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Aus für Bavaria Camp


aeffchen am 06 Dez 2014 22:37:24

So, nachdem es jetzt offiziell ist, kann ich es hier posten:

--> Link

Knaus schließt Bavaria Camp zum 31.3.2015. Trotz sehr guter Auftragslage, wie ich aus erster Quelle weiß. Die Übernahmeregelung für die Mitarbeiter ist ein Witz...im Klartext: eigentlich gibt es keine.

Ein sehr trauriges Beispiel dafür, wie mal wieder ein kleiner, richtig guter Laden von nem Großen kaputt gemacht wird. Ich sag meine Meinung hier mal ganz deutlich: PFUI KNAUS!

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mercurius46 am 06 Dez 2014 23:18:39

Liebe Steffi,

Dein Mitgefühl für die Betroffenen in Ehren: Aber was macht Du als verantwortlicher Geschäftsführer dieser Firma, wenn Du feststellen musst, dass Du gegenüber der etablierten Konkurrenz nicht anstinken kannst? Richtig: Du machst den Laden zu.

PS: Vom Drauflegen hat noch niemand leben können, und ob Knaus als solcher überleben wird, das werden wir noch sehen...

felix52 am 06 Dez 2014 23:38:43

Die Auftragslage ist nicht entscheidend, wenn eh nur Verlust dabei herauskommt.

18 Mitarbeiter ohne Perspektive? :?
Hierzu fehlt mir Deine "Quelle".
Ich habe nur Eine direkt aus Deinem Link,
die ich hier hinein kopiere:
”Allen 18 Mitarbeitern im Werk in Obermeitingen haben wir bereits Übernahmeangebote gemacht. Unser Wunsch ist es, dass sie auch weiterhin ihre Erfahrung und Kompetenz in das Unternehmen einbringen.”
Knaus selbst war zuvor auch schon richtig pleite.

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Roman am 06 Dez 2014 23:46:51

aeffchen hat geschrieben:....Knaus schließt Bavaria Camp zum 31.3.2015. Trotz sehr guter Auftragslage, wie ich aus erster Quelle weiß. ....


Auftragslage ist das eine, was "hinter rauskommt" das andere...Das muss natürlich auch stimmen. Ich erinnere mich z.B. an den urspünglichen Preis des Kubus Impuls. Der lag ungefähr auf dem Niveau eines CS-Corona oder HRZ Dream. Der Aufwand um ihn her zu stellen, war jedoch ungleich größer....Das Ende war absehbar.
Heute wird er von "Joko-Reisemobile" wieder auf Wunsch gebaut, aber zu einem 20% höheren Grundpreis.
Ähnlich erging es wohl der Marke "Tikro" im ersten Anlauf.


Roman

aeffchen am 06 Dez 2014 23:59:12

Hier vielleicht noch ein Zitat (Link darf ich leider dazu nicht setzen), der noch ein wenig die Hintergründe beleuchtet. Hatte ich vorhin vergessen, sorry:

"Das Ziel der Werksschließung ist laut Knaus Tabbert, die internen Geschäftsprozesse zu optimieren. Der Standort in Nagyoroszi in Ungarn sei strategisch wichtig im Kastenwagen-Markt. Dort habe man erst 2012 über eine Million Euro in die Modernisierung investiert, um ein "Kastenwagen-Kompetenzzentrum" aufzubauen. Das Werk in Ungarn wird weiterhin die Campingbusse der Marken Knaus und Weinsberg produzieren, derzeit sind das jährlich rund 2.000 Fahrzeuge. Es ist allerdings nicht geplant, die Kastenwagen der Marke Bavaria Camp in Nagyoroszi zu produzieren. Der hohe Individualisierungsgrad der Fahrzeuge passt nicht zur streng getakteten Fertigung.
"Die Schließung des Werks bedeutet für uns keinesfalls den Ausstieg aus dem Premium-Segment im Bereich der Kastenwagen", so der Vorsitzende der Knaus Tabbert Geschäftsführung, Wolfgang Speck. "Mit unserer etablierten Marke Knaus werden wir dieses Segment weiter besetzen und sukzessive ausbauen." Noch stärker setzt Knaus allerdings auf günstige Campingbusse. Für die CMT hat Knaus eine weitere Baureihe für preissensiblere Kunden angekündigt.
Nach Angaben von Knaus wurden allen 18 Mitarbeitern in Obermeitingen Übernahmeangebote gemacht. "Unser Wunsch ist es, dass sie auch weiterhin ihre Erfahrung und Kompetenz in das Unternehmen einbringen", so Speck. Die Mitarbeiter sollen an den drei verbleibenden Knaus Tabbert Standorten Jandelsbrunn, Mottgers oder eben in Nagyoroszi beschäftigt werden. "

