordeigenen Mitteln der Reifen gewechselt. Schnell die Papiere für den Schutzbrief der HUK unterschrieben und ohne Zuzahlung war alles erledigt.
Dann weiter Richtung Norden. In Höhe Fulda sind wir bei Schlitz abgefahren und haben meine Schwiegereltern in einem Gasthof übernachten lassen, während wir an einer Tankstelle den gebührenpflichtigen Parkplatz nutzen konnten. Für 1,50 € haben wir ruhig und wunderbar gestanden.
Sonntag 04.09.2005
Die restlichen Kilometer nach Tellingstedt haben wir problemlos gelöst, kein Stau im Elbtunnel und nachdem wir meine Schwiegereltern wohlbehalten abgeliefert haben, sind wir dann die restlichen Kilometer nach Kiel gefahren und haben alles ausgepackt.

