Hi,
ich habe in der letzten Winterpause 2014/15 mein Womo (Rimor Katamarano 3 mit Alkoven auf
Ford Transit Basis, Bj. 2012) kameramäßig wie folgt aufgerüstet:
1. Vom Vorbesitzer übernommene einfache (chinesische) "Nummernschildkamera" sendet Weitwinkel-Rücksicht des Nahbereiches hinter dem Fahrzeug mit Distanzlinien auf kleinen 5 Zoll Monitor, der oberhalb der Beifahrertür am Haltegriff befestigt ist und in Blickrichtung auf den rechten Außenspiegel liegt. Die Spannungsversorgung erfolgt aus der Aufbaubatterie über ein KfZ-Relais, welches schließt, wenn die Zündung angeschaltet wird und die gelben Seitenleuchten beginnen zu leuchten. Einschalten der Kamera und des Monitors erfolgt über einen Schalter am Dachhimmel des Führerhauses.
Erfahrung: Klare Sicht nach hinten unter dem Fahrradträger hindurch, breiter Erfassungswinkel, Stoßstangenecken leider nicht sichtbar, auch bei Nacht noch gute Sicht, wenn der Rückfahrscheinwerfer leuchtet, keine Probleme bei Regen.
2. Zusätzlich habe ich eine Twin Rückfahrkamera CM-DRFK1 der Fa. Carmedien unterhalb des dritten hochgesetzten Bremslichts angebracht. Eine Kamera sieht in die Ferne (60 Grad Winkel) und wird während der Fahrt als Video-Rückspiegel genutzt. Das Bild wird wiedergegeben auf einem 7 Zoll Monitor (chinesisches Fabrikat, ca. 25 € in der Bucht), der auf den Rückspiegel aufgeclipst wird und über zwei Kameraeingänge verfügt. Am Monitor kann bei Bedarf auf das Bild der zweiten Kamera umgeschaltet werden, die im Weitwinkelformat den Nahbereich bis ca. 4 m hinter dem Fahrzeug sozusagen mit Sicht von oben abdeckt. Zu beachten ist aber, dass man bei ausgeklapptem Fahrradträger nur noch recht wenig von der Geländesituation sehen kann. Andererseits ist eine gelegentliche Kontrolle der Situation auf dem Fahrradträger während der Fahrt auch nicht schlecht.
Für den Anschluss der Kameras an den Monitor wurde das mit der Kamera gelieferte mehradrige Kabel verwendet und innen durch die Möbel nach vorne ins Führerhaus geführt. Da mir die serienmäßigen Anschlussstecker der beiden Kameras zu dick waren, habe ich diese herausgeschnitten und die Kabelenden auf einen 8 poligen Mini DIN Stecker bzw. Kupplung gelötet. So konnte ich mit einem 10 mm Loch in der Rückwand auskommen anstelle von zwei 20 mm Löchern. Die Spannungsversorgung erfolgt analog zu oben aus der Aufbaubatterie über ein vom Seitenbegrenzungslicht angesteuertes KfZ-Relais.
Erfahrung: Ich möchte den Video-Rückspiegel nicht mehr missen. Er liefert während der Fahrt ein klares, helles Bild über die rückwärtige Verkehrssituation. Da die Kamera relativ hoch angebracht ist, muss man sich aber darüber im klaren sein, dass der Nahbereich (0-4 m ) im toten Winkel liegt. Auch bei Nacht werden nahende/überholende Fahrzeuge klar erkannt. Die eingebauten IR-Dioden beleuchten nachts den Nahbereich in ausreichenden Maße. Nur bei Regen und großer Gischt trüben Tröpfchen auf der Linse die Sicht ein. Aber man kann auch dann immer noch ein Bild erahnen. Insbesondere wenn sich kleine Tröpfchen zu einem großen Tropfen vereinigen und dieser abfliegt, wird das Bild schnell wieder klar.
3. Zur Überwachung der seitlichen Auslenkung des Hecküberhangs und zum einfacheren Ausscheren aus Parkbuchten habe ich noch akustische Piepser eingebaut. Dazu habe ich in der Bucht eine "Wireless Funk Einparkhilfe Rückfahrwarner 4 Sensoren mit LED Display" (31 €) gekauft und die 4 Sensoren entsprechend in der Seitenschürze hinten rechts und links bzw. in der Mitte der äußeren Stoßstangenkrümmung vorne rechts und links montiert. Dazu musste ich die serienmäßigen Anschlusskabel durch Einlöten von Mini Koaxialkabel 75 ? entsprechend verlängern und unter dem Fahrzeug zum Steuergerät führen, welches seinen Platz in einem Kasten unter dem Wagenboden im Bereich des Batteriekastens bekam.
Serienmäßig soll die Einparkhilfe ihre Spannungsversorgung von den Rückfahrscheinwerfern bekommen. Da ich ja auch bei der Vorwärtsausfahrt aus der Parkbucht gewarnt werden möchte, habe ich zusätzlich einen einstellbaren Zeitschalter der Fa. KEMO (Time Switch) eingebaut. Anschließend an ein Rückwärtsmanöver hält dieser Zeitschalter die Einparkhilfe noch für 90 sec in Betrieb, was für die Vorwärtsfahrt aus der Parkbucht völlig ausreicht.
Im Detail: Die Einparkhilfe wird eingeschaltet und erhält Strom aus der Aufbaubatterie über ein schließendes KfZ-Relais, wenn der Rückwärtsgang eingelegt wird und die Rückfahrscheinwerfer leuchten. Über ein parallel geschaltetes Wechsler-KfZ-Relais sorgt die anliegende Rückfahrscheinwerferspannung dafür, dass gleichzeitig ein Spannungssignal den „Kemo Time Switch“ ausschaltet. Wird nun der Rückwärtsgang und damit die Spannung an den Rückfahrscheinwerfern ausgeschaltet, so öffnet das Schließer-Relais und die direkte Spannungsversorgung der Einparkhilfe schaltet sich aus. Gleichzeitig sorgt das Wechsler-Relais dafür, dass nun ein Spannungssignal den Zeitschalter einschaltet. Die Einparkhilfe erhält nun für die voreingestellt Zeitdauer Strom über den Zeitschalter. Durch erneutes Einlegen des Rückwärtsganges auch vor Ablauf der Zeitdauer, wird der Zeitschalter zurückgesetzt und das Spiel beginnt von vorne.
Wenn die Ultraschallsensoren im Betriebszustand der Einparkhilfe Hindernisse erfassen, werden die akustischen Warnsignale per Funk an ein Display übertragen, welches im Führerhaus am Armaturenbrett platziert wurde. Die Spannungsversorgung des Displays wurde am Radiostecker abgegriffen.
Erfahrung: Tadellose Funktion, so wie vom PKW gewohnt. Auf dem Display ist die Position des anspringenden Sensors klar erkennbar und es wird auch der Abstand der erfassten Hindernisse digital angezeigt. Die angezeigte Entfernungsangabe ist aus Sicherheitsgründen immer eher kleiner als in der Realität.
Insgesamt haben sich alle Systeme auf diversen Fahrten in diesem Jahr, darunter 6 Tkm Island, sehr bewährt. Obwohl ich vielfacht auf die preiswerteren chinesischen Fabrikate zurückgegriffen habe, bin ich nicht enttäuscht worden. Zurzeit plane ich, mein serienmäßiges Ford Radio durch einen chinesischen 2 DIN Android Naviceiver zu ersetzen. In diesem Zusammenhang soll dann die hintere Nummernschildkamera auf den Monitor des Naviceivers gelegt werden mit automatischer Einschaltung bei Rückwärtsfahrt. An den vorhanden 5 Zoll Monitor soll dann eine Kamera angeschlossen werden, mit der das Rangieren des Grauwasserablaufstutzens über den Bodeneinlauf erleichtert werden soll.