Einen wesentlichen Teil unserer Berührungen mit den ungarischen Thermen habe ich nun aus dem Reisebericht kopiert und ich stelle ihn in den Ungarn-Bereich des Forums ein um hier einen Erfahrungsthread der Forums-User über die ungarischen Thermen zu beginnen.
Es sollen hier Alle ihre eigenen subjektiven Erfahrungen mit den ungarischen Thermen dazu schreiben und es erwächst daraus ggf. ein Nachschlagewerk für diese Bäder. Evtl. mit einschlägigen Links zu den Bädern und Geo-Koordinaten für die Anfahrt.
Wie schon im Reisebericht geschrieben haben wir in Ungarn unsere Reise ausklingen lassen und einige Thermen in diesem geoaktiven Land besucht. Naturgemäß konnten wir nicht alle Thermen besuchen, sondern nur einige ausgewählte.
In Ungarn ist jetzt Erholung und Entspannung in den Thermalbädern angesagt. Ich freue mich schon auf die Bäder, denn es ist nach wie vor sehr heiß. Der Sommer ist dieses Jahr (2015) außergewöhnlich trocken, wie die Eingeborenen berichten.
Tiszafüred:
Als erstes fahren wir den Ort Tiszafüred an. Die Etappe ist nicht lange und so sind wir schon gegen Mittag dort beim Thermalcamping Tiszafüred (--> Link?[de]) und bekommen noch einen recht schönen, gemischt-schattigen Platz, der auch SAT-Empfang zulässt. WLAN ist am Platz kostenlos. Seit unserem letzten Besuch vor rund 15 Jahren hat sich im Innenbecken des Thermalbades nicht viel verändert – es wurde nur alles viel älter... Bei den Außenbecken dagegen ist jetzt ein Schwimmbecken und ein Spaßbecken (neben einem Heilwasserbecken). Es ist ganz nett hier, aber es reißt einem nicht vom Hocker.



Es beginnt jetzt ein Ritual: täglich gleich nach dem Frühstück gehen wir ins Bad. Gut dass der CP einen eigenen unmittelbaren Zugang zum Bad hat und dieser Zugang von 8 Uhr früh bis 19:30 Uhr abends geöffnet ist. Nur an dem Tag, an dem wir mit dem Gogolobil einen Ausflug in die Pußta nach Hortobagy machten, war kein Badebesuch unsererseits.
Die Tage vergingen wie im Fluge, wir haben öfters sehr gut und günstig die ungarische Küche genossen. Auch das Heilwasser (35°C) des Bades haben wir täglich morgens auf unsere alten Knochen einwirken lassen. Am Nachmittag gingen wir dann wegen der Hitze nochmals ins Bad, aber nicht ins Heilwasserbecken, sondern in das kühlere Schwimmbad um uns abzukühlen.
Miscolc-Tapolca:
Nach über einer Woche haben wir das Bad gewechselt und sind eine kurze Strecke nach Miscolc-Tapolca gefahren. Dort gibt es ein Thermal-Höhlenbad; das sind Naturhöhlen mit Thermalbecken bzw. -wasser (--> Link). Das war ganz interessant zu sehen. Fotos vom Innenbereich waren wegen des Wasserdampfes nicht möglich, aber außen sah es so aus:

Es waren für unseren Geschmack zu viele Leute im Bad - insbesondere in der Höhle - und da es noch früher Nachmittag war, beschlossen wir nicht auf dem kostenlosen Stellplatz (gleich in der Nähe des Bades) zu übernachten sondern weiter zu fahren. Was sollen wir auch im aufgeheizten Fahrzeug den ganzen Nachmittag machen, denn es war wiederum ein recht heißer Tag und das Gogolobil stand wegen der Solaranlage in der Sonne.
Bogacs:
Wir fuhren nach Bogacs, ebenfalls ein CP am Thermalbad. Dort gibt es zwei Campingplätze, einer gleich in der Nähe des Thermalbades (fußläufig 3 Minuten), der andere mit unmittelbaren CP-Anschluß (kein Zaun zwischen CP und Bad! Voller Badelärm). Wir checkten bei ersterem CP ein, denn da war der Trouble nicht gar so groß wie am Thermalcamping. Und diesen Platz kannten wir schon aus dem Jahre 1999, wo wir auch mit unserem alten Hanomag-Womo („Hani“ genannt) waren. Der Platz hat sich kaum verändert. Das Bad ist allerdings schöner und größer geworden (--> Link).



Das tägliche Baderitual ist während des Aufenthalts hier in Bogacs gleich geblieben. Und auch am Abend war eine Radtour zu den oben am Hang liegenden Weinkellern tägliche Übung. Wir mussten schließlich einige der über 80 Weinkeller dort oben ausprobieren.


Papa:
Ungarn hat noch viel mehr Bäder und so war unsere nächste Badestation der Ort Papa. Aber wir sind nicht unmittelbar nach Papa gefahren, sondern haben eine Zwischenübernachtung in Dunaföldvar eingelegt. Dort waren wir schon bei der Anreise zum Donaudelta, wo wir in der nahegelegenen Halaszcarda so eine hervorragende geröstete Welsleber gegessen hatten. Das haben wir nochmals wiederholt und auch einen Salat mit Wels-Grammeln vertilgt. Sehr gut und absolut zu empfehlen!
Wir sind dann am nächsten Tag nach Papa gefahren. Der dortige Thermal-CP (nur zu rund 50% belegt - --> Link) ist absolut gut in der Ausstattung, hat große Stellplätze und ist sehr gepflegt. Das Restaurant „Oasis“ des CP ist wirklich Spitze! Das Thermalbad dagegen ist ein – ich bezeichne es mal so – MickeyMouseBad. Insbesondere weil der Außenbereich schon Ende August geschlossen hatte, war nur ein! Thermalbecken, das eine Verbindung vom Innen- zu Außenbereich hatte, in Betrieb. Allerdings ist auch der Eintrittspreis nicht hoch: für Pensionisten kostet die Tageskarte nur rund 3,50€. Es waren zwar weniger Leute da, aber so richtig wohl haben wir uns im Bad nicht gefühlt. Auch besteht kein unmittelbarer Zugang vom CP zum Bad, ein Fußweg von ca. 5 Minuten ist angesagt.


Der Ort Papa ist vom CP aus schnell erreicht und ist schon sehenswert. Es gibt neben dem Esterhaszy-Schloss auch einen großen Park mit vielen alten Bäumen auch eine nette Fußgängerzone (in der es zum ersten mal wieder auf der Reise deutsche Zeitungen zu kaufen gibt). Im Schlossbereich fanden gerade Weintage mit einigen Ständen statt bei denen es Weine aus den verschiedenen ungarischen Regionen zu verkosten gab.



Sarvar:
Da uns das Bad in Papa nicht so richtig zusagte, sind wir nach Sarvar gewechselt. Das war kein großer Aufwand, denn von Papa nach Sarvar sind es nur ca. 50km. Der dortige Thermal-CP (mit unmittelbarem Zugang zur Therme und freiem WLAN) ist auch nicht sehr voll belegt und wir erhalten – ich hatte mich bereits per eMail aus Papa vorangemeldet – einen schönen sonnigen Platz. Das ist jetzt der letzte CP in Ungarn (--> Link). Hier noch einige schöne Tage im Bad, das den Außenbereich und alle Becken noch geöffnet hat, und dann geht es endgültig nach Hause.
Im Bad herrscht ziemlicher Betrieb, aber bei dem großen Gelände verlaufen sich die Leute und man findet für sich auch ein ruhiges Fleckerl.




Neben dem täglichen Baderitual machte ich auch noch Radausflüge, Wanderungen in der am CP angeschlossenen Seenplatte, waren bei der Fußpflege (ich habe mir von den Kangal-Fischen wieder die Hornhaut abknabbern lassen) und ansonsten haben wir uns einfach erholt und uns wohl gefühlt. Es hat immer noch sehr warmes Wetter mit rund 30°C.


Habe die Ehre
Gogolo

