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Balkan-Adria-Ägäis Dieses Jahr reisten wir, Birgit & Frank und die „Blaue Zitrone“ 5289 km durch Albanien, Bosnien-Herzegowina, Griechenland, Kroatien, Montenegro und Slowenien. Wir fuhren entlang der Adria- und Ägäisküste, waren am Olymp , an Shkodra- und Oridsee.
Vor der Reise
Die Tour hat eine länger zurückliegende Vorgeschichte: 1991 hatten wir eine Jugoslawien-/Griechenlandreise geplant. Damals mit diesem Gefährt. Jedoch drei Wochen vor unserem Reisetermin eskaliert die Jugoslawienkrise: Kriegshandlungen, Beschuß, Bombardierungen, Tote. Wir mussten umdisponieren. Der Hymer fuhr damals dann mit uns in eine andere Richtung und irgendwie kam uns die Tour fast gänzlich aus dem Gesichtskreis, es gab ja jede Menge Anderes zu entdecken. Jetzt wurde es wirklich einmal Zeit, konsequent diese Richtung einzuschlagen. Wie auch bei unseren anderen Wohnmobilreisen nach Georgien--> Link, Marokko, ins Baltikum und vielen anderen, hat Birgit wieder Reisetagebuch geschrieben. Hier nun die absolut gekürzte Fassung:
Aus Thüringen in die Sonne Kroatiens
Sonntag, 11. Juni: Heimatort ► Golling (Östereich) 555 Tageskilometer Wir kommen gut voran. Im kleinen Ort Golling die erste Übernachtung, Ein ausgedehnter Rundgang durch den Ort beschließt den Tag. Auf dem Parkplatz geht noch ein großes Mobil zu uns auf absoluten „Kuschelkurs“.
Montag, 12. Juni: Golling ► Bled (Slowenien) ► Senj (Kroatien) 430 Tageskilometer In Slowenien machen wir in Bled Station dann fahren wir an Ljubljana vorbei, biegen an der Abfahrt Postojna ab und verlassen in Pivka auch die Hauptstraße. Auf einer kleinen und landschaftlich sehr schönen Nebenstraße durch weite Wiesen- und Buschlandschaft über Knežka treffen wir nach steiler Abfahrt in Illirska Bistrica wieder auf die Hauptstraße. Direkt an der Grenze zu Kroatien wird diese dann zur Autobahn. Weiter geht es bergab und schon blicken wir auf die Adria. Nach ein paar Fotostops an der Magistrale stehen wir gegen 17.ºº Uhr auf dem uns schon bekannten Platz am Hafen in Senj. Wir erhaschen die letzte freie Stelle hinten am Felsen.
Die Krka-Fälle und Dubrovnik
Dienstag, 13. Juni: Senj ► Skradin (Kroatien) 221 Tageskilometer Aus dem Ort heraus fahren wir dann abseits der Magistrale den Berg in Serpentinen auf gut ausgebauter Straße hinauf, biegen in eine schmale Nebenstraße ab und haben dadurch einen schönen Überblick von oben auf die Küste und die Inseln. Zurückgekehrt zur Hauptstraße fahren wir dann auch bald auf die Autobahn in Richtung Zadar / Split. Gegen 13.ºº Uhr fahren wir eine Abfahrt vor Šibenik raus und finden in Skradin einen Stellplatz. Bis zum Abend besichtigen wir den Ort und die Krka-Fälle.
Mittwoch, 14. Juni: Skradin ► Dubrovnik (Kroatien) 285 Tageskilometer Wir fahren erst einmal ein ganzes Stück Nebenstraßen an der Krka entlang über die Brücke hinter Skradin. Dann sind wir wieder auf der Autobahn in Richtung Dubrovnik. Ab der Ausfahrt Ploče geht es auf autobahnähnlich ausgebauter Straße durch viele Tunnel wieder bergab zur Küste zur Adriamagistrale. Bei Klek verlassen wir kurzzeitig Kroatien und durchqueren einen Zipfel von Bosnien-Herzegowina. In Dubrovnik der Platz Solitudo im Stadtteil Babin Kuk ist recht groß, aber kaum belegt. Die Saison hat hier noch nicht begonnen.
Donnerstag, 15. Juni: Dubrovnik (Kroatien) 0 Tageskilometer, dafür Stadtbus Wir machen eine ausgiebige Altstadtbesichtigung.
