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helft den Bäckern 1, 2


Hundekruemel am 19 Dez 2014 15:28:54

--> Link

hallo ihr,
hier mal eine bitte von mir,
lest euch das mal durch, ich finde wäre ne tolle sache.

falls ich in der falschen ruprik bin, dann bitte nach off topic verschieben?

robeal

Anzeige vom Forum

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xbmcg am 19 Dez 2014 15:35:57

Ist wahrscheinlich schon viel zu spät. Einen richtigen Bäcker hab ich nicht mehr in meiner Nähe.
Ich meine einen, der früh um 4 aufsteht und selber Teig herstellt und Brot / Semmeln bäckt.

Es sind nur noch überall die (Auf-)Back Shops der Systemgastronomie, die die eingefrorenen
Teiglinge warm machen, und selbst die sterben aus, weil die Lebensmittelketten mittlerweile
selber auch schon aufwärmen.

Schade, aber wohl nicht mehr rückgängig zu machen. Egal wo man hinfährt, die Semmeln kommen
aus der selben Fabrik (meist Kamps).

toyota am 19 Dez 2014 15:42:59

Bei uns im Nachbar Ort gibt es noch einen, der Beliefert mit seinen 4 Verkaufs Mobilen die ganze Umgebung. Gut das wir noch auf dem Land wohnen

Anzeige vom Forum


Aretousa am 19 Dez 2014 15:47:23

Wir wohnen zwar in einer etwas größeren Kleinstadt aber es gibt hier und in der näheren Umgebung noch genügend Bäcker, die morgens um 4 Uhr in der Backstube stehen. Ihre Teiglinge, die dann in den Filialen aufgebacken werden, stellen sie selbst her. Bei denen kaufe ich zu mehr als 90% meine Backwaren.
Ebenso wie wir unser Fleisch beim Metzger kaufen.

xbmcg am 19 Dez 2014 15:49:51

Das ist sehr lobenswert, und wohl das Einzige, was den Bäckern wirklich hilft.
Eine Petition oder gar die Politik wird die nicht retten.

gerri86 am 19 Dez 2014 15:55:53

Ihr die ihr die "richtigen" Bäcker" unterstützt: Seid ihr 100% sicher das die Teiglinge selbst hergestellt werden?

Und wenn ja: Aus Grundzutaten selbst hergestellt? Wenn Backmischungen verwendet werden mit etlichen Hilfsstoffen, kann auch der Fertigrohling aus der Fabrik genommen werden, dort ist zumindest die Hygiene besser überprüfbar als beim einzelnen Hinterhofbäcker.

Gerne würde ich beim Bäcker kaufen, wenn auf der Website genau beschrieben wird wo die Rohlinge herkommen und welche Zutaten verwendet werden.

Gogolo am 19 Dez 2014 16:18:23

gerri86 hat geschrieben:

Gerne würde ich beim Bäcker kaufen, wenn auf der Website genau beschrieben wird wo die Rohlinge herkommen und welche Zutaten verwendet werden.



Ich kaufe sowohl bei "meinem" Bäcker als auch bei "meinem" Metzger. Beim Bäcker ist es mir wichtig, dass mir das Brot, die Brezen und die Semmeln schmecken - richtig schmecken! Die Brezen sind göttlich - ehrlich! Und das sind Welten zwischen diesen Produkten und den aus dem Supermarkt oder von den Backketten. Dazu muss ich nicht wissen, welche Zutaten verwendet werden (interessiert mich auch nicht) - schmecken muss es! Er hat und braucht keine Website, er bäckt lieber. Ich fahre für das Brot jeden zweiten Tag zu "meinem" Bäcker rund 5km einfacher Weg (3x in der Woche = 30km), aber das ist es mir wert.

Und bei "meinem" Metzger steht am Aushang von welchem Bauern er das Vieh kauft - da kennt man das geschlachtete Rind noch beim Vornamen.


