Über Mittelmeer - Andorra - Elsass - und Rhein.
Reisebericht Südfrankreich 2013
22.06.2013
Heute geht es endlich los. Mit einer dicken Tasche von Reiseunterlagen versorgt starten wir um 10:00 Uhr bei tollem Wetter Richtung Süden. Einen genauen Reiseplan haben wir nicht, mal sehen wie weit wir kommen. Unser WOMO (geb. am 17.04.2012) sieht bei dieser Fahrt zum ersten Mal das Ausland.
Wir tuckern über die Autobahn und landen nach 6 Stunden Fahrzeit kurz vor der französischen Grenze. Da wir beide fahren, ist das gar kein Problem. Aus dem Bordatlas haben wir einen Stellplatz beim Weingut Zimmermann in Schliengen gefunden. Kostenlos, wenn man in der Strausswirtschaft etwas verzehrt. Das haben wir natürlich getan und zu dem leckeren Wein ein Bergplättle gegessen.
Der Stellplatz ist etwas oberhalb von dem Weingut auf einer kleinen Wiese. Es gibt zwar keinerlei Ver- und Entsorgung aber wunderbar ruhig gelegen mit einem tollen Blick auf das Rheintal. Wir sind die einzigen Gäste.

Fahrstrecke 493 Km
23.06.2013
Nach einem Minimalfrühstück geht es um 9:30 Uhr nach Frankreich. Wir nutzen die Autobahn. Die Maut ist zwar ärgerlich, aber man kommt wenigstens voran. Da Sonntag ist, ist auf der Strecke wenig los und die Fahrt ist ziemlich eintönig.
6 Stunden reichen und wir finden einen Stellplatz in dem kleinen Dorf Charmes sur l`herbasse ungefähr 20 Km von der Autobahn. Auf dem Weg können wir an der Straße noch schnell etwas frisches Obst kaufen. Da die Koordinatenangabe im Bordatlas nicht genau stimmt, landen wir erst in einem einsamen Feldweg. Eine kurze Rückfrage neben einem Schweinezuchtbetrieb bringt uns auf den richtigen Weg.
Der Stellplatz ist einsam aber wunderbar auf einer Wiese mit Bäumen gelegen. Mit Sicherheit kann man hier gut wandern. Für 12,40 € gibt es aber alles was das Herz begehrt wie Strom, VE, WC und sogar Duschen.

Fahrtstrecke 556 Km
Maut 57,30 €
24.06.2013
Heute wollen wir aber endlich das Mittelmeer sehen. Gegen 10:00 Uhr geht’s los. Am Tag vorher haben wir im Dorf noch einen Schreibwarenladen gesehen. Hier wollten wir Zeichenpapier kaufen. Doch oh Schreck, heute ist Markttag. Wir verdrücken uns durch eine winzige Gasse und fahren zum Netto um für 1,29 €! Zu tanken.
Trotz Autobahn kann man von der schönen Landschaft einiges sehen. Bei Sète verlassen wir die Autobahn. Die Stadt soll lt. Reiseführer sehr schön sein. Wir finden zwar einen kleinen Stellplatz wo auch LKW´s stehen, haben aber nicht den Mut uns auch dort hinzustellen, da das Ganze ziemlich verwahrlost aussieht. So kurven wir noch etwas durch die kleinen Straßen und fahren weiter Richtung Agde. Die Straße dorthin soll interessant sein. Außer einem Stellplatz der proppevoll ist gibt es keine Möglichkeit mal anzuhalten und kurz zum Meer zu gehen. Riesige Parkplätze sind da, aber alle mit Querbalken.
Es verschlägt uns bei wunderbarem Wetter nach Marseillan Plage einem typischen Touristenort am Golfe du Lion. Auf gut Glück fahren wir einen Campingplatz an. Beauregard A Sud. Da wir ADAC Mitglied sind wurde der Tarif von 25,50 € auf 15,00 € gesenkt. Warum auch immer. Der Platz ist einfach aber er liegt direkt an einem tollen Sandstrand. Die Stellplätze sind groß und man kann sich schön ausbreiten. Spontan entscheiden wir, hier 3 Tage zu bleiben. Am Nachmittag machen wir noch einen Rundgang. Aber nur Souvenirläden und diverse Kneipen und Restaurants sind nicht sehr prickelnd.
