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Norwegen verändert sich


lonsome am 13 Sep 2016 13:04:05

Hallo,

ein paar Gedanken nach meiner Norwegen-Reise, wie sich ein Land verändert. Sie sind ein wenig wehmütig, aber nicht negativ gemeint. Ein Land kann nicht für Touristenromatik unverändert bleiben, das ist ganz klar. Aber so ein paar Dinge sind mir durch den Kopf gegangen:

Oslo, Ankunft im Hafen mit der Fähre: Von oben aus früher der Platz für die Kontainer zu sehen am Hafen, die alte merkwürdigen doppelstöckige Straße. Alles so, wie es etwa Jo Nesbö in seinen Romanen beschrieben hat. Im nächsten Jahr war zu sehen, wie Spundwände eingezogen wurden, wie Lastenplattformen verschoben wurden. Und jetzt gibt es anstelle der Kontainer die neue (sehr, sehr schöne!) Oper, dahinter schießen die Wohngebäude aus dem Boden, schon werden die nächsten Wasserflächen am Hafen in Bauland umgewandelt.

Die Ausfahrt aus dem Hafen - nach 100 Metern verschwindet man im Tunnel mit seinem gestank und kommt dann weiter oben wieder raus.

Die Strecke auf der E6 Richtung Norden: Bei der ersten Fahrt war bei Jessheim ende der Autobahn, der Blick auf die Karte half bei der Orientierung. Es war mühsam, vorwärts zu kommen bis zum Abzweig nach Elverum. Dann in den ncäshten Jahren. Baustellen, unzählige "Kjöremonster", die einen um die Baustellen herumleiteten, Geholper über Kies oder löchrigen Teer in Autokolonnen. Dann waren Tunnel zu erkennen, so würde die Straße einmal laufen. Werde ich im nächsten Jahr den Tunnel schon fahren? In der Zwischenzeit ist alles eine sehr gut ausgebaute Aufbahn, flott geht es durch die neuen Tunnel. Unterhalb ist die Zugstrecke ausgebaut, ab und zu sind noch die Reste der alten E6 zu sehen. Kein Fahren mit 50 km hinter den LKW mehr, es ist bequem geworden. Wo früher die E6 als schmale Straße über einen See führte, ist es jetzt eine breite Autobahn mit riesigen, sehr schönen Rastplätzen einschließlich Ver- und Entsorgung für Womos.

Hinter Trondheim, Vaerdal, aus der Baustelle ist eine Autbahn geworden. Die Straße von Levanger nach Steinkjer - wie lange habe ich da bei der ersten Fahrt gebraucht: zweispurig um viele Kurven, Baustellen. Auch jetzt - alles zügig und schnell ausgebaut.

Korgfjell - wie müshelige war die Passtraße bei der ersten Fahrt, aber wie toll auch der Ausblick nach unten - anhalten, knippsen. jetzt geht es flott durch den Tunnel, um die 13 km lang. Schnell und praktisch.

Narvik: Der gelbe Pfosten mit den Kilometertafeln, einfach auf einem Stückchen Gras. Ein eher verschlafener Ort. jetzt mit Füßgängerzone, breiter Straße, Kreisverkehren, modernen banken und anderen mordernen Häsuer, der Pfosten ist zwar noch da, aber in einer ganz anderen Umgebung und auf einen schön gepflasterten Platz gestellt.

Weiter oben bei Alta: Die Fahrt auf die Stadt zu, um einen Fjord herum. Kafjord mit seiner Kirche und den Bronzefiguren der Auswanderer - wem ist die Kirche mit den Figuren nicht in Erinnerung, der da hochgefahren ist? Und wie lange und mühselig es war, die letzten Kilometer bis Alta zu schaffen. In der Zwischenzeit gibt es vorher schon die neue große Brücke, die in einen Tunnel führt. Es geht viel schneller, praktischer. Aber ich komme nicht mehr an den Figuren vorbei.

Da sind die Lofoten: Der Stellplatz bei Eggum: Am Anfang eine Wiese, dazu noch drei oder vier Womos, ein paar Brotzeitbänke, das Rauschend es Meeres. Jetzt ein Kiosk, abgegrenzter Womobereich, geschottert, Womos dicht an dicht. Kiosk mit Andenken, Busse, die herangekarrt werden.
Ich erinnere mich noch, dass ich bei meiner ersten Reise mit dem Fahrrad von A aus nach Reine gefahren bin. Hinter jeder Biegung eine Überraschung, neue Ausblicke, anhalten, fotografieren. Und jetzt sind neue Tunnels gebaut, eine breite Galerie in den Fels geschlagen. Es geht schneller, aber sehen kann man halt in einem Tunnel nichts mehr, keine Überraschung, kein neuer Blick. Die Enge Straße - vorsicht vor jeder Kurve - auch sie ist zum Teil nicht mehr da. Bei Reine der Großparkplatz. Uttakleiv ziert ein Womo-Stellplatz, der gut gefüllt ist.