Habe die Ehre

Gogolo

Labrador am 19 Dez 2014 16:25:58

Eine Unterschriftenaktion hilft den Bäckern wenig. Was hilft ist gute Ware. Wenn ich an die letzten Meldungen mit Aluminiumrückständen belasteten Laugengebäck (Brezen) denke, dann ist das nicht gerade vertrauenserweckend, zumal das ja den Bäckern schon seit 10 Jahren bekannt war.

Aretousa am 19 Dez 2014 16:26:34

Naja "Hinterhofbäcker" :roll:

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kurt2 am 19 Dez 2014 16:56:04

Hallo,
das Problem dürfte sein, dass es inzwischen auch viele "Bäckerei- Handwerksbetrieben", zwar noch selbst backen, jedoch auch industriell vorgefertigte Fertigmischungen verarbeiten. Da ist es dann wohl egal, wer den Teig gären, gehen und ausbäckt (ähnlich Mc Donalds franchise).
Die wenigen, die die Ware noch vom Korn bis zum Endprodukt selbst verarbeiten und vertreiben werden auf Grund der Qualität und des Geschmackes immer ihre Kunden haben.

halbkette am 19 Dez 2014 17:06:13

Servus

Das Brot so wie die Krapfen und alles andere kommt auch beim kleinen Bäcker sehr oft aus dem 50kg Sack ....... Wasser dazu und in die Knetmaschine.
Wir fahren oft für Großhändler und holen solche Säcke Palettenweise für die Bäckereien.

Auch die kleinen müssen meißt so arbeiten .... Lohn und Nebenkosten drücken zu sehr, da bleibt keine Zeit mehr fürs richtige Handwerk.

trecke am 19 Dez 2014 17:16:45

.
Vor 40 Jahren habe ich meine Gesellenprüfung als Bäcker gemacht.

In dem Beruf bin ich nicht lange geblieben, obwohl er sehr interessant und vielseitig ist.

Leider schlecht bezahlt - und 40 Stundenwoche war eine Utopie. 6 Tage Woche die Regel.
Ich habe noch beim Senior gelernt, Jahrgang 1914 . Bäcker- und Konditormeister.
Der wusste wie man aus Wasser und Mehl was machen konnte. Junior war da schon etwas offener.
So erhielt schon damals, wenn auch in geringen Mengen, die ein oder andere Backmischung, Einzug in die Backstube.
Das Selbe ist bei Cremes. Es war aber wirklich die Ausnahme. Das hat nicht nur mit Bequemlichkeit zu tun, sondern auch wirtschaftlichen Gründe.

Ich wäre sehr dafür, dass man erkennen kann, ob Fertig- oder Halbfertigprodukte verkauft werden.
Was da einem manchmal als Backware untergeschoben wird, ist eine Frechheit.
Realität ist aber auch, dass ein Handwerksbäcker keinen Discounterpreis machen kann.

Als ich in die Lehre kam, gab es in dem Ortsteil von ca 10000 Einwohnern, 13 warme Bäckereien (dort wurde Brot gebacken-keine Verkaufsstellen)
Soweit ich noch weis, seit über 20 jahren gibt es nur noch eine.
Auch mein Lehrbetrieb (mit Cafe 40 Sitzplätze) hat nur noch wenige Jahre bestanden. Die Vermietung des Ladens hat mehr gebracht, als die kompette Familie mit der Bäckerei erwirtschaftet hat.

Vor einigen Monaten hatte ich sogar den stellvertretenen Innungsmeister angerufen, ob er mir sagen könne, wer in der Stadt (300000 Einw) eine 3 Stufen Sauerteigführung hat. Konnte er nicht. Von zweien meinte er die würden wohl ....