Fahrtstrecke 296 Km
Maut 26,20 €
25.06.2013
Heute ist Strandtag. Da es vom CP einen direkten Zugang zum Strand gibt, ist das sehr einfach. Der Strand ist groß und sauber. Das Wasser ist toll. Zwar noch etwas kühl, aber wir haben immerhin noch Juni. Zwischendurch Backgammon gespielt. Durch den permanenten Wind war das Spielbrett schnell halb mit Sand gefüllt.

Fahrtstrecke 0 Km
26.06.2013
Die Stadt Sète ist 20 Km entfernt. Man bezeichnet sie in den Reiseführern als Klein-Venedig. Also hin mit dem Bus. Leider hat man uns an der Rezeption die falsche Bushaltestelle genannt, er fuhr eine andere Strecke. Da das der einzige Bus war, haben wir blöd aus der Wäsche geschaut. Alternativ, Taxikosten von 25-30 € investieren. Zwei einheimische junge Männer haben uns angeboten uns für 20 € in die Stadt zu bringen. Uns war zwar bei der Situation etwas mulmig, aber wir haben das Angebot angenommen. Leider haben sie uns ziemlich am Stadtrand raus gelassen und wir mussten die Socken qualmen lassen. Die Stadt ist mit ihrem Hafen und den Kanälen ganz hübsch, ein Vergleich mit Venedig ist aber gewaltig übertrieben. Vielleicht hat uns aber durch die viele Lauferei auch das Auge dafür gefehlt. Zurück ging es mit dem Bus für 1 € pro Person.

Fahrtstrecke 0 Km
27.06.2013
Nach den platt gelaufenen Füßen in Sète brauchen wir einen Erholungstag außer Faulenzen und Boule spielen passiert nichts Aufregendes.
Fahrtstrecke 0 Km
28.06.2013
Heute geht es endlich weiter. Wir haben uns vorgenommen ein afrikanisches Tierreservat in der Nähe von Sigean zu besuchen. Unsere Bedenken mit dem WOMO in den Park zu fahren wurden an der Anmeldung zerstreut. Also rein. Mehr als 3.000 Tiere sollen sich dort aufhalten. Natürlich haben wir nicht alle gesehen. Aber Giraffen, Löwen, Nashörner etc. ohne Umzäunung ganz nah zu sehen ist schon interessant. Zum schlafen haben wir einen Stellplatz zwischen Gruissan und Narbonne-Plage gesucht. Anscheinend wurde der aber vom Winde verweht. So sind wir auf dem CP von Narbonne-Plage gelandet. Direkt am Meer mit einem weiten Sandstrand für 25,00 €.
Fahrtstrecke 115 Km
29.06.2013
In Gruissan ist heute Markt. Der Ort ist nur 8 Km entfernt. Dort gibt es auch einen riesigen Stellplatz für über 100 Mobile für 8,50 €. Es gibt zwar Duschen und WC aber sehr grenzwertig. Nachdem wir uns häuslich auf dem Platz eingerichtet haben, geht es auf den Markt. Es gibt alles was das Herz begehrt und wir decken uns auch heftig ein. Die Stadt als solche ist sehr schön. In einem der Straßencafes schauen wir noch dem Markttreiben zu.

Fahrtstrecke 8 Km
30.06.2013
Es zieht uns weiter in den Süden. Unser Ziel heute ist Collioure. Die Strecke dorthin ist unheimlich interessant. Am Horizont kann man die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen sehen. Wir machen Pause in Port-Leucate an einer Austernzuchtstation. Wir sind zwar keine Austernfreunde, aber mit einem Kilo Muscheln gehen wir zurück zum Womo. Die Stadt Collioure ist sehr hübsch, aber man hat keine Möglichkeit anzuhalten. Nachdem wir genervt durch die engen Gassen gekurvt und in Port Vendres gelandet sind, beschließen wir uns einen CP zu suchen. Geschlafen wird heute in Argeles sur Mer auf dem CP Le Front de Mer.
Campingplatz total überteuert mit 40,00€ sind wir dabei. Nicht gerade sauber und sehr laut.
