Mein Vater, der aus der sächsischen Schweiz stammt, hat mit uns viele Male seine Heimat besucht, wenn auch unter erschwerten Bedingungen, denn da gehörte es zur DDR.
Die Reise war verbunden mit Verwandtenbesuchen,die ich auch schon ewig nicht mehr gesehen hatte.
Nachdem das Wohnmobil reisefertig war, sind wir gemütlich am 18.04.2015 nachmittags gestartet. Unser erstes Ziel war die Gedenkstätte Buchenwald. Die Anreise erfolgte über die A1, A44, A7 und A4. Nachts waren zwar wenig Fahrzeuge unterwegs, aber im Radio liefen ständig Warnmeldungen zu Wildunfällen und wir konnten leider viele überfahrene Wildtiere sehen.
Nach einer relativ entspannten Fahrt und 380 Kilometer später sind wir am 19.04.2015 gegen 2 Uhr nachts auf dem Parkplatz der Gedenkstätte eingetroffen und haben dort auch übernachtet. Es war ein beklemmendes und unwohles Gefühl.
Nach dem Frühstück haben wir uns dann direkt in die Gedenkstätte begeben.
Wir haben bewußt keine Fotos gemacht. Das, was wir dort gesehen haben, hat sich aber für ewig in unsere Köpfe und in unser Herz eingebrannt.
Es ist mit Worten nicht zu beschreiben, zu was Menschen in der Lage sind und uns hat es die Sprache auch komplett verschlagen.
Nachmittags haben wir uns dann auf den Weg nach Weimar gemacht. Unser Ziel war der kostenlose Stellplatz am Saunabad Weimar. Dort haben wir den Tag in Ruhe ausklingen lassen.


Stellplatz am Saunabad
Am nächsten Tag, 20.04.2015, sind wir dann mit dem Wohnmobil Richtung Weimars Innenstadt gefahren. Dort haben wir das Wohnmobil abgestellt, die Fahrräder ausgeladen und uns in die Innenstadt begeben.
Mein Ziel war - neben den Sehenswürdigkeiten- eine Thüringer Bratwurst :D

Blick von der Würstchenbude auf ein Hotel

.... und Blick Richtung Fußgängerzone
Merkwürdigerweise gibt es nur diesen beiden Fotos. Aber Weimar ist wirklich sehenswert. :ja:
Nach ausreichend Sightseeing haben wir uns auf den Weg zu Sachsens Landeshauptstadt gemacht. Es ging wieder entspannt über die A4 und gute 200 Kilometer weiter haben wir gegen 19 Uhr Dresden erreicht.
Dort mussten wir erstmal das Wohnmobil loswerden, um noch ein bisschen durch Dresden zu laufen.

Zufahrt zum Stellplatz

Nach erfolgreicher Kontrolle aller Klappen ging es los. Immer an der Elbe lang bis zu den Sehenswürdigkeiten.

das erste Foto von der Frauenkirche, leider etwas unscharf
Nach einem Bummel durch die Innenstadt sind wir etwas essen gegangen.
Mit vollem Bauch und schweren Beinen ging es dann wieder zurück zum Wohnmobil.



Am 21.04.2015 kam morgens der Brötchenlieferant auf den Stellplatz und versorgte uns mit frischen Brötchen und Eierschecke, eine Kuchenspezialität aus Sachsen und Thüringen.
Nach einem ausgiebigen Frühstück gings noch kurz zum Einkaufen um die Ecke und dann wieder zu den Sehenswürdigkeiten.



Frauenkirche von innen
Den Aufstieg auf die Kuppel haben wir dann wegen meiner Höhenangst gelassen, obwohl Volker gern gucken gegangen wäre.












Abends sind wir dann mit dem Fahrrad wieder an der Elbe längs bis zum Stellplatz. Dort haben wir die müden Füße hochgelegt und sind recht schnell eingeschlafen.
Ihr ahnt es schon, der Morgen begann wieder mit einem ausgiebigen Frühstück. Das ist für uns die wichtigste Mahlzeit am Tag, daher fällt es immer sehr üppig aus.
Dann haben wir das Wohnmobil abreisebereit gemacht und sind von Dresden zum Schloss & Park Pillnitz gefahren.
Auf dem ausgewiesenen Parkplatz für Besucher war leider kein Bereich für ein Wohnmobil oder größeres Gefährt ausgelegt. Soweit ich mich erinnere, war die Zufahrt ab 3t gesperrt.
Aber wir hatten Glück, und haben am Randstreifen noch eine Parklücke entdeckt.
Von dort haben wir uns zufuß auf den Weg zum Schloss gemacht. Das letzte Mal war ich dort als Kind und die gesamte Anlage hatte mich bereits damals in ihren Bann gezogen. Irgendwie war auch eine Gondel, ähnlich wie in Venedig, in meiner Erinnerung.
Leider war nur eine Besichtigung der Außenanlagen möglich, da die Innenräume um diese Jahreszeit für den Tourismus noch nicht zur Verfügung standen.
Aber die Außenanlagen sind auch wunderschön.

















Und dann wurde mein Kindheitstraum Wirklichkeit :ja: Ich hatte mich nicht getäuscht:







Wir haben dann Pillnitz verlassen und uns auf den Weg nach Pirna gemacht. Die 8 Kilometer waren schnell gefahren.
Und dann folgte ein unangemeldeter Besuch bei meiner Tante und meinem Onkel, die ich das letzte Mal vor 11 Jahren gesehen hatte.
Die Wiedersehensfreude war groß und der Abend wurde lang.
Übernachtet haben wir dann auf dem Parkplatz des Geibeltbades. Da ich nicht einschlafen konnte, habe ich interessiert einem Marder zugesehen, der auf der anderen Seite des Parkplatzes, getrennt durch einen Bach, auf 2 Autos rumkletterte. Der Bach schien mir ein unüberwindliches Hindernis für den kleinen pelzigen Freund. Hatte ich mir gedacht. Später - nach der Tour- stellte sich heraus, dass er es doch noch bis zu uns geschafft hatte. Sein Ziel ist der Schlauch für die Scheibenwischanlage gewesen :evil:
Am 23.04.2015 ging unsere Tour ein Stückchen weiter. Nach dem Frühstück machten wir uns auf nach Königstein.
Hier bin ich als Kind schon oft gewesen, da es der Heimatort meines Vaters war und früher die gesamte Verwandschaft dort lebte.
Königstein ist ein beschaulicher kleiner Ort, der durch die Festung Königstein weit über seine Grenzen hinaus bekannt ist.
Wir hatten uns für den heutigen Tag aber nur den Besuch im Ort vorgenommen.
Kaum standen wir im Ortskern vor dem dortigen Fotogeschäft, wurden wir von einer Frau angesprochen, dass der Inhaber des Geschäftes gerade nicht da sei.
Wie es der Zufall will, war diese Frau die zweite Ehefrau meines Onkels. Die Wiedersehensfreude war ebenfalls groß.
Danach erkundeten wir Königstein.









Im Hintergrund sieht man die Festung
Und dann haben wir meinen Vater besucht

Abends haben wir dann wieder unser Wohnmobil auf dem Parkplatz vor dem Geibeltbad geparkt. Versorgung mit Frischwasser erfolgte bei meiner Tante. Und so ließen wir einen weiteren schönen Tag ausklingen.
Am 24.04.2015 schliefen wir zunächst lange und waren dann zum Frühstück bei meiner Tante eingeladen.
Danach machten wir uns auf den Weg auf der Suche nach einer Entsorgungsstation. Dabei haben wir uns viel Zeit gelassen und uns aus dem Wohnmobil heraus die Gegend angesehen.
Letztlich landeten wir auf dem Stellplatz in Struppen. Dort haben wir entsorgt und uns dann wieder auf den Weg gemacht.
Der sehr nette Stellplatzbetreiber hatte uns aber von seinem Stellplatz derart überzeugt, dass wir wieder umgekehrt sind, um dort zu übernachten. Es blieb nicht bei einer Nacht :)
Wir haben uns dann dort häuslich niedergelassen und erstmal in Ruhe gegrillt.





Nach dem Essen haben wir noch einen ausgedehnten Spaziergang bis zum Einbruch der Dunkelheit unternommen.
Dann gings zurück zum Wohnmobil zum Schlafen.
Am nächsten Tag (25.04.2015) hatten wir uns vorgenommen, die Bastei zu besichtigen. Laut Unterlagen, die wir auf dem Stellplatz erhalten hatten, sei die Fahrt mit dem Fahrrad zum Kurort Rathen nicht besonders anstrengend. Daher entschieden wir uns für diese Variante. :eek:
Vorher wollten wir noch einen kleinen Abstecher zu dem Bauernmarkt mit Oldtimertreffen im Dorf machen. Dieses wurde uns vom Stellplatzbetreiber besonders ans Herz gelegt.
Unsere Vorstellung war, dass dort ein kleines Dorffest stattfindet mit maximal 50 Teilnehmern. Struppen ist ja auch recht klein.
Wir ahnten nicht, dass wir eines Besseren belehrt wurden. :ja:
Im Ortskern angetroffen standen wir vor einer großen Menschenmenge. Mit Fahrrädern über das Fest zu laufen, war quasi unmöglich. Also die Fahrräder angebunden und dann in die Menge gestürzt.
Bier und Essen waren mehr als gut.





Sie schlafen und leben :ja:
Da ich ein echter Treckerfan bin, wurde ich reichlich belohnt.










Aber es gab auch andere Gefährte















Und für alle, denen Bildergucken nicht ausreicht, haben wir auch den Sound der Trecker festgehalten:
[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=hnWdGFDgxO8[/youtube]
Mein Lieblingstrecker ist der Lanz Bulldog, den ich im Miniformat von Siku control habe. Und er macht genau den gleichen Sound :love:
Nach der Treckerparade haben wir das Fest verlassen und uns auf den Weg zum Kurort Rathen gemacht.
Die Anfahrt mit den Fahrrädern war problemlos, denn es ging überwiegend bergab.
Im Kurort Rathen angekommen, haben wir die Fahrräder angebunden und uns auf die Fähre über die Elbe begeben. Die Überfahrt dauert maximal 5 Minuten.
Ab da ging es steil bergauf, was mir aufgrund meiner Erkrankung besonders schwer fiel.
Aber Durchhalten wird mit einer fantastischen Aussicht belohnt.

Blick auf den Lilienstein

Blick auf den Kurort Rathen



endlose Treppen






Die Aussicht ist wirklich genial, aber für jemanden mit Höhenangst leider eher Folter.
Aber ich habe mich überwunden :ja:
[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=eQg8AV05voM[/youtube]
Danach gings wieder zurück zur Fähre und zu den Fahrrädern.
Nun kam die schlaue Erkenntnis, dass das, was man bergab gefahren ist, auch wieder bergauf musste. Für mich mit meinem e-bike kein Thema. Aber der arme Volker vor mir musste ganz schön kämpfen :D
Abends kam dann nur noch das Schonprogramm vor dem Fernseher.
Am 26.04.2015 haben wir zeitig nach dem Frühstück den schönen Stellplatz in Struppen verlassen und uns wieder auf den Weg nach Pirna zu meiner Tante und meinem Onkel gemacht.
Dort gab es ein reichliches Mittagessen.
Danach erschien auch meine Cousine, die ich ebenfalls schon ewig nicht mehr gesehen hatte.
Nachdem wir uns gemeinsam die Füße vertreten hatten, landeten wir in einem kleinen Biergarten und haben dort den Nachmittag ausklingen lassen.
Zurück zum Wohnmobil haben wir es uns auf einem großen Parkplatz in der Nähe der Festung Königstein gemütlich gemacht.
Am 27.04.2015 machten wir uns von dort zufuß auf den Weg zur Festung. Auch dieser Spaziergang war anstrengend, da es wieder mal nur bergauf ging.












Königstein von oben. Links neben dem Kirchturm ist das Haus meiner Großeltern.
[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=uRa9eQ5c2hM[/youtube]
Abends trudelten wir wieder in Pirna bei der Verwandschaft ein. Übernachtung wieder auf dem Parkplatz vor dem Geibeltbad bei unserem kleinen pelzigen Freund :evil:
Am 28.04.2015 verabschiedeten wir uns von meiner Verwandschaft und machten uns auf den Weg Richtung zu Hause.
Nachmittags trudelten wir dann in Meißen ein.
Ein Stellplatz direkt an der Elbe war schnell gefunden.


Die Albrechtsburg in Meißen ist unübersehbar. Daher machten wir uns sofort auf den Weg, um sie zu erkunden.
(Natürlich ging es wieder nur bergauf :D ).





Stellplatz von oben














Da es sich um die Uhrzeit nicht mehr lohnte, die Albrechtsburg zu besichtigen, haben wir uns ein sehr gutes griechisches Restaurant ausgesucht und es uns gut gehen lassen.
Danach erfolgte ein Spaziergang durch die Stadt.
Anschließend gings wieder zum Wohnmobil zurück.
Am 29.04.2015 haben wir uns zeitig wieder bergauf zur Albrechtsburg begeben. Nun kam die Besichtigung von innen.










Wir beendeten unseren Rundgang, als uns die Füße qualmten und beschlossen, unsere Reise langsam ausklingen zu lassen.
Im Forum war schon oft über den Stellplatz am Twistesee in Bad Arolsen berichtet worden. Da wir auf unserer Heimreise dort quasi vorbei kamen, entschieden wir uns für dieses Ziel.
Und eine rechtzeitige Anreise vor dem Maifeiertag sollte uns auch einen Stellplatz sichern.
Am frühen Abend haben wir dann Bad Arolsen erreicht. Ein Platz in der ersten Reihe war nicht frei, was uns aber nicht weiter störte. Nach und nach füllte der sich Stellplatz.





Die nächsten 2 Tage verbrachten wir mit Grillen, Fahrrad fahren, Waffeln mit heißen Kirschen essen ( gabs dort auf dem Platz) und intensivem Ausruhen.
Der Platz war rappelvoll und ohne Hund war man ziemlich out :D
Und am ersten Mai zogen Horden von Jugendlichen mit riesigen Boxen auf Bollerwagen um den See. Später kam es zu mehreren Polizeieinsätzen, da es leider aufgrund des steigenden Promillepegel zu Auseinandersetzungen kam.
Uns hat das alles nicht gestört. Wir haben die letzten Tage der Reise genossen.
Am 02.05.2015 machten wir uns dann auf zur letzten Etappe nach Hause. Wir machten noch einen kleinen Abstecher über Winterberg, um schon mal den Stellplatz für das Treffen zu besichtigen.
Und dann hatte uns unser zu Hause wieder.