Es hat sich viel verändert, es ist praktischer geworden. Ich freue mich auch, wenn ich Kilometer machen muss, über jeden Tunnel und jede Erleichterung. Das ist auch notwendig und gut so, denn es muss für diejenigen, die dort leben, ja auch praktisch sein. Ein Land verändert sich eben auch.

Gruß
Klaus

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Eifelwolf am 13 Sep 2016 13:27:36

Lieber Klaus,

Deine Schilderungen kann ich sehr gut nachvollziehen. Und ich fürchte mich schon fast davor, nach langer Abstinenz wieder nach Norwegen zu fahren. Meine letzten Besuche datieren aus den 1990er Jahren. Viel wird sich verändert haben!

Aber überall findet ein Wandel statt. Zu Hause, in gewohnter, täglich beobachteter Umgebung, wachsen wir mit diesen kontinuierlichen Veränderungen auf. Daher fallen sie nicht so auf. Besuche ich dagegen einmal jährlich einen geliebten entfernten Ort, springen mir die Veränderungen direkt ins Auge. Verbinde ich meine letzte(n) Besuch(e) mit schönen Erlebnissen, können diese Veränderungen von mir auch ggf. schnell mit einem eher negativen Touch empfunden werden. Veränderungen sind der Lauf dieser Welt, und wir sind ein Teil davon. Auch wir verändern uns. Und auch uns merkt man das an, wenn wir nach langer Zeit wieder einem vertrauten Menschen begegnen und die beiderseitigen Veränderungen spüren.

In den 1990er Jahren habe ich mich oft gefragt, wie mag es in früher Zeit in Norwegen ausgesehen haben? Für jemanden, der Anfang des 20. Jahrhunderts Norwegen kannte, waren die 1990er Jahre wahrscheinlich schon hektisch, modern… und alles das, was wir an Attributen heute auch verwenden würden.

Vielleicht muss ein Land, genau wie ein Mensch, reifen. Wenn wir dies ohne Wertung neutral beobachten, gibt es nichts, was uns belastet.

Tipsel am 13 Sep 2016 14:01:24

Ich war 1970 mit dem Zelt dort. Damals wars noch ein echtes Abenteuer. Und diese Erinnerung werde ich mir bewahren.

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volki am 13 Sep 2016 16:32:31

Die E-6 war doch immer die Rennstrecke zum Nordkap
Da das die einzige Nord-/ Süd-Verbindung ohne Fähre ist, wird die halt autobahnmässig ausgebaut. Wenn es in Deutschland nur eine Nord-/Süd-Verbindung gäbe wäre die wohl achtspurig :cry:

Aber es gibt für Slow-Reisende ja die RV-17 Trondheim-Bodö und im Süden ist die Küstenstrasse auch keine Rennstrecke.
In einem gewissen Sinn ist es ja nur gut dass der kommerzielle Verkehr kanalisiert wird, dann haben "wir" weniger LKW's vor uns. :lol:

Wir waren nur einmal in Oslo. Seither umfahre ich Oslo immer weitläufig, tws. über Schweden oder in Schweden auf den Inlandwägen hoch und in Norwegen auf der RV-17 hinunter

Alter Hans am 13 Sep 2016 17:23:19

1973 im Frühjahr mit dem VW T2 in Südnorwegen:
Sehr schön, aber ziemlich ärmlich. Das Strassennetz war rückständig - schmal, kurvenreich , recht wenig Brücken.
Dafür war die Natur weniger beschädigt durch Bauwerke. Vor allem die "Speckgürtel" um Städte (Gewerbe- und Einkaufsgebiete) hatte es noch nicht gegeben. Einkaufsmöglichkeiten waren auf dem Land sehr kümmerlich. Obst und Südfrüchte kaum zu bekommen.
Damals war noch kein Öl gefunden.

skysegel am 13 Sep 2016 18:11:51

Euch ist aber schon klar, dass Norwegen kein Freilichtmuseum ist?

Ulli

lonsome am 13 Sep 2016 21:41:43

Hallo Ulli,

hast Du meinen Beitrag wirklich gelesen? Da schreibe ich z.B. - um genau solchen merkwürdigen Leseproblemen vorzubeugen: "Ein Land kann nicht für Touristenromatik unverändert bleiben, das ist ganz klar." und am Ende extra nochmals: "Das ist auch notwendig und gut so, denn es muss für diejenigen, die dort leben, ja auch praktisch sein. " Wie kommst Du darauf, dass ich Norwegen als Freilichtmuseum verstehen würde? Vielleicht einfach richtig lesen, bevor man so etwas schreibt?