Tun uns das nicht mit Sicherheit nicht noch mal an. Wir werden mit einem blauen Band gekennzeichnet, wie die Kuh auf der Alm. Entschädigt haben uns die Muscheln, echt lecker und dazu Käse vom Markt in Gruissan.
Fahrtstrecke 182 Km
01.07.2013
Wir werden heute Morgen von Partymusik über die Platzlautsprecher geweckt. Das bestätigt, das ist nicht unsere Welt. Also Müsliriegel-Frühstück und nichts wie weg. Es geht Richtung Westen auf der N116. Bei Ille-sur-Tét fahren wir ab. Es soll in Bélesta einen Stellplatz geben. Die Strecke dorthin ist wunderschön aber etwas kurvig. Bélesta ist ein kleines verschlafenes Bergdorf. 8 parzellierte Plätze und was uns überrascht, sogar mit Dusche und WC. Das Ganze für 5 €. VE über eine Flot Bleu Station. Außer Vogelgezwitscher hört man nichts. Das haben wir gebraucht. Einen neuen Freund haben wir gefunden. Es ist Ferbul der hübsche Dackel eines Nachbarn. Abends kommen noch Holländer. Da sie sehr mitteilungsbedürftig ist, bekommen wir einen ausführlichen Reisebericht über die Pyrenäen.
Fahrtstrecke 69 Km
02.07.2013
Nachdem wir wunderbar geschlafen haben, gibt es ein ausgiebiges Frühstück und es geht weiter Richtung Andorra. Auf der Zufahrt zur N116 hat es leider einen Unfall gegeben. Ein PKW liegt auf der Betonbegrenzung. In Prades beim Super U haben wir noch einen Großeinkauf gemacht. Dann ging es weiter nach Saillagouse. Die Strecke dorthin (Route de Col) ist einfach toll. Zwischendurch kann man Pause machen und die Landschaft bewundern. Geschlafen wird auf dem CP Le Cerdan für 17 €. Klein aber nicht schlechter als der für 40 €. Man soll zwar in vielen kleineren Städten auch frei stehen können, insbesondere am Bahnhof. Wir fühlen uns aber wohler in einem abgegrenzten Bereich. Ein Stadtrundgang ist obligatorisch. Saillagouse ist ein kleiner Ort ohne Attraktionen.
Fahrtstrecke 94 Km
03.07.2013
Heute geht es nach Andorra. Die Strecke hinauf zum Col de Puymorens auf 1.920 m ist einfach atemberaubend. Der Blick auf die schneebedeckten Gipfel einerseits und die tiefen Täler andererseits ist gewaltig. Beim Blick in die Täler kommt man sich teilweise wie bei Google Earth vor. Nach dem Col de Puymorens geht es noch ein Stück weiter hinauf bis über 2.000 m. Wir machen unterwegs einen Zwischenstopp um das Panorama auf uns wirken zu lassen. Man kann sich einfach nicht satt sehen. Für die Abfahrt nutzen wir den Tunel d´Envalira. Kostet zwar 11,60 € ist aber erheblich einfacher zu fahren als das 8m-Mobil über den Pass zu jonglieren. Wenn man nach Andorra kommt merkt man sofort, dass das ein riesiges Skigebiet ist. Hotel an Hotel. Jetzt im Sommer steht aber die meisten leer. Wir quartieren uns für die nächsten beiden Tage auf dem CP Valira in der Hauptstadt La Vella ein. Es wird Zeit einen Waschtag einzulegen. Die vorhandene Waschmaschine und Trockner werden genutzt. Die Wäsche ist im Trockner und wir beim WOMO. Elfi fragt, wo ist eigentlich mein Handy und meine Geldbörse? Die Suche geht los. Nichts zu finden. Dann fällt uns ein, beim Leeren der Waschmaschine hat sie ihre Jacke an den Haken gehangen. Nichts wie los zum Waschraum. Großer Jubel, es ist alles da!