Um die Bucht von Kotor zur albanischen Grenze
Freitag, 16. Juni: Dubrovnik ► Kotor (Montenegro) ► Buljarica (Montenegro) 159 Tageskilometer Durchs Stadtgerödel kämpfen wir uns auf die Magistrale durch, die oberhalb in den Bergen verläuft. An einer Aussichtsstelle mit Postkartenblick auf die Altstadt halten wir noch einmal. Bis zum Flughafen bei Močiči verläuft die Straße noch küstennah, dann etwas abseits und bevor die Magistrale vollständig in den Bergen verschwindet, nehmen wir den Abzweig nach Molunat. Eine gut ausgebaute kleine Straße mit wenig Verkehr führt uns wieder zur Küste. Molunat liegt an der Engstelle einer Halbinsel. Wir nehmen den kleinen küstennahen Grenzübergang nach Montenegro. Die Bucht von Kotor wird von uns komplett umrundet. In Risani schauen wir uns die Reste einer römischen Villa an. Hier sind sehr schöne Mosaikfußböden zu sehen. Wieder unterwegs nach Kotor sehen wir die Kircheninseln in der Bucht nun aus anderer Perspektive. Schon weit vor Stadt ist die mächtige Wehrmauer zu erblicken. Nach der Stadtbesichtigung fahren wir durch einen Tunnel wieder an die Küste und stoppen an einem Aussichtspunkt über der Inselstadt Sveti Stefan. Endstation für heute ist Buljarica.
Samstag, 17. Juni: Buljarica ► Stari Bar ► Shkodra (Albanien) 81 Tageskilometer In Bar folgen wir einem Wegweiser „Old Town“ und kommen nach Stari Bar einer Höhenstadt mit langer Siedlungsgeschichte. Wir stellen vor dem Ort ab und haben eine lohnenswerte Besichtigungstour. In Richtung der albanischen Grenze geht es abseits der Hauptroute auf kleiner einspuriger Straße. In Krute treffen wir wieder auf die Hauptstraße, nach wenigen Kilometern sind wir auch schon an der albanischen Grenze. In Shkodra drehen wir einige Runden in der Innenstadt, dann nehmen wir den Wohnmobilplatz unterhalb der in der Abendsonne leuchtenden Festung. (Fortsetzung folgt)
ok, ab jezz wird's Neuland... schreib weiter, ich bleib dran! :ja:
allesbleibtgut hartmut
Jonah am 19 Sep 2017 12:42:50
Toll, ich bin auch dabei und freue mich auf die Fortsetzung. Es sieht warm aus, wie viel Grad hattet ihr dann da so in etwa im Juni?
Anzeige vom Forum
Säcker am 19 Sep 2017 12:54:59
Sehr schöner Bericht. :daumen2: Diese Adriaküste hatten wir für 1986 in unserer Reiseplanung, nach Tschernobyl und der weiteren politischen Entwicklung war es nie mehr ein Thema für uns. Vielleicht sollten wir doch einmal für die Vorsaison darüber nachdenken. :ja: Ich bin schon auf die Fortführung der Reise gespannt.
Julia10 am 19 Sep 2017 12:59:42
Ich will auch mitfahren, könnte etwas eng in Deinem Fahrzeug werden :D
Ein schöner Start, bin gespannt auf den weiteren Reiseverlauf.
Julia
Campingbusreisende am 19 Sep 2017 18:45:06
So, jetzt geht's weiter. Temperatur Kroatien von 27° bis Albanien auf 38° ansteigend. Wir haben gerade den Anfang der großen Hitzewelle erwischt.
Quirlige Städte und antike Stätten in Albanien
Sonntag, 18. Juni: Shkodra Festung ► Lezha ► Kloster Laç ► Kruja ► Kashar (Albanien) 143 Tageskilometer Nach einigen mächtig steilen verzwickt verwinkelten Gassen sind wir an der Festung oben. Die Festung ist sehr weitläufig und man hat in alle Richtungen traumhafte Ausblicke über die Stadt, über den Shkodrasee und über die Flussebenen. Das Gelände mit dem Pool, ist der Wohnmobilplatz.
In der nächsten Stadt, Lezha, fahren wir in das Ortszentrum mit wiederum chaotischem Verkehr und schauen uns einen Basar an. Als nächstes fahren wir zur Wallfahrtskirche Laç und weiter nach Kruja. Kurz vor Tirana verlassen wir die Hauptstraße und fahren weiter auf kleiner einspuriger asphaltierter Straße, dann auf Schotterpiste. Auf einem sehr schönen abgelegenen Anwesen verbringen wir die Nacht.
