oilygolf am 21 Jul 2015 07:42:57
Gerade gestern habe ich eine interessante Erfahrung mit einer mittelfränkischen Versicherung und ihrem unter WoMo Fahrern sehr populären Makler gemacht (genaueres per pm).
Ich fahre seit 1972 Auto. Bis 2012 ist nie ein Schaden – weder Haftpflicht noch Kasko- von einer Versicherung reguliert worden.
Für die Versicherung unserer Wohnmobils auf zwei großen Reisen nach Asien, sind wir 2012 zur jetzigen Versicherung gewechselt, weil nur die
eine Deckungserweiterung für diese Weltgegend anbietet.
Zwei Tage vor der ersten Abreise ist ein kleiner Haftpflichtschaden (1500€) aufgetreten, den ich zunächst von der Versicherung habe regulieren lassen, weil ich mich um die Regulierung auf Reisen nicht selbst kümmern wollte und konnte. Wenig später habe ich den Schaden „zurückgekauft“ um den Schadensfreiheitsrabatt zu schonen.
Auf der ersten Reise (2012) habe ich mir einen 5000€ Kaskoschaden eingefangen und nach Reparaturfreigabe durch einen von der
Versicherung benannten Gutachter beim Aufbauhersteller habe reparieren lassen.
Auch die zweite Reise (2015) war leider nicht schadensfrei und das WoMo steht beim Hersteller zu einer größeren Reparatur (15000€).
Bei der Rückverschiffung von der zweiten Reise war das Auto ausgeräubert und beschädigt (die Fahrer zu und von den RoRo-Schiffen hatten die Suchleuchten angemacht und angelassen), u.a. waren die Batterien kaputt. Um das Auto zu fahren rief ich über den Schutzbrief der gleichen Versicherung einen Starthelfer. Das war die erste Inanspruchnahme des Schutzbriefes.
Zudem haben wir bei der Inhaltsversicherung der gleichen Versicherung den Rest des Diebstahlsschadens angemeldet, den die Versicherung der Reederei nicht übernommen hat (knapp 1000€). Das war die erste Inanspruchnahme der Inhaltsversicherung.
Und dann habe ich einen Fehler gemacht. Zum einen, weil wir zumeist im Ausland leben und b.a.w. keine weiteren größeren Reisen vorhaben, habe ich das Fahrzeug auf Saisonkennzeichen umgemeldet -nicht nur, aber natürlich auch um den Prämienanstieg durch den neuen Schaden abzumildern.
Gestern nun rief mich der Makler an - auch zum ersten Mal. Sehr freundlich erklärte er, er (!) müsse seinen Bestand sauberhalten und da würde ich mit meinen fünf (!) Schäden eher stören. In seiner Betrachtung - und vielleicht auch der der Versicherung - hätte ich 5 Schäden in kurzer Zeit gehabt. Daß ich einen der Schäden zurückgekauft habe spiele dabei keine Rolle. Auch mein Hinweis, ich hätte die Sachbearbeiterin der Inhaltsversicherung ausdrücklich gefragt, ob mir die Anmeldung des Schadens schaden könne und sie verneint habe, half wenig. Er präsentierte seine "Warnung" fast als Freundschaftsdienst "woanders erhalten sie aus blauem Himmel eine Kündigung".
Im Ergebnis: Er müsse mir eine "dunkelgelbe" Karte zeigen. Wenn in absehbarer Zeit etwas passiere, bekäme ich wohl eine Kündigung.
"Was lernt mich das"?
Wenn es dumm läuft, ist es vielleicht unklug, die verschiedenen Versicherungssparten Haftpflicht", "Kasko", "Schutzbrief" und "Inhaltsversicherung" bei derselben Versicherung zu haben. Die rechnen nämlich die Schadensfälle zusammen. Auch die, die wegen "Rückkauf" z.B. für den Schadensfreiheitsrabatt gar nicht wirksam sind.
Und es ist wohl nicht klug, nach einem Schaden auf Saisonkennzeichen umzusteigen. Das verärgert Makler und Versicherung weil es die Prämie natürlich vermindert.
Ich werde sehr überlegen müssen, eine andere Versicherung zu suchen. Wenn man nämlich erstmal gekündigt ist, wird der Zugang zu einer neuen Versicherung schwer.
Vielleicht hilft diese Erfahrung beim Überlegen