Ich bin die Honey, eine Golden Retriever Hündin. Das Licht der Welt erblickte ich am 15.Juni 2004 in Siofok am Balaton.
Ich spielte mit meinen Geschwistern und Eltern, bis am 13. August ein rotes Auto vorfuhr und eine Familie mit Kindern ausstieg... wie waren wir neugierig und aufgeregt! Als der Mann mich auf den Arm nahm, machte ich gleich seine Sachen nass. Der Mann lachte und sagte, dass ist nicht schlimm... Dann tauschte er bunte Zettel mit meinem Züchter gegen Papier, eine Leine und ein bisschen Futter ein und setzte mich in das rote Auto.
Wir fuhren zu seinem Haus, so eins hatte ich noch nie gesehen...
es hatte 2 Räder und stand auf einer Wiese am Balaton, wo noch mehr so komische Häuser standen. Später, als ich die neue Sprache besser verstand, wusste ich, dass man diese Häuser Wohnwagen nennt.
Ich bekam ein eigenes Bettchen in einer schön gepolsterten Kiste und wohnte nun unter dem Tisch. In den nächsten Tagen durfte ich dann im Balaton baden
und mit meiner neuen Familie spazieren gehen.
Zwei Wochen später fuhren wir ganz lange mit dem roten Auto und das Haus rollte hinterher. Als wir ankamen, sah ich, dass es noch ein richtiges Haus mit Garten gab, wo wir ab jetzt wohnten.
Aber ganz oft holte Herrchen den Wohnwagen auf den Hof zum Einräumen und wenn die Tür offen war, huschte ich gleich rein und legte mich unter den Tisch...
wenn wir im Wohnwagen wohnten, hatte die Menschen viel Zeit für mich und ich musste nicht allein bleiben, deswegen gefiel es mir dort am Besten.
Wir fuhren oft mit dem Wohnwagen an Orte, wo ich ganz viel Neues sah, große Berge
oder Wasser, was man nicht trinken konnte, weil es ganz salzig war.
Meine Menschen nannten diese Orte Slowenien, Kroatien, Holland,
Adria, Nordsee usw..
Die Nordsee war komisch, manchmal war das Wasser weg und ich konnte im Schlamm toben und buddeln.
Danach musste ich duschen...
Ich war auch an einem Ort, den bestimmt nicht viele andere Hunde gesehen haben, meine Menschen nannten es Helgoland.
Eines Tages, es war mein 3. Geburtstag, zog ich mit meinem Herrchen in ein neues Zuhause und bekam ein neues Frauchen. Aber nicht nur das, ich bekam auch neue Freunde, die Schäferhündin Sina,
den Wellensittich Putzi
und den Kater Speedy.
Der war vielleicht frech... wenn Hund mal in Ruhe dösen wollte, dann schlich er sich an, haute mit seinen Krallen zu und dann war er ganz schnell weg. Oft fuhren wir nun wieder mit dem Wohnwagen weg und alle meine Freunde konnten mit, sogar der Kater.
Als ich 4 war, tauschte mein Herrchen den Wohnwagen gegen ein Wohnmobil, das war viel schöner, weil wir beim Fahren mehr Platz hatten und nicht immer hin und her mussten.
Wir waren oft mit dem Wohnmobil unterwegs und alle durften mit... und wir entdeckten gar nicht weit von Zuhause ein Paradies, wo man schnell mal am Wochenende hin fahren konnte und wandern, schwimmen, Boot fahren, mit anderen Hundis spielen, Hasen jagen oder einfach faul rum liegen....
meine Menschen nennen es Neues Lausitzer Seenland. Als ich 5 war, ging es meiner Freundin Sina nicht mehr gut und bald mussten meine Menschen sie begraben.
Wir waren alle ganz traurig und ich habe immer an der Tür gelegen, weil ich dachte, vielleicht kommt sie ja bald wieder. Irgendwann nahmen meine Menschen mich mit und wir fuhren an den Stadtrand zum Tierheim. Dort waren ganz viele traurige Hunde, die hinter Gittern saßen und keine schönen Kuschelecken zum Schlafen hatten. Gemeinsam mit meinen Menschen suchten wir eine schwarze Hündin aus und gingen mit ihr spazieren.
Mir hat sie gleich gefallen und sie hat ganz traurig ausgesehen, als sie wieder in ihren Stall musste. Aber gleich am nächsten Tag haben wir sie dort raus geholt und sie durfte nun bei uns wohnen und mit uns Wohnmobil fahren... sie heißt Mona, sie ist eine ganz liebe und war so froh, dass sie wieder eine Familie hat.
Es war eine schöne Zeit, wir waren viel im Lausitzer Seenland, aber auch an der Ostsee,
in Leipzig
und in Lübeck.
Als ich 9 war, saß eines Tages mein Kumpel Putzi nicht mehr auf seiner Stange und lag tot unten im Käfig. Mein Frauchen hat ihn dann bei Sina begraben. Bald danach wurde Kater Speedy immer dünner und schwächer und dann musste er auch begraben werden. Auch mir ging es oft nicht gut und einmal musste ich sogar in der Tierklinik schlafen mit lauter Schläuchen an meinen Vorderläufen. Anaplasmose haben die Ärzte meinen Menschen gesagt und dass das von den kleinen Zecken kommt. Diese blöden Viecher... dabei habe ich immer von meinen Menschen so ein Zeug auf das Fell bekommen, damit mich die Zecken in Ruhe lassen. Manchmal ging es mir wochenlang besser und dann sind wir mit dem Wohnmobil an meinen Lieblingsplatz ins Seenland gefahren. Oft lag ich dann aber nur auf meiner Decke und habe gedöst.

Immer wieder hatte ich Rückfälle und die Ärzte haben immer neue Medizin ausprobiert, es hat immer nur kurz geholfen. Ostern war ich das letzte Mal mit meinen Menschen im Seenland, es war so schön, ich habe meinen Hundekumpel Teddy noch mal getroffen.
Ich konnte aber nur noch kurze Stücke spazieren gehen und war schon ein bissel wacklig auf den Beinen. Aber an einem Abend, als die Menschen gegrillt haben, da habe ich mir eine Bratwurst gemopst, direkt vom Grill...
und Herrchen hat nicht beschimpft, er hat sich sogar gefreut, dass ich das noch kann. Aber ich habe schon gemerkt, dass ich wohl bald über die Regenbogenbrücke zu Sina, Speedy und Putzi gehen muss.
Schade, ich hätte so gern im Juni noch meinen 10. Geburtstag erlebt... am 23.04. sind meine Menschen mit mir zum Tierarzt gefahren, Herrchen musste mich tragen, weil ich ganz schwach war und dann hat der Tierarzt mir geholfen, ganz sanft einzuschlagen, während meine Menschen mich noch einmal ganz fest gehalten haben. Ich habe dann noch an das Katerbaby gedacht, dass meine Menschen bald bekommen sollen, was aber noch im Bauch von der Katze ist und an Mona, die jetzt wieder allein ist und mir gewünscht, dass sie bald eine neue Hundefreundin bekommt. Vielleicht wieder so ein armes Wesen aus dem Tierheim, das dann meine Kuschelecke und meinen Platz im Wohnmobil haben kann. Mir geht es jetzt besser, ich kann schon den Regenbogen sehen und freue mich auf meine Freunde auf der anderen Seite...
Eure Honey