Da ist z.B. von Verlust bei Bav. Camp keine Rede. Die haben gerade angefangen, sich zu erholen! Nein, da spricht man von "Optimierung" und das man das neue Werk in Ungarn auslasten müsse. Äh...hat man das nicht schon vor der Übernahme von Bav. C. vor 2 Jahren gewußt?
Statt dessen wird nun das untere Preissegment weiter ausgebaut. Man setze auf "preissensible" Kunden, hier wird zur CMT eine komplette neue Baureihe vorgestellt.
Ach so, das "Premium-Segment" bedient Knaus nach eigenen Worten weiterhin mit seiner Marke Knaus, produziert im Werk in Ungarn, wo auch gerne die 18 Mitarbeiter von Bav. Camp mitwirken dürfen. Wenn`s nicht zum Weinen wär, wär`s zum Lachen...

Roman am 07 Dez 2014 00:23:55

Hallo Steffi,

ich verstehe, dass ihr verärgert seid. Wäre ich sicher auch, wenn wir einen Bavaria Camp fahren würden und noch dazu mehr als zufrieden mit dem Mobil wären.
"La Strada" hätte es ähnlich ergehen können, als sie vor ein paar Jahren von einem "Großen" übernommen wurden. Zum Glück konnte man sich damals wieder lösen und wieder eigenständig werden. Wie man heute weiß eine glückliche Entscheidung.
Will man ein Segment oberhalb der "preissensiblen Kunden" auf Dauer besetzen, geht es m.E. auch nur auf diesem Weg.

Ich finde indes die Entscheidung bei Knaus mehr als kurzsichtig. Denn Bavaria Camp hat einen Ruf in der Branche, den Knaus mit seinen Kawas nie erreichen wird. Sie werden immer mit Pössl, Adria und Co. um Markanteile känpfen müssen und ich fürchte, dabei auf der Strecke bleiben. Man hätte sicher besser daran getan, die Ausnahmenstellung von Bavaria Camp in dem Preissegment besser zu vermarkten.


Roman

felix52 am 07 Dez 2014 00:37:56

Roman,
wen dem so ist.
ich meine jetzt mal, wenn dass das Management "Knaus" das so beurteilt wie Du,
werden sie das Markensegment "Bavaria Camp" als Marke weiter vertreiben.

Warum auch nicht....? :wink:

Gast am 07 Dez 2014 09:09:40

Wie viele "Premium"-Fahrzeuge können 18 Mitarbeiter pro Jahr produzieren? Ich schätze 50 - 100 Stück.

Können diese Fahrzeug auch wirtschaftlich, d. h. gewinnbringend produziert werden? Schwer zu beurteilen. Innerhalb des Konzerns könnte Bavaria eigentlich von Einkaufsvorteilen von Knaus profitieren. Aber es kann auch umgekehrt laufen: der Tochter kann auch durch überhöhte Verpflichtungen (absichtlich) die Luft abgedrückt werden.

aeffchen hat geschrieben:Es ist allerdings nicht geplant, die Kastenwagen der Marke Bavaria Camp in Nagyoroszi zu produzieren. Der hohe Individualisierungsgrad der Fahrzeuge passt nicht zur streng getakteten Fertigung.

aeffchen hat geschrieben:"Die Schließung des Werks bedeutet für uns keinesfalls den Ausstieg aus dem Premium-Segment im Bereich der Kastenwagen", so der Vorsitzende der Knaus Tabbert Geschäftsführung, Wolfgang Speck.
"Mit unserer etablierten Marke Knaus werden wir dieses Segment weiter besetzen und sukzessive ausbauen."

Hier widerspricht sich der Herr Speck. Einerseits passt der "hohe Individualisierungsgrad" nicht zur streng getakteten Fertigung, andererseits wollen sie das Premium-Segment ausbauen. Also was und wie denn nun?

aeffchen hat geschrieben:....produziert im Werk in Ungarn, wo auch gerne die 18 Mitarbeiter von Bav. Camp mitwirken dürfen.

