Das Thema geistert bei so vielen Threads durch die Diskussion, dass es micht wundert, warum es dafür keinen speziellen Diskussions-Thread gibt. :roll: HIerist ein schöne Gelegenheit, das zu diskutieren.
Bei der Parallelschaltung --> Link von (mehrern) Akkus wird der Pluspol mit dem Pluspol und der Minuspol mit dem Minuspol verbunden. Die Batteriespannung bleibt gleich der Einzelspannung, die Kapazität (in Ah) und auch die Stromtragfähigkeit (in A) der Batterien addieren sich. Das ist ja mal positiv.
Grundsätzlich gilt, dass nur Batterien gleicher Bauart, gleicher Spannung und Säuredichte mit gleichem Ladezustand zusammen geschaltet werden sollen (!) :wink: und geeignete Kabel-Querschnitte gleicher Länge verwendet werden müssen.
Aber: Jede zusätzliche Batterie birgt die Möglichkeit auszufallen und die anderen Batterien mit in den Tod zu ziehen. Durch Multiplikation der (einzelnen) technischen Verfügbarkeit --> Link erkennt man schnell, wie stark die Lebensdauer reduziert wird. Das höchste Risiko dabei ist internen Plattenschluss einer der Batterien. Normalerweise passiert bei einer Batterie dabe gar nichts dramatisches, die Spannung bricht um ca. 2 Volt ein, der geneigte WoMo-User erkennt das Problem und tauscht die Batterie aus. "Kochende Batterie" gibt es dabei nicht, ausser das Ladegerät oder Solarrregler ist stark überdimensioniert ... Wenn aber mehrere Batterien paralell verschaltet sind, speisen sofort die beiden anderen mit voller Leistung von 2 Volt mehr auf die verbliebenen Zelle der geschädigten BAtterie ... Diese gast aus, und das gefürchtete "kochen" der Batterie setzt ein. Die verbliebenen Batterien werden bei der Gelegenheit ebenfalls geschädigt, da tiefentladen.
Aber warum sollte man Batterien überhaupt parallel schalten, wo es doch auch geeignete Batterien mit hoher Kapazität gibt? So bietet es sich an, wenn immer möglich, auf die Parallelschaltung zu verzichten und große 12 Volt Blocks oder Reihenschaltung von 6V oder Einzelzellen zu verwenden.
Man kann zum Beispiel eine Batterie bis ca. 250 Ah als ein Stück preisgünstig erhalten oder eine Batteriebank mit 12 Volt durchaus aus leistungsstarken 6 Volt Blöcken oder aus 6 Einzelzellen zusammenstellen. Diese sind in Kapazitäten bis zu 1.500 Ah und mit technischen Lebensdauern von 15 Jahren erhältlich.
Wenn der Einbauplatz beschränkt ist, wie zum Beispiel beim Einbau der Aufbaubatterie in der Sitzkonsole, so kommt beim Wohnmobil oft die Lösung mit der "zweiten Aufbaubatterie" ins Spiel. Muss dies gemacht werden, so sollte darauf geachtet werden, die vorstehend angegebenen Bedingungen einzuhalten.
Werden hohe Ströme entnommen (Wechselrichter!), so muss die Verdrahtung der Batterie mit ausreichendem Querschnitt gemacht werden.
Beispiel:
Bei einem 1000 Watt Wechselrichter mit einem Primärstrom von ca. 120 A ist dies gleichbedeutend mit mindestens 35 mm².
Dies ergibt bei einer Leitungslänge von 2 m Kupfer (Länge von Plus + Minus) zum WR einen Spannungsabfall von 2% bzw. 0,24 Volt. Hinzu kommen die Übergangswiderstände der Klemmen und Kabelschuhe sowie die Sicherungen im Eingang des Wechselrichters (typisch 0,07 Volt). Mit einer optimalen Installation erreicht man dann eine Verlustleistung von 0,35 Volt x 120 A , das ergibt schon auf dem Kabelweg 42 Watt!
Auf Sicherungen im Batteriekreis wird bei diesem Beispiel unbedingt verzichtet, jede Sicherung (Flachsicherung 150A) ergibt weitere 0,07 Volt Spannungsabfall, also zusätzliche 8,5 Watt Verlust. Kurzschlussfeste Verkabelung ist angesagt!
Für Wechselrichter über 1000 Watt muss überlegt bzw. berechnet werden, wie viele Batterien welchen Typs (vorzugsweise AGM/Nass/Lixxx) verwendet werden sollen und welche Querschnitte und Kabellängen zulässig sind.
Hat man keine starken Verbraucher (nur LED-Beleuchtung und TV, kein Wechselrichter und Absorber-Kühlschrank) kann man alternativ mehrere Batterien über Einzelverdrahtung am Sammelpunkt (Schiene, Sicherungsabgang, "EBLock" anschliessen. Dann benutzt man als Kurzschlussschutz an der Batterie eine Sicherung (zum Beispiel 35 A) und verdrahtet die Batterien untereinander mit mindestens 6 mm². Die Batterien können bei dieser Variante sogar im Wohnmobil verteilt stehen, was oft Vorteile hat. Nur bei der verteilten Variante macht es sinn, die Batterien einzeln abzusichern, sonst immer nur eine Sicherung am gemeinsamen Abgang.
Fazit:
- Parallelschaltung birgt viele Risiken und Störquellen!
- Parallelschaltung nach Möglichkeit vermeiden, wenn nicht Platzverhältnisse oder Strombedarf danach verlangen.
- Bei starken Wechselrichtern wird die Parallelschaltung genutzt um Leistung und Lebensdauer zu verlängern.
- Nur Batterien mit gleicher Bauart, Kapazität, Alter und Ladezustand einsetzen, das bringt länger Freude!
Nur meine Meinung ... :wink:
Grüße, Alf