Montag, 19. Juni: Kashar ► Fier ► Apollonia ► Radhima (Albanien) 178 Tageskilometer Wir kommen nach Fier und durchqueren die durchweg sehr kleinteilige, dichte, uninteressante Bebauung der Stadt auf mehreren Kilometern. Wir verlassen die Stadt in Richtung Küste. Auf halbem Wege dorthin, beim Dorf Pojan, liegt die antike Stätte Apollonia. Als wir dort ankommen, sehen wir sofort: Der Weg hierher auf staubiger schlechter Straße hat sich gelohnt. Wir sind fast allein auf dem weitläufigen Gelände. Unser Navi möchte uns direkt nach Süden weiterschicken, doch der feldwegeartige Zustand der Straße lässt uns dann doch wieder in die andere Richtung über Fier zu Hauptroute zurückfahren. Kurz vor Vlora passieren wir eine große Salinenlandschaft. Wir durchfahren Vlora größtenteils auf einer breiten neuen Promenadenstraße. Auf der Küstenstraße angelangt, zeigt sich eine dichte neue Bebauung aus Hotels verschiedener Größen. Das Ganze zieht sich viele Kilometer am Strand hin. Als die Bebauung etwas auflockert und sich die Straße vom Meer entfernt, biegen wir in Richtung Strand ab und bleiben zur Übernachtung neben einem Strandlokal stehen.
Campingbusreisende am 20 Sep 2017 14:43:10
Über den Llogara-Paß nach Butrint
Dienstag, 20. Juni: Radhima ► Llogara-Paß ► Himara Fshat ► Porto Palermo ► Ksamil (Albanien) 133 Tageskilometer Wir fahren in engen Serpentinen in Kiefernwäldern hoch zum Llogara-Paß. Die Abfahrt nach Süden schwingt sich dann in weiten Bögen bis fast wieder auf Meeresnivau. Als nächstes halten wir vor dem Bergdorf Himara Fshat und besichtigen dieses. Wir fahren zur Küste hinunter. Bei Porto Palermo sieht man das Einfahrtsloch eines U-Bootbunkers und ein Areal verfallener Militärbaracken. Alles frei zugänglich.Auf einer kleinen Halbinsel in der Bucht steht eine von Ali Paschas Festungen. Wir sind wieder mal die einzigen Besucher, die sich im Schein unserer Lampe durch die irrgartenartigen Gänge und Verliese tasten. Die Straße schwingt wieder höher in die Berge und dann endgültig zum Meer hinunter. Wir möchten morgen Butrint besichtigen, deshalb haben wir geplant heute in Ksamil zu übernachten.
Mittwoch, 21. Juni: Ksamil ► Butrint (Albanien) ► Strand vor Σαγιάδα (Sagiada, Griechenland) 42 Tageskilometer Wir verlassen bei morgendlicher Hitze Ksamil und fahren zum unweit gelegenen archäologischen Park Butrint. Hier ist es bei weitem nicht so einsam wie bei unseren Besichtigungstouren der letzten Tage. Die ersten beiden Reisebusladungen werden gerade ausgeschüttet und wir müssen am Einlaß ein wenig warten, aber das lohnt sich. Eine kleine Seilzugfähre von abenteuerlicher Konstruktion bringt uns danach über den Mündungsarm der Butrint-Lagune. Bereits wieder im Küstengebirge stehen wir schon bald am Grenzübergang nach Griechenland. Die Abfertigung geht sehr schnell. Angesichts der großen Hitze suchen wir uns sofort eine Abfahrt zum Meer, und stehen heute am Strand. In der Abenddämmerung blicken wir auf Korfu.
frankjasper8 am 20 Sep 2017 20:51:20
Darf ich mich noch als "Trittbrettfahrer" einschleichen? :D
Das fängt schon mal sehr gut an. :) So komme ich auch mal in diese Regionen und dieser schöne, so lebendig geschriebene Bericht und die tollen Fotos machen mich neugierig. Bin gespannt, wie diese Reise weitergeht. Ich bleibe auf jeden Fall noch ein Weilchen am Ball. :)
Campingbusreisende am 21 Sep 2017 14:49:11
Alle einsteigen, es geht weiter und zwar: Von der ionischen zur ägäischen Küste
Donnerstag, 22. Juni: Strand vor Σαγιάδα (Sagiada) ► Ηγουμενίτσα (Igoumenitsa) ► Θεογέφυρο Λίθινο (Theogefyro Lithino)► Ιωάννινα (Ioannina, Griechenland) 138 Tageskilometer In Igoumenitsa kreiseln wir nach einem Parkplatz. Vor dem Fähranleger finden wir gerade noch so eine für uns passende Lücke. Wir suchen gute Straßenkarten für Griechenland und Füllmaterial für den Kühlschrank. Als wir eingekauft und vorzüglich gegessen haben, geht es nun auf breiter verkehrsarmer Straße in die Berge, über den Agios-Paß. In Lithino müssen wir eine lange Strecke rückwärts zurückfahren weil die enge Gasse plötzlich zwischen den Häusern so steil in die Tiefe abfällt, dass wir über den Knick ohne aufzusitzen nicht weiterfahren können. Wir besichtigen Theogefyro, das Tor Gottes. Weiter geht es durchs Gebirge, durch Zitza. Vor Ioannina ist es mit der Einsamkeit vorbei, es herrscht dichtester Verkehr. Der Campingplatz am Seeufer ist schnell gefunden.