Natürlich zu ungarischen Löhnen. :(

Das ist leider ein Musterbeispiel dafür, wie sich ein Konzern einer ungeliebten Sparte entledigt... natürlich zu Lasten der Solidargemeinschaft. :flop:

Gast am 07 Dez 2014 12:25:47

Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, daß allen Bavaria Camp Mitarbeitern alternative Arbeitsplätze auch in Jandelsbrunn angeboten wurden, was für manche Mitarbeiter natürlich schwer umzusetzen ist.
Die Entscheidung BC dichtzumachen kann eigentlich nicht der Auftragslage geschuldet sein, es wird in Untermeitingen produziert, was das Zeug hält, aber wahrscheinlich stimmt der Rohertrag nicht so, wie es die Investoren gerne möchten. Derzeit entstehen da mehr als 200 Fahrzeug p.a.
Das höherpreisige Segment der Ducato + Co. Kastenwagenausbauer leidet unter dem ungeheuren Preisdruck der rationeller fertigenden Hersteller, Paradebeispiel ist Pössl, die mit einem wirklich sehr kleinen Mitarbeiterstamm weit mehr als 1000 Fahrzeuge im Jahr produzieren.

Jüngstes Opfer dieser Tendenz ist Burow Mobile, auf dessen Ideen immer noch die meisten Grundrisse von Boxer und Co Ausbauten zurückgehen. Hat ihm aber leider nicht geholfen.
Die Ertragslage von vorwiegend in Handarbeit hergestellten Kastenwägen ist leider immer kritisch und viele Kunden möchten das eben so nicht bezahlen.

Thomas

xbmcg am 07 Dez 2014 13:07:37

Nennt sich Globalisierung.

Beispiele gefällig?

- Pfaff Nähmaschinen
- Nokia in Bochum
- Siemens Mobile / BenQ
- Opel
- Metz
- Grundig
- AEG
- die gesamte Solarindustrie in D
- Softwareentwicklung (z.B. von SAP) nachIndien & China
- IT Offshoring der großen DAX Unternehmen nach Rumänien, Bulgarien, Indien, China, Ungarn, Weißrussland...

Ich kann die Liste so fortführen. Deutschland ist teuer, zu hohe Steuern, hohe Umweltauflagen, hohe Sozialausgaben, Kündigungsschutz, Elternschutz, unsichere Politik.

Auslagerungen von Serienproduktion ins Ausland bringt:

- Gewinnverschiebung in Länder mit besserer Steuerpolitik
- Niedrigere Löhne bei gleicher Qualifikation
- Keine Mitbestimmung in den Betrieben
- keine Arbeitgeberanteil an Sozialversicherung
- leichtere Entlassung von nicht passendem Personal
- weniger Ärger mit den Gewerkschaften
- Fördermittel der Länder und Regionen für die Schaffung von Arbeitsplätzen
- leichterer Zugang zu den Märkten, Rohstoffen

Man muss nicht auf die Betriebe schimpfen, die diese Gestaltungsmöglichkeiten nutzen, um
zu überleben. Es ist unser dekadenter Wohlstands-Sozialstaat, der die Arbeitsplätze in der
Massenproduktion vertreibt, anstatt ein fruchtbares Umfeld für Neuinvestitionen zu schaffen.

Ich würde auch nicht in Deutschland investieren, wenn ich Unternehmer wäre. Unternehmen
werden nicht gegründet, um Sozialsysteme zu finanzieren, sondern um Geld zu verdienen.
Warum sollte ein Unternehmer die wirtschaftlichen Risiken einer Investition in Kauf nehmen,
wenn er weiss, dass hier kaum was zu holen ist?

Mir tun die betroffenen Mitarbeiter leid, aber sie sind mit ihrem Wahlverhalten auch selbst
an dieser Situation schuld, wenn man "Soziale Gerechtigkeit" und "Sozialstaat" wählt anstatt
"Freiheit und freien Markt", braucht man sich nicht zu wundern. 40 Jahre Sozialismus und
Regulierung haben halb Europa in den Ruin getrieben, Frankreich, Spanien, Griechenland
sind alle krank Dank sozialistischer Regierungen und Gewerkschaften... Zu viel Staat hat noch
nie Probleme gelöst.

Mann am 07 Dez 2014 13:10:43

nur so funktioniert die Gesellschaftart in der wir leben.

xbmcg am 07 Dez 2014 13:21:59

Mann hat geschrieben:...nur so funktioniert die Gesellschaftart in der wir leben.


Aber wie lange noch? Gelddrucken allein schafft keine Produktivität und auch keine Innovation.

