xcamping
hubstuetzen
hallo
Links zu ebay oder Amazon sind Werbelinks. Wenn Sie auf der Zielseite etwas kaufen, bekommen wir vom betreffenden Anbieter Provision. Es entstehen für Sie keine Nachteile beim Kauf oder Preis.

Reisebericht D-A-H-RO-BG-GR


NaviGer am 27 Nov 2005 23:34:10

Vorbemerkung:
Der Grund für diese mal andere Reiseroute nach Griechenland war, dass mein Jüngster (17 Jahre) den Autoput durch Jugoslawien nur durch Erzählungen kannte, diesen aber auch mal kennen lernen wollte. Meine Frau wollte nicht mitfahren, da sie sich die umlaufenden Schauergeschichten über Rumänien und Bulgarien zu sehr verinnerlicht hatte. Ich kann jetzt schon sagen: wir haben keine Schauergeschichten erlebt, auch nicht bei der Rückreise durch das ehemalige Jugoslawien.
Dieser Reisebericht beschreibt auch weniger die Sehenswürdigkeiten der durchfahrenen Länder, sondern soll einen Eindruck vermitteln, wie sich die Reise durch Rumänien und Bulgarien für den Fahrer eines Wohnmobils gestaltet, bzw. gestalten kann.


Ausnahmsweise das Fazit der Reise am Anfang:
Vorbemerkung: Ich führe hier meine persönliche Meinung an, für den nächsten Reisenden mag sich eine andere Wertung ergeben.
Sowohl Rumänien wie auch Bulgarien sind eine eigene Reise wert. Ich werde beide Länder noch einmal und auch wesentlich länger besuchen. Ich bin zusätzlich zum Griechenland Liebhaber auch zum Rumänien- und Bulgarien Fan geworden.
In Rumänien würde ich länger im Landesinneren verweilen, in Bulgarien sowohl die Küste wie auch das Landesinnere etwa gleich lang besuchen..
In beiden Ländern sind die Menschen sehr freundlich, in Rumänien etwas mehr.
An Korruption oder ungerechter Behandlung durch die Behörden haben wir selbst nichts bemerkt, obwohl es sie laut Erzählungen Einheimischer (noch) geben soll.
Radarkontrollen sind sehr häufig, bei dem Fahrstil mancher Einheimischer allerdings auch unbedingt notwendig.


Vor der Reise besorgen:
Straßenkarten für (Ungarn,) Rumänien und Bulgarien, z.B. die Shell Länderkarte Rumänien-Bulgarien-Moldawien, 1:750000.
Ideal auch ein Laptop mit GPS Maus und dem Marco Polo Reiseplaner.
Grüne Versicherungskarte für Ungarn, Rumänien, Bulgarien.
Reisepaß für Rumänien und Bulgarien.
Vollmacht für alle Fahrer, dass das Fahrzeug auch vom Nicht-Halter benutzt werden darf: Ungarn, Rumänien, Bulgarien.
Viele kleine Euro-Scheine und Euro-Münzen. Euros, auch Münzen, werden überall genommen.
Sehr gute weiterführende Informationen und Tips über die verschiedenen Länder findet man auf dieser Webseite:
--> Link


Start 12.8.05, 14:00 Deutschland – Österreich
Von Freising aus Landstraße Richtung Passau, dort auf die Autobahn Richtung Linz (Autobahn-Vignette für Österreich kaufen!), und dann weiter Richtung Wien. Beim Kloster Melk sind wir von der Autobahn abgefahren und an der Donau entlang durch die Wachau Richtung Krems gefahren.
Östlich von Krems haben wir in einem kleinen Dorf am Sportplatz übernachtet.


13.8.05, 9:00 Österreich – Ungarn
Von Krems sind wir weiter Richtung Wien gefahren, haben unterwegs einen Aldi und anschließend Bekannte in Wien besucht (toller Vergleich). In Wien sind wir um 14:00 aufgebrochen in Richtung Ungarn.
Wichtig: In Österreich auftanken, in Ungarn ist Benzin und Diesel teurer.
An der Grenze wieder eine Autobahn Vignette für 4 Tage besorgt, ca. 9€. Wichtig: Zum Kaufen gleich den KFZ - Schein mitnehmen.
In Ungarn ging es problemlos weiter über die Autobahn Richtung Budapest (auf der Umgehungs-Schnellstraße wie immer viel Verkehr) und von dort Richtung Szeged. Einige Kilometer nach Kecskemet war die Autobahn zu Ende, es ging weiter über die Landstraße (E75). Der Fahrstil einiger anderer LKWs und PKWs erinnerte mich noch an die Autoput Zeiten. Auch sahen wir einen LKW im Straßengraben liegen. Zehn Kilometer vor Szeged, es wurde schon dunkel, haben wir uns einen Übernachtungsplatz angesteuert, der kostete ca. 10€. Der Platz war zwar schön angelegt, lag aber nahe der Hauptstraße, so dass wir in der Nacht einige Mal aufwachten.
Wichtig für Ungarn: Wohnmobile über 2,8 T dürfen auf Landstraßen nur 70 km/h fahren, auf Autobahnen nur 80 km/h. Da war mein POIObserver im Navi-System recht hilfreich, er hat mich recht oft auf die Geschwindigkeit aufmerksam gemacht.


14.8.05, 10:00 Ungarn – Rumänien
Nach ausgiebigem Frühstück ging es weiter durch Szeged in Richtung Rumänien-Grenzübergang Arad. Wir haben nach Szeged die Haupt-Route (E68) Richtung Arad verlassen und sind zum Grenzübergang Cenad gefahren. Dieser ist ganz neu (von der EU) errichtet worden und nur für Fahrzeuge bis 3,5 T zugelassen. Die Ungarn haben uns bei der Ausreise intensiv kontrolliert, ich frage mich nur warum?. Auf der rumänischen Seite eine ¾ Stunde Wartezeit, es waren viele Autos mit italienischen Kennzeichen unterwegs. Die wurden alle intensiv kontrolliert, später habe ich erfahren, dass es wohl Auslands-Rumänen sind, die einiges ins Heimatland schmuggeln wollen. Wir hatten keine Probleme: es gab Stempel in die Pässe und wir wurden weiter gewunken. Während der Wartezeit hatte ich ausgiebig Zeit, die ganzen Plakate an der Grenzstation anzusehen, eines fiel mir besonders auf (auf rumänisch und englisch):
Wenn Sie mit der Grenz-Abfertigung nicht zufrieden sind, rufen Sie diese Telefonnummer xxx an, dann erreichen Sie den Leiter der Grenzstation.
Wenn Sie mit dessen Entscheidung nicht einverstanden sind, rufen Sie diese Telefonnummer an: yyy, Sie erreichen dann die regionale Polizei.
Wenn sie mit deren Entscheidung nicht einverstanden sind, rufen Sie diese Telefonnummer an: zzz. Leider stand da nicht mehr dabei, wen man dann erreicht.
In Rumänien braucht man auch eine Vignette, für eine Woche waren das etwa 3€. Die Überraschung bei der Ausreise war, dass wir nochmal 3€ Umweltabgabe bezahlen mussten.
Eigentlich hätten wir wegen der schlechten Straßen Geld zurückbekommen müssen.


14.8.05, 13:00 Rumänien: Grenze - Baile Herculane
Von Cenad aus ging es weiter Richtung Temeswar über eine phantastische (EU-bezahlte) Straße. Und noch ist die Landschaft überall flach, die Berge der West-Karpaten sehen wir allerdings schon am Horizont.
Die Fahrt geht durch die Dörfer über richtig breite, großzügige Straßen. Man sollte sich jedoch unbedingt an die zulässige Höchst-Geschwindigkeit halten (innerorts 50 km/h, außerorts 80 km/h), Radarkontrollen sind überall anzutreffen. Auch wenn die Rumänen in den Ortschaften schneller fahren.
In den Dörfern sehen wir einige verfallene Häuser, nicht besonders viele, aber es fällt eben schon auf. Viel häufiger sind jedoch verfallenen Fabriken und Industrieanlagen zu sehen.
In den Dörfern ist alles mit Reklame von Baumärkten zugepflastert. Und die Leute scheinen auch dort einzukaufen, überall wird renoviert.
Zur Reklame muss man bemerken, dass die Gegend um Temeswar nach rumänischen Verhältnissen reich ist, später haben wir Landstriche gesehen, in denen es sich für die Baumärkte nicht mehr rentierte, Reklame zu machen...

Nach 1 ½ Stunden Fahrt ab der Grenze kamen wir in Temeswar an. Nun suchen wir uns erst einmal eine Bank, bei der wir Geld wechseln können. Wir kreisen zweimal durch das Zentrum mit wunderschönen alten Bauten aus der Kaiserzeit, da überholen uns zwei Polizisten auf ihren Motorrädern und halten uns an. Au weia, was habe ich jetzt angestellt?
Der eine Polizist kommt auf uns zu und fragt: Do you have problems? Ich: Yes, I need a bank to change money with my card. Die zwei beratschlagen zunächst, dann meint einer: Follow us. Und so hatten wir eine Polizeieskorte zur Bank. Dort durfte ich unter Polizeiaufsicht im Halteverbot parken.
Und schon kam das nächste Problem: am Geldautomat konnte man zwar die Sprache auf englisch umstellen, von Wechselkurs stand aber nichts da. Da Sonntag war, war auch die Schalterhalle geschlossen. Ich wusste nur, dass man schon einige Millionen rumänische (alte) Lei einwechseln muss, so entschloss ich mich, erst einmal 1,5 Millionen einzuwechseln. Ich zeigte einem der Polizisten das Geld und fragte ihn, wie viel Benzin ich dafür kaufen könne (die Tankstellenpreise kannte ich schon). Er meinte, dafür bekäme ich etwa vierzig Liter. Also hatte ich zu wenig gewechselt. Nach einiger Diskussion fragte er mich ob ich denn Bargeld dabei hätte. Ich bejahte und er meinte: Ganz einfach, um die Ecke ist eine offizielle Wechselstube, da steht auch der Kurs. Er begleitete mich dorthin und blieb sogar solange bei mir stehen, bis ich an die Reihe kam. Aber nur um aufzupassen, nicht wegen eines Trinkgeldes.
Hinweis zum Währungs-System in Rumänien (es wurde im August 2005 gerade umgestellt): --> Link

Unser nächstes Reiseziel ist jetzt das 'Eiserne Tor', das ist der Donaudurchbruch an der Grenze zwischen Serbien und Rumänien.
Es war gar nicht so einfach, aus Temeswar wieder herauszufinden, die Innenstadt war eine große Baustelle und die Beschilderung war nicht dementsprechend angepasst. Einheimische halfen uns dann, über eine Straßenbahntrasse die richtige Ausfallstraße (E70) Richtung Lugoj, bzw. Drobeta-Turnu Severin, zu erreichen. Am Ortsende von Temeswar sah ich zum ersten mal die großen Schilder mit dem Schriftzug Drum Bun darauf. Ich bezog das zunächst auf den Straßenzustand, er war in Temeswar ja nicht besonders gut. Wie ich später erfuhr, heißt Drum Bun gute Reise. Dieser Wunsch ging jedoch leider nicht in Erfüllung.
Etwa 2 km nach Temeswar ging es los: Schlaglöcher in einer Größe, wie ich sie noch nie gesehen hatte, ca. 1 m Durchmesser und 30 cm tief. Für die 60 km nach Lugoj brauchten wir 1 ¾ Stunden. Die Dörfer an der Straße wurden immer ärmlicher, die Seitenstraßen waren nicht mehr gepflastert oder geteert, teilweise holten sich die Bewohner das Wasser aus öffentlichen Brunnen. Und die ersten Pferdewagen haben wir auch schon überholt.
Die Straße führt uns jetzt in die Karpaten durch eine herrliche Schlucht, bis auf einen Pass in 540 m Höhe (Porta Orientala). Wegen des Straßenzustands kamen wir nur langsam voran, so hatten wir genügend Zeit, die herrliche Landschaft zu genießen.
Etwa 20 km vor dem 'Eisernen Tor' suchten wir uns dann eine Übernachtungsmöglichkeit in Baile Herculane, da in unserem Führer ein Campinglatz eingezeichnet war. Wir fuhren das Tal entlang, nach ca. 8km sahen wir Tausende von Rumänen auf den Wiesen campieren, das Einzige was auf einen Campingplatz schließen lies, war ein Schild mit Privatbesitz. Einige Rumänen hatte ihre Zelte auch auf dem Straßenbankett aufgeschlagen (an Stellen an denen es etwas breiter war), die Luft war rauchgeschwängert von den vielen Grills. Das war nichts für uns.
Also wieder Richtung Hauptstraße, dort sahen wir einen kleinen Campinglatz (Sylvia), der gepflegt aussah. Und der war es auch, der Eigentümer ist ein Deutscher. Die Übernachtung kostete einschließlich Strom und Dusche 10€. Meiner Meinung nach war das der beste Campingplatz in Rumänien, abgesehen von der Lage nahe der Hauptverkehrsstraße.


15.8.05, 12:00 Rumänien: Baile Herculane - Drobeta – Alexandria - Bukarest
Bei regnerischem Wetter haben wir den Vormittag auf dem Campingplatz vergammelt, zudem wollte der Besitzer noch die Undichtigkeit in unserer Gasanlage beseitigen, was er auch erfolgreich bewerkstelligte. Zu Mittag gegessen haben wir im dortigen Restaurant, dann ging es ca. 20 km weiter zum Eisernen Tor. Zunächst waren wir doch etwas enttäuscht, ein riesiger See tat sich vor uns auf. Im weiteren Verlauf Richtung Drobeta wurde das Tal immer enger, einen richtigen Eindruck von der gewaltigen Landschaft bekommt man allerdings nur, wenn man aus dem Auto aussteigt und zur Donau heruntersteigt. Die in den Fels geschlagene Straße verläuft fast überall in ca. 20 –30 m Höhe über der Wasseroberfläche.
Ein Tipp: Der schönere Teil des Eisernen Tors liegt oberhalb der Einmündung der Straße von Temeswar nach Drobeta.
Bei Drobeta liegt der Staudamm, der die Donau auf ca. 150 km Länge aufstaut. Ab Drobeta ist die Landschaft nur noch hügelig, der Straßenzustand ist weiterhin schlecht. In der nächsten größeren Stadt (Craiova) wird die Straße zur Katastrophe, ein Phänomen, das wir auf der ganzen Reise durch Rumänien in den Städten feststellen, ausgenommen Teile der Innenstadt von Bukarest.
Wir entschließen uns, nicht die Hauptstrecke über Pitesti nach Bukarest zu fahren, sondern etwas weiter südlich über Caracal nach Alexandria. Ab Craoiva sind die Straßen recht ordentlich, schnurgerade und teilweise mit Alleebäumen wie in Frankreich. In den Ortschaften sieht man den Häusern die Armut an, es ist jedoch alles sauber und aufgeräumt. Wir kommen trotz der vielen Pferdekarren gut voran. Ab Alexandria wird die Straße richtig gut, man sieht auch kaum noch Pferdekarren, dafür vermehrt Geländewagen. Aber beileibe keine japanischen, wer etwas auf sich hält hat einen BMX X5 oder eine M-Klasse.
Bei Anbruch der Dunkelheit sind wir 20 km vor Bukarest. Und wieder stellt sich die Frage: Wo übernachten wir diesmal? Ich suche ein Hotel mit beleuchtetem Parkplatz aus und frage bei der Rezeption, ob wir hier übernachten können. Antwort: Kein Problem.
Und wieder haben wir zwei fürstlich zu Abend gegessen und getrunken, alles zusammen umgerechnet für zwölf Euro.


16.8.05, 8:00 Rumänien: Bukarest - Constanza
Den Vormittag haben wir für einen Kurzbesuch von Bukarest eingeplant. Die heruntergekommenen Außenbezirke haben wir schnell durchquert und landen zentrumsnah beim Parlaments Palast. Hier konnte sich das rumänsiche Volk zurückholen, was ihm Ceausescu gestohlen hatte. Der Parlaments Palast ist ein Gebäude von riesigen Ausmaßen, 270 m lang, 245 m breit und 190 m hoch (davon 100 unter der Erde). Nach einer kurzen Besichtigung fahren wir weiter in das Zentrum und suchen uns einen bewachten Parkplatz. Nach einem kleinen Bummel rund um das Königsschloß und Revolutions Denkmal fahren wir weiter.
Meine geplante Route war, daß ich von Bukarest aus südlich nach Bulgarien fahre und die Donau bei Ruse überquere. Mein Sohn hat mich aber überzeugt (wenn wir schon mal hier sind, dann...) Richtung Osten nach Constanza an das Schwarze Meer zu fahren.
Aus der reichen Innenstadt geht es durch immer verwahrlostere Aussenbezirke auf die Autobahn. Leider ist die nach 100 km zu Ende, der teilweise starke Verkehr quält sich nun über die Landstraße. Wir überqueren einen Seitenarm, nach 15 km den Hauptarm der Donau, ein riesiger Fluß ist sie. In einem Dorf kaufen wir uns am Straßenrand einiges Obst, ein Teil davon ist auch gebrannte Flüssigkeit. Gegen 17 Uhr erreichen wir Constanza und fahren etwas Richtung Norden nach Mamaia, dort soll ein Campingplatz sein. Und welche Überraschung: Am Eingang vom Mamaia stehen etwa 10 Mauthäuschen: wir müssen für das Wohnmobil 2€ Eintritt bezahlen. Mamaia ist eine richtige Touristenstadt, ein Hotel nach dem anderen. Und man spricht dort auch deutsch.
Nach etwa 3 km, auf einem Parkplatz ca. 200 m vom Strand, sehen wir einige Wohnmobile stehen. Ich bin gleich hin und habe gefragt, ob man da auch übernachten kann. Kein Problem meinten diese, einer war schon eine Woche da, die anderen zwei Tage. Einen Rumänen im Kastenwagen habe ich auch gefragt, der war auch schon drei Tage da. Es komme zwar jeden Morgen jemand von der Gemeinde, der würde wieder Maut verlangen. Die Polizei käme auch alle zwei Stunden vorbei, und die hätte auch nie etwas gesagt.
Dann war ja alles klar, das rohe und gebrannte Obst konnte probiert werden und ab ging es ins Wasser. Die Umgebung empfanden wir WoMo Fahrer wegen der vielen umliegenden Hotels und dem organisierten Strandleben schon eigenartig, ab wenn wir auf das Meer hinausschauten, konnten wir es aushalten.


18.8.05, 9:00 Rumänien: Constanza – Bulgarien Grenze
Um 7 Uhr klopfte jemand an unser Wohnmobil: Ein Gemeinde Arbeiter wollte Maut kassieren. Ich war zunächst misstrauisch - er sah nicht sehr vertrauen erweckend aus – und verlangte ein 'Ticket'. Er hatte aber tatsächlich einen Quittungsblock einschließlich Stempel der Gemeinde Mamaia dabei. Also waren wieder zwei Euro fällig. Er verlangte aber 8 Euro. Ich wollte da nicht lange diskutieren und habe im 6 Euro gegeben, bekam dafür allerdings dann auch 3 Quittungen. Wahrscheinlich wollte er für die anderen Wohnmobile auch gleich kassieren, zu denen ging er nämlich nicht hin.
Um 9 Uhr starteten wir, zunächst durch Constanza durch und weiter an der Küste entlang Richtung Süden. Wir hofften, dass wir noch eine schönes ruhiges Plätzchen in Meeresnähe finden würden. Es war aber leider so, dass die Küste doch recht stark besiedelt ist, schöne Plätze (auch Campingplätze) gab es zwar, aber überall ein richtiger Touristen Rummel. So beschlossen wir, gleich nach Bulgarien zu fahren, laut Landkarte war die Gegend nicht so stark besiedelt. Zunächst mussten wir jedoch noch durch Eforie und Mangalia, den Neckermann und LTU Reisezielen. Hier ist große Vorsicht geboten: Starker Fußgänger Querverkehr Richtung Strand.
Bei der Ausreise wurden alle Autos von den Rumänen intensiv kontrolliert. Ich hatte am Wohnmobil schon fast alle Türen und Klappen aufgemacht, da meinte der Grenzbeamte:
'Seriosa Gruppa' und damit war alles erledigt.
Halt, noch etwas: Einem Grenzer fiel auf, dass im Kraftfahrzeugschein meine Frau drin stand, sie aber nicht dabei war. Er wollte wissen, ob ich eine Vollmacht hätte. Er hat sich dann mit meinem 'Ja' begnügt.


19.8.05, 11:00 Bulgarien: Grenze - Varna – Burgas
Im Gegensatz zu den rumänischen Grenzbeamten waren die bulgarischen nicht so freundlich, unfreundlich waren sie allerdings auch nicht.
In Bulgarien braucht man ebenfalls eine Vignette, wie ich den aufgestellten Schildern entnehmen konnte, waren für eine Woche und Wohnmobil 4 Euro zu bezahlen. Der Mann im Mauthäuschen verlangte aber 8 Euro. Laut ausgehängten Schildern gab es einen Tarif von 8 Euro aber gar nicht. Nur: Der nächste Tarif war für Klein-LKWs und würde 12 Euro kosten. Also habe ich lieber die 8 Euro bezahlt, bevor er unser Wohnmobil als Klein-LKW einstuft.
Ansonsten war der Grenzübergang absolut problemlos, Geld haben wir gleich im Zollabfertigungs-Gebäude gewechselt.

Im Gegensatz zur Küste in Rumänien befanden wir uns jetzt in einer völlig anderen Umgebung: Nach unseren Verhältnissen kaum besiedelt. So gut wie kein Verkehr mehr, der Straßenzustand war erheblich besser als in Rumänien.
Ab jetzt müssen wir uns auch an die kyrillische Schrift gewöhnen, die Wegweiser zu den größeren Städten sind in kyrillisch und lateinisch beschriftet, die Wegweiser zu den kleinen Ortschaften häufig nur in kyrillisch.
Mit der Sprache werden wir wohl auch noch Schwierigkeiten bekommen, Bulgarisch ist eine Art russischer Dialekt. In Rumänien konnten wir uns noch einiges aus unseren Französisch- und Englischkenntnissen zusammenreimen.
Mein Sohn hat auch sofort festgestellt, dass andere Automarken unterwegs sind: in Rumänien waren es vorwiegend die Karpaten-Porsches (Dacia), hier sind es Lada und Moskwitsch.

Die Landschaft war zunächst steppenartig und wurde, je weiter wir südlich kamen, immer hügeliger, die Straße geht auf bis zu 400 m Meereshöhe. Wir halten oft an, um die herrlichen Ausblicke auf das Meer zu genießen.
In Kavarna fahren wir hinunter zum Schwarzen Meer um zu Baden. Ein gutes Restaurant finden wir auch, die Preise sind noch günstiger als in Rumänien. Der Kellner spricht etwas deutsch, so dass wir uns über den dortigen Campingplatz erkundigen können. Wir erfahren, dass dieser zugemacht hätte, weil so wenig Touristen kämen. Die wenigen Touristen, die man hier im Norden trifft, sind Einheimische oder Ukrainer und Russen. Und auch er warnt uns -wie in den Tagen zuvor die Rumänen auch- vor Zigeunern.
Ich gehe im Ort noch zum Einkaufen, habe aber größte Schwierigkeiten mit der Verständigung. Ich musste eine Verkäuferin vor das Geschäft bitten, um ihr zu zeigen, dass ich ein Brot wolle. Sie und ihre Kolleginnen konnten sich vor Lachen kaum noch halten, dass ich nicht wusste, dass das 'Chleb' heißt. Das Wort Zigaretten hat sie aber verstanden.
Zur Info: 500g Brot kosten umgerechnet 20 Cent, Premium Zigaretten ca. 1 Euro.

Um drei Uhr brechen wir auf und fahren gemütlich weiter Richtung Varna. In Varna geht eine sehr hohe Brücke über die Meeresbucht, die sich anschließend weiter den Berg hinauf windet. Da ich nicht besonders schwindelfrei bin, entschließe ich mich, um die Bucht herumzufahren. Zunächst geht es durch riesige Industrieanlagen, viele 'Global Players' unter den Industrie Firmen haben dort eine mehr oder weniger große Niederlassung. Am Ende der Bucht geht es weiter über die Dörfer. Eigenartigerweise sind in einigen viele Menschen unterwegs, andere Dörfer scheinen wie ausgestorben. Manche wirken sehr arm, andere wohlhabend. Je mehr wir uns wieder der Küste nähern, umso wohlhabender sehen die Dörfer aus, und umso mehr sehen wir arbeitende Leute. Sei es auf den Feldern, in Handwerks- Betrieben oder am eigenen Haus.
Wir erreichen wieder die Küstenstraße und fahren weiter Richtung Burgas. Wir fangen an, einen Platz für die Nacht zu suchen und fahren zwei Campingplätze an. Gott sei Dank haben wir einen Rückwärtsgang....
Etwa 40 km vor Burgas wird es dämmerig, ich halte an einer Polizeistation an der Straße, um nach einem Übernachtungsplatz zu fragen. Nur ist der leider nicht besetzt.
Da spricht uns plötzlich ein Deutscher an, ob er uns helfen könne. Wir erklären das Problem, er meinte daraufhin, dass er schon seit einer Woche in Pomorie mit seinem 7,5Tonner Eigenbau Wohnmobil hinter der Schule übernachte, wir sollten das auch tun. Die Polizei hätte ihn zwar schon zweimal weggeschickt, aber eigentlich nur wegen der 7,5t, der Ort habe eine Beschränkung auf 3,5t. Wieso er sich das denn traue, frage ich? Nun, er war mit einer Bulgarin verheiratet, habe ein Kind in Bulgarien und spreche fließend bulgarisch. Und eigentlich sei er nur hier, weil er sich ein neues Gebiss machen lasse, und da müsse er noch eine Woche warten, bis es fertig sei. Wenn er der Polizei das alles erklärt habe, meinte die dann jeweils, dass er am nächsten Morgen fort sein müsse.
Zur Info: das Gebiss hätte in Deutschland ca. 10000 Euro gekostet, in Ungarn ca. 3000 Euro, in Bulgarien kostet es 1000 Euro.
Von den Bulgaren wurden wir wieder vor Zigeunern gewarnt, die kämen hier grundsätzlich kurz vor Tagesanbruch. Also habe ich meine Außenbewegungsmelder installiert und den Wecker auf 4 Uhr gestellt. Von 4 Uhr bis 5:30 habe ich Wache gehalten, es war allerdings nichts besonderes los, außer dass die Polizei zweimal vorbeifuhr und ein Betrunkener gegen einen Baum pinkelte.
Zur Info: In Pomorie gibt es zwar einen Campingplatz, die Bulgaren haben uns aber wegen der Größe unseres Wohnmobils abgeraten (mit 6 m zu lang und mit 2,3 m zu breit) dorthin zu fahren, es sei dort alles zugeparkt.


