Es lebe der PU!
Nein so schlimm ist es nicht, natürlich lebt der "alte" PU noch und ich hoffe noch lange und bald in neuen, guten Händen.
Eigentlich – ja eigentlich wollten wir uns ja verkleinern und uns einen hübschen kleinen Kastenwagen kaufen. Im späten Frühjahr haben wir uns mehrere Kästen angeschaut und sogar schon einen so gut wie gekauft. Aber dennoch haben wir uns Bedenkzeit auserbeten und haben den Plan dann doch wieder verworfen. Manchmal ist es einfach gut, wenn man noch ein paar Nächte über eine schon mal gefasste Entscheidung, schläft. Der Verkäufer war sicher nicht erfreut, aber ich bin mir sicher, dass wir so einen Fehlkauf verhindert haben.
Mir war klar, wenn ein neues Wohnmobil, dann nur eines, das einen holzfreien Aufbau hat, denn mittlerweile habe ich schon richtig Panik geschoben vor einem in ferner oder naher Zukunft zwangsläufig erfolgendem Wasserschaden. Kein Wunder, ist das Forum doch voll davon und unser Dethleffs (PU) immerhin schon 11 Jahre alt.
Also haben wir erst mal nach einem Gebrauchten bei den Premiumherstellern geschaut. Aber Phönix, Concorde, N&B, Morelo usw. sind durchwegs zu hoch für unser Carport und außerdem entsprach das Interieur der in Frage kommenden Autos meisten ganz und gar nicht meinem Geschmack. Zu viel Schnickschnack, zu viel Gelsenkirchner Barock.
Also habe ich im Netz geschaut, was es sonst noch so auf dem Markt gibt an günstigen Gebrauchten oder Jahres-/Halbjahreswagen. Auf der suche nach einem LMC-Händler (die geben ja mittlerweile 12 Jahre Garantie auf Dichtheit) bin ich auf einen Händler nur 100 Kilometer von uns gestoßen, der neben LMC auch die Marken Roller und Itineo führt.
(Itineo hatte ich bis dahin noch nie gehört. Er wird von/bei Rapido in Frankreich gebaut, ist absolut holzfrei, selbst die Rahmen sind aus PU und ist mit XPS und nicht mit Styropor gedämmt. Die Wände, Dach und Boden sind aus 100% Polyester.)
Er hatte ein Auto mit dem von uns favorisierten Grundriss mit höhenverstellbarem Queensbett und großer Garage stehen. Wichtig, da so auch Fahrräder in der Garage transportiert werden können.
Prospekte bzw. Fotos auf den Homepages sehen ja immer klasse aus, aber so ein Auto muss man sich in Natura anschauen. Dabei sind übrigens dann schon viele bekannte Hersteller aus dem Raster gefallen, da Bilder nicht hielten, was sie versprachen. Schöner Schein halt.
Noch keine 20 Kilometer von uns weg gibt es einen weiteren Händler, der neben Rapido auch Itineo vertreibt. Leider hatte er nicht das von uns bevorzugte Modell stehen, aber was soll’s, bevor wir 100 Kilometer durch die Gegend gondeln, schauen wir uns halt an was er hat. Der Qualität des Autos und dessen Ausbaus macht das ja sicher keinen Abbruch. Und was soll ich sagen, wir waren das erste mal nicht von der Qualität enttäuscht. Das Original entsprach voll den schönen Hochglanzseiten des Prospektes. Das Auto wirkt wertig, die Scharniere der Möbel sind aus Metall, die Sitze und deren Polter bequem. Das erste mal, dass mein Mann und ich beide der Meinung waren, das könnte was werden. Leider hatten die aber eben nicht das von uns bevorzugte Queensbett-Modell auf Lager. Schade – wäre so schön nah gewesen und sowohl der Händler als auch die Werkstatt machten einen kompetenten bzw. netten Eindruck.
Nachdem wir wieder ein paar Nächte die Sache überschlafen haben, war uns klar, wir fahren nach Mosbach und schauen uns den Itineo MB 740 der dort auf dem Hof stand in natura an. Also per E-Mail Kontakt mit dem dortigen Händler aufgenommen (es lebe das Internet) und unser eindeutiges Interesse bekundet und was wir im Gegenzug so zu bieten, nämlich unseren 11 Jahre alten Dethleffs, hätten. Und was er so bereit wäre führ ihn zu geben. Das Angebot das er uns machte, wenn der PU in einem einwandfreien technischen Zustand wäre, war verlockend. Hatte doch seinerzeit der Kastenwagenhändler 1.000,00 Euro weniger geboten, allerdings unbesehen.
Schnell war ein Termin gefunden, der passte. Also sind wir an einem sonnigen, warmen Tag Ende August mit dem PKW nach Mosbach gefahren und haben das Objekt unserer Begierde auf Herz und Nieren geprüft. Ja – genau dieses Auto wollten wir haben. Dementsprechend haben wir unsere Kaufabsicht kund getan. Jetzt hing es nur noch daran, ob unser alter PU auch zu dem genannten Angebot in Zahlung genommen wird und ob wir gewichtsmäßig hinkommen, da das Auto natürlich schon einige Gimmiks, wie 150 PS-Motor, 5. Gurtsitzplatz, Markise und Fahrradträger verbaut hat, die natürlich ganz schön aufs Gewicht drücken.
Auflasten auf 3,85 Tonnen ist kein Problem. Entweder verstärkte Blattfeder oder Luftfeder. Netterweise wurde das Auto dann noch zum Wiegen gebracht, sodass wir genau wissen, was noch geht. Es wird mit 3,5 Tonnen eng werden, wenn wir unsere Elektroräder mitnehmen. Allerdings könnten wir die Matratze und den Federholzrahmen aus dem Hubbett entfernen, welches wir ja nicht benötigen. Denke, dass wird das Gewicht der Räder ausgleichen. Wenn es dann nicht reicht, wird halt aufgelastet. Aber erst dann!
Was dann folgte war reger e-Mail-Wechsel, was ich noch gerne hätte, z.B. zwei zusätzliche Steckdosen – eine im Schlafzimmer, eine in der Garage - die knapp 1000 Kilometer gelaufenen Ganzjahresreifen vom Dethleffs gegen die neuen Sommerreifen vom Itineo getauscht usw. und es musste ein Termin gefunden werden, an dem wir unseren PU vorstellen, was gar nicht so einfach war, nachdem wir unserer Tochter noch beim Umzug von Hessen nach Franken helfen wollten/mussten. Gestern Nachmittag war es dann soweit. Er wurde auf Herz und Nieren geprüft, einschließlich Dichtigkeitskontrolle und für gut befunden. Also konnte der Deal von statten gehen.
Nächsten Donnerstag werden wir also die letzte Fahrt mit unserem alten PU nach Mosbach antreten und den neuen PU mit nach Hause nehmen.
Wieso PU? Ganz einfach die Autonummer ist XX PU 109 -> unsere Initialien und unser Hochzeitstag.
Und nachdem ich weiß, dass Mädels neugierig sind, hier ein paar Fotos von Innen und natürlich auch von Außen.
Der Salon:

Die Küche:


Das Schlafzimmer:

Das Badezimmer:
links

rechts

Das Auto:



