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Wir müssen in Illertissen was abholen und haben ein paar Tage Zeit. Daraus basteln wir einen Kurztrip durch das wunderschöne Bayerisch-Schwaben.
IN – Augsburg – Landsberg – Memmingen – Illertissen – Günzburg – IN
Wir kommen los – was soll ich sagen : MITTAG ! Bei der beeindruckenden Strecke von ca. 90 Kilometer aber kein wirkliches Problem. Das haben wir ganz schnell abgeradelt und sind gegen halb zwei in Augsburg am SP Wertach. Schön gelegen, direkt am Ufer der Wertach. Aber was für ein Krach ! Statt eines leise murmelnden Bächleins ist hier eher „tosendes Wasser“ der richtige Ausdruck. Die nahe Zubringer- Schnellstraße ist dagegen fast nicht zu hören. Wir ziehen trotzdem ein, mal sehen.
Hinterm Heck rauschte/brüllte die Wertach
Im Netz hatte ich mir die Entfernung zur Innenstadt angesehen und als „nicht weit“ beurteilt. Es sind aber doch so um die 3 Kilometer. Die erst mal rein, dann etliche Strecke in der Altstadt und dann wieder zurück … im Nachhinein hätten wir doch die Räder nehmen sollen.
Am Rande der Altstadt angelangt sehen wir eine schöne bayrische Wirtschaft „Zum weißen Hasen“. Eigentlich sieht´s nach Touri-Falle aus, aber wir trauen uns trotzdem und nehmen ein spätes Mittagessen. Auf der Tageskarte gibt´s Krustenbraten mit Blaukraut und Knödel – vorzüglich! Frisch gemacht und wirklich schmackhaft. Nur die Knödel sind ein wenig „zur harten Seite“. Frisch gestärkt machen wir uns bereit zur Erkundung
Im „Weißen Hasen“ gab´s erstmal kräftig was zu futtern … Mittagszeit !
Mittelalter. Große und prächtige Gebäude, breite Straßen und Gehsteige, alles mindest doppelt so großzügig wie im kleinen und verwinkeltem IN. Sind schwer begeistert! Der zentrale Rathausplatz ist prächtig. Dort ist die Touri-Info, am Sonntag bis 15:00h geöffnet. Wann waren wir .. ? Richtig, so gegen 15:05 h ! Schade, hätte gern eine Führung gebucht, der Altstadtrundgang dauert so knapp 3 Stunden. Dann halt vl morgen, hier rentiert sich´s bestimmt
Sehr beeindruckend natürlich auch das Stadtschloß der Fugger, ein riesiger Bau mit einer sehr schön bemalte Fassade, natürlich in allerzentralster Lage. Wir bummeln die Maximilianstraße entlang, auf jedem Schritt Bauwerke aus der Vergangenheit.
Gedenktafel am Fuggerschloß
Türbeschlag einer Kirche
Lancelot am 28 Mär 2015 17:58:05
Am Ende der Straße die Doppelkirche der Heiligen St. Ulrich und Afra. Prachtvoll – anders kann man´s nicht beschreiben. In dem angrenzendem Gebetshaus läuft gerade eine Messe. Offensichtlich werden hier junge Pastoren und Pastorinnen in ihr Amt eingeführt, also so was wie eine Primiz interpretieren wir. Großer Andrang, das Haus ist voll.
Auf dem Rückweg bummeln wir auch ein wenig durch die Seitengassen, den Judenberg und die Lecharme. Die Fuggerei gibt´s nur gegen € 4,-- Eintritt, fotografieren verboten, :roll:
Die Beschilderung der Altstadt könnte besser/eindeutiger sein. Vl kriegen wir morgen ja doch eine Stadtführung, das sollte es einfacher machen. Ziemlich erledigt laufen wir zurück zum Auto.
Prachtvolle Fassaden und große stattliche Häuser, man sieht den Reichtum der Stadt förmlich
St. Ulrich und Afra, die Hauptkirche, mit einer langen Liste von (prominenten) Besuchern mit Konterfei. Ganz zum Schluß in der Reihe ein Spiegel .. selbst gehört man auch dazu ! Fanden wir auch irgendwie „gut gemacht“ ..