Fahrtstrecke 78 Km
Maut 11,60 €
04.07.2013
Eine Besichtigung der Hauptstadt La Vella ist angesagt. Da wir vor dem CP eine Bushaltestelle haben, fahren wir 2 Stationen zur historischen Altstadt. Eine sehr dichte Bebauung und man hat den Eindruck, dass die Häuser an die Felsen geklebt sind. Viele Fassaden der Gebäude sind aus Naturstein, was den historischen Charakter noch verstärkt. Bei einem Bummel merkt man sofort, dass man sich in einer Steueroase und einem zollfreien Gebiet befindet. Überall Banken, Parfümerien, Tabak- und Lederwarengeschäfte. Zum Mittagessen wählen wir uns einen Platz in der Altstadt im Kreisverkehr und haben zu unserer Freude ein frisch gezapftes großes San Miguel vor uns. Was uns wundert, ist dass hier überwiegend spanisch gesprochen wird. Die Verbindung zu Frankreich scheint doch nicht so intensiv zu sein. Da direkt unter unserem CP das Fußballstadion der Stadt ist, kommen wir nachmittags noch in den Genuss eines Qualifikationsspiels der FIFA Europa League. Zrinjski Mostar gewinnt gegen UE Santa Coloma 3:1.
Fahrtstrecke 0 Km
05.07.2013
Wir verlassen Andorra. Natürlich nutzen wir noch mal das Zollfreigebiet und tanken für 1,11 €! Nach dem Tunnel biegen wir in Richtung Foix ab. Unser nächstes Ziel ist Carcassonne. Dass man auf diesen Strecken mit der Geschwindigkeit vorsichtig sein muss merken wir daran, dass uns ein LKW begegnet, den es auf das Dach gelegt hat. Hoffentlich ist dem Fahrer nichts passiert. Unterwegs merken wir, dass unsere Route die Strecke der Tour de France kreuzt. Morgen ist die N20 ab 14:00 Uhr gesperrt. Spontan entscheiden wir, dass wir uns dieses Schauspiel ansehen werden. Unser Zielpunkt ist Ax les Thermes. Die Tour führt direkt durch die Stadt. In der Stadt gibt es einen kostenlosen Stellplatz am Schwimmbad. Leider ist der mit ausgemusterten Fahrzeugen und Schuttcontainern teilweise belegt. Außerdem wohnen anscheinend etwas zwielichtige Gestalten dort. Kurzum wir fühlen uns dort nicht wohl. Am Ortsausgang Richtung Foix gibt es einen neuen Stellplatz für geschätzt 50 Mobile. Das Problem ist nur, er liegt direkt an der Nationalstraße. Beim Schlafen kommt man sich wahrscheinlich vor, als würde man auf dem Mittelstreifen der Autobahn übernachten. Wir landen also 200 m weiter auf dem CP von Ax les Thermes. Bei einer Erfrischung in der platzeigenen Bar treffen wir auf eine Gruppe junger Männer, die kräftig am feiern ist. Wie sich später bei einer Unterhaltung herausstellt ist das kein Fanclub einer Tourmannschaft sondern ein Junggesellenabschied. Interessant ist, dass es auf dem Platz viele domestizierte Kaninchen gibt. Lassen sich zwar nicht streicheln, haben aber absolut keine scheu vor Menschen.
Fahrtstrecke 66 Km
06.07.2013
Heute ist Tour de France Tag. Gegen halb zwölf machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Unmengen von Menschen strömen in das Zentrum mit dem gleichen Ziel. Gegen 14:00 Uhr ist die Stadt dicht. Wir kapern ein Restaurant direkt an der Strecke und warten bei Pizza Salat und Wein was passiert. Man muss an dieser Stelle mal was zu den hygienischen Verhältnissen hier in Südfrankreich sagen. Es bedarf schon einer gehörigen Portion Abhärtung, hier die öffentlichen oder Restauranttoiletten zu benutzen. Plötzlich ist Leben auf der Strecke. Eine Karawane von Werbefahrzeugen versorgt das Publikum mit allerlei Dingen die kein Mensch braucht, wie Schlüsselanhänger und aufblasbare Kopfkissen. Es geht soweit, dass ein Wasserspenger den Zuschauern etwas Abkühlung beschert. Irgendwie ist es wie bei einem Rosenmontagsumzug. Nach Dutzenden von Presse- und offiziellen Fahrzeugen kommen gegen 16:30 endlich die Radrennfahrer. Da im Vorfeld eine Bergwertung war, hat sich das Feld weit auseinander gezogen. Etappensieger wird der Engländer Chris Froome. Insgesamt hat man das Gefühl, die Fahrer sind nur Beiwerk.
