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Mit dem Dickschiff nach Island?


willi_chic am 01 Okt 2015 17:04:51

Aber ja! Wir haben uns dieses Abenteuer mit unserem 7-Tonner für 6 Wochen gegönnt, haben rund 3000 km zurückgelegt. Und das machte nur Appetit auf mehr

Weil wir kein weiteres Dickschiff gesehen haben, an dieser Stelle einige praktische Hinweise

Buchung Fähre
wir haben fast ein Jahr vorher per Email bei Smyril gebucht, ist einfacher als über deren Homepage
Hartgesottene können beim Schlafen mit der Couchonette sparen (3 Stockbetten a 3 Stock unter der Wasserlinie, Gepäck im extra Compartement), ich ziehe Außenkabine oben für 2 vor. Tabletten gegen Seegang gibt’s an der Rezeption

Fährkosten
Wenn man nur 2 Wochen Zeit hat, relativiert sich die Frage ob es sich angesichts hoher Fährkosten lohnt, bei einem Mietpreis von 440.- € pro Tag für ein Alkoven mit 6,99 m Länge und 3 Schlafplätzen, aber wer will schon auf seinen eigenen Krempel samt Dusche etc verzichten. (selbst ein aufgehuckeltes Allradwomo kostet 360 € pro Tag)

Literatur
Fürs Womo den Hünerfeld, fürs Leben „Island“ aus dem Müller-Verlag. Es gibt jedoch an den Tourist-Offices excellente „Official Tourist Guides“ der einzelnen Regionen gratis. Ich empfehle in der Richtung herumzufahren wie der Führer gegliedert ist

V&E:
V ist kein Problem, Reinigung und Frischwasser liegen meist hygienische 20m auseinander, bei Fäkaltanks braucht man für E eine Güllepumpe, da die meisten Öffnungen rund 40 cm hoch liegen, also nix mit drüberfahren und Hahn öffnen



WLAN
funktioniert am CP meist nur an der Rezeption, jedoch kosten 2 GB Daten bei SIMIN nur rund 14 €

Wetter:
www:en.vedur.is liefert eine 3-stündliche Vorhersage für die Region, die Hoffnung starb stets zuletzt. Windwarnungen sind ernst zu nehmen! Ein Busfahrer erzählte was von 2 umgewehten Womos an der Südküste. Wir hatten den kältesten Sommer seit 30 Jahren erwischt, normal waren 12 grad, minimal 2 grad (300m über dem Meer)

Straßen:
ww:road.is liefert Aussagen über Zustand, Verkehrsdichte, Videos, Wind, Temperatur...dazu stehen an Schlüsselstellen Masten mit Kameras am Straßenrand. Mehr als 95% der Rundstraße sind asphaltiert, ebenso die Zufahrten zu den Hauptsehenswürdigkeiten
Schotterstraßen sind, soweit gepflegt, kein Problem. Bei längeren Wellblechpisten haben wir schon mal 80 km Umweg in Kauf genommen, ist deutlich schneller. Spannend wars immer ob die Schafe wohl auf ihrer Seite bleiben….

Hochland:
für ein Dickschiff ein no-go, es gibt aber die Möglichkeit mit dem Linienbus preiswert Tagesausflüge ins Hochland zu machen, z.B Landmannalaugur ab „Kirkjubär“ für rund 175 € hin u. zurück für 2 Personen, Dauer rund 11 Stunden. Die kommerziellen Anbieter mit den Superjeeps (Räder eindrucksvolle 1,60 x 80) nehmen für vergleichbare Touren rund 500 €
Ich schätze aber mal dass in 10 Jahren die Kjölur soweit entschärft ist dass sie mir dem Womo befahren werden kann.