Daher finde ich die Idee gut - und werde sie weiterverteilen



Jürgen

Gast am 19 Dez 2014 20:44:59

Ich unterstütze KEINEN Bäcker wo das normale Brot 3,50 kostet und die Angestellten mit 4,00€/h abgefrühstückt werden und meist eh nur Industrielle Laibe aufgebacken werden ... Vielleicht ist es nur im Osten so, aber dennoch eine riesige Sauerei :x
Achso ... meine Tochter Jobt dort neben dem Abi und die Angestellten bekommen auch nicht mehr :!:
Moderne Sklaverei :!: Ich frag mich nur wie gelernte Bäcker das aushalten und ihre Miete bezahlen können ....

lonsome am 19 Dez 2014 21:07:47

Hallo,

das Problem liegt an einer ganz anderen Stelle: der Fall des Sonntagsbackverbotes. Früher konnte eine kleine Bäckerei überleben, weil die Familie des Bäckers am Samstag Mittag Schluss machen konnte und dann am Montag Morgen wieder begonnen hat. Es war wenigstens ein Tag Ruhe. Heute geht das nicht mehr, weil dann die Sontnagskundschaft fehlt etc.. Der Fall des Sonntagsbackverbotes war der geniale Zug der großen Backbetriebe, um die kleinen Bäckereien zu zerstören und den Profit an sich zu ziehen.

Ähnlich wird es dann gehen, wenn die Öffnungszeiten im Einzelhanden fallen sollten. Die kleinen Läden werden schließen müssen, die großen Konzerne profitieren. Aber irgendwann werden diejenigen, die jetzt nach der großen Freiheit rufen, eine Petition einreichen ...


Klaus

silent1 am 19 Dez 2014 21:13:14

lonsome hat geschrieben:Ähnlich wird es dann gehen, wenn die Öffnungszeiten im Einzelhanden fallen sollten. Die kleinen Läden werden schließen müssen, die großen Konzerne profitieren. Aber irgendwann werden diejenigen, die jetzt nach der großen Freiheit rufen, eine Petition einreichen ...


Klaus

:ja: :top:

jhg0812 am 19 Dez 2014 21:17:51

Tach zusammen,
alle Bächer (- und Konditoren) heute in "schwarz oder weiß" einzuteilen ist nicht möglich.
Auch heute gibt es noch Großbäckereien, die bestimmte Brotsorten komplett selbst herstellen, aber auch Massenware aus Backmischungen.
Als Rentner arbeite ich nebenbei als Auslieferungsfahrer in einer solchen Bäckerei und bekomme ständig mit, wieviel Handwerk in der täglichen bzw. nächtlichen Arbeit steckt.
Klar kann man keinem Brötchen ansehen, ob es aus einer Backmischung oder aus selbst hergestelltem Teig stammt. Aber die Kunden schmecken es und sind auch bereit für ein gutes Brötchen mehr als den doppelten Preis zu zahlen.
Aber ob sich das jeder leisten kann? Doch das ist wieder ein anderes Thema.
Ich habe für mich entschieden, die Petition zu unterstützen.

Jörg-Holger

franz_99 am 19 Dez 2014 21:29:17

Wenn das kommt können ca. 90% der noch Bäcker ihre Werbung neu gestalten ;D das sind dann keine mehr :ja:

Gast am 19 Dez 2014 21:33:55

Schade das so ein Handwerk den Bach runter geht, wie ich zum ersten Mal die Brotbackautomaten bei den Discountern gesehen habe, habe ich gehofft das diese schnell wieder verschwinden, was kommt als nächstes der Haarschneideautomat?

