wir haben die erste Fernreise mit dem Wohnmobil gemacht. Es war schön, trotz einiger Pannen.
Am 25.08.2015 sollte es losgehen. Wir packten vor Aufregung viel zu früh und Sonntag den 23.08. waren wir fertig, das Wohnmobil stand reisefertig vor der Tür. Abends gegen 19:00 Uhr fragte meine Frau vorsichtig; worauf warten? So prüften wir schnell noch einmal ob alles dabei war und starteten gegen 20:00 Uhr. Nach meinen Berechnungen sollten wir den Elbtunnel vor 22:00 Uhr passieren können, so das noch keine LKW´s unterwegs sind. Das haben wir auch geschafft. Der erste Rastplatz nach der A261 wurde unser Schlafplatz. Trotz Lärm der Autobahn schliefen wir einigermaßen gut. Am Morgen, nach dem Frühstück, gings dann über die A1 Richtung Süden. Eigentlich sollte in Höhe Münster unser erster Stellplatz mit Übernachtung sein, aber das war durch die ungplante Abreise jetzt nicht mehr realisierbar.
So fuhren wir bis an die Mosel und suchten den Stellplatz Ensch auf. Den Platz hatte ich wegen der Nähe zu Luxemburg ausgesucht. Er kostet 6 € und lies bei trüben, regnerischem Wetter keine rechte Urlaubsstimmung aufkommen. Geplant war, mehrere Tage an der Mosel zu verbringen. Da es aber lausigkalt war, starteten wir am nächsten Morgen Richtung Trier, ließen den Gasvorrat auffüllen und ab nach Luxemburg. In Wassersleben tankten wir voll für 97 Cent / L. und ehe wir uns versahen waren wir schon in Frankreich. Ein wohliges Gefühl machte sich breit.
Den Stellplatz Langres erreichten wir am frühen Nachmittag und es waren einige Plätze frei. Man steht dort sehr eng aber dafür kostenlos. Bereits bei der Anfahrt sieht man die alten Befestigungsmauern und ich freute mich schon auf die Stadtbesichtigung. --> Link
Leider war gerade Kirmes was so gar nicht zum Flair der alten Stadt passt.
Auf dem Stellplatz kamen wir ins Gespräch mit einem französischen Ehepaar. Wir sprachen unter anderem über die Mautgebühren und er meinte, ich solle an jeder Mautstelle auf die Einstufun in Gruppe 2 bestehen, das würde problemlos funktionieren. Ich habe dann an jeder Mautstelle gefeilscht und wurde 2x in Gruppe 3 und einmal in Gruppe 2 eingestuft. Gruppe 2 habe ich am personalbesetzten Schalter geschafft. Mein Parkausweis für Schwerbehinderte brachte diesen Erfolg. Die Abfertigungen am Automaten mit Ruftaste waren Erfolglos. Mein Womo ist 3,09 Meter hoch und die 9 cm über 3m machen die Höhergruppierung aus.
Kurz vor Lyon dann der erste große Schreck. Im Rückspiegel sehe ich, das der hintere Radkasten ca 10 cm vom Aufbau absteht umd im Fahrtwind flattert. Oh Schreck. Ich hielt in der nächsten Nothaltebucht und sah mir den Schaden an. Der ganze Radkasten hing nur noch an 2 Schrauben auf der Unterseite. Oben sollte das Plastikteil eigentlich in 3 Plastikhaltern festsitzen doch die waren alle 3 abgebrochen. Einwandfrei Materialermüdung nach nur 8 Jahren. Etwas ratlos grübelte ich nach was man machen könnte. Das ganze Ding abschrauben scheiterte am Werkzeug. Ich hatte zwar den passenden Bit dabei, die Schrauben saßen aber zu fest und ich wollte sie auch nicht vernudeln. Hätte ich doch nur das Panzerband eingesteckt. Dann kam mir die Idee das Pflaster aus dem Verbandspack zu benutzen und das brachte Erfolg. Wir konnten weiterfahren.
Wir passierten Lyon ohne Stau. Das hatten wir auch schon anders erlebt als wir 2011 noch mit Wohnwagen diese Strecke befuhren. Hinter Lyon konnten wir wieder Gas geben und es gab den nächsten Schrecken. Es schepperte und knallte heftig. Für mich klang das als ob im Schrank ein Einlegeboden runtergekracht wäre und meine Frau hatte Angst es wäre uns jemand reingefahren. Es war aber draußen alles ok, kein Fahrzeug nah genug. Anhalten ging gerade nicht und so suchte meine Frau während dr Fahrt hinten in den Schränken nach der Ursache. Auf dem Rückweg nach vorne dann ein Aufschrei, wir haben im Alkoven keine Dachhaube mehr.
Nächster Pakplatz raus und nachgesehen. Das Mega sch.... Billigteil hat sich verabschiedet. Hätte ich das Teil doch bloß schon vorher rausgeschmissen als die Innenrollos sich verabschiedet haben. Hätte wäre wenn brachte uns aber auch nicht weiter und so nutzten wir das schöne Sommerwetter um oben ohne zum Ziel zu gelangen. Wir hatten noch ungefähr 180 km bis zum Camping de la Sabliere. Dort würde man uns bestimmt weiterhelfen können.
Am Campingplatz dann die Erleichterung. An der Rezeption ein Deutscher der uns gleich einen Campingartikelladen in der Nähe nennen konnte. Er lieh uns auch Klebeband und wir konnten das 40x40 cm Loch mit einem Müllsack für die Nacht abdichten. Es blieb zum Glück regenfrei.
Am Morgen fuhren wir dann gleich nach dem Frühstück die 40 km zum Shop. Dort arbeitete eine nette Französin die uns sehr freundlich in übersprudelndem französich die Hauben erklären wollte. Mit Händen, Füßen, Papier und Stift kamen wir dann zueinander. Es gab nur eine einzige passende Haube. Ein echtes Mistding für 98 Euro. Ob das Teil überhaupt für Wohnmobile geeignet ist lies sich nicht ergründen da keine Verpackung und keine Beschreibung dabei war. Nicht mal die Schrauben lagen bei, aber ich hatte noch die Alten. So kauften wir aus der Not heraus diese maßlos überteuerte Dachhaube. Sikaflex hatte ich dabei und so machte ich mich am Nachmittag an den Einbau. Ich hatte darauf gehofft am Campingplatz eine Leiter zu bekommen. Das stellte sich als Irtum heraus. Ich kam nicht aufs Dach.
Meine Frau passte aber durch die Luke und so arbeiteten wir uns von innen daran.