Anzeige vom Forum
Lancelot am 28 Mär 2015 18:01:23
Die Innenausstattung ist ziemlich schlicht gehalten
Tolles Glasfenster, wenn die Sonne drauf steht ist es wie ein Scheinwerfer
Lancelot am 28 Mär 2015 18:03:49
Schöne Fassaden, schöne Innenhöfe … die Tür neben dem Brunnen wohl eher für Kleine gedacht
Ein richtig gut restaurierter alter Ford Roadster, mit Lederkoffer und Schwiegermuttersitz auf Frühlingsfahrt
Lancelot am 28 Mär 2015 18:07:37
Teile des Lechs fließen noch immer durch die Stadt
Muß toll sein an einem lauen Sommerabend dort draußen zu sitzen – eine Besuchsidee ?
Der Erker sieht doch toll aus
Lancelot am 28 Mär 2015 18:13:17
Was für eine Nacht ! Das wollen wir uns nicht nochmal antun. Wir haben wegen des Krachs sehr schlecht und unruhig geschlafen. Auch wenn´s eine sehr schöne Stadt ist, da müssen wir einen anderen Übernachtungspunkt finden. Wir kommen sicher wieder und schauen uns das dann genauer an – jetzt aber weiter ziehen. Wir drehen die ursprünglich geplante Route um, fahren erst nach Landsberg und legen Illertissen an den Schluß. Macht mehr Sinn, falls wir dort was an Pflanzen einkaufen.
Den SP in Landsberg finden wir schnell, er ist sehr zentrumsnah und im Vergleich flüsterleise. Wir laufen nur 1 Kilometer in die Altstadt. Durch ein Tor den Vorderanger entlang zum Rathaus, beeindruckende Fassadenbemalung. Ganz netter Ort, viele alte Fachwerkbauten, alte Geschäfte. Am Rathaus ein großer Marktplatz mit dem Marienbrunnen.
Der SP in Landsberg
Der „obere“ Stadtzugang, das Sandauer Tor, ist noch gut in Schuß (wohl auch nach 1630 noch renoviert)
Die Wohnanlage „Färberhof“ am Stadttor. Leider war das Wasser noch abgestellt.
Lancelot am 28 Mär 2015 18:17:28
Es ist Mittagszeit, wir finden das Gasthaus „Zum Mohren“, sieht gut aus und hat eine ordentliche Speisekarte. Wir essen Bratensülze und Ochsenfetzen, beides sehr gut, sind sehr zufrieden.
Für die Größe der Stadt ist hier schon viel geboten und erhalten. Der Salzhandel und die daraus entstandenen Zolleinnahmen haben hier lange Jahrhunderte für stattlichen Wohlstand gesorgt.
Der Mutterturm befindet sich in einem kleinen Park am Westufer des Flusses Lech. Er wurde vom Maler, Bildhauer, Musiker, Schriftsteller und Wegbereiter des Automobilsports in Deutschland, Sir Hubert von Herkomer erbaut.
Rechts eine Malerei direkt auf einer Hausfassade.
Lancelot am 28 Mär 2015 18:21:37
Historisches Rathaus : die Fassade ist mit reichlich Stuck verziert und wurde 1719 von Dombaumeister Dominikus Zimmermann gestaltet. Die Innenräume wurden in den 1990-er Jahren renoviert.
Rechts ein Stadttor mit dem „Schmalzturm“. Der Schmalzturm, auch schöner Turm genannt, ist ein Bauwerk der ersten Stadtmauer. Als Zierde laufen Kleeblattfriese um den Turm; bunte Dachziegel, in den Stadtfarben gehalten, und ein Sturmglockenaufsatz geben der Wichtigkeit des Tores Ausdruck. Den Beinamen »Schmalzturm« erhielt er, da sich an schönen Tagen die Marktfrauen mit ihrer Ware, unter anderem auch Schmalz, in den Schatten des Tores stellten. Das Schmalz blieb so fester und konnte besser verkauft werden.
Sing- und Musikschule, in einem Seitentrakt des ehemaligen Ursulinenklosters untergebracht
Lancelot am 28 Mär 2015 18:29:08
Den Installateur fanden wir witzig !
Das Kloster Landsberg ist ein ehemaliges Kloster der Ursulinen und jetziges Dominikanerinnen-Kloster. Es wurde 1809 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Das Schulinstitut wurde weltlich weitergeführt. 1845 übernahmen Dominikanerinnen aus Augsburg das Kloster als Kloster der Dominikanerinnen zur Hlgst. Dreifaltigkeit.
Zentrum der Stadt ist der Hauptplatz in seiner ungewöhnlichen Dreiecksform. In seinem Mittelpunkt steht der um 1700 errichtete Marienbrunnen. Die Stuckfassade des historischen Rathauses paßt sich sehr gut an.
