Aufgrund seiner große Ohren haben wir ihn damals Schlappi getauft.
Wie sich jetzt herausstellte ist Schlappi übirgens wohl ein Rassehund ein italienischer Segugio (nur damit Ihr Euch eine Vorstellung bezüglich der Größe etc machen könnt)
Schlappi viel uns einfach auf weil er extrem scheu und ängstlich war und zusätzlich ein so genanntes „Cherry Eye“ hatte.
Aber das schlimmste war, dass Schlappi total abgemagert und dürr war.
Leider ist es uns im Mai nicht gelungen näher an ihn ranzukommen. Wir haben aber eine der wenigen dortigen Tierfreunde gebeten ihn weiter zu füttern und ihr entsprechen Futter hinterlassen.
Als wir jetzt im September erneut in Sizilien waren, hat sie uns erzählt, dass er inzwischen regelmäßig bei ihr vorbeischaut und er sich auch streicheln lässt.
Das hat uns natürlich sehr gefreut.
Nach einer Woche hat sie uns dann angerufen und gebeten vorbeizukommen. Schlappi wäre zu Ihr in den Laden gelaufen (Sie hat ein kleines Blumengeschäft) und hätte sich hinten hingelegt und würde seitdem nicht mehr aufstehen. Und soweit würde ihre Tierliebe nicht gehen, wir sollen ihn doch bitte holen.
Was wir dann auch gemacht haben.
Dabei konnten wir sehen das Schlappi entweder von anderen Hunden angefallen wurde, oder sich an Stacheldraht verletz hatte, an einem Vorderlauf befand sich eine 20 cm lange klaffende Wunde.
Wir dachten dass dies wohl der Grund für sein Verhalten war.
Ich hatte ein bisschen Bammel ihn hochzunehmen ….. würde er evtl. wegen der Schmerzen schnappen oder ähnliches?
Aber seine Augen sagten mir etwas anderes und so habe ich ihn zum WOMI getragen und wir sind zu unserem befreundeten Tierarzt gefahren.
Der hat dann erstmal eine „Bestandsaufnahme“ gemacht und die offensichtlichen Wunden versorgt, ihm eine Infusion gegeben (weil er ziemlich ausgetrocknet war) ein kleines Blutbild gemacht etc.
Das Blutbild zeigte uns dann schon einen kleinen Teil der wahren Tragik dieses Hundes:
Schlappi hat Leishmaniose und sein Blut hat viel zu wenig rote und weiße Blutkörperchen :eek:
Das war natürlich eine schlimme Nachricht, schlimmer als die offensichtliche Unterernährung etc.
Der Tierarzt hat uns gefragt ob wir eine Therapie beginnen wollten (weil einfach die Medikamente doch nicht billig sind)
Er selber denke man könne dies durchaus probieren, es gäbe in Italien Mittel, welche die Leishmaniose ziemlich gut bekämpfen würden.
Selbstverständlich haben wir dem zugestimmt und ihn zu uns mit nach Hause genommen.
Schlappi hat sich kaum bewegt lag fast nur rum aber er fraß und nahm damit auch die Medikamente auf.
Leider schaffte es sein Körper nur 3 Tage, danach zeigten sich die Nebenwirkungen wie Übelkeit Durchfall etc
Und so haben wir uns entschlossen (nach RSP mit dem Tierarzt) die Therapie auszusetzen um erst zu versuchen ihn aufzupäppeln.
Durch unseren Getriebeschaden hatten wir dazu auch zusätzlich 5 Tage Zeit und in diesen Stunden fing er sich auch.
Schlappi wird geschätzt so um die 7-8 Jahre sein und war wohl fürher einer dieser Hunde die irgendwie und irgendwo gehalten werden (altes Haus / Keller / Käfig) um dann für diese sinnlose Jagdsaison benutzt zu werden.
Dann ist wohl sein eines Auge langsam getrübt worden und im anderen hat er das Cherry Eye bekommen (hat also auch nicht mehr funktioniert) und deswegen würde er wohl fortgejagt und lebte dann mindestens 2 Jahre auf der Straße. Ob der die Leishmaniose schon vorher hatte oder nicht weis man natürlich nicht auch nicht ob es tatsächlich so war aber viel spricht dafür. Er trug ein Halsband was nicht eingewachsen war (also er erst als erwachsener Hund bekommen hatte) und der Zeitraum wie lange er ein Streuner war konnte durch viele Gespräche hinterher ziemlich genau bestimmt werden.
Nachdem unser Womi dann wieder fertig war und Schlappi einen guten Allgemeinzustand zeigte (er war sehr schwach, aber eigentlich gut drauf) habe ich eine große Hundebox gekauft die Garage umgebaut und Schlappi machte sich mit uns und unseren anderen Hunden zurück auf den Weg nach München.
Ziel war es jemanden zu finden, der mit unserer Unterstützung (die Medizin ist wie gesagt nicht billig und gibt es auch in Deutschland nicht) ihm ein neues Leben schenken konnte.
Die Idee war das Geld aufzutreiben, indem man 10 Leute fand, die jeweils 10 € im Monat spenden und man das für die Behandlung nutzt.
Aus den 10 Leuten wurden sehr schnell nur noch 4 und die hätten wie sicher auf noch gefunden oder halt von unserem Geld genommen oder was weis ich. Wir würden zwar sicher auch so einen kleinen Betrag im Moment a bissal spüren aber wie gesagt ich bin mir sicher es wäre gegangen.
Hier in München haben wir dann Schlappi zu unserem Tierarzt gebracht um ein großes Blutbild zu machen. Dazu ist der kleine Landtierarzt in Sizilien ja nicht ausgestattet. Weil die Befürchtung war, dass die Krankheiten oder eine andere seine Inneren Organe angegriffen haben
Und heute hat sich das auf furchtbare Weise bestätigt. :cry:
Die Nieren von Schlappi sind leider extrem angegriffen und jetzt entsteht eine furchtbare Situation:
Sein Körper braucht ja energiereiche Nahrung um wieder auf die Beine zu kommen, aber dadurch produziert er ja auch vermehr Giftstoffe, welche die angegriffenen Nieren nicht abführen können, was dazu führt das er sich innerlich vergiftet
Gibt man ihm aber keine hochwertige Nahrung kann man unmöglich mit der Leishamnioseterapie beginnen und die Krankheit wird langsam (bzw wohl eher schnell) die Nieren ganz kaputt machen.
Macht man nix wird es genauso kommen.
Was dabei so schlimm ist, die letzten Tage hat Schlappi mir so unendlich viel gegeben soviel Hoffnung und auch (so komisch das jetzt klingt) soviel Freunde.
Dadurch das er es schaffte aufzustehen zu uns zu gehen wenn wir näher gekommen sind. Er wurde ein stolzer „Leinenhund“ der Kopf der anfangs nur nach unten Zeigte schaffte es jeden Tag länger in der stolzen Haltung zu verbleiben der schlürfende Gang wurde ab und zu wieder ein leichtes Tänzeln und immer wenn er einen ansah meinte man diese unendliche Dankbarkeit zu spüren
Jeden Moment wo er mitbekommt das wir ihn anschauen schwanzelt er, klopft dabei so heftig mit seiner Rut auf das Bettchen, das es klingt wie der Klopfer in dem Bambifilm
Es war einfach nur wunderschön und wir hatten so viel Hoffnung das er noch ein schönes restliches Leben ein paar Jahre lang hatte.
Und nun ist alles dahin und mir kommen die Zweifel was ich machen soll.
Soll ich ihn hier bei uns friedlich einschlafen lassen?
Lt. Dem Tierarzt würde er keine Schmerzen haben ihm würde unwohl werden und wie in einer Narkose würde er dann irgendwann einschlafen. Das kann 14 Tage dauern oder kürzer aber kaum länger als einen Monat
Oder sollte man probieren noch eine Behandlung zu starten?
Aber dann müsste er in die Klinik an den Tropf und wenn er dort sterben würde wäre er alleine in einem Käfig, wo er doch wohl schon so lange Zeit verbringen müsste.
Oder sollte man versuchen alles auf eine Karte zu setzen und eine Therapie beginnen die alle ärztlichen Möglichkeiten ausschöpft und es nur ein schnelles Hopp oder Top geben könnte.
Wir wissen es nicht und eigentlich schreibe ich gerade nur um so eine Lösung für mich, für uns, für Schlappi zu finden.
Die Blutwerte würden meinem Herzen sagen ihn hier in unserem Kreis in der Mitte seiner neuen Hundefreunde und seiner neuen Mensch über die Regenbogenbrücke gehen zu lassen.
Seine neue Energie würde dafür sprechen etwas zu versuchen auf die Widerstandsfähigkeit dieser Tiere zu hoffen
Nun wir haben uns entschieden:
Wir werden Schlappi morgen in die Klinik bringen und mit der sanften Therapie anfangen um zu schauen ob seine Nieren wieder anspringen die Werte sich bessern.
Stagniert es oder wird es schlechter was wohl zu 95 % der Fall sein wird (alles andere wäre einfach nur ein Wunder, gerade auch wegen seines Alters z.B. im Vergleich zu Mucki damals) , holen wir ihn Heim zu uns und versuchen ihm die schönste Zeit seines Lebens zu schenken sofern uns das möglich ist .
Hier ein paar Bilder von Schlappi
In der Tierklinik