shoe1 am 19 Dez 2014 22:06:08

Hallo,
ich kaufe mein Brot beim heimischen Bäcker - weil ich ihn gut kenne, erklärt er mir den Unterschied zwischen Aufbackbrötchen (die gar nicht schlecht schmecken und die ich auch mal auf unseren Womo-Reisen verwende ..) und richtigem Brot im - falls notwendig - Papiersackerl.
Ich kauf mein Fleisch beim Bauern in unserer Gegend (da weiß ich zumindest wo es herkommt und es schmeckt auch dementsprechend gut) oder bei unserem Metzger im Ort (der weiß auch, wo das Fleisch herkommt). Auf keinen Fall, kaufe ich - wenn ich nicht unbedingt muss - das abgepackte Fleisch, egal aus welchem Diskontladen ...
Gleichzeitig oder abgesehen davon "hasse" (mir fällt momentan keine anderes Wort ein, obwohl es ein bisschen krass klingt ...) ich schon fast "Plastik" .... - z.B.: Supermarkt-Verkäuferin mit Plastikhandschuhen verpackt die verschiedenen Wurstsorten einzeln in Plastikpapier, gibt diese zusammen in ein Plastiksackerl, Etikett drauf und bei der Kasse kommt das Ganze dann wieder in eine (hoffentlich nicht mehr lange -) Plastiktasche ...
Und dann kauf ich meine Schuhe auch noch beim Fachhändler im Ort ;-)), da gibt es noch - man glaubt es kaum - Schuhe aus echtem Leder, ohne giftige Chromgerbung, ohne giftige Chemie in Asien hergestellt, Schuhe, bei denen es sich auszahlt, dass man sie auch wieder fachgerecht herrichtet ...

Aber ich weiß leider auch, dass in Zeiten von Geiz und Gier, wo nur mehr das Billigprodukt zu zählen scheint, in Zeiten, wo der billigste Diskonter mir Bio, Nachhaltigkeit und Umweltschutz für viele glaubwürdig erscheint, - mein ortsansässiger Bäcker, mein Metzger und ich einer aussterbenden Rasse angehören ...

lg
Rupert

Hundekruemel am 20 Dez 2014 08:17:56

shoe1 hat geschrieben:
Aber ich weiß leider auch, dass in Zeiten von Geiz und Gier, wo nur mehr das Billigprodukt zu zählen scheint, in Zeiten, wo der billigste Diskonter mir Bio, Nachhaltigkeit und Umweltschutz für viele glaubwürdig erscheint, - mein ortsansässiger Bäcker, mein Metzger und ich einer aussterbenden Rasse angehören ...

lg
Rupert

es wäre doch aber schön wenn man durch solch eine petition das aussterben der rasse hinauszögern könnte.
oder der bevölkerung rüberbringen das es wirklich noch backende Bäckereien gibt.

also ich habe unterzeichnet

robeal

Gast am 20 Dez 2014 09:21:37

Moin zusammen.
ich finde dieses Thema klasse und es gab viele gute Beiträge mit Informationen und verschiedener Blickwinkel.

Ich finde den Ansatz das der Gesetzgeber hier in der Pflicht ist unser Essen zu schützen richtig. Der Gedanke das der Bäcker der sein Brot selber herstellen möchte und das Risiko aufnimmt mit entsprechend hohen Preisen "baden" zu gehen ein Qualitätssiegel bekommt das minimum was uns als Verbraucher zusteht.

Ich finde auch das die Verkaufsstellen die die Teigwaren nur fertig backen sich nicht als Bäckerei schimpfen dürften.

Ich finde als Kunde die Freiheit erhaltenswert selber zu entscheiden zu können was ich kaufe und bei wem. Diese Freiheit habe ich nicht wenn man mir ein Backhandwerk vorgaugelt welches keines ist bzw wenn an der Backstube des Bäckers der nach traditionellem Verfahren sein Zeug backt das gleiche draussen dransteht als bei den Verkaufsstellen mit fragwürdigen "Fachverkäuferrinnen" .

Alle großen Bäckereiketten sind ja ursprünglich aus einem Bäckereibetrieb entstanden die ein Überleben nur durch Vergrößerung mit zentraler Herstellung für sich sahen. Hier spielen auch Hygiene Vorschriften sowie Arbeitssicherheit eine große Rolle die zu diesen Entscheidungen führten.

Wäre die traditionelle Herstellung der Ware vor rund 20 Jahren vom Gesetzgeber in der hier geforderten Art geschützt worden hätten wir einige richtige Bäckereien mehr und einige Großbäckereien weniger, ein Gedanke der mir gefällt!

