hier kommt ein kleiner Reise- und Erfahrungsbericht von uns:
Am Anfang stand die Idee:
Wir sind sehr spontane Urlaubsplaner und haben uns somit erst einige Tage vor Reisebeginn für den freecamper interessiert.
Großes Lob für die spontane Organisation inkl. Berücksichtigung unserer Sonderwünsche!!! Mit den Lern- und Infounterlagen kommen wir gut klar - die Knoten lernen wir vor Ort.
Am Anfang steht die Entschleunigung:
Das Aus- und Einchecken und die Einschulung benötigen einige Zeit - Hier wird sehr sorgfältig gearbeitet :o). Die gefürchtete Prüfung ist halb so wild. Ins Schwitzen kommt unser Kapitän inkl. Crew aber nur wegen der Hitze ...
Jetzt geht's los:
Erste Übungen auf der Havel Richtung steuerbord und wieder retour zum Museumshafen.
Wir Familienmatrosen vertrauen unserem Kapitän noch nicht wirklich - und er selbst sich wohl auch nicht ... Zitat Kapitän: "Mich wundert, dass die mich jetzt schon auf die anderen loslassen ...!"
Vorbei an wunderschöner Landschaft, inkl. Otter und zahlreichen Wasservögeln shippern wir der Havel entlang. Wohin ist uns absolut unklar ... Die Wasserkarte gibt uns Rätsel auf bis Achternmatrose Mama das Rätsel löst und uns bis zur Schleuse Kannenburg navigiert. Trotz eigentlich längerer Öffnungszeiten ist die Schleuse bereits geschlossen - zu unserem Glück, denn dieser Übernachtungsplatz ist wirklich toll! Seitwärts "parken" funktioniert bereits halbwegs und die Matrosen werden immer besser. Danke an den Schleusenwart für den tollen Tipp: Das Gasthaus mit den Tieren ist wirklich toll - besonders für unsere Jüngste. Zum Boot retour kommen wir nicht mehr durch die Tür sondern müssen drüber klettern, weil zugesperrt ... an Bord plagen uns die Mücken - Licht aus und gute Nacht!
Tag 2:
Top ausgeschlafen wartet die erste Schleuse! Juhu! (Was wir noch nicht wissen: Es ist die einzige nicht-automatische Schleuse mit Schrägwand und für uns die Schwierigste ....). Mit Tipps vom Schleusenwart und windstillem Wetter klappt alles wie am Schnürchen - einfahren, anlegen und los geht's. Wir lernen das Wort "Achternmatrose" und alles zum Thema Vorsichtsmaßnahmen inkl. Finger- und Gelenksschutz. Danach wird im See geankert und gebadet. Herrlich! Weiter geht's in Richtung Templin. 2 blinde Passagiere kommen zu uns an Bord - sehr netter Papa mit Sohn Richard aus Berlin begleiten uns bis zur Schleuse (Danke für das Foto!) - die Schleuse ist automatisch und sehr einfach zu bedienen - einfahren, zweimal Hebel betätigen, schleusen, ausfahren - die Brücke vor Templin macht uns noch ein wenig Angst - wegen der Höhe - Dachfenstermatrose Sarah checkt die Lage - wir passen durch - immerhin sind wir 3,40 Meter hoch ... wir legen im Vorstadthafen an - besichtigen die tolle Stadt inkl. Mauer, Kirche und lustigem Spinnweben-Museum im Turm. Dank der netten Hafenmeisterin dürfen wir noch zum See fahren, baden und Kanu fahren und zum Nächtigen wieder zurück kommen. Der Platz bleibt reserviert und die Tagesgebühr wird gegenverrechnet. Alle sind superfreundlich!!!! Kapitän Papa hat dank seiner inzwischen recht guten Fahrkünsten auch den brummigen Hafenmeister freundlich gestimmt!!! Der Achternmatrose Mama ist ziemlich begriffsstutzig, aber das klappt auch irgendwann ... Wetter untertags sommerlich, ab 16 Uhr kommt Wind auf. Wir haben bedenken w/der Windstärke. Wieviel sind eigentlich 4 Beaufort?
Tag 3:
Wieder top ausgeschlafen gibt's die bestellten Brötchen von der netten Hafenmeisterin, Sanitär ist super sauber - haben wir zwar am WOMO, ist aber geräumiger ... Wetter windig, aber okay - lt. Tabelle irgendwo zwischen 3 und 4 ...???