Freitag, 23. Juni: Ιωάννινα (Ioannina) ► Δωδώνη (Dodona) ► Καστράκι (Kastraki, Griechenland) 134 Tageskilometer Nachdem wir an einem Supermarkt unsere Vorräte aufgefüllt haben, besuchen wir die archäologische Stätte Dodona mit einem sehr großen Amphitheater, ungefähr 20 Kilometer von Ioannina entfernt. Als nächstes machen wir uns auf zu den Meteora-Klöstern. Die Autobahn führt durchs Gebirge mit wunderbaren Weitblicken und durch sehr viele teilweise lange Tunnel. Nach der Abfahrt von der Autobahn, so gegen 15.ºº Uhr sehen wir in der Ferne die seltsam geformten löchrig erscheinenden steilen Felsen. In Kastraki endet für heute unsere Tour.
Samstag, 24. Juni: Καστράκι (Kastraki) ► Δίον (Dion) ► Βαρικου (Varikou, Griechenland) 204 Tageskilometer Weiter fahren wir die Panoramastraße nach Kalambaka, dann in Richtung Trikala und Larisa. Von der Autobahn aus ist schon der Olymp zu erkennen. An der Abfahrt Lithochoro verlassen wir die Autobahn um uns die Ausgrabungen Dion und das archäologische Museum anzusehen. Bei einem späten ausgedehnten Strandspaziergang wacht über uns der Olymp im Abenddunst.
walin am 22 Sep 2017 22:09:31
Toller Bericht mit schönen Fotos. Porto Palermo in Albanien ist nicht frei zugänglich das es ein Militärschutzgebiet ist.
Campingbusreisende am 23 Sep 2017 12:12:55
Als wir in Porto Palermo waren, war niemand zu sehen, alles wirkte schon länger verlassen. Eine Abgrenzung oder gar Bewachung war nicht vorhanden, der auf dem Foto zu sehende Weg von der Hauptstraße auf das Gelände war frei befahrbar.
So nun geht es weiter: Am Olymp, in Pydna, Virgina und Ioannina
Sonntag, 25. Juni: Βαρικου (Varikou) ► Όλυμπος (Olymp) ► Αγιός Διονύσιος (Agios Dionysios) ►Αλική (Aliki, Griechenland) 99 Tageskilometer Nach dem Frühstück fahren wir in die Berge, die Flanken des Olymp empor. Das letzte Stück der Straße ist nicht mehr asphaltiert und endet dann vor einer Taverne an einem Gebirgsbach. Wir fahren wieder ein Stück nach unten und besuchen das Kloster Agios Dionysios. Dann suchen wir einen Campingplatz möglichst direkt am Meer, die Entsorgungsfrage ist allmählich dringender geworden. Hotels, Restaurants, große Menschenmengen, Strandbars, nervige laute Musik und dann ein großer Campingplatz mit einem zwei-Meter-Höhenbegrenzungsbalken über der Einfahrt. Das muß Frank genauer untersuchen. Ist der Balken fest montiert: ja. Ist dies die einzige Zufahrt: auch das. Für die Entsorgung kommt auf dieser Tour unter großen moralischen Bedenken und Seelenqualen zum ersten Mal NVA-Zubehör zum Einsatz. An einer Saline mit Salzhalden fliegt ein großer Schwarm Flamingos in niedriger Höhe. Ein paar Kilometer weiter finden wir einen schönes schattiges Fleckchen in einem Pinien-Strandwald. Später parken wir noch einmal um, und stehen direkt am Strand.
Montag, 26. Juni: Αλική (Aliki) ► Πύδνα (Pydna) ► Βεργίνα (Vergina) ► Ιωάννινα (Ioannina, Griechenland) 288 Tageskilometer Wir besichtigen die Ausgrabungen von Pydna und steuern auf kleinen Straßen den Tumulus von Vergina an. Was uns unter dem mit Gras bewachsenen Hügel erwartet, wird die beeindruckendste Besichtigung unserer gesamten Tour. Auf kleinen Nebenstraßen bewegen wir uns an der Schlucht des Aliakmon und dessen Stauseen entlang weiter ins Gebirge. Auf der Strecke von 50 Kilometern begegnet uns nicht ein einziges Fahrzeug, nur Kühe. Bei Kozani fahren wir auf die Autobahn durch viele Tunnel. Abends sind wir wieder auf dem uns bekannten Platz am See in Ioannina.