Längst wird Hi-Tech nur noch in Asien entwickelt, die Mikroelektronik wird in Taiwan und China
gebaut, selbst Japan, das früher Vorreiter war, ist nun weit abgeschlagen. Einzig die USA
kann noch durch ihren aufgeblähten Militärbereich noch in diesem Umfeld einigermaßen mithalten.

Wir liegen dann alle entspannt in einem super sozialen Netz, aber es gibt keinen mehr der dazu beiträgt,
weil es keine Firmen mehr gibt, die Arbeitsplätze schaffen. Vom Konsum allein kann man diese Ausgaben
nicht finanzieren.

Roman am 07 Dez 2014 13:47:41

Bevor der Thread wie so oft in einen allgemeinen "Rundumschlagthread" zum Thema Globalisierung abdriftet, möchte ich doch noch mal zur Überschrift zurück kommen, auch weil ich der Überzeugung bin, dass das Problem bei Bavaria Camp ganz anders gelagert ist.

Das Produkt als solches war m.E. sehr gut. Das haben wohl auch die Kunden so gesehen, sonst wäre die Produktion nicht ausgelastet gewesen. Mit 18 Mitarbeitern ca. 200 Mobile im Jahr zu bauen ist eigentlich im Vergleich auch O.K. Die Frage die bleibt ist, ob das Produkt bei den vorhandenen Produktionskosten nicht zu günstig war. Nur das werden wir hier nicht beantworten können.

Ich habe zwei ähnlich gelagerte Beispiele bereits oben genannt. Ob der Kunde bereit gewesen wäre, mehr zu zahlen ist auch sehr schwer zu beantworten, da man mit höheren Einstandspreisen schnell in die Liga der Individualausbauer gekommen wäre. Der Abstand war nicht mehr so groß.

Und genau das dürfte auch das Kernproblem bei einem solchen Produkt sein. Entweder man bedient den "preissensieblen Kunden" (mein Gott der Begriff gefällt mir.... :mrgreen: ) oder den "qualitätssensiblen Kunden"... :wink: , der bereit ist deutlich mehr Geld für seine Ansprüche auszugeben.

Evtl. ist es gar nicht möglich, sinnvoll ein Produkt dazwischen zu etablieren, zumal wenn es richtig kalkuliert nicht mehr viel günstiger wäre, wie das vom Schreiner ausgebaute Mobil.


Roman

Gast am 07 Dez 2014 13:58:48

zooom hat geschrieben: Derzeit entstehen da mehr als 200 Fahrzeuge p.a.

Dann machen sie etwas falsch. CS-Reisemobile z. B. produziert mit knapp 30 Mitarbeitern ca. 100 Fahrzeuge p.a.
Mit Fiat-Fahrzeugen allein ist nicht das grosse Geld zu machen, man braucht auch höherwertige Fahrzeuge, die
etwas Geld in die Kasse spülen. Der Markt dafür ist da... aber sicher nicht unter dem Namen Knaus. :?

xbmcg hat geschrieben:Wir liegen dann alle entspannt in einem super sozialen Netz, aber es gibt keinen mehr der dazu beiträgt,
weil es keine Firmen mehr gibt, die Arbeitsplätze schaffen. Vom Konsum allein kann man diese Ausgaben
nicht finanzieren.

Ach was... dann kommt das "Bedingungslose Grundeinkommen für Alle" und die Probleme sind gelöst! :D

Schuld sind wir letztlich alle:
wir wählen die falschen Parteien
wir kaufen die falschen Produkte (buy local!)
wir blähen den Sozialstaat auf
wir leben auf Pump

Noch mehr? Ich wüsste noch ein paar, aber dann wird's zu sehr politisch.

Gast am 07 Dez 2014 15:28:29

tztz2000 hat geschrieben:
Dann machen sie etwas falsch. CS-Reisemobile z. B. produziert mit knapp 30 Mitarbeitern ca. 100 Fahrzeuge p.a.
Mit Fiat-Fahrzeugen allein ist nicht das grosse Geld zu machen, man braucht auch höherwertige Fahrzeuge, die
etwas Geld in die Kasse spülen. Der Markt dafür ist da... aber sicher nicht unter dem Namen Knaus. :?