Fahrtstrecke 0 Km
07.07.2013
Da wir lange geschlafen haben gibt es nur ein Minimalfrühstück und wir brechen auf Richtung Carcassonne. Wir nehmen eine kleinere Bergstraße die D613. Es geht hinauf zum Col de Chioula auf 1.431m. Anscheinend eine beliebte Strecke für WOMO Fahrer. Auf der engen Straße muss ab und zu etwas gezirkelt werden. Es bleibt aber genügend Zeit sich an der Landschaft zu ergötzen. Die weiten Täler beeindrucken uns erneut. Hier in den etwas tieferen Regionen ist es wahnsinnig grün. Kurz vor Quillan machen wir Rast auf einem Parkplatz und haben eine tolle Sicht auf das riesige Tal mit der Stadt. Wir folgen jetzt dem Gebirgsfluss Aude. Durch das starke Gefälle bekommt er eine ordentliche Strömung. Da die Temperaturen mal wieder über 30O C. sind, hat man Lust sofort reinzuspringen. Über das Wetter haben wir bisher noch gar nichts gesagt. Vom ersten Tag an strahlender Sonnenschein. Im Gebirge ist es durchaus erträglich, aber hier in der Ebene wird es unerträglich. Wir durchqueren Carcassonne. Der Platz unterhalb der Stadtmauer ist gesperrt. Deswegen entschließen wir uns, unsere Zeit auf dem Campingplatz zu verbringen.
Fahrtstrecke 112 Km
08.+09.07.2013
Nach einem Tag des Faulenzens geht es heute zum Weltkulturerbe, der Sité de Carcassonne. Wir nehmen für 1 € den Bus der uns fast bis zum Tor bringt. Beim radebrechenden Versuch die richtige Fahrkarte zu kaufen stellt sich heraus, dass der Busfahrer aus Saarbrücken ist und seit 30 Jahren hier lebt.
Es ist ein absolut beeindruckendes Bauwerk, das da vor uns liegt. Eine monumentale Festung die seit ca. 800 Jahren steht und nach einem teilweisen Verfall im 19. Jahrhundert restauriert wurde. Man fühlt sich teilweise in eine andere Zeit zurück versetzt. Neben den 8,50 € Eintritt gönnen wir uns für 3,00 € einen Audioguide in deutsch. Nichts ist schlimmer, als planlos durch solch ein geschichtsträchtiges Bauwerk zu laufen. Der Audioguide lohnt sich, denn eine Unmenge von Informationen strömt auf uns ein. Neben den geschichtlichen Angaben zum Beispiel auch, dass der Filme wie Robin Hood mit Kevin Costner und ein Walt Disney Film hier gedreht wurden. Innerhalb der Festungsmauern war in früherer Zeit eine eigene kleine Stadt. Die Stadt Carcassonne hat sich erst nach dem Verfall der Festung begründet. Heute sind die Gassen der Festungsstadt übersäht mit Souvenirläden und Restaurants. Nach einem intensiven Rundgang machen wir noch einen Abstecher in die Stadt. Von der Pont Neuf hat man einen tollen Blick auf die Sité. Zurück geht es von 32O C. geschlaucht einfach mit dem Bus.
Fahrtstrecke 0 Km
10.07.2013
Unser Weg führt uns heute nach Albi. Es geht dorthin über Mazanet und Castres. Hier sticht Mazanet durch seine Sauberkeit und schön angelegte Blumenrabatte hervor. Ein Stück folgen wir dem Agout auf dem sich einige Hausboote tummeln. Sofort fühlen wir uns an unsere Tour auf dem Shannon in Irland erinnert.
