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Zum heutigen Abend der unkonventionellen Ideen... hier wurde mit Hanf isoliert - kann das gut gehen? Erfahrungen oder Ideen dazu?
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--> Link Zum heutigen Abend der unkonventionellen Ideen... hier wurde mit Hanf isoliert - kann das gut gehen? Erfahrungen oder Ideen dazu? Warum sollte das nicht gut gehen? Als Isolierungsmaterial scheint es deutliche Vorteile gegenüber Styropor oder so zu haben. Oder hättest Du Bedenken, was sich bei einer Wiedereinreise aus dem Ausland durch Schnüffelhunde ergeben könnte? Diese sind m.W. nach auf Marijuana dressiert und nicht auf die Naturpflanze. In diversen Foren wird davor gewarnt, da die Metallhülle des Kastenwagens sich nicht mit einem diffusionsoffenen Isoliermaterial vertragen würde. Die allgemeine Meinung ist ja eher xtrem-Isolator/Armaflex/Kaiflex o.ä. Hallo, ich denke für diese Anwendung ist eine Dampfsperre innen erforderlich. Warme Luft würde durch die Isolation in Richtung kalter Aussenwand wandern und kondensieren. Damit hätte man Feuchtigkeit innerhalb der Isolation. Eine Dampfsperre könnte da helfen. Grüße Frank
Dann wären allerdings auch die Vorteile einer diffusionsoffenen Isolation hinfällig... Das Hanfmaterial dürfte wesentliche Nachteile gegenüber Xtrem Isolator oder anderen Kunststoff - Isoliermaterialien haben. Es ist nicht nur die Wärmedämmung sondern auch das Verhalten gegenüber Feuchtigkeit zu beachten. Die Kunststoffmaterialien nehmen wenig Wasser auf und haben eine hohe Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl, was wichtige Eigenschaften für den Womo - Innenausbau sind. Hanfplatten nehmen Wasser auf und leiten es an die Außenwand. Solche Materialen sind für Hausbau geeignet, wo man die Feuchtigkeit durch die Wand durchlassen möchte. Für den Ausbau eines Wohnmobils ist es nicht geeignet. Gruß Scout Interessante Antworten! Auch wenn ich nicht davon betroffen bin, habe ich mal wieder etwas dazugelernt. Danke.
Will man das wirklich? Ein Haus in z.B. Holzständerbauweise mit Isolation zwischen Sparren hat innen eine Dampfsperre, damit die Feuchtigkeit nicht in die Isolation wandert.
Warum? Zur Aussenseite hin bleibt die Isolierung diffusionsoffen, in Verbindung mit einer (dichten) Blechwand ist das bauphysikalisch aber irgendwie dann widersinnig :? Grüße Frank
Wasseraufnahme (zumindest ohne Wiederabgabe) ist auch beim Hausbau nicht gewünscht. Außerdem saugt Hanf sich nicht voll (im Gegensatz zu Styropor - einem Kunststoff), die Aussage stimmt so jedenfalls nicht. Was sagt ihr zum Link oben?
Die Isolierung bei Kastenwagen besteht vorwiegend aus Isoliermaterialen, wie Xtrem oder ähnliche Materialien. riff, vielleicht kannst du zeigen wo bei Kastenwagen Styropor verwendet wird. Xtrem ist ein PE Schaum, er hat geschlossene Zellen, wie PUR oder extrudierte Polystyrolschaum (Styrodur). Die Luftporen sind geschlossen, in diese kann kein Wasser eindringen. Nun zum Vergleich von dem Hanf, Styropor und Glas-oder Steinwolle. Hanf, Glas-oder Steinwolle sind einzelne Fasern, die irgendwie zusammengeklebt sind, sie sind offenporig. Die Luftporen sind offen, in sie kann Wasser eindringen. Taucht man diese in Wasser saugen sich die offenen Luftporen mit Wasser voll. Bei Styropor besteht aus Polystyrolkügelchen die an ihrer Oberfläche miteinander verschmolzen sind. Wenn kugelförmige Körper miteinander verbunden werden entstehen immer Hohlräume, in die Wasser eindringen kann. Deshalb kann Styropor mehr Wasser aufnehmen als Styrodur, das aus dem gleichen Kunststoff besteht. Hanf als Isoliermaterial ist für den Kastenwagenausbau als Isoliematerial vollkommen ungeeignet. Gruß Scout