Das wird aber schon rechnerisch sehr eng:
Pro Mitarbeiter 3,3 Fahrzeuge im Jahr, jeder Mitarbeiter kostet Daumen mal pi 30.000.- im Jahr, macht schon mal fast 10.000.- Personalkosten pro Fahrzeug, da ist noch keine Hallenmiete bezahlt, keine Handel und Handwerk Versicherung etc.,
man kann sehen, wo da der Hase im Gewürz liegt.
Ich weiß wovon ich rede, dabei hab ich nur 5 Mitarbeiter.
Also versteh ich nicht, was BC falsch macht, wenn sie mit 60% der Belegschaft 100% mehr Fahrzeuge bauen.
Das Problem ist, Arbeitslose kaufen keine Wohnmobile, der Trugschluß ist, daß man sich den Markt erhalten kann, in dem nicht mehr produziert wird. Das MUSS irgendwann zum Rohrkrepierer werden.

Thomas

Gast am 07 Dez 2014 15:50:16

zooom hat geschrieben:Also versteh ich nicht, was BC falsch macht, wenn sie mit 60% der Belegschaft 100% mehr Fahrzeuge bauen.

Vordergründig zu wenig Wertschöpfung pro Fahrzeug:
wie Roman schrieb, wenn man den "preissensiblen" Fiat-Kunden bedient, dann bleibt weniger hängen, als beim "qualitätssensiblen" Mercedes-Sprinter Kunden.

Aber das ist alles Spekulatius, vielleicht hat Knaus das auch so gedreht, dass sie den Laden ganz einfach dicht machen müssen. :(

aeffchen am 07 Dez 2014 21:16:11

zooom,
woher hast du die Zahl?
Ich habe im Frühjahr extra beim Vertreibsleiter nachgefragt, als wir unser Auto bestellt haben und uns die Produktion angesehen haben. Uns wurde 70 Fahrzeuge/Jahr genannt. Das halte ich auch für realistisch.
Zeitgleich arbeiten die an etwa 5-7 Fahrzeugen, mehr gibt die Produktionsstraße nicht her.

Gast am 07 Dez 2014 21:33:11

Ich frag noch mal nach, 70 Autos und 18 Mitarbeiter? Ein wirtschaftliches Himmelfahrtskommando!
Schon zu Zeiten des Herrn Franke wurden da mehr als 150 Fahrzeuge gebaut. Die Geschichte des Unternehmens ist allerdings verfilmungsreif, da waren schon dolle Schoten dabei, von der Sambatanzgruppe auf den Messen, den Freifallschirmsprüngen und anderen Kleinigkeiten, da wurde vorgeblich das ganz große Rad gedreht.
Aber mit den Produktionszahlen hätte Knaus den Betrieb nicht mit dem Allerwertesten angesehen.

Roman am 07 Dez 2014 23:10:46

Es wäre schon gut, wenn man da verlässliche Zahlen hätte. Denn so lässt sich nur trefflich spekulieren. Je nach Automationsgrad der Produktion, sind 70 Fahrzeuge mit 18 Mitarbeitern realistisch oder aber arg wenig.....


Roman

ramWFnet am 08 Dez 2014 08:48:26

Laut Bavaria Camp werden 60-70 Fahrzeug pro Jahr gebaut. Die Bauzeit pro Fahrzeug beträgt ca. 160 - 200 Std. Ein Knaus Boxstar läuft in 60 Std. vom Band. Wenn man weiterhin mal beim Bundesanzeiger --> Link in die Jahresberichte schaut sieht man ca. 475.000€ Verlust in 2012 und Sie schleppen zirka -640.000€ Gewinnvortrag (Verlust) seit längerem mit sich rum.


Marten

xbmcg am 08 Dez 2014 09:40:54

zooom hat geschrieben:Pro Mitarbeiter 3,3 Fahrzeuge im Jahr, jeder Mitarbeiter kostet Daumen mal pi 30.000.- im Jahr, macht schon mal fast 10.000.- Personalkosten pro Fahrzeug...


Ich weiss nicht, was BC für Mitarbeiter hat, aber 30.000 durchschnittliche Personalkosten pro MA sind viel zu niedrig, sie haben ja nicht nur
ungelernte Hilfsarbeiter in der Produktion. Ein Arbeitsplatz kostet in etwa das doppelte des Bruttolohnes, es sind ja auch Lohnnebenkosten
mit zu kalkulieren, Sozialabgaben etc. Ein durchschnittlicher Bruttolohn von 15.000€ entspricht in etwa einem durchschnittlichen Monatslohn von 1.200€ Brutto,
darin enthalten auch die Gehälter für Entwicklung, Vertrieb, Management...

