In der Zeit vom 08. August bis 19. September 2015 haben wir unser Hauptaugenmerk auf die Bretagne (Küste und einen kleinen Bereich des Inlandes mit dem Kanal Nantes – Brest) und die Normandie (West- und Nordküste des Cotentin) gelegt, und dabei 3.659 km zurück gelegt. Übernachtet haben wir auf Wohnmobil-Stellplätzen. Der Dieselpreis lag in Frankreich bei ungefähr EUR 1,10.
Selbstverständlich war es auch wieder eine Genußreise, denn von Kilometern wird man nicht satt, und gutes Essen schafft gute Stimmung.
Wer also den gesamten Reisebericht mit viel mehr Bildern lesen möchte, findet ihn hier --> Link Viel Spaß dabei!
Ansonsten habe ich hier ein paar Stimmungsbilder und einen Teil des Textes aus dem Reisebericht.






Samstag, 08.08.2015
Da es bei uns zuhause die ganze Zeit schon so heiß ist und in der Bretagne das Wetter sich eher kühler und unbeständiger zeigt, war die Auswahl der mitzunehmenden Kleidung ein wenig schwierig. Wir haben aber alles gemeistert und können in Ruhe los fahren. Es treibt uns nichts. Wir wollen nur am 13. August in Paimpol (Bretagne) sein.
Unter dem Gesichtspunkt ist es auch nicht ganz so schlimm, dass wir, kaum auf der Autobahn, am “Elzer Berg” wegen einer Baustelle im Stau stehen. Gleiches passiert uns wenige Kilometer später bei Montabaur nochmals. Von Trier aus wollen wir die Landstraße nach Wasserbillig fahren, geht nicht – wegen Vollsperrung. Also bleiben wir auf der falschen Moselseite, und erreichen Wasserbillig nach einem kleinen Umweg.
Wir tanken den Diesel für Ct 100,1. Da wir durch die Vollsperrung nicht zu der bei uns beliebten Pizzeria kommen, holen wir uns einen Imbiss bei dem Einkauf im Lidl. Für uns eigentlich ein “No Go”.
Danach geht es auf die A1 in Luxembourg, wechseln auf die A4 in Belgien, und erreichen mit einem Schlenker über Boullion und Sedan ganz gemütlich unser Tagesziel, La Francheville, einem Vorort von Charlesville-Mézières. Wir übernachten bei einem Produzenten (Großmetzgerei mit Laden) von Ardenner Schinken und Wurstwaren (France Passion). Der Stellplatz ist nett angelegt, nachts aufgrund von Lieferwagenverkehr aber etwas unruhig.
Der Ort La Francheville ist leider “tot”.
Tagesstrecke: 380 km
Sonntag, 09.08.2015
Es regnet. Die Ardennen werden dadurch nicht schöner. Erst in der Picardie klart es wieder auf und wir machen einen Stopp in St. Quentin. Der innere Stadtbereich zeigt sich von einer schöneren Seite, als es die Außenbezirke ankündigen. Wir essen am Rathausplatz, der mit “Summer bzw. Sand in the City” herausgeputzt ist, unsere ersten Moules frites für den Urlaub, bevor es wieder weiter geht.
Bei ruhigem Verkehr kommen wir auf der Nationalstraße über Amiens und Abbeville unserem Übernachtungsziel Le Treport schnell näher. Ja, wenn wir nicht etwa 15 km vor dem Ziel in einer Umleitung zurück auf die Autobahn und dann über Gamaches und Eu gezwungen worden wären.
Wir finden aber ohne Probleme den Wohnmobil-Stellplatz mit V+E (Gebühr EUR 6,00) oben auf den Kreidefelsen, mit einem herrlichen Ausblick auf das Meer und den Ort. Mit der kostenlosen Funiculaire (Aufzug) erreicht man von 07.45 bis 00.15 Uhr Le Treport.
Tagesstrecke: 328 km
Montag, 10.08.2015
Über Nacht hat es sich wieder etwas zugezogen und es ist neblig feucht. Mit der Funiculaire fahre ich runter und besorge uns frische Croissants und ein Baguette. Das laute Geschrei der Möwen begleitet mich auf dem Weg.
In Dieppe halten wir uns Richtung Autobahn (Maut EUR 9,00; Pont de Normandie EUR 6,20) und erreichen am späten Vormittag Honfleur. Auf dem Stellplatz mit V+E (Gebühr EUR 11,00) herrscht reger Betrieb. Wir haben aber Glück und finden vorne noch einen Platz bei den Stromanschlüssen.
Nach einer kurzen Umrundung des Hafens kümmern wir uns erst einmal um unser Wohlergehen und essen in der Altstadt im “Chez Laurette” ein schönes Menü.
Mittlerweile ist es sehr heiß. Da auch das Ausruhen zum Wohlergehen gehört, gehen wir zu unserem Wohnmobil zurück (Gerade erreicht mich auch der innere Wortsinn von “Wohlergehen”.). In Honfleur ist unheimlich viel Betrieb. Das mag mit dem Kreuzfahrtschiff im Außenhafen zusammen hängen.
Am Abend bummeln wir noch ein wenig durch den Ort, genießen die Stimmung, und sitzen noch lange vor unserem Wohnmobil.
Tagesstrecke: 145 km
Dienstag, 11.08.2015
Draußen ist es ungemütlich grau. Wir stellen uns darauf ein und machen einen Fahrtag auf der Autobahn in Richtung Westen (Maut EUR 2,10 und 5,30). Nach der Umfahrung von Caen suchen wir um die Mittagszeit nach einem Rastplatz um uns selbst zu bekochen. Es ist aber alles überfüllt, und so führt uns das Schicksal bei Guilberville runter von der Autobahn und direkt zu einem “Routiers-Restaurant” mit Menu complet für EUR 13,00 (Wein, Vorspeisenbuffet, Hauptgang, Dessert, Käse und Kaffee). Das Restaurant bietet auch einen separaten, kostenlosen Übernachtungsplatz für Wohnmobile an, wenn man dort isst.
Wieder mal gibt es einen kleinen Disput mit unserem Navi, das uns vorgaukeln will, dass die Straße vor uns eine Vollsperrung hat. Dabei steht es auf den Schildern ganz genau, dass die Baustelle erst am 31.08. eingerichtet wird. Wir zeigen dem Navi die “kalte Schulter”, umfahren die Baie de Mont St. Michel und übernachten auf dem SP mit V+E (Gebühr EUR 6,00) an der ehemaligen Windmühle in Hirel.
Am Strand ist es stürmig und die Strandsurfer fühlen sich wohl.
Tagesstrecke: 232 km
Mittwoch, 12.08.2015
Mich zieht es nach Erquy. An St. Malo vorbei, fahren wir weiter über Ploubalay und Matignon (mittwochs ist dort einer der größten Wochenmärkte der Bretagne und es kann zu Staus bei der Umfahrung kommen) nach Erquy. Auf dem Stellplatz mit V+E (Gebühr EUR 6,00) ist wenig los.
Die Sonne scheint bei dem Spaziergang in den Ort. Anschließend bekochen wir uns selbst. Der lange Sandstrand hat eine besondere Anziehungskraft. Angeblich soll das Wasser 21° haben. Für mich wirkt es aber kälter. Lena hingegen landet im Wasser und stürzt sich in die Wellen.
Im Juli und August finden mittwochs in Erquy um 21.00 Uhr regelmäßig Konzerte statt. Da das Wetter so unbestimmt ist, wird die Bühne von der Strandpromenade unter die Überdachung des Marktplatzes im Ort verlegt. Wir haben heute das Vergnügen mit einer Gruppe aus Occitanien – “La Talavera”. Vorher gibt es bretonische Fest-Noz-Musik mit Dudelsack und Bombarde, und sofort zuckt es in den Beinen der Bretonen.
Nach 23.00 Uhr gehen wir zu unserem Stellplatz zurück.
Tagesstrecke: 63 km
Donnerstag, 13.08.2015
Heute Nacht hatten wir ein heftiges Gewitter und Regen. Draußen ist es zwar noch feucht, aber schon wieder warm, und die blauen Flecken am Himmel werden schnell größer. Uns drängt es nach Paimpol. Ab morgen bis Sonntag Abend gibt es dort das “Festival du Chant de Marin” und heute Abend kommen über 200 Segler mit der Flut in den Hafen.
Die Stadt Paimpol hat für dieses Riesenfest zahlreiche kostenlose Parkplätze in den Außenbezirken zur Verfügung gestellt, unter anderem auch Platz für mehrere hundert Wohnmobile. Wir wollen diesmal unbedingt auf einen bestimmten befestigten Stellplatz mit V+E. Wir können uns gerade noch nach kurzen Diskussionen irgendwo dazwischen mogeln, obwohl schon “complet” angezeigt war.
Nachdem wir uns bekocht haben, gehen wir zu Fuß in den Ort. Um den Hafen herum wird noch eifrig an den zahlreichen Ständen gewerkelt. Ab 17.00 Uhr kommen die ersten Segelboote herein, und von 18.00 bis nach 19.00 Uhr dann auch die ganz Großen bis hin zu den alten Dreimastern.
Bei angenehmen Temperaturen suchen wir uns ein Restaurant am Hafenbecken und genießen die abendliche Stimmung bei Moules Frites.
Tagesstrecke: 77 km
Freitag, 14.08.2015
Der Regen weckt uns schon sehr früh. Wir machen es uns im Wohnmobil gemütlich und warten ab. Zum Glück stehen wir nicht auf einer Wiese, wie vor zwei Jahren.
Gegen 14.30 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Festivalgelände rund um den Hafen. Wir haben alles dabei, was man so gegen Regen brauch; nur – der Regen hat aufgehört und die Sonne strahlt. Ab heute gibt es auch die kostenlose Navette, die uns auf ihrer Rundtour an den Parkplätzen entlang in den Ort bringt. Wir lassen uns ein wenig treiben und von der unterschiedlichen Musik in Stimmung bringen.
Hauptsächlich sind wir bei der Bühne Cabaret Michel Tonnerre und der polnischen Folkgruppe “Sasiedzi", sowie der Bühne Scène Hugil, die Wiese davor steht noch etwas unter Wasser, bei Breizh Kabar, einer Gruppe von der Insel La Reunion, zusammen mit der Bagad aus Auray. Beide Gruppierungen erzählen in dem Zusammenspiel der unterschiedlichen Musik eine Geschichte über die Auswanderer, die zusätzlich noch von der Tanzgruppe aus Auray visualisiert wird.
Irgendwann gegen 20.00 Uhr werden die Beine vom vielen Stehen und Herumlaufen müde, und wir auch. Zum Glück gibt es ja die Navette, die uns bis zu unserem Wohnmobil bringt.
Tagesstrecke: 0 km
Samstag, 15.08.2015
Zur Abwechslung strahlt der Himmel schon sehr früh in einem reinen Blau. Gegen Mittag fahren wir wieder in den Hafen. An einem der zahlreichen Verpflegungsstände essen wir Tartiflette und Kartoffeln mit Petoncles (Sorte von Muscheln). Überall ist ein lustiges Treiben und die verschiendensten Musikfetzen werden an unsere Ohren geweht. Die Schiffe haben heute alle geflaggt.
Um 15.30 Uhr gibt es bei der Bühne Scène Hugil ein Konzert mit der Gruppe “L’Equipage Tonnerre”. Sie besteht zum großen Teil aus ehemaligen Begleitmusikern von dem leider zu früh verstorbenen bretonischen Sänger Michel Tonnerre. Die Musik ist wirklich super und es ist eine tolle Hommage an Michel Tonnerre. Die Zuhörer haben sich auf unterschiedlichste Art und Weise vor der Sonne geschützt. Vor jeder der 5 Bühnen drängen sich die Zuhörer. Trotzdem ging das dichte Treiben rund um das Hafenbecken weiter.
So, jetzt haben wir ein wenig Zeit, bis um 23.00 Uhr “I Muvrini”, eine unserer Lieblingsgruppen, spielt. Wir nutzen die Gelegenheit und fahren zum Ausruhen wieder zu unserem Wohnmobil.
Wir sind gegen 22.30 Uhr schon wieder im Bereich der Hauptbühne. Zur Zt. spielt dort noch eine Bluegrass Band. Mit etwas Verspätung und einigem Gerangel der 15.000 Zuhörer um die besten Plätze geht es endlich los. Der korsische Gesang ist immer wieder schön zu hören, und I Muvrini bringen eine angenehme Mischung aus ihren älteren Liedern und von Stücken der neuen CD. Für die Bretonen gibt es eine extra Verbeugung mit einem eigenen Arrangement von “Tri Martolod”.
Es wird mitgesungen, oder andächtig gelauscht, auf jeden Fall vergeht die Zeit zu schnell. Total kaputt vom langen Stehen geht es wieder mit der Navette zurück. Unterwegs sehen wir Polizeikontrollen bei den vielen PKW-Fahrern, die nach Hause wollen. Und wir sind dann auch endlich um 01.30 Uhr, bei 10° und einem sternenklaren Himmel wieder bei unserem Womo.
Tagesstrecke: 0 km
Sonntag, 16.08.2015
Kurz vor Mittag zieht es uns wieder zum Festivalgelände. Ein kleines Restaurant am Hafenbecken bietet heute im Außenbereich gebratenen Thunfish mit Pommes an. Das gefällt uns. Rundherum schieben sich schon wieder Menschenmassen durchs Gewühl. Auf der Bühne Stan Hugil spielen bereits die Bagad von Plouha und 6 Sänger von der Cote d’Armor. Obwohl uns die Musik der Bagads gefällt, ist das Zusammenspiel mit den Folksängern nicht das, was wir uns wünschen. Was aber so ein echter Bretone ist, kann bei der Musik mit Dudelsack und Bombarde nicht ruhig stehen. Am Hafen sind schon viele andere Spektakel zu Gange. Uns zieht es aber in das Zelt Cabaret M. Tonnerre zu dem Konzert von Louis Capart. Von der Art des Auftritts und des Gesangs vergleiche ich ihn ein wenig mit Reinhard Mey.
Bei der Stimme und den mitreissenden Melodien fällt es nicht ins Gewicht, dass wir leider nicht alles vom Text verstehen. Nach dem Konzert lasse ich mir noch eine CD signieren und verabschiede mich mit einem “Auf Wiedersehen im November in Limburg!”. Denn ich konnte aufgrund unseres Festival-Besuches vor zwei Jahren unseren Vorstand des Partnerschafts-Vereins überzeugen, dass wir für den Beaujolais-Abend 2015 Louis Capart engagieren sollten. Ich freue mich schon darauf.
Wir ziehen noch ein wenig umher, und sehen unter anderem die Steel Band “Les Allumés du Bidon” und die “Fanfare Pruneau”. So langsam nähern wir uns dem “Aufnahme-Stopp”. Alles tut uns weh. “Wir wollen nur noch nach Hause, zum Wohnmobil.”
Tagesstrecke: 0 km
Montag, 17.08.2015
Heute heißt es, von Paimpol Abschied zu nehmen. Gemütlich fahren wir durch die Landschaft, kaufen in Treguier im Supermarkt ein und landen auf dem Stellplatz mit V+E in Trégastel. Zur Abwechslung sind wir Selbstversorger: Salat mit Ziegenkäse und Echine mit Couscous. Später wandern wir am Meer entlang nach Ploumanac’h. Überall liegen die riesigen Brocken des rosa Granit, und zwischendurch immer wieder herrliche Ausblicke auf das Meer. Als wir wieder beim Wohnmobil sind, merken wir, dass wir fast 4 Stunden unterwegs waren.
Da der Kassenautomat defekt ist, kommt ein Kassierer um die Gebühr von EUR 8,00 einzusammeln.
Am Abend zieht ein Franzose mit einem Eimer um die Wohnmobile, mal hier, mal dort. Die Ausländer werden aber ausgelassen. Als er bei unserem Gegenüber ist, schaue ich mal nach, was da so abgeht. Auf meine Frage, zeigt er mir schön abgepackte 1-Kilo-Portionen frischer, ausgelöster Jakobsmuscheln für EUR 23,00. Im Supermarkt sollen die EUR 42,00 kosten. Wir werden uns einig.
Es gibt noch viele Spätankömmlinge auf dem Platz, so daß einige davon auf den Parkplatz des nahen Supermarktes ausweichen.
Tagesstrecke: 46 km
Dienstag, 18.08.2015
Nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir am späten Vormittag eine Radtour nach Trégastel. Am ersten Kreisel ändern wir aber unsere Richtung und fahren zur Presqu’Ile Renote, einer vorgelagerten Halbinsel. Von nun an geht es zu Fuß weiter auf eine schöne Rundwanderung. Die Aussicht ist einfach grandios. Für unser Mittagessen, was wohl etwas verspätet stattfinden wird, sammeln wir mit Eifer Bigorneaux (kleine Meeresschnecken). Die Jakobsmuscheln lagern ja schon im Kühlschrank. Gegen Abend machen wir noch einmal einen kleinen Spaziergang an der Küste entlang.
Tagesstrecke: 0 km
Wer den Auszug aus meinem Reisebericht bis hier hin gelesen hat und sich bereits wunderte, dass keine Bilder mehr kommen, der findet den gesamten Reisebericht mit viel mehr Bildern hier --> Link