Zum Mittagessen waren wir im „Mohren“ am Hauptplatz. Schöne Kneipe mit bayrischschwäbischer Küche – trotz italienischer Leitung. Witzig fanden wir die Türschließer-Konstruktion - bei den Buben ein Bierkrug als Gegengewicht, - bei den Mädels eine Kartoffelpresse.
Gegessen haben wir Bratensülze mit Bratkartoffeln und Ochsenfetzen auf Linguini. War richtig gut !
Lancelot am 28 Mär 2015 18:32:15
Der Lech fließt hier ganz ruhig
Die große Stadtpfarrkirche ist prächtig und barock ausgestattet. Der Altar mit den Seitenpfeilern glänzt golden, schöne Glasgemälde, die Chorempore und die Orgel ebenfalls reich verziert mit Gold.
Wir laufen zurück zum Auto und beschließen etwas zu rasten. Die letzte Nacht hat doch Defizite hinterlassen. Dafür wollen wir morgen auch noch hier bleiben und uns noch etwas näher umsehen.
Lancelot am 28 Mär 2015 18:42:48
Die evangelische Kirche am SP
Wir laufen los und wollen einen der vorgeschlagenen Altstadtrundgänge laufen. Wir sind immer noch begeistert vom Gesamtensemble. Direkt am Eingang zur Altstadt, dem Sandauer Tor, findet Evi einen kleinen Glashasen. Der muß „mit“, aber erst am Ende der Tour.
Heute laufen wir über den Hinteren Anger ins Zentrum, schon auch schön, aber wohl nur eine 1b-Lage. In der Touri-Info versorgen wir uns mit einem neuen Plan, der olle von gestern liegt zuhause. Bei der Gelegenheit frage ich nach individueller Stadtführung – Fehlanzeige ! ziemlich ruppig und fast unfreundlich ob dieses Ansinnens wird meine Frage verneint. Schade !
Schon auch schön, aber deutlich weniger prächtig. Wir finden : 1b-Lage Die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt im Hintergrund
Egal – auf zum Rundgang Obere Altstadt. Schon nach wenigen Metern wird´s glasklar, warum „obere Altstadt“. Sakra, da geht´s steil bergan, auf vielen Stufen rauf in Richtung Höhenkamm. Wir kommen ganz schön auf Betriebstemperatur. Da wurden einige sehr nette Häuschen gebaut, die zum Teil nur über diese Stufen zu erreichen sind, stellen wir uns schwierig vor.
Oben läuft die historische Stadtmauer auf einem Höhenrücken
Die heutige Alte Bergstraße in Landsberg am Lech war bis in die 1950-er Jahre die einzige Straße Deutschlands mit Linksverkehr. Durch das starke Gefälle von 18 Prozent kam es früher häufig zu Unfällen mit Pferdefuhrwerken. Um Verletzungen zu vermeiden, mussten die Fuhrleute auf der linken Seite des Wagens gehen. Auch war es bei Strafe verboten, die Haustüren zu verschließen, damit sich Fußgänger vor den außer Kontrolle geratenen Gespannen in die Häuser retten konnten. Des Weiteren wurden bergabwärts auf der linken Seite Steinpoller aufgestellt, gegen die die Kutscher ihr Gespann im Notfall lenken konnten. Diese „Bremsblöcke“ existieren heute noch.
Oben hat man guten Blick auf die Altstadt. Dort ist auch das „Neue Stadtmuseum“ untergebracht
Die Heilig-Kreuz-Kirche in Landsberg am Lech liegt auf einer Anhöhe über der Altstadt
Die ehemalige Jesuitenkirche wurde 1754 geweiht. Zuvor stand schon an gleicher Stelle ein Vorgängerbau aus dem Jahr 1584, dieser gehörte zu den ersten Kirchen des Ordens in Deutschland. Die Deckengemälde schuf Christoph Thomas Scheffler. Das Hochaltarbild von Johann Baptist Baader von 1758 zeigt die Kreuzigung Christi. Die Heilig-Kreuz-Kirche ist als Noviziatskirche konzipiert. Dies zeigt sich durch Darstellungen der Ordensheiligen Aloisius von Gonzaga,Francisco de Xavier, Ignatius von Loyola, Paul Miki und Gefährten sowie Stanislaus Kostka.
