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Einfluss Temperatur auf Batterieentnahmekapazität


charlie48 am 14 Dez 2018 00:46:08

Hallo,
ich habe in diesen Tagen versucht herauszukriegen, vieviel Ah ich meinen beiden nahezu sechs Jahre alten 80Ah Gel-Batterien noch entnehmen kann bei einer nicht mehr als 50%igen Entladetiefe.
Dazu habe ich 2 Glühbirnen mit zusammen 100W an den Wechselrichter angeschlossen und so zusammen ca 8,5A pro Stunde entnommen. Nach 6 Stunden habe ich damit aufgehört, weil die Batterien unter Last nur noch 12V Spannung hatten. Bis dahin waren 49Ah entnommen worden. Nach 3 Std ohne Last (wenn ich die 01-0,2A vernachlässige, die ständig verbraucht werden) war die Spannung wieder auf 12,4V(so lt Anzeige BM (NASA BM1) bzw 12,35V (Fernanzeige Solarregler); eine Messung mit Multimeter hat direkt an den Polen einer Batterie - an die andere komme ich nicht so einfach dran - komischerweise nur 12,2V ergeben.(Ist diese Messdifferenz normal?)
Wenn die Daten stimmen, habe ich meine beiden Batterien etwa zu 50% entleert und sie haben nur noch eine Gesamtkapazität von 100Ah.
Nun meine Frage: Derzeit haben wir Temperaturen von 0 bzw. -1°C auch im Womo. Wirkt sich das wesentlich auf die mögliche Entnahmekapazität aus? Ich habe im Normalfall einen Tagesbedarf von 20-30Ah. Ich habe ein CPAP-Gerät und möchte sicherstellen, dass ich bei schlechtem Wetter - wenn meine 300Wh Solar wenig bringen- 2-3 Tage ohne Landstrom stehen kann. Packen das meine Batterien noch?
Hoffe auf die Fachkompetenz im Forum und bedanke mich im Voraus
Gruß
Albert

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felix52 am 14 Dez 2018 01:51:12

Nee Albert, na klar: Jeder Abschied fällt schwer.
Deine Batterien sind uralt. Wahrscheinlich ohne "Pflege".

Ich tippe aus Erfahrung auf 40 Ah pro Tag, wenn Du bei Deinen Angaben nicht "geschummelt" hast. Das ist wohl schon durch die Heizungsverbräuche
annähernd abgedeckt.
170 Ah Anfangskapazität bei Dem Alter ( die Batterien) und Vollladung vorab sollten etwa 60 Ah ergeben für Dich, ohne dass Du am nächsten Morgen
Schnappatmung hast.
Sind sie allerdings nachts der Aussentemperatur angeglichen, haste keine 30 Ah mehr zur Verfügung und musst auch selbst frieren.
Aber wir Wohnmobilisten gehen ja auch Risiken ein. "Versuch macht kluch"!

Ich drücke Dir die Daumen. :)

IchBinsWieder am 14 Dez 2018 02:40:36

Hallo Albert,

normalerweise haben die Batterien, solange sie parallel geschaltet sind, etwa die gleiche Spannung. Aufgrund von Übergangswiderständen kann ein kleiner Unterschied gegeben sein. Mein NASA BM1 nimmt es auch nicht so genau mit der Spannung. 0,1V sind es bei mir.

Du hast aufgrund der Kälte mit ca. 10-15% weniger Kapazität zu rechnen. Das macht aber ehrlich gesagt auch nicht so viel aus, dass du 2-3 Tage frei stehen können wirst. Entweder neue Batts kaufen oder an Landstrom gehen.

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andwein am 14 Dez 2018 11:25:41

Aber die Frage bleibt: Hat die Temperatur Einfluss auf die Batterieentnahmekapazität?
Chemisch technisch würde ich sagen: Nicht auf die Kapazität aber sicherlich auf den fließenden Strom!
Die chem. Umwandlung während der Ladung ist ja erfolgt, der Stom durch die chem. Änderung gespeichert. Aber die Rückwandlung läuft aufgrund der niedrigeren Temperaturen langsamer ab und damit ist der Strom pro Zeiteinheit geringer. Zusammengefasst: Man kann immer noch die gleiche Kapatität entnehmen, aber es dauert länger. Ist wie bei der Ladung
Gruß Andreas

IchBinsWieder am 14 Dez 2018 12:19:02

Victron stellt das im PDF S.2 --> Link wie folgt dar:


tomel am 14 Dez 2018 13:32:45

IchBinsWieder hat geschrieben:Victron stellt das im PDF S.2 --> Link wie folgt dar:


Eine Kapazität von über 100% bei 50 Grad C ist schon erstaunlich.
Irgendwie will mir dieses Diagramm nicht einleuchten. Was bedeuten denn die unterschiedlichen Farben, was bedeutet die Beschriftung rechts.
Sitzt bei mir das Problem vor dem Computer? :?

Liebe Grüße
Tomel

thomas56 am 14 Dez 2018 13:40:24

Hat bestimmt jeder schon mal erlebt. Das ganze Jahr springt der Wagen problemlos an..... nach der ersten frostigen Nacht reicht die Kapazität nicht mehr aus um den Motor zu starten.

IchBinsWieder am 14 Dez 2018 13:44:14

tomel hat geschrieben:Sitzt bei mir das Problem vor dem Computer? :?


Nein Tomel, das würde ich nicht sagen.

