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Erfahrungsbericht zur Chlordioxidanwendung 1, 2, 3


wohnmobilbenutzer am 04 Okt 2015 14:31:46

Hallo zusammen,


die Trinkwasserhygiene im Womo ist ja ein hier im Forum häufig kontrovers diskutiertes Thema. Nicht jeder benutzt das Tankwasser als Trinkwasser und viele vertrauen (vielleicht auch zurecht) auf ihr Immunsystem und haben auch ohne besondere Hygienemaßnahmen in der Praxis noch keine durch verkeimtes Trinkwasser aus dem Womo-Tank hervorgerufenen Probleme auf ihren vielen Reisen gehabt. Die meisten Keime sind zum Glück für den gesunden Menschen auch vollkommen harmlos.

Ich bin, möglicherweise auch durch meine berufliche Tätigkeit im Wasserversorgungsbereich, allerdings etwas vorsichtiger geworden und habe beschlossen, bei der Neuanschaffung meines Womo vor etwa zweieinhalb Jahren gleich von Anfang an für keimarme Verhältnisse im Wasserversorgungssystem zu sorgen. Gründe waren auch eine schlechte Erfahrung, die ich mal mit einem Mietmobil gemacht habe und die Tatsache, daß sich große Keimansammlungen (Biofilme), im Nachhinein nur noch sehr schwer aus dem Frischwassersystem entfernen lassen.

Das Angebot an oftmals teuren Desinfektions- und Tankreinigungsmitteln im Campingzubehörhandel ist groß und für den Laien schwer zu durchschauen. Ich habe einen Weg gesucht, wie ich mit möglichst geringem Kosten- und Zeitaufwand eine meinen Vorstellungen entsprechende Trinkwasserhygiene im Womo gewährleisten kann. Das ist nur ein Weg von vielen möglichen, den ich hier in Verbindung mit den damit gemachten Erfahrungen einmal vorstellen will. Ob das jetzt der Königsweg ist, sei dahingestellt. Da die Methode vielleicht auch nicht für jeden geeignet ist, will ich sie keinesfalls generell empfehlen. Wer sich dafür interessiert und etwas Zeit hat, kann ja hier weiterlesen - die Anderen ignorieren am Besten meinen Beitrag oder sollten sich hier auf sachliche Diskussionsbeiträge beschränken.


Nun zu meinem Bericht:

Im Womo hat man leider keine so günstigen hygienischen Trinkwasserverhältnisse wie zu Hause. Häufig liegen Ver- und Entsorgungsanlagen dicht beieinander und sind ungünstig gestaltet. Oft werden die Anlagen auch unsachgemäß benutzt, was zur Übertragung gesundheitgefährdender Keime beitragen kann. Durch ungünstige örtliche Verhältnisse, wie z. B. bei langen Anschlußleitungen zu Stellplätzen mit geringer Entnahme, kann es durch die langen Aufenthaltszeiten schon in der Zuleitung zur V u E zu Keimvermehrungen kommen. Zudem gibt es in den Womo-Wasserversorgungsanlagen je nach Wetterlage hohe Temperaturen und gelegentlich ein gewisses Nährstoffangebot, was die Keimvermehrung erheblich begünstigt. Gibt es zuviele pathogene Keime im Trinkwasser, kann es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen. Das kann vom Reisedurchfall bis hin zur Hepatitis reichen.

Haben sich Keimansammlungen (Biofilme) erst mal in größerem Umfang gebildet, sind diese sehr schwer zu entfernen. Die Wasserleitungen im Womo und manchmal sogar ungünstig gestaltete Tanks entziehen sich der Sichtkontrolle und einer normalerweise empfehlenswerten mechanischen Reinigung. Es gibt Untersuchungen, die zu dem Ergebnis geführt haben, daß die chemische Entfernung von ausgeprägten Biofilmen durch Desinfektionsmittel sehr schwierig ist und es bei falscher Anwendung sogar zu Keimvermehrungen im Trinkwasser kommen kann.

Ich habe mich deshalb für eine Dauerdesinfektion mit Chlordioxid entschieden, um die Bildung von Biofilmen von Anfang an zu vermeiden. Chlordioxid ist ein Desinfektionsmittel, das nach der Liste der Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren gemäß der Trinkwasserverordnung vom Umweltbundesamt zugelassen ist. Chlordioxid hat ein sehr breites Wirkspektrum gegen Bakterien, Viren und Pilze. Es wird deshalb immer häufiger auch von Wasserversorgungsunternehmen eingesetzt, um das Trinkwasser, sofern erforderlich, vor Einspeisung in das öffentliche Netz zu desinfizieren. Es ist zudem in seiner Wirkungsweise weniger vom pH-Wert des Wassers als andere Desinfektionsmittel abhängig, was auf Reisen mit wechselden Wasserqualitäten ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist.

Rainer Klasani hat hier --> Link dankenswerterweise eine sehr detaillierte Abhandlung über die Anwendung von Chlordioxid geschrieben, so daß ich mir hier weitere grundsätzliche Informationen ersparen kann. Ich habe mir vor zweieinhalb Jahren bei einer von Rainer Klasani genannten Firma zwei Kanister mit jeweils 2,5 l der Ausgangssubstanzen zur Herstellung von Chlordioxid gekauft. Diese haben rund 50 Euro gekostet. Wenn man berücksichtigt, daß man zur Mischung der Desinfektionslösung für meinen Tank von 185 l Inhalt jeweils nur etwa 2 ml der einzelnen Grundsubstanzen benötigt, kann man sich ausrechnen, daß die gekaufte Menge für viele Jahre reichen wird und somit der Kostenfaktor fast zu vernachlässigen ist (die Einzelkomponenten sind nach meinem Wissensstand praktisch unbegrenzt haltbar).

Ich habe mir dann zusätzlich in der Apotheke einige Einwegspritzen mit Millilitereinteilung sowie ein dutzend kleiner Glasbehältnisse mit Schraubverschluß gekauft. Vor jedem Urlaub mische ich die beiden Grundsubstanzen im angegeben Verhältnis mit Wasser und befülle die kleinen Glasbehältnisse mit jeweils 19 Milliliter Gesamtlösung entsprechend meinem zu desinfizierenden Tankvolumen und der Zielkonzentration für eine Dauerdesinfektion mit 0,2 mg/l im Trinkwasser. Das dauert ungefähr eine Viertelstunde und bei jeder Tankneubefüllung wird dann nur noch jeweils eine Dosis dem Tankwasser zugegeben. Die erforderliche Menge an Gesamtlösung für sein jeweiliges Tankvolumen und die gewünschte Konzentration im Trinkwasser lässt sich sehr einfach mit einer herunterzuladenden Excel-Tabelle von Rainer Klasani bestimmen.

Hierbei muß natürlich sorgfältig gearbeitet werden und man muß sich darüber im klaren sein, daß es sich bei Chlordioxid, wie bei anderen Desinfektionsmitteln auch, um ein hochwirksames Biozid handelt, das einem Lebensmittel (Trinkwasser) zugesetzt wird. Auch müssen die üblichen Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. Speziell beim Einfüllen der gebrauchsfertigen Lösung (frühestens einige Stunden nach der Mischung) in den Tank können Chlorgase freigesetzt werden, die man tunlichst nicht in größeren Mengen einatmen soll. Später, wenn das Trinkwasser mit der maximal zulässigen Konzentration von 0,2 mg/l im Womo gezapft wird, hat man bei Chlordioxid im Gegensatz zu anderen Chlorprodukten praktisch keinen Chlorgeruch und -Geschmack mehr im Trinkwasser.

Wie stellt man nun in der Praxis fest, ob man eventuell zu viel oder zu wenig Chlordioxid zudosiert hat und ob überhaupt die Bildung von Biofilmen verhindert wird? Im Womo-Betrieb wird man nicht auf die aufwändigen Untersuchungsmethoden der Wasserversorgungsunternehmen zurückgreifen können. Es gibt jedoch bei der Anwendung von Chlordioxid eine praktikable Meßmethode, die zumindest qualitative Aussagen erlaubt. Ich habe mir außer dem Chlordioxid bei gleichen Firma für rund 50,- Euro auch einen Konzentrationstest für Chlordioxid mitbestellt. Es handelt sich um einen einfachen Farbumschlagtest, der ca. 140 Messungen mit einer Auflösung von 0,05 mg/l erlaubt. Ein Testvorgang dauert etwa 5 Minuten.

Gibt man nun die vorausberechnete Menge Chlordioxid in ein sauberes Wasserversorgungssystem mit einwandfreiem Trinkwasser (ohne Chlor vom Versorger) wird der Test ziemlich genau die vorausberechnete Chlordioxidkonzentration anzeigen. Dann ist Alles in Ordnung. Sind in dem Wasserversorgungssystem jedoch bereits bestimmte Substanzen, die dort normalerweise nicht hineingehören vorhanden, kommt es zu einer sogenannten Chlorzehrung und das Meßergebnis wird unter dem vorausberechneten Meßergebnis liegen. Bei diesen Substanzen kann es sich z. B. um Biofilme oder sonstige organische Inhaltstoffe des Wassers oder anorganische Stoffe wie Eisen oder Mangan handeln.

Klingt kompliziert, ist aber in der Praxis, wie folgende Beispiele zeigen, einfach zu handhaben:
Ich habe einmal auf einem etwas abgelegenen Stellplatz in Süddeutschland Wasser getankt, das nach ein paar Stunden das gesamte zugegebene Chlordioxid aufgezehrt hat. Auch nach einer Verdopplung der Chlordioxid-Dosis auf den maximal zulässigen Zugabewert von 0,4 mg/l habe ich bei der zweiten Messung immer noch nicht den Mindestwert von 0,05 mg/l erreicht. Das Wasser hat also, möglicherweise durch abgelöste Biofilme in der langen Zuleitung, unzulässig viele chlorzehrende Substanzen enthalten und ich habe es deshalb nicht mehr als Trinkwasser genutzt.
Umgekehrter Fall: Ich mache vor der Tankbefüllung immer eine Geruchsprobe, ob vielleicht der Wasserversorger schon Chlor beigesetzt hat und messe gegebenfalls vor meiner eigenen Chlordioxidzugabe. Da ist es mir schon mal passiert, daß ich keinen Geruch wahrgenommen habe (weil vielleicht Chlordioxid anstatt Chlor verwendet wurde), ich deshalb vorher nicht gemessen habe, und ich nachher über dem Maximalwert von 0,2 mg/l gelegen habe. Obwohl es einem wahrscheinlich auch nicht schadet, wenn man mal kurzfristig Kaffe mit mehr etwas zuviel Chlordioxid kocht, habe ich dann in diesem Fall bis zur Neubefüllung des Tanks Flaschenwasser für den Kaffee gekauft.