Nur Haut und Knochen jede Rippe sieht man

Seine lädierten Augen

Der Platz in meinem Büro unter einem Tisch: Seine Höhle

Übirgens war nicht alles so furchtbar.
Wir haben ja noch einen weiteren kleinen Streuner gefunden.
Babu ist ca 1 Jahr alt und nachdem erst wir dann 2 Stunden lang ein Hudefriseur an ihm geschnippelt haben. Die Haare waren so lange, dass er kaum laufen konnte, hingen ins Gesicht und ins Maul etc. Bei Ihm war das Halsband schon fast eingewachsen.
Ob er ein Hund ist, da war ich am Anfang nicht so sicher ;-) aber der kleine Mann hat das Herz eines Löwen und ist überall dabei wo auch die großen sind.
Jeden Gassigang hat er tapfer gemeistert und dann immer noch die berühmten Hummeln im Hintern. Der Ausstellknopf ist auch weiterhin sein Geheimniss.
Ob Babu bei uns bleibt oder nicht ist ja gerade überhaupt nicht die Frage zu sehr belastet Schlappi im Moment unsere Gefühle, da ist eine Trennung von dem kleinen Mann kein Thema. Deswegen freuen wir uns, dass bei Ihm alles in Ordnung ist und er so evtl auch einen Platz finden kann wo er weiterhin viel Lächeln in die Gesichter zaubern wird.
Er fährt übrigens leidenschaftlich gerne Wohnmobil, wobei ungern im Kistchen lieber gesichert auf dem Schoss
Und auch Babu möchte sich schnell bildlich vorstellen:
So haben wir Ihn gefunden, aufgefallen sind uns Kinder die ihn mit den Füßen verjagen wollten

Und so sieht Babu aus wenn er mit dem "Rudel" unterwegs ist




