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Umbrien und sibillinische Berge


UliuMarta am 01 Aug 2016 13:17:43

Hallo Italienfans,

nachdem wir in den letzten Jahren die Toskana mit unserem Hymer Van (TI, 3,5 tons) ausführlich bereist haben, möchten wir dieses Jahr mehr ins Landesinnere von Italien. Momentan denken wir an die Route Lago Trasimeno, Perugia, Assisi, Spoleto, Todi und abschließend einige Tage im sibillinischen Gebirge. Wir (2 Erwachsene) wollen Anfang September starten und haben ca. 2,5 Wochen Zeit. Unsere Interessenschwerpunkte sind Menschen, etwas Kultur, schöne Städte, gut Essen, viel Bewegung - vor allem Wandern und Biken. In der Regel fahren wir CP an.

Wer im Forum kann uns für diese Route Tipps geben? Sehenswürdigkeiten, Lokale, CP, alles wird gerne gelesen.

Vielen Dank im Voraus

Uli

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volki am 01 Aug 2016 16:04:01

Ich kann dir mit 3 Routen dienen (von Perugia aus)

1. Foligno-SS-77 geht zuerst in Serpentinen den Berg hoch, oben kommt man auf eine Art Hoch-Ebene, mit tws. Seen. Wenn du alles auf der SS-77 weiter fährst, landest du an der Adria in Civitanova Marche :D

2.Foligno- Spoleto. VOR Spoleto hat es einen langen Tunnel ins Nachbar-Tal (Castel San Felice)- Cerreto di Spoleto.
Wir fahren dann immer weiter bis Norcia, das schon im NP Monti Sibelini liegt. Von Norcia aus hat es dann eine "neue" Strasse in langen Tunnels. Diese Strasse ist entlang der Grenze des NP. Zum Schluss kommst du nach Ascoli Piceno oder auch an die Adria. Da wir nicht mehr so gut zu Fuss sind haben wir keine Erfahrumgen IM Park. Aber von Norcia aus hat es Wegweiser in die Höhe

Die Route 1 habe in Erinnerung als weite offene tws. sumpfige Hochfläche (damals mit Nebel) . Ist aber schon einige Jahre her

Die erst wieder befahrene Route 2 (2015) , führt nach dem Tunnel in einem tiefen, bewaldeten Tal, entlang von Gewässern, mit Forellenzuchten, nach Norcia, einem alten typischen Städtchen. Es hat da einige Läden die "Selbstgemachtes" anbieten, wie Wurst (Salami) , Käse (Schaf und Geiss) Wild (Wildschwein & Co) usw

Route-3 (Nördlich der Syb. Berge, aber durch den Parco del Monte Cucco und durch Parco del Gola di Rossa e di))
Perugia-Valfabbrica- Fabriano-Jesi-Ancona

Alle drei Routen benutzen wir, um quer durch Italien, von Ligurien zur Adria zu kommen, entweder nach Ancona oder dann Bari/Brindisi. Nur nicht die blöde Autobahn durch die Poebene :mrgreen:

waldfee am 01 Aug 2016 18:59:08

Hallo,

wir haben das in diesem Frühjahr gemacht. Unsere Route war Mantua -Urbino - Gubbio - Assisi - Bevagna - Spello (von dort sind wir mit der Bahn nach Perugia) -Cesi -Piediluco - Preci - Norcia - Castelluccio - Ascoli Piceno - von dort aus sind wir dann ans Meer Porto Recanadi und Chioggia.

Meist nutzten wir Stellplätze, die waren oft sehr gut und immer ruhig gelegen. In Assisi waren wir auf dem Campingplatz Fontemaggio, im Wald gelegen, naturbelassen, superruhig. Von dort führt ein kurzer sehr schöner Weg nach Assisi, auch wandern geht von da aus sehr gut. Das Restaurant am Platz wurde von anderen Platzbesuchern sehr gelobt.

Die nächsten zwei Nächte standen wir auf dem Stellplatz in Bevagna, sowohl Städtchen als auch Stellpatz waren sehr schön. Von Spello, welches auch touristisch "geputzt" ist sind wir nach Perugia mit der Eisenbahn, Stellplätze hatten uns nicht zugesagt und Camping waren recht weit entfernt.