Gruß
Klaus

rolf51 am 13 Sep 2016 22:34:14

Hallo,
da können sich einige freuen, durch die neuen Straßen braucht man jetzt nur 8 Tage ans Kap hin und zurück?

tammy99 am 14 Sep 2016 16:32:08

Moin,

wir waren jetzt gerade das erste Mal nördlich von Trondheim, die E6 hoch bis Tromsö und dann über Senja, Vesteralen und Lofoten, Bodo, RV17 wieder zurück.
Bei der E6 von einer Rennstrecke zu sprechen, halte ich für ein bisserl übertrieben. Bis Lillehammer ist sie gut ausgebaut, bis kurz vor Trondheim dann ganz normales Landstraße und weiter nördlich ebenfalls. Wir kamen auf der 17 schneller vorwärts, bis auf die Fähren. Aber auf der E6 sind gefühlt tausende Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 60 oder 70. Da kommt man nicht wirklich zügig voran. Ich verstehe jetzt jedenfalls, dass immer wieder empfohlen wird, zum Nordkap über Schweden zu fahren, denn dort kommt man wesentlich schneller vorwärts.
Ansonsten muss man leider sagen, dass die Nebenstraßen in Norwegen teilweise in einem bedauernswerten Zustand sind. So viele Schlaglöcher haben wir in ganz Schweden nie erleben dürfen.
Gerade auch ausgewiesene Touristenrouten wie auf Senja oder der Peer Gynt Vegen waren für das arme Womo schon eine Tortour.....

LG
Fred

Gast am 14 Sep 2016 16:45:58

Worin liegt denn der Sinn, so schnell als möglich ans Nordkap zu rasen?

Ist das Nordkap wirklich so viel schöner als die Orte am Weg dahin?

Grüße, Alf

Globalrider am 14 Sep 2016 17:50:14

Ich teile die Äußerung von Klaus in seinem Eingangspost. Derzeit sind die Veränderungen in Oslo extrem. Die "neue" Oper ist bald eingekesselt von neuen Hochhäusern. Gewaltige Kräne überragen alles. Und klar, in Oslo waren große Wühlmäuse unterwegs: alles untertunnelt.
Ich hatte dieses Jahr die gleichen Eindrücke wie Klaus.

An Klaus: warst Du zufällig am 27.7. in Geiranger?

Beefeater57 am 14 Sep 2016 17:53:22

Das Nordkap ist ein Mythos,von wirklich schön zu sprechen halte ich für übertrieben.Trotz dem hat es seine Anziehungskraft nicht verloren,im Gegenteil,der Rummel wird immer schlimmer.

Bernd

volki am 14 Sep 2016 17:59:27

Ich hätte anstatt Rennstrecke "Rennstrecke" in Anführungszeichen, schreiben sollen, sorry
Da die R-6 schon immer die einzige fährenlose Nord-Süd-Verbindung in N ist und war, geht logisch auch der ganz kommerzielle Güterverkehr über diese Strasse und der ist "immer" pressant, daher der Übernahme "Rennstrecke". Die vielen tausende Tonnen Zuchtlachs für Rest-Europa können ja nicht warten. :cry:

Irgendwann sind wir aus Schweden, von Arjeplog herkommend , an die R-6 gestossen. Da sind zumindest 10 italienische WoMo, alle gross angeschrieben "Nordkap-Expedition", nahe aufgeschlossen, an uns vorbei gerauscht, gefolgt von noch andern Nationalitäten.

Es war, wie wenn etwas weiter unten, eine "Überseefähre" angekommen wäre. Nur noch WoMo's auf der Strasse, kein einziger LKW. :lol:

Daher meinte ich, wir andern WoMo Fahrer müssten nicht auch noch die R-6 benutzen, wenn es anders geht

Rockerbox am 14 Sep 2016 18:47:53

Die Veränderungen betreffen aber nicht nur Norwegen, sondern
jedes Land. Fahre einige Jahre zB nicht nach Kroatien und man
wird sich auch dort wundern, was sich getan hat.
Vielleicht nicht so viel wie in Nörgeln, da kein Öl,
aber der Fortschritt - ob wir ihn gut finden oder nicht und ob
er überhaupt einer ist - lässt sich nicht aufhalten.

nuvamic am 14 Sep 2016 18:52:59

Alles verändert sich - so ist das Leben.

Diesen Sommer waren viele Foris in Irland und ich hab die Berichte sehr gern gelesen. Meine eigene Irland-Tour ist bald 20 Jahre her und ich bemerke auch einiges an Veränderungen. Bewerten macht wenig Sinn, da leben Menschen und ein ganzes Land ist nie ein Museum oder steht unter Denkmalschutz.

Aber natürlich kann man die Entwicklungen wahrnehmen und sich Gedanken machen - übrigens genau so im heimmischen Umfeld. Ich vermisse in meinem Wohnort z.B. die vielen kleinen Winkel, die wir als Kinder noch zum Spielen genutzt haben. Alles ist heute viel "glatter" und bereinigt. Hat Vor- und Nachteile...

Rockerbox am 14 Sep 2016 20:08:08

Mein "Nörgeln" sollte natürlich "Norge" heißen!!! :-)

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