SP/CP
SP in unserem Sinne gibt's nicht, dafür zahlreiche tolle CP die aber für Zelten ausgelegt sind, und Zelte sind auch in der Überzahl (Citycamping Reykjavic über 70% Platz für kleine 2-Mann-Zelte), die Infrastruktur für Womos ist im Wachsen, Stromsäulen sind im Kommen

Gas:
Gastankbesitzer Achtung, es gibt nach meinen Informationen keine Tankstelle, lediglich Flaschen können in Reykjavik oder Akureyri nachgefüllt werden, sonst könnte es bei einem längeren Aufenthalt eng werden. Also empfehlenswert 2 zusätzliche 11 kg Flaschen mitzunehmen, evtl mit Umfüllschlauch, da Isländische Flaschen größeren Durchmesser haben

Faröer
Wir haben uns den Umweg gegönnt. Empfehlenswert ist den CP in Torshavn rechtzeitig zu reservieren, ansonst heißt es nachts 50km bis zum nächsten legalen Übernachtungsplatz zu fahren

Lebenshaltung
Gefühlt etwas teurer als bei uns, aber nicht so dass es zum Kostentreiber wird. Isländisches Hackfleisch verliert beim Braten kein Wasser!

Klamotten
Regen gehört zur Tagesordnung! Es gibt praktische wasserfeste Sachen (z.B von Icewear) gut im Land zu kaufen, sind vielleicht nicht so schick wie Schöffel oder Mammut, aber dafür auch nach mehrmaligem Tragen noch dicht. Im Souvenirshop an touristischen Brennpunkten sind sie
teurer als in der Stadt

Klaus

PS: Bilder oder Bericht werden nicht nachgereicht, dafür empfehle ich die Berichte von Gogolo

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Lancelot am 01 Okt 2015 17:26:49

Danke für Info, Klaus :dankeschoen:

willi_chic hat geschrieben: ...Güllepumpe, da die meisten Öffnungen rund 40 cm hoch liegen, also nix mit drüberfahren und Hahn öffnen


Die doofe Rohrverlängerung läßt sich nicht aus dem Bodenrohr ziehen .. :?:

Wie hoch sind denn ca. die Fährkosten für sowas wie Euer Auto :?:

Gogolo am 01 Okt 2015 18:39:43

Danke Klaus für den Bericht!

Die Kjölur kann man jetzt auch schon (vorsichtig) mit dem Womo befahren, wenn einem das Fahrzeug nicht leid tut.


:arrow: Wolfgang

Die Kosten hängen ganz stark davon ab zu welcher Saisonzeit du rüber und wieder zurück fährts, ob die eine Kabine (innen/außen/Luxus/Suite) willst (empfehlenswert) oder nur einen Pullmannsessel nimmst. Auch die Länge und Höhe des Fahrzeugs ist kostenmäßig entscheidend. Alleine vom Fährzeitpunkt sind dann schon Unterschiede von über 50-70% zu sehen. Man kann sich aber die Kosten ganz leicht individuell ausrechnen - --> Link

In der Hauptsaison wird eine einfache Überfahrt für zwei Personen in einer Zweibettkabine mit einem hohen 8m-Womo wohl rund 2000€ kosten - Hin- und zurück also knapp 4000 Doppelmark (überschlägig berechnet). Günstiger wird es, wenn man eine Fahrt in die Zwischensaison verlegt.

Auf unserer nächsten Island-Reise voraussichtlich 2017 werden wir in der Zwischensaison im Juni anreisen und auch in der Zwischensaison Ende August wieder zurückfahren.


Habe die Ehre

Gogolo

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Lancelot am 01 Okt 2015 19:22:41

:dankeschoen:

"Preiswert" iss ja gaaanz anders .. :(
Aber dafür ist es auch ein ziemlich exotisches (für unsere Vorstellungen) Ziel :)

Gogolo am 01 Okt 2015 22:24:12

Exotisch ist Island nicht, dafür außergewöhnlich schön!!!

Die Fähre "rechnet" (wenn überhaupt) sich auch nur dann, wenn man mehr als 1 Monat auf der Insel bleibt. Wobei "rechnen" ist relativ, was setze ich den Kosten gegenüber? Die grandiose Landschaft? Die freundlichen Menschen? Die Sauberkeit des Landes? Die unberührte Natur? Eine monetäre Rechnung aufzumachen ist wohl bei jeder Reise sehr schwierig, es sei denn, man läßt das Reisen bleiben und verbringt seine Zeit auf dem Sofa zuhause. Dann kann ich sagen: ich habe gespart!



Habe die Ehre

Gogolo

Tinduck am 02 Okt 2015 06:32:35

Ein zulässiger Kostenvergleich wäre ja wohl nur die Gegenüberstellung Fähre/eigenes Mobil vs. Fluganreise/Mietmobil vor Ort.

