Hallo zusammen,
ich hatte ja versprochen, von meinen Erfahrungen mit dem Mercedes-Fahrsicherheitstraining zu berichten.
Also, meine Erfahrungen vom gestrigen Training sind im Prinzip so, wie von DigiMik schon beschrieben. Das Training
ist aufwändig gemacht, sehr gut organisiert und in jedem Fall lohnenswert.
Ich habe dabei herausgefunden, daß die Instruktoren nicht von Mercedes selbst sind, sondern von einem externen
Dienstleister gestellt werden. In meiner Gruppe von 11 Leuten war ich der einzige Wohnmobilfahrer gewesen - alle
anderen entsprachen der Haupzielgruppe "Transporterfahrer". Der Referent hat mich dann auf das spezielle Wohnmobiltraining
hingewiesen, das von der Firma Hymer organisiert und von dem gleichen Dienstleister durchgeführt wird. Meine Frage,
warum die Fa. Hymer 250,- € dafür verlangt und der Basisfahrzeughersteller Mercedes, bei dem höchstens ein Drittel
des Gesamtpreises eines
Womo landet, die Kosten des Trainings komplett übernimmt, konnte er mir natürlich nicht beantworten.
Er musste allerdings auch zugeben, daß ein Training mit einem Sprinter-Transporter einem speziellen Wohnmobiltraining
wesentlich näher kommt als ein Fahrsicherheitstraining mit einem PKW.
Das in dem Flyer für die Veranstaltung abgebildete Hymer-Wohnmobil war zwar vor Ort, konnte aber für das Fahrtraining leider
nicht genutzt werden. Es diente wohl eher Werbezwecken.
Wie dem auch sei - ich kann noch folgenden Tipp für eventuelle weitere Teilnehmer geben:
Für die einzelnen Gruppen von 11-12 Fahrern stehen jeweils sechs unterschiedliche Mercedes-Transporter abgestuft vom kleinsten
(Citan) bis zum größten (Sprinter) an den einzelnen Übungsstationen bereit. Beim Einführungsvortrag hat es gehießen, daß im
Prinzip jeder mal mit jedem Fahrzeugtyp fahren kann. Das hat in der Praxis jedoch nur bedingt geklappt, da an jeder Übungstation
in der Regel nur 2 -3 Durchgänge und damit auch nur 2-3 Fahrerwechsel nach einem bestimmten Schema durchgeführt wurden. Das heißt,
wenn man bei Übungsbeginn unbedacht in den kleinsten Transporter eingestiegen ist, konnte es passieren, daß man nach drei Fahrerwechseln
zwar in einem mittleren Transporter, jedoch nicht im Sprinter gelandet ist.
Das ist für Wohnmobilfahrer eher schlecht, da sich (erwartungsgemäß) bei den Übungen gezeigt hat, daß im Fahrverhalten ein
großer Unterschied zwischen einem kleinen Citan und dem Sprinter, der als Womo-Basis dient, besteht. Ich empfehle daher, sich
jeweils gleich bei der erstmaligen Besetzung der Fahrzeuge an den Übungsstationen einen Sprinter zu "greifen". Damit ist zumindest
ein Übungsdurchgang im Sprinter gewährleistet. Das hat bei mir ohne Streitereien funktioniert, da viele der anderen Teilnehmer
zumindest in meiner Gruppe beruflich ohnehin eher mit kleineren Transportern unterwegs waren.
Während des Trainings lernt man sehr viel über richtiges Bremsen und Ausweichen, was man durchaus auch im PKW anwenden kann. Ich
habe allerdings auch den Eindruck gewonnen, daß sich der beim Training verwendete 3,5-to-Sprinter schon etwas im Fahrverhalten
von meinem 5-to-Womo-Fahrgestell unterscheidet. Mein Womo bremst doch schlechter und würde die Übungen mit Vollbremsungen in Kurven
wahrscheinlich nicht mit so relativ geringer Seitenneigung mitmachen. Also Vorsicht ist bei dem hohen Schwerpunkt eines Womos in
jedem Fall angebracht.
Das hat man auch schön bei der Demonstration mit dem sogenannten "Kipp-Sprinter" gesehen. Der hat im Innern höhenverstellbare Gewichte
und zwei seitliche Stützstreben, die ein gänzliches Umfallen verhindern. Den durfte man aus Sicherheitsgründen zwar nicht selbst fahren,
aber es war schon beeindruckend zu verfolgen, wie der mit ausgeschaltetem ESP schon bei einer relativ geringen Ausweichbewegung auf zwei
Räder und dann auf die Stützstrebe ging.
Lange Rede, Kurzer Sinn - wenn man die Möglichkeit hat, ein solches Training zu absolvieren, sollte man die auch als Womo - Fahrer in
jedem Fall wahrnehmen.
Grüße