In Albi gibt es einen kostenlosen Stellplatz unterhalb der Kathedrale für ca. 10 Mobile. Der Weg zur Kirche, über ein paar Treppen, ca. 300m. Das Gebäude das einen dort erwartet ist der helle Wahnsinn. Komplett aus roten Backsteinen gebaut mit teilweise 5m dicken Mauern. Der Kirchturm ist 78m hoch. Da wir bekennende Atheisten sind interessiert und weniger der christliche Hintergrund als die künstlerischen Arbeiten. Es ist schon fantastisch was einem dort geboten wird. Angefangen von den Sandsteinornamenten bis hin zu der tollen Deckenmalerei, echt toll. Das Stadtbild ist ebenso von roten Backsteinhäusern geprägt und es lohnt auf jeden Fall ein Bummel durch die engen Gassen. Bei Pizza und Bier lassen wir die Stadt auf uns wirken. Am Abend haben wir die Möglichkeit die gewaltige Orgel der Kirche im Rahmen eines Festivals zu hören. Zwischendurch gibt es den ersten Regenguss auf unserer Tour. Viel Abkühlung hat das aber nicht gebracht.
Fahrtstrecke 122 Km
11.07.2013
Durch den Parc Naturel des Grands Causses geht es weiter nach Millau. Die Strecke dorthin ist wie Kino. Weite Täler, Berge, Weizenfelder und ein unendlicher Fernblick. Man könnte laufend stehen bleiben. Nach Millau folgen wir dem Flusslauf des Tarn, der eine schöne grünliche Färbung hat. Wir suchen uns einen Stellplatz ca. 20Km nördlich von Millau in Le Rozier bei einem CP. Da die Navi-Angaben mal wieder ungenau sind, landen wir erstmal im nächsten Dorf. Natürlich kommt uns gerade jetzt auf der sehr engen Dorfstraße ein Auto entgegen. Ruhe bewahren. Ein Rundgang durch Le Rozier rundet den Tag ab. Im nachhinein stellen wir fest, dass der mit dem Stellplatz kombinierte CP eine Katastrophe ist. Wahrscheinlich wird hier nur einmal im Jahr, wenn überhaupt, saubergemacht. Elfi hat Angst sich bei den Sanitäranlagen einen Ganzkörperherpes zu holen.
Fahrtstrecke 148 Km
12.07.2013
Wir sind nun am Rande des Parc National de Cevennes. Wir waren der Meinung auf unserer Tour schon einige tolle Sachen gesehen zu haben. Was uns aber heute erwartet ist einfach gigantisch. Unser Weg führt in den Nationalpark durch die Gorges de la Jonte und ein Stück durch die Gorges du Tarn. Die mehrere Hundert Meter tiefen Schluchten und bizarren Felsformationen sind irre. Hinter jeder Kurve bietet sich einem ein neues eindrucksvolles Schauspiel. Anfangs bleiben wir alle paar Meter stehen um Bilder zu machen. Die Gegend ist dünn besiedelt und bei den kleinen Bergdörfern hat man das Gefühl, dass hier die Zeit stehen geblieben ist. Mit den Straßen hier ist das so eine Sache. Man nehme von einer Straße unserer Größenordnung eine Fahrspur und male in die Mitte weiße Linien und schon ist die hiesige Bergstraße fertig. Man muss zwar keine Angst haben, aber doch einen gewissen Respekt.
Am Ende des Tages kommen wir nach Mende und Tanken bei Super U. Vorher haben wir schon gesehen, dass man auf dem Parkplatz des Supermarktes kostenlos stehen kann. Von der Tankstelle sehen wir aber einen sehr schön angelegten CP. Hier quartieren wir uns nach dem Einkauf ein. Der erste Eindruck bestätigt sich. Es ist ruhig, sehr sauber und er hat sogar ein Schwimmbad, das wir natürlich sofort nutzen. Wir stehen direkt an dem kleinen Fluss Lot. Der Platz steht in keinem unserer Reiseführer, ist aber sehr zu empfehlen.
Auf unserer gesamten Tour haben wir relativ häufig CP genutzt und keine Stellplätze. Das hängt damit zusammen, dass hier das Stellplatznetz dünner ist als bei uns. Außerdem ist bei Temperaturen von über 30 Grad die tägliche ausgiebige Dusche unverzichtbar. Das sprengt schnell den Wasservorrat.