Nun zu der ansonsten empfohlenen Tankreinigung zwei mal im Jahr:
Die kann je nach den verwendeten Mitteln durch erforderliche Nachspülungen recht aufwändig und auch teuer sein. Mein Ziel war es auch, durch die permanente Verwendung von Chlordioxid diesen Aufwand zu sparen. Dies ist mir auch zweieinhalb Jahre lang geglückt. Man kann bei mir im Frischwassertank bis heute, soweit einsehbar, keine Biofilme feststellen. Trotzdem habe ich bei der Erstbefüllung vor meiner letzen Reise festgestellt, daß eine Chlorzehrung gerade noch im zulässigen Bereich stattfindet. Ich führe diesen Effekt darauf zurück, daß sich im Tank mittlerweile beachtliche anorganische Ablagerungen gebildet haben. Die bestehen oftmals nicht nur aus Kalk, sondern auch aus Eisen- und Manganverbindungen. Und diese Verbindungen führen regelmäßig zu einer starken Chlorzehrung, da diese durch Chlordioxid oxidiert werden. Diese anorganischen Ablagerungen lassen sich in größerem Umfang auch durch Chlordioxid letztlich nicht verhindern. Wie ich diese zukünftig reduzieren will, habe ich hier --> Link beschrieben. Jetzt ist im Frühjahr erst mal eine Entfernung der anorganischen Beläge mit Zitronensäure erforderlich und
dann werde ich nochmals die Chlorzehrung messen. Bei Bedarf führe ich dann noch eine Standdesinfektion des Tanks mit 5,0 mg/l Chlordioxid durch. Genügend Vorrat habe ich ja.


Mein persönliches Fazit:
Ich bin mit dem Erfolg zufrieden. Die Kosten waren gering. Auch wenn Alles kompliziert klingt - gefühlt war der Zeitaufwand für diese ganzen Maßnahmen innerhalb der zweieinhalb Jahre geringer, als für das Schreiben dieses doch etwas lang geratenen Berichtes. Vor Allem konnte ich fast immer das Tankwasser ohne Bedenken als Trinkwasser nutzen.

Ich hoffe, daß ich durch diesen Bericht Einigen bei diesem doch etwas komplizierten Thema helfen konnte und nicht noch zur Verunsicherung beigetragen habe. Man muß natürlich auch immer bedenken, daß es durchaus unterschiedliche Sicherheitsbedürfnisse bei dem Thema Trinkwasserversorgung im Womo geben kann.




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drasi am 04 Okt 2015 15:47:23

Hallo,

und schon einmal vielen Dank für die ausführlichen Info´s.

Mit dem von dir beschriebenen Mitteln möchte ich zunächst eine Standdesinfektion durchführen. Die angeführte Excel-Tabelle habe ich schon gefunden und die Anwendung ist soweit klar.

Nur habe ich noch einige spezielle Fragen.

Sind an die Fläschchen besondere Anforderungen zu stellen? Braunflasche etc.
Wie lange hält sich eine an gemischte Lösung?
Wie lange sollte bei einer Standdesinfektion mit 5mg/l die Wirkzeit sein? Steht bestimmt auch in einem der vielen Texte, finde es aber nicht mehr.

Vielen Dank

wohnmobilbenutzer am 04 Okt 2015 16:13:42

Hallo,

die fertige Desinfektionslösung soll bei dem von mir verwendeten System etwa 6 Wochen haltbar sein. Ich habe zufällig kleine Braunflaschen in der Apotheke bekommen - ob sie die Haltbarkeit wirklich verlängern, weiß ich nicht. Die Desinfektionslösung wird bei mir während der Reise im ohnehin im "dunklen Keller" des Womos aufbewahrt. Glas ist in jedem Fall gegenüber Chlordioxid beständig, der Schraubdeckel meiner Mini-Flaschen angeblich auch.

Die Zeitdauer der Standdesinfektion hängt im Wesentlichen von der Dicke des Biofilms ab. Obwohl das Chlordioxid an sich an der Oberfläche sehr schnell wirkt, sind die Keime im Biofilm durch ihre dichte Anordnung relativ gut geschützt. Insofern halte ich bei starkem Befall eine längere Anwendung (eventuell über mehrere Tage) bei gelegentlicher mechanischer Unterstützung durch Herumfahren und Wasserhahn aufdrehen für sinnvoll.

Eine Erfolgskontrolle ist z. B. nach einer erneuten Befüllung mit dem von mir beschriebenen Testset möglich.


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gerri86 am 04 Okt 2015 20:36:01

Auch ich nutze seit einiger Zeit Chlordioxid zur Desinfektion, allerdings nur einmal jährlich zur Tankreinigung.

Anfangs wollte ich ebenfalls 0,2 mg/l Dauerdesinfektion durchführen, das ständige Testen war mir aber viiiiel zu umständlich und ohne Tests war mir die Gefahr der überhöhten Konzentration zu hoch, da der Tank beim Nachfüllen nicht immer vollständig leer ist. Allein schon die Vorbereitung des Chlordioxides für unsere ständigen Wochenendausflüge war mir bei weitem zu unpraktikabel.

Was tun sprach Zeus. Trinkwasserflaschen wollte ich nicht mitführen. Deshalb habe ich mich für den Anbau eines Wasserfilters (Sawyer Bucket Purifier) am Perlator Gewinde des Wasserhahnes mittels eines Wasserhahnadapters für die Umkehrosmose entschieden.

Nun ist es mir möglich, über den separaten Hebel am Hahn entweder ungefiltertes Wasser über den Perlator oder gefiltertes Wasser über den am Schlauch hängenden Filter zu entnehmen. Da der Filter bei Nichtgebrauch am Wasserhahn runterhängt, kann das Wasser abtropfen und er trocknet innen. Vorteil ist das neben Bakterien auch Viren zurückgehalten werden (0,02 Micron).

Diese Lösung hat sich auch bei 4 Personen, zuletzt 4 Wochen am Stück als sehr praxistauglich und komfortabel erwiesen.

RaiWo am 05 Okt 2015 11:37:03

Servus!
Ich benutze schon seit einigen Jahren die fertige Lösung von REDO und bin sehr zuversichtlich frieden. Bisher keinerle gesundheitliche Probleme, obwohl das Tankwasser zum Kochen, Waschen und Zähneputzen benutzt wird.
CU
Wolf

Allradmobilist am 06 Okt 2015 10:21:13

wohnmobilbenutzer hat geschrieben:...Wie stellt man nun in der Praxis fest, ob man eventuell zu viel oder zu wenig Chlordioxid zudosiert hat ...? ... Ich habe mir ...für rund 50,- Euro einen Konzentrationstest für Chlordioxid mitbestellt. ...

Hallo in die Runde,
da ich auch seit Jahren schon die Dauerdesifektion mit Chlordioxid praktiziere, habe ich mir zur Sicherheit ein Testset der oben vom Wohnmobilbenutzer beschriebenen Art besorgt. Eine der möglichen Bezugsquellen ist die Firma Link Chemie: --> Link, Preis etwas über 50€.

Sorry für das zerhackte und arg verkürzte Zitat! DIe Forumregeln erzwingen so etwas leider.

Barneybaer am 06 Okt 2015 11:40:53

Halli,hallo! Ich bin hier ganz neu und das Thema Wassertank und Verkeimung interessiert mich wahnsinnig doll,da ich in ein paar Wochen den Winter über nach Spanien möchte.Ich war letztes Jahr schon mal vier Wochen im Sommer dort und es viel mir auf dass sich MEIN HUND weigerte das Wasser zu trinken wenn es mal drei-vier Tage im Tank war.Dieses schleimig werdene Gefühl beim Wasser hatte ich damals auch und sattelte um auf Wasserflaschen.(Dies trank mein Hund wenigstens) :wink: .Da ich nun mein eigenes habe und dieses schon drei Jahre stand finde ich eure Entkalkungs und Desinfekitionstipps klasse.Hab da nämich schon ein mulmiges Gefühl gehabt durch die lange Standzeit.

LG.von Barneybaer aus Seligenstadt

jochen-muc am 24 Mär 2016 07:51:53

Guten Morgen


schmeckt man diesen Zusatz eigentlich ?

Roman am 24 Mär 2016 08:35:23

wohnmobilbenutzer hat geschrieben:...Später, wenn das Trinkwasser mit der maximal zulässigen Konzentration von 0,2 mg/l im Womo gezapft wird, hat man bei Chlordioxid im Gegensatz zu anderen Chlorprodukten praktisch keinen Chlorgeruch und -Geschmack mehr im Trinkwasser....


Wenn das wirklich so ist, wäre dein Ansatz auch für mich echt eine Überlegung wert....

Allerdings habe ich mit der praktischen Umsetzung noch ein Problem. Du schreibst, dass du die 19ml Mischung in Gläschen abfüllst. Nun sind 19ml nicht wirklich viel. Wie erreichst du es, dass diese wirklich im Tank ankommen ? Einfach in den Einfüllstutzen geben und hoffen, dass sie ihren Weg finden ? Ich handhabe es bei Micropur und Co immer so, dass ich das Konzentrat in einen Faltkanister gebe, mit gut 5 Liter Wasser auffülle und diese Mischung dann in den Tank befördere.

Gruß
Roman

wohnmobilbenutzer am 24 Mär 2016 16:36:26

jochen-muc hat geschrieben:Guten Morgen
schmeckt man diesen Zusatz eigentlich ?



Hallo,

wie ich bereits in meinem Startpost geschrieben habe, ist das Chlordioxid an sich bei richtiger Dosierung vom Geschmack her unproblematisch.

Genau genommen merkt man die Zugabe des Desinfektionsmittels in höheren Konzentrationen nur dadurch, daß es z. B. beim Austritt aus dem Wasserhahn zu einer geringen Freisetzung von gasförmigen Chlor kommt. Die Wahrnehmung kann allerdings je nach individueller Empfindlichkeit der Geruchszellen in der Nase etwas unterschiedlich sein. Bei mir liegt die Empfindungsgrenze ziemlich genau auf dem Niveau der zugelassenen Maximalkonzentration von Chlordioxid. Insofern könnte ich mir das Anfangs beschriebene Testkit fast sparen.


