Jahre 2002 waren wir mit einem Reisebus in Griechenland und haben in 4 Tagen Olympia, Korinth, Epidaurus, Delfi und Athen besucht.
Damals reifte der Plan, diese schöne Land auch mit unserem Wohnmobil zu erkunden.
Die Produktionsfirma unseres Womos in Isny im Allgäu feiert heuer ihr 75 jähriges Firmenjubiläum und nahm dies zum Anlaß, mit 75 Fahreinheiten eine Jubiläums-Geburtstagsreise nach Griechenland zu unternehmen.
Am 16.April 2006 versammelten sich 195 Teilnehmer am Hafen von Ancona. Mit der Fähre erreichten wir nach 21 Stunden Patras.
Die nächsten beiden Nächte verbrachten wir auf dem Campingplatz von Glifa, 90 km südlich von Patras.
Der gemeinsame Busausflug nach Olympia und eine Folklore Vorführung nach dem Abendessen am nächsten Tag beendeten das offizielle Programm.
Der Geschäftsführer und der Marketingleiter des Unternehmens traten nach einigen Tagen die Rückreise an, waren sie doch mit ihren Kindern hier und die Osterferien bald zu Ende. Auch einige Berufstätige mussten an die Heimkehr denken, für die Oldies begann die individuelle Reise durch Griechenland.
Fast täglich änderte sich die Landschaftsform. Ein Gebirgsland hatten wir uns ja erwartet, aber daß wir uns über so viele steile und oft auch sehr enge Gebirgsstrassen hinaufquälen mussten, hatten wir nicht gedacht. Eine Besichtigungs-Rundreise ist eben keine Vergnügungsreise. Viele wunderschöne Panoramastrassen, hoch üder dem Meer,die uns um traumhafte Buchten herumführten.
Auch mit dem Wetter hatten wir es gut getroffen, an 2 Tagen vormittags Regen, sonst immer sehr sonniges, schönes Wetter. Die Wassertemperaturen waren jedoch, wir hatten ja erst Mitte April, für ein erfrischendes Bad denn doch noch zu kühl. Das sollte sich auch nach einem Monat nicht ändern.
Unser höchster Punkt war ein Paß in 1710 m, hier lag noch Schnee.
Mehr als 3200 km waren wir allein in Griechenland unterwegs, zusätzlich noch rund 2000 km für die Strecke Wien - Ancona - Wien.
Der erste Teil unserer Reise war die Umrundung des Peloponnes entgegen dem Uhrzeigersinn.
Der Peloponnes bietet dem Reisenden eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten und natürlich "viele alte Steine":
Olympia, der Austragungsort der olympischen Spiele der Antike.
Die Ausgrabungen des antiken Elis mit dem Amphietheater aus dem 4.Jh. vor Christus.
Koroni, einst ein Fischerort, heute Touristenort mit einer sehr großen Klosteranlage über der Stadt.
Pyrgos Dyrou - 2 große Tropfsteinhöhlen, 5 km lang, die wir mit einem kleinen Boot 25 Minuten durchfuhren.
Monemvassia, eine Stadt, die sich an einen Felsen schmiegt, die Unterstadt bewohnt, die Oberstadt ist Ruinengelände geblieben.
Die Ausgrabungsstätten Messene, Mystra, Argos, Epidaurus und Archaia Korinth mit den Überresten von Thermen, Palästen, Kirchen und Theatern.
Akrokorinth, der Festungsberg der Stadt Korinth. Die sehr steile lange Auffahrt, aber auch der der imposante Ausblick bleiben in Erinnerung.
Es gibt keinen Reisebus, der nicht Halt macht beim Kanal von Korinth. Von der Brücke blicken die Urlauber auf die 25 m breite und 8m tiefe Fahrrinne hinab.Der 6 km lange Kanal hat den Peloponnes zur Insel gemacht.
Wir haben das Festland betreten, der 2.Teil unserer Reise kann beginnen.
Unser Reiseplan sah hier vor, über Delfi, Larissa, Litochoro bis Dion als nördlichsten Punkt zu fahren, dann über Kalambaka in Richtung Westen:Meteora, Ioannina, Lefkas, Patras.
Vom Peloponnes doch schon etwas müde geworden, gönnten wir uns auf der Insel Euböa einige Ruhetage.
Delfi galt in der griechischen Antike als Mittelpunkit der Welt. Die Ausgrabungen des antiken Apollon Heiligtums beeindruckten uns vor allem durch die Lage inmitten von hohen Bergen.
Die Ausgragungen von Dion liegen in der Küstenebene, waren mir aber überhaupt kein Begriff. Durch die Größe des Ausgrabungsareals aber konnten man sich gut in die Antike hineindenken.
Den Olymp, den alten Griechen galt er als Sitz der Götter, mussten wir natürlich auch befahren. Bis zu einer Höhe von 1100 m ist dies auf gut ausgebauter Strasse möglich.
Die Meteoraklöster sind sicherlich ein ganz besonderer Höhepunkt jeder Griechenlandreise. Bizarre Felsformationen, die wie Zähne die Ebene bis zu 400 m überragen. Im 11.Jahrhundert kamen die ersten Einsiedler hierher und ließen sich nieder, im 14.Jahrhundert kam es zu den Klostergründungen, insgesamt 24, heute sind nur mehr 6 bewohnt und zu besichtigen. Die meisten dieser Klöster waren nur über Seilwinden und Leitern zu erreichen. Heute gibt es eine 20 km lange Rundstrasse, mehr oder weniger steile Zugänge führen zu den einzelnen Klöstern von den Parkplätzen aus. Busweise werden die Gäste hierher gekarrt.
Einen Widerspruch bildeten die bei den einzelnen Klöstern angebrachten Tafeln, die um Ruhe bitten, da es sich um geheiligte Stätten handelt. Gleichzeitig gibst mehrere Führungen in verschiedenen Sprachen.
Was ich ja noch viel lustiger fand: Tafeln in mehreren Sprachen, daß Frauen in Hosen keinen Zutritt in die Klöster hätten. Diese, meistens Oldies in Jeans, hatten sich quadratische Tücher, die bei den Eingängen auflagen, um den Bauch zu schnüren. Kein Problem hatten die Teenager diverser Schulklassen, die mit Miniminiröckchen, Riesendekollete wie heute üblich und grellen Zehennägeln Einlass bekamen, sie hatten ja keine Hosen an. Aber Religion ist eben Religion.
Nach diesen vielen Reiseeindrücken, die wir bisher gesammelt haben, wollten wir uns etwas einzubremsen und den Norden Griechenlands zu einem späteren Zeitpunkt weiter erkunden, verbunden mit einem Badeurlaub und dann vielleicht weiter nach Osten auch bis zum Berg Athos zu fahren, den man mit einem Boot umrunden kann.
Da unser Hochzeitstag bevorstand, haben wir beschlossen, über Patras, wo wir den Rückreisetermin für die Fähre buchten, weiter zum ersten Campingplatz unserer Reise, nach Glifa zu fahren und noch ein paar Tage am Strand so richtig zu faulenzen. Auch die gute Küchge war uns ja noch in Erinnerung.
Nach 37 Tagen waren wir wieder in Wien.
Griechenland, wir kommen wieder.