Wenn Klaus' Angaben von 400€ pro Tag für das Mietmobil vor Ort stimmen, lohnt sich die Fähre ja schon ab 10 Tagen Aufenthalt. Und da habe ich jetzt die Kosten für den Flug noch gar nicht drin... also für 3 Wochen scheint das schon deutlich aufzugehen, ich hab meine Regierung auch schon in der Richtung drangsaliert :D

bis denn,

Uwe

Lancelot am 02 Okt 2015 07:52:37

Gogolo hat geschrieben: Exotisch ist Island nicht, ...

"Exotisch" im Sinn von "ungewöhnlich" ... :)
Jedenfalls in meinem Bekanntenkreis waren da noch nicht sooo viele ...

volki am 02 Okt 2015 08:31:27

willi_chic hat geschrieben:
Wetter:
www:en.vedur.is liefert eine 3-stündliche Vorhersage für die Region, die Hoffnung starb stets zuletzt. Windwarnungen sind ernst zu nehmen! Ein Busfahrer erzählte was von 2 umgewehten Womos an der Südküste. Wir hatten den kältesten Sommer seit 30 Jahren erwischt, normal waren 12 grad, minimal 2 grad (300m über dem Meer)

Wenn ich darf, eine Bemerkung zum Wetter
unser Fliegenfischer-Gruppe hat mehre Jahre an der Westküste 2-3 Flüsse auf Lachs befischt. mehr oder weniger immer in der Saison
In den Jahre wo ich dabei war, hatten wir eigentlich immer schönes Wetter. Sogar so warm, dass es "tropisch warm" war.
Freunde berichteten aber auch, dass sie schon Wochen erlebt hätten, wo sie an einem Tag schwitzten und am andern Tag der Schnee waagrecht kam.
Wie sich aber in den letzten 10 Jahren die Klimaveränderung ausgewirkt hat, kann ich jetzt nicht beurteilen

lonsome am 02 Okt 2015 08:44:37

Hallo,

ncoh eine Möglichkeit, ein Fahrzeug nach Island zu bekommen: verschiffen. Wir haben das mal mit einem geländewagen gemacht: Mit dem Frachtschiff hin und zurück, war wesentlich billiger als Fähre, selber fliegen. Das spart auch Zeit, denn die Anreise mit der Fähre ist relativ lang.

Ansonsten ist Island einfcah wunderbar ... Und Regen gehört nich unbedingt zur Tagesordnung. Bei meiner zweiten Islandreise gab es in 23 Tage einen einzigen Tag mit Regen.


Klaus

PAPLE am 04 Okt 2015 20:36:55

Moin Klaus,
danke für deinen Bericht.
Island ist einfach wunderbar...
Ich denke auch, dass Ihr das mit eurem Dickschiff richtig gemacht habt, nicht ins Hochland zu fahren. Genau so haben wir es 2012 auch gemacht. Diesen Sommen hatten wir den Luxus eines 4x4 Antriebes und waren so auf einigen F-Pisten unterwegs... :-)
Die F208 nach Landmannalaugar von Süden her hat doch etliche Furten. Jedoch ist diese Route landschaftlich sehr reizvoll ;-).
Von Norden her kannst du sicherlich ganz vorsichtig jetzt schon bis zur finalen Furt kommen. Dieses Jahr war dort aber einiges los...
Die Kjölur, oder F35, ist von Norden her bis Hveravellir (bei ganz vorsichtige Fahrweise) mit dem normalen Wohnmobil befahrbar. Von dort weiter nach Süden ist sie wirklich sehr rau, stellenweise stark ausgefahren. Da macht es dann bestimmt keinen Spaß mehr mit einem "normalen" Wohnmobil. Es ist sicherlich schwer zu sagen, wie das in den nächsten Jahren dort aussehen wird. Bei, in diesem Jahr geschätzen, 1,5 Mio Touristen sind dort natürlich auch mehr Autos unterwegs. Und je mehr Fahrzeuge die Schotterpisten befahren, um so ausgefahrener sind sie dann auch...