Grüße


PS:
Wieso interessierst Du dich als Bayer überhaupt für die heute übliche Trinkwasserdesinfektion? In Bayern haben doch die Mönche nach meiner Kenntnis bereits im Mittelalter erkannt, daß der Genuß von verdorbenem Wasser zu schweren Krankheiten führen kann und haben deshalb mit dem Brauen von Bier begonnen. Der Alkohol im Bier ist ein anerkannt wirksames Desinfektionsmittel. Die Nebenwirkungen im Bereich des menschlichen Gehirns muß man halt billigend in Kauf nehmen, aber man hat dafür den Vorteil, daß es nicht zu unangenehmen Geschmacksbeeinträchtigungen kommt :lach:

wohnmobilbenutzer am 24 Mär 2016 16:43:30

Roman hat geschrieben:Allerdings habe ich mit der praktischen Umsetzung noch ein Problem. Du schreibst, dass du die 19ml Mischung in Gläschen abfüllst. Nun sind 19ml nicht wirklich viel. Wie erreichst du es, dass diese wirklich im Tank ankommen ? Einfach in den Einfüllstutzen geben und hoffen, dass sie ihren Weg finden ? ...
Gruß
Roman



Hallo,

bei meinem Womo ist die Zudosierung sehr einfach, da der Inspektionsdeckel des Wassertanks gut zugänglich ist. Dort schütte ich das flüssige Chlordioxid meistens während der Wasserfüllung aus dem Glasfläschchen direkt hinein. Hilfreich bei der Dosierung ist es, wenn man den Wassertank vorher vollständig entleert. Das Chlordioxid verteilt sich sehr gut. Das sehe ich, wenn ich anschließend nach dem Ablauf von 1-2 liter Wasser (geschätzter Leitungsinhalt bis zum Waschbecken) eine Probe aus dem Wasserhahn entnehme. Darin kann ich mit meinem Anfangs beschriebenen Testkit normalerweise ziemlich genau die Chlordioxidkonzentration messen, die sich auch aus der berechneten Zugabemenge ergibt.

Wenn man das Desinfektionsmittel über den Befüllstutzen eingeben muß, würde ich mit es einer Einwegspritze zudosieren, bevor das Wasser in den Tank gefüllt wird.
Dann den Wasserschlauch nicht in den Tank stecken (das sollte man ohnehin aus Hygienegründen nicht tun), sondern möglichst einen Befülldeckel mit Gardena-Kupplung (z. B. von Heosolution) verwenden. Dann ist m. E. gewährleistet, daß die zudosierte Menge auch im Tank landet. Aber das kann man ja im Zweifelsfall auch messen.

Die etwas umständlichere Alternative wäre halt die von Dir beschriebene Zugabe mittels einem separaten 5-Liter-Kanister.


Grüße

jochen-muc am 24 Mär 2016 23:08:25

wohnmobilbenutzer hat geschrieben:PS:
Wieso interessierst Du dich als Bayer überhaupt für die heute übliche Trinkwasserdesinfektion? In Bayern haben doch die Mönche nach meiner Kenntnis bereits im Mittelalter erkannt, daß der Genuß von verdorbenem Wasser zu schweren Krankheiten führen kann und haben deshalb mit dem Brauen von Bier begonn:


Weil meine Frau Italienerin ist :D und der Hund auch was zum schlabbern braucht ;D

Deshalab noch die Frage die Grenzwerte sind die gleichen wie in der Trinkwasserverordnung oder gibt es hier besondere evtl erhöhte werte wegen Kleinmengen, mobile Mengen etc ?

wohnmobilbenutzer am 25 Mär 2016 08:50:28

jochen-muc hat geschrieben:
Weil meine Frau Italienerin ist :D und der Hund auch was zum schlabbern braucht ;D

Deshalab noch die Frage die Grenzwerte sind die gleichen wie in der Trinkwasserverordnung oder gibt es hier besondere evtl erhöhte werte wegen Kleinmengen, mobile Mengen etc ?



Ok,

wenn man eine italienische Frau und einen Hund mit dabei hat, ist die traditionelle Desinfektionsmethode vielleicht nicht so geeignet ;D

Aber was die von mir genannten Grenzwerte angeht: Das sind genau die aus der Trinkwasserverordnung bzw. der zugehörigen Liste des UBA der Zusatzstoffe und Desinfektionsverfahren. Diese Konzentrationsangaben sind eigentlich mengenunabhängig und sind so festgelegt, daß einerseits eine ausreichende Desinfektionswirkung erzielt wird und andererseits auch bei einem Dauergenuß des Wassers beim Menschen keine gesundheitlichen Probleme auftreten.

Grüße

Scout am 25 Mär 2016 12:22:55

Hallo Roman!
Es gibt auch fertige Ansätze in Ampullen für die Desinfektion des Trinkwassers.
Eine Ampulle für 75 l Wasser. biostream ASEPTICA --> Link
Hier eine Zusammenstellung verschiedener Anbieter und Bezugsquellen. --> Link

Die Geschmacks- und Geruchsschwelle von Chlordioxid in Wasser liegt bei 0,08 mg/l. Die Konzentration im Trinkwasser ist 0,2 mg/l. Man wird es schon eine Zeitlang schmecken. Zum Vergleich: Chlor liegt bei 0,05 mg/l.
Quelle: Trinkwasserdesinfektion von Wolfgang Roeske.
Gruß
Scout

wohnmobilbenutzer am 25 Mär 2016 13:13:25

Scout hat geschrieben:Hallo Roman!
Es gibt auch fertige Ansätze in Ampullen für die Desinfektion des Trinkwassers.
Scout


Hallo,

ja klar - ist natürlicher bequemer als die Methode mit Mischung der Einzelkomponenten, die ich anwende. Ist aber auch eine ganz andere Preisklasse.


Scout hat geschrieben:Die Geschmacks- und Geruchsschwelle von Chlordioxid in Wasser liegt bei 0,08 mg/l. Die Konzentration im Trinkwasser ist 0,2 mg/l. Man wird es schon eine Zeitlang schmecken. Zum Vergleich: Chlor liegt bei 0,05 mg/l.
Quelle: Trinkwasserdesinfektion von Wolfgang Roeske.
Gruß
Scout



Na ja,

das sind Literaturangaben. Ich hatte von meinen praktischen Erfahrungen berichtet und auch dazugeschrieben, daß die Geschmacksschwelle individuell unterschiedlich ausgeprägt ist. Zudem sind die 0,2 mg/l beim Chlordioxid ja nur der Höchstwert. Wirksam ist es auch schon ab 0,05 mg/l. Chlor muß hingegen mit mindestens 0,1 mg/l, also über der Geschmacksschwelle, zudosiert werden.

Dein aus dem Zusammenhang herausgerissener Vergleich der Geschmacksschwellenwerte suggeriert also einen geschmacklichen Vorteil von Chlor gegenüber Chlordioxid, der in der Realität in keinste Weise vorhanden ist. Fachleute wissen auch, daß der unangenehme "Chlorgeschmack" meist nicht vom Chlor selbst kommt, sondern von den Desinfektionsnebenprodukten, die bei der Chloranwendung, nicht jedoch bei der Chlordioxidanwendung entstehen. Diese Desinfektionsnebenprodukte, die sich bei der Chloranwendung bilden können, sind z. B. Chloramine, Chlorphenole, Trihalogenmethane usw.

Aber ich wollte es eigentlich nicht so wissenschaftlich machen, auch wenn das vielleicht beim Leser Eindruck macht. Ich wollte einfach für die Praxis geeignete Tipps geben.


Grüße

Scout am 25 Mär 2016 18:44:58

wohnmobilbenutzer hat geschrieben:das sind Literaturangaben. Ich hatte von meinen praktischen Erfahrungen berichtet und auch dazugeschrieben, daß die Geschmacksschwelle individuell unterschiedlich ausgeprägt ist.

Wenn Du entgegen der Angaben in der Fachliteratur zu anderen Erkenntnissen bekommen bist teile sie mit.
Welche Konzentrationen hast Du als Geruchsschwelle ermittelt?
Mich würde zusätzlich interessieren wie Du es gemacht hast.
Dein aus dem Zusammenhang herausgerissener Vergleich der Geschmacksschwellenwerte suggeriert also einen geschmacklichen Vorteil von Chlor gegenüber Chlordioxid, der in der Realität in keinste Weise vorhanden ist.

Die Geschmacks- und Geruchsschwelle von Chlordioxid in Wasser liegt bei 0,08 mg/l, Chlor liegt bei 0,05 mg/l.
Bei 0,07 mg/l schmeckt man noch Chlor noch aber Chlordioxid nicht mehr.
Der geschmackliche Vorteil liegt bei Chlordioxid und nicht bei Chlor.

Dein Einwand hat mich zu einer vergleichenden Betrachtungsweise veranlasst.
Für die Trinkwasserdesinfektion werden 0,2 mg/l Chlordioxid und 0,3 mg/l Chlor empfohlen. Chlor wird in als Chlorbleichlauge (Natriumhypochlorit) zugesetzt.
Da die Zehrung (Verbrauch) in einer gepflegten Trinkwasseranlage gering ist schmecken beide noch einige Zeit nach dem verwendeten Mittel.
Chlordioxid hat den Vorteil, dass es im Wasser wesentlich länger beständig ist als Chlor. Für den Geschmack ist dies von Nachteil. Dadurch, dass Chlordioxid langsamer zerfällt als das Chlorprodukt muss das Wasser auch zwangsläufig länger danach schmecken. Das Chlorprodukt zerfällt relativ schnell, so schnell verschwindet dann auch der Geschmack.
Fachleute wissen auch, daß der unangenehme "Chlorgeschmack" meist nicht vom Chlor selbst kommt, sondern von den Desinfektionsnebenprodukten, die bei der Chloranwendung, nicht jedoch bei der Chlordioxidanwendung entstehen.

Wir schreiben hier über Trinkwasser. Der „unangenehme Chlorgeschmack“ ist der typische Schwimmbadgeruch. Was da riecht sind Chloramine, die durch die Reaktion von Chlor mit Urin, Schweiß, oder Hautschuppen entstehen.
In unserem Womo haben wir Trinkwasser und kein Schwimmbadwasser. Und Fachleute wissen, dass im Trinkwasser keine Stoffe enthalten sind und sein dürfen die mit Chlor chemische Verbindungen erzeugen können. Einzig eine bestimmte Anzahl von Bakterien ist erlaubt.
Anders formuliert, wenn bei der Verwendung von Chlor das Wasser in deinem Tank nach Schwimmbad riechen würde, hättest Du kein Trinkwasser, sondern eine versiffte Brühe gebunkert.
Ich möchte damit auf keinen Fall das eine oder andere Produkt empfehlen, beide erledigen ihre Aufgabe, Bakterien zu töten. Würden sie das nicht tun, wären sie nicht in der Trinkwasserverordnung enthalten. Jeder sollte es für sich, nach eigenen Empfindlichkeiten entscheiden. Dafür ist eine breite Information und keine enge Empfehlung erforderlich.

