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Reisebericht 3-Länder-Tour, Teil 1 Italien Lago, Rivieira


loeffel123 am 22 Jul 2017 00:25:34

Es ist zwar schon einige Zeit her und bald geht es wieder auf Sommertour. Da aber bestimmt einige von euch ähnliche Touren für diesen Sommer planen anbei mein Reisebericht unserer 3-Länder-Tour vom letzten Jahr (Mitte August bis Anfang September) mit vielleicht für den ein oder anderen nützlichen Informationen:

Tage 1-5: Lago di Maggiore

Der frühe Vogel fängt den Wurm: Um lange Wartezeiten unter anderem am Gotthard-Tunnel zu vermeiden brachen wir noch im Dunkeln morgens auf. Die Schweiz durchfahre ich am liebsten auf den gut ausgebauten Autobahnen. Erstens mal finde ich die Gebühr für die Vignette im Vergleich zu den gebotenen Straßen und Tunnels für ein ganzes Jahr absolut gerechtfertigt. Und zweitens fährt man auf dem Weg in den Süden auch immer mal wieder auf schönen Bundesstraßen, vorbei an imposanten Seen oder schnuckeligen Kleinstädten. Das reicht mir dann auch, ich bin froh, dass ich schnell vorankomme. Die Vignette ist aber wohl so ziemlich das einzige Preiswerte in der Schweiz. Am ersten Rast bei Zürich musste ich dann ob der Kosten für stinknormale Brötchen kräftig schlucken. Aber das kennt man ja mittlerweile.

Die frühe Abfahrt war eine gute Entscheidung denn wir konnten nach nur einer kurzen Rotphase durch den Tunnel fahren. Ich bin ja ein kleiner Schisshase und seit dem damaligen Unglück immer froh wenn ich wieder aus diesem Monstertunnel rausfahren kann. Weiterer positiver Nebeneffekt: wie so oft war bei der Einfahrt graues Wetter angesagt, nach dem Rausfahren strahlender Sonnenschein, gepaart mit der üblichen Südatmosphäre. Bald konnten wir auch schon den Lago erspähen, immer wieder ein wunderschöner Anblick. Früher sind wir bei Tenero immer abgefahren zum Campofelice --> Link. Ein wirklich toller Platz, den ich schon als kleiner Junge in den Urlauben mit meinen Eltern geliebt habe. Aber leider ist auch dieser mittlerweile viel zu teuer geworden. Kleine melancholische Anwandlungen mussten somit beiseite geschoben werden da die Uferstraße schon etwas Konzentration erforderte. Aber eigentlich ging es ganz gut, ich hätte es mir schlimmer vorgestellt.

Als ursprüngliches Ziel war der Platz Conca d‘Oro in Feriolo auf der westlichen Seite des Lagos geplant (--> Link. Ich bin ja kein Freund von Reservierungen, da ich meine Freiheiten genießen will. Trotzdem hatte ich bei diesem Platz zur Sicherheit zwei Wochen vorher angefragt ob zu unserer geplanten Ankunftszeit der Platz im Allgemeinen recht voll wäre. Es wurde zurückgeschrieben, dass dies nicht zu erwarten sei, wir könnten beruhigt anreisen. War leider eine Fehlinformation denn als wir an der Rezeption standen hieß es: Platz voll! Kein Problem, gleich nebendran war schon der nächste Platz Camping Orchidea (--> Link, den ich nach meinen vorherigen Recherchen auch auf meiner Liste hatte. Hier wurden wir in perfektem Deutsch freundlich empfangen und konnten unter einigen freien Plätzen wählen. Im Nachhinein war dies eine gute Entscheidung denn der Platz besitzt als einziger Uferplatz einen direkten Zugang zum Dorf. Gut für uns mit zwei Kindern da wir ansonsten über die doch recht stark befahrene Straße hätten laufen müssen.

Der Platz war schön eingerichtet, teilweise auch mit üppigem Baumbestand so dass wir nicht gleich im Sonnenschein gegrillt wurden. Von der Hauptstraße war so gut wie nichts zu hören, hier zahlte sich aus, dass wir im unteren Bereich des Platzes standen. Der obere Teil ist meiner Meinung nach nicht so zu empfehlen, da es dort schon deutlich lauter ist. Zum Gelände gehört auch ein recht großer Fussballplatz, Spielplatz mit Tischtennis etc. Alles in einem sehr guten Zustand. Unten am See gab es auch eine sehr gute Pizzeria, ebenso konnten im Platzladen die notwendigen Grundnahrungsmittel eingekauft werden. Der Sandstrand ist sehr weitläufig und sauber. Gewöhnungsbedürftig war allerdings der reichhaltige Pflanzenbewuchs am Seeboden. Da mussten wir schon etwas hinauslaufen, um freies Wasser genießen zu können. Das hat uns Männer natürlich nicht gestört, meine Frau fand es etwas bäh… (wie so üblich ;-). Auch dieses Mal war ich wieder begeistert vom Lago, die Kulisse mit den Bergen ist einfach betörend schön.

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Da ich letztmals als Jugendlicher in Italien campierte hatte ich eine Besonderheit vergessen: Dort ist es scheinbar Standard, dass kräftig animiert wird! Junge, attraktive Menschen liefen über den Platz und sammelten die Kinder (nach Wunsch) ein. Dann wurden diverse Spiele wie Beach-Völkerball etc. veranstaltet. Am Abend dann immer Halli-Galli mit Karaoke, Kinderdisco und so. Nun ja, ich brauchte das nicht, meine Kinder auch nicht, es störte aber auch nicht wenn man sich dran gewöhnt hatte (und nicht direkt neben der Animation stand).

Feriolo ist ein typisches Lago-Kulissendorf: Wirklich schön anzuschauen aber natürlich touristisch total erschlossen. Inklusive der üblichen deutschen Brachialtouristen, die nicht einmal beim Eiskaufen ein einziges italienisches Wort wie „grazie“ über die Lippen brachten sondern im breitesten Badisch parlierten. Die Anwohner sahen dies aber locker und waren um so freundlicher wenn man sich sprachlich etwas bemühte. Dies führte auch dazu, dass im örtlichen SPAR die nette Bedienung an der Frische-Theke auch noch etwas Sprachkurs mit einem gemacht hat, gepaart mit kulinarischen Tipps.

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Tage 6-7: San Remo

Allmählich verschlechterte sich etwas das Wetter so dass wir nach Süden weiterzogen. Auf Grund der doch etwas längeren Strecke (unser 20 Jahre alter Kahn will eben nicht schneller als 100 fahren) gönnte ich mir ein Autobahnticket bis zur Meeresküste. Die Landschaft war dann doch etwas eintönig und teilweise stark industrialisiert so dass wir hier wohl nichts viel verpasst hatten. Einziger Höhepunkt: Am Ende der Autobahn der Blick auf das Meer und auf Genua. Auch diese geringe Investition stellte sich als sehr gut heraus denn ich dachte, Italien sei wie Frankreich und nach dem 15. August würde es spürbar leerer. Pustekuchen, denn an unserem ursprünglich geplanten Ziel Cervo waren alle Plätze rappelvoll. Ich steuerte noch einige andere kleine Plätze in der Umgebung an, dort gab es zwar teilweise noch geringe freie Kapazitäten, ich musste aber ziemlich geschockt feststellen, dass es sich um bessere Parkplätze handelte. Da wollten wir doch nicht bleiben so dass ich bei meiner letzten Alternative, den großen Platz Villaggio dei Fiori in San Remo (--> Link, anrief. Mit radegebrechtem Englisch meinerseits konnte ich einen Platz für den Abend telefonisch reservieren.

Die Mittelmeerküste ist zwar wunderschön aber eben leider geographisch bedingt sehr, sehr eng. Das merkte man durch das ständig bestehende Gedränge bzw. den starken Verkehr immer wieder. Klar ist es im Frühling bestimmt weniger schlimm, aber als Schulferienabhängige hatten wir leider keine andere Wahl (bleibt ja nicht immer so).

Als wir dann in San Remo ankamen war die Ernüchterung groß: Erstmal die Preise, 63 € pro Nacht! Dann war der Platz durchgängig gepflastert, hatte also auch etwas von einem sehr großen Parkplatz. Unsere Jungs schlafen meist im Pop-up-Zelt, da war es schwierig geeignete Befestigungsmöglichkeiten für die Heringe zu finden. Richtig gute Stimmung kam da nicht auf. Vor allem da wir auch in der Nähe des „Festplatzes“ standen wo die oben bereits erwähnte Animation stattfand. So konnten wir bis spät in die Nacht Karaoke hören, wunderbar... Gepaart mit dem Lärm der direkt am Platz vorbeilaufenden Hauptstraße inklusive der üblichen getunten Motorräder. Am (frühen) Morgen war ich so genervt, dass ich beschloss, am nächsten Tag wieder aufzubrechen.

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Ich will aber nicht nur schimpfen: Die nur für die Campinggäste zu betretende Bucht war wirklich traumhaft! Klares Wasser, sauberer und auch gar nicht mal so voller Strand. Am Abend saßen wir auf den Liegestühlen und praktizierten unser neues Hobby Sternschnuppen-Gucken. Zum Glück waren da schon alle bei der Animation so dass wir am Strand alleine waren. Zum Platz gehörte auch noch ein recht großes Schwimmbad, welches man aber in der Mittagspause verlassen musste. Wenigstens mussten keine Badkappen angezogen werden. Manchmal stimmen die Vorurteile über die pflichtbewussten Deutschen nur bedingt wenn man sich die Sitten auf italienischen Campingplätzen anschaut ;-). Ganz in der Nähe gab es auch noch einen Supermarkt, der durchgängig geöffnet war. So ein Nachteinkauf hat auch etwas für sich. Mit gutem Wein, Pizza und Eis am Abend wurde dann der zweite Tag doch ganz schön.

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Weiter geht’s in Kürze mit Teil 2 im Frankreich-Forum --> Link

pipo am 22 Jul 2017 10:37:54

Klasse Bericht.. Ich freu mich schon auf die Fortsetzung :mrgreen:

loeffel123 am 22 Jul 2017 15:16:43

Soderle, der Rest ist drin. Sonnige Ferien für alle!

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