Nach dem Entfernen des Rahmens passte ich auch durch das Loch und konnte die Klebereste entfernen und alles reinigen für den Neueinbau. Davon gibts auch Bilder aber wir waren auf einem ?Platz, das möchte ich Euch nicht zumuten. :)
Auf jeden Fall sorgte ich für Unterhaltung, so nackt auf dem Womo beim Arbeiten. Nach einer guten Stunde war die Haube montiert. Jetzt stellte sich endlich Entspannung ein. Wir saßen bei 32°C in unseren Stühlen und brutzelten auf dem Grill unser Abendessen. Dabei sinierten wir über unseren ersten Wohnmobilkauf und waren uns einig. Für ein 2007er Modell geht eindeutig zu viel kaputt.
Die nächsten 4 Tage gammelten wir in der Schönheit der Region und ich lümmelte mich zwischen Hängmatte, Liegestuhl und Womo herum. Die Gegend ist einfach traumhaft schön.


Nach 4 Tagen wurde unsere Beaglehündin Elyssa von einem nicht angeleinten Boxer angefallen. Zum Glück gab es keine sichtbaren Verletzungen aber von da an verbellte sie jeden Hund der an unserem Stellplatz vorbeikam. Das nervte so sehr das wir uns auf dem Gelände einen Platz in der hintersten Ecke suchen mussten. Doch auch dort kamen ständig Hunde vorbei so das wir nach 8 Tagen frustriert und entnervt aufgaben. Eigenlich wollte 3 Wochen dort bleiben und relaxen aber das war nun nicht mehr möglich. Es gibt leider immer wieder Leute die sich der Leinenpflicht wiedersetzen. Ihr Hund tut nichts, das hat er noch nie gemacht bla bla bla. Wir fuhren ab.
An die Côte d’Azur wollten wir nicht da wir am Meer wohnen und uns das nicht mehr reizt. So entschlossen wir uns, Richtung Norden nach Le Mont Saint Michele zu fahren. Einmal 1000 km quer durch Frankreich ohne Mautgebühren. Und es hat sich gelohnt. Zwischen den gefühlten 10.897 Kreisverkehren eine unglaublich schöne Landschaft die man auf der Autobahn nicht zu sehen bekommt.



Vor diesem Einspurien Felsdurchlass der mit Ampeln den Gegenverkehr steuert, stand ein Schilg: Durchfahrtshöe 3,10 Meter. Zum Glück ist unser Womo nur 3,09 Meter hoch. 1 cm Luft sollte reichen. :D
Meine Frau hatte weiche Knie. Ich dachte mir aber, die haben schon etwas Karrenz eingebaut so das 3,10 Meter hohe Fahrzeuge dadurch passen. Und wie man Dachhauben wechselt wusste ich nun ja auch. :lol:
Aber Spaß beiseite, es hat problemlos gepasst, wir konnte zügig da durchfahren.
In La Chapelle-Laurent haben wir den kostenlosen Stellplatz mit V/E zum übernachten benutzt. Die Fahrt dahin führt durch die Rhône-Alpes. Man durchfährt unzählige Täler und Gipfel bis 1400 Meter Höhe.