Gruß
Scout

wohnmobilbenutzer am 25 Mär 2016 21:11:16

Scout hat geschrieben:Wenn Du entgegen der Angaben in der Fachliteratur zu anderen Erkenntnissen bekommen bist teile sie mit.
Welche Konzentrationen hast Du als Geruchsschwelle ermittelt? Mich würde zusätzlich interessieren wie Du es gemacht hast.


Hallo,

ich habe da keine Wissenschaft daraus gemacht. Ich habe einfach festgestellt, daß ich am Auslauf des Wasserhahnes einen gewissen Geruch wahrnehme, wenn ich versehentlich das Chlordioxid etwas überdosiert habe. Habe ich 0,2 mg/l oder 0,1 mg/l gemessen, rieche ich halt nichts. Wenn ich mit dem Wasser Kaffee koche oder die Zähne putze, schmecke ich auch nichts. Professionelle Riecher/Schmecker kommen vielleicht zu anderen Ergebnissen - wer weiß?

Scout hat geschrieben:Dadurch, dass Chlordioxid langsamer zerfällt als das Chlorprodukt muss das Wasser auch zwangsläufig länger danach schmecken. Das Chlorprodukt zerfällt relativ schnell, so schnell verschwindet dann auch der Geschmack.


Was soll ich dazu sagen ? - wenn ich nichts schmecke ist es mir vollkommen egal, bei welchem Mittel der Geschmack theoretisch länger anhält.

Scout hat geschrieben: Der „unangenehme Chlorgeschmack“ ist der typische Schwimmbadgeruch. Was da riecht sind Chloramine, die durch die Reaktion von Chlor mit Urin, Schweiß, oder Hautschuppen entstehen... Und Fachleute wissen, dass im Trinkwasser keine Stoffe enthalten sind und sein dürfen die mit Chlor chemische Verbindungen erzeugen können.


Das ist leider nicht so. Das sogenannte Rohwasser, das der Trinkwasseraufbereitung zugeführt wird, enthält öfter solche Stoffe, die bei Chloranwendung zu der Bildung der kritischen Chlorierungsnebenprodukte führen. Das ist z. B. bei Wässern aus moorigen Gegenden der Fall, bei vielen Uferfiltraten, manchen Talsperrenwässern u.s.w. Deshalb wird in der professionellen Trinkwasseraufbereitung immer weniger Chlor und stattdessen eher das diesbezüglich unkritische Chlordioxid verwendet, wenn denn überhaupt eine Desinfektion erforderlich ist (In meinem Zuständigkeitsbereich wird wegen der günstigen Rohwasserverhältnisse in über 90% der Wasserwerke überhaupt nicht desinfiziert).

Aber ich denke, solche wissenschaftlichen Abhandlungen interessieren den normalen Womo-Nutzer eher wenig und eventuell gibt es sogar noch Mecker vom Administrator wegen der Papierverschwendung hier im Forum :lach: :mrgreen:

Da der Kostenaufwand für ein Chlordioxid-Fertigprodukt für wenige Tankfüllungen doch überschaubar ist, kann sich ja jeder interessierte Nutzer mal eine kleinere Menge davon kaufen und dann selber testen. Dann weiß es jeder genau, ob es für sein Geschmacksempfinden Ok ist oder nicht.


Grüße

Plottiwerk am 25 Mär 2016 21:16:39

Ich dachte immer, dass Chlordioxid die instabilere (dafür aggressivere) Substanz ist und
nicht so lange wirkt.
Deswegen macht man in der Lebensmittelindustrie die Standlösungen immer mit Chlorbleichlauge,
weil Chlor nur stabil ist in Verbindung mit Lauge.

Grüße
Lothar

Scout am 25 Mär 2016 23:40:53

Hallo Lothar!
Chlordioxid ist ein Gas.
Ab einer Konzentration von 300 g/m³ Luft (> 10 Vol-% ) ist gasförmiges Chlordioxid explosiv. Diese Konzentration im Gasraum erhält man bei 8 g/l im Wasser.
Deshalb kann Chlordioxid in konzentrierter Form weder als Gas noch gelöst in Wasser gelagert oder transportiert werden.
Es muss am Verwendungsort frisch erzeugt und sofort ins Wasser eingebracht werden.
Die Chlordioxid - Campingprodukte haben nach dem Ansetzten eine Konzentration von 3 g/l, da ist es ungefährlich.

Gruß
Scout

KlausD am 26 Mär 2016 00:32:27

Wohnmobilbenutzer hat hat "seine" Erfahrungen mit der kostengünstigen Erzeugung von Chlordioxid (aus 2,5 Ltr Komponente A und 2,5 Ltr Komponente B mit mit Wasser zu 0,3%iger Lösung) und dessen Einsatz geschildert. Danke dafür.
Ich habe anfangs auch mit fertigen Lösungen die Standdesinfektion bei meinem 200 Ltr.- Tank durchgeführt. Bei Biostr...Trav.. waren das über 20€ pro Anwendung.
Nun benutze ich auch schon länger, wie Wohnmobilbenutzer beschrieben, die günstigere Variante zum selbermischen. Eine Standdesinfektion kostet so fast nichts mehr und ich nehme immer eine 250 ml Flasche (die alte von Biost..Tra..) mit fertiger 0,3%iger Lösung im Kühlschrank mit auf Reisen. Dunkel und kühl gelagert hält sich die Lösung recht lange. Die Behältnisse müssen aber ganz dicht sein. Die fertige Lösung geht sehr leicht in die Gasphase über, was im Tank während der Standdesinfektion den Vorteil hat, dass das Gas auch in die letzten Ecken gelangt und dort wirkt, bei Undichtigkeit der Flasche im Kühlschrank aber zu Chlorgeruch und im Wohnmobil zu Gesundheitsgefährdung führen kann. Darum auch der Sicherheitshinweis der "guten Belüftung" beim Umgang.
Unsere Erfahrungen sind ein neutral/ gut riechendes Trinkwasser und die Sicherheit, die uns bei herbstlichen Sardinienurlauben bei der Quell- und Brunnenbetankung sehr beruhigt hat.
Im Eingangsbeitrag wurde ganz klar erwähnt, dass dies ein Erfahrungsbericht ist und jeder selbst entscheiden muss, ob er sich den peniblen Umgang mit den chemischen Substanzen zutraut oder lieber auf Fertiglösungen zurück greift.

wohnmobilbenutzer am 10 Apr 2016 09:58:59

Hallo,

aus den abgegebenen positiven Bewertungen für meinen Startpost in diesem Thema schließe ich mal, daß sich doch einige Wohnmobilisten für das von mir angewendete preiswerte und effiziente Desinfektionsverfahren interessieren. Das hat mich dazu motiviert, hier weiterhin von meinen Erfahrungen bei der Anwendung von Chlordioxid zu berichten, zumal es bei mir mittlerweile einige neue Erkenntnisse dazu gibt.

Ich möchte betonen, daß es mir keinesfalls darum geht, hier irgendeinen Leser zu irgendwas zu bekehren. Ich möchte einfach nur diejenigen Leser, die sich speziell für dieses Verfahren interessieren, an meinen Erfahrungen teilhaben lassen und damit vielleicht eine gewisse Hilfestellung für die auf den ersten Blick etwas komplizierte Anwendung dieses Verfahrens geben. Diejenigen Wohnmobilisten, die aus persönlichen Gründen keine Desinfektion des Trinkwassers durchführen möchten, kann ich auch verstehen und diese können meinen Beitrag hier getrost ignorieren bzw. sollten sich dann bitteschön auch auf sachliche Diskussionsbeiträge hier beschränken.

Nun zur Fortsetzung meines ersten Erfahrungsberichtes aus dem Startpost:

Ich hatte ja dort berichtet, daß ich bei der letzten Tankneubefüllung die maximal zulässige Chlordioxidmenge entsprechend einer rechnerischen Konzentration von 0,4 mg/l zugeben musste, um nach der Messung auf die gewünschte Zielkonzentration von 0,2 mg/l im Tankwasser zu kommen. Ich hatte dabei vermutet, daß gewisse anorganische Ablagerungen im Wasserversorgungssystem des Womos eine Chlordioxidzehrung verursachen. Es kann sich dabei um in vielen Wässern natürlicherweise vorhandene Eisen- und Manganbestandteile handeln, die sich zusammen mit dem Kalk als rauher Belag an den Oberflächen absetzen. Ich wollte deshalb jetzt im Frühjahr eigentlich eine Systemreinigung mit Zitronensäure durchführen.

Aber wie das so ist mit den guten Vorsätzen - ich bin wieder davon abgekommen. Mir ist wieder in den Sinn gekommen, daß ich ja ursprünglich mit meinem Chlordioxid-Verfahren die aufwändigen Systemreinigungen weitestgehend einsparen wollte. Außerdem besteht eigentlich bei desinfizierten Wässern keine grundsätzliche Notwendigkeit anorganische Beläge zu entfernen. In der öffentlichen Wasserversorgung wird zwar das Innere von Wasserspeichern (z. B. Trinkwasserhochbehältern) regelmäßig von Ablagerungen befreit - aber im wesentlichen nur, um bei undesinfizierten Wässern den Keimen keine Vermehrungsgrundlage zu bieten.

Ich habe mich also bei der Systemreinigung auf das Unverzichtbare beschränkt - die manuelle Reinigung der Sensorstäbe der Wasserstandsanzeige. Diese wiesen nach nur etwa 20 Betriebswochen des Womo bereits so starke anorganische Ablagerungen auf, daß es zu Fehlanzeigen gekommen ist. Wie ich zukünftig solche starken Ablagerungen vermeiden will, habe ich in meinem "Verkalkungsthema" hier --> Link mal beschrieben.

Ich habe dann einen weiteren Ansatz zur Vermeidung der erhöhten Chlordioxidzugabe bei der ersten Neubefüllung eines trockengelegten Wasserversorgungssystemes getestet. Ich habe mal (was man eigentlich ohnehin gelegentlich machen sollte) das System gründlich mit 50 l Frischwasser durchgespült, bevor ich mit der endgültigen Füllung begonnen habe. Und siehe da - ich konnte daraufhin nach der Neubefüllung und der Chlordioxidzugabe keinerlei erhöhte Chlordioxidzehrung mit meinem Testset feststellen. Das heißt, ich habe die berechnete Menge für 0,2 mg/l zugegeben und konnte dann auch genau diese 0,2 mg/l im Wasser messen. Daraus lässt sich, wie ich bereits im Startpost erwähnt habe, schließen, daß es auch in den nicht einsehbaren Teilen des Systems keine unerwünschten organischen Beläge (Biofilme) und auch keine kritischen anorganischen Beläge gibt, die eine unzulässige Chlordioxidzehrung verursachen würden.