Fahrtstrecke 99 Km
13.07.2013
Wir bleiben noch einen Tag hier. In Mende ist Markt und wir fahren die 1,5 Km mit den Rädern in die Stadt. Die Altstadt von Mende ist sehr beschaulich und es macht Spaß durch die kleinen Gassen zu schlendern. Wir finden durch Zufall auch die schwarze Madonna, die anscheinend aus dem Orient ist und eine besondere Bedeutung hat. Der Markt an sich ist nichts Besonderes. Aber wir decken uns mit eingelegtem Knoblauch, schwarzen Oliven und einem großen Stück Schinken ein. Für die Daheimgebliebenen gibt es noch eine spezielle Wurst. Ist ja wohl klar, dass nachmittags noch mal das Schwimmbad von uns überfallen wird.

Fahrtstrecke 0 Km
14.07.2013
Ist ja klar, dass jede Tour mal ein Ende hat. Wir haben zwar noch über eine Woche Zeit, wollen aber hier im Süden die Zelte abbrechen und noch mal im Elsass vorbeischauen.
Das heißt, unser Weg führt uns nach Norden. Nach Mende geht es noch mal in Serpentinen auf den Berg. Wir finden einen sehr schönen See, den Lac de Naussac, an dem wir eine Rast einlegen. Hier gibt es einen freien Stellplatz, mit Blick auf den See. Ist sehr schön. Dann durchqueren wir das Gebiet der Ardeche. Landschaftlich ist es hier ebenfalls wunderschön. Die unendliche weite ist immer noch beeindruckend. Unser Ziel war ursprünglich der Stellplatz in Montelimar. Spontan entscheiden wir aber den Platz in Charmes sur l`herbasse, den wir auf der Hinfahrt schon hatten erneut zu besuchen.
Fahrtstrecke 259 Km
15.07.2013
Am nächsten Tag auf die Autobahn und weiter Richtung Norden. Unser Zeitplan wird etwas durcheinander geworfen, weil wir 1 Stunde in Lyon im Stau verbringen. Was soll´s. Unser Ziel ist das Ecomusée d´Alsace nördlich von Mulhouse. Es soll dort einen komplett ausgestatteten Stellplatz direkt bei dem Museum geben. Das einzige was stimmt ist „direkt bei dem Museum“. Ansonsten ist das ein Platz unter Bäumen mit teilweise tief hängenden Ästen mit nichts dabei.

Fahrtstrecke 495 Km
16. 07.2013
Wir sind im Elsass. Das Ecomusée d´Alsace ist ein Freilichtmuseum mit über 60 Bauernhäusern und Tieren. Hier werden viele alte Handwerke gezeigt und man kann sich beim zuschauen ein Bild machen, wie damals gearbeitet wurde. Besonders die vielen Störche, die auf fast jedem Haus nisten sind sehr schön anzuschauen. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall. Für uns geht es weiter nach Ribeauville. Eine Touristenmetropole, aber vom Stadtbild sehr schön. Unser Stadtrundgang endet mit einem großen kühlen Bier. Der Stellplatz in Ribeauville ist voll. Der CP der Stadt ebenfalls. Weil wir auch keine Lust haben auf dem Busparkplatz zu übernachten geht es ein Dorf weiter nach Bergheim. Dort gibt es einen Stellplatz „Les Noyers“ bei einem Winzer. Der Platz hinter dem Weingut ist ruhig und schön parzelliert.
Fahrtstrecke 58 Km
17.07.2013
Wir beschließen Ribeauville näher unter die Lupe zu nehmen. Am nächsten Morgen fahren wir mit dem Womo in die Stadt und parken auf dem Busparkplatz. Mit der Touri-Bimmelbahn machen wir eine Rundfahrt durch die Stadt und die umliegenden Weinberge. Die Fahrt ist echt interessant und man bekommt eine Menge Informationen. Die Fahrt geht durch Gassen, die man als Tourist nicht so leicht besucht. Wunderschöne alte Häuser, die alle eine eigene Geschichte haben, kann man hier bewundern. Der Nachmittag gehört einem Weinlokal in dem es einen leckeren Flammkuchen gibt. Anschließend wieder zu unserem Winzer zum Schlafen.
