Hallo allerseits,
wer auf Campingplätzen steht, hat eine tolle Infrastruktur zur Verfügung. Da gibt es Waschhäuser mit manchmal fast edler Ausstattung, Toiletten, Ver- und Entsorgung (oft sogar an der Parzelle), Strom und teils sogar so Annehmlichkeiten wie Waschmaschine mit Trockner, WLAN, Lebensmittelmarkt und Gastronomie. Da kann man auch mit Wohnmobilen einen schönen Urlaub machen, die keine oder kaum Autarkie bieten.
Auf klassischen Wohnmobil-Stellplätzen ist das schon was anderes. Häufig gibt es zwar Stromsäulen und oft auch zumindest eine zentrale Möglichkeit zur Ver- und Entsorgung, aber in vielen Fällen nichts weiter mehr. Ich rede jetzt nicht von den durchaus immer mehr entstehenden campingplatz-ähnlichen Wohnmobilstellplätzen, die sich in den jährlichen Bewertungen zum "Bester Stellplatz Deutschlands" um ihr absolut verdientes Ranking abwechseln.
Und dann gibt es noch die Wohnmobil-Parkplätze. Das sind ganz normale Parkflächen, die einfach nur per Verkehrszeichen für Wohnfahrzeuge speziell ausgewiesen sind. Da gibt es meistens nichts, keinen Strom, keine Ver- und Entsorgung, und wenn man Glück hat, ist eine Einkaufsmöglichkeit fußläufig erreichbar.
Und dann kommen die Freisteher ins Spiel. Das sind Mobilisten, die auch mal eine Nacht (oder durchaus auch länger) völlig autark an einem beliebigen Ort stehen bleiben können. Sei es an einer Burgruine, einem schönen Baggersee, ein Holzfällerplatz mitten im Wald oder Wanderparkplätze und Parkflächen vor Sportanlagen, Freizeitbädern und parkähnlich angelegten Friedhöfen.
Egal ob selbstgebaut, umgebaut oder ein Serien-Wohnmobil gekauft - meist entscheidet der Grad der Autarkie über die Stellmöglichkeitenen, die man mit seinem Wohnfahrzeug hat. Das geht schon los mit der Stromversorgung - Solar, Brennstoffzelle, Windkraftwerk oder Stromgenerator? Dann die Frage nach dem Frischwasservorrat und der Abwasserkapazität. Und auch die Toilettenkapazität - muss ich alle ein bis zwei Tage die Kassette ausleeren, oder habe ich gar eine Trockentrenntoilette mit zwei bis drei Monaten Kapazität?
Nein, auch die persönlichen Ansprüche sind ein Kriterium, wie lange man ohne stützende Infrastruktur auskommt. Manche verbrauchen nicht viel Strom, andere nutzen gerne den Fernseher an Bord oder den Laptop. Manch einer definiert den Wortbestandteil "Wohn" vor dem "-mobil" mit der Verfügbarkeit von Duschmöglichkeit und Toilette an Bord, wer anders hat beste Erfahrungen gemacht, wo man z.B. vor öffentlichen Schwimmbädern stehend seine Hygienebedürfnisse perfekt erfüllen kann. Und andere wiederum haben sich vielleicht pfiffige Lösungen ausgedacht, mit denen sie ebenfalls eine gewisse Zeit "autark" sein können, auch wenn das Fahrzeug dies ab Werk vielleicht nicht so her gibt.
All das, diese Unterschiedlichkeit, macht in meinen Augen die Freiheit des Wohnmobilhobbys aus. Daher würde es mich interessieren, welche Vielfalt es da gibt. Also welche Art von Stellplatz Ihr bevorzugt, welche Autarkie Euer Mobil hergibt und welche Ihr mit Eurem "Way of Life" oder Eurer Erfahrung als langjährige Wohnmobilisten hinkriegt.
Und dann würde mich auch sehr interessieren, ob es richtig "eingefleischte Freisteher" gibt, die mit ihrem Wohnfahrzeug auch längere Zeit autark sein können. Vielleicht mit Bild?
Nette Grüße
Gode