Mein Wasserversorgungssystem ist also durch den Einsatz von Chlordioxid auch ohne großen Aufwand für Tankreinigungen nach drei Betriebsjahren mit hoher Wahrscheinlichkeit immer noch hygienisch einwandfrei. Belegt durch meine Zehrungsmessungen gibt es ja, wie bereits erwähnt, keine Hinweise auf auf Biofilme, in denen sich eventuell gesundheitsschädliche Keime vor der Einwirkung des Desinfektionsmittels "verstecken" könnten. Also kann die Desinfektion mit einem so breitbandig wirkenden Mittel wie Chlordioxid als erfolgreich angesehen werden. Wenn man es ganz genau wissen wollte, müsste man allerdings Wasserproben aus dem System ziehen und mikrobiologisch untersuchen lassen. Da meine lieben Kollegen, die solche Untersuchungen durchführen, es auch für mich nicht kostenlos machen wollen, verzichte ich allerdings darauf - man muß es ja nicht übertreiben und ich mache mir ohnehin schon mehr Gedanken über die hygienemäßig vergleichsweise etwas ungünstigere Wasserversorgungssituation in den Womos als wahrscheinlich 99,9 % aller Wohnmobilisten ;D . Zudem geben solche mikrobiologischen Untersuchungen ja immer nur den Momentanzustand wieder. Wenn man sich bei der nächsten Wasserübernahme an der V und E -Station Fäkalkeime einfängt, weil einer vorher dort (wie ich schon oft beobachtet habe) an dem Trinkwasserhahn seine Toilettenkassette gespült hat, kann sich zumindest bei undesinfiziertem Tankwasser die mikrobiologische Situation im Tank ein paar Tage später ganz anders darstellen.

Ich habe nun vor kurzem noch knapp über 20,- Euro investiert, um meine Ausstattung mit Glasartikeln für die Chlordioxidherstellung und -lagerung zu verbessern. Es ging mir dabei im Wesentlichen um eine Erhöhung der Sicherheit des Verfahrens. Neu angeschafft habe ich mir eine 250ml-Laborflasche mit Meßeinteilung und Braunglasfläschchen mit 5, 10 und 15 ml Inhalt. Diese sieht man auf dem nachstehenden Bild:



Mit dieser Ausstattung wird nun nachfolgend beschriebene Vorgehensweise ermöglicht, die Fehler bei der Anwendung weitestgehend ausschließt:

Vor Urlaubsbeginn erzeuge ich mir zuhause jeweils 188 ml Chlordioxidfertiglösung, die bei dem von mir verwendeten System einem Chlordioxidgehalt von 2 Gramm/l aufweist. Diese Menge reicht rechnerisch aus, um 1880 l Wasser mit einer Konzentration von 0,2 mg/l zu desinfizieren. Ganz soviel Wasser verbrauche ich im Urlaub zwar nicht, aber man hat dann gewisse Reserven und die restliche Chlordioxidlösung wandert auf den letzten Kilometern der Rückfahrt mit etwas Frischwasser in den Abwassertank, der dann blitzsauber und geruchsfrei wird. Die Kosten für diese Menge liegen insgesamt bei nur etwa 40 Cent. Deshalb lohnt es sich nicht, ein paar ml einzusparen. Zum Vergleich: das chlordioxidhaltige Campingfertigprodukt Biostream aseptica Pro, welches in Packungen mit 5 x 10 ml-Fläschchen vertrieben wird, kostet für diese Wassermenge hochgerechnet etwa 89,- €.

Die scheinbar krumme Zahl von 188 ml zuzubereitetender Chlordioxidlösung habe ich deshalb so gewählt , weil dadurch eine einfache Mischung der Komponenten ermöglicht wird. Für die 188 ml benötige ich gemäß der in meinem Startpost erwähnten Excel-Tabelle von Rainer Klasani 150 ml Wasser und jeweils etwa 19 ml der der beiden Grundkomponenten A und B aus den beiden 2,5 l -Kanistern meines Herstellers. Wie man auf dem Bild sieht, gibt es auf der neuen Laborflasche bei 150 ml eine Markierung für diese Wassermenge. Dann werden mittels zweier 20 ml - Einwegspritzen mit Markierungen bei 19 ml die Komponenten A und B in die Laborflasche zugegeben. Bei dem Spritzenvolumen von maximal 20 ml ist eine wesentliche Überdosierung kaum möglich. Zudem habe ich mir auf der Laborflasche als zusätzliche Referenz die entsprechenden Füllstände für die einzelnen Komponenten markiert.

Dann wird die fertig gemischte Lösung mit einer weiteren Sprize portionsgerecht d i r e k t danach in die bereitstehenden Braunglasfläschchen mit 5, 10 und 15 Milliliter Inhalt umgefüllt. Ich gehe davon aus, daß sich direkt nach dem Mischvorgang noch nicht soviel Chlordioxid gebildet hat, da die Mischung erst nach 2 Stunden gebrauchsfertig sein soll. Man kann jedoch schon relativ kurze Zeit nach dem Mischvorgang gewisse Ausgasungen feststellen. Deshalb sollte man unbedingt bei der ganzen Mischaktion gut lüften und natürlich die übliche Vorsicht beim Umgang mit Chemikalien walten lassen. Die entsprechenden Sicherheitsempfehlungen lassen sich den Sicherheitsdatenblättern zu den einzelnen Substanzen entnehmen. Für den Fall, daß etwas verschüttet wird, sind meines Erachtens chemikalienresistente Handschuhe und eine entsprechende Unterlage besonders wichtig. Die kleinen Braunglasfläschchen sichere ich mit einer Eigenkonstruktion aus Resten von Elektrokabelkanälen gegen Umkippen.

Die Beschreibung dieser Misch- und Umfüllprozedur erscheint langwierig - in der Praxis ist diese Aktion aber in etwa einer Viertelstunde erledigt, wenn man sich einmal das entsprechende Equipment angeschafft und die Vorüberlegungen durchgeführt hat. Alternativ könnte man eventuell noch 10 Minuten einsparen, wenn man die Fertiglösung in der 250 ml-Laborflasche belässt und jedes mal bei der Tankbefüllung die erforderliche Menge mit einer Einwegspritze mit ml-Einteilung zugibt. Ich habe jedoch keine Erfahrung, wie sich das Chlordioxid beim Transport einer Restmenge in einer solchen großen Laborflasche verhält. Der Chlordioxidgehalt könnte unter Umständen durch Ausgasungen abnehmen.

Die fertige Chlordioxidmischung ist nach Angabe des Herstellers etwa 6 Wochen haltbar. So lange ununterbrochen konnte ich leider noch nicht mit dem Womo in Urlaub fahren - bei den bisher maximal möglichen 4 Wochen konnte ich mit dem von mir im Startpost beschriebenen Testset jedenfalls bei ansonsten normalen Randbedingungen noch keinen nennenswerten Rückgang des Chlordioxidgehaltes im fertig desinfizierten Tankwasser feststellen.

Wie man auf dem folgenden Bild sieht, werden die Braunglasfläschchen dann zusammen mit dem Testset in einer dichten Kunststoffbox für den Transport im Womo während der Urlaubsfahrt aufbewahrt.



Die hier im Forum schon von Kollegen erwähnte Explosionsgefahr bei Ausgasungen von Chlordioxid in höheren Konzentrationen ist bei meinem Verfahren nicht gegeben. Die Konzentration des Chlordioxids in der Lösung ist mit 2 gr/l zu gering. Es geht hier auch um Gesamtmengen im Milliliterbereich, wobei sich ohnehin in den winzigen Glasfläschchen kein kritisches Gasvolumen bilden könnte. Wenn man diesbezüglich Bedenken haben müsste, dürfte man sich auch keinesfalls in einem Womo aufhalten, in dem 2 x 11 Kg Flüssiggas gelagert werden.

Vorsicht ist nochmals beim Zudosieren der etwa 2 Stunden nach der Mischung gebrauchsfertigen Chlordioxidmischung in den Tank geboten. Dabei sollte auch nochmal gut gelüftet werden und eventuelle Ausgasungen nicht eingeatmet werden, da das Chlordioxid-Gas in höheren Konzentrationen bekanntermaßen gesundheitsschädlich ist.

Die Zudosierung selbst ist bei meinem System einfach. Da die Fertigmischung eine Konzentration von 2 gr/l Chlordioxid aufweist, ergibt sich eine Zugabemenge von genau einem Milliliter Fertigmischung auf 10 l Frischwasser, um auf die gewünschte Zielkonzentration von 0,2 mg/l Chlordioxid im Trinkwasser zu kommen. Das heißt, die Zugabe aus einem 5 ml-Braunglasfläschchen reicht rechnerisch für 50 l Trinkwasser. Der Inhalt meiner 15 ml- Braunglasfläschchen reicht dann (Achtung: Kopfrechnen :mrgreen: )für 150 l Trinkwasser.

Das Tankvolumen meines Womo beträgt etwa 180 Liter. Ich gebe mittlerweile in der Praxis bei einer Komplettbefüllung trotzdem nur ein 15 ml- Braunglasfläschchen bzw. ein 10 und ein 5 ml-Braunglasfläschchen zu. Dann hat man noch eine gewise Reserve, falls sich in dem getankten Trinkwasser unbemerkt mal Restbestände von Chlor oder Chlordioxid befinden solllten, die vom Wasserversorger bereits zugegeben wurden. Wenn ich anschließend mit dem Testset eine Chlordioxidkonzentration zwischen 0,05 und 0,2 mg/l am Wasserhahnauslauf messe, ist alles in Ordnung. Dann liege ich innerhalb der Grenzwerte der Trinkwasserverordnung.

Wenn ich bei der Probe, die frühestens 1 Stunde nach der Zudosierung genommen werden sollte, unter 0,05 mg/l liege, kann ich entsprechend nachdosieren. Nach der Trinkwasserverordnung darf jedoch insgesamt max. eine Chlordioxidmenge für eine rechnerische Konzentration von 0,4 mg/l im Trinkwasser zugegen werden. Das sind bei mir etwa zwei 15 ml- Braunglasfläschchen. Wenn dann eine zweite Messung immer noch nicht mindestens 0,05 mg/l am Wasserhahnauslauf ergibt, ist mit dem getankten Wasser etwas nicht in Ordnung und man sollte es nicht als Trinkwasser verwenden (ist bei mir in der Praxis auch schon vorgekommen).

