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Wir sind zwar schon etwas länger wieder zurück, aber ich konnte mich bisher nicht entschließen, einen Bericht über diese sehr interessante Fahrt zu schreiben, weil ich keine Bilder gemacht hatte.
Eine nette Dame aus dem Forum hat mich schließlich überzeugt, es auch ohne Bilder zu tun.
Wir hatten bei Beginn unserer Fahrt nur die Richtung Hamburg im Visier, wobei Nord- oder Ostsee noch offen war. Ich wollte an die Nord- und Hella an die Ostsee. Ausgerechnet bei Cloppenburg wurde die Frage zu Hellas Gunsten entschieden. Wir mußten darüber lachen, weil uns der Witz einfiel. Kommt ein Ehepaar mit verbundenen Köpfen zum Arzt, fragt der Arzt:" Was haben Sie denn gemacht, sagt der Mann:" Wir haben uns den Urlaub aus dem Kopf geschlagen." "Ja - aber warum hat Ihre Frau denn einen viel größeren Verband als Sie?
Die wollte noch 'ne Woche länger bleiben."
So leicht sind wir zu unterhalten. :D
Zuerst sind wir nach Lübeck gefahren und wir haben es nicht bereut, denn Lübeck ist nicht nur eine, sondern mehrere Reisen wert.
Gegenüber dem Kongresszentrum am Stadtgraben ist ein normaler Parkplatz, auf dem Wohnmobile auch über Nacht stehen dürfen. Mit einem Tagesticket für 5 Euro kann man zwei Nächte und einen Tag dort stehen und ist nur fünf Gehminuten von der Innenstadt entfernt.
Leider waren die bekannten Ostseebäder sehr überlaufen, aber wir fanden einen sehr schönen Strandabschnitt östlich von Boltenhagen, mit einem kleinen CP in Beckerwitz. Uns gefiel dieser Strand, weil die wenigen Urlauber aus der näheren und weiteren Umgebung stammten - und es kamen nette Begegnungen zustande, so - einfach nur im Vorübergehen.
Der CP kostet 13 Euro mit V+E
So haben wir dann bis Rostock die Hansestädte an der Ostsee abgeklappert, wobei Wismar sehr großen Eindruck auf uns gemacht hat, denn wie schon in Lübeck, haben uns die Gebäude, besonders die Kirchen der Backsteingotik interessiert.
Wir hatten das Glück, daß in vielen der Kirchen gerade Orgel gespielt wurde und in St. Jacobi in Wismar sogar unsere beiden Hunde mit hinein durften. Die Begründung der Dame am Eingang war originell: "Das Hundeverbot ist ein Überbleibsel aus dem Mittelalter, weil sich die Hunde nicht mit den Kühen und Schweinen vertrugen, die dort bei schlechtem Wetter an Markttagen hineingeführt wurden."
In Wismar haben wir auf dem Hafenparkplatz gestanden, wo auch Übernachtung geduldet wurde.
In Rostock war kein Durchkommen wegen der vielen Besucher anlässlich der Hanse Sail. Die Stadt konnten wir deshalb nicht so gründlich anschauen wie beabsichtigt und wegen des flüchtigen Eindrucks nicht würdigen.
Jetzt war Schwerin das nächste Ziel, auch sehr schön, besonders das Schloß, das trotz seines historisierenden Stils sehenswert ist und zur Zeit sehr aufwändig und gründlich restauriert wird.
Wir standen dort auf einem Platz neben der Freilichtbühne mit Blick auf das Schloß und die Schloßgärten. Es gab keine V+E, hat aber auch (noch) nichts gekostet
Etwas Besonderes war Stendal, das noch sehr viel DDR- Flair, also "Ruinen schaffen ohne Waffen" :D ausstrahlt. Dort könnte man jedenfalls ohne viel zu ändern DDR-Filme drehen. Nur die Autos und Reklamen müßten ausgetauscht werden.
Für Womos steht an der Stadtmauer ein kostenloser Platz mit V+E zur Verfügung, allerdings beginnt um sechs Uhr der Verkehrslärm die Nachtruhe zu stören.
Dann kam Tangermünde an die Reihe und hat uns wirklich gefesselt mit seinem Charme und der Romantik seiner Straßen und Gebäude und das Ganze inmitten einer wunderschön heilen Natur, den "Elbauen", die wie die Stadt zum Weltkulturerbe gehören.
Der Stellplatz ist ruhig und angenehm, direkt an den Elbauen und nah am Stadttor.
Preis 4 Euro + V+E.
Etwa 15 km nach Süden in Jerichow ist ein Kloster, das die Backsteinromanik verkörpert und unbedingt besucht werden sollte, wenn man derartiges schätzt.
Nun als letzte Station haben wir Magdeburg besucht, den Dom - aber da hatten wir auch genug Kirchen gesehen, außerdem ist dieser Dom von der Art, wie man Gotik auch aus unseren Breiten kennt: Gewaltig und übermäßig verziert, so, als habe man's dem Lieben Gott einmal so richtig zeigen wollen.
Wir hatten jetzt aber auch wirklich genug Kultur und Geschichte aufgenommen, da bildete das Hundertwasserhaus oder besser: der Hundertwasserkomplex einen erfreulichen Kontrast.
Man mag sich davon gar nicht trennen, vielleicht weil diese Architektur wieder in einem hervorholt, was man vergessen hat, das kindliche Vergnügen an scheinbar naiver Form- und Farbgebung.
Die Rückfahrt über Hannover und durch den Kohlenpott war wegen der späten Stunde problemlos.
Alles in Allem war diese spontane Reise zwar anstrengend, aber nicht langweilig und wir werden sicherlich einige Städte wieder besuchen.
Hella und Klaus (Poldi)