Neben der Heilig-Kreuz-Kirche steht im Norden das alte Jesuitenkollegsgebäude (heute Altenheim und Agrarbildungszentrum des Bezirks Gastn) und im Süden das ehemalige Jesuitengymnasium (heute Neues Stadtmuseum).
Lancelot am 28 Mär 2015 18:45:43
Im Vorgarten des Neuen Stadtmuseums steht die drei Meter hohe, metallene Skulptur „Denkmal für fünf Sinne“ (1991) des postsurrealistischen tschechischen Künstlers Lubo Kristek.
Wie eine in die Höhe strebende, wachsende Pflanze windet sich ein schlanker Arm mit geöffneter Hand, den Tastsinn darstellend, aus dem Boden. Sie ist der Träger für Mund, Nase, Auge und Ohr, die so angebracht sind, dass sie insgesamt ein Gesicht bilden. Der Mund, der den Geschmack ausdrückt, ist am Zeigefinger fixiert und wird durch geschwungene, volle Lippen dargestellt. Die leicht gebogene Nase, den Geruchsinn symbolisierend, wird vom Mittelfinger getragen und hält selbst wiederum Auge und Ohr.
Das „Denkmal für die fünf Sinne“ wurde 1992 von Beatrix und Erich Matthees von der Firma Lechstadt Hausbau gekauft und dem Neuen Stadtmuseum gestiftet.
Aha :!: Muß man unbedingt wissen ... ;D
Lancelot am 28 Mär 2015 18:51:52
Hier gibt´s auch wieder Gassen und kleine Straßen, alte landwirtschaftliche Anwesen mit großen Häusern und Scheunen. Der Weg führt uns zum Bayerntor, das erst vor ca. 25 Jahren von dem Haus Wittelsbach und dem Land Bayern schön renoviert wurde. Tolles Gemäuer !
Die Befestigungen gehören zum wichtigsten Denkmalbestand der Landsberger Altstadt. Der Hauptturm wird durch farbige Architekturmalereien hervorgehoben, die man nach alten Befunden wiederhergestellt hat.
Das Bayertor zählt zu den Bauten, mit denen man den von München kommenden Reisenden beeindrucken wollte
Zwei jeweils mit Toren verschließbare Vorhöfe sind dem Hauptturm als starke Absicherung vorgelegt. Von den Zinnen des Turmes bietet sich ein lohnender Ausblick auf die Altstadt und das Lechtal bis hin zu den Alpen. Auf beiden Seiten des Bayertores sind die im Wechsel mit schmalen Schießscharten und -luken besetzten Stadtmauerzüge mit halbrund vorspringenden Schalentürmen gesichert.
Diese Bauweise ermöglichte den Landsbergern im Kriegsfall nach Erstürmung des 1. und 2. Tores durch den Rundumbalkon im 1. Stock, Bogenschützen aufzustellen und den Feind von 'oben herab' zu bekämpfen. Das 3. Tor verhinderte wiederum einen schnellen Durchbruch in die Stadt.
Lancelot am 28 Mär 2015 18:58:41
Wir laufen weiter den Rundgang zum alten Schloß über einen Stadtmauerturm, den Jungfernsprungturm. Der Name stammt aus der grausligen Zeit des 30-jährigen Krieges, man kann sich vorstellen, wie der zustande kam.
An der alten Stadtmauer entlang kommen wir zum Schloßberg, der am längsten besiedelte Teil von Landsberg. Hier wurden schon Steinzeitmenschen seßhaft und gründeten erste Siedlungen. Die ideale Lage für eine befestigte Örtlichkeit. Früher Burg, dann ein repräsentatives Schloß, jetzt eine Schule.
Um 1135 wurde eine Siedlung namens Phetine auf dem späteren Stadtgebiet Landsbergs urkundlich erwähnt, die aber noch kein Stadtrecht hatte. Herzog Heinrich der Löwe verlegte im Jahre 1158 die bedeutende Salzstraße auf eine südlichere Route, wobei er bei Phetine eine Brücke über den Lech bauen ließ. Zuvor führte die Salzstraße bei Kaufering mittels einer Furt über den Fluss. Zum Schutz dieser Brücke errichtete er unter Einbeziehung der Burg Phetine eine neue größere Anlage, genannt „Castrum Landespurch“. Die Burg war zum einen Vogtburg des Wessobrunner Klosters und zum anderen Schutz der Grenze zum Hochstift Augsburg.
Im Schutz dieser Burg entstand eine rasch wachsende Ansiedlung, die schon im 13. Jahrhundert das Stadtrecht erhielt und bald „Landesperch“ genannt wurde. Daraus entwickelte sich die heutige Stadt Landsberg am Lech.
Von dort oben hat man schöne Blicke überall hin
Der „Schmalzturm“, von oben gesehen. Als Zierde laufen Kleeblattfriese um den Turm; zusätzliche bunte Dachziegel, in den Stadtfarben gehalten, und ein Sturmglockenaufsatz geben der Wichtigkeit des Tores Ausdruck. Am Schmalzturm läuft die Stadtmauer weiter, an ihrer Außenseite angebaut sind die Anwesen der Schlosser. Somit war die Funktion der Mauer auch noch auf den Brandschutz ausgerichtet. Die Schlosser arbeiteten mit offenem Feuer (Gefahr einer Feuersbrunst) und waren aus diesem Grund immer an den Stadtrand oder außerhalb angesiedelt.
Lancelot am 28 Mär 2015 19:06:30
Weiter wieder runter in die Altstadt – in das Hexenviertel. Malerische alte Bausubstanz, kleine Gärtchen, ziemliche Steillagen. Der Rundgang endet am Hauptplatz.
Der Name Hexenviertel tauchte erst im 19. Jahrhundert auf, als Maler dieses romantische Viertel zum Motiv ihrer Bilder wählten. Eine rothaarige Malerin (rotes Haar stand für Hexe), die kurzzeitig hier wohnte, sei für diesen Namen verantwortlich. Im Mittelalter hingen hier die Gerber auf den Balkonen die Felle und Häute zum Trocknen auf. Dieses Handwerk zählte zum stinkenden Gewerbe, deshalb die Platzierung an den Stadtrand.
Nach dem Essen laufen wir noch runter zur Lechprommenade und trinken dort Espresso. Dabei betrachten wir auch das Lechwehr am Flößerplatz. Weiß schäumt das Wasser und tost richtig laut das Wehr runter. Daneben hat man eine Aufstiegshilfe für Flußbewohner gebaut, die sanft das Gefälle hinab mäandert. Sehr schön gemacht, ein Treffpunkt für sonnenhungrige Städter.
Vom Hauptplatz zur Stadtpfarrkirche
Marienbrunnen und Schmalzturm
Auf dem Rückweg zum Auto kaufen wir noch ein paar Kleinigkeiten – ja klar ist der Glashasi auch dabei. Zuhause rupfen wir die Stühle raus und setzen/legen uns ein wenig in die Sonne. Leider dauert das nicht lang, dann wird die Sonne schon schwächer und es wird frisch. Wir räumen auf und verziehen uns ins Auto – wohnen.
Lancelot am 28 Mär 2015 19:12:24
Heute ziehen wir weiter nach Memmingen, habe dazu im Netz eine sehr ansprechende Beschreibung gefunden, das wollen wir jetzt mal in natura sehen. Das Navi routet uns über die BAB dorthin, den SP am ehemaligen Gartenschaugelände finden wir auf Anhieb. Wir ziehen ein, allerdings führt eine städtische Schnellstraße genau am Platz vorbei. Ob das hier ruhig ist …?
Es sind nur 900 m Fußweg in die Altstadt, wir laufen los. Durch einen Stadtpark, an einem Bächlein geht´s malerisch durch alte Stadtbefestigungen. Eine tolle Wohnlage, gefällt uns richtig gut. Die Altstadt ist sehr sehenswert. Auch hier ist das Flüßchen, die Ach (ein Nebenfluß der Iller) ganz hübsch in die Bausubstanz mit integriert. Toll gemacht, warum das bei uns mit der Schutter nicht gehen soll .. ??
Auf den SP passen wir … knapp
Am ehemaligen Gartenschaugelände entlang…
… an übrigen Kunstobjekten vorbei …
… durch die Stadtmauer
… an der Ach entlang …
… in Richtung Altstadt-Zentrum.
Lancelot am 28 Mär 2015 19:15:44
( PAUSE ) 8)
iwoi am 28 Mär 2015 19:41:55
Klasse - toller, gut bebildedet Bericht. Ihr habt viel interessantes in den Städten gefunden. Würd mir auch gefallen.