Viele
Peter

DirksBiMo am 04 Okt 2015 20:51:35

Die Kjölur, oder F35, ist von Norden her bis Hveravellir (bei ganz vorsichtige Fahrweise) mit dem normalen Wohnmobil befahrbar.


Moin,

tut mir ja leid Peter, aber diese Feststellung muss ich einschränken :wink:
Das trifft nur zu, wenn die Straße gemacht ist :!: ..... wir sind da hoch, nachdem die Straße gerade geöffnet worden ist .... da waren die noch am bauen.
Das erste bereits gemachte Stück ging ... auch für "normale" Mobile .... das Stück was noch im Bau war, war selbst für unser Mobil grenzwertig .... ohne Allrad und entsprechende
Bodenfreiheit wäre da nichts machbar gewesen ....
Unmengen Wasser waren da noch auf der Straße und Löcher wie ich sie vorher noch nicht gesehen habe.
Mobile mit einem Tiefrahmen Chassis sollten das besser komplett lassen .... und die Auto`s mit den Glasvitrinen drin sind da oben überhaupt nicht zu empfehlen.



Dirk

PAPLE am 04 Okt 2015 22:57:52

Moin Dirk :-)
Schau mal, dieses Jahr war halt auch ein sehr schlechter Sommer auf Island. Deshalb wurden sehr viele Hochlandpisten auch erst sehr spät freigegeben und entsprechend erst dann geschoben...
Dort muss halt wirklich jeder selbst einschätzen, was geht...
LG
Peter

macagi am 05 Okt 2015 08:45:48

Island ist ja schon was spezielles - meine dänischen Freunde sagen aber, dass Grönland richtig toll sei.

Kommt man dort mit dem Womo überhaupt hin? Und wenn dort herum?

willi_chic am 05 Okt 2015 11:14:57

macagi hat geschrieben:Island ist ja schon was spezielles - meine dänischen Freunde sagen aber, dass Grönland richtig toll sei.
Kommt man dort mit dem Womo überhaupt hin? Und wenn dort herum?


Grönland ist richtig toll, wir waren vor 2 Jahren an der Westküste. Wenn Du mit dem Womo hinkommen willst, wahrscheinlich nur mit einem Frachtschiff. Nutzt Dir dann aber nichts, es gibt zwar Straßen, die hören aber am Ortsende auf. Weiter gibt es nicht mal Pisten. Grönland ist zwar groß, hat aber nur 60.000 Einwohner. Im Sommer nutzt man das Boot, winters das Snowmobil

grüße klaus

macagi am 05 Okt 2015 11:42:08

Ah ja, ist also nichts mit dem Womo.....
Müsste man sich einen Wisconsin Duck als Womo umbauen.....--> Link

willi_chic am 05 Okt 2015 11:52:54

damit man sich ein Bild von den Pistenverhältnissen machen kann, anbei einige Fotos von der F208 auf dem Weg nach Landmannalaugur (ist eine der leichteren Übungen) ich hatte das Vergnügen neben dem Fahrer zu sitzen. Der Bus hatte kein 4x4, lediglich eine handgeschaltete Automatik. Demnach mag jeder entscheiden ob er das seinem Womo zumuten will. Wir haben zwar Heckantrieb mit Zwillingen und Diff-Sperre, muß aber nicht sein

grüße klaus



























Lancelot am 05 Okt 2015 12:08:16

willi_chic hat geschrieben:


Weiß nicht, was Du hast ... :nixweiss:
Straßenverhältnisse wie bei uns auch .. :roll:

:lol:

Gogolo am 05 Okt 2015 13:02:52

Die Piste nach Landmannalaugur zählt tatsächlich noch zu den leichteren Hochlandpisten! Wenn es nicht regnet und der Weg naß ist, dann staubt es ganz schön von der Asche der Hekla und man hat im Fahrzeug eine dicke Asche-/Staubschicht. Hinzu kommt das "Wellblech" der Straßenoberfläche...


Ihr habt aber noch sehr viel Schnee gehabt! War das Wetter tatsächlich dauerhaft so schlecht und kalt? Hoffentlich ist es im übernächsten Jahr (2017) nicht so, denn da fahren wir wieder einmal auf die Insel. Und ich hatte auf meinen bisherigen 9 Islandreisen noch nie so richtig schlechtes Wetter. Gogoline hat einen runden Geburtstag und den möchte sie gerne auf Island feiern.