Wir haben eine richtige Backstube um die Eck. Inwieweit die selber herstellen ist nicht erkennbar...das hätte ich gerne geändert!

und schöne Tage

Gogolo am 20 Dez 2014 09:30:11

Aber der nächste Sargnagel für die kleinen Bäckereien ist schon da: die neue gesetzliche Kennzeichnungspflicht der Inhaltsstoffe mit Aushang für jede Brot- und Semmelsorte. Da werden doch die kleinen traditionellen Bäckereien in einen Bürokratiesumpf hineingezogen, der es jedem Bäckermeister vermiest, noch weiter zu arbeiten.

:polit:


Aber das musste auch mal gesagt werden.


Habe die Ehre

Gogolo

wolfherm am 20 Dez 2014 10:32:34

Ich habe mir mal den Text der Petition durchgelesen und habe folgende Frage an die Befürworter: Gibt es denn überhaupt noch solche Betriebe, die das alles erfüllen? Haben nicht auch schon die traditionellen Familienbetriebe auf Mischungen umgestellt? Macht denn noch einer den Sauerteig selbst?

Gast am 20 Dez 2014 10:42:16

wolfherm hat geschrieben:Haben nicht auch schon die traditionellen Familienbetriebe auf Mischungen umgestellt? Macht denn noch einer den Sauerteig selbst?

Schon in den 80iger Jahren, als ich bei unserem fränkischen Dorfbäcker sonntags mal was abholen musste,
staunte ich im Raum neben der Backstube über das riesige Sacklager mit den Fertigmischungen von Meistermarken.
--> Link

s-48 am 20 Dez 2014 11:55:25

also Ich kaufe meine Backwaren dort wo sie mir schmecken.In unserer Umgebung ist das leider so das die Brötchen Brot vom Discounter mir besser schmecken.Nur weil ich den Bäcker/Schlachter kenne würde ich da nicht kaufen wenn es mir nicht schmeckt. Ernie :?

Gast am 20 Dez 2014 12:30:00

Wirklich eine interessante Diskussion. Und als ich die Beiträge las, fiel mir spontan ein: erneut etwas zum Thema "Die Geister, die ich rief".

Und "ich" ist wieder einmal nicht nur der böse Kunde, sondern auch der Bäcker selbst, der sich erst die Backmischungen aufschwatzen lässt und sie dann verteufelt.

Es war doch nicht so, dass plötzlich an jeder Ecke und aus heiterem Himmel industriell unterstützte Backshops aufmachten, sondern die ersten, die sich durch die Backmischungen und anderes Convenience-Zeugs ihre - unbestritten schwere, mühselige - Arbeit etwas erleichtern wollten, die Bäcker selbst waren, oder habe ich da was verpasst?

In dem Ortsteil einer Großstadt, in der ich groß geworden bin, gab es einen Bäcker, bei dem man - das war in den 1960er Jahren - morgens um fünf schon in der Backstube Brötchen kaufen konnte. Als die Bäckerei vom Vater an den Sohn weitergegeben wurde, machte der sich als erstes daran, etwas außerhalb eine Halle anzumieten und fabrikmäßig Brötchen zu produzieren.

Bald belieferte er dann die halbe Stadt mit seinen Brötchen, kaufte sich mit Ende Zwanzig seinen ersten Porsche und machte seinen Vater stolz und jede Menge andere Bäcker kaputt, indem er Laden um Laden eröffnete.

Wie es mittlerweile in deutschen Großstädten aussieht, wissen wir alle.

Ich wäre tatsächlich froh, wenn das Ziel der Petition erreicht würde und ich von außen erkennen könnte, wo traditionell gebacken wird. Dann würde ich sicher dort kaufen, wenn es denn schmeckt. Denn was nützt mir die auf traditionelle Weise hergestellte Semmel, wenn der Bäcker sein Handwerk nicht versteht und das Industrieprodukt besser ist?

