Lohnt sich Spanien im März? Das war die Frage die wir uns gestellt haben. Seit Dezember beobachtete ich die Temperaturen im Süden Spaniens und die lagen immer zwischen 18 und 22°C. So beschlossen wir Ende Februar in diese Richtung zu fahren um ein bischen Sonne zu tanken.
Am 28.02.2016 ging es los. Um schnell Richtung Süden zu kommen fuhren wir am ersten Tag bis an die holländische Grenze, nach Waldfeucht.
Der Stellplatz hat schöne parzellierte Stellflächen und kostet 5 Euro. Bezahlt wird mittels Briefumschlag in einem Briefkasten. Wasser war leider abgestellt wegen Frostgefahr.
Leider stellte sich abends ein Belgier neben uns und lies die ganze Nacht einen Generator laufen. Die Dinger sind wirklich nervig.

Am nächsten Tag wollten wir weiter Strecke machen, aber mautfrei. Wir fuhren bis Nogent sur Vernisson in der Mitte von Frankreich und übernachteten auf dem kostenlosen Stellplatz. Nach einem kurzen Spaziergang schliefen wir früh, um am nächsten Tag wiederum ein gutes Stück Richtung Süden zu kommen. Ein weiterer Aufenthalt in Frankreich stand aber noch an. Mautfrei fahren dauert ein bischen länger. So fuhren wir bis Cavignac, oberhalb von Bordeaux. Temperaturmäßig war es hier schon erträglicher.
Gespannt schliefen wir ein letztes Mal in Frankreich. Am nächsten Tag sollte es Richtung Pyrenäen gehen. Unser Ziel war Der Somport Tunnel und der dahiter liegende Stellplatz in Jaca (Spanien). Es war dann noch mal richtig stressig. Durch das mautfreie Fahren führte uns das Navi mitten durch Bordeaux. Am Place de Stalingrad ging nichts mehr. Wir haben für 500 Meter ca. 90 Minuten gebraucht. Immer wenn unsere Ampel auf grün schaltete, war die Kreuzung dicht. So jede 5. Ampelphase kam ein Auto durch, und das auch nur wenn man den Fußgängerüberweg dicht machte. Wir sind echte Landeier und haben dort den Entschluß gefasst, große Städte weit zu umfahren. Das stellte sich später noch als Richtig heraus, wir fanden ganz tolle Dörfer.

Am Fuß der Pyrenäen (französische Seite) Von hier geht es auf 1200 Meter zum Somport-Tunnel.

Somport-Tunnel (spanische Seite)

Jaca. Großer Stellplatz, noch kostenlos. Die Schranken sind aber schon montiert. V/E ist von außen anfahrbar, kann also auch zukünftig ohne Gebühren genutzt werden. Spanien ist überhaupt vorbildlich was kostenlose V/E angeht. Wir haben kein einziges Mal dafür bezahlen müssen.
Zum Stellplatz in Jaca muss man sagen, er ist direkt am Busbahnhof. Wenn möglich, parkt auf der abgewanten Seite, wie wir auf dem Foto. Sonst habt ihr in direkter Nachbarschaft laufende Busmotoren.
Jaca hat oben auf dem Berg eine große Fußgängerzone mit Geschäften. Es lohnt sich die Treppen raufzusteigen.
Von Jaca ging es weiter Richtung Huesca. Wir wollten aber weiter da es und noch zu hoch war, überall Schnee. So suchten wir uns über --> Link einen Stellplatz nahe der Strecke und landetet in Yecla. Als wir auf den Stellplatz fuhren hatte ich das Gefühl schon mal hier gewesen zu sein, was aber nicht sein konnte. Schnell erfuhren wir, das dieser Stellplatz zum Verkauf stand und hier im Forum schon mal diskutiert wurde. Die Bilder hatte ich noch im Kopf und der Platz ist unverwechselbar. Es herrschte strahlender Sonnenschein, aber ein irrer Wind. Bewuchs ist eher steppenartig ausgedörrt. Die Stellplätze sind harmonisch angelegt und groß. Dafür zahlt man aber auch 8 Euro.

Als ich das Foto bei Facebook hochlud, meinte meine Tochter, sieht aus wie bei "Braking Bad". Wer das gesehen hat weis was ich meine. Wohnmobil in der Wüste. :)
Von Yecla fuhren wir durch bis Malaga. Erwähneswert ist noch die Stadtdurchfahrt von Valencia. Hier haben wir Kamikaze ähnlich Fahrstile angetroffen. Das wir ohne Schaden da durchgekommen sind, ist ein Wunder. Aber hier war es schon richtig warm. Wir fuhren im T-Shirt mit offenen Fenstern. Die Leute waren durchweg sommerlich gekleidet.
In Malga fuhren wir, wie geplant auf den Campingplatz Almanat. Ist ein F-K-K Platz. Der Platz ist ordentlich geführt, sauber und mit allem ausgestattet was ein Camper braucht, aber leider keine V/E für Wohnmobile. Dazu war, bis auf 3 Plätze, der Platz rappelvoll. Die 3 freien Plätze zur Auswahl waren so eng, das wir nur eine Nacht blieben. Schade, denn ich hatte 8-10 Tage hier bleiben wollen. Dazu kam der irre Wind, der scheinbar um diese Jahreszeit üblich ist. So nutzten wir den kurzen Aufenthalt zum Wäsche waschen und trocknen. Während die Wäsche ihre Kreise drehte planten wir die Weiterreise. Spontan beschlossen wir wieder ins Landesinnere Richtung Norden zu fahren. Diesmal aber kürzere Etappen mit mehr Erholung.
Auf womo-iberico fanden wir Alanis. Der Stellplatz war gar nicht so leicht zu finden. Das Hinweisschild im Ort ist fast nicht zu sehen. Ist man aber dort wird schön. Wir waren erst allein und später kam ein Spanier dazu.

Einfahrt und gleichzeitig Grauwasserentsorgung sowie Bodeneinlass für Toilette mit Wasserhahn ohne Gewinde.
Frischwasser gibt an mehreren Stellen im Boden, verteilt über den Platz.


Wie man sieht, dicke Kleidung. Es waren ca. 12-14°C mit Wind. Der Wind hat uns die ganze Zeit begleitet.

Burgruine Alanis. Schöner Spaziergang mit gutem Blick über die Stadt.

Die Ruine ist begehbar, nichts abgesperrt. Mit Kindern ist vorsicht geboten.
In Alanis sind Geschäfte und ein Gashändler. Wir waren aber Samstags da und es hatten nur noch die Gasthäuser auf.
Nach Alanis ging es weiter nach Caceres.
Der Stellplatz war gut besucht und am Abend standen ca. 15 Womos neben dem Stellplatz weil der voll war. Für uns war Caceres nichts da der Stellplatz doch recht weit ab liegt und ich nicht weit laufen kann. Beim durchfahren war aber einiges zu sehen und ich vermute das die Stadt einiges zu bieten hat. Die Masse an Wohnmobilen ist bestimmt nicht ohne Grund da.

Hier sieht man so einen Experten der den Wasserhahn in seine Chemietoilette steckt. Wir haben dort auf Frischwasser verzichtet und besprochen, das wir uns ein Desinfektionsspray zulegen um Wasserhähne zu reinigen.
Weiter gings nach Venialbo und Ampudia.
Ampudia war ein echtes Highlight der Reise, kann ich jedem empfehlen. Stellplatz mit VE, wie immer kostenlos.

Castillio Ampudia.



im Ort Ampudia.
Über Herrera de Pissuerga gings wieder Richtung Jaca.
Ich habe hier nicht alle Orte aufgeführt an denen wir waren. Der ungefähre Streckenverlauf ist hier zu sehen.

Teil 1, da Goggle Maps nur 10 Ziele erlaubt.

und der 2. Teil
In Frankreichr ist Sarrant noch erwähnenswert. Der alte Stadtkern ist toll.

Geht durch das Tor und seht Euch die alten Häuser an. Leider werden meine Hochkanntfotos hier seitlich gekippt so das ich die nicht eingestellt habe.
Stellplatz mit V/E aber Wasser abgestellt. Hier war es Nachts noch frostig.
In Riom übernachteten wir ein letztes Mal in Frankreich. Dann ging nach Freiburg und wir machten noch ein paar Tage Deutschlandtour. Ich halte gern in Bad Kreuznach für einen Besuch im Bäderhaus.
Wir sind ca. 7000 km gefahren und haben keinen Cent Maut bezahlt. Dafür haben wir viel Landschaft jenseits der Autobahnen gesehen. Wer Zeit hat sollte es mal versuchen.