..und imho gehören zu einer Gesamtbetrachtung auch die Umweltverträglichkeit bei Herstellung etc. des jeweiligen Isolationsmaterials. Wir tun leider immer noch so, als hätten wir eine zweite Welt in Reserve. :( Ich kann nicht beurteilen, ob Hanf nun geeignet ist oder nicht. Ich lese lediglich, dass auch im baubiologischen Bereich Fortschritte gemacht und neue Fertigungstechniken entwickelt werden, die Verwendung natürlicher/biologischer Baumaterialien andererseits dadurch immer mehr Expertenwissen verlangen und mit Allgemeinwissen nicht mehr zu beurteilen sind. Ich habe schon des öfteren staunend neben Baubiologen gestanden und mir ihre alternativen Baumethoden angesehen - basierend oft auf alten Baumaterialien, verbunden mit der Technik und dem Wissen von heute. In diesen Momenten fällt mit dann auch eine Reportage des WDR über die Styropor-Lobby ein, ein Bericht über Preisabsprachen und dem Vorgaukeln einer Wirtschaftlichkeit, die es bei kritischer Betrachtungsweise nicht gibt, und die alternative Baumethoden gar nicht thematisiert wissen will. Mit HBCD, einem Flammschutzmittel, behandeltes Baustyropor ist zudem ein Werkstoff, der nicht nur bei der Herstellung, sondern seit 2016 auch bei der Entsorgung als Sondermüll --> Link zu behandeln ist. Inwiefern die andern künstlichen Materialen diese Eigenschaften haben, entzieht sich meiner Kenntnis. Die Vermutung liegt jedoch nahe, das es keine eklatanten Unterscheide gibt. Sollte ich noch einmal ein WoMo selbst ausbauen, weiß ich mit Sicherheit, dass ich nicht umgeben von Sondermüll sein will. Sondern mich von Baubiologen beraten lassen werde. BTW: Wer mag, kann ja einmal nach "Hanf", einem einstmals breit verwendeten, nachwachsenden Rohstoff, googeln, der eben auch nicht konform mit den Interessen der Chemie-Riesen war. Tja, so ökologisch man gerne unterwegs sein möchte, wie das Zitat:
zeigt. Es wäre aber eben nur ein "Bau"biologe. Im Hausbau gibt es viele althergebrachten Materialien, die auch in der heutigen Zeit ihre Wiederentdeckung feiern. Bei den Anforderungen des Wohnmobils wird man, wie Scout schon beschrieben hat, an modernen Materialien nicht vorbeikommen. Lehm auf Weidengeflecht, verstärkt durch Stroharmierung ist im Hausbau durchaus geeignet, ein gesundes Wohnklima zu schaffen. Würde ich im Wohnmobil nicht wirklich bevorzugen. Da Hanf nun mal Wasser aufnimmt und dabei quillt, weshalb es ja zur Abdichtung bei Rohrverbindung genommen wird, wird es als organisches Material anfangen zu schimmeln und modern. Ich stelle mir gerade Lehm auf Weidengeflecht, verstärkt durch Stroharmierung als Wohnmobil Wand vor :lol: Ich weiß wovon ich rede da ich vor ein paar Jahrzenten eine Studienarbeit über bauen mit alternativen Baustoffen gemacht habe und in dem Zusammenhang auch entsprechende Baustellen besichtigt habe. Ich könnte mir sogar gut vorstellen in einem Lehmhaus zu wohnen. Ein Haus mit Styropur dämmen käme für mich auch nie in Frage. Aber ein Wohnmobil hat nun mal andere physikalische Anforderungen die diametral zu organischen Dämmstoffen stehen. Das ist auch der Grund warum ich einen holzfreien Wandaufbau beim Wohnmobil bevorzuge während ich beim Haus möglichst viel mit Holz mache. Gruß Andreas Ja, das findet man oft. Da werden Techniken aus dem Hausbau auf Fahrzeuge übertragen. Egal ob Wandaufbau, Fenster, Sanitär, Solar, Elektro oder Gas, die Grundprinzipen sind natürlich gleich und ein Vergleich dient dem Verständnis. Aber Unterschiede im Gebrauch benötigen vielleicht andere Materialen oder andere Konstruktionsmerkmale. Ein Haus fährt halt nicht über Schotterpisten, mein Womo schon. Mann und Frau sind biologisch auch zu 99% gleich und trotzdem: Es lebe der kleine Unterschied, den der ist lebensbestimmend! Gruß Andreas Hallo, Hier fällt oft der Begriff "Dampfsperre". Die mir bekannten Materialien die beim Dachdecken verwendet werden haben eine Membranfunktion, sprich die Feuchtigkeit kann nur in eine Richtung diffundieren. Die Raumfeuchte kann also nicht in die Isolierung eindringen, evtl. vorhandene Feuchtigkeit in der Isolation kann aber wieder an den Raum abgegeben werden. Hier bei uns in der Gegend ist es bei Dachdeckern üblich mit einer sogenannten "Unterspannbahn" zu arbeiten, d.h. nach außen hin ist das Dach dicht. Wenn Hanfmaterialien verwendet werden bleibt das Dach meines Wissens nach außen hin diffusionsoffen. Das geht bei einem Kastenwagen nicht. Deshalb halte ich dieses Material hier auch für ungeeignet. Die Dampfsperre kommt nach innen, die Unterspannbahn ist Diffusionsoffen. Damit wird ein Dach draus. Gruß, Michael |
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