Lancelot am 28 Mär 2015 20:27:56
Zunächst fallen wir mal in der TI am Rathaus ein und versorgen uns mit einem Stadtplan und Empfehlungen zur Besichtigung. Auch hier : leider noch keine Führungen verfügbar, zu früh in der Saison. Aber das angebotene Programm an Stadtführungen ist bemerkenswert umfangreich, da sollte eigentlich für jeglichen Gusto was dabei sein. Zu Mittag essen wir in der Blauen Traube, sehr anständige schwäbische Küche.
Wir drehen eine ausgiebige Runde auf dem „roten Pfad“, einer Empfehlung der Touri-Info. Dort sollten wir die meisten der Sehenswürdigkeiten und historischen Bauten streifen und daran vorbei kommen.
Prächtig, und direkt am Marktplatz
Das historische Rathaus
Ist das ein Zunftzeichen ?
Eine Horizontal-Mühle
Das Stadttheater, auf dem Vorplatz in der Sonne war´s warm genug zum draußen sitzen :gut:
Ein Stadtbrunnen war schon in Betrieb
Lancelot am 28 Mär 2015 20:35:50
Kunstwerke, einmal „alt“, einmal „modern“
Inmitten eines kleinen, grünen Flecks vor der Frauenkirche steht ein Brunnen, und der trägt als Brunnenfigur ein Einhorn. Der Brunnen wurde im Millenniumsjahr 2000 errichtet und ist ein Werk des Memminger Künstlers Helmut Ackermann. Am unteren Sockelrand steht ein Hinweis auf die Einhornjagd in der Frauenkirche.
Die Memminger Darstellung zeichnet darüber hinaus eine, wie es scheint, singuläre Besonderheit aus: Nicht das Einhorn selbst symbolisiert Christus, den Maria empfängt, sondern es fungiert nur noch schlicht als Tragetier zum Transport des Christkindes, das es auf seinem Rücken in den Schoss der Jungfrau trägt, wie Christopherus weiland das Christkind auf seiner Schulter trug. Spektakulär ist an dieser Einhornjagd nur noch, dass das geheimnisvolle, mythenumwitterte Einhorn als Lasttier für das Christkind fungiert. Damit ist das Einhorn zwar seiner Funktion als Christussymbol wieder beraubt, die einmal auf es übertragen wurde, aber als mythisches Symbol hat es seine Bedeutung behalten.
Aha ! Muß man wissen …
Teils schäumt der Kanal ordentlich
Fassadenskulptur, ganz schön aufwändig
Siebendächerhaus, eins der baulichen Wahrzeichen von Memmingen
Eine Kneipanlage im Stadtpark, öffentlich, kostenlos
Lancelot am 28 Mär 2015 20:41:37
Die Nacht war zwar ruhig, aber gegen morgens hat der nahe vorbeirauschende Verkehr doch gestört. Richtig gut konnten wir nicht schlafen. Heute packen wir die Zwergis aus und radeln ins Zentrum, zu laufen gibt´s sicher noch genug. Wir sehen uns einen anderen Altstadtteil an.
Noch einige Stadteindrücke von Kirchen und Toren
Natürlich haben die Fugger mal wieder den größten und prächtigsten Bau hingestellt, der im Laufe der Geschichte auch als Herberge für verschiedene Eroberer und Eindringlinge dienen mußte
Lancelot am 28 Mär 2015 20:44:25
Nach dem Mittagessen scheint die Sonne richtig kräftig, müde sind wir auch. Also radeln wir zeitig zurück und wollen noch ein wenig in der Sonne sitzen. Auf einer Parkbank nahe am SP machen wir´s uns grade gemütlich … da zieht doch tatsächlich eine Wolkenwand auf – ist ja wieder typisch ! Die Wolken sind ziemlich hartnäckig… :(
Was soll´s also – einpacken die Räder, wir machen uns fahrfertig und ziehen weiter nach Illertissen zur Staudengärtnerei Gaissmeier. Dort wollte Evi schon lang mal wieder hin, sie hofft auch ein paar Pflanzen erstehen zu können. Eine ziemliche Enttäuschung, der Platz sieht noch sehr nach Winterruhe aus, - obwohl schon geöffnet - von den Pflanzen ist außer den trockenen Stengeln wenig zu sehen, die Auswahl auch sehr überschaubar. Da sind wir rasch durch …
Eigentlich hatte ich dort auf dem Parkplatz auch geplant zu übernachten, aber da ist wirklich NIX ! Neuer Plan, wir ziehen noch um nach Günzburg. Dort gibt´s einen sehr ruhig beschriebenen SP „Am Waldbad“ – das klingt gut! Außer einem Zug alle paar Stunden stört hier unsere Nachtruhe nichts – sehr schön !
