Da bietet es sich an, den Donnerstag zum Freitag zu machen, das Wohnmobil zu laden und am späten Freitagmorgen schlappe 305 Kilometer Richtung Holland zu rollen.
Es ist in NRW Hauptferiensaison, da hat man den Vorteil in der zweiten Woche freie Autobahnen zu haben, darf aber niemals den Fehler begehen, Richtung Meer und Strand zu brettern, ohne Reservierung. In Holland heikel, da man unbedingt einen Übernachtungsplatz braucht. Am Straßenrand wird man mit ziemlicher Sicherheit nächtens verbannt. So wählten wir das Ijsselmeer mit seinem kleinen Ort Makkum.
Hinter dem Ort tut sich das Freizeitgebiet "De Holle Poarte" auf, das aus Yachthafen, Ferienhäusern, Hotels, Surfbuden, Gastronomie und Campingplatz besteht.
Wir reisen an und sehen schon auf dem Parkplatz etliche häuslich eingerichtete Wohnmobile und Wohnwagen stehen. Ich frag einen Kollegen, der mir ernüchternd mitteilt, das der Platz rappelvoll ist. Aber....
°Geh zur Rezeption, meld dich an. Stell dich hier auf den Parkplatz. Stehst du besser als auf dem Campingplatz. Strom kriegste auch."
Gesagt, getan. Freundliche Aufnahme von der blonden Fee an der Rezeption. Sie entschuldigt sich sogar für den Umstand und selbstverständlich können wir auf dem Parkplatz stehen. Auch quer, gar kein Problem. Und wenn Strom fehlt, ich soll mich melden, sie würden es schon möglich machen. Dreizig Euronen für das ganze Wochenende, egal wann wir Sonntag abreisen. Alle Einrichtungen des Parks können genutzt werden.
Ich finde direkt einen Eckplatz. In der Nähe ist die Entsorgung für Wohnmobile und ebenfalls die Läden und Restaurants. Ein Stromanschluß ist auch noch frei, sogar die 40m meiner Trommel reichen genau aus, ich muß nicht noch mein Ersatzkabel ausrollen.
:eek: Außer das sich sofort ein überlanger Firmensprinter mit dem Hinterrad auf die Mitte des Kabels stellt und der Fahrer schon verschwunden ist, als ich es bemerken tu.


Links der "böse" Kabeltreter. :mrgreen:

Es war dieses Jahr das zweite Mal, daß wir auf einen normalen Autoparkplatz "verbannt" werden und auch dieses Mal fühl ich mich sauwohl dort. Ich wäre auch zwei Wochen dort stehen geblieben, aber wir hatten halt nur zwei Nächte. Es ist aber eine feine und tolerante Geste der Niederländer, dies zu gestatten. Auch der Hund macht so keinem ein Problem und nur einige vorbei ziehende Passanten schauen uns mitleidig an.
Etwa 150m und man hat das Wasser erreicht. Bei der Abfahrt in Solingen fuhren wir noch durch Überreste des Unwetters der letzten drei Tage, aber hier war noch herrlich warmes Grillwetter.



Ein kleiner Spaziergang und man erreicht die Promenade mit Restaurant´s, Frikandelbuden, Kleidershops und Eisdielen. Oder in die andere Richtung, wo der Yachthafen mit Weinprobe oder Barbecue lockt. Auch ein riesengroßer Hundeauslauf mit Zugang zu Wald und Wasser ist nah.


Nirgendwo bemerkt man, daß diese Gegend wirklich ausgebucht ist. Es ist aber so. Trotzdem kein Gedränge und man erlebt ein erholsames Wochenende.
Allenfalls am Hafen bemerkt man reges Treiben. Da stehen wir freier. Durch die Unwetter der letzten Tage ankern hier viele Boote. Da man mit Hunden immer schnell in Kontakt mit anderen Hundebesitzern kommt, treffen wir auf eine Bootsbesitzerin, die hier auf besseres Wetter wartet, sie kommt von der Insel Terschelling und möchte in den Urlaub nach Südfrankreich, ist aber nicht wirklich weit gekommen bisher. :)



Ich lad jetzt mal die Stromräder auf und fahr mit euch morgen nach Makkum. :wink:

