Ein recht junges Thema noch in der elektronischen Welt der Datenverarbeitung und für einen Uhrenfetischisten wie mich, der eigentlich gern reine Mechanik am Handgelenk baumeln lässt, eine gewagte Anschaffung.
Denn ähnlich wie beim mobilen Fernsprechapparat könnte sich ein Suchtverhalten einstellen.
Und dann würden meine unzähligen Wecker nur noch auf dem Uhrenbeweger, in Sammelboxen oder im Falle der Solaruhren auf der Fensterbank ihr Dasein fristen.
An Armwecker stelle ich zwei Ansprüche. Mechanische Uhren müssen interessant sein, Glasboden, rückspringende Sekundenzeiger und Automatikwerk haben.
Die Alltagsklopper müssen Funk, Solar, Beleuchtung, Wecker, Datum und Zeitzone mindestens haben. Ultimativ bisher die G-Shock Riseman, die dieses, dazu noch Wetter usw. bietet.
Der schlimmste Kauf war eine Binäruhr, wo man Kopfrechnen für können muss, sobald mehr als fünf Punkte aufleuchten. Geht mit Hauptschule gar nicht.
Aber eben diese Binäruhr weckte dieses "Dick Tracy-Virus" oder den "Hasselhoff-Effekt", der damals immer in der Serie Nightrider seinen vierrädrigen Kumpel mit der Uhr rief.
Und schon als Schüler hatte ich eine Casio Taschenrechner Uhr, später gar mit Fernbedienung für den Fernseher, dann eine MP3 Uhr.
Die Krönung war dann eine Swatch "The Beep", wo man Textnachrichten mit empfangen konnte, das war wirklich stark und lange nicht so nervig wie eben diese mobilen Fernsprechapparate.
Dann war lange Zeit Ruhe im modernen Uhrensektor, das Styling wurde halt gepflegt. Und dann kamen die ersten Smartwatches raus.
Sogar welche, mit denen man telefonieren kann, aber will man das und möchte man als alternder Herr ständig verkabelt sein, wie ein pickliger Teenager?
Nein. Dezent soll so eine Uhr auf eingehende Anrufe hinweisen, eingehende Nachrichten möchte man bei langweiligen Sitzungen mit einem unauffällig schielenden Auge ablesen, bei der Autofahrt kann der Herr Schutzmann ebenfalls nie den Finger heben, auf die Uhr gucken und tippen ist im Moment noch in der gesamten EU gestattet. Dazu soll solch eine Uhr, die man ja im Berufsalltag meist trägt, ein wenig professionell ausschauen und auch mal zum Nadelstreifenanzug passen.
So habe ich lange schon den aufkommenden Markt beobachtet und obwohl ich eigentlich bei technischem Kram schnell zulange, bisher immer die Vernunft walten lassen.
:mrgreen: Aber gestern hat´s gejuckt und es wurde die Sony Smartwatch2 für knapp unter 150 Euronen.
Bedingung ist irgendein Androidsmartphone mit mindestens Android 4.0!, was mir gestern abend dann erstmal zum Verhängnis wurde.
Mein Samsung Galaxy Ace 2 war noch mit 2.3 ausgestattet und mußte als Erstes mal auf 4.1 aufgefrischt werden. Dies klappte zum Glück reibungslos und neben der Uhr hatte ich nun kwasie auch ein völlig neues Schmachtfon.
Eine App runtergeladen, über Blauzahn angekuppelt und schon ackerte die Uhr vor sich hin, was sie durch sich füllende Balken anzeigte.
Kurz danach kann man ähnlich des Schmachtfons androidgewohnt im Menü wischen, hat die "Zurück" und "Haus" Buttons, sowie eine mechanische Taste, die die "Krone" simuliert.
Es lassen sich verschiedene Uhren auswählen, mit digitaler oder analoger Ansicht, teilweise mit Zusatzinformationen wie Datum und Wetter.
Diese Uhren lassen sich auch bei schwachem Tages oder Kunstlicht noch perfekt ablesen. In der Dunkelheit tippt man auf die "Krone" und sieht alles hell erleuchtet.
Eingehende Anrufe werden mit Nummer oder Kontaktnamen angezeigt, SMS, E-Mails, Zwitscher und Whatappnachrichten lassen sich prima ablesen.
Eine Wetterapp mit Vorhersage, Kalender mit Terminen wird übertragen, Taschenrechner, Taschenlampe, Guggellandkarte, Wecker, Stoppuhr, einige Spiele, Diashow und vieles mehr lässt sich prima auf der feuchtigkeitsgeschützten Elektrouhr erkennen.
Eine Kamera oder eine Headsetfunktion ist nicht vorhanden, aber die Uhr lässt sich als "Fernbedienung" für diese beiden Funktionen nutzen, so kann man sie als Fernauslöser verwenden, das Sucherbild der Handykamera wird übertragen. Oder im Auto als Wählhilfe für ausstehende Rückrufe ein prima Gimmick. Auch Musikdateien vom Smartphone lassen sich fernsteuern, was für Blauzahnautoanlagen nicht uninteressant ist.
Das Schmachtfon kann irgendwo im Bereich des Blauzahnempfangsbereich von etwa 10m rumliegen. Ist man senil, gibt es auf der Uhr eine App, die das Schmachtfon rappeln und bimmeln lässt.
Das Ding soll etwa eine Woche halten, ich tippe auf drei Tage. Dann knibbelt man seitlich eine Klappe ab und lädt etwa 2 Stunden via USB.
Im Grunde ist es eine recht schicke Uhr, wer digitale Wecker mag, sie ist eine "Fernbedienung", oder auch ein "Zusatzbildschirm" des vorhandenen Handys und lässt sich mit zahlreichen Apps individuell gestalten.
Ob ich sie immer im Alltag nun trage, das weiß ich derzeit nicht, bezweifle es. Aber es ist wirklich hilfreich und vor allem unauffällig und bequem für den, der viele eingehende Nachrichten bekommt.
Und die Entwicklung geht ja weiter. Fein finde ich, das "die Armbanduhr" so in den nächsten Generationen wenigstens nicht ganz ausstirbt. Als vor Jahren der Trend zu immer kleineren Handys ging, da hatte ich Sorge.
Wer sich für das Teil interessiert, es gibt viel Stoff im Internetz, auch Filme in Youtube.
:wink: --> Link
Hier mal einer der zahlreichen Test´s.
Mal nix über Wohnmobile und Reisen, es soll ja Winter sein, ich hab alles und wollte euch wenn ich schon sonst nix erlebe derzeit ein wenig unterhalten. :)