Heutige Route: Retour via Schleuse Kanneburg und dann die Obere Havelstraße entlang bis nach Bredereiche inkl. 8 Schleusen. Kapitän Papa tankt nach, Tank voll, ready to ship. Schleuse Templin ein Klacks, Seeüberquerung ziemlich windig (Achternmatrose Mama hat "Windangst"), Kindermatrosen lassen sich im Kanu nachziehen. Stimmung hervorragend. Schleuse Kanneburg bereitet uns Schwierigkeiten: 1. Fehler: Wir fahren zur Schleuse trotz geschlossenen Toren. 2. Fehler: Wind. Kapitän Papa kann nicht mehr wirklich manövrieren und wir müssen retour zum See und nochmals einfahren und anlegen. Dann heißt es warten. So lange kein Schiff entgegenkommt, wird nicht geschleust. Nach ca. 30 Minuten erbarmt sich der Schleusenwart und füllt die Schleuse für uns. Die Obere Havelstraße ist sehr idyllisch, Schleusen fast Routine, ABER Benzinanzeige nicht wirklich aussagekräftig. Knapp vor Bredereiche kehren wir um - holen noch Ziegenmilcheis beim Bauern an der Schleuse und gondeln retour. An der letzten Schleuse angekommen, beschließen wir trotz fortgeschrittener Zeit noch bis nach Burgwall zu fahren, damit wir morgen (letzter Tag) nicht schon um 5 Uhr aufstehen müssen. Diese Entscheidung bringt Kapitän Papa ca. 30 Minuten später ins Schwitzen, da die Dunkelheit zu rasch hereinbricht. Burgwall schaffen wir nicht mehr - die Wentower Schleuse ist unsere Rettung. Direkt vor den Arbeitsschiffen wird angelegt. Puuh! Das war knapp! Und knapp wird es wohl auch mit dem Benzin ... Hoffentlich kommen wir an!!! Zehdenik schaffen wir nicht mehr. Macht nichts - wir haben schon 10 Schleusen hinter uns und die Zugbrücke schauen wir uns vom Festland aus an.
Letzter Tag:
Wunderschöne Frühmorgenstimmung inkl. Wasserdampf - das Wasser ist wärmer als die Luft - schaut toll aus! Während die Kindermatrosen schlafen, shippern wir retour zum Heimathafen. Auch hier empfängt uns eine nette Hafenmeisterin. Fäkalienentsorgung (EUR 10,-) erfolgt "geruchsfrei" und vollautomatisch mit Absaugschlauch, anlegen direkt am Freecamper-Anleger inzwischen no Problem ... Nach dem leckeren Frühstück an Bord (dank Brötchenservice am Alten Hafen) machen wir uns startklar. Um 9:30 Uhr treffen wir alle Vorkehrungen zum ausparken mit dem netten Herrn vom Freecamper. Benzinvorrat: ca. 35 Tropfen. Wir wiegen nochmal ab, zahlen EUR 70,-, bekommen die Kaution retour - KEINE Schäden! (Es wundert uns immer noch, dass unser Kapitän diesen Crashkurs so toll gemeistert hat ...) Ein letztes Schiffumparken und WOMO ahoi bzw. bergheil wie wir Tiroler sagen.
Zusammenfassend hier unsere Eindrücke:
Käptens Schwierigkeiten:
TankanzeigeEmoji
Seemannsprache Emoji
Wind/Wetter - wir haben als "Ausländer" kein Internet oder Radio an Bord, Hafenmeister geben auch nicht konkret Auskunft ...
Manövrieren bei Wind ibs. bei Schleusen - ziemlich schwerfälliges "Floss"
Hafen-/Schleusenpersonal machten uns hektisch ;o))) Wann darf man einfahren? (wenn das Tor offen ist - davor parken und warten - eh logisch!)
Was bedeutet das Verkehrszeichen "+" ???
Unsere Ideen:
Plastikumrandung war bei Übernahme von Vorgängercrew beschädigt - ev. stabile bzw. Luftpolsterumrandung/-ecken?
Benzinanzeige reperabel?
Hinweis bzgl. Tankstellen bei Einweisung (es gibt ja nicht so viele ...)
Unsere Highlights:
SUPER IDEE - FreeWATÜÜT beschreibt die Idee absolut genial!!!! - kein Umpacken, eigenes Reich ...
Fauna und Flora (Seerosen, Biber, Otter, Rehe, Schwäne, Reiher, tolle Seen etc.)
Land und Leute (sehr, sehr freundlich, aber nie aufdringlich)
Schleusen inkl. Adrenalinschüben - Team Familie funktioniert - wäre was für Firmencoachings Emoji
super sicher an Bord (auch für 6-Jährige)
Motor mit 60 PS super!