Das wäre sehr günstig und durchaus konkurenzfähig zu einer Produktion in Ungarn, kann ich mir aber nicht vorstellen. Ich tippe mal grob auf 50-60k Personalkosten / MA.

Gast am 08 Dez 2014 15:50:17

Habs ja extra schöngerechnet;-) (Da bin ich gut drin).

Wenn die Zahlen so stimmen sollten, dann müssen die bei Knauss aber mit dem Klammerbeutel gepudert sein, da überhaupt zu produzieren.

Rechnen wir mal nach:
18 Mitarbeiter mit 160 Std pro Fahrzeug, macht rechnerisch pro Mitarbeiter 10 Fahrzeuge pa (40 Arbeitswochen à 40 Wochenstunden) X 18 wären 180 Fahrzeuge p.a.

Irgend eine Rechnung ist da nicht laktosefrei, bzw. von führenden Milchmädchen ausgetüftelt

Thomas

michaelleo am 09 Dez 2014 22:25:34

Hier passen schon ein paar Zahlen nicht.
Die >100 Fahrzeuge bei CS dürften hinkommen.
HRZ schiebt so knapp 50-70 Sprinter durch die Fertigung, mit knapp 12-15 Leuten.
La Strada liegt glaub schon über 200 Wagen mit 35 Leuten, allerdigs dann wieder ein Grossteil Ducatoausbauten wie bei Bavaria.
Bei den 18 Bavaria-Leuten müsste die Zahl von 70-100 Kästen pro Jahr realistisch sein.

Was man mit stolzgeschwellter Brust marketingtechnisch an Verkaufs- und Auftragszahlen nach draussen meldet kann auch mal leicht von der Realität abheben ;)

Das Problem sind die Beschränkung auf Ducatokästen, da ist man mittlerweile mit all den Grosserienanbietern im Clinch, die rationaler fertigen können, da sie keine Individualisierung bieten. Da überlegt man schon zweimal, obs nicht doch ein Pössl oder Clever auch tut.
Zumal sich bei den Stückzahlen eines Individual-Ausbauers der Vertrieb nicht einfach darstellt. Da bleiben kaum Margen für den Zwischenhändler, was fast automatisch zum Direktvertrieb führt, zumal die Betreuung des Kunden bis zum Kaufabschluss eh meist aufwändiger ist, bis all die Wünsche abgebildet sind.
Dies ist gut beim Vergleich zwischen HRZ/Bresler auf der einen Seite und CS auf der anderen Seite zu sehen, CS ist bei Individualisierungswünschen weit restriktiver geworden und verkauf im Prinzip über Zwischenhändler, HRZ und Bresler verkaufen wohl überwiegend direkt, zumindest an deutsche Kunden, lassen dabei grosse Freiheitsgrade bei der Individualisierung.

Den Mitarbeitern bei BC bleibt nur, ggf. auf die alte Individualbauerschiene aus eigener Kraft zurück zu kehren, falls da jemand die finanzielle Basis zu bieten bereit ist.

Luxor700 am 11 Dez 2014 18:42:00

xbmcg hat geschrieben:
Man muss nicht auf die Betriebe schimpfen, die diese Gestaltungsmöglichkeiten nutzen, um
zu überleben. Es ist unser dekadenter Wohlstands-Sozialstaat, der die Arbeitsplätze in der
Massenproduktion vertreibt, anstatt ein fruchtbares Umfeld für Neuinvestitionen zu schaffen.



.....mag ja alles richtig sein, nur das Problem ist, dass mit Sicherheit kein großer Absatz der Autos in Ungarn zu erwarten ist. Wäre der Kunde an dieser Stelle einigermaßen konsequent, würde er ein solches Produkt aus Ungarn halt nicht mehr kaufen! Dann soll doch Knaus schauen, wo sie ihre Fahrzeuge noch vermarkten.
Inzwischen ist nämlich bekannt, dass diese ständige Verlagerung ins Ausland nur kurz Profit bringt, dann geht man in das nächst billigere und "bessere" Ausland und hinterlässt ein weiteres Mal verbrannte Erde - die ersten Firmen kommen inzwischen nach solchen Exkursionen nämlich reumütig zurück!

Richtig wäre eben, wenn wir als Kunden hier konsequenter wären und nicht ausschließlich nach dem Preis schauen würden. Wie Thomas exemplarisch genannt, wird nämlich gute heimische Produktion honoriert und trägt sich - trotz der von xbmcg genannten Probleme!!!

, Harald

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