Hallo Basti,
tolle Tour, lohnenswerte Ziele für mehrere Jahre!
Wir haben dreimal in USA gelebt, 81/82 in Texas, 92-96 in Maryland und 04-07 nochmal.
Bereist haben wir in diesen insgesamt fast zehn Jahren alle Bundesstaaten inklusive Hawaii und Alaska. Vier mehrwöchige Wohnmobiltouren waren auch dabei, einige Sommer war es ein Segelboot. Die Standard-Methode in USA ist aber wegen der großen Entfernungen und dem Mangel an Urlaubstagen der Flieger in Kombination mit Mietwagen.
Wie Harriet und Fritz sind auch wir der Meinung, daß Eure Tour selbst für sechs Monate evtl. ein wenig lang ist.
Woodall´s Campground Directory (
--> Link) ist Pflicht, eine Mitgliedschaft bei Good Sam (
--> Link) empfehlenswert.
Damit und mit zwei Kreditkarten ausgerüstet, ist das Campingleben in USA streßfrei und einfach.
Motto: Wenn ich weiß, wo ich bin, kann ich sein, wo ich will.
Die Karte im Woodalls offenbart immer einen benachbarten Platz für die Übernachtung und die Klassifizierung ist für die Anpassung an eigene Ansprüche ziemlich tauglich und verläßlich.
Unser System für US-Womoreisen war die Sehenswürdigkeit zwischen zwei Stellplätzen, nicht der
Stellplatz an der Sehenswürdigkeit. Damit sind wir immer prima gefahren, haben uns tagsüber in den allgemeinen Besucherstrom eingereiht (das große Fahrzeug ist in USA selten ein Problem) und abends abseits der überlaufenen Touristenziele einen netten campground in schöner Natur aufgesucht.
Bei Nutzung von US-Mobilen ist alles und überall passend: Anschlüsse auf der richtigen Seite, Stecker und Schläuche passen, oft Tisch und Bänke vor der Tür, manchmal auch eine Feuerstelle dazu.
Viele Stellplätze sind zum Durchfahren geeignet. Keile hatten wir in USA nie dabei.
Abwasser wird häufig permanent angeschlossen, Standard-Bajonett unter dem Fahrzeug, Ziehharmonikaschlauch in der Stoßstange, Bodeneinlaß am Stellplatz. „Stadtwasseranschluß“ fürs Frischwasser, der schwimmergesteuert ständig den Tank wieder füllt findet man ebenfalls viel.
Ihr wollt Euer europäisches
Womo nutzen und es nach Baltimore verschiffen, was sich bei sechs Monaten vermutlich rechnet. Ich hoffe, Ihr habt für die Abfertigung in Baltimore einen guten Agenten mit Durchblick. Da haben wir mit Pkws gelegentlich ziemliche Pleiten erlebt. (Komm ich heut nicht, komm ich morgen).
Eine gute Sache sind die zahlreichen Stellplätze in den National- und State Parks, oft in großartiger Natur und recht günstig. Nachts keine Nahrungsmittel draußen stehen lassen, sonst kommt der Bär oder einer seiner Kumpels.
Ihr habt ein großes Stück Ostküste in der Planung, da gibt es Monate, in denen man pünktlich bei Sonnenuntergang von Insekten aller Art heimgesucht wird.
Kriminalität gibt es hauptsächlich in bestimmten Teilen großer Städte, sonst kaum. Wir haben uns in USA nie irgendwo unsicher gefühlt.
Die Menschen sind freundlich und hilfsbereit, ganz besonders gegenüber Deutschen, die ja sehr viele Amerikaner zu ihren Vorfahren zählen.
Zu den einzelnen Zielorten könnte ich stundenlang schreiben, was zeitlich leider nicht geht.
Unser Favorit in Washingtoner Tagen war Annapolis, Sailtown USA mit europäischem Flair und glanzvoller Geschichte, Standort der US Naval Academy (die für sich selbst schon einen Ausflug wert ist), einst auch für kurze Zeit Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Die Straße den Hügel hinab vom Maryland State Capitol zum Hafen und Naval Academy, ein italienisches Eis auf der Tatze und dann Segelboote gucken, da haben wir Besucher aus Deutschland immer hingeschleppt. Auf dem Weg von/nach D.C. kann man bei der Arundel Mills Mall in Hanover, MD vorbeischauen.
Größere Städte sind nicht so unser Ding, einige davon aber selbstverständlich Pflicht. Dazu gehören zweifellos NYC, D.C., Toronto,Frisco, Vegas und viele andere, die Ihr auf Eurer Liste habt.
Holt Euch die (mit ADAC-Mitgliedskarte kostenlosen) Tourbooks beim AAA, in denen Ihr viele nützliche Informationen zu den Städten und Bundesstaaten findet. Karten gibt’s da auch for free.
Evtl lohnt sich für sechs Monate sogar eine AAA-Mitgliedschaft.
Gute Reise und ich hoffe Ihr berichtet!
Henning