Ich habe in der Vergangenheit in seltenen Fällen bei der Probe auch schon mal über 0,2 mg/l gelegen. Das habe ich dann auch beim Auslauf aus dem Wasserhahn riechen können. Dies kann an Chlor/Chlordioxid-Restbeständen im Wasser gelegen haben, die das Versorgungsunternehmen schon zugegen hat. Oder ich hatte das Chlordioxid doch etwas ungenau zugegeben, da ich bisher nur über eine Braunglasfläschchengröße verfügte, in der sich die Chlordioxidlösungsmenge für
eine komplette Tankfüllung befand und insofern die Dosierung bei teilweisen Tankfüllungen etwas schwierig war. Ich habe das Tankwasser dann sicherheitshalber nicht mehr als Trinkwasser benutzt.

Obwohl ich ja eigentlich aus anderen Gründen (siehe nochmals meinen "Verkalkungsbeitrag" hier --> Link) keine verschiedenen Wässer durch Teilbefüllungen im Tank mehr mischen will, kann ich nicht ausschließen, daß es manchmal, z. B. bei viel Andrang an der Versorgungsstation doch erforderlich ist. Ich habe mir deshalb für diesen Fall noch für rund 15,- € einen kleinen Wassermengenzähler von Gardena gekauft, den man auf
dem untenstehenden Bild meiner Anschlußeinrichtung für den Wasserschlauch sieht.



Mit meinen verschieden großen Braunglasfläschchen kann ich nun unterwegs je nach getankter Wassermenge problemlos Chlordioxid für 50 l, 100 l oder 150l Wasser zudosieren. Zwischenmengen können geschätzt werden und sind auch nicht so problematisch, weil es ja allein durch die mögliche Chlordioxidzehrung schon zu gewissen Schwankungen der effektiven Konzentration kommen kann. Die zweite Stelle hinter dem Komma im Milligrammbereich spielt in diesem Fall ohnehin keine große Rolle.

Ob man dann bei der geschilderten Vorgehensweise in der Praxis noch ein Chlordioxid-Testset wie das von mir verwendete wirklich braucht, will ich mal dahingestellt lassen. Man ist aber damit auf der sicheren Seite. Ich verwende es auch aus quasi wissenschaftlichem Interesse, da es spezielle Untersuchungen der trinkwasserhygienischen Situation in Womo-Tanks nach meinen Recherchen noch nicht gibt.

Nebenbei bemerkt:
Mir vorliegende ungünstige Untersuchungsergebnisse mit vielen Überschreitungen der mikrobiologischen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung von Wässern aus ähnlichen Umgebungen (Tanks von Charterbooten und Fahrgastschiffen), lassen den Schluß zu, daß man auch im Womo diesem Thema eine gewisse Aufmerksamkeit schenken sollte. Aber es muß halt jeder für sich selbst entscheiden, ob er ein Problem darin sieht, und wenn ja, wie er damit umgeht.

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, daß das hier vorgestellte Verfahren aus verschiedenen Gründen für mich persönlich am geeignetsten ist. Ich habe allerdings auch keine Probleme damit, gewissenhaft mit potentiell gefährlichen Chemikalien umzugehen. Wenn man sich das nicht zutraut, sollte man ein solches Verfahren keinesfalls anwenden.



Grüße

Allradmobilist am 10 Apr 2016 14:02:03

Wer es sich mit der Zugabe der vorbereiteten Chlordioxidlösng noch einfacher machen möchte, kann diesen "WasserMixFix" verwenden:
--> Link
(Händlerwebseite ist Zufallsfund, das Teil gibt es bei vielen Zubehörhändlern)

Scout am 10 Apr 2016 15:14:16

Allradliebhaber hat geschrieben:Wer es sich mit der Zugabe der vorbereiteten Chlordioxidlösng noch einfacher machen möchte, kann diesen "WasserMixFix" verwenden:
--> Link
(Händlerwebseite ist Zufallsfund, das Teil gibt es bei vielen Zubehörhändlern)


Zum Dosieren von Chlordioxidlösung ist das nicht geeignet.
Chlordioxid ist ein Gas. Zum Dosieren muss man die Vorratsflasche öffnen um den Saugschlauch hineinzuhängen. Ein Füllvorgang dauert schon einige Minuten. In der Zeit verschwindet vermutlich mehr Chlordioxid in die Atmosphäre als in das Wasser gelangt.

Gruß
Scout

Allradmobilist am 10 Apr 2016 16:45:47

Ich verwende 6ml-Fläschchen, die randvoll mit flüssiger Chlordioxidlösung gefüllt sind - ausreichend, um in 60l Wasser die gewünschte Konzentration von 0,2 mg/l zu erzeugen.

Bei Wassertanken wird das lose Ende des am MixFix angebrachten Schlauches in dieses Fläschchen gesteckt - so schnell kannst Du gar nicht gucken, wie der Inhalt weggesaugt ist. Das liegt im Bereich von weniger als einer Sekunde, sofern sich die Fließgeschwindigkeit des Wassers im normalen Bereich bewegt. Ich mache seit Jahren nur gute Erfahrungen damit.

Allradmobilist am 10 Apr 2016 17:04:58

Leider kann ich meinen Beitrag nicht mehr editieren, deshalb ein neuer post mit dem Hinweis, dass der WasserMixFix nicht zur Dosierung gedacht ist, sondern allein zum Beimischen. Die Dosierung ergibt sich aus hinzugefügter Menge flüssiger Chlordioxidlösung und getanktem Wasservolumen. Ich hantiere nicht mit Gas!

mercurius46 am 10 Apr 2016 17:52:22

Und wie verhält es sich bei dem hier in diesem Forum mehrfach beschriebenen Reinigen des Frischwassertanks mit "Danklorix"?

Allradmobilist am 10 Apr 2016 17:54:24

Diese Frage gehört hier nicht her, denn hier geht's um Erfahrungen mit der Anwendung von Chlordioxid.

Mach' doch einen neuen Thread auf, oder suche Dir besser noch einen schon vorhandenen. Zu Deinem Thema gibt es unzählige!

Gast am 10 Apr 2016 18:01:13

Wenn man sich den Aufwand betrachtet der nach deinen Ausführungen offenbar für Chlordioxid nötig ist, halte ich die Frage nach einem Schnapsglas voll Danklorix durchaus angemessen um die Vergleichbarkeit der Methoden herzustellen.

wohnmobilbenutzer am 10 Apr 2016 18:53:25

KudlWackerl hat geschrieben:Wenn man sich den Aufwand betrachtet der nach deinen Ausführungen offenbar für Chlordioxid nötig ist, halte ich die Frage nach einem Schnapsglas voll Danklorix durchaus angemessen um die Vergleichbarkeit der Methoden herzustellen.


Na ja,

die Methoden sind eigentlich ohnehin nicht vergleichbar. Chlordioxid ist hauptsächlich für die vorbeugende Dauerdesinfektion gedacht und Danklorix allenfalls für die Standesinfektion der Wasserversorgungsanlage. Danklorix ist ein Reinigungsmittel, das nach Abschluß der Aktion gründlich aus dem Wasserversorgungssystem ausgespült werden muß, weil darin Begleitstoffe enthalten sind, die im Trinkwasser nicht enthalten sein dürfen.

Chlordioxid ist ein nach der Trinkwasserverordnung zugelassener Zusatzstoff, der bei der richtigen Dosierung (maximal 0,2 mg/l) problemlos mitkonsumiert werden kann. Man kann es natürlich auch für eine ein oder zwei mal im Jahr durchzuführende Standdesinfektion in hoher Konzentration von ca. 5 mg/l verwenden. Dann muss die hochkonzentrierte Desinfektionslösung im System natürlich auch abgelassen werden.

Diese Standdesinfektion kann man sich nach meiner bisherigen Erfahrung bei einer Dauerdesinfektion mit Chlordioxid in geringer Konzentration wohl sparen. Man hat dann auch den großen Vorteil, daß das Desinfektionsmittel auch wirkt, wenn man sich zwischen eventuellen Standdesinfektionen mal gesundheitschädliche Keime einfangen sollte.

Die Trinkwasserhygiene im Womo (zuhause zum Glück nicht) ist halt schon eine komplizierte Geschichte und ich denke mal, wenn man jetzt noch Danklorix in diesem Tröt mit ins Spiel bringt, wird es noch unübersichtlicher. Zu Danklorix gibt es der Tat hier im Forum schon sehr viele Beiträge, die man sich mal anschauen kann.


Grüße

Scout am 10 Apr 2016 23:20:29

Allradliebhaber hat geschrieben:Bei Wassertanken wird das lose Ende des am MixFix angebrachten Schlauches in dieses Fläschchen gesteckt - so schnell kannst Du gar nicht gucken, wie der Inhalt weggesaugt ist.

Die Chlordioxidlösung soll in Flaschen ohne Gaspolster aufbewahrt werden, weil es an der Atmosphäre schnell ausgast.
Das Füllen des Tanks dauert einige Minuten. Kommen 50 l Wasser in den Tank müssen mindestens 50 l Luft den Tank verlassen. Strömt Wasser in den Tank entstehen Turbulenzen und Chlordioxid entweicht verstärkt in die Gasphase und über die Entlüftung solange nach außen bis die Füllung abgeschlossen ist. Mit dieser Methode wird man nicht die gewünschte Konzentration von 0,2 mg/l erreichen. Wenn man sicher sein will muss man die Konzentration nach Ende der Füllung analytisch kontrollieren.

KudlWackerl hat geschrieben:Wenn man sich den Aufwand betrachtet der nach deinen Ausführungen offenbar für Chlordioxid nötig ist, halte ich die Frage nach einem Schnapsglas voll Danklorix durchaus angemessen um die Vergleichbarkeit der Methoden herzustellen.

Danklorix wäre zur Trinkwasserdesinfektion nicht geeignet, es ist ein Reinigungsmittel. Chlorbleichlauge als Apothekerware schon eher. Ein Schnapsglas würde reichen. Das Schnapsglas Chlorbleichlauge tötet Keime genauso wie Chlorbleichlauge, ist aber wesentlich einfacher zu handhaben.