Fahrtstrecke 12 Km
18.07.2013
Es geht weiter Richtung Norden. Wir wollen am Rhein etwas ausspannen. Vor 3 Jahren haben wir dort auf einem CP gestanden, direkt am Rhein. Wir wissen aber nicht mehr wo das war. Also fahren wir ab Bingen die linksrheinische Bundesstraße und haben als Ziel den Stellplatz in Brarach. Da wir uns auf dem CP wirklich sehr wohl gefühlt haben, würden wir dort gern wieder stehen. Wie es der Teufel will finden wir unterwegs tatsächlich den CP von damals und stehen auch wieder direkt am Rhein. Man kann es kaum glauben.

Fahrtstrecke 302 Km
19.+20.07.2013
Nachdem wir uns gestern abend hier in Trechtingshausen auf dem CP Marienort einquartiert haben, müssen wir die beiden Tage schon mit Stress verbringen. Die Lastkähne auf dem Rhein oder die Anhänger der Güterzüge zählen ist schon echt anstrengend. Streng genommen sind die Güterzüge auf der anderen Rheinseite echt laut. Aber das stört uns in keinster Weise. Mit dem Womo nur 5 m vom Ufer entfernt zu stehen, mit einem tollen Blick auf Fluss, Berge und Burgen entschädigt für alles. Zur Entspannung radeln wir ins Dorf. Der Ort ist sehr klein und es gibt nicht eine einzige Einkaufsmöglichkeit. Glücklicherweise haben wir alles an Bord.
Oberhalb des CP liegt die Burg Rheinstein. Wir besichtigen das alte Gemäuer und lassen das 1.000 Jahre alt Bauwerk auf uns wirken. Wirklich schön.
Fahrtstrecke 0 Km
21.07.2013
Unser weiterer Weg geht auf der linken Rheinseite weiter. Bei solch malerischen Ecken wie hier z.B. am Mittelrhein, wird einem mal wieder deutlich, wie schön unser Land ist. Nach einem Stop in Oberwesel, geht es über die Loreley, St. Goar weiter nach Boppard. In der Stadt sehen wir, dass es hier eine Seinbahn auf den Hirschkopf gibt. Nichts wie rein und auf den Berg. Oben erschließt sich einem ein Ausblick auf eine große Rheinschleife, da bleibt einem der Mund offen stehen. Wir genießen den Blick im Biergarten bei einem kalten Getränk. Der Spruch des Tages kam vom Nebentisch, von einer Dame mittleren Alters. „Außer gucken kann man hier aber auch nichts.“
Die Nacht verbringen wir auf einem Stellplatz beim Jachthafen in Neuwied. Das Sanitärgebäude ist zwar etwas entfernt, aber es gibt eine kalte Dusche, herrlich! Nebenan ist eine Pizzeria mit sehr moderaten Preisen. Man muss aber schon etwas Zeit mitbringen. Bis zum ersten Bier hat es 35 Minuten gedauert.
Fahrtstrecke 98 Km
22.07.2013
Ziel ist unsere Lieblingsstadt Köln. Da wir immer noch über 30 Grad haben, entscheiden wir uns gegen den wirklich schön zentral gelegenen Stellplatz und nehmen wegen der ausgiebigen Dusche den CP im Stadtteil Poll. Der Platz liegt direkt am Rhein und große Bäume spenden Schatten.
Fahrtstrecke 89 Km
23.07.+24.07.2013
Es ist immer wieder schön in Köln zu sein. Die Stadt hat eine ganz besondere Faszination. Wir schwingen uns aufs Rad und fahren die 5 Km zur Altstadt am Rhein entlang. Eine sehr schöne Strecke. Bevor wir durch die Gassen der Altstadt schlendern, sehen wir uns die Stadt bei einer Rundfahrt vom Wasser aus an. Wir haben Lust hier noch was zu unternehmen und ordern über die Touristeninfo Karten für die Boulevardkomödie „Elvis has left the Building“
in der Südstadt im Theater „Der Keller“.
Fahrtstrecke 0 Km
25.07.2013
Unsere Rundreise ist zu Ende. Wir fahren auf direktem Weg zurück. Die vielen Eindrücke auf der Fahrt und die vielen netten Menschen die wir kennen gelernt haben, werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.
Fahrtstrecke 247 Km
Die besten
Elfi und Volker