Habe die Ehre

Gogolo

PAPLE am 05 Okt 2015 14:02:30

Hallo Klaus,

schau mal, dein Bus an der gleichen Stelle, nur von der anderen Seite ;-)

Da habt ihr bei dem Ausflug wirklich sehr schlechtes Wetter gehabt, wie man auf deinen Bildern sieht...

Gogolo: Sicherlich meinst du die F208 von Norden nach Landmannalaugar, von Süden her ist sie mit etlichen Furten gespickt...



Das Wetter war dieses Jahr wirklich sehr schlecht dort. Nach unseren Informationen war es der schlechteste Sommer seit über 15 Jahren auf Island. Wir waren Ende Juli bis Ende August dort, und an vielen Stellen lag im Hochland noch Schnee. Aus diesem Grund haben wir uns ständig auf vedur.is über die aktuelle Wetterlage informiert und so unsere Tour entsprechend kurzfristig geplant. Sind dann auch mal so eben schnell von Akureyri bis nach Akranes "gehoppst", nur um dem Dauerregen im Norden zu entgehen. Man sollte halt flexibel sein... , wobei ich da bei dir wirklich keine großen Problem sehe ;-)
Freut euch schon mal auf den Geburtstag von deiner Gogoline auf Island ...
Seid genz lieb gegrüßt
Peter

willi_chic am 05 Okt 2015 14:17:22

PAPLE hat geschrieben:Das Wetter war dieses Jahr wirklich sehr schlecht dort. Nach unseren Informationen war es der schlechteste Sommer seit über 15 Jahren auf Island.

es soll der kälteste Sommer seit über 30 Jahren gewesen sein (Quelle: englischsprachiger Nachrichtensender im Raum Reykjavik), die Gletscher sind wieder gewachsen. In Landmannalaugur hat uns der Regen horizontal erwischt, Sturmwarnung, die Camper haben emsig Steine beigeschleppt um die Zelte zu sichern

-> lancelot: das Rohr war verschraubt

grüße klaus

alby am 17 Okt 2015 12:17:55

Hallo Klaus,

welche Pumpe hast Du dafür wo gekauft?

willi_chic am 17 Okt 2015 12:35:27

hallo,

google mal nach "macerator pumpe" da wird Dir geholfen

grüße klaus

kaelbchen21 am 21 Okt 2015 16:58:36

Hallo willi_chic,

wir (Meine Frau, 2 Kleinkinder und ich) planen ebenfalls in 2017 mit unserem "Dickschiff" (Reisebus, 12m lang, 3,86m hoch, 2,5m breit) nach Island zu fahren. Daher bin ich an deinen Erfahrungen mit einem Dickschiff auf Island sehr interessiert. Du sagtest bereits, dass die Sehenswürdigkeiten gut erreichbar seien. Wie steht es denn jetzt genau um die Hochlandpisten? Wenn ich sehe, dass dort Reisebusse verkehren, müssten die doch auch mit einem normalen Mobil zu fahren sein? Gibt es an den Hochlandpisten interessante Übernachtungsmöglichkeiten mit Womo oder werden sie nur wegen des Offroadcharakters gefahren? Eine Idee von uns war einen Geländewagen auf dem Hänger mitzuführen, um von einem schönen Standpunkt an der Ringstraße aus, Ausflüge ins Hochland zu machen. Machen solche Ausflüge Sinn oder kann man das Hochland nur "richtig erleben", wenn man die Möglichkeit hat dort mehrere Tage zu bleiben? Mir würden hier jetzt noch tausend Fragen mehr einfallen, aber das würde den Rahmen sprengen. Vielleicht kannst Du mir noch ein paar deiner Erfahrungen zum Thema Dickschiff abseits der Ringstraße mitteilen.

Vielen Dank und viele

Gogolo am 21 Okt 2015 17:47:27

Ganz generell:

Das Befahren von Hochlandpisten, d.h. Straßen, die ein "F" vor den Zahlen haben z.B. F901 ohne Allrad ist VERBOTEN. Machst du es trotzdem, dann kannst du mit wirklich extrem hohen Strafen rechnen. Über die Einhaltung wachen die Nationalpark-Ranger. Und wenn die Straße vor der offiziellen Freigabe noch total gesperrt ist, dann erfolgt eine Überwachung per Helikopter. Und eine Abschleppaktion ist stets im fünfstelligen €-Bereich.

