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motorradtraeger
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Opel Movano Umbau Der Spartanier


Pfeffersack am 03 Sep 2017 12:11:14

Hallo, liebes Forum!

Nachdem ich fuer die Verwirklichung unseres Wohnmobils' viele Infos, Tips & Anregungen in diesem Forum bekommen haben, moechte ich kurz ueber unser 'Heim auf 4 Raedern' berichten:

Wir wollten ein WoMo fuer 3 Personen. In dem wir 3-4 Monate am Stueck durch Suedeuropa fahren. Unsere Tochter ist Tennisspielerin, d.h. wir fahren von Turnier zu Turnier - sodass wir Dusche & WC an Tennisclubs nutzen konnten. Weil wir im aussereuropaeischen Ausland wohnen, mussten wir das Fahrzeug in kuerzester Zeit bei meinen Eltern in Deutschland rudimentaer zum Wohnmobil umbauen - viele Arbeiten wurden dann waehrend der Reise (auf Baumarkt-Parkplaetzen) erledigt.

Fahrzeug:
Gekauft wurde ein 4 Jahre alter Opel Movano - abgelastet von 5.2t auf 3.5t (damit Frau & Tochter auch fahren koennen). Die Vollverglasung war gut fuer uns, weil wir nicht gerne als WoMo erkannt werden wollen. Weil ich weit weg vom Autoverkaeufer war, habe ich uebers' Internet einen Sachverstaendigen hingeschickt, der geprueft hat.
Vorne sind 3 Sitzplaetze. Hinten darf waehrend der Fahrt keiner sitzen. Innenabmessungen im Wohnraum: (ca) 4,5m Laenge x 1,8m Breite x 2,1m Hoehe)

Ich habe wenig Erfahrung im Heimwerkern, sodass die folgende Schilderung hier einigen Forenten evtl. die Haare zu Berge stehen lassen. Es ist evtl. aber auch eine Ermutigung an andere, das nicht alles immer 110% Perfekt sein muss - (90 % geht auch..... ;-))

Isolierung:
Weil wir das Fahrzeug nur im Sommer benutzen, haben wir auf eine aufwendige (zeitraubende) Vollisolierung verzichtet. Wenn, dann wurde die Hitze in Suedfrankreich zum Problem und nicht die Kaelte. In 3 Monaten hatten wir dann 3 Tage/Naechte wo es wirklich zu warm im Fahrzeug war. (Bei Euch hier in Europa kuehlt es sich aber zum Glueck Nachts meistens ab...)
Ich habe zumindest den Boden mit einer Alububble-Folie isoliert und dann 15mm OSB Platten ruebergebaut. (Oben drauf wurden selbstklebende Vinylfliessen geklebt)
Die hinteren Fenster wurden mit dunkler Isoliermatte zugeklebt, jedoch nicht unbedingt zur Isolierung sondern damit abends keiner ins innen beleuchtete WoMo reinschauen kann. (Von aussen sind die Scheiben getoent)

Fenster:
WIr haben dann 2 Dachluken einbauen lassen - die Seitenfenster lassen sich beim Movano naemlich nicht oeffnen. Abends lassen wir die Hintertueren & Seitentuer lange auf, sodass ein Lueftchen durchs Fahrzeug weht.

Elektrik:
Verbaut wurde eine 100Ah Bleikristallbatterie mit dazu passendem Ladegeraet. Aussensteckdose habe ich einbauen lassen. Ich habe mir aus Fernost viele Dinge fuer die Elektrik mitgebracht. So z.B. auch den Wechselrichter, mit dem ich den 220V-Kuehlschrank betreibe.
Wir hatten zu Anfang der Reise gehofft, dass wir oft von den Tennisclubs Strom bekommen koennen - das ging dann leider ganz selten. Deswegen wurde ein 1000W Generator von Honda gekauft. Weil wir nicht viel Strecke fahren, muessen wir das Teil jeden Tag 1 Stunde laufen lassen um die Batterie zu laden.
Das Geld fuer Camping- oder Stellplaetze sparen wir (uebernachtet wird an den Tennisplaetzen, in der Pampa oder auf Parkplaetzen)
Die 220V Elektrik wurde von einem Eltroinstallateur gemacht (Mit Sicherungen & FI-Schutzschalter) das Trennrelais wurde von einer Autowerkstatt eingebaut. 12 Volt habe ich selber gemacht, mit LED-Lichtketten, vielen USB-Ladestationen und einer Wasserpumpe

Kueche:
2 St. 30 Liter Kanister, eine Spuele. Gekocht wird auf einem ganz einfachen Campingaz-Kocher (nur mit geoeffneten Dachluken / Tueren....) Das Fahrzeug hat kein fest-instaliertes Gas.
Fuer Landstrom-Betrieb haben wir noch eine Induktionskochplatte, eine Mikrowelle & einen Toaster an Bord.