Lancelot am 28 Mär 2015 20:51:33
Günzburg ist eine römische Gründung (Castel Gontia) und liegt verkehrsgünstig zwischen Ulm und Augsburg und sicherte einen Donauübergang. Dadurch war stets Handel eine wesentliche Einnahmequelle. Durch Erbschaft und Heirat fiel das Städtchen an die österreichischen Habsburger, die in Süddeutschland weitgestreuten Territorialbesitz als österreichisches Vorland für 500 Jahre ( :!: ) beherrschten.
Diese erkannten und nutzen die strategisch gute Lage und bauten Günzburg zu einem befestigten Handelspunkt aus. Die Zolleinnahmen sollen reichlich geflossen sein. Jedenfalls sind sehr schön restaurierte Bauten aus dieser Zeit zu besichtigen.
Besonders viel ist nicht mehr zu sehen vom Castell Gontia
Das untere Tor – der Zugang zur Altstadt
Man sieht schon, daß hier mal ordentlich Geld verdient wurde. Heute besuchen 1,3 Mio Touris p.a. das Legoland, etliche davon wohl auch die Stadtgeschäfte
An den Marktständen gab´s ersten Spargel
Ganz breite und offene Hauptstraße
Lancelot am 28 Mär 2015 20:55:09
Besonders beeindruckend und prächtig ist die Liebfrauenkirche des Dombaumeisters Domenikus Zimmermann, der später auch die weltbekannte Wieskirche baute.
In Ausbildung, Bemalung und Verzierungen könnte es auch eine Asamkirche sein.
Lancelot am 28 Mär 2015 20:59:18
Heute ist Günzburg wohl auch durch das nahe Legoland bekannt geworden. Immerhin sind das > 1,3 Mio Besucher im Jahr, die bestimmt auch einiges an Umsatz in den Geschäften des Städtchens verursachen. Sieht man auch – alles sehr ansprechend und auch top gepflegt.
Gleich neben der Liebfrauenkirche das alte Kloster der Franziskanerinnen, heute Schule
Janusz Korczak, polnisch-jüdischer Pädagoge und Leiter eines Warschauer Waisenhauses, ging zusammen mit seinen Zöglingen im Vernichtungslager Treblinka in den Tod. Die Figurengruppe („Korczak und die Kinder“) stammt von dem in Israel lebenden Künstler Itzchak Belfer, der selbst Zögling in Korczaks Waisenhaus war.
Ein Schweinchenbrunnen : die „Suckla“ glänzen von vielen streicheln …
Zu Mittag essen wir in der „Alten Münz“ am Marktplatz reichlich und gut. Ein schöner Kurzbesuch in Günzburg, könnte man mal wieder kommen.
Von hier aus geht´s nach Hause, gegen halb vier kommen wir heim.
abba am 28 Mär 2015 21:20:08
Schöner Bericht und klasse Fotos. Danke für das Mitnehmen! :top:
macagi am 28 Mär 2015 21:26:16
Schöner Bericht. Den SP in Augsburg haben wir schonmal verschmäht, und in Friedberg bei der Wallfahrtskirche übernachtet.schön ruhig.
frankjasper8 am 28 Mär 2015 21:56:41
Wolfgang, da hat aber die Kamera ganz schön geglüht, oder? Das war ja fast ein Photomaraton. :) Ich hatte das Gefühl, als wäre ich live bei Euch dabei gewesen. Super gemacht! Dankeschööön!
In Günzburg auf dem Platz am Waldbad war ich auch schon mal, mir war`s allerdings da zu einsam und ich bin nach Ulm weiter gefahren.
Aretousa am 28 Mär 2015 23:21:13
Wolfgang, du hast einen sehr beeindruckenden, informativen Bericht geschrieben. Die Bilder sind wunderschön. Und nun haben wir die Qual der Wahl, welchen der Orte wir nächste Woche auf unsrer Fahrt in den Süden besuchen. -Augsburg, da standen wir mal 2 Stunden in strömendem Regen auf dem Stellplatz, keine Chance halbwegs trocken in den Ort zu kommen. Und zum Übernachten lud der Platz auch nicht ein, also sind wir weitergefahren.
– Landsberg, du solltest dich bei der Touristinfo bewerben. Ob je jemand so beeindruckend Werbung für den Ort gemacht hat? Da wollen wir jetzt auf jeden Fall hin.