Gast am 20 Dez 2014 12:57:19

wolfherm hat geschrieben:Ich habe mir mal den Text der Petition durchgelesen und habe folgende Frage an die Befürworter: Gibt es denn überhaupt noch solche Betriebe, die das alles erfüllen? Haben nicht auch schon die traditionellen Familienbetriebe auf Mischungen umgestellt? Macht denn noch einer den Sauerteig selbst?

...ja, das wurde in der 8. Antwort verlinkt

wolfherm am 20 Dez 2014 14:24:09

Ja, aber das sind doch auch Filialbetriebe, die nicht mehr direkt vor Ort backen. Gut, die Fertigrohlinge stellen sie selbst her. Das macht aber der große Filialbetrieb auch. Ist der Unterschied nur noch die Backmischung?

gerri86 am 20 Dez 2014 15:07:09

Filialbetrieb oder nicht ist doch egal. Hauptsache keine künstlichen Hilfsstoffe.

Bei uns in der Gegend gibt es einen älteren Dorfbewohner, der hobbymäßig das biologisch auf seinem Land gezogene Korn mahlen lässt und dann nach 100 Jahre altem Rezept Brote in einem riesigen alten Holzbackofen im Garten bäckt - der ist übrigens kein gelernter Bäcker.

Dieses Brot schmeckt unbeschreiblich gut und ich habe vergleichbares noch nirgendwo sonst käuflich erwerben können.
Besonders bemerkenswert finde ich, das diese Brote auch nach wochenlangem lagern fast genauso gut schmecken wie am ersten Tag, nicht schimmeln und innen eine Konsistenz haben, die ganau zwischen der Konsistenz liegt von sehr frischen (weich) und sehr alten (steinhart) gewöhnlichen Broten - und das wochenlang.

ottomar am 20 Dez 2014 16:42:16

Ich habe unterschrieben.

Warum?

Ich kenne den Threadopener Robeal persönlich und vertraue ihm. Er weiß, wovon er spricht, und ich weiß, was bei ihm in der Backstube verarbeitet wird.

schaetzelein am 20 Dez 2014 17:54:47

wir haben 7 Jahre neben der größten Bäckerei in der Stadt gewohnt und ich konnte vom Fenster aus oft genug sehen, wenn die Einnahmen mehrmals am Tag gezählt wurden. Unglaublich wieviele Geldbündel da am Tisch lagen. Außerdem haben wir bei 8000 Einwohnern mit Eingemeindungen 4 eigenständige Bäckereien, die hervorragend laufen. Jede Bäckerei hat noch zusätzlich ein Cafe dabei.
Zusätzlich gibt es noch Aldi und LIdl, die Backwaren verkaufen und dann noch Netto, der auch frische Backwaren eines fremden Backwarenherstellers verkauft.

Wir kaufen unsre Backwaren zu 95% beim Bäcker und dabei hab ich das Gefühl, dass es jedem der 4 Bäckereien immer besser geht. ;D 2 der 4 Bäckereien haben einige Filialen in den umliegenden Ortschaften.

Übrigens seh ich, wenn bei den einzelnen Bäckereien das Mehl angeliefert wird. Es kommt direkt von der 4km entfernten Mühle, sagt mal der Werbeaufdruck auf dem Tank.

Hundekruemel am 21 Dez 2014 11:17:51

wolfherm hat geschrieben:Ich habe mir mal den Text der Petition durchgelesen und habe folgende Frage an die Befürworter: Gibt es denn überhaupt noch solche Betriebe, die das alles erfüllen? Haben nicht auch schon die traditionellen Familienbetriebe auf Mischungen umgestellt? Macht denn noch einer den Sauerteig selbst?