Die Busse, die du gesehen hast, sind keine "Reise"-Busse, sondern Allradbusse eines isländischen Spezialanbieters. Im Hochland gibt es i.d.R. keine Übernachtungsmöglichkeiten für Womos, da es sich meistens um Natur- oder Nationalparks handelt, wo das übernachten nur an gekennzeichneten Stellen (meist bei Hütten) erlaubt ist.

Mit den Ausmaßen deines Bussses könntest du ohnehin nicht ins Hochland fahren, denn die Straßen sind oft einspurig eng und haben viele enge Windungen, wo an den Rändern hohe Steine liegen. Von den Flussdurchfahrten möchte ich gar nicht sprechen. 12m Länge und 2,5m Breite sind ein absolutes NO-GO - insbesondere fürs Hochland!

Beispiele:






Selbst auf den normalen Straßen (ohne F) abseits der Rindstraßen kann dein Fahrzeug dann so aussehen:




Noch eines: rechne nicht damit, dass dich im Hochland jemand herausschleppt mit deinem Dickschiff. Das ist Sache von sehr teueren Spezialisten, die u.a. mit solchen Fahrzeugen unterwegs sind:




Mein Tipp: lasse das Fahrzeug an der Ringstraße stehen und fahre mit den professionellen Reiseanbietern ins Hochland!


Du kannst ja mal meinen ausführlichen Reisebericht lesen: --> Link


Wenn du wirklich Lust auf "Hochland" hast und es einmal probieren möchtest, dann fahre die Straße Nr. 35, die seit einigen Jahren kein "F" mehr hat. Wenn du diese Straße gefahren bist, dann hast du mit deinem Fahrzeug wahrscheinlich ein für allemal genug vom Hochland.


Ein Bild von der 35:




Rechts und links neben der Straße ist unsichtbares wässriges Sumpfgelände unter den obenliegenden Steinen verdeckt. Wenn du da neben raus fährst, dann liegt die Achse und Bodenwanne schnell am Boden auf und die Räder drehen sich ohne Grip im Schlick...



Wir sind 2017 auch wieder in Island von Mitte Juni bis Mitte August.


Habe die Ehre

Gogolo

willi_chic am 21 Okt 2015 18:41:35

hallo kälbchen,

abgesehen davon was gogolo schreibt,

rechne wirklich nicht damit daß Dich ein 4x4 Toyota aus dem Wasser zieht.....Isländer sind hilfsbereit, aber für "den Bekloppten der mit dem Reisebus hängen bleibt" legt sich keiner in den Dreck
(sorry, aber so wird der brave Isländer denken)

wenn Du schon einiges über 8000.- € für die Überfahrt mit Anhänger ausgeben willst, dann reicht es sicher auch noch für ein kleines Zelt um 2 oder 3 Tage im Hochland zu bleiben

grüße klaus

kaelbchen21 am 21 Okt 2015 21:09:10

Hallo,

vielen Dank für die ehrlichen und direkten Antworten mit Bebilderung. Ich konnte bisher nicht einschätzen, wie extrem die Hochlandpisten in Island wirklich sind. Wir sind bisher schon viele enge einspurige Schotterstraßen in Norwegen, Schweden und Finnland gefahren. Das ging zwar nur langsam, aber insgesamt problemlos, da es dort alle paar Meter Ausweichbuchten gibt. Außerdem sind es keine Offroadpisten, sondern eben nur Schotterstraßen mit Schlaglöchern. Ich denke mal Gogolo wird sie kennen. Aber euren Beschreibungen nach sind die Pisten in Island nochmal eine andere Kategorie. Zumindest konnte ich nichts über zuviele niedrige Bäume lesen, die bisher immer unser größtes Hindernis waren, wenn es darum ging irgendwo abseits der Wege durchzukommen.


Gogolo am 21 Okt 2015 21:39:47

Du solltest noch wissen, dass du auf den einspurigen Hochlandstraßen keine Chance hast, ohne Schaden zu haben bzw. anzurichten das Fahrzeuge umzudrehen. Und mit einem so langen Gefährt wie dem deinen - absolut aussichtslos! Es wird von der Straßenbehörde am Beginn der Hochlandsaison nur der schmale Pfad der Straße mit dem Kräder geglättet und links und rechts davon befinden sich Verwerfungen. Je länger die Saison dauert, desto schlechter werden die am Anfang der Saison präparierten Straßen und es bildet sich sogenanntes Waschbrett auf den Straßen - oftmals über hunderte von Kilometer. Dieses Waschbrett kann man nur mit <30km/h befahren und alles vibriert im Fahrzeug. Oder du fährst >70km/h, dann ist es ruhig, aber das Fahrzeug ist fast nicht mehr lenkbar.

Noch eines: durch den permanenten Wind im Hochland wird viel Sand und Asche verweht. Dies legt sich dann in den Spuren der Piste und du fährst plötzlich im Tiefsand. Wenn du dann nicht aufpasst, dann gräbst du dich ein und bleibst stecken... Wenn du dann noch die Straße blockierst und Isländer des Weges kommen, dann möchte ich deren Kommentare über dein riesiges Fahrzeug und deine Leichtsinnigkeit, damit ins Hochland zu fahren, nicht hören. Auf freundschaftliche Hilfe der ansonsten äußerst hilfsbereiten Isländer brauchst du dann nicht hoffen.


Vergiss die Schotterstrecken von Norwegen, Schweden und Finland - sie sind gegen Island nur Pipifax und maximal eine Übung für Fahranfänger. Ich bewerte das Hochland von Island fahrtechnisch mindestens gleichwertig mit den schwierigen Saharastrecken, wobei Island definitiv die schwersten und reifenzerstörenden Stein- und Lavapassagen hat.


Habe die Ehre

Gogolo

Gast am 21 Okt 2015 21:59:46

Ich kann da Gogolo nur zustimmen,ich kenne einige der Pisten aus eigener Erfahrung und bin Busfahrer,weiß also welche Grenzen einem solchen Fahrzeug gesetzt sind.Die Busse der dortigen Spezialanbieter sind hochgelegt,verstärkt und haben Allrad,kein Vergleich zu einem normalen Bus,ausser dem sind die Tanks dieser Spezialbusse besonders geschützt,was man von den Tanks und der Ölwanne an Deinem Fahrzeug sicher nicht behaupten kann.Wenn Du Dir da eine Leckage reinfährst und da läuft Diesel oder Motoröl aus dann wird das aber extrem teuer.
Bleib auf der Ringstrasse,die Zufahrten zum Gullfoss,Skogafoss oder zum Geysir sind so ausgebaut das Du auch mit Deinem Fahrzeug dort hin fahren kannst,aber Finger weg von den Hochlandpisten.damit schonst Du Dein Fahrzeug,Deine Nerven,Deinen Geldbeutel und vor allem die sehr empfindliche isländische Umwelt.

Arno

berny2 am 21 Okt 2015 22:24:55

Ich halte es für sinnvoll, frühmorgens loszufahren, da Flussfurten erfahrungsgemäss nachmittags wegen der Schnee- und Eisschmelze höhere Wasserstände und wilderes Wasser führen. :idea:

Gast am 21 Okt 2015 22:35:21

Kann es sein das Du die vorhergehenden Beiträge nicht gelesen hast?


Arno :eek:

Gogolo am 22 Okt 2015 08:46:11

berny2 hat geschrieben:Ich halte es für sinnvoll, frühmorgens loszufahren, da Flussfurten erfahrungsgemäss nachmittags wegen der Schnee- und Eisschmelze höhere Wasserstände und wilderes Wasser führen. :idea:



Ich halte es für sinnvoller, mit einem 12m-Buss überhaupt nicht durch einen Fluss zu fahren - abgesehen davon, dass es ohne Allrad VERBOTEN ist!!! Ich habe auf der Strecke in die Thorsmörk sogar schon einen isländischen Allradbus aus der Furt gezogen, der beim rausfahren auf die Uferböschung mit dem langen Überhang an einem Stein festgesessen war. OK, das kann selbst einem versierten Fahrer passieren, aber es kann passieren. Einen normalen Bus rauszuziehen, das würde ich mir wegen offensichtlicher Dummheit des Fahrers sehr wohl überlegen...da müsste schon Lebensgefahr bestehen.