Bei Mont Saint Michel war unser Ziel der nahe gelegene Ort Mont de Huisnes. Da wir mit Hund nicht auf den Klosterfelsen wollten hatte ich mir den Besuch des Soldatenfriedhofs in Mont de Huisnes vorgenommen. Hier liegt mein Opa, der im 2. Welkrieg in Frankreich gefallen ist. Zuletzt war ich 1977 hier mit meiner Mutter. Damals war ich ein Teenager und die Bedeutung diese Platzes ging an mir vorbei. Heute hat mich der Besuch emotional tief berührt. Hier liegen knapp 20.000 Soldaten die aus verschiedenen Regionen Frankreichs 1963 hier gemeinsam ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.
Mich hat gewundert das dieser Ort von Franzosen aufgesucht wird da es sich um einen deutschen Soldatenfriedhof handelt. Wir waren das einzige deutsche Fahrzeug auf dem Parkplatz.




Blick vom Friedhof Richtung Mont Saint Michel.
Unser weitere Plan war die Übernachtung in Avranches. Leider war der Stellplatz dort voll besetzt und wir fuhren weiter nach Saint Pair Sur Mer. Hier kostet der Stellplatz 7 Euro die Nacht und wir blieben 2 Tage um die 1000 km durch Frankreich zu verdauen. Der Stellpletz liegt nah am Meer und am Ortskern. Man muss mit Kreditkarte am Automaten ein Ticket ziehen. Meine ADAC Visacard wurde akzeptiert.
Der Ort ist sehr schön und Sonntags waren sogar die Geschäfte geöffnet. Ein gut sortierter Supermarkt ist gleich neben dem Stellplatz.



Von Saint Pair Sur Mer wollten wir eigentlich hoch nach Belgien. Aber die Beschreibung im ADAC Stellplatzführer (2011) war dermaßen ernüchternd das wir beschlossen uns an der nördlichen Grenze Richtung Luxemburg entlang zu hangeln. Dieses Stück Frankreich war aber sehr nüchtern und wenig reizvoll. Es gab kaum Stellplätze und wir fuhren einige Campingplätze an die uns aber alle nicht zusagten. So landeten wir nach ewiger Fahrzeit doch in Belgien und dachten uns, das wir es jetzt auch noch bis Deutschland schaffen um dort einen Stellplatz zu suchen da wir dort auch wieder mit unserem W-Lan Router ins Internet können. Die Strecke ging aber über Liege (Lüttich) und wir kamen in die Dunkelheit. Bei Aachen übernachteten wir auf dem ersten Rastplatz an der Autobahn, gleich vor der Raststädte da uns das sicherer erschien. Es ist schön wenn man mit mit dem Womo noch auf die PKW Parkplätze passt.
Am nächsten Morgen steckte uns der Vortag mächtig in den Knochen. Deswegen beschlossen wir auf einem Stellplatz einen Ruhetag einzulegen. Bis Goch fuhren wir noch. Auf dem Stellplatz zahlten wir 5 Euro am Automaten und vergammelten den Tag. V/E vorbildlich.
Frisch ausgeruht gings tags darauf nach Winterswijk (NL) zu Obelink. Dort erstand ich für 78 Euro eine Mini Heki Plus Dachhaube die demnächst das schrottige Ding aus Frankreich ersetzen soll. Ein Tag bei Obelink macht immer wieder Spaß, ähnlich wie bei Ikea.
Da wir viel früher als vorgesehen zurück in Deutschland waren, beschlossen wir Ostfriesland zu durchfahren. Leer war sehr schön, eine riesige Fußgängerzone. Von Leer gings nach Emden. Der Stellplatz mit V/E am Meer entpuppte sich als Parkplatz ohne V/E inmitten von Industrie. So fuhren wir weiter bis nach Wischhafen an der Elbe. Am Morgen wollten wir die Fähre nehmen und die Nacht noch auf dem Stellplatz verbringen. Leider wurde der Stellplatz vom Hundverein mißbraucht. Dort standen die Anhänger mit Hunden drin und kläfften ununterbrochen. Gegen 22:30 bin ich dann mal hingegangen und habe freundlich um Nachtruhe gebeten. Da war aber nichts zu machen, die sagten mir frech, dass das mein Problem sei. So mussten wir in der Nacht noch einmal losfahren und fanden einen anderen Schlafplatz.
Morgens nahmen wir dann die Fähre nach Glückstadt und erreichten unser Zuhause nach 4200 aufregenden, spannenden und schönen km.