Toilette:
Fuer's 'Kleine' gibts' ein Porta Potti

Moebelbau:
Ganz wichtig war uns, das wir vernueftige Betten in normalen Groessen haben, die wir nicht jeden Abend umbauen muessen. Gebaut haben ich das aus Massivholz, ohne immer unbedingt auf das Gewicht zu achten. Wann immer moeglich, wurden die Moebelstuecke an der Karosserie & der Bodenplatte befestigt. Mit im Repertoir sind noch 2 Regale und der 'Kuechenblock'. Kombiniert habe ich die Holzrahmen der Regale mit Plastikkaesten. Tueren dafuer waren mir zu aufwendig.

Gewicht:
Das Gesamtgewicht mit 3 Personen und allem Geroedel ist ca, 3,3 Tonnen.

TUV:
Das Fahrzeug war beim Kauf als Lastwagen zugelassen. Vorm Umbau habe ich es dem TUV-Pruefer vorgefuehrt, ihm waren vor allem 'wohnlicher Eindruck' sowie die Gewichtseinhaltung wichtig - neben den 'Standardvorgaben' wie z.B. Kochgelegenheit, Sitzplaetze, etc..

Zeitrahmen:
Wir haben 3 Wochen gebraucht vom 'nackten' Kastenwagen bis zum TUV-konformen Umschreiben zum WoMo. (Ca. 8 Stunden pro Tag) Danach konnten wir losfahren, haben aber noch viel auf der Reise gemacht (Akkuwerkzeuge hatte ich dabei).
Theoretisch haben wir uns ca. 8 Monate drauf vorbereitet (vielen Dank nochmal an das Forum...)

Fazit:
Wie schon oben gesagt:

- .....Sind nicht alle Kanten unbedingt rechtwinklig
- Wird es vielleicht mal ein bisschen warm im WoMo
- Knarrt & wackelt es an ein paar Ecken
- Sieht es auch nicht unbedingt wie im Knaus-Katalog aus.

Aber: wir haben es uns nach unseren Wuenschen selbst zusammengebaut - dabei eine Menge gelernt, Spass gehabt und wohl auch Geld gesparrt.

Verbesserungen:
Die Stromversorgung sollte besser werden; Mit dem 220V-Kuehlschrank ueber Wechselrichter bin ich sehr zufrieden. Auch bei Aussentemperaturen von ueber 30 Grad kuehlt er sehr gut. Jedoch beansprucht er stark die Batterie. Evtl. eine Solaranlage?
Ich muss auch pruefen, ob das Trennrelais / die Stromversorgung durch die LiMa richtig funtioniert....










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RichyG am 03 Sep 2017 12:20:18

Klasse!
danke für Deinen Bericht! Es zeigt mal wieder: Man muss sich nur trauen :ja:

teuchmc am 03 Sep 2017 15:39:38

RichyG hat geschrieben:Klasse!
danke für Deinen Bericht! Es zeigt mal wieder: Man muss sich nur trauen :ja:

Dem schließe ick mich an.
Ick persönlich find die Rustikalbauweise gar nicht mal so rustikal, eher schön zielführend. Gefällt mir. Schxxss auf den letzten rechten Winkel.
Sonnigen weiterhin. Uwe

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chicolini am 20 Jan 2018 15:41:01

wichtig is doch Funktionalität und dass der Urlaub drin auch mal bei schlechtem Wetter Spaß macht!

Von daher: alles richtig gemacht, Top ;D

grüße Ole

Ps: den Spruch "scheiß auf die letzten geraden Winkel" find ich absolut zutreffend, ... einwandfrei :bindafür:

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