20.8.05, 8:00 Bulgarien: Burgas – Svilengrad (Grenze)
Schon gut 30 km vor Burgas beginnt die touristisch erschlossene Region von Burgas. Der Ort Pomorie, in dem wir übernachtet haben, zählt auch dazu. Bettenburgen gibt es hier auch, nur wirken sie nicht besonders störend, da sie nicht so gehäuft vorhanden sind. Durch Burgas kommen wir ohne Probleme durch, es ist schließlich früher Vormittag. Ab Burgas suchen wir die Straße Nr. 79 über Spredec – Elhovo nach Svilengrad. Zwei bulgarische Autofahrer, die wir anhielten, konnten uns jedoch leider nicht weiter helfen. Da half dann nur der Laptop mit angeschlossenem GPS. Die Straße führte uns ab Spredec zunächst durch eine waldreiche Gegend, danach hatte man einen herrlichen Blick auf die umliegenden Hügel (ca. 400m). Da kamen uns die ca. 20 km Schlaglochstrecke gerade recht. Und plötzlich eine Unmenge von Autos mit deutschen Kennzeichen. Wie wir später erfuhren, waren vor dem Grenzübergang Türkei – Bulgarien 30 km Stau mit 12-stündiger Wartezeit, so dass viele Türken bzw. Urlauber auf diese Nebenstrecke auswichen. Nach weiteren 30 km war der Spuk vorbei und wir gondelten wieder allein auf weiter Flur Richtung Svilengrad.
In Elhovo hatten wir das Problem, aus der Ortschaft wieder herauszufinden, da half die Karte auf dem Laptop auch nicht mehr, die hatte nur zwei Straßen eingezeichnet. Einheimische sind uns dann mit ihrem PKW bis zum Ortsausgang vorangefahren.
Gegen 16 Uhr erreichten wir Svilengrad, der Grenzübergang Richtung Griechenland war gut ausgeschildert. Die restlichen Leva haben wir beim Tanken und im Duty Free Shop an der Grenze ausgegeben.
Bei der Ausreise gab es, wie zu erwarten, keine Probleme.

20.8.05, 16:00 Griechenland: Svilengrad (Grenze) – Alexandroupolis
Die Einreise nach Griechenland war problemlos, es kam jedoch kein Grenzbeamter zu uns, sondern wir mussten an zwei Schalter am Abfertigungsgebäude. Etwas verblüfft war ich dann schon, als mich einer der Beamten fragte, ob wir ein- oder ausreisen...
Wir saßen dann einige Minuten im Wohnmobil und warteten, dass wir durchfahren dürfen. Als aber niemand kam, habe ich freundlich in Richtung Abfertigungsgebäude gewunken und bin weitergefahren.
Nach 20 Kilometern erreichten wir die mit EU-Beteiligung gebaute Schnellstraße/Autobahn Richtung Alexandroupolis und waren um etwa 18 Uhr dort. Dort haben wir den Gemeinde- Campingplatz (früher EOT) angesteuert, er liegt etwa 2,5 km westlich der Stadtmitte. Der Platz ist sehr schön angelegt und war auch in der Hauptsaison sehr gepflegt und sauber.

Bilder folgen noch bis jahresende 2005........

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: Artikel auf eBay oder versuchs hier bei Amazon

MichaelW am 27 Nov 2005 23:41:51

ich liebe diese Abenteuer "Fernreise" Berichte :!: Ich bin schon sehr gespannt, wie es weiter geht :!: :!: :!:

Aretousa am 27 Nov 2005 23:59:54

1988 fuhren wir mit unserem ersten Wohnmobil die Strecke Deutschland, Österreich, Ungarn, Jugoslawien, Griechenland, Türkei (bis Antalya), Bulgarien, Jugoslawien, Ungarn, Österreich, Deutschland in 3 Wochen Osterferien. Zwischenfälle gab es damals keine gravierenden- aber ich fand die Fahrt durch Jugoslawien einfach nur langweilig- deshalb bin ich inzwischen ja begeisterter Fährenutzer- aber auf deinen weiteren Bericht bin ich sehr gespannt- Gibt´s auch Bilder???
L.G.
Aretousa

Anzeige vom Forum


NaviGer am 28 Nov 2005 00:56:23

Hallo Aretousa,

auch ich bin sehr gerne Fährenbenutzer, nur diesmal wollte ich nach Nord-ost Griechenland.

Bilder gibt es auch noch, im Moment schreibe ich die Text in Word und kopiere diese Texte in das Forum. Wenn die Texte fertig sind, kommen auch die Bilder dazu.

PS: Im ersten Posting habe ich ein bischen weitergeschrieben.

NaviGer am 04 Dez 2005 22:06:33

@alle,
der Reisebericht ist fertig, schaut Euch das erste Posting in diesem Thread an.

Anzeige

  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

Auf dem Landweg nach Bulgarien?
RUMÄNIEN - Donaudelta und Dracula
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2026 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt