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Trinkwasserfilter Biolit97 von Lilie Erfahrungen?


pwglobe am 22 Mai 2016 19:20:42

Hallo
Ich plane einen Trinkwasserfilter einzubauen. Meine Wahl fiel jetzt auf den Biolit97 von Lilie, siehe auch --> Link.
Hat einer von euch diesen Filter im Einsatz und wie sind die Erfahrungen damit?
Kann jemand einen anderen Filter empfehlen?

Anzeige vom Forum

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wohnmobilbenutzer am 22 Mai 2016 20:02:02

Hallo,

so einfach kann deine Frage nicht beantwortet werden.

Zuerst müsste man wissen, was genau du aus dem Trinkwasser entfernen willst oder anders ausgedrückt, welche Wässer mit welchen Schadstoffen du in deinen Tank zu füllen gedenkst.

Fundierte Erfahrungswerte wird auch kaum einer liefern können, da der normale Reisemobilist das Tankwasser nicht vor und nach einer Filterpassage gemäß Trinkwasserverordnung untersuchen lässt.

Das von der Hersteller/Vertreiberfirma in der Anleitung benannte dem Filtervorgang zugrundeliegende Verfahren ist mir bekannt und ich könnte dir aus meiner beruflichen Erfahrung heraus eine grobe Einschätzung der Filterwirksamkeit liefern, wenn du mir die Grundfrage beantwortest, was du aus dem Wasser zu entfernen gedenkst.


Grüße

Tinduck am 23 Mai 2016 07:10:22

... aber, wie von Dir schon dargelegt, et nutzt auch nix, solange man sauberes Wasser tankt und ordentlichen Durchsatz hat.

Bei uns gehen mit 5 Personen an einem langen WE mindestens 250 Liter durch, weil meine Frau gern im Mobil spült und wir auch mal drinnen duschen. Da verschwende ich keinen Gedanken an einen Filter, das ist was für Expeditionsmobile, die aus fraglichen Quellen Wasser tanken müssen.

Im Sommer, wenn der Tank gut bebrütet wird, kann man immer noch nach dem Volltanken ein Silberpräparat anwenden, dann verkeimt da auch nix.

bis denn,

Uwe

thomas56 am 23 Mai 2016 08:08:57

Vom Preis und Wassermenge liest sich die Lilie Biolit schon mal gut.
Habe meine Seagullanlage bei doppelten Kartuschenpreis und halber Durchflussmenge ausgebaut und verkauft. Der Grund war, dass ich für Dusche und WC kein gefiltertes Wasser brauche und rein für den Küchenwasserhahn die Kartusche wohl 20 Jahre halten würde und da wird die angesprochene Standzeit bestimmt bedenklich.

Wenn ich mal eine längere Reise in bedenkliche Gebiete plane, kommt aber wieder eine Filteranlage rein, denn angeblich soll man damit aus jeder Pfütze dieser Erde das Wasser trinken können.

wohnmobilbenutzer am 23 Mai 2016 09:23:33

Hallo,

so wie es aussieht, geht es dem TE um eventuelle mikrobielle Verunreinigungen des Tankwassers, welche in der Tat im Womo aufgrund der ungünstigeren Randbedingungen wesentlich wahrscheinlicher sind als Zuhause. Dies gilt auch, wenn man das Wasser immer aus "offiziellen" Zapfstellen entnimmt.

Sollten einmal einzelne chemische Grenzwerte der Trinkwasserverordnung überschritten werden, was ich z. B. auch in südlichen Regionen der EU nicht ganz ausschließen würde, ist das im Regelfall bedeutend unproblematischer, da gesundheitliche Beeinträchtigungen nur bei Dauergenuß solcher Wässer zu erwarten sind. Bei einer starken Belastung mit pathogenen Keimen kann es dagegen direkt zu gesundheitlichen Beeiträchtigungen kommen, wenn das eigene Immunsystem nicht damit zurechtkommt.

Das genannte Filtersystem basiert im Wesentlichen auf einem Aktivkohlefilter. Diese werden in größerem Maßstab gelegentlich auch in der öffentlichen Wasserversorgung in Wasseraufbereitungsanlagen (allerdings unter streng kontrollierten Bedingungen) eingesetzt. Die Hauptaufgabe ist dabei die Entfernung von im Trinkwasser unerwünschten chemischen Substanzen - zur Keimreduzierung sind Aktivkohlefilter eher weniger geeignet. Der Filterhersteller schreibt in der Anleitung auch, daß man das behandelte Wasser nachher zur Sicherheit abkochen soll.

Deshalb kann ich meinen Vorschreibern nur zustimmen. Ein solcher Filter macht bei Entnahme von Wässern aus "offiziellen" Zapfstellen wenig Sinn.
(in diesem Zusammenhang auch ein Dankeschön an BOtti, der mit seinem fachlich fundierten Beitrag einen wirklich hilfreichen Beitrag zu der ansonsten hier im Forum eher emotional geprägten Diskussion um das Trinkwasser im Womo verfasst hat).

Gegen die eventuell erhöhte Keimbelastung im Womo gibt es andere wirksame Gegenmaßnahmen, welche hier im Forum schon vielfach beschrieben wurden. Neben den immer empfehlenswerten allgemeinen Hygienemaßnahmen beim Wassertankvorgang kann man zusätzlich bei Bedarf selbst ein Desinfektionsmittel dem Tankwasser zugeben. Das ist nicht immer ganz einfach, aber im Regelfall wirkungsvoll. Das von mir verwendete Desinfektionsverfahren habe ich mal hier --> Link näher beschrieben.

Interessant ist es vor Allem in Verbindung mit dem ebenfalls erwähnten Chlordioxid-Testset. Dieses zeigt auch andere, eventuell schon von den Versorgungsunternehmen zur Wasserdesinfektion zugegebene Chlorverbindungen an. In meinem letzten Urlaub in Südfrankreich habe ich damit folgende Erfahrung gemacht:

Ich habe Zuhause den Wassertank mit dem Wasser meines Versorgers befüllt, von dem ich weiß, daß er im Regelfall nach Abschluß der Aufbereitung im Wasserwerk keine Desinfektionsmittel zusetzt. Ein Desinfektionsmittelzusatz ist auch in dem Fall nicht erforderlich, da das Rohwasser so keimarm ist, daß innerhalb des geschlossenen öffentlichen Versorgungssystems keine gefährlichen Aufkeimungen zu befürchten sind. Ich habe dann zur Sicherheit mein Desinfektionsmittel zugegeben, damit es im Womo-Tank nicht zu Aufkeimungen kommt und sich keine Biofilme bilden. Im Urlaub habe ich beim Nachtanken immer mit meinem Testset die Chlorkonzentration gemessen. Und siehe da - an allen von mir aufgesuchten Zapfstellen in Südfrankreich konnte ich einen zur Desinfektion ausreichenden Chlorzusatz des jeweiligen Versorgers messen.

Das heißt, ich habe selber (zumindest in diesen Fällen) kein Desinfektionsmittel zugeben müssen. Da meine Wasserversorgungsanlage im Womo zudem keine Biofilme aufweist, konnte man nach den Testergebnissen in dieser Region das Tankwasser bedenkenlos ohne eigenes Zutun als Trinkwasser nutzen.

Das habe ich jetzt nur mal als Beispiel geschrieben, um zu zeigen, daß die Sache kompliziert ist und es eine für alle Fälle passende Standardlösung eigentlich so nicht gibt.


Grüße

andwein am 23 Mai 2016 10:45:51

b0tti hat geschrieben: Wasser aus Hausanschluß eingefüllt. Nach 4 Wochen wieder Wasser getankt und nach 2Wochen Standzeit beprobt. Das erste Wasser aus dem Hahn waren 800 KBE/ml. nach 10 Liter Ablauf wurden dann nur noch 57 KBE/ml gemessen - Trinkwasserqualität (<100KBE/ml). Das Wasser im Tank war demnach in Ordnung, aber in der Leitung wird es anfällig.

Danke, das ist die erste nachvollziehbare Aussage zum Thema Wasserqualität im Womo nach 6 Wochen Benutzung.
Gruß Andreas

wohnmobilbenutzer am 23 Mai 2016 12:11:46

andwein hat geschrieben:Danke, das ist die erste nachvollziehbare Aussage zum Thema Wasserqualität im Womo nach 6 Wochen Benutzung.
Gruß Andreas



Hallo,


es hat mich auch gefreut, daß sich bOtti die Mühe gemacht hat, die mikrobiologischen Verhältnisse im Wohnmobilwasserversorgungssystem untersuchen zu lassen (und ich habe deshalb auch mal einen Pluspunkt vergeben). Obwohl letzlich auch nur die etwas kritischen Ergebnisse herausgekommen sind, die Fachleute ohnehin aus Kenntnis der Randbedingungen heraus oder aufgrund vorliegender Untersuchungsergebnisse von Wässern aus ähnlichen Umgebungen (Wasserversorgungssysteme von Charterbooten) erwartet haben. Aber immerhin wird damit auch das bestätigt, was ich schon seit Jahren hier im Forum schreibe und was Einige offenbar nicht so recht glauben wollen.

Noch besser wäre es gewesen, wenn nicht nur die koloniebildenden Einheiten, sondern auch auf Escherichia coli (E. coli) und Enterokokken gemäß Trinkwasserverordnung untersucht worden wäre. Dann hätte man auch Aussagen zu den kritischen pathogenen Leitkeimen gehabt. Aber das Problem ist halt, daß sich dadurch die Untersuchungen nochmals verteuern.

Ich habe deshalb selbst noch nie diesbezügliche Untersuchungen durchführen lassen. Wenn ich, um einen groben Überblick zu bekommen, drei Komplettuntersuchungen der Mikrobiologie gemäß Trinkwasserverordnung durchführen lasse, kostet mich das mehr als der für viele Jahre ausreichende komplette Desinfektionsmittelvorrat und das Testset, das ich mir angeschafft habe.

Zudem habe ich auch nach vielen Untersuchungen keinesfalls die Gewähr, daß ich mir nicht bein nächsten Betankungsvorgang pathogene Keime einfange, die sich ohne Desinfektionsmittel im Tank munter vermehren können. Deshalb messe ich neuerdings regelmäßig mit meinem Testset, ob das Wasserversorgungsunternehmen schon ein Desinfektionsmittel zugegeben hat bzw. ich gebe erforderlichenfalls selbst eines hinzu. Das kostet mich über das Jahr gesehen kaum mal eine Stunde Zeit und nur wenige Euro und ich bin damit auf der sicheren Seite.

Aber das ist nur meine persönliche Handhabung der speziellen Wasserversorgungssituation im Womo. Am einfachsten haben es natürlich die Wohnmobilisten, die ein großes Vertrauen in ihr Immunsystem haben und sich ansonsten wenig Gedanken um ihr Wasserversorgungssystem machen.


Grüße

Scout am 23 Mai 2016 23:02:42

b0tti hat geschrieben:Leerer, sauberer Tank. 60 Liter Wasser mit Gießkanne aus Hausanschluß eingefüllt. In Speyer nachgetank. Nach 4 Wochen mit Wochenendtouren letztmals wieder in Speyer Wasser getankt und nach 2Wochen Standzeit beprobt.
Das erste Wasser aus dem Hahn waren 800 KBE/ml. nach 10 Liter Ablauf wurden dann nur noch 57 KBE/ml gemessen - Trinkwasserqualität (<100KBE/ml). Das Wasser im Tank war demnach in Ordnung, aber in der Leitung wird es anfällig.

Dies ist eine fundierte Aussage über Qualitätsänderung des Wassers im Tank nach einer gewissen Standzeit. Die Aussage wird durch Messwerte untermauert.
Eigentlich wird ja immer der Eindruck erweckt, dass ohne zusätzliche Desinfektion des Trinkwassers unsere Gesundheit massiv gefährdet sei. Es handelt sich dabei in erster Linie um Erklärungen ohne irgendwelche belastbare Nachweise.
Hier liegen nun Messwerte vor die zeigen, dass das Trinkwasser nach längerer Zeit im Tank immer noch genießbar ist.
Es wird auch gezeigt, dass die Keimzahl in den Schläuchen schneller zunimmt als im Tank, und dass man durch einen Wasservorlauf diese ausspülen kann.

Ich interpretiere die Aussagen nochmals für mich um mir über die Konsequenzen der Aussagen klar zu werden.
Nach der beschriebenen Vorgehensweise hat das Wasser nach der Standzeit noch hygienisch einwandfreie Trinkwasserqualität.
Fazit: Zusätzliche Maßnahmen einer Trinkwassersdesinfektion sind danach nicht erforderlich.


Gruß
Scout

b0tti am 23 Mai 2016 23:45:11

wohnmobilbenutzer hat geschrieben:Noch besser wäre es gewesen, wenn nicht nur die koloniebildenden Einheiten, sondern auch auf Escherichia coli (E. coli) und Enterokokken gemäß Trinkwasserverordnung untersucht worden wäre.


Moin,

ich schaue morgen noch mal in der Praxis nach, die Proben aus den Stühlen haben eine Aufschlüsselung der Leitkeime, die müßten bei der WoMo-Probe auch aufgeführt sein. Falls ich die finde, gebe ich die hier noch durch.

an Scout:
Dein Fazit ist richtig. Wenn das Wasser sauber gezapft wird, ist die Wasserqualität im Tank lange Zeit unbedenklich.

Aber auch wir beobachten, ab und an, WoMofahrer an der V/E. Da wird der Wasserschlauch mit Panzertape an die kostenlose Kassettenspülung geklebt, nur um den Euro für Frischwasser zu sparen. Die haben dann aber vielleicht für 3Euro Kohlekompretten gegen Durchfallerkrankungen dabei - ist aber ein durchgekautes Thema, nur am Rande.

wohnmobilbenutzer am 24 Mai 2016 06:07:07

Scout hat geschrieben:Nach der beschriebenen Vorgehensweise hat das Wasser nach der Standzeit noch hygienisch einwandfreie Trinkwasserqualität.
Fazit: Zusätzliche Maßnahmen einer Trinkwassersdesinfektion sind danach nicht erforderlich.

Gruß
Scout


Hallo,

das ist eine grobe Vereinfachung bzw. eine Fehlinterpretation, weil:

1. Es handelt sich nicht, wie ich bereits geschrieben habe, um eine komplette mikrobiologische Untersuchung nach Trinkwasserverordnung

2. Der Grenzwert der Trinkwasserverordnung für die koloniebildenden Einheiten war deutlich Überschritten, erst nach Ablauf von 10 l war er normal. Da stellt sich die Frage, wer bei dem knappen Angebot an Tankwasser immer zuerst 10 l ablaufen lässt.

3. Wir wissen nicht, ob nicht der Versorger, dessen Wasser getankt wurde, vielleicht schon ein Desinfektionsmittel zugesetzt hat.

4. Genau genommen hat eine Untersuchung keine ausreichende Aussagekraft, da die Randbedingungen unterschiedlich sein können
- ich vertraue da eher auf die vielen Untersuchungen der Gesundheitsämter in Mecklenburg-Vorpommern bei Charterboottanks,
finde es aber trotzdem gut, daß mal jemand im Womo eine Probe genommen hat.

Ansonsten kann es natürlich diesbezüglich jeder machen wie er will, zumindest solange er das Wasser nicht an andere Personen abgibt. Dann muß es nämlich strenggenommen der Trinkwasserverordnung entsprechen.


Grüße

b0tti am 26 Mai 2016 01:33:06

wohnmobilbenutzer hat geschrieben:... zumindest solange er das Wasser nicht an andere Personen abgibt.

Warum sollte man das tun? :roll:


Ich habe im Prüfbericht nachgeschaut. Die Untersuchung nach koloniebildenden Einheiten führen wir nach folgenden Methoden durch:

E. Coli und Pseudomonas aeruginosa nach TrinkwV Anlage 5, Teil I, d, bb und Legionellen nach ISO 11731 und DIN EN ISO 11731-2.
E.Coli, Pseudomonas aeruginosa und Legionellen waren bei dieser Fahrt nicht nachweisbar.



Fazit für uns:

    - Es sollte Wasser aus guten Quellen getankt werden, beim Tanken ist Hygiene Pflicht.
    - Wasser im Tank ist relativ lange haltbar.
    - Das Problem der Verkeimung entsteht zwischen Tank und Entnahme in den Leitungen/Boiler.
    - Ein Ablassen des Stagnationswassers führt i.d.R. zur unbedenklichen Keimzahlen.
    - Jährliche Tankreinigung ist zu empfehlen.
    - Für empfindliche Personen ist Kanisterwasser aus unbedenklicher Quelle sinnvoll.
    - Garantiert sauberes Wasser gibt es nicht unter normalen Wohnmobilbedingungen.
    - Wer sicher sein will, muß zu Hause bleiben. :)

wohnmobilbenutzer am 26 Mai 2016 10:29:23

b0tti hat geschrieben: "Zitat wohnmobilbenutzer.. zumindest solange er das Wasser nicht an andere Personen abgibt....."
Warum sollte man das tun? :roll:



Hallo,

Ich meinte damit nicht, daß man das Wasser aus seinem Womo verkaufen soll, sondern, daß man, wenn man z. B. andere Personen in sein Womo einlädt und denen in irgendeiner Form Wasser verabreicht, das nicht der Trinkwasserverordnung entspricht, strengenommen als Betreiber der Wasserversorgungsanlage im Womo gegen die Trinkwasserverordnung verstößt. Aber ich habe "strenggenommen" geschrieben, weil das ja in der Praxis natürlich nicht kontrolliert wird.

Ansonsten Danke für die Infos. Was mich noch interessieren würde:
Wenn ich das richtig sehe, stammte das untersuchte Tankwasser ausschließlich von den Stadtwerken Speyer. Geben die Stadtwerke das Wasser mit einem Desinfektionsmittel ab, das Depotwirkung hat oder geben die kein Desinfektionsmittel zu ? (Ich konnte im I-Net dazu keine Infos finden)

b0tti hat geschrieben:- Garantiert sauberes Wasser gibt es nicht unter normalen Wohnmobilbedingungen.


Ich würde deinem Fazit insgesamt im Wesentlichen zustimmen, aber wegen dem oben angeführten Unterpunkt achte ich halt darauf, daß dem Wasser ein Desinfektionsmittel zugesetzt ist. Ist halt eine Frage des persönlichen Sicherheitsbedürfnisses.

Ansonsten sind mir die von Dir geschilderten Wohnmobilisten, die ihr Frischwasser am Kassettenspülhahn tanken noch relativ egal, weil die sich ja nur selber gefährden. Mich ärgern eher diejenigen, die umgekehrt ihre Toi-Kassette am Frischwasserhahn spülen und damit andere gefährden. Diejenigen, die später an einem solchen Hahn/Schlauch tanken, kriegen das ja normalerweise gar nicht mit. Ich persönlich habe sogar schon etliche gesehen , die es gemacht haben, als ich gerade dazugekommen bin.

Aber irgendwie sind wir wie so oft im Laufe der Diskussion vom eigentlichen Thema des TE etwas abgekommen. Ich nehme aber an, daß seine Frage soweit zufriedenstellend beantwortet wurde, da er sich ja nicht mehr gemeldet hat.


Grüße

b0tti am 26 Mai 2016 11:17:07

wohnmobilbenutzer hat geschrieben:Geben die Stadtwerke das Wasser mit einem Desinfektionsmittel ab, das Depotwirkung hat oder geben die kein Desinfektionsmittel zu ?


Das Problem ist, daß nach TrinkwV nur Chlordioxid mit einer Höchstdosierung von 0,4mg/l zur Desinfektion zugelassen ist, und sich relativ schnell verbraucht, so daß wieder die Problematik des Stagnationswassers entsteht.

wohnmobilbenutzer am 26 Mai 2016 12:46:10

b0tti hat geschrieben:Das Problem ist, daß nach TrinkwV nur Chlordioxid mit einer Höchstdosierung von 0,4mg/l zur Desinfektion zugelassen ist, und sich relativ schnell verbraucht, so daß wieder die Problematik des Stagnationswassers entsteht.


Hallo,

so problematisch ist das m. E. nicht. Ich habe in meinem diesjährigen Frühjahrsurlaub in Südfrankreich meistens etwa 0,3 mg/l Chlor schon im Wasser der Versorger gemessen. Zuhause hatte ich das Womo noch ein paar Tage mit Restwasser im Tank stehen lassen. Als ich etwa 1,5 Wochen nach der letzten Befüllung nochmals interessehalber den Chlorgehalt gemessen habe, lag der immer noch bei 0,2 mg/l. Also eine gewisse Depotwirkung darf man bei Chlorprodukten schon unterstellen - zumindest wenn das Versorgungsystem des Womos "sauber", also ohne nennenswerten Biofilmbefall ist.

Anders lässt es sich auch m. E. nicht erklären, daß man bei den Untersuchungen der Trinkwässer aus Charterbooten in Mecklenburg-Vorpommern zwar sehr viele Überschreitungen des Grenzwertes der koloniebildenden Einheiten um mehr als das 10-fache festgestellt hat, aber auch öfters mal Nullwerte gemessen hat. Die Nullwerte lassen sich normalerweise nur erreichen, wenn zufällig bei einem Versorger getankt wurde, der schon ein Desinfektionsmittel zugeben hat. Dabei unterstelle ich mal, daß Charterbootgäste von sich aus keine Desinfektionsmittel zugeben.

Wäre interessant, wenn mal jemand eine Doktorarbeit über dieses Thema schreiben würde. Aber ich habe bisher nur eine gefunden, die sich mit den Verhältnissen in den Versorgungssystemen von Marinefahrzeugen befasst. Darin wurde aber zumindest im Prinzip das bestätigt, was wir hier geschrieben haben.

Grüße

pwglobe am 27 Mai 2016 19:32:52

Hallo
Danke für die Infos zur Wasserqualität bzw. Verkeimung im Wohnmobil.
Ich habe in der Vergangenheit das Tankwasser auch schon mit Chlordioxid behandelt bzw. auch höher dosiert die komplette Anlage gereinigt.
Meine Frau stört der Chlorgeruch, besonders in Frankreich unserem Hauptreiseland, mein Ansatz war zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, nämlich Keime und Chlor herauszufiltern.
Ich habe mich jetzt für je einen einfachen Filter direkt an der Entnahmestellen ( Küche & Bad) entschieden.

Wohnmobilbenutzer hat geschrieben
Ich habe in meinem diesjährigen Frühjahrsurlaub in Südfrankreich meistens etwa 0,3 mg/l Chlor schon im Wasser der Versorger gemessen.


Dies deckt sich auch mit meinen Erfahrungen, ich habe das Tankwasser von einem Freund im Labor einer Brauerei untersuch lassen.
Er hat auch einen Abstrich aus dem Tank und 2 aus den Leitungen bebrütet und untersucht.
Fazit:
Nach 3 Wochen Frankreich sind alle Leitungen und der Tank quasi Keim- bzw. Bakterienfrei.

wohnmobilbenutzer am 27 Mai 2016 21:05:55

Hallo pwglobe,

in der Tat kann man die in Frankreich offenbar standardmäßig zugesetzten Chlorverbindungen bzw. die Chlorierungsnebenprodukte recht deutlich riechen. Ich vermute deshalb mal, daß dort überwiegend die "konventionelle" Chlorung mit Natriumhypochlorit oder gasförmigem Chlor eigesetzt wird. Das lässt sich mit meinem Testset leider nicht differenzieren.

Die Chlorverbindungen und auch eventuelle Nebenprodukte lassen sich mit einem Filter auf Aktivkohlebasis recht gut entfernen. Der Nachteil ist aber, daß diese Filter bei längerer Betriebszeit und wenn sie mal z.B. hier in Deutschland längere Zeit mit undesinfiziertem Wasser beschickt werden, sogar die Keimvermehrung begünstigen können. Ein häufiger Filterwechsel kann diesem Problem natürlich entgegenwirken.

Mir persönlich wäre der Aufwand dafür zu groß. Da nehme ich in Frankreich lieber den Chlorgeruch in Kauf, zumal der zum Beispiel nach der Passage durch die Kaffeemaschine nach meiner Empfindung praktisch weg ist. Die umstrittenen Chlorierungsnebenprodukte, die sich in vielen Wässern bei der "konventionellen" Chlorung im Gegensatz zur Chlorung mit Chlordioxid bilden, schaden mir bei der begrenzten Urlaubszeit mit ziemlicher Sicherheit nicht.

Aber ist halt Alles Geschmackssache :mrgreen: .


Grüße

pwglobe am 27 Mai 2016 22:20:40

Hallo wohnmobilbenutzer
Mir persönlich macht der Chlorgeruch auch nichts aus, aber was tut man(n) nicht alles für den häuslichen Frieden. :wink: :lach:

Scout am 27 Mai 2016 23:03:57

Die Wasserwerker müssen am Zapfhahn 100 Keime/ml garantieren.
Im Wassersystem des Womo wird sich die Anzahl der Keime erhöhen, das ist nicht zu vermeiden.
Wie viele Keime müssen vorhanden sein, damit für uns ein gesundheitliches Risiko besteht?
Hier gibt es eine Seite die etwas zu dem Thema sagt. --> Link
Grundsätzlich gilt:
Die meisten Erreger sind niedrig-pathogen, es sind hohe Dosen von z.T. über 1 Mio. Keime / ml Wasser erforderlich, um eine Infektion auszulösen.

Es ist eine private Seite. Bei privaten Seiten bin ich immer etwas vorsichtig. Nachdem ich die verschiedenen Artikel zu dem Thema und seinen berufliche Entwicklung gelesen bin von der Seriosität seiner Aussagen überzeugt.

Kann im Trinkwasser die Anzahl der Keime so groß werden, dass unsere Gesundheit gefährdet wird?
Um gesundheitsschädigend zu wirken müsste die Anzahl der Keime um das 10 000 fache ansteigen.
In einem versifften System, in dem bei günstiger Temperatur auch genügend Futter für die Bakterien vorhanden ist, ist das wohl möglich. In einem sauberen System mit unserem Trinkwasser gibt es kein Futter für die Bakterien. On Tour verbrauchen wir ständig Wasser und bunkern alle paar Tage frisches Wasser. Bakterien können darin nie eine Anzahl erreichen die unsere Gesundheit gefährden könnte.
Eine Dauerdesinfektion des Trinkwassers schadet nicht, ist für unsere Gesundheit nicht erforderlich.
Gruß
Scout

wohnmobilbenutzer am 28 Mai 2016 16:13:15

Scout hat geschrieben:....Bakterien können darin nie eine Anzahl erreichen die unsere Gesundheit gefährden könnte...
Scout


Hallo,


ich wollte ja eigentlich in diesem Thema nichts mehr schreiben, da die Fragen des TE ja soweit beantwortet sind.

Wenn ich aber solche unbewiesenen und von wenig Fachkenntnis geprägten Behauptungen lese, kann ich nur den Kopf schütteln und muß doch noch etwas schreiben. Der Autor glaubt offenbar, daß z. B. die Wasserversorgungsunternehmen, wenn eine Desinfektion erforderlich ist, das Desinfektionsmittel quasi nur zum Spaß zugeben. Irgendwie unterstellt er unterschwellig auch, daß die Fachkommission, die die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung festlegt, eigentlich keine Ahnung von der Materie hat.

Es kann natürlich jeder glauben, was er will, und seine Meinung frei äußern. Ich hoffe nur, daß sich die Leser auch Ihre eigene Meinung bilden können.


Grüße

Inselmann am 28 Mai 2016 21:05:56

Wir haben uns eine eigene Meinung gebildet. Wir trinken nur Flaschenwasser. Soll aber auch heissen das wir die Flaschen aus dem Hahn füllen von "sicheren" Stellen und nicht nur das abgefüllte trinken.
Dem Tank geben wir Desinfektion in Tablettenform zu je nach Bedarf. Z.B. in Frankreich fast nie weil da riecht man das Chlor ja schon beim einfüllen.

Ich würde aber gerne einen Grobfilter haben um feste Materie aus dem Tank fern zuhalten.
Seit ich gesehen was aus den Schläuchen so raus kommt fülle ich nur noch mit 25 ltr Kanister und Tauchpumpe ins WoMo. Blind kommt mir nix mehr rein.

wohnmobilbenutzer am 28 Mai 2016 21:26:04

Inselmann hat geschrieben:...Ich würde aber gerne einen Grobfilter haben um feste Materie aus dem Tank fern zuhalten..


Hallo,

ich verwende als Grobfilter sowas --> Link. Die 13mm Variante hat ein deutlich feinmaschigeres Sieb, als das abgebildete. Einige verwenden auch einen Vorfilter von Kärcher. Der ist etwas kleiner und kostengünstiger - hat aber wahrscheinlich einen höheren Durchflußwiderstand.

Grüße

Inselmann am 28 Mai 2016 21:48:28

Genau sowas hatte ich mir vorgestellt. Danke für den Link.

Scout am 29 Mai 2016 16:34:16

wohnmobilbenutzer hat geschrieben:Der Autor glaubt offenbar, daß z. B. die Wasserversorgungsunternehmen, wenn eine Desinfektion erforderlich ist, das Desinfektionsmittel quasi nur zum Spaß zugeben. Irgendwie unterstellt er unterschwellig auch, daß die Fachkommission, die die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung festlegt, eigentlich keine Ahnung von der Materie hat.

Das Wasserwerk hat die Aufgabe die Grenzwerte, hier 100 Keime/ml Wasser einzuhalten. Wenn erforderlich geben sie dem Trinkwasser Desinfektionsmittel zu.
Der Autor beschreibt ab welcher Keimzahl ein gesundheitliches Risiko besteht. Damit beschäftigen sich Wasserwerker nicht, das ist nicht ihre Aufgabe.
Es handelt sich dabei um zwei verschiedene Bereiche, die man nicht vergleichen kann. Wer das trotzdem macht dem mangelt es an der Fähigkeit sachliche Zusammenhänge zu erkennen.
Die Artikel aus dem Link --> Link befassen sich umfassend mit dem Bereich des Trinkwassers und sind sehr kompetent.
Ich habe natürlich auch viele Artikel von Wohnmobilbenutzer gelesen. Vergleicht man deren Qualität, so kann man Wohnmobilbenutzer attestieren, dass er noch viel Entwicklungspotential und einen weiten Weg vor sich hat, um ähnlich kompetente Aussagen machen zu können.
Seine größte Stärke besteht darin andere abzuqualifizieren. Mit solchen Methoden kann man keine Kompetenz beweisen.
Apropos Kompetenz. Der Autor der verlinkten Seite hat immerhin einen Lehrauftrag für Trinkwasserbeschaffenheit und –aufbereitung an der Fachhochschule in Potsdam.
Wohnmobilbenutzer, hast du ähnlich Qualifiziertes vorzuweisen?
Zu den Bakterien.
Du solltest dich mal über das Wachstum von Bakterien informieren. Über die Abhängigkeit des Wachstums vom Milieu und vom Futter für die Bakterien. Damit Bakterien sich kräftig vermehren können reicht nicht nur Wasser aus, sie brauchen auch Futter das organischen Kohlenstoff oder Ammonium enthalten kann.
Im Trinkwasser dürfen 1,5 mg TOC und 0,5 mg/l Ammonium vorhanden sein, wobei beim TOC nicht alles bioverfügbar sein muss. Nun befasse dich damit.
wohnmobilbenutzer hat geschrieben:Wenn ich aber solche unbewiesenen und von wenig Fachkenntnis geprägten Behauptungen lese, kann ich nur den Kopf schütteln

Hast Du in deinen Beiträgen schon jemals eine Aussage bewiesen oder durch Verweise auf Fachliteratur untermauert?
Wohnmobilbenutzer, wenn ich die Art deiner Beiträge betrachte und wie du andere abqualifizierst, muss ich annehmen, dass du dich für den Größten mit ultimativem Wissen hältst. Bevor sich diese Eigenschaft verstärkt, solltest du mal einen Psychiater konsultieren.

Gruß
Scout

wohnmobilbenutzer am 29 Mai 2016 18:28:45

Lieber Scout,

falls es dich wirklicht interessiert - ich habe unter Anderem viele Jahre lang im Rahmen eines Lehrauftrages Bauingenieure im Fach Wasserversorgung ausgebildet. Um eine solche Tätigkeit ausführen zu können, muß man schon etwas mehr nachweisen, als die Fähigkeit, Suchmaschinen im Internet zu bedienen. Ansonsten bin ich schon viele Jahrzehnte im Bereich Wasserversorgung tätig und arbeite deshalb natürlich auch mit den Gesundheitsämtern, die unter Anderem auch für den Vollzug der Trinkwasserverordnung zuständig sind, zusammen.

Die von Dir in deinem letzten Beitrag erwähnten Psychiater können bestimmt auch bei "Platzhirsch-Problemen" helfen. Bezüglich Altersstarrsinn bin ich mir allerdings nicht so ganz sicher.

Ansonsten hätte dein beleidigender Beitrag eine dicke negative Bewertung verdient. Ich vergebe aber aus prinzipiellen Gründen keine negativen Bewertungen.

Ich werde mich an dieser Diskussion nicht mehr weiter beteiligen. Es macht einfach keinen Spaß mehr, wenn die Diskussion so ausartet.


Grüße

mantishrimp am 29 Mai 2016 18:32:42

Moderation:Entsprechend unserer Nutzungsbedingungen sind die Mitglieder gehalten, einen respektvollen Umgang mit anderen Mitgliedern, Firmen oder Moderatoren zu pflegen und in ihren Postings auf Beleidigungen oder Unterstellungen zu verzichten.
Jetzt bitte wieder zurück zum Thema, alles andere klärt bitte per KN


Scout am 29 Mai 2016 22:15:13

Nochmals zurück zum Ausgansthema über Filter.
Die chemischen oder biologischen Aspekte sind ja umfassend erklärt worden.
Ich möchte noch etwas zur Hydraulik ergänzen, das für jede Art von Filtern zutrifft.
Fließt Wasser durch den Filter entsteht ein Druckverlust, wodurch weniger Wasser durch den Filter fließt. Mit zunehmender Verschmutzung des Filters stellt sich ein höherer Druckverlust und der Wasserdurchfluss wird geringer. Um die ursprüngliche Wassermenge durch den Filter zu bekommen, muss die Pumpe einen höheren Druck aufbauen. Für Verdränger- oder Druckpumpen ist das kein Problem, die pumpt fast immer die gleiche Menge egal wie hoch der Gegendruck ist.
Bei einer Kreiselpumpe geht bei erhöhtem Gegendruck, also Druckverlust im Filter, die Wassermengen zurück. Wenn eine Tauchpumpe nun recht schwach dimensioniert ist, kann an der Dusche zu wenig Wasser ankommen.
Lange Rede kurzer Sinn.
Wer einen Filter einbauen möchte und eine Tauchpumpe betreibt sollte sich bei der Filterfirma vorsichthalber erkundigen ob der Filter bei einer Tauchpumpe geeignet ist. Dazu vorher die Leistungsdaten der Pumpe, Fördervolumen(l/min) und Druck (bar) ermitteln.

Gruß
Scout

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