– Memmingen – sieht auch gut aus, mal schauen
und Günzburg .......ein Ort schöner als der andere. Danke!!!
bonjourelfie am 28 Mär 2015 23:57:08
Hallo,
ich lese gerade in Spanien deinen wirklich sehr schönen Reisebericht. Da krieg ich richtig Heimweh, Günzburg ist ja von uns in Fahrradnähe zu erreichen. Nächstes Mal noch Dillingen mitnehmen, ist auch recht hübsch. Vielen Dank, das macht das Heimfahren leichter.
LGElfie
soletti1 am 29 Mär 2015 00:59:41
Danke Wolfgang für die Mühe und die schönen Fotos, da hattet ihr ja voll zu tun mit fotografieren und besichtigen :D
Landsberg waren wir ja auch schon aber nur für einen kurzen Besuch und den oberen Teil haben wir leider nicht gesehen, tolles Städtchen.
silent1 am 29 Mär 2015 07:12:42
Lena hat es auf den Punk gebracht. Dem schließe ich mich voll umfänglich an. Toll! Herzlichen Dank Wolfgang.
wolfherm am 29 Mär 2015 08:32:38
Schöner Bericht mit selbstgemachten Fotos... :D
Danke dafür.
Gast am 29 Mär 2015 08:36:26
Sehr schöner Bericht über einen weissen Fleck auf meiner Landkarte! Über 25 Jahre in Franken gelebt und nie dort gewesen. :oops:
Was ich vermisst habe....
....Bilder vom gedruckten Essen! :D :lach:
Acki am 29 Mär 2015 08:51:18
Da bekommt man schon wieder "Heimweh" nach dem schönen Bayern! :top:
Aretousa hat geschrieben: Und nun haben wir die Qual der Wahl, welchen der Orte wir nächste Woche auf unsrer Fahrt in den Süden besuchen.
Echt schwierig :D - Augsburg ist der prächtigste - haben aber noch kein Fünftel davon gesehen - Landsberg war (mir) der sympathischte - Memmingen der "grünste" - Günzburg, der überraschendste (hätte ich nicht vermutet, so schön/nett)
Jetzt wähle ... :lol:
Bayerisch-Schwaben war halt Jahrhunderte lang eine ziemlich "reiche Gegend". Durch Handel mit Salz und Tuch war scheinbar schon "richtig Asche" verdient (Fugger !), insofern gibt´s da prächtige Orte/Bauten und reichlich was zu besichtigen.
kurt2 am 29 Mär 2015 12:29:14
Hallo Lance, ich darf mich anschließen: Sehr schöner und reichlich bebilderter Bericht. Danke.
Für all diejenigen die die Gegend mal besuchen möchten und etwas mehr Zeit haben ein Tipp: Gleich noch die anschließende Region "Oberschwaben" besuchen. Lohn echt! --> Link
Gast am 29 Mär 2015 12:34:47
Es ist immer wieder überraschend und spannend, was es in der näheren Heimat so zu entdecken gibt.
Sehr guter Bericht und viele gute Bilder. Danke. :) :) :)
vg gerald
Säcker am 29 Mär 2015 12:37:33
Hallo Wolfgang, vielen Dank für die Bilder und die tolle Beschreibung. Wir werden auf jeden Fall einiges davon auf unserer Tour nach Italien mitnehmen. Lena hat es ja schon geschrieben.
ottomar am 29 Mär 2015 12:39:09
Hallo Wolfgang,
vielen Dank für den informativen und animierenden Bericht, der wieder einmal verdeutlicht, dass ich immer noch zu schnell unterwegs bin - z.B. an dem wundervollen Landsberg vorbei.
heidchen am 29 Mär 2015 12:48:52
Auch von mir herzlichen Dank für den informativen Bericht, die tollen Bilder und jede Menge Anregungen für eine Tour in dieser Region. :daumen2:
sidec am 29 Mär 2015 13:08:02
Toller Bericht, rundum gelungen, danke!
Zwar wohne ich jetzt 30 Jahre in Bayern, aber wie es so ist, man hat nie die Zeit, sich in der Umgebung umzugucken, bzw. nimmt man sich die Zeit nicht. Das wird sich nun ändern!
Discooooo am 29 Mär 2015 13:22:07
Ich empfehle in Augsburg dringend einen Besuch des Stadtmarktes und der angeschlossenen Markthallen - tolles Feeling und tolles Essen! :)