Hallo zusammen,
ja, ist nun schon etwas älter dieser Thread. Dennoch glaube ich, daß die Erfahrung mit dem Fahrzeug immer noch von Interesse ist.
Wir haben uns dafür entschieden, weil wir das Antriebskonzept mit Hinterradantrieb und die Schlafsituation mit Längsbetten sowie eine Heckgarage und die Herstellungsmöglichkeit für einen Durchbruch zum Wohnraum für den Tiertransport haben wollten.
Alles dies auf einem Grundriss mit Fahrzeuglänge unter 6,5 m. Das haben wir sonst nicht gefunden.
Klar der sehr kurze Radstand hat natürlich auch Nachteile, aber mal eben auf einer Landstraße drehen ist tatsächlich keine üble Eigenschaft.
Eine vollwertige Dusche ist für uns verzichtbar und die Abendkleider bleiben zu hause. Im Grunde habe ich gar keine Kleidung im Fahrzeug, die hängen muss, und wenn Mal eine Jacke trocknen muss, ist die Heckgarage groß genug. Bei uns übernimmt die Heckgarage die Beherbergung unserer beiden Hunde in der eingebauten Box mit Durchgang in den Wohnraum. (Alles spurlos rückrüstbar)
Heizung des Fahrzeuges ist Top, mit Gas, elektrisch mit 900W oder 1,8kW oder Mixbetrieb, wird aber im linken Bett manchmal zu heiß am Ausströmer. Wir fahren meist in der kühleren Jahreszeit. Daher stört die Abwärme des Kompressorkühlschrankes nicht, und seit wir die beiden AGM Batterien gegen LiFePo getauscht haben, stehen wir bis zu 5 Tage völlig autark. Die Batterien sind über den Ladebooster dann nach 3 Stunden Fahrt wieder soweit aufgeladen, daß es für ein paar Tage reicht;
und das Alles ohne Solarpaneele.
In Lapplands Winter wird die Umluft, die Beleuchtung und manchmal auch der
Fernseher etwas mehr belastet. Da ist naturgemäß die Batterien etwas schneller leer.
Mit vollem Tank, voller Wasseraufnahme, 2 Personen und 2 Hunden, Reserverad und 38 kg Gas, Reservekanister, Notwerkzeug, Schneeschaufel und Winterhaube etc. kommt man dann bei 3,5t schon an die Grenze des ZGG. Ich habe daher den Tisch und die Sitzbank verschlankt und damit nicht nur mehr Raum und Bewegungsfreiheit geschaffen, sonder auch noch ca. 25 kg an Gewicht eingespart, und die Originalteile eingelagert.
Natürlich gibt es bei einem so kompakten Fahrzeug auch Einschränkungen.
Trotz der kleinen Gesamtlänge von 6,36m ist der Überhang wegen des sehr kurzen Radstandes Recht groß. Eine Luftfederung hinten wäre gut.
Die Zugänglichkeit zum Flaschenkasten ist zwar von außen gegeben, Flaschentausch geht aber nur durch die Heckgarage, ist dabei jedoch nicht unkomfortabel.
Das Raumgefühl ist insgesamt auch durch die große Lichthaube über dem Fahrerhaus gut, insbesondere dadurch, dass kein hoher Kleiderschrank die Sichtlinie nach hinten stört.
Die kleine Küche ist dem kurzen Grundriss mit den Einzelbetten geschuldet.
Der Boden im Bad könnte vorne eine Unterfütterung gebrauchen und ist wegen der gut funktionierenden Lamellenschiebetür etwas zerklüftet.
Ansonsten funktioniert das kleine Bad, wie es soll. Meine Toilettenpapierrolle wird übrigens nicht naß.
Ich bin 1,87 und kann tatsächlich auf dem Bett sitzen, aber nicht aufrecht. Es ist also nicht, wie Zuhause.
Tatsächlich hätte Hymer das Bett gut um 10cm niedriger konstruieren können. Dann wären die Staukästen unter den Betten, der Flaschenkasten und die großzügige Heckgarage ebensoviel niedriger geworden.
Die Beleuchtung im Wohnraum ist zeitgemäß (2018), im zentralen Bereich fehlt mir aber manchmal etwas Licht.
Die verbauten Materialien sind allesamt marktgängiger Standard von Truma, Dometic und Seitz oder Remis. Die Elektrik basiert auf Schaudt Komponenten. Die Wohnraumtür habe ich noch nicht recherchiert.
Ansonsten ist die Verarbeitung in der hymertypischen Neuzeit angekommen, wobei die Oberflächen einiger Holzdekore markttypisch etwas kratzempfindlich. Das ist bei etlichen anderen Herstellern aber noch schlimmer.
Die Ausbaumaterialien stammen für unser Fahrzeug übrigens von der Fa. Vöhringer.
Also, wer etwas mehr Sucht, als einen Kastenwagen, einen Heckantrieb haben will - was ich unbedingt empfehlen kann - und mit minimalischischem Kochbereich und kleinem Bad auskommen kann, findet hier ein tolles, wendiges Ganzjahresfahrzeug, das auch den Winter in Lappland überstehen kann.