Von Cesi aus haben wir eine Wanderung gemacht nach Sant´ Erasmo, einem früheren Benediktinerkloster, diese Wanderung hätte man auch noch ausweiten können. In Cesi haben wir direkt gestanden, sehr schön, eigentlich nur ein Parkplatz am Ende der Straße mit Blick über Blumenwiesen steil abfallend ins Tal.

In Piediluco waren wir wieder auf einen Campingplatz. Von dort sind wir nach Ferentillo, da ist ein Mumienfriedhof und in der Nähe das Kloster San Pietro in Valle, sehr schön dort und auch sehr schön zum wandern. Wir sind dann weiter zum Stellpatz nach Preci, sehr schöner Stellplatz (Toilette, Dusche, haben wir aber nicht genutzt), ebenfalls sehr ruhig. Man kann von dort aus über einen schmalen Wanderweg ins sehr schöne Bergdorf (ca. 10-15 Minuten), ganz oben haben wir in einem Hotel mit Ristaurante sehr gut gegessen. Am nächsten Tag haben wir von dort aus eine Wanderung zur Abbazia di Sant'Eutizio gemacht. Sehr schöner Wanderweg.

Gegen Abend sind wir dann nach Norica weitergefahren, hübsches touristisches Örtchen, mit vielen Metzgern und leckeren Schinken-Wurst-Spezialitäten und vor allem, den berühmten Linsen aus der Gegend. Am nächsten Morgen in Richtung Castellucio durch die Hochebene Piano Grande, absolut beeindruckend und unglaublich schön. Dort haben wir mitten im Ort in einer Osteria gegessen, sehr lecker. Im Hochtal sind ebenfalls sehr viele Wanderungen möglich. Wir blieben zwei Tage, weils so schön war.

Auch Ascoi Piceno hat uns sehr gut gefallen.

Das war so im Groben ein Teil unserer Tour, falls sich Fragen zu meinem kurzen Abriss ergeben, einfach melden.

Viele Grüße und viel Spaß in Umbrien, es lohnt sich, Sigrid

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UliuMarta am 03 Aug 2016 10:16:14

Vielen Dank für Eure Tipps mit den tollen Anregungen, am Liebsten würden wir gleich losfahren.

Hallo Sigrid,
darf ich Dir zu Deinem ausführlichen Bericht noch zwei Fragen stellen? Wie ist die Strecke von Norcia nach Catellucio zu fahren? Auch für 3,5 Tonner geeignet? Und, wo habt Ihr die zwei Nächte verbracht - in Norcia oder Castellucio? Und wo da? Danke im Voraus für Deine Antworten

LG
Uli

waldfee am 03 Aug 2016 14:28:24

Hallo,

erst mal vorab, wir hatten den Führer aus der Womoreihe von Ralf Gréus "Mit dem Wohnmobil durch Umbrien & die Marken" dabei, der war nicht nur kurzweilig zu lesen sondern wirklich sehr informativ. Dort waren auch die von uns gegangenen Wanderungen teilweise beschrieben.

Wir haben einen Van. Da waren aber auch viel größere Wohnmobile unterwegs. Ließ sich sehr gut fahren. Überhaupt war das Fahren in Umbrien sehr stressfrei, verglichen mit irgendwelchen Bergpässen oder Sizilien.

In Norcia gibt es einen einfachen Stellplatz, eigentlich ist es ein geschotterter Parkplatz, in der Nähe gibt es aber wohl auch Toiletten und Wasser, zum schlafen war das ok. Wir standen da in der Nacht alleine, es grenzt ein Neubaugebiet an.

In Castelluccio haben wir tagsüber, während unserer Wanderung, unterhalb des Ortes gestanden, da ist ein offizieller kleiner Camper Platz. Nichts, außer schöner Aussicht. Abends sind wir dann hoch ins Dorf als nichts mehr los war. In der Hauptsaison ist das wohl eher schwierig dort mit Parken. Am nächsten Tag haben wir dann in der Nähe einer Seilbahn gestanden, aber nicht übernachtet.