solche betriebe gibt es ohne ende,
nur leider erkennt man sie nicht.
selbst in unserem kleinen kaff habe ich schon erlebt, das kunden manchmal total überrascht sind das wir noch eine backstube hinten haben.
geschweige wenn sie einen bäcker sehen, der dann auch noch weiß was in einem bestimmten brot drin ist.
ich sehe den größten vorteil eher für die kunden als für den bäcker selbst.
wie oben schon beschrieben hat ein guter bäcker seinen stamm und kommt damit zurecht.
wenn diese "tradition-kultur" auch noch weg ist, gibt es nur noch industrieware, dann gibt es kein zurück mehr.
nach dem wegfall meiner zwei lieblingsmetzger zum jahresende ist mir das so richtig bewusst worden was eigentlich dann fehlen wird.

robeal

a.miertsch am 04 Jan 2015 15:54:57

"helft den Bäckern"
Warum? Denen geht es doch gut. Jedenfalls in den Wahlkreisen bestimmter Politikerinnen. :roll:
Helft lieber den Angestellten dieser Läden und euch selbst, denn bezahlt wird die Zeche von uns allen.
Albert

Gast am 04 Jan 2015 16:39:08

Der Bäcker, der am 23.12.2014 in unserem Ort zugemacht hat,
hatte einfach keine Lust mehr,
obwohl ihm die Leute die Bude eingerannt ob seiner wirklich hervorragenden Produkte.
Das hatte mehrere Gründe.
Der schlimmste Grund war wohl der Unfalltod seines Sohnes, der vor wenigen Jahren
tödlich verunglückt war und der eigentlich den Betrieb übernehmen sollte.
Dazu kam, daß seine Frau leider keineswegs von der Arbeit begeistert war,
die mit so einem Geschäft zusammenhängt.
Sie war einfach keine Geschäftsfrau.....
Und der dritte Grund war, das ein Nachfolger soviele Auflagen für die Backstube bekommen hätte,
daß niemand das Risiko auf sich nehmen wollte.
Und so haben wir den weit und breit besten Bäcker am Ort verloren. :cry:
Die anderen 5 "Filialbäckereien" teilen sich nun gerne den unverhofften Mehrumsatz.

Gast am 04 Jan 2015 18:50:42

Hallo,
Bin selbst gelernter Bäcker, und kenne mich auch noch sehr gut bei den Bäcker aus Habe auch einige in der Kundschaft), was ich hier zu sagen kann: manche Bäcker nutzen auch Ihre Handwerkstätigkeit aus um Kräftig abzuschöpfen und auf Teufel komm heraus zu Kalkulieren was aber keinesfalls angebracht ist.
ich fahre sonntags 8Km um bei einem Bäcker der Wirklich in alter Tradition backt ( genau so schmeckt es auch GUT), Zahle dann für meine 3 Brötchen 1,60€ absolut Top Preis. Heute Morgen konnte ich Wetter bedingt nicht fahren und habe meine Brötchen bei Ortsansässigen Backer gekauft 3 Brötchen (die gleichen) kosteten hier dann allerdings 3,20€ habe gezahlt und gesagt das ich das Rezept nachreiche, man hat das nicht verstanden, werde aber zukünftig für solche Handwerker meine Preise auch anpassen.
Muss ich nun diesen Bäcker bemitleiden wenn's den nicht mehr gibt? :cry:

ottomar am 04 Jan 2015 18:57:35

Hallo Muevo,

es fällt mir schwer, mir vorzustellen, dass ein Bäcker für drei Brötchen 3,20 € verlangt.

silent1 am 04 Jan 2015 19:30:56

Ich bin immer bereit für ein gutes Produkt auch einen entsprechenden Preis zu bezahlen.
3,20 € für 3 Brötchen wäre mir dann aber tatsächlich auch zu viel des Guten.

thomas56 am 04 Jan 2015 19:46:07

typisch Forum! :?
Niemand weiß um welches Brötchen es sich handelt, aber alle regen sich über die Preise auf!
Für 3 gute (Franz)Brötchen ist 3,20€ nicht der höchste Preis! :D