0,1C bedeutet: Ein Belastung mit dem 10tel der Kapazität. Als Beispiel: Batterie 80Ah / 0,1C = 8A Belastung
1C wäre eine Belastung von 80Ah. Bei 2*80Ah, also 160Ah wäre es eine Belastung von 0,05C = 8A

Das eine Batterie bei 50°C etwas mehr Kapazität liefern kann, ist so. Allerdings geht das erheblich auf die Lebenszeit, nicht jedoch auf die Zyklenzahl.

tomel am 14 Dez 2018 13:48:10

...
Das eine Batterie bei 50°C etwas mehr Kapazität liefern kann, ist so. Allerdings geht das erheblich auf die Lebenszeit, nicht jedoch auf die Zyklenzahl.

Danke für die Info
Lieben Gruß
Tomel

Ahorne7500 am 14 Dez 2018 15:34:46

Hallo,
Ich denke, heute gibt es das auch noch...
..Früher hatte der fähige Autozubehörladen Listen von den verschiedenen Batterien.

Das Zauberwort heißt 'Kälteprüfstrom'
der Wert gibt Auskunft über die Leistung der Batterie bei (großer) Kälte.
Wichtig!!! Diese Zahl steht nicht auf der Batterie !!!

Mehr weiß ich aber auch nicht.
Bei dieser Zahl kannst du schon vorher sehen, was Dich erwartet.

BilligBatterien haben evtl die gleichen Ah wie die teuren,
aber nach dem ersten wirklichen fetten Frost trennt sich dann die Spreu vom Weizen.

Viele Grüße
Martin

Ulf_L am 14 Dez 2018 17:35:28

Ahorne7500 hat geschrieben:[...]Das Zauberwort heißt 'Kälteprüfstrom' [...]


Hallo

Der Kälteprüfstrom hat aber wenig bis gar nichts mit der entnehmbaren Kapazität zu tun.

Gruß Ulf

rkopka am 14 Dez 2018 19:42:02

tomel hat geschrieben:
Eine Kapazität von über 100% bei 50 Grad C ist schon erstaunlich.
Irgendwie will mir dieses Diagramm nicht einleuchten. Was bedeuten denn die unterschiedlichen Farben, was bedeutet die Beschriftung rechts.

Die Farben dienen der Unterscheidung der 4 Kurven, die jeweils den unterschiedlichen Belastungen zugeordnet sind, die rechts daneben stehen. 20°C und 0,05C oder C20 (1 20tel C, oder C für eine 20h Entladung) ist dabei der Normwert für die Entladung.

Über 100% ist möglich bei höheren Temperaturen, weil die Prozesse besser ablaufen (so wie bei Kälte schlechter). Im Modellbau mit NiCd/NiMh Akkus hat man die Akkus bei Wettbewerben auf 70-80°C gebracht vor dem Flug. Und auch LiPos gehen besser, wenn sie wärmer sind.

RK

Solarcomputer am 14 Dez 2018 21:55:14

Die Eingangsfrage war, ob die Temperatur Einfluss auf die Batterieentnahmekapazität hat. Wie die Diagramme eindeutig zeigen, hängt die entnehmbare Kapazität von 2 Umgebungsparametern ab: dem Entladestrom und der Temperatur.

Die Messung mit dem Entladestrom von 8,5 A liegt leicht über der C20 Kapazitätsangabe: 160 Ah / 20 h = 8 A
Wobei hier zu bedenken ist, dass die C20 Angabe sich auf die tatsächliche Kapazität bezieht, also bei einer gealterten Batterie
absinkt. Laut Annahme also 100 Ah / 20 h = 5A in sofern wird die Batterie > 100 Ah (C20) haben. Allerdings wird die Belastung durch das CPAP ja dadurch nicht weniger, sondern die schlechtere Batterie muss eine grösseren Strom als C20 eventuell vertragen.

Die C20 Angabe entspricht der Victron Linie 1/20C = 0,05C
Das Diagramm zeigt bei 20°C für diese Linie den 100% Kapazitätswert an.
Bei 0°C sinkt die Kennlinie auf ca 90% ab. Damit wäre also die Eingangsrechnung um diese 10% nach oben zu korrigieren.
Sollte die Batterie bei 0°C auf 100 Ah gerechnet sein, dann sind es gegenüber dem nominalen 20°C eben ca 110 Ah.
Das wiederum entspricht bei einem Alter von 8 Jahren ungefähr der Abnahme von 5% pro Jahr (ein ganz normaler Verschleisswert also):

160 Ah * 0,95^8 = 106 Ah

Das passt doch alles ganz gut zusammen. Damit sind also bei dem angenommenen Verbrauch von 20 bis 30 Ah 1 bis 2 Tage zu erreichen. Für 3 Tage wird es nicht reichen ohne dass die Spannung deutlich zusammenkracht und die Batterie in Folge einem starken Verschleiss (oder das CPAP Gerät sich abschaltet) unterliegt.

Viele Grüsse
Kai

PS: dafür habe ich in BlueBattery ja extra den Energiemix eingebaut, damit man auch fundierter den Tagesverbrauch, Ladung, Entladung der letzten Tage einsehen kann. Die 20 bis 30 Ah erscheinen mir für diese Anwendung insgesamt etwas niedrig zu liegen, vor allem im Winter mit Heizung (Lüfter, mehr Licht/Lesen oder TV/Computer): 1 Tag ja, 2 Tage vielleicht, 3 Tage nein.

charlie48 am 14 Dez 2018 23:21:19

Hallo,
vielen Dank an alle, die sich um meine Eingangsfrage bemüht haben. Mit dem letzten Beirtrag habe ich die Zusammenhänge auch einigermaßen verstanden. Tatsächlich hatte ich bei meinem Tagesbedarf die Heizungslüftung völlig vergessen. Wir nutzen das Womo zwar nicht im Winter, aber wenn man in der Übergangszeit die Heizung mal braucht, frisst die Lüftung ordentlich Strom.
Klar ist jetzt auf jeden Fall: ich brauch ne neue Batterie(en).
Vielen Dank an alle für diese Klarstellung
Gruß
Albert

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