Viele Grüße
Sigrid

louis am 04 Aug 2016 18:44:00

Moin,
schöne ruhige Gegend die ihr euch ausgesucht habt, unsere besten Orte der letzten Tour 2015 waren:
Hochebene bei Castelluccio in der Nähe der CP Monte Prata sehr schön auf ca 900m
Norcia als Stadt in der Nähe der CP il Collaccio bei Preci mit einem sehr guten Restaurant aber aus Erfahrung eine Chance auf einen Platz erst nach Mitte August
Agricamp Cardito am lago di Compotosto abgelegen, hat aber auch uriges Restaurant mit tollen Spidini vom Lamm
Von da ist es nicht weit zum Campo Imperatore und unbedingt eine Nacht frei stehen,ist ein Erlebnis
Scanno sehr schöner Ort am Lago di S. da der Cp il lupi
Und wie immer noch meine Empfehlung zum Lago di Bolsena egal wo zum Seele baumeln lassen.
Bis auf den Cp il Collaccio und die CP am Bolsena See da ab Mitte August, war es auf unserer Tour überall sehr ruhig und wunderschön.
Viel Spaß

LOUIS

UliuMarta am 05 Aug 2016 10:20:41

Hallo Sigrid und Louis,

danke für Eure Tipps, wir haben diese zwischenzeitlich in unsere Routenplanung eingebaut. Falls von Interesse, werden wir nach dem Urlaub gerne von unseren Erfahrungen berichten.

LG aus dem Allgäu

waldfee am 31 Okt 2016 21:40:41

Uliumarta habt ihr noch die Gegend besucht ?

Ich habe eben mit Schrecken Bilder von Castelluccio di Norcia gesehen und bin darüber sehr traurig. Die armen Menschen dort!

Wir hatten da eine so schöne Zeit, nun liegt alles in Trümmern.

UliuMarta am 02 Nov 2016 10:28:24

Hallo Waldfee,

wir haben bereits nach dem ersten Erdbeben im September beschlossen, unseren Urlaub umzuplanen. MIt gutem Gewissen Urlaub in einer Region zu machen, wo es 300 Tote gibt und zigtausende Hab und Gut verloren haben, das geht einfach nicht. Wir sind statt dessen nach Kroatien gefahren, war auch schön und hat unser Gewissen nicht belastet.

LG
Uli

volki am 02 Nov 2016 16:17:22

UliuMarta hat geschrieben:wir haben bereits nach dem ersten Erdbeben im September beschlossen, unseren Urlaub umzuplanen. MIt gutem Gewissen Urlaub in einer Region zu machen, wo es 300 Tote gibt und zigtausende Hab und Gut verloren haben, das geht einfach nicht. Wir sind statt dessen nach Kroatien gefahren, war auch schön und hat unser Gewissen nicht belastet. LG Uli

Das soll keine Kritik sein, aber du solltest erst recht Urlaub in dieser GEGEND machen. :oops:

Die Beben "bewegen" sich auf einer lokal-begrenzten Nord / Süd-Linie Norcia-L'Aquila. Alles andere ist seit langem nicht "betroffen". Da hat es aber Tausende, die jetzt, weil keine Touris mehr kommen, auch noch "unnötig" arbeitslos sind
Fahr doch mal die Route Foligno- rüber zur Adria in Civitanova oder von L'Aquila nach Teramo.

Gogolo am 02 Nov 2016 18:47:13

Volki, du hast absolut rech! Und dafür hast du von mir auch ein positives Pünktchen bekommen!

Die Leute dort in der Gegend brauchen jetzt ein Einkommen, und das geht auch über den Tourismus. Das soll jetzt aber keinesfalls in einen Katastrophentourismus ausarten sondern die wunderschöne Gegend der Sibillinischen Berge besser bekannt machen. Wer dort schon einmal zur Zeit der Mohnblüte war, der weiß, was ich meine.


Habe die Ehre

Gogolo

volki am 02 Nov 2016 19:57:49

Die beiden genannten "Routen" meiden genau das neue Erbebengebiet.
Eine ist nördlich, eine südlich davon.
Früher als wir immer nach Ancona zur GR-Fähre fuhren, habe ich möglichst immer eine andere Route gewählt, um von der Levante, quer durch, nach Umbrien zu kommen und dann über, oder tws. durch die Berge, an die Adria zu kommen
Mich langweilte die "Mailand-Rimini-Strecke" immer sehr.

Schnecke am 11 Jun 2017 21:56:44

Wir wollten dieses Jahr zum Piano Grande im NP Monti Sibillini zur Fioritura im Juni und hofften, dass es 8 Monate nach dem Erdbeben vom 30.10.2016 wieder möglich sein würde.
Aber Castelluccio ist immer noch von keiner Seite her erreichbar.
Der Ort liegt in der roten, gesperrten Zone und ist derzeit fast unbewohnt.

Die Provinzstraße 477 von Norcia nach Castellucio sollte im Juni befahrbar gemacht sein, aber es wird vermutlich noch länger dauern, bis das Geröll weggeräumt und die Straße instand gesetzt sein wird.
Die Bauern der Region sind sehr unzufrieden und demonstrieren , weil alles so lang dauert und sie ihre Felder auf dem Piano Grande bestellen möchten.
Mit Hilfe des Militärs konnten Maschinen und Saatgut hinauf transportiert werden. Aber für Touristen bleibt die Region gesperrt.
Rundherum sind teilweise große Umwege nötig. So ist die SS 290 entlang der Nera zwischen Visso und Pontechiusita komplett gesperrt.
Von Norcia kommt man nicht nach Arquata del Tronto und zur N4, weil auch die N 685 nicht befahrbar ist.

Wir stehen im Moment auf dem CP Il Collaccio bei Preci . Es ist ein schöner, angenehmer Platz, vor allem wegen dem ausgezeichneten Restaurant, in dem wir uns mit einheimischer Küche verwöhnen lassen.
In Ruhe wollen wir uns hier über die Straßenverhältnisse informieren und unsere Weiterfahrt planen Richtung Abruzzen zum Lago Campotosto und zum Campo Imperatore am Gran Sasso .

Elke

Gogolo am 12 Jun 2017 12:01:40

Ich würde - nächstes Jahr - auch liebend gerne in diese besonders im Frühjahr wunderbar schöne Gegend der sibillinischen Berge fahren, aber was ich auf den Tod hasse, ist Katastrophentourismus. Darum ist diese Gegend für mich tabu, solange dort nichtwieder geordnete Verhältnisse sind. Es ist gut und es freut mich ungemein, dass der italienische Staat diese Gegend für den Tourismus gesperrt hat.


Habe die Ehre

Gogolo

Schnecke am 12 Jun 2017 22:17:25

Ich verstehe nicht ganz, was Du unter "Katastrophentourismus" vestehst und vor allem, wen Du damit meinst.
Wir fahren nicht nach Norcia und schauen uns die einstürzte Basilika San Benedetto an, wir fotografieren nicht die Ruinen von Amatrice, und schon gar nicht die Menschen in den provisorischen Unterkünften.
Aber wir essen abends in den Restaurants ( am liebsten regionale Küche) , wir kaufen auf den Märkten regionale Produkte , wir trinken unseren Cappuccino in den kleinen Bars in den kleinen Orten, wir freuen uns einfach an der Landschaft, an den Feldern mit Mohnblumen und Kornblumen ( auch außerhalb das Piano Grande), die es bei uns daheim kaum mehr gibt.
Ich bin sicher , dass wir gern gesehene und willkommene Touristen in dieser doch sehr gebeutelten Region sind.

Dass wir alle Absperrungen und Umleitungen respektieren, ist selbstverständlich.

Ciao,
Elke

waldfee am 12 Jun 2017 22:45:10

Wir waren vor kurzem in Italien und haben dort gehört, dass man in dieser Region sehr dankbar ist, wenn Touristen kommen und Geld vor Ort lassen, sprich einkaufen und essen gehen. Leider meiden die meisten Touristen ganz Umbrien, obwohl es möglich ist, dort Urlaub zu machen.

Ich erinnere mich sehr gerne an unseren letztjährigen Urlaub. Wir waren auch in Preci, allerdings auf dem Stellplatz. Von dort ging ein kleiner Pfad hoch in den Ort. Wir haben ganz oben im Ristorante "Agli Scacchi" sehr gut gegessen. Es ist derzeit dauerhaft geschlossen. Oft denke ich an die netten Menschen, die wir dort getroffen haben. Wir werden auch wiederkommen.

Ich wünsche euch einen schönen Urlaub! Sigrid

waldfee am 12 Jun 2017 22:52:17

Mir fällt gerade noch etwas ein. Am Campo Imperatore am Gran Sasso gibt es zwei kleine Metzgereien mit Grillmöglichkeiten. Wir haben dort Lammfleisch gekauft, das war superlecker. Man kann das auch direkt dort auf großen Holzkohlegrills grillen. Als wir dort waren, war das Wetter allerdings nicht gerade einladend, so dass wir nur Fleisch mitgenommen haben.

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