Habe die Ehre

Gogolo

kaelbchen21 am 22 Okt 2015 09:56:06

Flussdurchfahrten sind mit unserem Fahrzeug ausgeschlossen. Wir haben in Skandinavien schon einige überspülte Straßen gefahren mit einer Wassertiefe von 15-25cm. Da ist dann aber auch Schluss, weil uns sonst die seitlichen Stauräume volllaufen. Mir war es nur wichtig mal eine "Island-Einschätzung" von Leute zu bekommen, die bereits Offroaderfahrungen dort gemacht haben und auch selber ein größeres Fahrzeug steuern. Die meisten mit kleineren Fahrzeugen winken nämlich generell sehr schnell ab, wenn sie nur 12m hören. Dabei spielt die Länge gar keine große Rolle (bei den meisten Pisten), speziell mit einem Busfahrgestell ist man sehr wendig. Als Busfahrer wird Arno wissen wovon ich rede. Wir haben in Skandinavien schon an vielen Orten gestanden, wo uns andere Womo-Fahrer gefragt haben wie wir dort hingekommen sind. Teilweise kamen sie mit Mietwagen (Geländefahrzeugen), da sie der Meinung waren mit dem 7,9m-Mobil nicht durchzukommen. Speziell im Winter haben wir diese Erfahrung oft gemacht. Daher war es mir wie gesagt sehr wichtig eine Einschätzung von Fahrern zu bekommen, die tatsächlich vor Ort waren, keine Angst vor langen Fahrzeugen haben und nicht beim ersten Stück Schotterpiste in Panik verfallen. Ich bin der Überzeugung, dass ich hier mit den richtigen Leuten in Kontakt bin und werde eure Einschätzungen bei unserer Reisplanung entsprechend berücksichtigen. Evtl. ist es wirklich eine gute Idee auf Island unseren Geländewagen mit Dachzelt mitzuführen, um ein paar "Abstecher" zu machen.


Gogolo am 22 Okt 2015 10:05:31

Jede F-Straße in Island hat mindestens eine Furt, meistens sind es aber deren viele! Und du kannst vor einer Furt mit deinem Teil nicht umdrehen und zurückfahren. Das geht schlichtweg mangels Platz und Steinen nicht.

Davon abgesehen, ich schreibe es nochmals (vielleicht hast du es überlesen oder möchtest es nicht zur Kenntnis nehmen: es ist VERBOTEN, F-Straßen ohne Allrad zu befahren! Und das wird streng überwacht! Die Strafen sind - gottseidank - drakonisch.

Dein letzter Satz allerdings lässt mich hoffen, dass du den richtigen Weg wählst.



Habe die Ehre

Gogolo

Gast am 22 Okt 2015 13:15:26

Noch eine Anmerkung zum befahren von Furten mit einem Bus:Busse haben den Kühler hinten im Motorraum weshalb dieser Kühler auch permanent von einem mächtigen Ventilator angeblasen werden muß,das lässt sich auch nicht abstellen.Wenn Du damit in eine Furt fährst und der Ventilator ins Wasser haut gibt es Kleinholz,erst der Ventilator,dann Dein Kühler.Noch mal: Ich rate Dir dringend es nicht zu versuchen.

Arno

Austos am 15 Nov 2015 07:53:18

ist die Ringstraße jetzt eigentlich komplett asphaltiert, oder gibt es noch Abschnitte mit Schotter? Wenn ja, wo und wie lang sind diese Strecken?

willi_chic am 17 Nov 2015 20:01:24

hallo austos,

im Südwesten gibts noch einige Abschnitte, schätze in Summe weniger als 100km, sind absolut unkritisch zu befahren

grüße klaus

Austos am 17 Nov 2015 20:55:57

willi_chic hat geschrieben:hallo austos,

im Südwesten gibts noch einige Abschnitte, schätze in Summe weniger als 100km, sind absolut unkritisch zu befahren

grüße klaus


Danke für die Info, sind nächstes Jahr im August auf der Insel :)

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