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Frage: Messkategorie im Womo an Landstrom, CAT IV? 1, 2


underdog am 18 Jan 2016 00:40:32

Obwohl ich schon ewig meine Finger in elektrische Anlagen hinein stecke, war mir bis vor kurzem die Existenz der verschiedenen, sagen wir, Gefährdungsstufen, nicht bekannt.
So ist das wenn man die Dinge nicht offiziell lernt.

Cat I ist eine elektrische Anlage ohne Verbindung zum "Niederspannungsnetz" (230/400 Volt).
Das wäre z.B. die 12 Volt Anlage von KFZ.

Cat II ist die Steckdose und damit verbundene Geräte.

Cat III sind fest angeschlossene Geräte und vielleicht noch der Ausgang der Sicherungen im Sicherungskasten (heißt offiziell bestimmt anders).

Cat IV ist Hausanschluß, Stromzähler, freie Außenleitungen.

Und da frage ich mich, nachdem ich diese Messkategorien entdeckt habe, wo wäre ein an Landstrom angeschlossenes Wohnmobil einzuordnen?

In einem Beispiel wurde die Zuleitung zu einer Wasserpumpe außerhalb eines Hauses als zu Cat IV gehörig angegeben. Eine freie Stromleitung zwischen zwei Gebäuden, die 230 Volt führt, gehört wohl auch zu Cat IV.

Zum einen liegt so ein Kabel von der Trommel auf der Erde, also mehr oder weniger frei, andererseits sind die gesamten Kabelstrecken oft sehr lang und dämpfen daher die eventuell auftretenden Spannungsspitzen.

Ich habe im Wohnmobil ein Multimeter mit Cat II 600 V und denke, ich sollte damit vielleicht nicht mehr an der 230 V Anlage messen.
Aus lauter Übermut habe ich mir bereits einige Muster von besseren Messgeräten kommen lassen.

Weiß jemand eine Antwort zu dieser Frage?

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Tinduck am 18 Jan 2016 07:49:30

Ich bin ja keine Elektrofachkraft...

Aber was sollte an einem CAT IV Messgerät anders sein als an Deinem??

Solange die richtige Spannungsfestigkeit gegeben ist (und 600 V sollte bei Arbeiten am 230 V Netz dicke ausreichen), sehe ich da kein praxisrelevantes Problem.

Für gewerbliche Arbeiten mag das anders sein. Ist dann aber wohl eher eine Frage der technischen Richtlinien bzw. der üblichen Frage, wer haftet, wenn was schiefgeht.

bis denn,

Uwe

frajop am 18 Jan 2016 09:18:54

Hallo,
die exakte Definition für die Messkategorien nach IEC 61010 Teil 1 ist:
CAT I :Messungen an Stromkreisen, die nicht direkt mit dem Netz verbunden sind, z.B. Batterien etc.
CAT II : Messungen an Stromkreisen, die elektrisch über Stecker direkt mit dem dem Niederspannungsnetz verbunden sind, z.B. in Haushalt, Büro und Labor
CAT III: Messungen in der Gebäudeinstallation, Stationäre Verbraucher, Verteileranschluss, Geräte fest am Verteiler
CAT IV: Messungen an der Quelle der Niederspannungsinstallation Zähler, Hauptanschluss, primärer Überstromschutz

Nach meiner Einschätzung ist CAT II für deine Kabeltrommel ausreichend. Ob sie innen oder aussen verwendet wird ist erst mal nicht relevant. Sie wird jedenfalls über einen Stecker am Niederspannungsnetz angeschlossen -> CAT II

Die CAT ist eine Gefährdungsklasse die vorgibt, in welchen Bereichen einer Installation mit welchen Messmitteln gearbeitet werden muss. Ein CAT IV Messgerät brauchst du als Nichtfachmann keinesfalls, an diesen Stellen darfst du gar nicht arbeiten.

Die Geräte unterscheiden sich intern durch z.B. unterschiedliche Luft- und Kriechstrecken, je höher die Kategorie um so höher die Sicherheit gegen transiente Belastungen. Das hat erst mal nichts mit der Arbeitsspannung des Messgeräts zu tun, die kann für alle Klassen gleich sein.

Grüße
Frank

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gespeert am 18 Jan 2016 10:53:06

Ein guter Artikel zu diesem Thema steht auch in Wikipedia
--> Link

Energiemacher am 18 Jan 2016 11:22:06

Moin,

für deine Zwecke reicht ein CatII oder CatIII aus.
CatIV muss man auch beachten das viele nur bis ~600V zugelassen sind.
Was bei uns schon oft zu Problemen und Diskussionen geführt hat, denn von Niederspannung spricht man bis 1000V. Und wenn wir in Anlagen mit 690V messen ist das kritisch.

CatIV bis 1000V bekommt (zumindest war es die ganze Zeit so bei Spannungsprüfern) man nur beim Hersteller auf Nachfrage.

Woher kommt denn deine Frage?
Rein aus dem privaten oder gewerblichen Bereich?
Wenn die Weisungsbefugt bist und jemanden mit.dem messen beauftragst, musst du natürlich dafür sorgen das ein geeignegtes Gerät zur Verfügung steht.

Grüße
Thorsten

underdog am 18 Jan 2016 13:45:41

Wie beschrieben, ich bin zufällig über die Messkategorien gestolpert.
Ich bin sowohl privat- als auch beruflicher Anwender, aber am untersten Ende der Nahrungskette.
Es werden die möglichen Gefahren ganz plastisch beschrieben, Spannungsspitze kommt, woher auch immer, im Messgerät gibt es einen Knall, man erschreckt sich, zieht den Lichtbogen nach draußen und führt ihn zusammen, Luft explodiert, man verletzt sich.
Muss nicht passieren, könnte aber.
Es hat mich interessiert ob da jemand was weiß.
Soviel habe ich im Wohnmobil auch nicht zu messen, ich werde mir wohl einen CAT IV 600 V Duspol einstecken, falls ich wirklich mal wissen muss ob die 230 V halbwegs ankommen.
Einstweilen vielen Dank für die Antworten.

Energiemacher am 18 Jan 2016 14:00:24

Cat IV sind im privaten Bereich, auch am CEE bzw. der Verdrahtung (d)eines Wohnmobils o.ä. definitiv oversized!
Es schadet sich natürlich nicht mit hochwertigeren Messgeräten auszustatten.

Auch wenn du in der unteren Nahrungskette stehst aber eine "Elektrofachkraft" bist, dann solltest du du nach der Definition über die einschlägigen Bestimmungen usw. informiert sein.
Sollte dein direkter Vorgesetzter keine Elektrofachkraft sein, bist du in der Verpflichtung auf diesen Umstand hinzuweisen und dich mit der verantwortlichen Elektrofachkraft zusammen zu setzen um diesen Umstand "ungeeignete Mess- und Prüfgeräte" hinweisen.

Meines Wissens bieten alle "guten" Hersteller sowieso fast nur Cat III und Cat IV an.

Grüße
Thorsten

PS: Welche Mess- und Prüfgeräte brauchst du denn?

Nachtrag 1:
Um zu prüfen/messen ob die 230V ankommen taugt ein Multimessgerät allemal.......dazu brauchst du keinen Duspol.
Hingegen zum feststellen der Spannungsfreiheit ist nur ein Duspol geeignet (weder Multimeter und schon gar nicht ein Lügenstift).


Nachtrag 2:
Achte darauf das du dir keinen Duspol mit Batterien kaufst. Es ist der letzte Sch....!, egal welcher Hersteller! Auch wenn die Geräte ohne Batterie funktionieren müssen, sorgen sie eher für Unsicherheit

underdog am 18 Jan 2016 20:37:18

Ich bin offiziell keine "Elektrofachkraft", ich habe kein Papier dafür vorzuweisen.
Mein "Vorgesetzter" :) ist Maschinenbau-Ingenieur, keine Ahnung was der so alles darf.

Wir sprechen nicht darüber.

Es scheint aber, als sei ich in unserem Laden eine der höchsten Instanzen was Elektrik/Hydraulik/Regelungstechnik betrifft.
Wenn man einige Jahre übt, kommt auch was dabei heraus.

Es ist schon erstaunlich wie manche Betriebe ich der wirklich wahren Welt geführt werden. Wir sind wohl mehr ein anarchistisches Kollektiv.

Was brauche ich an Mess- und Prüfzeug, das übliche, was für die Steckdosen, was für die Batterien, habe ich alles und weiß auch was die Zahlen und Lampen bedeuten.

Es ging mir nur um diesen Sonderfall des eigentlich über eine Freileitung angeschlossenen Wohnmobils. Müsste dann CAT IV sein.
Das lässt sich aber mit einem echten Duspol, oder ähnlich, halbwegs gefahrlos testen, ob Strom da oder Strom weg.
Ob das dann 216 Volt oder 242 Volt sind ist egal, daher brauche ich dafür auch keine Zahlenanzeige.

Zum Durchgang prüfen kann man den Stecker ziehen, also wenn mal eine Leitung unterbrochen sein sollte oder so.

Duspol mit Batterie ist doof? Aber der hat doch den Vorteil auch Durchgang prüfen zu können? Wollte mir demnächst mal einen Duspol Expert anschaffen.
Einen Duspol analog plus und einen Duspol Master habe ich derzeit in Gebrauch. Wobei der Duspol analog plus überwiegend in meinem Lieblings-Werkzeugkoffer schlummert.

frajop am 18 Jan 2016 20:49:41

underdog hat geschrieben:Es ging mir nur um diesen Sonderfall des eigentlich über eine Freileitung angeschlossenen Wohnmobils. Müsste dann CAT IV sein.

Nein, der Anschluss des Wohnmobils an ein Stromnetz erfolgt nie über eine Freileitung im Sinne der Norm.

underdog hat geschrieben:Wir sprechen nicht darüber.


Das ist ganz schlecht in einem Unternehmen. Wehe, es passiert etwas, dann wird es für die Verantwortlichen sehr eng.

Informiert euch doch mal bei der zuständigen Berufsgenossenschaft bez. den Unfallverhütungsvorschriften. Es nicht zu tun ist unverantwortlich den Mitarbeitern gegenüber.

Grüße
Frank

wolfherm am 18 Jan 2016 20:56:43

Man, man, da muss ich auch den Kopf schütteln. Wir sind nur IT-Betrieb, haben eine geprüfte Elektrofachkraft und die hat sogar vernünftige Messgeräte........ :rofl:

Energiemacher am 18 Jan 2016 21:24:23

underdog hat geschrieben:Ich bin offiziell keine "Elektrofachkraft", ich habe kein Papier dafür vorzuweisen.
Wir sprechen nicht darüber.

Es scheint aber, als sei ich in unserem Laden eine der höchsten Instanzen was Elektrik/Hydraulik/Regelungstechnik betrifft.
Wenn man einige Jahre übt, kommt auch was dabei heraus.


Hallo,

also nimm es mir nicht übel, aber du bist weit weg von einer Fachkraft und eher als elektrischer Laie einzustufen.
Insebsondere wenn du eine Verlängerungsleitung als Freileitung einstufst.

Sorry, aber deine elektrischen Kenntnisse sind bzw. können sehr gefährlich sein.
Ich würde das unbedingt auch in der Firma ansprechen.
Es gibt auch Schulungen um zumindest einen elektrischen Laien zu einer Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten auszubilden.

Ich weiß ja nicht in welcher Firma du arbeitest bzw. was das Aufgabengebiet ist, aber es erscheint ein erhebliches organisatorisches Versagen zu geben, das auch dringend behoben werden sollte.
Das Geschrei ist groß wenn etwas passiert! Denn der Staatsanwalt fragt nach....WER!? und wenn dann jemand auf dich mit dem Finger zeigst und sagst du hast ja viel geübt, dann könnte es im schlimmsten Fall dazu führen das die Handschellen klicken.....du haftest mit deinem Privatvermögen! Also ACHTUNG!


Zum Duspol mit Batterie bzw. zum prüfen des Durchgangs:
Hier würde ich immer ein Multimeter bevorzugen, denn dann kannst du tatsächlich ohmisch messen.
Dann hast du nicht nur die Gewissheit das Durchgang vorhanden ist, sondern erhälst auch Werte die dich erkennen lassen ob das alles plausibel ist (Stichwort: z.B. Übergangswiderstand).
Dazu braucht man aber schon etwas Erfahrung oder sollte wissen wo man nachlesen kann was eine 20m Kupferleitung normalerweise für einen Widerstand (abhängig vom Querschnitt) haben sollte.


Ich rate dir aber nochmal dazu: Sprich das in der Firma an!

Und es ist nicht Ziel das etwas funktioniert.......sondern das es SICHER funktioniert!

Grüße
Thorsten

mantishrimp am 18 Jan 2016 21:32:44

Hallo,

da muss ich den anderen absolut Recht geben. Sieh zu das sich dein Chef um ein passendes Seminar bemüht, gibt es extra für die SHK Branche z.B: --> Link

underdog am 18 Jan 2016 21:47:53

Lass gut sein. Ich weiß schon wovon die Rede ist. Ich habe sämtliche elektrischen Größen inhaliert.

Das mit der Freileitung habe ich einem Beispiel entnommen welches die Kategorien erklärt hat.
Daher kommt auch meine Frage an sich.

Ich entscheide für mich, wenn ich wissen will ob die Steckdosen im Wohnmobil Strom führen, teste ich das mit dem CAT IV Duspol, das ist auf jeden Fall nicht verkehrt.

Zum Duspol mit Batterie bzw. zum prüfen des Durchgangs:
Hier würde ich immer ein Multimeter bevorzugen, denn dann kannst du tatsächlich ohmisch messen.
Dann hast du nicht nur die Gewissheit das Durchgang vorhanden ist, sondern erhälst auch Werte die dich erkennen lassen ob das alles plausibel ist (Stichwort: z.B. Übergangswiderstand).

Ich weiß leider nicht wie viele tausende Male ich irgendwas auf Durchgang geprüft haben mag...
Oder Widerstände gemessen (Außenfühler, Vorlauffühler, Relaisspulen,...)
Dazu braucht man aber schon etwas Erfahrung oder sollte wissen wo man nachlesen kann was eine 20m Kupferleitung normalerweise für einen Widerstand (abhängig vom Querschnitt) haben sollte.


Jep, 44 Jahre Erfahrung. Darum mache ich mir inzwischen auch Gedanken darüber.

Ich sehe gerade, da wird jetzt ganz viel geschrieben, Entrüstung pur. Bleibt mal ganz locker auf dem Teppich, keiner von uns verändert die Welt mit etwas künstlicher Aufregung.

Zu diesem Elektrokurs, andere Kollegen haben den gemacht, aber nicht begriffen, ich soll den nicht machen weil ich dann nicht bei der Arbeit bin.
Mein Boss ist wohl eine Spielernatur.
Ist aber nicht euer Problem.

:twisted: Ich darf auch Gasleitungen bauen und selbst prüfen...
Nicht böse sein, ist nur Spaß

Energiemacher am 18 Jan 2016 21:53:57

underdog hat geschrieben:
Ich sehe gerade, da wird jetzt ganz viel geschrieben, Entrüstung pur. Bleibt mal ganz locker auf dem Teppich, keiner von uns verändert die Welt mit etwas künstlicher Aufregung.



Ich weiß zwar nicht wie du nun auf künstliche Aufregung kommst, aber gut!
Mir scheint eher als wärst du in deiner Ehre als Elektrobastler angegriffen......sorry dafür, mir ist das ziemlich egal was du da treibst, es betrifft mich nicht!
Ich habe mir die Mühe gemacht und viel geschrieben um dir zu helfen.

Wenn du diese Hilfe nicht möchtest, dann ist es auch gut!
Und nur, weil du das schon immer so gemacht hast, ist es noch lange nicht korrekt!

Und es geht HIER nicht um deinen Boss, denn der "fummelt" ja nirgends rum, sondern du stehst dafür im Endeffekt gerade.

Sorry nochmals das ich dir helfen und etwas verdeutlichen wollte.
Kommt nicht wieder vor!

Grüße
Thorsten

underdog am 19 Jan 2016 00:28:01

Nochmals vielen Dank für die Mühe.

Ich möchte folgende Fundstelle angeben:
--> Link

Dort steht bei CAT IV, Beispiele, ...Erdkabel zu Wasserpumpen.

Wenn ein Erdkabel zu einer Wasserpumpe zu CAT IV gehört, wieso sollte dann ein auf der Erde liegendes Kabel zu einem Wohnmobil nicht zu CAT IV gehören?

In diese Richtung zielte meine Frage, vielleicht mag mir das noch jemand der sich auskennt erklären.

frajop am 19 Jan 2016 10:01:36

Früher wurden 'Leitungen im Freien' oft im Zusammenhang mit CAT IV aufgeführt, allerdings stand das so auch früher nicht in der Norm.
Die EN 61010 definiert Überspannungskategorien und referenziert dabei auf die Norm IEC 60364 (Gebäudeinstallation) und IEC 60664 (VDE 0100).
Wenn du nun verbindlich wissen willst, warum immer noch irgendwo eine Pumpe als CAT IV genannt ist, musst du wohl oder übel die Normen studieren, als Autodidakt ist das ja kein Problem für dich. Du bist mit Produkten der Mess- und Regeltechnik beschäftigt? Dann sollte die 61010 und die 0100 sowieso auf deinem Schreibtisch liegen...

Grüße
Frank

underdog am 19 Jan 2016 11:47:45

Vielen Dank
Ich verstehe das daher als Grenzfall.
Ich habe keinen Schreibtisch, ich bringe die Sachen draußen zum Laufen.
Und damit die liebe Seele Ruhe hat, ich tausche Teile, Pumpen, Durchlauferhitzer, usw.
Das kann so schwierig nicht sein.
Manchmal muss ich auch nach Strom suchen, wenn von 3 Phasen nur noch 2 übrig sind, dann taste ich mich mit dem Duspol vor um dann die Erkenntnis zu gewinnen, dass vermutlich eine der 3 Haussicherungen durch ist.
Und dann darf der richtige Elektriker kommen.
Ich sehe daher keinen Grund sich über mich aufzuregen.
Einen schönen Tag wünsche ich.

frajop am 19 Jan 2016 12:06:21

Es liegt mir fern, mich über dich aufzuregen. Es wundert mich nur, wie ignorant Firmen mit gesetzlichen Vorschriften umgehen und dadurch ihre Mitarbeiter gefährden. Für die von dir genannten Tätigkeiten müsstest du jedenfalls Elektrofachkraft sein, der kleine Führerschein für elektrotechnische Arbeiten.

Grüße
Frank

Tinduck am 20 Jan 2016 07:26:00

Viel Aufregung.

Bei uns in der Firma wird auch viel über Elektrofachkräfte diskutiert, vor ein paar Jahren kochte das Thema richtig hoch, wahrscheinlich von den BGs motiviert. In der Konsequenz waren Leute, die seit 15 Jahren millionenteure Produktionsanlagen erfolgreich warten und reparieren, plötzlich als Frickelheinis ohne Schraublizenz diskreditiert, die laut der schulenden Person schon mit einem Bein im Knast standen.
Als Kontrast gilt angeblich jeder, der z. B. ein Studium in E-Technik abgeschlossen hat, als EFK, auch wenn er nach seinem Studium nie mehr nen Spannungsprüfer in der Hand gehabt hat.

Bei uns wurde das Thema mit regelmässigen Nachschulungen im Haus gelöst. Da erfährt zwar niemand was Neues, aber man ist rechtlich auf der sicheren Seite.

Eigentlich ist es wie immer im Leben... einen Idioten kann man 2 Jahre lang schulen, und eine Woche später verbrutzelt er in der Unterverteilung. Leute mit einer gewissen Grundintelligenz und gesundem Menschenverstand schaffen es auch ohne EFK, eine Pumpe an Drehstrom zu bringen und überleben das auch reproduzierbar, dürfen aber nicht.

Wer hat eigentlich bei Euch zuhause den Herd angeschlossen? 8)

bis denn,

Uwe

frajop am 20 Jan 2016 08:57:02

Da sind wir wieder mitten in der Diskussion: Sind gesetzliche Vorschriften einzuhalten, oder entscheiden wir selbst, was wir für sinnvoll halten oder nicht!?

Eines ist klar, wenn jemand zu Schaden kommt und Stromunfälle sind ganz schnell passiert, dann wird es ganz eng für die Verantwortlichen. Der Richter wird ausschließlich nach Gesetzeslage entscheiden.

Noch zum Thema EFK. Regelmäßige Schulungen sind Pflicht. Alleine eine Studium in grauer Vorzeit ist nicht ausreichend.

Grüße
Frank

Tinduck am 20 Jan 2016 09:28:42

Natürlich muss man sich an Gesetze halten.

Aber deren Sinnhaftigkeit zu hinterfragen und zu diskutieren, sollte weiterhin erlaubt bleiben :D

bis denn,

Uwe

wolfherm am 20 Jan 2016 09:35:06

Ist es denn nicht sinnhaft, wenn nur ausgebildete und geprüfte Fachleute gefahrgeneigte Tätigkeiten ausführen?

Das braucht man doch sicherlich nicht mehr diskutieren.

rkopka am 20 Jan 2016 10:28:23

wolfherm hat geschrieben:Ist es denn nicht sinnhaft, wenn nur ausgebildete und geprüfte Fachleute gefahrgeneigte Tätigkeiten ausführen?

Das ist eben der Unterschied: ausgebildet zu geprüft, bzw. formal ausgebildet zu sich selber etwas beigebracht. Die Prüfung sollte eine gute Ausbildung sicher stellen, tut es aber nicht zwingend. Nicht umsonst gibt es genug Pfusch von "geprüften" Fachleuten. Siehe auch "Pfusch am Bau" u.ä.
Andererseits kann jeder mit etwas Verstand und Lernwillen sich das Wissen rund um so einfache Elektrotechniken beibringen und weniger Fehler machen.

Ich hab z.B. so Erfahrungen mit Auto Werkstätten. Damals ein Fiat Ritmo in einer Fiat Fachwerkstatt: einmal die Antriebswelle schlecht montiert und an der Kreuzung fiel sie ab. Später dann einen neuen Starter falsch montiert und nach wenigen Starts waren die Ritzel hin. Die Tests der verschiedenen Automagazine (Heft und TV) bringen da ja auch oft ziemlich miese Ergebnisse.
Oder eine große Industriemaschine, wo wir Teile austauschen sollten, weil etwas nicht funktionierte. Tatsächlich hatte das "Fachpersonal" Kabel auf die Isolierung angeklemmt (ohne Kontakt) ! Das hätte nicht mal ich (damals nur Student ganz am Anfang) so verpfuscht.

Da ich DI ET bin, sehe ich das in dem Bereich etwas lockerer (was die Prüfungen betrifft). Und auch wenn das für mich evt. offiziell reicht, so habe ich auch Freunde, die das Studium nicht abgeschlossen haben, aber sicher mehr davon verstehen also so mancher "Fachmann".
Bei Gas wäre es (für mich) etwas anderes.

RK

bernie8 am 20 Jan 2016 10:37:36

Hallo,

Ich denke die Rechtslage ist klar, das braucht man nicht diskutieren.

Ich habe im Bekanntenkreis einen selbstständigen Elektromeister. Prüfmeister bei der IHK.
Fürs Offizielle.

Wenns knifflig wird frage ich aber lieber einen anderen Kumpel, der ist gelernter KfZ- Elektriker / Techniker.
Der hat definitiv mehr Ahnung, auch von Hausinstallationen !

Bei der ganzen Stromgeschichte sollte man sich immer 100% bewußt sein was man tut, ansonsten Finger weg.

xbmcg am 20 Jan 2016 10:43:26

underdog hat geschrieben:Dort steht bei CAT IV, Beispiele, ...Erdkabel zu Wasserpumpen.
Wenn ein Erdkabel zu einer Wasserpumpe zu CAT IV gehört, wieso sollte dann ein auf der Erde liegendes Kabel zu einem Wohnmobil nicht zu CAT IV gehören?
In diese Richtung zielte meine Frage, vielleicht mag mir das noch jemand der sich auskennt erklären.


Weil CAT IV feste Installationen sind (Erdkabel, Leitungen zwischen Masten etc.), eine Verlängerungsschnur in der Steckdose zu CAT II gehört, im Außenbereich
gelten zusätzliche Auflagen bezüglich Isolation gegen Feuchtigkeit und Witterungsbeständigkeit etc. Die Verlängerungsleitungen sind nicht für dauerhafte
Installationen gedacht. Du rollst ja auch das Kabel jedes Mal ein und schließt es für ein paar Tage wieder am nächsten Stellplatz an.

Die Erdleitung zum Verteilerschrank mit der Sicherung und Steckdose ist Cat IV, die Anschlußleitung im Schrank von der Sicherung zur Steckdose könnte man
mit viel Wohlwollen zu CAT III zählen - es ist eine einphasige Leitung nach der Sicherung / Verteilung, die fest installiert ist.

andwein am 20 Jan 2016 13:07:46

Ein ganz pragmatischer Vorschlag:
Schaut euch einfach die mitgelieferten Messtrippen eines "Billiggerätes" und eines "CatIV- geprüften" Gerätes an. Nicht die Genauigkeit der Messtechnik ist hier das Thema sondern die Berührungssicherheit bei verschiedenen Spannungsklassen.
Bei einer "Billiggrätemessstrippe" kann man am Messpunkt anschließen und dann die beiden Steckerstifte /die ins Messgerät gehören) anfassen und einstecken. Bei einer 230V Messung kann das tödlich enden.
Bei meinem 45-€ teuren CatIV Messgerät von Mastech sind die Messtrippen auf der Geräteseite mit Buchsen versehen und damit berührungssicher. Cat III oder IV ist also keine Frage der Messgenauigkeit oder des Preises sondern nur eine Einteilung für Isolations und Messsicherheit. Grundsätzlich gehen aber alle davon aus, dass Messungen an geöffneten Anlagen über 60V nur von ausgebildeten Fachleuten durchgeführt werden, die die damit verbundenen Gefahren kennen!
Aber schon die Diskussion über die Messgeräte zeigt, das bei manchen die Ausbildung fehlt. Klar, jeder kann lernen und seinen Erfahrungsschatz erweitern, nur im Zusammenhang mit 230V wird es immer einige geben für die der Lernweg abrupt endet!!
Damit kann er auch seine Erfahrungen nicht weitergeben. Passiert das ganze im häuslichen/privaten Bereich taucht er in der Statistik unter der Todesursache Herztod/Kammerflimmern auf, nicht unter Stromschlag!
Gruß Andreas

frajop am 20 Jan 2016 13:32:04

Stimmt so nicht ganz. Auch intern unterscheiden sich die Geräte der unterschiedlichen Messkategorien deutlich. Luft- und Kriechstrecken und Prüfspannungen müssen bei CAT IV ca. doppelt so hoch wie bei CAT II. Über die Berührbarkeit der Messleitungen sagt die Messkategorie nichts.

Grüße
Frank

andwein am 20 Jan 2016 14:06:47

Meinte ich mit "Isolation" Und richtig, die Messleitungen selbst werden nicht geprüft, die Buchsen der Gerätes aber schon, also Überhöhungen an der Buchse, Einsteckschutz etc. Aber wichtig ist mir eigentlich: Guten Schutz gibt es auch für wenig Geld, man muss nur wissen auf welche Kleinigkeiten man achten kann ohne gleich ein Vollstudium absolvieren zu müssen.
Deshalb jetzt mein Tipp für jeden Hobbybastler: --> Link
Gruß Andreas

Energiemacher am 20 Jan 2016 15:27:46

Andreas, wenn du hier schon was dazu schreibst, dann bleib doch auch bitte beim Thema:

zum einen war nirgends hier die Rede von Messgenauigkeit....außer deinem Beitrag.....der fast schon am Thema vorbeigeht.

Und zum anderen, wenn du schon ein Messgerät emphielst, dann schreib auch dazu wozu dieses zu gebrauchen ist.
Wie ich schon irgendwo schrieb, ein Multimeter taugt nicht zum feststellen der Spannungsfreiheit.

Also solch pauschale Empfehlungen sind absolut unangebracht und einfach falsch!

Außerdem ist doch das Thema mittlerweile:
Warum eine Ausbildung zur Elektrofachkraft (und wie schon richtige erwähnt, eine Ausbildung alleine reicht dazu nicht aus, denn die Definition wird ergänzt durch: "Kenntniss von den aktuellen Regelwerken usw. und regelmäßig in dem Aufgabengebiet tätig (Also: ein studierter ist nach ein paar Jahren lange keine EFK) wenn jeder Bastler sich das durch üben alles selbst beibringen kann? :roll:

Aber egal......das haben wir immer schon so gemacht! :mrgreen:


Grüße
Thorsten

underdog am 20 Jan 2016 16:07:34

Ich möchte dazu bemerken, die Messkategorie steht vorn auf dem Messgerät, bzw. beim Duspol auf der Rückseite. Die Messleitungen haben sehr wohl auch eine CAT Prägung oder einen Aufdruck.
Ein Elektro-Trottel hätte meine Eingangsfrage nicht gestellt und hätte die Prüfgeräte nicht genannt.
Ich habe gerade erst einen 230 Volt Raumthermostaten aus dem Spritzbereich einer Badewanne entfernt, dort befindet sich jetzt ein drahtloser Thermostat mit Batterie.
Ich habe Herz, Hirn und Gewissen.
Stromschläge sind mir aus eigener Erfahrung bekannt, man schneidet sich auch oder schlägt sich mit einem Hammer auf die Finger.
Preisfrage: Was ist Ausbildung?

Energiemacher am 20 Jan 2016 16:17:25

underdog hat geschrieben:Ich habe Herz, Hirn und Gewissen.


Warum reagierst du dann so seltsam auf gutgemeinte Ratschläge?
Getroffene Hunde bellen, ....fällt mir dazu ein!

Aber vllt. liest du dir das mal in ein paar Tagen nochmal in Ruhe alles durch und siehst es dann entspannter und unterstellst den Beitragenden keine "künstliche Aufregung" oder sonstiges.
Und ich würde auch nochmal darüber nachdenken deinen Vorgesetzten mehr ins Boot zu nehmen.
Entweder du bekommst eine angemessene Ausbildung zur EFK für festgelegte Tätigkeiten oder muss eben bei solchen Sachen immer einen Eli bestellen und vor Ort schicken. :wink:
Denn wenn dein Vorgesetzer sagt: "Ich habe von nichts gewusst", der "Underdog" war auf der Baustelle und hat über seine (nachgewiesene) Qualifikation hinaus gehandelt, was denkst du wieviel deine Frau von der BG bekommt wenn du einen tödlichen Schlag bekommst??

Wiegesagt, alles nur mal um zu sensibilisieren......was du daraus machst......


frohes und unfallfreies Arbeiten wünscht
Thorsten

willi_chic am 20 Jan 2016 17:18:23

underdog hat geschrieben:Preisfrage: Was ist Ausbildung?

Ausbildung ist das Lernen von den Fehlern anderer,
denn man lebt nicht lange genug um alle Fehler selber zu machen

grüße klaus

andwein am 20 Jan 2016 17:53:15

willi_chic hat geschrieben: Ausbildung ist das Lernen von den Fehlern anderer,
denn man lebt nicht lange genug um alle Fehler selber zu machen. grüße klaus

Dieser Satz ist Spitze und birgt viele Wahrheiten, vor allem bei Arbeiten in einer 230V Umgebung
Gruß Andreas

underdog am 20 Jan 2016 18:55:54

Männer, wovon redet ihr?
Muss man jede Verrichtung auf einer Akademie studieren?
Ich sehe mich selbst nicht als gefährdet an.
Wer mich eine Regelung verdrahten sieht, wird keinen Unterschied zu der Arbeitsweise eines gelernten Elektrikers feststellen können.
Ich benutze professionelles Werkzeug und professionelles Material.
Ich bin vielleicht etwas schneller, weil ich keinen Schaltplan brauche.
Wir haben versucht, diese Arbeit von Profis machen zu lassen. Das hat so gut wie nie geklappt. Die haben Fehler eingebaut und waren schrecklich langsam. Wir mussten das dann nachbessern.
Besonders schön fand ich vor einiger Zeit den Anruf eines jungen Elektrikers, "Kannst du mal kommen und mir die Arbeit erklären?". Gerade weil wir für den Anschluss eines Pumpen-Steuergerätes keine Zeit hatten, sollte er das machen.
Er hat dann aufgegeben und ich musste das dann machen.
Ich sehe beim besten Willen keinen Unterschied zwischen der Arbeit eines echten Elektrikers und meiner, soweit diese Spielzeugarbeiten gemeint sind.
Richtige dicke Sachen fasse ich nicht an.

Energiemacher am 20 Jan 2016 19:11:29

Du hast es leider nicht verstanden, was ich und "die anderen" geschrieben haben; vielleicht möchtest du auch nicht!

Es geht da nicht darum ob du es kannst oder nicht, sondern ob du es "darfst" oder nicht.
Im besonderen geht es darum wie "blöd" du dastehst wenn dir ein Fehler passiert bei dem Sach- oder Personenschaden entsteht.
Aber abhalten wird dich natürlich niemand und dein Vorgesetzter wird sicher auch nicht für dich gerade stehen.

Der Nutznießer ist zumindest im Beruf dein Arbeitgeber, der Schaden geht dann aber mit dir nach Hause.

Aber ich schweife auch die ganze Zeit vom Thema ab! :roll:

Nimm CatIV und du bist gut gerüstet.....wobei aber bei der CEE-Steckdose oder der Anschlussleitung des Womo (hier auch der elektr. Rasenmäher oder ähnliches) auch auf jeden Fall CatIII ausreichend ist.


Grüße und einen schönen Abend
Thorsten

underdog am 20 Jan 2016 19:58:03

Vielen Dank

Ich werde mich mal informieren wie wichtig dieser Elektroschein denn so ist, bezüglich der Folgen, wer haftet usw., derzeit gehe ich davon aus, dass mein Boss als Konzessionsträger für alles haften muss, ist immerhin Handwerk.
Weil wir ein anarchistisches Kollektiv sind und ich den Status eines Narren und eines Prinzen zugleich habe, ist mein Boss für mich kein "Vorgesetzter" sondern so an mich gekettet wie ich an ihn.
Die Zeiten werden immer verrückter, man darf nicht mal mehr auf einer Leiter stehen sobald die eine bestimmte Höhe überschreitet.

Ich Schlauberger drehte vorhin mal meinen Arbeits-Duspol (Master) um und sah, keine CAT, es ist ein Gerät von 2003 und hat immerhin eine IEC Nummer, die habe ich jetzt vergessen. Ohne CAT ist es als CAT I zu betrachten, muss ich das Teil wohl aussondern. Oder nicht?

Eigentlich leuchtet der immer sehr schön, könnte für das Wohnmobil dann noch reichen. Da wird der eh nur eingesetzt wenn der Strom aus der Steckdose irgendwie zweifelhaft ist.

Für die Arbeit besorge ich mir dann einen Duspol-Expert, die Frauen der Familie kaufen sich Handtaschen, Schuhe und Klamotten, ich kaufe mir Werkzeug.

andwein am 21 Jan 2016 13:08:15

underdog hat geschrieben: Ich Schlauberger drehte vorhin mal meinen Arbeits-Duspol (Master) um und sah, keine CAT, es ist ein Gerät von 2003 und hat immerhin eine IEC Nummer,

Es hat bestimmt auch eine Artikel Nr und eine Bestellnummer!!!!!!!
Wenn du Ersatz bestellen willst, nimm die Bestellnummer:
Wenn du was zur Arbeits-und Gerätesicherheit wissen willst nimm die Cat-Klasse und die eingehaltenen VDE-Normen.
Wenn dir alles egal ist, bestelle mit der Cat-Klasse und stecke bei einer Messung die linke Hand in die Hosentasche. Das stellt zumindest sicher dass du dich nicht an einem geerdeten Stahlteil festhälst. Das ist wahrscheinlich der beste Rat an einen absoluten Praktiker, der alle Normen, Klassen und Sicherheitsvorschriften für Unfug hält weil es ihn noch nicht erwischt hat.
Ich persönlich habe erst vor kurzem die Sicherheitsschuhe bei der Gartenarbeit belächelt, bis mit beim Holz spalten ein "Spaltprodukt" direkt auf den Zeh fiel.
Gruß Andreas

willi_chic am 21 Jan 2016 15:13:46

Energiemacher hat geschrieben:Der Nutznießer ist zumindest im Beruf dein Arbeitgeber, der Schaden geht dann aber mit dir nach Hause....

nein

juristisch ist der Arbeitnehmer Erfüllungsgehilfe des Arbeitgebers, somit bliebt die gesamte Verantwortung zunächst beim Arbeitgeber. Und der steht finanziell immer dafür gerade was immer auch sein Mitarbeiter verbockt hat, Ausnahme ist grobe Fahrlässigkeit, hier gibt es die Möglichkeit Regress zu nehmen. Ist halt unternehmerisches Risiko.
Wenn ein erfahrener!! Mitarbeiter ohne Zertifkat werkelt, ist das höchstens fahrlässig, und zwar für beide, denn der Chef sollte wissen daß dem Mitarbeiter ein Papier fehlt. Das heißt die Rente für den verbrutzelten Kunden zahlt die Haftpflichtversicherung der Firma
Allerdings kommt jetzt noch der Straftatbestand der fahrlässigen Körperverletzung (evtl. mit Todesfolge) hinzu. Und dafür geht der Mitarbeiter in den Knast, wobei die Dauer (oder Bewährung) je nach seiner Erfahrung juristisch zu bewerten ist, hier hat der Richter einen hohen Ermessensspielraum. Übrigends: Auch ein Zertifikat schützt nicht vor Strafe

grüße klaus

Energiemacher am 21 Jan 2016 15:53:11

Hallo,

danke für das aufdröseln, ich habe es tatsächlich etwas pauschal geschrieben.

Natürlich schützt ein "Schein" nicht vor der Strafe.

Wir haben da schon Urteile* vorgestellt bekommen, wo es eben für den Mitarbeiter ohne "Schein" schlecht ausging. Nicht selten mit Freiheitsstrafe (teils auch Bewährung) und hohem finanziellem Schaden. Natürlich ist der (Arbeits)Verantwortliche mit im Boot. Aber man möge mit dem Klammersack gepudert sein, wenn man denkt der Vorgesetzte würde preisgeben vom handeln gewusst zu haben. (ob er damit durchkommt....Zeugen usw., sei dahingestellt)

Da der Richter aber in den seltensten Fällen Fachmann ist, hält er sich an Regeln, Vorschriften und Gebote.....wurde dagegen verstoßen, hagelt es Strafen!
Aber es mag ja auch milde Strafen geben......dann kann ja ruhig jeder "fummeln" wie er will...... :roll:

Es ändert aber nichts an der eigentlichen Tatsache und auch nicht an meiner bescheidenen Meinung: "SO NICHT!"


Grüße
Thorsten


*sicherlich wurden hier die Extremfälle herausgesucht!

willi_chic am 21 Jan 2016 16:15:40

Energiemacher hat geschrieben:Natürlich ist der (Arbeits)Verantwortliche mit im Boot. Aber man möge mit dem Klammersack gepudert sein, wenn man denkt der Vorgesetzte würde preisgeben vom handeln gewusst zu haben. (ob er damit durchkommt....Zeugen usw., sei dahingestellt)....


es braucht keinen Klammersack, die Firma haftet IMMER für die finanziellen Folgen.

warum: der Arbeitsauftrag geht an die Firma, der Mitarbeiter ist nur Erfüllungsgehilfe des Firmeninhabers

grüße klaus

Energiemacher am 21 Jan 2016 16:25:06

OK, da muss ich diesbezüglich auch nochmal mein Wissen auffrischen.

Wobei mich DAS nicht betrifft. Ich habe keinen Kundenkontakt und ....am besten läufts, wenn ich nix arbeite, dann kann auch nix passieren! :mrgreen: :mrgreen: :-)

Grüße
Thorsten

willi_chic am 21 Jan 2016 16:39:38

zu meinen Aufgaben gehörte es mal die technischen Unterlagen meiner Mitarbeiter auf sachliche und formale Richtigkeit zu prüfen und dies durch mein Kürzel zu dokumentieren, dummerweise war einer der erfahrensten Mitarbeiter Quartalssäufer, und im Suff hatte der 600V ans Gehäuse gelegt (nur zeichnerisch, Triac falsch gepolt)

Aus reiner Neugierde hab ich mir damals über den Umfang und die Konsequenzen meiner Prüftätigkeit juristischen Rat geholt:

wäre der betrreffende Mitarbeiter lediglich normaler "sozialer Säufer" gewesen, hätte eine rein formale Prüfung genügt und er wäre (weil erfahren) alleine in den Knast gegangen,
aber bei einem gleichqualifizierten Alkoholiker wäre ich mitgegangen, denn in diesem Fall hatte ich die gleiche Prüfpflicht wie wie bei einem Anfänger

später hats mich immer wieder erstaunt, wie naiv Chefs waren was die juristischen Konsequenzen ihrer Handelns oder Unterlassens waren

grüße klaus

Gast am 21 Jan 2016 19:54:10

„underdoc“ schreibt:

Stromschläge sind mir aus eigener Erfahrung bekannt, man schneidet sich auch oder schlägt sich mit einem Hammer auf die Finger.



Herr im Himmel, was für ein leichtsinniger Vergleich.
Ist er sich des Unterschiedes zwischen Schnittverletzung, Daumen ab und Herzstillstand nicht bewusst? Wie bist Du nur so alt geworden?

Dazu möchte ich nur Andreas zitieren.

Klar, jeder kann lernen und seinen Erfahrungsschatz erweitern, nur im Zusammenhang mit 230V wird es immer einige geben für die der Lernweg abrupt endet!!


VG Petri

underdog am 21 Jan 2016 20:10:27

Wenn dir alles egal ist, bestelle mit der Cat-Klasse und stecke bei einer Messung die linke Hand in die Hosentasche. Das stellt zumindest sicher dass du dich nicht an einem geerdeten Stahlteil festhälst.

Das mit dem einhändigen Arbeiten kenne ich und ich wende es auch an. Ich erwähnte meinen "Arbeits-Duspol", original Benning, eben von 2003, da gab es das mit den Kategorien so wohl noch nicht, daher hat der keine. Weil ich mich als Profi verstehe, der seine Arbeit richtig macht, wenn auch offenbar sehr kühn, weil ohne dieses und jenes Papier, ist mir selbstverständlich nicht "alles egal".
Ich weiß jetzt nicht was das soll?
Das ist wahrscheinlich der beste Rat an einen absoluten Praktiker, der alle Normen, Klassen und Sicherheitsvorschriften für Unfug hält weil es ihn noch nicht erwischt hat.

Was soll das jetzt werden? Bin ich zu dumm zum Schreiben? Drücke ich mich missverständlich aus? Habe ich irgendwo was von Unfug geschrieben?
Ich werde das mit diesem kleinen E-Schein noch klären. Aber, ein Kollege von mir, der diesen Schein gemacht hat, erzählte mir, der ist wertlos, wenn der Betrieb nicht noch einen Verantwortlichen mit dem "großen" Schein hat, also einen Elektromeister in diesem Fall.

Und dann gibt es noch den "Dynamischen Handwerksbegriff", soll heißen, das jeweilige Handwerk unterliegt durch den technischen Wandel einer ständigen Veränderung. Bedeutet z.B. für den "Heizungsbauer", wenn da so langsam immer mehr elektrisches Zeug zu betreuen ist, dann darf der Heizungsbauer das selbstverständlich mit bearbeiten.

In Deutschland ist es eben nicht so, dass ein Installateur keinen Wanddurchbruch machen darf (macht der Maurer) oder nicht durch eine hölzerne Fußleiste bohren darf (macht der Tischler). Es gibt Überschneidungen und soweit ich weiß, wird das Überschreiten von bestimmten Grenzen stillschweigend geduldet, siehe Durchlauferhitzer.

Vor ca. 20 Jahren wollte uns mal ein 125%er Elektro-Ingenieur plätten, weil er mich beim Verdrahten erwischt hat. Das wurde geklärt mit Innungen und sonstwas. Wir durften damals dann doch unseren Kram ab Stromversorgungsdose im Heizraum selbst verdrahten.

underdog am 21 Jan 2016 20:17:41

Herr im Himmel, was für ein leichtsinniger Vergleich.
Ist er sich des Unterschiedes zwischen Schnittverletzung, Daumen ab und Herzstillstand nicht bewusst? Wie bist Du nur so alt geworden?


Glück gehabt?

Aber mal im Ernst, ich habe mir diese Stromschläge nicht mit Genuss und Absicht zugefügt. Es war dann einfach "Shit Happens".
Üblicherweise die Schuld von Anderen. Wenn man gegen blanke Drähte kommt, vielleicht noch in einem dunklen Keller, die irgendein Torfkopp da unter Dampf hinterlassen hat, was kann man dagegen tun?
Wer nichts anfasst, macht keine Fehler. Ich muss aber jeden Tag etwas abliefern, das ist eben mit einem gewissen Risiko behaftet.
Ich hasse es auch mit der Bügelsäge abzurutschen und mit dem Sägeblatt in meinen Fingern zu landen. Das wollte ich damit sagen.

Auch wenn sich das einige hier offenbar mit viel Eifer so zurechtlegen, ich bin nicht blöd. Vermutlich bin ich darum so alt geworden.

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