Chlorbleichlauge muss einen gewissen Reinheitsgrad haben, das ist in einer DIN EN Norm festgelegt. Die Ausgangsstoffe für die Herstellung von Chlordioxid ebenfalls.
Das häufig erwähnte Easy Des wird auch Salzsäure und Natriumnitrit hergestellt. Die Reinheit dieser Stoffe ist ebenfalls in einer DIN EN Norm geregelt.
Chlorbleichlauge und Chlordioxid können in der üblichen Trinkwasserkonzentration konsumiert werden.
Für eine Dauerdesinfektion sind beide nicht geeignet.
Die Depotwirkung ist bei Chlorbleichlauge Stunden , bei Chlordioxid Tage.
Zur Ergänzung, für eine Dauerdesinfektion ist Silber geeignet, da ist die Depotwirkung mehrere Monate.

Gruß
Scout

Allradmobilist am 11 Apr 2016 03:34:50

Scout hat geschrieben:... Die Chlordioxidlösung soll in Flaschen ohne Gaspolster aufbewahrt werden, weil es an der Atmosphäre schnell ausgast. ...

Der Hinweis ist hier überflüssig. Ich hatte geschrieben, dass die Fläschchen randvoll mit Chlordioxidlösung sind.

...Mit dieser Methode wird man nicht die gewünschte Konzentration von 0,2 mg/l erreichen. Wenn man sicher sein will muss man die Konzentration nach Ende der Füllung analytisch kontrollieren. ,.,

Das tue ich. Es klappt. 100%ig.

In diesem Thread geht es im übrigen um Erfahrungsberichte.

Gast am 11 Apr 2016 08:34:46

Darf ich euch erfahrenen Desinfizierern noch eine Frage stellen:

Woher sollen denn Erfahrungsberichte kommen bzw. Wie wertvoll sind diese?

Vorstehend wurde ausgeführt, dass das Chlorzeugs nicht wirksam dosiert werden kann. Ein Verfechter der Methode hier erzählt, "Mache ich schon immer so, funktioniert". (?)

Wo ist der inhaltliche Wert für den geneigten Leser? Welche Keimzahlen waren vor, welche nach der Anwendung?

Diese ganzen Statements hier im Thread, auch wenn sie im einzelnen richtig sein mögen, bringen mir für die Praxis keinerlei Erkenntnisse.

Liebe Grüße, Alf

mercurius46 am 11 Apr 2016 08:45:06

Hallo Allradliebhaber,

Dein Hinweis, für Danklorix gäbe es hier im Forum ausreichend Beiträge, war goldrichtig! Jetzt weiss ich, was zu tun ist...

wohnmobilbenutzer am 11 Apr 2016 17:31:10

Scout hat geschrieben:Das Schnapsglas Chlorbleichlauge tötet Keime genauso wie Chlorbleichlauge, ist aber wesentlich einfacher zu handhaben.


Hallo,

Ich nehme mal an, in deinem obigen Satz sollte es heißen "Chlorbleichlauge tötet Keime genauso wie Chlordioxid, ist aber wesentlich einfacher zu handhaben".
Mit Chlorbleichlauge (Natriumhypochlorit) muß man aber letztlich genau so vorsichtig umgehen wie mit Chlordioxid. Es handelt sich dabei, wie du ja schon festgestellt hast, ebenfalls um ein wirksames Desinfektionsmittel (siehe z. B. der Eintrag zu Natriumhypochlorit bei Wikipedia). Man muß also bei einer Dauerdesinfektion auch genau dosieren, um die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung nicht zu überschreiten. In den Wasserwerken wird es immer weniger angewandt, da dieses klassische Chlorierungsverfahren gegenüber Chlordioxid zu viele Nachteile hat. Man spart sich gegenüber dem Chlordioxid wie ich es verwende nur das Mischen der beiden Komponenten, da man es als Fertiglösung im Fachhandel beziehen kann.

Scout hat geschrieben:Das häufig erwähnte Easy Des wird auch Salzsäure und Natriumnitrit hergestellt.


Das von mir verwendete Chlordioxid-Produkt Easy Des wird aus Salzsäure und hauptsächlich Natriumchlorit in der zweiten Komponente (nicht Natriumnitrit) hergestellt. Nitratverbindungen sollten im Trinkwasser möglichst nicht vorhanden sein.

Scout hat geschrieben:..Für eine Dauerdesinfektion sind beide nicht geeignet.
Die Depotwirkung ist bei Chlorbleichlauge Stunden , bei Chlordioxid Tage...


Ich dachte, ich hätte in meinen Beiträgen klar zum Ausdruck gebracht, was ich mit Dauerdesinfektion meine - nämlich die dauerhafte Zugabe eines Desinfektionsmittels in geringer Konzentration bei jeder Tankbefüllung. In den maximal 5 Tagen, in denen ich meinen Tank im Betrieb leere, habe ich normalerweise noch keine nennenswerte Abnahme der Chlordioxidkonzentration festgestellt. Als ich einmal zwischen zwei Urlauben das Wasser 8 Wochen lang im Tank gelassen habe, hatte sich das Chlordioxid in der Tat fast vollständig abgebaut. Negative Auswirkungen wie z. B. Biofilmbildung, gab es trotzdem nicht, da das Tankwasser ja anfangs durch das Chlordioxid praktisch sterilisiert wurde.

Grüße

wohnmobilbenutzer am 11 Apr 2016 18:11:15

KudlWackerl hat geschrieben:Vorstehend wurde ausgeführt, dass das Chlorzeugs nicht wirksam dosiert werden kann...


Hallo,

man muß nicht Alles glauben, was hier ausgeführt wird, zumal wenn die Verfasser keine praktische Erfahrung damit haben. Solche Desinfektionsmittel können nur dann nicht wirksam dosiert werden, wenn man z. B. nicht dazu in der Lage ist, ein 5ml-Fläschchen zuzugeben, wenn man 50 l Wasser getankt hat, oder ein 15ml-Fläschchen, wenn man 150 l getankt hat. Das würde ich einem durchschnittlichen Wohnmobilisten normalerweise doch zutrauen.

KudlWackerl hat geschrieben:Diese ganzen Statements hier im Thread, auch wenn sie im einzelnen richtig sein mögen, bringen mir für die Praxis keinerlei Erkenntnisse.


Ich hatte ja eigentlich in meinen Erfahrungsberichten klar formuliert, daß sich diese speziell an die Interessenten für dieses Verfahren richten. Weiterhin hatte ich gebeten, die Beiträge bei Nichtinteresse einfach zu ignorieren. Ich hatte nicht vor, mit den Beiträgen eine grundsätzliche Beratung zu Trinkwasserhygienemaßnahmen im Allgemeinen betreiben, da dazu schon Vieles hier im Forum geschrieben wurde.


KudlWackerl hat geschrieben:Wo ist der inhaltliche Wert für den geneigten Leser? Welche Keimzahlen waren vor, welche nach der Anwendung?


Wenn man meinen letzten Beitrag genau durchliest, kann man doch sehen, daß ich geschrieben habe, daß es m. W. noch keine speziellen Untersuchungen der mikrobiologischen Situation in Womos gibt. Ich hatte auf ungünstige Untersuchungsergebnisse mit vielen Überschreitungen der mikrobiologischen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung von Wässern aus ähnlichen Umgebungen (Tanks von Charterbooten und Fahrgastschiffen) hingewiesen. Diese Untersuchungsergebnisse der Gesundheitsämter in Mecklenburg-Vorpommern werde ich hier nicht mehr präsentieren. Das wird wahrscheinlich wieder zu kompliziert. Wenn ich was dazu schreiben würde, würde das wohl von Einigen nicht richtig durchgelesen oder fehlinterpretiert.


Grüße

Allradmobilist am 11 Apr 2016 18:15:58

KudlWackerl hat geschrieben:.... Vorstehend wurde ausgeführt, dass das Chlorzeugs nicht wirksam dosiert werden kann. ...

Das ist halt nicht richtig. Ich hatte schon vor längerem wiederholt darauf hingewiesen. Besser als der Wohnmobilbenutzer kann man es kaum darstellen. Wer nicht überzeugt ist, kann andere Methoden wählen. Hat doch niemand was dagegen gesagt. Wo ist das Problem?

Ich verstehe die Gereiztheit bei diesem Thema schlicht nicht.

wobei ich es schon fast lustig finde, vor den Gefahren der Chlordioxidanwendung zu warnen und dann Silber zu empfehlen. Aber, wie schon gesagt, jeder wie er mag. :)

Gast am 11 Apr 2016 18:34:00

Allradliebhaber hat geschrieben:Wo ist das Problem?

Ich verstehe die Gereiztheit bei diesem Thema schlicht nicht.
. :)


Das verstehe ich allerdings auch nicht. Man wird doch mal nach den Keimzahlen fragen dürfen?

Darin sehe ich die einzige nachvollziehbare Bewertung von Desinfektionsmitteln.

Wenn es solche Untersuchungen nicht gibt, dann stochern wir auch in diesem Thread nur mit der Stange im Nebel.

Liebe Grüße, Alf

wohnmobilbenutzer am 11 Apr 2016 19:02:59

KudlWackerl hat geschrieben: Man wird doch mal nach den Keimzahlen fragen dürfen?


Also gut - bei den Charterbooten und Fahrgastschiffen gab es deutliche Überschreitungen der Grenzwerte für die zulässigen Koloniezahlen. Die Verhältnisse in den Tanks der Charterboote dürften mit denen in den Womo-Tanks vergleichbar sein. Die Charterboottanks sind zwar im Durchschnitt etwas größer und damit ist die Aufenthaltszeit etwas länger. Dafür erwärmt sich das Wasser darin nicht ganz so stark, da die Tanks im Regelfall unterhalb der Wasserlinie liegen.

Man kann also getrost davon ausgehen, daß die Verhältnisse in durchschnittlichen Womo-Tanks nicht viel günstiger sind. Das sieht man schon daran, daß hier manchmal schon berichtet wurde, daß das Tankwasser muffig riecht oder der Hund es nicht mehr trinken wollte. Ein Forumsteilnehmer, der leider hier nicht mehr aktiv ist, hat wohl ein eigenes Labor und hat auch schon hier von eigenen Untersuchungen und von sehr hohen Keimzahlen berichtet.

Aber wie ich schon mehrfach geschrieben habe - es muß jeder selbst wissen wie er damit umgeht. Nur hat das halt primär nichts mit der Chlordioxidanwendung zu tun.
Wenn an der Thematik ernsthaftes Interesse besteht, kann man ja einen eigenen Tröt dazu eröffnen. Aber ich glaube nicht, daß dabei eine vernünftige Diskussion herauskommt. Das Thema scheint mir sehr stark mit Emotionen behaftet zu sein.