Dienstag, 27. Juni: Ιωάννινα (Ioannina) ► Πέραμα (Perama) ► Φαράγγι Βίκου (Vikos-Schlucht) ► Μονοδενδρι (Monodendri) ► Θεοδόκος (Theodokos, Griechenland) 142 Tageskilometer Die Altstadt Ioannina möchten wir uns ansehen. Für stolze 6,00 € finden wir einen Parkplatz an der Festungsmauer am See. Zuerst haben wir einmal eine langwierige Begegnung mit dem griechischen Bankensystem. Nun schauen wir uns in dem Handwerkerviertel der Altstadtgassen um. Im ummauerten Teil der Altstadt sind eher unspektakuläre Wohngassen, jedoch der Teil auf dem Hügel zum See zu ist mit Moschee und Festung sehr sehenswert. Hier ist auch des Grab von Ali Pascha. Dann geht es weiter zur Tropfsteihöhle nach Perama.
Campingbusreisende am 27 Sep 2017 10:28:56
Durchs Gebirge zum Oridsee und wieder zum Meer (immer noch 27.Juni) Wir fahren wieder höher in die Berge und kommen zum Denkmal für die Frau von Zagori, eine Monumentalstatue in exponierter Lage. Was es damit auf sich hat, können wir nicht herausfinden. Die Straße die wir ausgewählt haben, endet an der Vikos-Schlucht.Nur wenige Schritte vom Straßenende stehen wir auf einem spektakulären Felsbalkon und schauen in die Tiefe wo sich der Vikos seinen Weg gebahnt hat und besichtigen dann noch den Ort Monodendri. So fahren wir weiter durch Konitza entlang am Aoos, der im sehr breiten Kiesbett mit wenig Wasser dahinströmt. Am Abend haben wir ein langes Gespräch mit einem griechischen Paar, das einige Jahre in Deutschland gelebt hat.
Mittwoch, 28. Juni: Θεοδόκος (Theodokos) ► Καστοριά (Kastoria) ► Drilon, Oridsee (Albanien) 188 Tageskilometer Nach einer Passhöhe erscheint eine grüne mitteleuropäisch anmutende Gebirgslandschaft, fast wie bei uns in Thüringen. Unten in der Ebene angekommen, sind statt Felsengestein rechts und links der Straße auch wieder Obstplantagen und jede Menge Felder mit Stangenbohnen. Gegen Mittag erreichen wir Kastoria. Wir erreichen einen schönen Platz am Kloster mit einem herrlichen Blick über den See umrunden die Halbinsel komplett und fahren weiter, wieder nach Albanien. Am frühen Nachmittag kommen wir am Grenzübergang an. Kurz nach dem Grenzübergang biegen wir auf eine Nebenstraße ab, kommen über mehrere kleine Dörfer gegen 16.ºº Uhr an den Orid. Wir finden in Drilon einen schönen neu gestalteten Platz direkt am Seeufer.
Donnerstag, 29. Juni: Drilon, Oridsee ► Elbasan ► Karpen (Albanien) 171 Tageskilometer Unser erstes Ziel für heute ist die Stadt Elbasan. Doch zuvor möchten wir noch einen Blick hoch oben vom Gebirge auf den See werfen. Wir versuchen es an einer kleinen Nebenstraße, aber alles ist schon wieder im Hitzedunstschleier und wir kehren zur Hauptroute zurück. In der Stadt Elbasan finden wir auf dem Hauptplatz gegenüber der großen Stadtmauer vor einem Hotel gerade noch so einen Parkplatz. Wir machen eine Stadtbesichtigung und treffen auf einen jungen Albaner, der perfekt deutsch spricht und uns seine Lebensgeschichte erzählt. Auf Nebenstraßen verlassen wir die Stadt. Als wir wieder auf der Hauptroute sind, kommen wir erstaunlich schnell voran und sind im nu an der Küste vor Durres. Dort treffen wir auf einem Campingplatz ein, der uns unterwegs mehrmals wärmstens empfohlen wurde.
Campingbusreisende am 28 Sep 2017 09:17:45
Vom Shkodra-See nach Bosnien-Herzegowina
Freitag, 30. Juni: Karpen ► Shkodra (Albanien) 129 Tageskilometer Kurz vor der Zufahrt auf die Schnellstraße bestaunen wir noch einmal die steile neue Brückenkonstruktion, die wir auf dem Hinweg schon einmal genutzt hatten. Fahrzeuge mit ein wenig Hecküberhang werden hier an der Auffahrt vollkommen scheitern. Weiter fahren wir heute nur Schnellstraße und Autobahn, denn die Gegend haben wir auf der Hinreise schon erkundet, deshalb faulenzen wir einen ganzen Tag in Shkodra.
