Da kann ich Cerberus nur zustimmen!
Das ist zwar nicht nur rein kosmetisch, weil das GFK unter dem Top-/Gelcoat wieder geschützt werden muß, aber um die Dichtigkeit braucht man sich hier keine Sorgen machen.
Solche "Schrammen" waren bei uns im Bootsreparturbau täglich Brot. Bitte über 18° Grad verarbeiten! Mit einem Dremel und einem Kugelschleifkopf wird die Stelle etwas vertieft und die Kanten und Ränder geglättet.
Bitte nicht mit blanken Fingern prüfen ob das schon passt! Das Fingerfett ist nicht gut für die Reparatur. (Jeder will mit den Finger seine Arbeit prüfen! :lach: )
Dann eine Kopierfolie der zu reparierenden Stelle anpassen. Also die Länge und Breite plus etwa einen- bis zwei Zentimeter Überstand.
Diese Folie auf die Reparaturstelle legen und mit einem Klebestreifen auf einer Seite fixieren. Erst einmal zur Seite klappen.
Jetzt Gelcoat gemäß Gebrauchtsanweisung anrühren.
Da es sich um Epoxit handelt, kann man nicht mit mehr oder weniger Härter die Aushärtezeit bestimmen! Also, genau abmessen. Eine Fein- oder Briefwaage ist hier ggf. hilfreich. Aber man kann sich auch aus der Apotheke einfach zwei kleine Spritzen kaufen, um das Mischungsverhältnis (meist 2:100) genau einzuhalten.
Beim Verrühren langsam arbeiten. Ansonsten bilden sich viele kleine Luftbläschen, die auch nicht so schnell verschwinden und das Ergebnis nachher verschlechtern!
Jetzt das Gelcoat in die saubere, aufbereitete Rille geben. Hier kann ein kleiner Pinsel hilfreich sein. Damit kann man ggf. auch ein paar Luftbläschen "heraustupfen". Da Gelcoat etwa 2% Schwund beim aushärten hat und auch noch ein paar kleine Luftbläschen normal sind, darf das Fullgut leicht überstehen.
Viel Zeit bleibt im Regelfall aber nicht. Gelcoat härtet recht schnell aus!
Deshalb rechtzeitig, bevor das passiert, die, auf einer Seite schon fixierte Folie, auf die Reparaturstelle legen und ganz vorsichtig aus dieser Richtung die letzen Blasen heraus drücken. Dann auf der gegenüberliegenden Seite auch mit Klebestreifen fest ankleben.
Nach dem Aushärten, (Kann man sehr leicht testen, wenn man sich den Rest in Anrührbecher betrachtet.) kann die Folie abgezogen werden.
Kopierfolie haftet nicht am Gelcoat.
Jetzt beginnt die Arbeit.
Mit einem Schleifklotz und Naßschleifpapier wird von grob nach fein das Gelcoat an die Umgebung angepasst. Wenn das Gelcoat mit der Folie gut eingebracht wurde, wird jetzt nicht so viel zu schleifen sein.
Ein Dreieckschleifer kann, wenn man es sich zutraut, den ersten groben Schliff übernehmen. Ansonsten lieber einen Schleifklotz und Handarbeit anwenden, damit "gesundes" Gelcoat nicht zu viel beschädigt wird. Zeit lassen. Sollten trotz aller Vorsicht noch ein paar Luftblasen Löcher hinterlassen haben, nicht mit den Fingern dran gehen! Leicht mit dem Kugelkopf aufschleifen und neues Gelcoat anmischen und einbringen, beischleifen.
Wir haben im Regelfall mit 400er Schleifmittel angefangen und bei 2000er aufgehört. Immer reichlich Wasser dabei verwenden.
Anschließend mit einer entsprechenden Schleifpolitur auf dem Exenterschleifer den Glanz wieder herstellen.
Nicht vergessen, gutes Wachs zum Schluß, damit die Stelle wieder sicher gegen Witterungs- und UV-Einflüsse geschützt ist.
Das hört sich vielleicht alles sehr schwierig an, ist es tatsächlich aber nicht und kann auch von einem etwas begabten Laien bewerkstelligt werden.
Bitte umliegenden Stellen abkleben, damit die nicht mit angeschliffen werden.
Wenn ich die Bilder betrachte, würde ich vielleicht versuchen die Folie zuerst in den Trennschlitz einzuführen und auf der gegenüberliegenden Seite erst zum Schluß ankleben. Ggf. würde man dann auch schon die Rundung an der Kante mit einbeziehen, was anschließend weniger Arbeit beim schleifen bereiten würde.
Für diese Abrundung kann man auch einen Schleifschwamm benutzen.
Ist ein bischen Arbeit, aber schließlich würde man, außer vielleicht einen geringen Farbunterschied abgesehen, nichts mehr vom Schaden sehen.
Also Kopf hoch, ist alles nicht so schlimm! Es gibt bestimmt auch gute Videos auf Youtube zu diesem Thema.
--> LinkViel Spaß mit Deinem neuen, schönen Wohnmobil!
LG Carsten
PS.:
--> LinkSoetwas könnte man nehmen, wenn man mit dem Farbton RAL 9010 hinkommt. Ich habe es an unserem RollerTeam aber noch nicht probiert. Sorry!