Gast am 04 Jan 2015 19:54:35

muevo hat geschrieben:
Muss ich nun diesen Bäcker bemitleiden wenn's den nicht mehr gibt? :cry:


Nein , wirklich nicht, aber die Preise, die der von mir genannte Bäcker "gemacht" hat,
waren ihren Preis wirklich wert, auch wenn sie 5 x so viel oder mehr gekostet haben wie beim "Discount" Bäcker.
Sie waren preiswert, wenn man Vergleiche mit allen Mitbewerbern anstellt, angestellt hat.
5 X soviel heißt, da hat dann ein Mohnbrötchen 35 oder 40 Cent gekostet und keine 7 Cent.
Die geforderten Preise für alle seine Backwaren haben wir, und sicher alle anderen seiner Stammkunden,
gerne bezahlt, denn seine Backwaren waren überragend.
Wir wohnen auf dem flachen Land.

Gogolo am 04 Jan 2015 20:14:19

Ich habe schon geschrieben, das ich für das Brot jeden zweiten Tag zu "meinem" Bäcker rund 5km einfacher Weg fahre (3x in der Woche = 30km), aber das ist es mir wert.

Was die einzelnen Brötchen kosten ist mir relativ egal, wenn sie unseren Geschmack treffen und das tun sie. Der Laden dieses Bäckers ist immer voller Leute! Auch wenn dieser Bäcker den doppelten Preis verlangen sollte, dann kaufe ich trotzdem bei ihm. So gut das Brot bei diesem Bäcker ist, so schlecht sind allerdíngs die Gebäckstücke - aber er kann halt nicht alles können...


Habe die Ehre

Gogolo

morena am 04 Jan 2015 20:14:40

3,20€ für 3 Brötchen :?: und wo bleibt die Wurst ?... dann wundert es mich nicht, das Grossfamilien und Rentner aussteigen aus diesen Desaster ...

ottomar am 04 Jan 2015 20:16:50

thomas56 hat geschrieben:typisch Forum! :?
Niemand weiß um welches Brötchen es sich handelt, aber alle regen sich über die Preise auf!
Für 3 gute (Franz)Brötchen ist 3,20€ nicht der höchste Preis! :D



Typisch Thomas56,

es ging um Brötchen, nicht um das Hamburger Feingebäck aus Plunderteig.

Ach, und noch etwas. Ich finde es recht anmaßend, wenn wohlhabende Leute ihre Bereitschaft bekunden, jeden Preis zu zahlen. Es gibt in unserem Lande immer mehr Menschen, die von 3,20 € ihre gesamte tägliche Ernährung finanzieren müssen.

Also bitte etwas kleinere Brötchen!

thomas56 am 04 Jan 2015 20:26:24

ottomar hat geschrieben:Typisch Thomas56,

es ging um Brötchen, nicht um das Hamburger Feingebäck aus Plunderteig.


willst du mir erzählen, dass du schon "normale" Semmel/Rundstücke/Brötchen im Laden für Stück 1,06€ gesehen hast?

s-48 am 04 Jan 2015 21:40:53

Ich weiß nur das bei unseren Bäckern nach der Euro Umstellung die Brötchen nicht mehr 25 Pfen kosteten sondern 25 cent und jetzt zwischen 40 und 80 cent. Ernie

ottomar am 05 Jan 2015 02:36:51

thomas56 hat geschrieben:willst du mir erzählen, dass du schon "normale" Semmel/Rundstücke/Brötchen im Laden für Stück 1,06€ gesehen hast?


Keineswegs. Und genau dies versuchte ich Dir zu verdeutlichen.

Dein Verweis auf das Hamburger Backwerk ist untauglich, da es um Brötchen geht.

Somit: Mir kommt dieser Preis für ein "normales" Brötchen" viel zu hoch vor.

Ergo: Ich habe das Gefühl, dass sich Muevo mit seiner Preisabgabe geirrt hat.

Jetzt alles klar?

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