Hallo,
ob das Trinkwasser irgendwann anfängt zu muffeln oder nicht, kann von vielen Faktoren abhängen. Diese kann man teilweise selber beeinflussen und teilweise nicht. Ein wesentlicher Faktor ist die durchaus je nach Reiseziel schwankende Qualität des Wassers, das unterwegs zu Verfügung steht.
Begünstigt wird das "Umkippen" das Wassers im
Womo Tank im wesentlichen durch folgende Einflüsse:
1. Nährstoffreiches Trinkwasser (teilweise naturbedingt, teilweise durch menschliche Einwirkungen wie Landwirtschaft u.s.w.)
2. Häufiges oder ausschließliches tanken von Wasser, dem vom Versorger kein Desinfektionsmittel zugegen wurde
2. Bei älteren Wohnmobilen verbaute Installationsmaterialien, die Nährstoffe für Bakterien abgeben (Weichmacher etc.)
3. Keimeinträge durch ungünstige und/oder fehlbediente Ver- und Entsorgungsanlagen, unhygienische Schläuche etc.
4. Lange Aufenthaltszeiten in der Womo-Versorgungsanlage
5. Hohe Wassertemperaturen
Wenn genügend dieser ungünstigen Faktoren vorgelegen haben (was keineswegs bei Jedem der Fall sein muss) bildet sich ein Biofilm in der WV-Anlage, der immer wieder dafür sorgen kann, daß frisches Wasser schnell wieder umkippt.
Deshalb sollte unbedingt, wie die Vorschreiber schon geraten haben, die WV-Anlage im Womo gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Das Problem ist, daß ein massiver Biofilmbefall im nachhinein nur schwer vollständig zu entfernen ist. Das Hauptproblem besteht darin, daß sich die dünnen Trinkwasserleitungen im Womo einer eigentlich erforderlichen mechanischen Reinigung vor der Desinfektion entziehen. Die größten Aussichten den Biofilm wirksam zu bekämfen hat man m. E. mit Chlordioxid in relativ hohen Konzentrationen und bei langer Einwirkdauer.
Man wird also um einen zumindest temporären Chemieeinsatz nicht herumkommen. Nach einer einmaligen Reinigung/Desinfektion der WV-Anlage kann man ja das Desinfektionsmittel gründlich ausspülen und dann mal schauen, wie sich die Wasserqualität weiterhin entwickelt. Dabei sollte man versuchen, beim weiteren Betrieb der Anlage soweit wie möglich die obengenannten Risikofaktoren zu minimieren.
Wenn es trotzdem immer noch zu Problemen kommt, kann man sich überlegen, ob nicht eventuell der dauerhafte Zusatz eines geeigneten Desinfektiossmittels in geringer (nach der Trikwasserverordnung zugelassener Konzentration) das kleinere Übel ist. Aber das ist halt Geschmackssache.
Grüße