Samstag, 01. Juli: Shkodra ► Skutarisee (Shkodrasee) ► Blagai (Bosnien-Herzegowina) 307 Tageskilometer Schnell sind wir dann am Grenzübergang Albanien/Montenegro. Hier haben wir zum ersten mal eine längere Warteschlange. Gleich nach dem Grenzübergang biegen wir auf eine kleine Nebenstraße ab, die schnell steil nach oben führt. Schmal und eng führt sie in Serpentinen auch durch kleine Weiler. Hoch oben auf dem Bergkamm sind wir wieder auf einer etwas breiteren Straße, dann auf einer ganz schmalen immer entlang des Shkodrasees bis Virpazar. Über Podgorica und Nikšić kommen wir auf breiter Schnellstraße gut voran. Ein klein wenig Wartezeit haben wir an der Grenze. In der Gegend um Fatnica sehen wir noch viele vom Krieg zerstörte Häuser. Eine sehr arme einsame Gegend hier. In einem Tal vor Stolac wird es lieblich, viele Wassermühlen, alte Stauwehre, Mühlgräben entlang des Gebirgsflusses. Bei Buna fahren wir eine kleine Straße nach Blagaj in der Nähe von Mostar und sehen jede Menge Autocamps ausgewiesen. Wir landen auf einem kleinen mit Walnussbäumen bestandenen Gartengrundstück am Fluß Buna. Gegenüber ein Restaurant direkt am Flußufer.
Sonntag, 02. Juli: Blagai ► Mostar ► Blagai (Bosnien-Herzegowina) 0 Tageskilometer dafür Taxikilometer Wir besichtigen die Altstadt von Mostar, schauen den Brückenspringern zu beim mogeln, wandern zur Bunagrotte einer der gewaltigsten Karstquellen Europas und nächtigen noch einmal auf dem Platz am Fluß.
Campingbusreisende am 29 Sep 2017 15:51:51
Blagai, Radimlja, Počitelj in der Herzegowina und wieder Kroatien
Montag, 03. Juli: Blagai ► Radimlja ► Počitelj ► Bucht von Kosirina (Kroatien) 296 Tageskilometer Jetzt fahren wir nach Radimlja. Es ist eine Nekropole mit so genannten Stecaks, großen Grabsteinen aus dem Mittelalter in Form von Kirchen. Als nächstes halten wir in Počitelj und besichtigen die Reste der Stadt aus der osmanischen Zeit und werden Zeuge einer modernen türkischen Okkupation. Wir fahren auf einem ganz neuen kurzen Stück Autobahn und sind am Autobahngrenzübergang nach Kroatien schnell durch. Auf guter fast leerer kroatischer Autobahn sind wir dann auch bald an der Krka-Brücke und halten an um den Rundblick zu gemießen. Die nächste Abfahrt ist unsere und wir nähern uns der Insel Murter. An die Bucht von Kosirina treibt es uns, genau auf den Platz auf dem wir 2014 schon einmal waren.
Dienstag, 04. Juli: Bucht von Kosirina ► Betina ► Bucht von Kosirina (Kroatien) 0 Tageskilometer mit dem Auto, dafür zu Fuß Wir laufen nach Betina und faulenzen den Tag durch.
Mittwoch, 05. Juli: Bucht von Kosirina ► Jezerce (Kroatien) 181 Tageskilometer Wir beschließen heute nur Landstraße zu fahren. Fast rechtwinklig bewegen wir uns von der Küste weg. Doch nach ca. 40 Kilometer hat uns die Adria wieder. Wir umrunden die Meeresbucht von Novigrad. Jetzt sagen wir aber der Küste endgültig good bye. Erst steigen wir sachte bergauf, dann gleich wieder steil bergab in das Flußtal des Zrmanja. An mehreren Aussichtspunkten machen wir halt. Immer die Bergflanken des Velebitgebirges empor, haben wir phantastische Rundsichten auf ein weites unbesiedeltes Tal. Die Straßen sind in einem sehr gutem Zustand, es herrsch kaum Verkehr. Gegen Mittag haben wir die Gegend um die Plitwitzer Seen erreicht.
janoschpaul am 29 Sep 2017 16:26:03
Ich steig noch schnell zu :razz: . Welch wunderbare Reise, tolle Bilder und sehr gut beschrieben.
Jetzt hab ich Fernweh.
Campingbusreisende am 04 Okt 2017 09:12:59
So, jetzt gehts auf die letzte Etappe: Plitwitzer Seen und die Heimreise
Donnerstag, 06. Juli: Jezerce ► Nationalpark Plitwitzer Seen ► Jezerce (Kroatien) 0 Tageskilometer, dafür Privattaxi und zu Fuß Der Mann bei dem wir untergekommen sind, fährt uns zum Parkeingang der Plitwitzer Seen, so dass wir genau zur frühmorgentlichen Kassenöffnung noch vor dem Besucheransturm im Park sind.