Grüße




Grüße

andwein am 12 Apr 2016 11:04:13

KudlWackerl hat geschrieben: Man wird doch mal nach den Keimzahlen fragen dürfen? Darin sehe ich die einzige nachvollziehbare Bewertung von Desinfektionsmitteln. Wenn es solche Untersuchungen nicht gibt, dann stochern wir auch in diesem Thread nur mit der Stange im Nebel. Liebe Grüße, Alf

Darf man, man bekommt nur leider auf Wohnmobilanwendungen keine Antwort, weil es keine gibt. Du hast recht in deiner Aussage zur Bewertung! Und alle Untersuchungen beziehen sich m.W. nur auf den Tank und nicht auf das Gesamtsystem inklusive Pumpe, Ausgleichsgefäß und Leitungen. Allerdings ist Entkeimung (im Womo) halt eine Glaubenssache und damit für Wohnmobilnutzer ein fruchtbarer Diskussionsboden!
Nur meine Meinung, Gruß Andreas

Allradmobilist am 13 Apr 2016 16:09:32

KudlWackerl hat geschrieben:....Wo ist der inhaltliche Wert für den geneigten Leser? ....

Er weiß nun, dass es eine sichere Methode gibt, Trinkwasser soweit keimfrei zu halten, dass auch über lange Zeiträume keine gesundheitlichen Gefahren von ihm ausgehen, dass er das gebunkerte Wasser nicht nach jeder Heimfahrt verwerfen muss (es aber natürlich kann, wenn er möchte) und das Wasser auch nach einigen Monaten noch immer frisch und wohlschmeckend ist und eine Verkeimung der Wasseranlage im Womo auf diese Weise verhindert bzw. unwahrscheinlich wird.

...Welche Keimzahlen waren vor, welche nach der Anwendung? ...

Diese Frage wäre bei allen im Womobereich angewandten Methoden zu stellen. Deine Frage insbesondere in den Threads zu Chlordioxid lässt mich vermuten, dass Du an einer vergleichenden Zusammenstellung arbeitest und die übrigen Daten bereits beisammen hast. :D

...Diese ganzen Statements hier im Thread, auch wenn sie im einzelnen richtig sein mögen, bringen mir für die Praxis keinerlei Erkenntnisse. ...

Dir vielleicht nicht, anderen hingegen schon. :)

Allradmobilist am 13 Apr 2016 16:21:29

Wobei mir zum Stichwort Dauerdesinfektion als Alternative nur Silber einfällt - und da wäre für mich keine Alternative.
UV gibt's auch noch, aber das funktioniert nur bei bestimmten Tankgrößen und -geometrien und benötigt Strom.

kintzi am 05 Mai 2016 19:45:46

Habe gestern wieder meine Womo-Wasseranlage , obwohl übers Jahr zuletzt im Dez. u. im Febr./ März problemlos (auch als Wasserversorgung f.d. Hund) gebraucht, keimmäßig wegen bei fast dauergeheiztem Mobil mit Tankheizung im Doppelboden( nach Tagen ca.8-14°C durchschnittliche Wassertemp. ! je nach Tankfüllung)) auch im Winter nicht unproblematisch, gewartet.
Das letzte Wasser war bei dem Wetter schon 14 Tage abgestanden u. müffelte bei Außentemp. zwischen 5 u. 10°C etwas, hatte auf die letzten 500-600 Liter kein Silber zugesetzt, da ausgegangen. War mit Silber noch nie passiert.
Nehme auch als sicher an, mit Chlordioxidzusatz initial 0,2mg/l wäre das nicht passiert. !
Zunächt mit 2,5kg Na-Citrat zum Entkalken fraktioniert gespült. Erfolg: Wasserspülung der Toilette nun wieder mit voller Macht, war in
2 Jahren ganz schön verkalkt, wäre also ein guter Pi x Daumen Parameter, wenn entkalken notwendig.
Da aber die Inspektionsstücke keinen Biorasen zeigten, einfache Desinfektion mit Na-Hypochlorit.
Dazu:Lidl hat im Herbst letzten Jahres Danklorix (Na-Hypochlorit+ Na-carbonat (Soda)) aus dem Sortiment genommen, dafür W5 Hygiene-Reiniger (2,8% Na-hypochlorit). 1,5 l /l, 2€, nehme 400ml auf 100l. Anlage liegt nun bis zur nächsten Fahrt trocken.
Bei Biorasen hätte ich ganz sicher Chlordioxid in Reinigungsdosierung 5mg/l genommen. Ist vor der Erneuerung des Systems das einzig sichere u. letzte Mittel ! Ob fertig (teurer) oder selbst gemischt (billiger), hängt doch v. chemischen Händchen des Users ab. Ganz sicher nicht aus der überteuerten Reinigerpalette, sondern aus dem Fachwissen des Forums.
Meine med. Meinung zur Wasserdesinfektion: Chlordioxid bis 0,2mg/l ist sichere Dauerdesinfektion des Wassers u. zu empfehlen, wenn man auch
mal aus unsicheren Gewässern im Mittelmeerbereich tankt , nicht nur an Viren u.Bakterien denken, sondern auch Parasiten (Mensch u. Tier), die immer mehr bei der Klimaerwärmung Richtung Norden kommen. Alternativ neben Trink-W. kaufen, Abkochen (Drucktopf in der Höhe, weil sonst Kochtemp. zu niedrig.) Akute Gefahr Chlordioxid: Überdosierung !
Silber Desinf.: zweifelhaft. Keimbremse: ja. Nicht zu viel, ist Schwermetall, chronisch Vergiftung = Argyrose. Gr. Richi
PS: Gute Erfahrung mit Standdesinfektion bei versiffter Anlage eines Bekannten mit Chlordioxid in hoher Dosierung, würde aber hier
Dauerdosierung 0,2 mg/l des Wassers f. eine gewisse Zeit empfehlen, kann mir vorstellen, daß irgendwo irgendwas überlebt hat. Evtl. Legionellen-Untersuchung wegen Duschaerosol, die Truma 60°C reichen nicht aus, 70°C 30 Min sollten es schon sein.

Allradmobilist am 05 Mai 2016 22:42:38

Dass ich das noch erleben darf ... :)

Wieso ist das Daumen-hoch-Smiley soweit weg??

kintzi am 06 Mai 2016 18:59:44

War nie gegen Chlordioxid zur reinigenden Desinfektion, bin weiter dagegen zur prophylakt. Wasserdesinfektion bei unseren mitteleurop. Leitungswässer, hier bei dauerndem Wasserdurchsatz bei dessen Qualität schlichtweg unnötig ,bei hygienischen Tankusancen auch im Sommer. Besondere Indikationen s. o., Fehldosierungen sollten sicher ausgeschlossen sein.
Wenn ich trotzdem unterwegs eine " Müffelinfektion" haben sollte, desinfiziere ich sofort an einer geeigneten Wasserstelle mit Hypochlorit u. Spüle
in üblicher Weise. Wende weiter zum Schutz des Kanisterwassers ( Wasserverlängerung) u. des Umpumpsystems (mögliche Keimquelle) Silber an.
Gr. Richi

wohnmobilbenutzer am 23 Mai 2016 17:09:28

Hallo,

ich muß mich mal wieder zu Wort melden, weil man tatsächlich fast mit jedem Urlaub wieder neue Erkenntnisse zur Trinkwasserversorgung im Womo erhält. Deshalb ein Update meiner Erfahrungen mit der Chlordioxidanwendung:

In meinem letzten Urlaub war ich ausschließlich in Südfrankreich unterwegs. Ich habe dabei wie immer zuerst mal Zuhause den Wassertank mit dem Wasser meines heimischen Versorgers befüllt. Von dem weiß ich , daß er im Regelfall nach Abschluß der Aufbereitung im Wasserwerk keine Desinfektionsmittel zusetzt. Ein Desinfektionsmittelzusatz ist auch auch diesem Versorger nicht erforderlich, da das Rohwasser so keimarm ist, daß innerhalb des geschlossenen öffentlichen Versorgungssystems keine gefährlichen Aufkeimungen zu befürchten sind. Ich habe dann zur Sicherheit mein Desinfektionsmittel zugegeben, damit es im Womo-Tank nicht zu Aufkeimungen kommt und sich keine Biofilme bilden.

Im diesem Urlaub habe ich beim Nachtanken erstmalig grundsätzlich mit meinem Testset zuerst die Chlorkonzentration gemessen, bevor ich selbst etwas zugegeben habe. Dazu ist anzumerken, daß es sich zwar dem Namen nach um ein Chlordioxid-Testset handelt - der Test zeigt jedoch auch andere Chlorverbindungen an, die üblicherweise (sofern erforderlich) von Wasserversorgern zugesetzt werden. Und siehe da - an allen von mir aufgesuchten Zapfstellen in Südfrankreich konnte ich einen zur Desinfektion ausreichenden Chlorzusatz des jeweiligen Versorgers messen. Ich vermute mal, daß dieser generelle Zusatz von Desinfektionsmitteln dem eher wärmeren Klima in Südfrankreich und vielleicht einer schlechteren Rohwasserqualität oder einem höheren Sicherheitsbedürfnis geschuldet ist.

Das heißt, ich habe selber (zumindest in diesen Fällen) kein Desinfektionsmittel zugeben müssen. Da meine Wasserversorgungsanlage im Womo zudem keine Biofilme aufweist, konnte man nach den Testergebnissen in dieser Region das Tankwasser bedenkenlos ohne eigenes Zutun als Trinkwasser nutzen. Das übriggebliebene Chlordioxid konnte ich erfolgreich zur Grauwassertankreinigung nutzen. Das Testset stufe ich mittlerweile als fast unverzichtbar ein, wenn es um eine genauere Beurteilung der örtlichen Wasserqualität in mikrobiologischer Hinsicht geht.

Das zeigt, daß die Situation je nach Reiseziel auch innerhalb Europas stark unterschiedlich sein kann. Das erklärt wohl auch die unterschiedlichen Berichte hier, daß Mancher noch nie Probleme mit Biofilmen hatte und Anderen öfters das Wasser im Tank so verkeimt, daß es unangenehm riecht und sogar der Hund es nicht mehr trinken will.

Nebenbei bemerkt, hat ein anderes fachkundiges Forumsmitglied sich mal die Mühe gemacht und die Kosten auf sich genommen und hat das Tankwasser in seinem Womo mikrobiologisch untersuchen lassen. Das Ergebnis bestätigt im Prinzip das, was ich immer schon aufgrund der Verhältnisse in der Womo-Wasserversorgung erwartet habe. Wer sich dafür interessiert, kann es hier --> Link nachlesen.

Grüße

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