Freitag, 07. Juli: Jezerce ► St. Veit (Österreich) 271 Tageskilometer Wir fahren zunächst auf gut ausgebauter Straße im Tal des Flusses Korana. Nach Karlovac fahren wir auf die Autobahn in Richtung Zagreb und weiter zur slowenischen Grenze, durchqueren Slowenien und sind gegen 16.ºº Uhr in St. Veit in Östereich.
Samstag, 08. Juli: St. Veit ► Donaustauf ► Altdorf (Deutschland) 528 Tageskilometer Wir besichtigen heute noch die Walhalla, die in Donaustauf am Berg über der Donau thront. Bisher haben wir sie immer nur bei unseren Vorbeifahrten auf der Autobahn von ferne leuchten sehen. Dann sind wir noch, rein zufälligerweise, in Altdorf beim Stadtfest.
Sonntag, 09. Juli: Altdorf ► Heimatort, 271 Tageskilometer Fast zu Hause, fahren wir gezwungenermaßen noch eine Umleitungs-Abschlußrunde durch unseren schönen Thüringer Wald.
Wer genau wissen möchte, wo wir entlang gefahren sind, was wir besichtigt, mit wem wir uns unterhalten haben, wo wir untergekommen sind, der kann den vollständigen Bericht lesen und noch mehr Fotos schauen und zwar hier:--> Link
Campingbusreisende am 28 Okt 2017 14:53:43
Nach der Reise Es kommt immer anders, als man sich es vorher vorgestellt hat. Das hat sich auf unseren Reisen schon mehrfach bestätigt, so auch auf dieser Reise. Man muß Vorurteile revidieren, sieht Land und Leute danach aus anderem Blickwinkel als vorher. Über viele Länder findet in den deutschen Massenmedien eine Berichterstattung gar nicht, oder nur sehr selten und dann auch nur tendenziell statt. Wann und wie oft hat man zuletzt über Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Albanien etwas gehört, gesehen, gelesen? Und dann was? Nun, mit unserer vierwöchigen Wohnmobilreise konnten wir uns natürlich auch kein allumfängliches Bild machen, aber man gewinnt doch zumindest einige kleine Einblicke. Fasziniert hat uns die immer noch herrschende Aufbruchstimmung in Albanien und auch in Bosnien-Herzegowina, die Kreativität der Menschen, die versuchen mit den Ihnen im Augenblick zur Verfügung stehenden Mitteln das Beste für sich zu erreichen. Auch, wenn das augenscheinlich nicht immer ganz einfach ist.
So ist Kroatien mit seinem Massentourismus schon längst bei mitteleuropäischem Niveau angelangt. Mit den bekannten Konsequenzen: Völlig überlaufenen touristisch gut vermarkteten Zielen in der Küstenregion und um die Plitwitzer Seen. Das bringt oftmals hohe Preise und schlechten Service mit sich. Da spielt sicherlich auch die Nähe zu Österreich und Deutschland eine große Rolle. Weiter südlich wird es wesentlich entspannter. Schon Montenegro ist nicht so überlaufen. In Albanien steigt die Servicequalität gegenüber uns Wohnmobilisten auf ein von uns nicht erwartetes, sehr wohltuendes Niveau. Wir waren sehr erstaunt, auf den albanischen Camping- und Womo-Plätzen durchweg ein weitaus höheren Standart vorzufinden, als bei den von uns in Griechenland angelaufenen Plätzen. Die Naturschönheiten und der Küstenstrich Albaniens haben sicherlich andere Reize als in Kroatien oder Griechenland, aber ebenbürtig sind sie allemal und das Wetter sowieso. Nur die schönen lebendigen Altstädte der ex-jugoslawischen Länder Kroatien, Bosnien Herzegowina, oder Montenegro wird man in Albanien vergeblich suchen. Sie sind fast alle der kommunistischen Ära zum Opfer gefallen. Da muß man auf die antiken Stätten ausweichen, die in der Küstenregion in ähnlicher Dichte wie in Griechenland zu besichtigen sind. Der große Bauboom in Albanien scheint etwas abgeebbt zu sein. Viele Neubauten stehen halbfertig ohne Aussicht auf Weiterbau. Schwarzbauten, schon wieder halb abgerissen, verschandeln die Landschaft. Auch beim Straßenbau ist man Augenscheinlich auf die Bremse getreten: Wir haben einige Straßengroßobjekte entdeckt, die angefangen in der Landschaft zu besichtigen sind. So zum Beispiel die Autobahn um Fier oder die Umgehung von Shkodra, die anscheinend nicht weitergebaut werden.
Gut gegessen und getrunken haben wir in allen Ländern allemal. Besonders in Erinnerung bleibt uns der frische Fisch aus dem Oridsee mit Knoblauchöl auf dem Gartengrill zubereitet und mit geröstetem Weißbrot serviert. Am unteren Ende der Skala im Preis-Leistungsverhältnis müssen wir das Essen in realsozialistischem Ambiente der 70er Jahre, genossen in der Großgastronomie der Plitwitzer Seen in Kroatien einordnen. Es war auch noch gut genießbar, aber wir haben in den vier Wochen jede Menge Raffinierteres und liebevoller Zubereitetes zu uns genommen.
Am wichtigsten waren uns aber die vielen persönlichen Gespräche die uns einen kleinen Einblick in den Alltag der Menschen in den jeweiligen Ländern ermöglichten. Erstaunlich für uns die Offenheit unserer Gesprächspartner auch in sehr persönlichen Dingen. So zum Beispiel eine sehr lange Unterhaltung über die Auswirkungen der Finanzkrise auf zwei Generationen einer griechischen Familie. Oder die Erzählung eines albanischen jungen Mannes über die Gründe für sein viele Jahre andauerndes Leben in der Illegalität in Deutschland. Wirklich betroffen gemacht hat uns die sehr sparsame Schilderung eines Kroaten über die Folgen seiner traumatischen Erlebnisse im Bürgerkrieg.
So, und jetzt überlegen wir gerade, wohin uns die „blaue Zitrone“ zur nächsten Tour begleitet. Wahrscheinlich haben wir im März und April nächsten Jahres acht Wochen am Stück Zeit für eine Reise. Wir werden wieder darüber berichten. Wer unsere Berichte der vergangenen Jahre nachlesen möchte, der kann das hier: Georgien/Türkei 2016--> Link, Baltikum 2015--> Link, Marokko 2014--> Link.
Gruß Birgit & Frank
RichyG am 28 Okt 2017 16:08:26
Hallo ihr Beiden! Erstmal ein Positiv für den schönen und aufschlussreichen Reisebericht! Wir sind ab Mitte nächstem April auf gleicher, wenn nicht sogar selber Route unterwegs und freuen uns schon. Ich hoffe, dass wir um diese Zeit keine großen Probleme mit dem Wetter haben werden.
Campingbusreisende am 28 Okt 2017 18:08:23
Hallo Richy,
im April und Mai kann man vielleicht sogar angenehmere Reisetemperaturen haben als die, die wir auf unserer Tour schon Anfang Juni aushalten mußten. Wir hatten den Beginn der großen Hitzewelle auf dem Balkan erwischt. Tagestemperaturen bis fast 40° und manche Nacht kaum unter 30° waren ab und an schon sehr anstrengend. Wir wünschen dir, wenn auch weit vorab, eine gute Reise und durchgängig angenehm milde Temperaturen.
Gruß Birgit & Frank
RichyG am 28 Okt 2017 18:27:57
Euer Wort in Gottes Ohr :wink: Aber vielen Dank schon mal für die beruhigenden Worte :ja: Ein schönes Wochenende Euch
schneggenhaus am 29 Okt 2017 14:12:11
vielen Dank für den schönen Reisebericht und viele Orte sind wir vom 23. August bis 17 Oktober ebenfalls gefahren ..... nicht ganz gleich, aber fast :zustimm: ..... in Albanien waren wir die gleiche Strecke unterwegs mit weniger Aufenthalten für den Moment, sind aber dann von Igoumenitsa noch einmal mit dem Motorrad der Küste entlang gefahren und war sehr schön. Wir wollten dann auch wieder Ueberland zurück fahren aber wir entschieden uns dann für die Fähre von Patras nach Ancona, wegen eines Familienfestes anstatt der Balkanroute. In Oesterreich und Kroatien waren wir länger, da wir uns noch mit Bekannten zufällig trafen und dies auch genossen haben und auch die Touren mit dem Motorrad zusätzlich :zustimm: :freude:
mit lieben Grüssen Schneggenhaus alias Inge
schneggenhaus am 29 Okt 2017 14:13:58
Grichenland haben wir so ca. 4 Wochen bereist und vielen Dank fürs mit nehmen !!
liesje am 09 Jan 2018 16:35:02
Du hast uns nun entgültig den "Mund wässerig gemacht". Wir werden im Mai starten über Ungarn, quer durch alle Länder am Wege bis Albanien, vielleicht noch - ein langer Traum von mir - nach Korfu. Dann soll es mit der Fähre wieder Richtung Heimal gehen. Ich bin am planen und danke dir sehr für deinen Bericht.